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Parsec
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   

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Fifty Years A Hooker (English Edition)
Fifty Years A Hooker (English Edition)
Preis: EUR 9,26

4.0 von 5 Sternen Ein Meister der Selbstinszenierung - und ein ziemlich unterhaltsamer dazu!, 26. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Wichtigste vorab: man kann Frank Mundus finden wie man will, aber es dürfte über zwei Punkte weitgehend Einigkeit herrschen: erstens, dass dieser Mann ein echtes Original war, und zweitens, dass es sich bei ihm um einen definitiven Meister der Selbstinszenierung handelt. Mundus hat somit in meinen Augen interessante Parallelen zu anderen (amerikanischen) Mediengestalten wie R. Lee Ermey, Mr. T oder Hugh Hefner. In Punkto Selbstinszenierung macht diesen Herren Niemand was vor.

Mundus nun hat natürlich den mühsam aufgebauten Ruf des "wahnsinnigen Monster-Man" zu verteidigen, der in den Augen vieler Zeitgenossen völlig verrückt war, mit seinem Boot die übelsten Fische des Ozean zur Strecke brachte, die grösster Fänge heimbrachte und der natürlich die wichtigste Inspiration für "Quint" aus Jaws war... und zumindest in seinen Augen den Welterfolg von "Jaws" für Peter Benchley und später Steven Spielberg erst ermöglicht hat.

Man sieht - an Selbstbewusstsein mangelte es Mundus keineswegs. Allerdings sei auch immer wieder klargestellt, das in seinem Business auch Klappern zum Handwerk gehört... einen bescheidenen "Monster-Man" hätte wohl keiner registriert.

Wie nicht anders zu erwarten liest sich 50 YEARS A HOOKER durchaus unterhaltsam - Mundus wusste durchaus, welche Stories man von ihm lesen will, und die liefert er definitiv ab... wobei er natürlich viel über die Haijagd und insbesondere die Jagd auf weisse Haie schreibt, eben die Sachen, mit denen er berühmt wurde.

Eines fällt bei der Lektüre sofort auf: egal wie sehr Mundus auf durchgeknallter Seemann machte, man merkt, dass dieser Mann durch und durch Medienprofi war. Er kann unterhaltsam erzählen, er setzt seine Pointen richtig, und er versteht es, immer wieder anzuecken, ohne sich dabei zu sehr ins Abseits zu stellen, und er kann sich aus dem Fenster lehnen, ohne es völlig zu übertreiben - im Prinzip schreibt und redet er also so, wie man es von ihm erwarten kann.

Seine unter heutigen Gesichtspunkten und natürlich unter heutigen Umweltschutzaspekten gerade in jungen Jahren völlig unhaltbare, katastrophale Einstellung zur Haijagd hat Frank Mundus wie fairerweise eingeräumt werden muss in seinen letzten Lebensjahren ja durchaus revidiert und sich mehrfach für den Schutz dieser Tiere ausgesprochen. Mundus betont in seinem Buch aber auch, das Finning, Langleinenfang und Schleppnetze tagtäglich mehr Schaden an der Haipopulation anrichten als er es zu seinen schlimmsten Zeiten in Jahrtausenden geschafft hätte. In den 70ern und 80ern wusste man Vieles nicht besser, und Mundus gibt unumwunden zu, sich über das Thema "sind Haie vom Aussterben bedroht?" lange Jahre nie einen Gedanken gemacht zu haben... in späteren Jahren sah er dies glücklicherweise wesentlich kritischer und beurteilte auch sein eigenes Verhalten differenzierter.

Interessant ist, das Mundus in seinem Buch mit vielen Haimythen im Vorbeigehen aufräumt. Die von Haien auf Menschen ausgehende Gefahr hat er auch schon vor "Jaws" für grotesk übertrieben gehalten und einenso genannten Fressrausch bei Haien hat gerade er (!) auch noch nie gesehen. Das Verhalten von Haien wird von Mundus ebenfalls immer wieder angesprochen.

Wiedersprechen muss man allerdings Mundus, wenn er meint, das Peter Gimbel (ganz ohne Frage ein Pionier auf dem Gebiet) als erster ungeschützt mit Haien tauchte. Hier hat beispielsweise Hans Hass so etwas knapp 30 Jahre vorher gemacht.

Wie dem auch sei: Mundus verstand es, seine Gäste zu unterhalten, und das gelingt ihm auch mit seinen Lesern. Ich bin in Vielem nicht einer Meinung mit Mundus und freue mich sehr, dass er in seinen letzten Lebensjahren die Haie in Schutz nehmen wollte... was er davor machte ist dann doch sehr grenzwertig. Alle, denen wie mir der Schutz der Haie am Herzen liegt dürfen insofern froh sein, dass Frank Mundus zumindest in seinen letzten Lebensjahren seinen Namen dafür verwendete, den Ruf der Haie zu verbessern, ihre auf den Menschen ausgehende, völlig übertriebene Gefahr zu relativieren und auf die akute Bedrohung vieler Haibestände hingeweisen hat. Man darf davon ausgehen, dass Mundus einige Leute erreichte, denen solche Themen ansonsten völlig schnuppe gewesen wären.

Die Biographie von Mundus liest sich dennoch definitiv unterhaltsam. Von mir gibts knappe vier Sterne!


Der rostige Pfad Gottes: Ein Abenteuerband für Gammaslayers
Der rostige Pfad Gottes: Ein Abenteuerband für Gammaslayers
von Stefan Bushuven
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen So macht die Apokalypse richtig Spaß!, 26. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn das nicht mal ein grandioses Preis-Leistungsverhältnis ist... für annähernd den Preis eines Taschenbuchs wird bei DER ROSTIGE PFAD GOTTES ein sehr schönes, umfangreiches und abwechslungsreiches Abenteuer für das ohnehin sehr starke postapokalyptische Rollenspiel "Gammaslayers" geboten.

Damit nicht genug: DER ROSTIGE PFAD GOTTES enthält auch noch zahlreiche Aufhänger für Nebenabenteuer, Handouts und viele Hintergrundinfos über das "offizielle" Gammaslayers-Setting. Mit diesem Buch sollten also problemlos eine stattliche Anzahl von Gammaslayers-Sitzungen zu bestreiten sein... schön das es derartig käuferfreundliche Produkte heutzutage auf dem Rollenspielmarkt noch gibt. Mehr Material ist für unter 15 Euro eigentlich kaum vorzulegen.

Aus naheliegenden Gründen werde ich mich hier nicht über den Inhalt von DER ROSTIGE PFAD GOTTES verbreiten. Gesagt sei aber, das dieses Abenteuer viel Action, Geheimnisse, Abwechslung und Gelegenheit zum Rollenspiel bietet, und das natürlich auch sehr unterschiedliche, bemerkenswerte und schräge Lokalitäten des Gammaslayers-Setting Schauplätze sind.

Schön ist auch, dass DER ROSTIGE PFAD GOTTES schlichtweg sehr gut zum häufig augenzwinkernden und cinematischen Flair von Gammaslayers passt, wo prinzipiel erstmal Alles möglich ist und die Endzeit einen starken Fantasy-Einschlag hat... Gammaslayers ist halt eher "Maddrax", "Rifts" oder "Gamma World" als meinetwegen "The Day After", "The Road" oder "Twilight: 2000", was spielerisch auch Sinn macht. DER ROSTIGE PFAND GOTTES trägt dieser Ausrichtung gut Rechnung, inklusive einiger durchgeknallter, aber eben einfach stimmiger Ideen.

Alles in allem: wer Gammaslayers mag (oder natürlich Inspiration für ähnlich gelagerte Rollenspiele sucht) kommt eigentlich um diesen Abenteuerband kaum herum. Hier wird Spielern und dem Spielleiter definitiv viel geboten, und das zu einem grandiosen Preis.


Mammoth Book of Shark Attacks
Mammoth Book of Shark Attacks
von Alex MacCormick
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,70

2.0 von 5 Sternen Verzichtbar, 22. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Mammoth Book of Shark Attacks (Taschenbuch)
Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: das MAMMOTH BOOK OF SHARK ATTACKS besteht zu 95% aus einer wortwörtlichen Darstellung von Zeitungsmeldungen über Haiangriffe. Nicht mehr und nicht weniger.

Wer erwartet, hier eine wirkliche Analyse der bekanntesten Fälle zu lesen wird mehr als enttäuscht werden - in aller Regel ist einfach ein Artikel aus einer lokalen Zeitung zum Angriff wiedergegeben, immer wieder mit all den wirren Spekulationen und verdrehten Ansichten über Haie, welche Zeitungsmeldungen über Haie (gerade in den 50ern, 60ern, 70ern) häufig hatten.

Viele der Fälle hätten sicherlich aufgrund ihrer Bekanntheit eine richtige Analyse in diesem Buch verdient, aber hier schweigt man sich gerne aus.

Im Endeffekt kann man die meisten Meldungen auch über Google einfach abrufen - große Eigeninitiative haben die Autoren in diesem Buch nicht entwickelt, die paar enthaltenen Illustrationen sind verzichtbar, und der an Haien interessierte Leser dürfte hier nicht viel neues erfahren. Das manche besonders aufsehenerregende / notorische Fälle dann auch noch fehlen (z.B. der tödliche Angriff auf Robert Pamperin, La Jolla 1959) macht die gesamte Darstellung dann auch noch unvollständig.

Insgesamt ein wirklich verzichtbares Buch.


Zwei vom alten Schlag
Zwei vom alten Schlag
DVD ~ Sylvester Stallone
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Harte Jungs jenseits der 60, 21. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Zwei vom alten Schlag (DVD)
ZWEI VOM ALTEN SCHLAG it eine sehr unterhaltsame Mischung aus Drama und Kommödie - getragen unter anderem von Sylvester Stallone und Robert De Niro, welche in ihren Rollen definitiv für viel Entertainment, emotionale Momente und Lacher sorgen.

Was den Film sehens- und liebenswert macht ist die hohe Selbstironie, mit der zu Werke gegangen wird. Nicht nur, dass sich einige Zitate auf Filme der beiden Hauptdarsteller finden (insbesondere deutliche Gags in Richtung "Rocky"), De Niro und Stallone geben ihre Rollen immer sehr augenzwinkernd und mit treffsicheren Sprüchen - welche im englischen Original noch um einiges ulkiger sind. Gleichzeitig hat der Film den Schuss Komik, den auch "Expendables" auszeichnete, eben ein Film, in dem gealterte Actionstars noch mal einen auf hart machen. Selbstverständlich ist ZWEI VOM ALTEN SCHLAG keine reine Komödie und hat auch definitiv ernste Momente - und genau diese Mischung ist es, welche den Film in meinen Augen sehenswert macht.

Ohne Frage ist die Handlung dieses Films reichlich vorhersehbar, mitunter kitschig und (natürlich!) alles andere als realistisch, aber sie funktioniert gut und wird auch durch die guten Nebenrollen schön getragen. Schlechter besetzt oder schlechter gespielt hätte dieser Film meiner Ansicht nach wirklich kompletter Mist sein können, so ist ZWEI VOM ALTEN SCHLAG aber gelungen und sehr unterhaltsam.
Der Höhepunkt des Films ist in meinen Augen Alan Arkin, der in seiner Rolle des wahrhaft steinalten Box-Coach "Lightning" für eine wirklich ulkige Szenen sorgt.

Alles in allem ist ZWEI VOM ALTEN SCHLAG ein Film, welcher vielleicht nicht weltbewegend ist, der mich aber dennoch positiv überrascht hat und bei welchem Entertainment garantiert sein sollte.


Sexual Harassment
Sexual Harassment
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Passt!, 21. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Sexual Harassment (Audio CD)
Wenn sich eine ehemalige Kultband wie TURBONEGRO nach einigen Jahren der Abstinenz wieder zusammentut und dann auch noch mit einem neuen (und völlig anders klingenden) Sänger ein weiteres Album einspielt darf man skeptisch sein... es gibt einfach genug Beispiele in der Geschichte des Rock n Roll, bei denen dies achtkantig in die Hose ging.

Angesichts dessen schlägt sich SEXUAL HARASSMENT mehr als achtbar - sicherlich ist es kein Album, welches "Apocalypse Dudes" oder "Ass Cobra" den Rang ablaufen kann (was aber auch anno 2013 wohl keiner ernsthaft erwartet hat), aber das Album rockt amtlich nach vorne und das neue Material macht schlichtweg Spaß, sorgt für Bierdurst und geht sofort ins Ohr.
Der neue Sänger Tony Sylvester kann auch durch die Bank überzeugen, hier steht keine Hank Von Helvete Klon hinterm Mikro, sondern jemand, der viel Power in der Stimme vorweisen kann und es gar nicht nötig hat, seinen berühmt-berüchtigten Vorgänger 1:1 zu kopieren. Sylvester singt roher und aggressiver als man es auf den letzten Alben von Hank gehört hat, und er sorgt für ordentlich Druck und Rock n Roll.

Fand ich SEXUAL HARASSMENT bei den ersten Durchläufen noch "nett, aber nix Besonderes" muss ich gestehen, dass dieses Album mit der Zeit definitiv wächst und mich mittlerweile voll überzeugt hat. Ja, der Kult, den TURBONEGRO meinetwegen 1998 hatten ist natürlich nicht mehr zu reproduzieren (aber wie gesagt: etwas anderes zu erwarten wäre hochgradig naiv, und hier sind TURBONEGRO in bester Gesellschaft), aber solange diese Band sich wie hier auf ihre Kernkompetenz besinnt und eben straighten, dreckigen Rock mit Ohrwurmmelodien schreibt, freue ich mich auf weitere Alben.

Im Stile von SEXUAL HARASSMENT können die Jungs gerne weitermachen! PASST!


Kosmos 692230 - Norderwind, Brettspiel
Kosmos 692230 - Norderwind, Brettspiel
Preis: EUR 31,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Allein auf rauer See, 15. Juni 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ein neues Brettspiel von Klaus Teuber – das macht natürlich neugierig. Mit NORDERWIND hat der Spieldesigner, der mit "Die Siedler Von Catan“ eines der populärsten Bettspiele der letzten Jahrzehnte schuf, ein Spiel vorgelegt, in welchem bis zu vier Spieler in die Rolle von wagemutigen Kapitänen schlüpfen. Es gilt, sein eigenes Schiff auszurüsten, mit Mannschaft und Gütern zu bestücken und Inseln anzulaufen, um dort gegen klingende Münze Handel zu treiben und diverse Aufträge zu erfüllen. Das sich Piraten in diesen Gewässern herumtreiben, die natürlich nichts lieber tun würden, als das eigene Handelsschiff aufzubringen, macht den Job der Kapitäne nicht einfacher.

NORDERWIND ist eines der Spiele, bei denen eine originelle und imposante Aufmachung sofort Lust macht, eine Runde zu wagen. Schließlich hat jeder Spieler ein sehr schön gemachtes, voll dreidimensionales Modell seines Schiffs vor sich, auf welchem Handelswaren, Mannschaft und zusätzliche Ausrüstung platziert werden können. Obwohl man dieses Schiffsmodell nur vor sich stehen hat und im Spiel nicht bewegt (NORDERWIND spielt sich mit Karten und hat keinen Spielplan) sieht es einfach schön aus und sorgt gleich für eine entsprechende Atmosphäre.

Nachdem das Modell zusammengebaut ist kann man gemeinsam in See stechen – und hier zeigt sich dann, wie sich NORDERWIND spielt.

In Vielem erinnert die Grundmechanik ein bisschen an Spiele wie "Galaxy Trucker“ (allerdings ohen die diesem Spiel innewohnende Hektik) – zu den drei Zielhäfen gehören Kartenstapel, die man nach und nach abzuarbeiten hat, wenn man sich dem Ziel nähert. Jede Karte definiert ein Ereignis, z.B. ein Wrack, welches dem Kapitän der es untersucht Gold bringt, ein Händler, bei welchem man waren kaufen oder (mit Gewinn, versteht sich) verkaufen kann oder ein Piratenüberfall. Sobald das Ziel erreicht wurde wird der Kartenstapel neu gemischt, was bedeutet: während man zu Beginn die einzelnen Stapel nur erforschen kann, kann man bei fortschreitendem Spiel die einzelnen Stapel (also Seegebiete) viel selektiver auswählen: nach und nach weis man, welche Karten in welchem Stapel sind, und kann sein Route entsprechend planen. Ein gutes Gedächtnis lohnt sich bei NORDERWIND definitiv. Gewinner ist, wer zuerst eine Anzahl von Siegpunkten einheimsen konnte. Hierzu muss man in den Zielhäfen Aufträge erfüllen, also in ihrem Umfang und ihrer Reihenfolge fest vorgegebene Kombinationen von Handelsgütern dort abliefern.

Prinzipiell spielt sich NORDERWIND flott und leicht verständlich – die sehr schönen Komponenten sorgen für entsprechende Atmosphäre, die Regeln sind gradlinig und klar, und irgendwelche Unklarheiten treten keine auf. NORDERWIND ist dabei nicht allzu regellastig und ein Spiel, in welches Jung und Alt schnell hereinfinden.

Allerdings zeigte sich während des Spiels leider auch, dass NORDERWIND drei deutliche Mankos hat, ohne die es wesentlich (!) besser wäre: erstens ist schnell offensichtlich, dass es ziemlich an Optionen mangelt – große Entscheidungen muss man eigentlich keine treffen. Zweitens ist die Spielerinteraktion sehr gering, wirklich miteinander spielt man dieses Spiel eigentlich nicht, und die Aktionen der anderen Spieler beeinflussen die eigenen Aktionen nur selten und eher mittelbar. Drittens kommt noch hinzu, dass NORDERWIND häufig sehr vom Zufall dominiert wird.

Was die fehlenden Optionen angeht: das Treffen von Entscheidungen ist dem Spieler in den meisten Fällen abgenommen. Die Schiffe kann man nur in eine Richtung aufrüsten, man muss eigentlich keinerlei Abwägungen treffen - keines der "Upgrades" hat irgendwelche Nachteile. Mannschaftsmitglieder, welche auf gewisse Aktionen einen Bonus geben, kann man jeweils nur einmal an Bord haben (und einen Nachteil hat auch deren Anwesenheit nicht), der Laderaum ist bei jedem Spieler gleich groß und kann nicht erweitert werden, und bei der Anzahl der Kanonen gilt einfach "je mehr desto besser“. Man kann also sein Schiff kaum individualisieren oder auch verschiedene Konfigurationen ausprobieren, sondern lediglich ein paar für alle Spieler exakt gleiche und exakt gleichteure Boni kaufen.
Gleiches gilt sinngemäß eigentlich auch für die Aktionen, welche im Kartenstapel lauern – anders als z.B. beim bereits genannten „Galaxy Trucker“ muss man auch hier selten abwägen, ob man eine Aktion nun macht oder nicht, die Wahl ist eigentlich stets ziemlich offensichtlich. Das, was ein Spiel häufig spannend macht, nämlich das Treffen von Entscheidungen (sprich: "Taktik"), bleibt ziemlich auf der Strecke.

Das zweite Manko, die fehlende Interaktion, schlägt für mich ebenfalls negativ zu Buche: NORDERWIND spielt prinzipiell jeder für sich. Man kann kaum interagieren und weder kooperieren noch sich in die Quere kommen, und gegen einen einmal deutlich in Führung liegenden Spieler kann eigentlich kaum etwas unternommen werden. Letztlich gibt’s nur wenig Momente, an denen die Spieler im Zug eines anderen irgendetwas machen können, hauptsächlich dann, wenn sie mit Einsatz eines "Handelsbriefes“ auch Waren bei einem Händler erwerben können, mit dem der aktive Spieler gerade gehandelt hat.

Das dritte Manko von NORDERWIND, nämlich der dem System innewohnende Zufallsfaktor, ist schließlich zwar nicht zu leugnen, aber noch verschmerzbar. Miunter erzeugt NORDERWIND etwas frustrierende Situationen und hängt öfter mal vom puren Glück ab - in Verbindung mit den fehlenden Optionen (siehe oben) wird auch hierdurch das Finden einer funktionierenden Taktik ziemlich sekundär.

Unterm Strich macht mir NORDERWIND die Beurteilung nicht leicht – man wird beim Spiel das Gefühl nicht los, dass hier eigentlich ein sehr schönes und stimmungsvolles Spiel vorliegen könnte, wenn es nur ein bisschen ausgefeilter wäre und wenn man es ein klein wenig komplexer gemacht hätte. NORDERWIND macht den Eindruck, als wäre es sehr "auf Nummer sicher" designt worden, die enthaltenen Regeln und Spielmechanismen sind solide und gut durchdacht, man vermisst aber schlichtweg Einiges.
Das es nur wenige Optionen gibt und die Spielerinteraktion häufig minimal ist dämpft den Spielspaß merklich. Ich bin mir sicher, dass dieses Spiel um Welten besser wäre, wenn man mehr miteinander machen könnte (z.B. untereinander handeln, sich angreifen, eventuell auch gegen gemeinsame Gegner wie Piraten kooperieren) und natürlich wenn Entscheidungen besser abgewogen werden müssten (z.B. beim Ausbau des Schiffes), man daher auch mehr verschiedene Strategien ausloten könnte. All diese Elemente ließen sich, wie andere Spiele ja beweisen, durchaus einbauen, ohne das aus NORDERWIND ein Regelmonstrum würde.

Positiv ist natürlich das solide Spielsystem als solches zu nennen, und natürlich die sehr schöne Aufmachung. Für eine kurzweilige Runde taugt NORDERWIND alle Male, und es macht gerade am Anfang definitiv Spaß.

Meine Beurteilung muss ich daher etwas differenzieren: für Vielspieler und Strategiefreunde würde ich eher 2 Sterne geben, auch relativ für ein Familienspiel bietet NORDERWIND angesichts der großen Konkurrenz ganz einfach zu wenig und wäre mit ein paar Verbesserungen sofort deutlich interessanter. Gelegenheitsspieler und Familien kann NORDERWIND andererseits prinzipiell durchaus empfohlen werden, das Spiel spielt sich für Jedermann flott, sieht schön aus und artet nicht in große Arbeit aus, hier würde ich 4 Sterne geben.

Insgesamt lande ich so bei vermittelnden 3 Sternen – NORDERWIND ist beileibe kein schlechtes Spiel, bleibt aber hinter den Möglichkeiten zurück.


Pegasus 54550G - Time'n'Space (deutsch/englische Ausgabe)
Pegasus 54550G - Time'n'Space (deutsch/englische Ausgabe)
Preis: EUR 18,28

4.0 von 5 Sternen Ein extrem innovatives Spielerlebnis, 12. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Man kann TIME N SPACE mit einem Attribut prima umreissen: innovativ.

Egal wie man dieses Spiel findet, ich denke, Jeder wird einräumen, das hier ein Brettspiel vorliegt, welches mit sehr orginellen, innovativen Mechaniken punkten kann. Sicherlich ist es ungewöhnlichen Designideen häufig zu eigen, etwas zu polarisieren... und ich persönlich bin davon überzeugt, das auch TIME N SPACE ein Spiel ist, was zwar an den Spiletischen guten Erfolg haben wird, mit welchem vermutlich nicht jeder warm wird - eine Tatsache, die ich aber wesentlich spannender finde, als wenn hier meinetwegen die xte "Risiko"-Variante vorliegen würde.

Worum gehts? TIME N SPACE ist ein Weltraumhandelsspiel. Jeder Spieler kontrolliert hier eine zu einem Planeten gehörende Raumstation, von welcher aus er mit den Stationen der anderen Spieler Handel treibt. Sieger ist derjenige, welcher nach Ende der Spielzeit (siehe unten) die meisten Handelsaufträge erfüllen konnte. Im Spiel steht daher jeder vor der Aufgabe, Handelsgüter zu produzieren, Aufträge zu platzieren, die eigene Basis auf- und auszubauen sowie natürlich die Handelsaufträge der Mitspieler einzuheimsen.

Soweit - so gut. Der Clou ist aber, das dieses Spiel in Echtzeit abläuft. Jede Partie dauert exakt 30 Minuten (optional und sehr stimmungsvoll durch einen gratis herunterladbaren SF-Soundtrack inklusive Countdowns untermalt), Runden gibt es im herkömmlichen Sinn überhaupt nicht. Jeder Spieler ist permanent und gleichzeitig am Zug... und dies wird mit Sanduhren simuliert, von denen jeder Spieler zwei hat. Mit diesen Sanduhren plant jeder Spieler seine Aktionen, sobald die jeweilige Uhr nach 60 Sekunden durchgelaufen ist kann die Aktion durchgeführt werden. Das richtige Timing und die sinnvolle Planung der zur Verfügung stehenden Zeit sind also essentiell.

Was etwas seltsam klingt sorgt für enormen Entscheidungsdruck am Spieltisch... sind in den ersten Minuten die Aktionen noch naheliegend wird es schnell immer komplexer und hektischer, und ein kühler Kopf mit gutem Blick auf eine langfristige Strategie ist unerlässlich. TIME N SPACE ist ein Spiel um Ressourcenmanagement, und die wichtigste Ressource ist schlichtweg hier Zeit - und die will klug eingesetzt werden, denn mit blindem Aktionismus ist bei TIME N SPACE kein Blumentopf zu gewinnen.

Die Spielerinteraktion ist ebenfalls unerlässlich - man muss absprechen, welche Güter wo gehandelt werden und clever die Absprachen anderer im Auge behalten. Wenn mal erstmal hinter den Dreh gekommen ist wird TIME N SPACE durchaus interaktiv, während die erste Partie bei uns eher im Solospiel ablief. Schön wäre es, wenn mehr als vier Mitspieler teilnehmen könnten, vier ist aber die maximale Zahl. Zu dritt ist TIME N SPACE zwar spielbar, der wirkliche Schwung kommt aber zu viert erst auf.

Die Regeln sind soweit gut und verständlich geschildert, aufgrund der ungewöhnlichen Mechanismen, welche im Detail nicht alle leicht durchschaut sind würde ich hier zum Regelstudium begleitend diverse im Netz befindliche Tutorial-Videos empfehlen.

Mein Fazit: ein sehr innovatives und originelles Spiel - TIME N SPACE ist vermutlich nicht jedermanns Sache, aber einfach mal was ganz anderes, und ein Spiel, welches mir sehr gefallen hat.

Von mir gibts vier Sterne mit Tendenz nach oben!


Cyberpunk
Cyberpunk
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 14,90

3.0 von 5 Sternen Keine Sensation - aber auch kein Rohrkrepierer, 10. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cyberpunk (Audio CD)
CYBERPUNK von BILLY IDOL ist ein Album, zu welchem ich auch nach 20 Jahren keinen rechten Zugang finden kann. Sicherlich bietet dieses Album einige interessante Abweichungen von seinem typischen Sound und auch ein paar gute Songs, aber dennoch wirkt das Gesamtresultat etwas halbgar und mitunter ziemlich fade.

Vielleicht lag es auch am Timing: 1993 war das Wort "Cyberpunk", wie ich mich lebhaft erinnere, vorübergehend ziemlich ausgelutscht... die erste Cyberpunk-Welle in der SF war bereits abgeebt, viele Bands hatten Alben um die Thematik vorgelegt (u.a. Cassandra Complex, Frontline Assembly und natürlich Sigue Sigue Sputnik) und es gab einen ganzen Schwung an entsprechenden Spielen (u.a. Cyberpunk 2013, Shadowrun, Cyberspace).
Kurz und gut: "Cyberpunk" klang 1993 als Schlagwort und Album-Konzept längst nicht mehr so cool wie es z.B. 1990 der Fall gewesen wäre, und es wirkte einfach alles etwas bemüht, als BILLY IDOL ein Album mit dem Namen CYBERPUNK ankündigte, und Songtitel wie "Neuromancer" und "Heroin" taten diesem Eindruck keinen Abbruch. Visionär wirkte das Konzept des Albums auch 1993 auf mich nicht, sondern eigentlich ziemlich vorhersehbar.

Musikalisch klang das Album dann ebenfalls etwas bemüht - ein tuckernder Drumcomputer, ein paar Technoeinsprengsel und ein paar Samples wirkten auch 1993 nicht unerhört neu und erzeugen weder ein unbedingtes Cyberpunk-Feeling noch notwendigerweise gute Songs, zumal BILLY IDOL ja auch vorher durchaus elektronische und poppige Einflüsse in seiner Musik hatte.
Ohne Frage hat CYBERPUNK ein paar gute Stücke, insbesondere "Shock To The System" klingt sehr nach BILLY IDOL und geht auch anno 2014 noch gut ins Ohr bzw. Bein - hier ist natürlich ironisch, das der meiner Ansicht nach stärkste Song des ganzen Albums wie eine sehr (!) typische BILLY IDOL Hymne klingt, das Album ist also irgendwie in dem Moment am besten, an welchem sich der Künstler auf das verlässt, was er am besten kann (oder sich selbst kopiert, je nach dem wie man das sehen will). Aber auch "Neuromancer" oder "Concrete Kingdom" sind gelungen. Den guten Stücken dieses Albums stehen aber eine ganze Menge Titel gegenüber, die ich auch nach 20 Jahren einfach ziemlich belanglos oder fade finde. CYBERPUNK schwächelt einfach über die volle Distanz ein bisschen am Material, und mehr Power hätte diesem Album enorm genutzt.

Nein, "schlecht" im Sinne von "Müll" ist CYBERPUNK keinesfalls. Es hat durchaus seine Momente, ein visionäres Meisterwerk kann und konnte ich hierin allerdings auch nicht ausmachen - eher ein BILLY IDOL Album, welches schlichtweg nicht so stark ist wie seine Glanztaten, welches aber immer noch einige gute Songs enthält und ganz gut hörbar ist.

Alles in allem komme ich zu eher knappen 3 Sternen.


The Cost of Living (English Edition)
The Cost of Living (English Edition)
Preis: EUR 1,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starker Survival-Horror!, 8. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
David Moody gehört in meinen Augen ohne Frage zu den wichtigsten Horrorautoren der neuen Generation. Mit seinen reichlich apokalyptischen Serien "Hater" (dt.: "Im Wahn") und natürlich dem bereits vor dem grossen Zombie-Revival gestarteten "Autumn" (dt.: "Herbst") hat Moody in den letzten Jahren konstant packende, nachdenkliche und beängstigend realistisch geschriebene Werke vorgelegt, die mir definitiv unter die Haut gingen und bleibenden Eindruck hinterliessen.

Mit THE COST OF LIVING legt Moody eine Geschichte vor, welche ebenso wie "Autumn" im Genre der Zombiefiktion verortet ist... und wenn die THE COST OF LIVING definitiv in einem etwas anderen Hintergrund als "Autumn" spielt kann Moody hier wieder die Trademarks aufwarten, die für mich seine Bücher so bemerkenswert machen.
Im Zentrum von THE COST OF LIVING steht eine fünfköpfige Familie, welche sich zu Beginn einer Art Zombie-Epedemie in ihrem Wohnhaus verschanzt. Während draussen die Welt anscheinend von den Infizierten oder Untoten überrannt wird tut gerade Stuart, der Vater der Familie, alles, um seine Frau und die drei Kinder irgendwie über die Runden zu bringen. Mit der Zeit werden die Vorräte knapp, die Situation verschwommener und die Frage stellt sich, ob Stuart wirklich weis was er tut.

In diesem kurzen Buch zeigt David Moody wieder seine beiden wichtigsten schriftstellerischen Stärken: ein völlig apokalyptisches Szenario und sehr menschliche, glaubhafte Protagonisten. Die Charaktere und die Dialoge wirken einfach plastisch und realistisch, und die drei handelnden Personen Stuart, Gabby und der Sohn Nathan, aus deren Perspektive die einzelnen Kapitel geschildert sind, agieren und fühlen nachvollziehbar. THE COST OF LIVING ist bei aller Finsterniss und trotz Kämpfen und reichlich Konflikten auch eine Liebesgeschichte... es geht schliesslich auch darum, wie weit jemand bereit ist zu gehen, um die zu beschützen, die er liebt.

Mir hat THE COST OF LIVING daher ausgezeichnet gefallen - wer Lust auf eine apokalyptische Zombiegeschichte hat, wer Survival-Horror mag oder wer einfach Moodys anderes Werke schätzt wird hier auf seine Kosten kommen!


a-ha - Ending on a High Note: The Final Concert
a-ha - Ending on a High Note: The Final Concert
DVD ~ a-ha
Preis: EUR 14,78

3.0 von 5 Sternen Tolles Konzert, tolle Band, tolle Songs - aber die DVD klingt etwas kraftlos, 7. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das A-HA Popgeschichte geschrieben und in in ihrer fast 30 jährigen Karriere mit einem unverwechselbaren Stil eine große Anzahl echter Meisterwerke verfasst haben dürften nur wenige bestreiten - und mit ihrem letzten Konzert in Oslo schufen die Musiker für sich und die Fans ein schönes Finale.

An der Band, der Performance und natürlich den Titeln gibt es meiner Ansicht nach absolut nichts auszusetzen - die Band und das Publikum sind in Topform, die wichtigsten Tracks von A-HA sind allesamt drauf (das natürlich jeder Fan den einen oder anderen Song vermissen dürfte ist bei jedem Set unvermeidlich), und gerade in der Liveversion gewinnen viele Lieder noch mal. Im Grunde genommen kann man die Rezension hier also mit einer uneingeschränkten Kaufempfehlung beenden - wer A-HA mag kommt um diese DVD nicht herum.

Leider muss ich nach diesem ersten und uneingeschränkt positiven Fazit dennoch zwei Kritikpunkte loswerden, aufgrund derer mir ENDING ON A HIGH NOTE mich dennoch nicht restlos überzeugt. Zunächst mal finde ich es schade, dass es in der "normalen" Version der DVD keinerlei Bonusmaterial gibt, es ist wirklich nur Konzert und Titelmenu enthalten - wer irgendein Beiwerk möchte (welches man ja in aller Regel bei den meisten Live-DVDs noch bekommt) wird enttäuscht und muss mal wieder die "Limited Edition" besorgen. Ob eine solche Veröffentlichungspolitik notwendig ist sei mal dahingestellt.

Schwerer wiegt aber für mich der etwas lahme Sound, welchen ja auch andere Rezensenten bemängelt haben. Mitunter wirkt ENDING ON A HIGH NOTE gerade als DVD etwas steril und dem Sound fehlt so ein bisschen der letzte Kick - zumal das ganze wenn man sich Bild und Ton ansieht hin und wieder etwas sehr nachbearbeitet wirkt.

Alles in allem tu ich mich mit der Bewertung schwer: die DVD hat mir gut gefallen aber einen etwas schalen Nachgeschmack hinterlassen. An der Band, dem Konzert und den Songs ist absolut (!) nichts auszusetzen, nur die Umsetzung auf DVD hätte meiner Ansicht nach etwas besser sein können.

Insgesamt komme ich so zu guten 3 Sternen - wer A-HA mag kann diese DVD aber dennoch bedenkenlos erwerben.


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