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Rezensionen verfasst von
Parsec
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   

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Oral-B TriZone 750 Black Elektrische Zahnbürste mit gratis Reiseetui
Oral-B TriZone 750 Black Elektrische Zahnbürste mit gratis Reiseetui
Preis: EUR 39,40

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewährte Qualität und starke Leistung!, 16. September 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Bei der ORAL-B TRIZONE 750 handelt es sich um ein weiteres Modell aus der bewährten Kollektion elektrischer Zahnbürsten von Braun.

Die TRIZONE 750 punktet hierbei nicht mit allerlei Features wie Smartguide und dutzende von Zusatzmodi, sondern einfach durch bewährtes Design, eine sehr gute Haptik, tolle Verarbeitung, hohe Akkulaufzeit und natürlich einer sehr überzeugenden Reinigungsleistung. Wer also eine elektrische Zahnbürste im mittleren Preissegment sucht und dabei nicht auf die Anzahl der Sonderfunktionen schaut, sondern „einfach nur“ seine Zähne putzen will, ist hiermit gut beraten.

Wie bei TRIZONE üblich liegt auch die TRIZONE 750 sehr gut in der Hand – das Design ist erprobt, bewährt und hat sich gegenüber den Vorläufern wenn überhaupt nur in Nuancen verändert. Apropos Design: das schwarze Design dieser TRIZONE 750 ist optisch mal was anderes und sieht durchaus schick aus!

Toll ist definitiv die Akkulaufzeit – einmal aufgeladen verrichtet die TRIZONE 750 locker eine Woche ihren Dienst. Zusammen mit dem bei diesem Produkt enthaltenen Travel Case aus Plastik bietet sich diese Zahnbürste somit durchaus auch als Begleiterin im Urlaub an, das Netzgerät muss bei längeren Urlauben allerdings separat mitgeführt werden, was aber eigentlich nun wirklich kein Problem sein dürfte.

In Punkto Putzleistung spricht die TRIZONE 750 für sich, und sie arbeitet mit wie ich finde genau der richtigen Intensität. Wie üblich wird auch nach zwei Minuten kurz das Ende eines Reinigungszyklus angezeigt.

Alles in allem: eine sehr anständige, sehr solide designte elektronische Zahnbürste mit einer überzeugenden Leistung. Wer so etwas sucht und dabei nicht einen ganzen Strauß an Features benötigt sollte hier für einen fairen Preis echte Qualität bekommen.


Captain Future and the Space Emperor (English Edition)
Captain Future and the Space Emperor (English Edition)
Preis: EUR 6,49

4.0 von 5 Sternen Die Romanvorlage zum "Herrscher von Megara" - Kult pur!, 14. September 2014
Der Name CAPTAIN FUTURE ist sicherlich jedem deutschen SF-Fan jenseits der 30 bestens geläufig - schließlich hat die gleichnamige Zeichentrickserie Anfang der 80er für große Furore gesorgt. Viele wissen natürlich auch, dass diese Zeichentrickserie auf Romanen beruhte, welche der berühmte SF-Autor Edmond Hamilton Ende der 30er / Anfang der 40er schrieb.

CAPTAIN FUTURE AND THE SPACE EMPEROR ist chronolgisch betrachtet die erste Future-Geschichte von Hamilton.. und wem der Titel nichts sagt wird sicherlich aufhorchen, wenn man "Der Herrscher von Megara" sagt, schließlich bildet dieser Roman die Grundlage zu einer der bekanntesten Geschichten der Zeichentrickserie.
Sicherlich: CAPTAIN FUTURE AND THE SPACE EMPEROR spielt nicht auf dem "Planeten Megara im Sternbild des Schwan", sondern auf dem Planeten Jupiter, welcher bei Hamilton durchaus irdisches Leben beherbergen kann. Aber die Rahmenhandlung und viele Wendungen entsprechen durchaus der späteren Zeichentrickadaption.

Wenn man CAPTAIN FUTURE AND THE SPACE EMPEROR liest sollte man natürlich ein Herz für Pulp-SF der späten 30er und frühen 40er haben - das man diese nicht mit kontemporären Maßstäben messen kann ist klar. Captain Future, also Curt Newton, ist in vielem ein absolut unkaputtbarer Superheld, edel, unfassbar klug und nahezu unbesiegbar... und seine Crew schaut, wie der Rest des Universums, zu ihm auf. Sicherlich unterscheidet sich Hamiltons Future (und vor allem: seine Crew!) in ihrem Wesen und in der Schilderung durchaus von der späteren Zeichentrickadaption, aber im Kern sind Curt Newton, Grag, Otho und Simon Wright übermenschlich große Lichtgestalten. Aber sei es drum: dies gehört zu den Axiomen des Genres.

Festzustellen ist in jedem Fall, das Edmond Hamilton toll und flüssig schreiben konnte und seine Geschichten mit viel Dynamik ausstattete. Es passiert alle Nase lang etwas, und auch der berühmte "Sense Of Wonder", welcher der Golden Age SF zu eigen ist, kommt hier absolut nicht zu kurz. Ich fand, dass sich CAPTAIN FUTURE AND THE SPACE EMPEROR schlichtweg toll liest und einfach Spaß machte - und natürlich wurde man immer wieder daran erinnert, als man mit der Future-Crew in der späteren Zeichentrickadaption mitfieberte, als diese mit dem "Herrscher von Megara" in den Clinch ging.

Wer also die Zeichnetrickserie liebte oder wer einfach klassische Pulp-SF mag - CAPTAIN FUTURE AND THE SPACE EMPEROR ist definitiv ein Lesespaß.


Skil Laubsauger und -gebläse, F0150795AA
Skil Laubsauger und -gebläse, F0150795AA
Wird angeboten von Fonq stores
Preis: EUR 82,20

4.0 von 5 Sternen Ein kraftvolles Gebläse - die Saugfunktion ist eher durchschnittlich, 13. September 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Mit dem F0150795AA präsentiert SKIL einen Laubsauger mit integrierter Gebläsefunktion - also prinzipiell genau das richtige, um jetzt im (früh-)herbstlichen Garten mal für Ordnung zu sorgen.

Beim ersten Auspacken wird schon klar: der F0150795AA ist ein großes, robustes Gerät. Die Verarbeitung ist solide, und der Zusammenbau ist in wenigen Minuten bewerkstelligt - wenn ich auch sagen muss, dass ich die Anleitung hier etwas kryptisch fand, ich weis wirklich nicht, warum man nicht ein paar etwas informativere Bilder abgedruckt hat. Aber sei es drum: falsch machen kann man beim Zusammenbau des F0150795AA eigentlich nichts.

Das Design ist auch soweit durchdacht, etwas schade finde ich allenfalls, dass die Stromversorgung wirklich sehr kurz ist, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt, da man dieses Gerät ohnehin mit Verlängerungskabel betreibt. Es liegt dem F0150795AA keinerlei Verlängerungskabel bei, was selbstverständlich üblich ist - wer also die Anschaffung dieses Laubsaugers erwägt sollte unbedingt gewährleisten, dass er ein Verlängerungskabel hat, ansonsten wird er an diesem Gerät keine Freude haben.

Im zusammengesetzten Zustand fallen zwei Dinge auf: leicht ist der F0150795AA zum einen nun nicht, mit dem beiliegenden Tragegurt ist er dennoch angenehm zu transportieren. Zum anderen merkt man, dass der F0150795AA ergonomisch sehr ansprechend designt wurde, er liegt gut in der Hand und auch im umgehängten Zustand sind die Schalter sind gut und sicher zu erreichen - auch zwischen Saug- und Blasefunktion ist in einer Sekunde umgeschaltet.

Dann kommt natürlich der Moment, an dem man wie ein Heimgarten-Terminator mit dem F0150795AA im Anschlag in die Botanik schreitet und das Gerät anschaltet... hier zeigt sich sofort, dass der F0150795AA für seinen 3.000W Motor relativ zahm in der Geräuschentwicklung ist, sicherlich macht er einen gewissen Lärm und bei längeren Arbeiten seien Ohrschützer empfohlen, im Vergleich zu anderen mir bekannten Laubsaugern ist er aber hier durchaus zivilisiert. Die Gebläse- und Saugstärke lassen sich in 7 Stufen regulieren.
Hierbei stellte ich persönlich gestern und heute fest, dass der F0150795AA als Laubbläser wirklich eine sehr kraftvolle Maschine ist, mit welcher man dem losen Laub ausgezeichnet zu Leiben rücken kann - die Saugleistung finde ich allerdings nur eher mittelmäßig. Hier sollte man schon eine der beiden höchsten Stufen wählen, um voran zu kommen, und selbst mit maximaler Stärke kann ich die Saugleistung des F0150795AA nur als "mittelmäßig" (keinesfalls schlecht, aber eben auch nicht herausragend gut) bezeichnen, ganz im Gegenteil zur sehr guten Gebläseleistung.

Wirklich toll ist natürlich die integrierte Häckselfunktion des F0150795AA, mit welcher im Auffangsack viel Platz gespart wird, und natürlich der mitgelieferte "easy storage"-Haken, welcher die Lagerung des F0150795AA in Keller oder Garage sehr einfach und platzsparend ermöglichen. Ein weiteres gutes Feature sind die Stützräder, häufig hält man einen Laubsauger ja knapp über den Boden, durch die Stützräder werden längere Arbeiten sehr erleichtert.

Alles in allem: ein solide verarbeiteter, gut designter Laubsauger, welcher als Laubgebläse eine sehr gute Leistung abliefert und in Punkto Saugleistung zumindest ordentlich arbeitet. Bei letzterem Merkmal hätte der F0150795AA ruhig noch etwas mehr Power haben können, dann wäre ich restlos überzeugt.
So komme ich, auch in Anbetracht des fairen Preises, auf knappe, aber verdiente 4 Sterne.


20/20 (Special Edition)
20/20 (Special Edition)
Preis: EUR 11,98

3.0 von 5 Sternen 20 / 20 ist OK, aber unterm Strich ein ziemlich durchschnittliches Werk, 11. September 2014
Rezension bezieht sich auf: 20/20 (Special Edition) (Audio CD)
Man kann sich (leider) kurz fassen: das zwanzigste Studioalbum von SAGA ist OK, nicht mehr und nicht weniger. Auch nach einiger Zeit will bei mir der Funken hier nicht überspringen - das Material ist solide, aber wirklich vom Hocker reißt es mich nicht. 20 / 20 fehlt meiner Ansicht nach das schwer greifbare und gleichzeitig (gerade im Progrock!) alles entscheidende "gewisse Etwas", SAGA liefern wie gewohnt Qualität ab, der aber die Klasse früherer Werke abgeht.

Sicherlich, Bands verändern sich über die Jahrzehnte, und zu erwarten, dass SAGA ein weiteres "Silent Knight" oder gar "Images At Twilight" einspielen ist ziemlich naiv, aber gleichzeitig komme ich nicht umhin festzustellen, dass 20 / 20 genau die Originalität oder die Magie fehlt, welche die frühen SAGA-Werke zu solchen populären Klassiern machte. Ich finde allerdings auch, dass 20 / 20 kein schlechtes Album ist, man kann es durchaus gut hören und man merkt definitiv, dass talentierte und versierte Künstler am Werk sind - es klingt nur leider so, als fehle es am letzten Quentchen der berühmten Inspiration.

20 / 20 kann man sich als Progrock- und natürlich SAGA-Fan durchaus zulegen, und ich kenne durchaus Fans dieser Band, welche von diesem Album begeistert sind. Am Ende des Tages sind GEschmäcker immer verschieden. Persönlich kann ich 20 / 20 aber fairerweise nicht als Sensation bezeichnen, sondern eben als solides, durchschnittliches Werk, welches zwar nicht enttäuscht, aber eben auch für mich eindeutig nicht die Qualität anderer Alben aus dem Hause SAGA erreicht.


Naming Jack the Ripper: The Biggest Forensic Breakthrough Since 1888 (English Edition)
Naming Jack the Ripper: The Biggest Forensic Breakthrough Since 1888 (English Edition)
Preis: EUR 8,15

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswert, aber mit Vorsicht zu genießen - die Theorie muss noch untermauert werden, 11. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Russel Edwards' Buch NAMING JACK THE RIPPER wird vom Autor selbst nicht nur als "größter forensischer Durchbruch in der Aufklärung des Falles" bezeichnet, sondern auch als das Buch, in welchem wissenschaftlich korrekt endgültig bewiesen wird, wer Jack The Ripper gewesen sein MUSS.

Nun, dies sind große Ankündigungen - und es sind Ankündigungen, welche keineswegs neu sind und seit vielen Jahrzehnten von Autoren erhoben wurden.

Gerade in den letzten Jahren erschienen mit dieser Ankündigung mehrere mit einigem (meist sehr durchschaubarem) Tamtam auf den Markt gebrachte Bücher zum Thema Jack The Ripper. Erinnert sei an dieser Stelle nur an Patricia Cornwells "Wer war Jack The Ripper?" (für die Autorin: Walter Sickert), Trevor Marriotts "The 21st Century Investigation" (hier: Carl Feigenbaum), M. J. Trows "Quest For A Killer" (hier: Richard Mann) oder John Morris' "Hand Of A Woman" (hier: Lizzy Williams).
Insofern sollte man sich auch NAMING JACK THE RIPPER mit der gebotenen Vorsicht nähern, gesunde Skepsis ist zweifellos angebracht und notwendig. Es ist keineswegs ungewöhnlich, dass ein Buch zum Thema mit diesen vollmundigen Ankündigungen erscheint.

Für Edwards ist ohne Frage Aaron Kosminski der Ripper - und wer sich für den Fall interessiert weis, dass Kosminski als Verdächtiger zumindest interessant ist. Auch von anderen Autoren wurde er, mit anderen Belegen, bereits als Ripper vermutet und darf fraglos zum Kreis derer gezählt werden muss, welche in die engere Auswahl der populären Ripper-Suspects gerechnet werden dürften. Dies bedeutet aber natürlich noch nicht, das Kosminski der Ripper war - sondern lediglich, dass er als Verdächtiger nicht nur absurd ist wie andere.

Interessant an Kosminski ist auch, dass er bereits zu Zeiten des Rippers vermutlich schon einmal polizeilich der Morde verdächtigt wurde und auch dem gängigen, vor einigen Jahren von John Douglas erstellten FBI-Täterprofil des Rippers gut entspricht. Kosminskis Täterschaft für die Ripper-Morde ist also zumindest nicht ganz unplausibel und wesentlich denkbarer als die von in der Literatur in den letzten Jahren präsentierten Verdächtigen wie beispielsweise Maybrick, Feigenbaum, Sickert, Mann oder Williams.

Bei der Lektüre von NAMING JACK THE RIPPER fällt als erstes auf, dass Edwards gut und plastisch schreiben kann, stilistisch aber etwas anders vorgeht als zahlreiche andere Ripper-Bücher.
NAMING JACK THE RIPPER ist persönlicher und weniger distanziert verfasst, der Autor schildert sein privates Leben während seiner Nachforschungen und seine persönlichen Einstellungen zum Fall wesentlich ausführlicher als es andere Ripper-Autoren taten, die den Fall und ihre jeweiligen Theorien in den Fokus rückten. Edwards schreibt weniger wissenschaftlich und man kann seine persönlichere Schreibweise mögen oder nicht, sie gibt NAMING JACK THE RIPPER aber definitiv eine privatere und lockere Note.

Natürlich enthält NAMING JACK THE RIPPER auch eine Zusammenfassung der Vorfälle im Herbst 1888, diese ist allerdings, obschon gut geschrieben, meiner Ansicht nach etwas voreingenommen. Der Autor wertet bereits hier stark.
Einige wichtige Faktoren werden von Edwards ausser Acht gelassen, manche Gedanken nur angerissen und nicht weiterverfolgt (z.B. der umstrittene Goulston Street Grafitti, welcher nach Edwards Ansicht zwar vom Ripper stammt, was aber dann von ihm nicht weiter berücksichtigt wird) und Manches etwas sehr forsch festgestellt.

Am deutlichsten geht Edwards so in seiner Schilderung des Falles hier beim Mord an Elisabeth Stride vor. Wer sich für den Ripper interessiert weis, dass dieser Mord (der erste des "Double Events") deutlich aus dem Rahmen der übrigen Rippermorde fällt und das alles andere als Einigkeit darüber herrscht, ob Stride nun Opfer des Rippers geworden ist oder nicht.
Unter anderem ist fraglich, ob nicht bei Stride ein anderes Messer als bei den übrigen kanonischen Opfern benutzt wurde, zumal auch unklar ist, weswegen der Ripper kurze Zeit später in der gleichen Nacht wieder zuschlug (und nicht flüchtete). Hinzu kommt, dass der Angriff auf Stride ziemlich offen und in Sicht eines Augenzeugen stattfand. Dieser Augenzeuge, Israel Schwartz, ist für Edwards der wichtigste Ripper-Zeuge, und dies wäre er natürlich... wenn Stride denn Opfer des Rippers geworden wäre.
Ich kann die Frage, ob Stride dem Ripper zum Opfer fiel, natürlich nicht beantworten - es sprechen sowohl gute Argumente dafür, aber auch wichtige Argumente dagegen.
Klar feststellen kann ich allerdings, dass Edwards in NAMING JACK THE RIPPER Stride etwas sehr pauschal als Ripper-Opfer deklariert und dabei gewichtige Gegenargumente, welche hierbei zumindest diskutiert werden müssten, ignoriert.
Dies lässt ihn und seine Wertungen mitunter etwas voreingenommen erscheinen, zumal er dem Stride-Mord ja durchaus besonderes Gewicht zumisst.

Aber wie dem auch sei: Edwards versprach ja im Vorfeld, definitive, wissenschaftlich hieb- und stichfeste Beweise vorlegen zu können.

Diese Beweise kommen in Form eines Schals, welcher angeblich in der Nähe des Eddowes-Mordes am Mitre-Square gefunden wurde und welcher Blut (und Sperma-) Spuren aufweisen soll.
Dieser 126 Jahre alte Schal soll von einem damaligen Polizisten, PC Amos Simpson, an sich genommen worden sein, welcher ihn ungewaschen aufbewahrte und dann 2007 bei einer Auktion Edwards in die Hand gefallen sein. In aufwendigen, ausführlich und informativ dargestellten Untersuchungen habe dieser dann zusammen mit dem finnischen Arzt Dr. Louhelainen ganz Erstaunliches herausgefunden: die aus dem Blut extrahierbare DNS stammt, wie mit einer heute lebenden Nachfahrin belegt worden sei, tatsächlich von Eddowes, und Spermaspuren deuten darauf hin, dass diese von Kosminski stammen - hier habe Edwards einen (anonym gebliebenen) Nachfahren ausfindig machen können.
Der Schal selbst kommt angeblich aus Osteuropa, könnte also durchaus Eigentum von Kosminski gewesen sein, welcher ihn auf seiner Flucht wegwarf.

Soweit - so gut.

Fraglos ist dies eine der spannensten Spuren, welche im Falle des Rippers in den letzten Jahren auftauchten. Allerdings: wie eingangs geschrieben, die Erfahrung gebietet es hier, bei allem Interesse etwas skeptisch zu sein. Zu viele Fragen bleiben meiner Ansicht nach offen, und bevor diese nicht geklärt sind kann man sich zu Edwards These nicht endgültig positionieren.

Die genetischen Spuren wurden bislang von keiner unabhängigen Quelle überprüft, bislang hat man lediglich Edwards Behauptungen. Es erscheint auch relativ dubios, dass diese ominöse (und anscheinend recht teure) Schal weggeworfen und dann 126 Jahre lang nicht gereinigt wurde. Mehr als zweifelhaft ist weiterhin, dass dieser Schal in dieser Zeit nicht mit zahllosem anderem genetischen Material kontaminiert wurde. Es könnte auch, was ich weder Edwards noch Dr. Louhelainen unterstellen möchte, eine Kontaminierung mit dem von Edwards und Kosminskis Nachfahren zur Verfügung gestellten genetischem Material vorliegen.

Es ist außerdem in aller Deutlichkeit zu betonen, dass selbst WENN Spuren, welche auf Kosminski hindeuten, am Schal gefunden worden würden, es sich hierbei laut Edwards um mitochondriale DNS handelt - diese Art von DNS-Spur bedeutet keineswegs (!), dass ein einzelnes Individuum bestimmbar ist, sondern lediglich, dass eine Zugehörigkeit zu einer im Zweifelsfall sehr großen (bis in die Hunderttausende oder Millionen gehenden!) Gruppe von Individuen hergestellt werden konnte. Im günstigsten Fall hätte Edwards also bislang ermittelt, dass Kosminski als Ripper aufgrund der mitochondrialen DNS in Betracht kommt.

Außerdem muss natürlich der ominöse Schal und seine Verbindung zu den Ereignisse 1888 überprüft werden. Man sollte hier anmerken, dass der Schal keinerwegs ein neuer Fund ist, sondern seit mehreren Jahrzehnten durch die "Ripper-Szene" geistert. Einige echte Kapazitäten auf dem Sektor messen ihm keinerlei Verbindung zum Fall zu. In der offiziellen Inventur der Polizei von Eddowes Besitztümern und von den Hinterlassenschaften am Tatort taucht der Schal nicht auf, und ob PC Amos Simpson jemals am Tatort war ist auch nicht belegt.
Diese Beweise müssten noch erbracht werden - von unabhängigen Forschern.

Hinzu kommt, dass eben weiteren Fakten der Ripper-Morde mit Kosminskis Täterschaft in Einklang gebracht werden müssten. Auch dies ist bislang unterbleiben, zuviele Fragen bleiben offen. Manche Spekulationen des Autors (z.B. dass das Blumenuster auf dem Schal einen subtilen Hinweis des Täters auf den nächsten Ripper-Mord enthalten könnte) erschienen weiterhin ziemlich weit hergeholt. Hier müsste also ebenfalls noch geforscht werden.

Solange all dies nicht geschehen ist ist die hier aufgestellte Theorie eben auch nur eine Theorie, durchaus plausibler als zahlreiche Andere, aber eben auch nicht mehr.

Alles in allem: NAMING JACK THE RIPPER ist als ein durchaus persönlich verfasster Bericht sicherlich für alle am Fall Interessierten lesenswert und bietet eine durchaus vielversprechende Spur an - aber bislang ist es auch nur eine Spur und keinesfalls das, was der Autor im Vorfeld behauptet, nämlich ein unumstößlicher Beweis, hierzu bleiben zuviele Fragen offen.

Von mir gibts knappe vier Sterne.


Die Hyperion-Gesänge: Zwei Romane in einem Band
Die Hyperion-Gesänge: Zwei Romane in einem Band
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Ich liebe dieses Buch, 9. September 2014
Machen wir es kurz:

Ich liebe dieses Buch!

Seitdem ich Simmons' HYPERION GESÄNGE erstmals 2001 las kehre ich immer wieder zu diesem Meisterwerk zurück, und ich komme nicht umhin es als eines der besten SF-Bücher zu bezeichnen, welche mir in den nunmehr mehreren Jahrzehnten als SF-Leser untergekommen sind. Sicherlich, dies ist eine sehr subjektive Wahrnehmung, aber ich denke, dass in Punkto Story, Worldbuilding, literarischem Anspruch und ganz einfach schriftstellerischen Können hier wirklich Großes geschaffen wurde.

Was macht die HYPERION GESÄNGE so stark? Meiner Ansicht nach die Vielschichtigkeit - dieses Buch ist enorm facettenreich. Durch den im ersten Teil gewählten Aufbau mit den Geschichten der einzelnen Pilgerer finden sich Passagen von Space Opera, Cyberpunk, Detektivgeschichte, Romanze, Military SF und Mystizismus, welche sich zu einem faszinierenden Ganzen zusammenfügen. Die einzelnen Passagen unterscheiden sich sowohl in der Gangart wie auch im Schreibstil sehr, das Buch ist dadurch immer abwechslungsreich und überraschend. Gleichzeitig ist dieses Buch voller lietrarischer Anspielungen (nicht nur, aber besonders auf Chaucer und Keats) und stellt den Leser vor interessante Gedankenspiele und moralische Fragen.

Außerdem: der von Simmons entworfene Hintergrund überzeugt durch gutes Worldbuilding und ist ein wahres Fest für SF-Fans und natürlich, nicht zuletzt, Simmons schreibt einfach grandios, seine Schilderungen sind mitreißend und reinstes Kopfkino.

Insofern kann ich mich wirklich kurz fassen - wenn es ein Buch gibt, welches ich jedem SF-Fan unbedingt empfehlen möchte, sind es Dan Simmons' HYPERION GESÄNGE. Für mich eines der absoluten Highlights dieses Genres.


Columbine (English Edition)
Columbine (English Edition)
Preis: EUR 6,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lesenswert, aber dennoch mit Vorsicht zu betrachten, 9. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Columbine (English Edition) (Kindle Edition)
Dave Cullen darf sicherlich als Kenner der Materie um den fürchterlichen Amoklauf an der Columbine-High-School 1999 gelten, und ein hier vorliegendes Buch COLUMBINE hat sich einen Ruf als Standartwerk zum Thema erworben.

Ohne Frage ist COLUMBINE gut recherchiert, gut geschrieben und kann mit einer beeindruckenden Menge an Fakten aufwarten. Cullen hat zweifellos gründliche Arbeit betrieben, und er versteht es durchaus, das Resultat dieser Arbeit in ein lesenwertes Buch zu fassen.

Dennoch gilt es, etwas vorsichtig zu sein - Cullen wurde in der Vergangenheit oft kritisiert, dass er es sich in diesem Buch mit der Erklärung der Umstände der Tat sehr leicht macht. Die von Cullen vorgelegte These, das Eric Harris ein lupenreiner Psychopath und Dylan Klebold ein labiler, depressiver Mitläufer war macht natürlich die Erklärung des letztlich Unerklärlichen einfach... deswegen muss sie aber nicht stimmen. Durchaus gewichtige Indizien, welche gegen diese Theorie sprechen, werden von Cullen leider ignoriert, und man muss befürchten, dass die Wahrheit hinter diesem Verbrechen nicht ganz so gradlinig ist wie Cullen sie letztlich beschreibt.

Außerdem darf nicht verschwiegen werden, dass Cullen bei aller Recherche auch mitunter auf reine Spekulation angewiesen war - leider sind diese Passagen nicht eindeutig gekennzeichnet, was mitunter die Lektüre etwas erschwert und auch ein irreführendes Bild erzeugen kann. Manche von Cullen geschilderten Ereignisse sind pure Spekulation, meinetwegen sind sie auch plausibel, aber das ändert nichts daran, dass sie letztlich der Vorstellung des Autors entspringen, welche wiederrum ein ziemlich vorbelastetes Bild von den Ereignissen um die Vorfälle hat.

Alles in allem: COLUMBINE ist fraglos für alle an diesem geschehen Intereesierten Leser empfehlenswert, es ist aber dennoch letztlich nur eine Sichtweise von mehreren Möglichkeiten. Der Autor macht es sich meiner Ansicht nach in der Erklärung etwas zu einfach, und er begibt sich, um seine Theroie zu erhärten, mitunter auf arg spekulatives Terrain.


Between Two Worlds
Between Two Worlds
Preis: EUR 13,31

4.0 von 5 Sternen Wirklich gut - und sehr gut gealtert!, 8. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Between Two Worlds (Audio CD)
Im Jahr 2006 erwarb ich sehr gespannt BETWEEN TWO WORLDS, das bislang einzige Album der norwegischen All-Star-Band I, welche natürlich insbesondere durch die Tatsache, das niemand anders als Abbath von Immortal Gesang und Gitarre übernimmt, bekannt wurde. Das Album gefiel mir auf Anhieb wirklich gut, und nun hörte ich BETWEEN TWO WORLDS vor einigen Tagen nochmal und musste feststellen, verdammte Axt, es ist auch mit etwas Distanz sehr stark.

Abbaths Hauptband Immortal hatten ja spätestens seit dem grandiosen "At The Heart Of Winter" immer eine deutliche Rock-Seite, und wie ja in zahlreichen Interviews bekannt wurde lieben die Köpfe von Immortal auch klassischen Hard Rock wie Motörhead oder Kiss. I sind nun irgendwie die Mischung aus Immortal und einer Rockband, Abbath singt klarer und rockiger, bleibt aber unverkennbar Abbath, und die Songs kommen sehr gradlinig zur Sache. Der Titel BETWEEN TWO WORLDS ist irgendwo Programm - auf der einen Seite der ziemlich brutale Metal von immortal, auf der anderen Seite dreckiger, speckiger und eingängiger Hard Rock, irgendwo zwischen diesen beiden Polen bewegt sich dieses Album... und verdammt nochmal, es macht einfach Laune und sorgt für akuten Bierdurst.

Highlights sind für mich schnell ausgemacht: der Opener "The Storm I Ride" ist ein echter Volltreffer, welcher nach voll aufgedrehten Boxen schreit... und das epische, Quorthon gewidmete "Far Beyond The Quiet" ist ein episches, erhabenes und archaisches Stück, welches mitunter sehr an Immortals "Beyond The Northern Waves" erinnert und ähnliche Gänsehaut erzeugt. Insgesmat ist aber zu sagen, dass das gesamte Material definitiv gut gelungen und zeitlos ist.

Alles in allem: BETWEEN TWO WORLDS war und ist ein sehr überzeugendes Album - Abbath und Co. zeigen, dass sie Rock N Roll lieben und zelebrieren ihn mit echter Leidenschaft, Können und Hingabe.


Die Gateway-Trilogie: Mit einem Vorwort von Terry Bisson
Die Gateway-Trilogie: Mit einem Vorwort von Terry Bisson
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen GATEWAY ist in Ordnung - aber nichts Besonderes, 8. September 2014
Mit dem etwas inflationär benutzten Wort "Klassiker" sollte man etwas behutsam umgehen - zweifellos ist Pohl GATEWAY-Trilogie bekannt und populär, aber sie gehört meiner Ansicht nach weder zu den wirklichen Meisterwerken der SF noch zum Besten, was Frederik Pohl jemals geschrieben hätte (seine Kurzgeschichten finde ich z.B. mitunter wesentlich packender).

Ohne Frage liest sich GATEWAY zumindest in Band 1 und 2 kurzweilig und recht originell - aber so wirklich wollte bei mir auch beim erneuten Lesen nicht der funke überspringen. Ich habe beim lesen stets das Gefühl gehabt, das man hieraus noch viel mehr hätte machen können, zumal die gesamte Geschichte um die Prospektoren, die in quasi ferngesteuerten Raumschiffen blind durch die Galaxis fliegen, irgendwie ziemlich eindimensional wirkt. Auch ist GATEWAY ein Roman, dessen Protagonisten nicht wirklich im Gedächtnis bleiben. Die HAndlung ist definitiv OK, aber man fragt sich mitunter ein bisschen, worauf der Autor eigentlich herauswill - mitunter liest sich GATEWAY ziemlich richtungslos und beliebig.

Alles in allem: keine Frage, ein SF-Fan kann GATEWAY ruhig in seine Sammlung stellen und beizeiten lesen. Einen wirklichen Meilenstein, ein Meisterwerk oder einen Klassiker vermochte ich hierin nicht zu erkennen - und auch nicht das wichtigste oder beste Werk von Frederik Pohl.


Die Saga der Sieben Sonnen 01. Das Imperium
Die Saga der Sieben Sonnen 01. Das Imperium
von Kevin J. Anderson
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Solides Mittelmaß, 8. September 2014
DAS IMPERIUM, also der Auftakt von Kevin J. Andersons "Saga der Sieben Sonnen"-Zyklus ist in meinen Augen ganz klar eines: solides Mittelmaß.

Anderson kann ohne Frage gut und flüssig schreiben, und das er ein Händchen für Space Opera hat konnte er ja auch vor DAS IMPERIUM gut unter Beweis stellen. Das Setting ist auch recht plastisch beschrieben, die Charaktere sind ganz interessnat, und wenn das Buch erst einmal in Gang gekommen ist kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Wer also zeitgemäße Space Opera mag sollte hier prinzipiell auf seine Kosten kommen.

Dennoch hat DAS IMPERIUM auch unverkennbare Schwächen. Zunächst einmal ist die Story nicht allzu originell. Versierte SF-Leser können sich sehr schnell zusammenreimen, wie sich die gesamte Handlung entwickelt, große Überraschungen gibt es in diesem ersten Band eigendlich keine, und einen Originalitätspreis bekommt Anderson hierfür wohl auch nicht. Außerdemhat das Buch ind er Anfangsphase unübersehbare Längen, das Ganze braucht definitiv etwas, bis es mal in Fahrt kommt.

Hinzu kommt, dass ich diese deutsche Übersetzung nicht so ganz gelungen finde, manche Schilderungen wirken einfach holprig - da ich Anderson auch schon im Original gelesen habe bezweifele ich, dass dies sein Fehler ist, sondern sich wohl bei der Übersetzung eingeschlichen hat.

Nein, schlecht ist DAS IMPERIUM keinesfalls - sondern einfach solides Mittelmaß und ein durchaus passabler Auftakt. Wer SF mit starkem Space Opera Einschlag mag kann hier ruhig zuschlagen, Andersons Highlight ist dieses Buch aber nun nicht.


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