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Mimir

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Schöpfung außer Kontrolle: Wie die Technik uns benutzt
Schöpfung außer Kontrolle: Wie die Technik uns benutzt
von Karl Olsberg
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Des Kaisers neue Kleider, 19. April 2016
Es gibt eine hübsche, kleine Parabel von einem Schäfer und einem ungerufenen Unternehmensberater. Der Unternehmensberater hat zwar keine Ahnung von dem, was der Schäfer macht, vermittelt diesem aber trotzdem Informationen, die der Schäfer schon kennt - und will noch Geld dafür.

Karl Olsberg arbeitet als Unternehmensberater.

Olsberg ist zumindest ehrlich, denn er schreibt am Ende seines Werkes: »… wir [müssten] eigentlich nur ein wenig bewusster und bescheidener leben, unseren gesunden Menschenverstand vielleicht noch etwas häufiger nutzen und uns eine vernünftige Dosis Skepsis bewahren gegenüber allem, was allzu schön klingt. Insofern erzählt dieses Buch nichts Neues.« Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Das Buch ist ein recht banales Sammelsurium erstaunlich unwissenschaftlicher Theorien, bizarrer Ideen, eigentümlicher Vorstellungen und vorgeblicher Fakten; alles sehr selektiv ausgewählt, teilweise unlogisch und widersprüchlich, untermauert mit bemerkenswert wilden Analogien.

Der Verfasser verweist auf einige andere Autoren, auf die Ideen aus vielen anderen Werken, doch verbindet er diese leider nicht mit oder zu einem einleuchtenden roten Faden.
- Olsberg ist von den von Richard Dawkins spezifizierten Memen sehr angetan, übernimmt diesen Ansatz aber absolut unkritisch und ignoriert beispielsweise die erstaunlichen Ergebnisse der Epigenetik.
- Olsberg meint: »Die durch Al Gore mitverursachte Veränderung der Selektionskriterien führte inzwischen … zu einem Absatzeinbruch bei Geländewagen.« SUVs und Geländewagen steigern in der Realität seit Jahren ihren Anteil an den Neuzulassungen von Personenkraftwagen in Deutschland!
- Oder : »politische Systeme mit Absolutheitsanspruch [setzen sich] in der Evolution durch.« Die Demokratie scheint auf verlorenem Posten zu stehen.

Ich mag es, wenn Menschen sich neben dem Mainstream eigene, auch schräge Gedanken machen. Eine Stadt als lebenden Organismus zu betrachten ist ein spannendes Konzept; die bekannte Gaia-Hypothese lässt grüßen. Doch Olsberg zitiert zu viel, verquickt seine persönliche Meinung mit obskuren Gedankengebilden und fesselt bzw. überzeugt (mich) insgesamt einfach nicht.


Big Data: Die Revolution, die unser Leben verändern wird
Big Data: Die Revolution, die unser Leben verändern wird
von Viktor Mayer-Schönberger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

2.0 von 5 Sternen Korrelationen statt Ursachenforschung, 29. März 2016
Vorhersagen aufgrund von Korrelationen bilden das Fundament von Big Data. Das ist die Kernaussage des Buches. Denn: »Korrelationen sind viel leichter und billiger aufzuspüren und daher oft zu bevorzugen.« Und: »zu wissen was, ohne zu wissen warum, ist … vollkommen ausreichend.« Ursachenforschung ist also irrelevanter geworden.

Es mag im anglo-amerikanischen Raum üblich sein, Informationen durch lockeren und oberflächlichen Erzählstil zu vermitteln. Mayer-Schönberger und Cukier gelingt das mit amüsanten exemplarischen Geschichten ausgezeichnet. Leider unterscheiden sie wenig zwischen Fakten, Meinungen und Ideen. Selbst ein hilfreiches Glossar fehlt, trotz fast 50 Seiten Danksagungen, Anmerkungen, Literatur- und Schlagwortverzeichnis. Damit wäre zumindest ein klare Abgrenzung einzelner grundlegender Begriffe wie 'Algorithmus', 'Algorithmiker' oder 'mathematisches Modell' erzielbar; Begriffe, die von den Autoren sehr individuell verwendet werden.

Die beiden Autoren streifen das Thema der Risiken, die mit Big Data verbunden sind. Ihr Vorschlag, für die Kontrolle und Sicherheit der privaten Daten eine Art Dienstleister, vergleichbar mit den bekannten Ratingagenturen, einzusetzen, ist unfreiwillig kurios. Dass die Autoren im Nachwort ihren speziellen Dank an Google und Deloitte aussprechen ist bei diesen Aussagen mehr als nachvollziehbar. So zeigt sich auch, dass der Fokus der beiden Autoren fast ausschließlich auf der monetär erfassbaren Seite der Verarbeitung großer Datenmengen liegt und weniger an möglicher gesellschaftlicher Entwicklung auf Basis relevanter Daten.

Mittels der Verarbeitung großer Datenmengen könn(t)en Aussagen über die Wahrscheinlichkeit von Fehlern oder Problemen gemacht und rechtzeitig etwas dagegen unternommen werden. Da aber weniger Ursachenforschung betrieben wird, liegt das Interesse primär nicht mehr z.B. an der Verbesserung von Produkten - das wäre wohl nicht im Interesse der Produzenten - sondern im Verkauf teurer Wartungsverträge. Ein echter Fortschritt?

So liest sich das Buch wie eine dicke Werbebroschüre von Google, Amazon, Facebook und Co, um der Datafizierung aller Lebensbereiche das Wort zu reden. Big Data ist auch keine Revolution, im Gegenteil: es ist alter Wein in neuen Schläuchen. Ich halte es mehr mit Einstein, der meinte: »Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.«


Die Abwicklung: Eine innere Geschichte des neuen Amerika
Die Abwicklung: Eine innere Geschichte des neuen Amerika
von George Packer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

4.0 von 5 Sternen Spiel um Macht und Geld, 20. Januar 2016
George Packer malt ein großartiges Moral- und Sittengemälde der modernen USA. Er präsentiert das Bild eines Staates, der »von der Finanzelite übernommen worden ist, die ihn ganz in den Dienst der Plutokratie gestellt hat.« Der Autor beschreibt den unaufhaltsamen Zerfall einer Gesellschaft, die ihre hilfreichen und sinnvollen Regeln aufgegeben hat, am Beispiel zahlreicher gewöhnlicher und ungewöhnlicher Menschen und Persönlichkeiten. Er erinnert in seinem reportageartigen Schreibstil an John Brunner; mit dem Unterschied, dass es keine Science Fiction, sondern die brutale nahe Vergangenheit ist, die uns Packer vor Augen führt. Eine Wirklichkeit, die von Ungerechtigkeit und Machtgeilheit, von Lügen und Gewalt, von Süchten und den Träumen der einfachen, hart arbeitenden Menschen der Großmacht USA geprägt wird. Ein Buch, das nichts an den Machtverhältnissen dieser Kleptokratie ändern, aber vielleicht einigen wenigen die Augen ein kleines bisschen öffnen wird.


Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki: Roman
Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki: Roman
von Haruki Murakami
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

5.0 von 5 Sternen Grenzenloses Schweben zwischen Traum, Fantasie, Wahn und Realität, 23. Dezember 2015
Murakami ist wieder eine wunderbare Erzählung über Liebe und Freundschaft, Hoffnung und Wirklichkeit, Ehrlichkeit und Schmerz, Schuld und Sühne, Wahrnehmungen und Bildnisse, Fluchten und Sehnsüchte, stumme Traurigkeit und das kleine Glück, einfach über das weite Leben, gelungen.
Wer sich auf das Buch einlässt kann sich und andere vielleicht neu entdecken.


Spitzbergmörder: Ein Baden-Württemberg-Krimi
Spitzbergmörder: Ein Baden-Württemberg-Krimi
Preis: EUR 7,99

3.0 von 5 Sternen Spannend, aber logisch nicht stringent, 16. Dezember 2015
Wilhelm Barenbach und Pit Mueller sind beide über 50, miteinander befreundet, aber ganz unterschiedliche Charaktere. Wilhelm lebt zusammen mit Ilse, seit gemeinsamen Zeiten in einer WG, ist Zeitungsausträger und wahnsinnig effektiver und schneller Hacker. Pit ist verheiratet mit Gudrun, fährt sehr gerne Oldtimermotorräder und ist Hauptkommissar bei der Mordkommission in Tübingen.

Eines Tages findet Wilhelm auf seiner morgendlichen Tour einen gefesselten und geknebelten Toten, Elmar Theißen, ehemaliger Schulleiter. Mueller macht sich mit seinem badischen Assistenten Spranz an die Aufklärung des Falles. Doch Theißen bleibt nicht der letzte grausig zugerichtete Tote, den Barenbach in den nächsten Tagen findet.

Der Kriminalroman entwickelt sich langsam, aber Rainer Imm würzt die Geschichte mit vielen privaten Eigenschaften und Erlebnissen der beiden Hauptpersonen Mueller und Barenbach. Auch sind die Figuren sehr ungewöhnlich gezeichnet; auf einen fundamentalen Konsumkritiker, der seine Informationen aus der FAZ zieht, muss man erst mal kommen. Leider sind die Ereignisse nicht immer logisch nachvollziehbar, die Polizeiarbeit wird teilweise oberflächlich bis dilettantisch dargestellt, die Zufälle nehmen etwas überhand und die Lösung der Mordfälle wirkt in meinen Augen überkonstruiert. Imm schreibt aber spannend und mit viel Lokalkolorit – und das ist das Wichtigste eines guten Regionalkrimis.


Fallwild: Ein Baden-Württemberg-Krimi
Fallwild: Ein Baden-Württemberg-Krimi
von Dietrich Weichold
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

4.0 von 5 Sternen Ein scheußlicher Mord im beschaulichen Schönbuch, 15. Dezember 2015
Clemens Gutbrod hat mit seinem Jagdfreund Edgar Steiger eine Pachtgemeinschaft für eine Jagd am Nordrand des Naturparks Schönbuch. Eines Tages fällt Gutbrod von einer Hochsitzleiter, die vierte Stufe war beidseitig angesägt, und verletzt sich schwer. Kurz darauf stürzen Mountainbiker über Drahtseile, die über schmale Waldwege gespannt sind. Hauptkommissar Siegfried Kupfer und sein Assistent Feinäugle werden mit der Bearbeitung der Fälle beauftragt, finden die Täter jedoch nicht. Waren es extremistische Naturfreaks? Als ein Jäger in einer scheinbar rituellen Hinrichtung mit einer Schrotflinte getötet und makaber aufgebahrt wird, müssen die beiden Kommissare des Böblinger Reviers sowie Kupfers Freund Otto Wolf aktiver werden. Hängen die unterschiedlichen Taten überhaupt zusammen?

Der Autor Dietrich Weichold stammt aus Herrenberg am Rand des Naturparks Schönbuch. Der Kriminalroman spielt in den fast undurchdringlichen Tiefen dieses großen Waldgebiets. Er handelt von Exzentrikern, Besessenen und Rücksichtslosen, die ihrem eigenen Vorteil alles unterordnen, Familie und Mitarbeiter. Weichold spart nicht mit Kritik am ausufernden Turbokapitalismus, vergisst den roten Faden seines Kriminalromans aber nie. Dieser beginnt wohltuend gemächlich, der erste Mord geschieht erst zur Mitte des Buchs. Ich finde die Hintergründe und die Motive für die Verbrechen etwas zu konstruiert und die beschriebenen Abläufe nicht immer nachvollziehbar. Doch Weichold schreibt locker, die Geschichte ist vom Lokalkolorit geprägt und die handelnden Personen sind nicht zu sehr mit Klischees überladen. Dass nur einige seiner Protagonisten richtig Schwäbisch schwätza finde ich selbst als eingeborener Schwabe recht angenehm. Insgesamt ein erfreuliches Lesevergnügen.


Das Rosie-Projekt (Hochkaräter)
Das Rosie-Projekt (Hochkaräter)
von Graeme Simsion
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Mit anderen Menschen nicht kompatibel, 9. Dezember 2015
Der Ich-Erzähler Professor Dr. Donald Tillman ist nach eigenen Angaben »neununddreißig Jahre alt, groß, durchtrainiert und intelligent, mit relativ hohem gesellschaftlichen Status und überdurchschnittlichem Einkommen als Assistenzprofessor« am Institut für Genetik in Melbourne tätig. Hohe Organisations- und Konzentrationsfähigkeit, innovative Denkweisen und rationale Distanziertheit beschreiben seinen Charakter - ebenso wie das Asperger-Syndrom.

Don hat vier Freunde: Gene, sein ehemaliger Chef am Institut; Claudia, dessen Frau, eine klinische Psychologin; und deren zwei Kinder. Dons Leben ist bestimmt durch klare Abläufe, wenige Probleme wie das »Partnerinnen-Problem« und ein paar Projekte. Gene arbeitet sich an einem großen Projekt ab: »mit Frauen so vieler verschiedener Nationalitäten wie möglich zu schlafen.« Don versucht sich an einem eigenen großartigen Projekt, dem Ehefrau-Projekt. Dabei erhält er Unterstützung von all seinen Freunden. So trifft er auf Rosie, eine ungewöhnliche Frau, deren relativ normale emotionale Reaktionen für Don nicht immer verständlich sind. Und auch Rosie hat ein Projekt, dem sie sich gemeinsam und intensiv widmen.

Dons Begegnungen mit anderen Menschen sind von seiner autistisch geprägten Sichtweise geprägt. Dem Autor gelingt es, Don als absonderlichen, aber höchst sympathischen Menschen darzustellen, der mit seiner an Wissen und Logik orientierten Lebensphilosophie immer wieder über gesellschaftliche Regeln und Konventionen stolpert. Dons Annäherungsversuche an Rosie sind lustig und skurril, manchmal drastisch, manchmal traurig. Trotz leichter Längen im Mittelteil ist das Buch ein tolles Lesevergnügen, wenn man sich an schrägen Typen, Wortwitz und grotesken Situationen erfreuen kann.


Moral für Dumme: Das Elend der politischen Korrektheit
Moral für Dumme: Das Elend der politischen Korrektheit
von Marius Jung
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen ungut, 5. Dezember 2015
Leider stolperte ich bei diesem Buch über den lockenden Titel. Ich assoziierte ihn mit der Reihe von Sachbüchern im Taschenbuchformat „Für Dummies“, die ähnlich aufgemacht ist. Die Bücher dieser Reihe sollen in gut aufbereiteter und leicht fasslicher Form komplexe Themen leicht verständlich vermitteln. So erwartete ich eine amüsante Aufbereitung des Moralbegriffs in modernen Zeiten. Nach den ersten Seiten bemerkte ich, dass es aber um die Auswüchse der „Politischen Korrektheit“, vom AutorI_*innenpaar Marius Jung und Oliver Domzalski meist „PC“ abgekürzt, geht. Also keine „Moral für Dummies“, aber leider auch keine satirisch-polemische Abrechnung mit der PC, wie der Klappentext verheißt, sondern eine simple Abrechnung mit Auswüchsen der PC, insbesondere beim Student_innenrat der Universität Leipzig, die Marius Jung persönlich betreffen.

So wirkt dieses Werk weder lustig noch informativ, weder aufklärerisch noch spannend. Die beständige Wiederholung ähnlicher Grafiken und Texte, in denen die Begriffe 'Frau' und 'Mann' durch 'Person' ersetzt wurden oder mehrfach der Begriff 'vertikal herausgefordert' für 'kleinwüchsig' verwendet wird, ist ermüdend. Die Polemiken des Herrn Jung gegen das Nichtraucherschutzgesetz sind noch billiger als ich sie von Juli Zeh gewohnt bin. Und die Angriffe gegen den Sexismusvorwurf des oben erwähnten Student_innenrats erinnern mich stark an die Hinweise der Autoindustrie, wenn auf Autosalons (halb)nackte Frauen die neuesten Modelle umschwärmen, dass das Wichtigste doch die Qualität der Autos sei und die „Damen“ keine Bedeutung hätten. Jung mokiert, dass der Student_innenrat seinen Namen nicht richtig schreiben würde – und schreibt dann selbst den Vornamen der Moderatorin Sonya Kraus falsch. Das ist nur ein weiteres Mosaiksteinchen eines langweiligen Bildes, das die beiden Autoren durch das Buch vermitteln.

Denkschablonen oder Dogmen, egal auf Basis welcher Ideologie auch immer, müssen überwunden werden. „Politisch korrekt“ oder „Gutmenschen“ sind zwei Schlagworte, die von interessierten Gruppen sehr gerne abwertend verwendet werden, um den eigenen Hedonismus oder die eigene Rücksichtslosigkeit zu kaschieren und Andersdenkende zu diffamieren. Das trifft auf Jung und Domzalski sicherlich nicht zu. Doch die Grenze zur pauschalisierenden Gedankenlosigkeit ist nicht fern. So hat mich der satirisch gemeinte Vergleich eines amerikanischen Jungen, der alle Chinesen töten möchte, mit dem fiktiven jungen Hitler mehr als irritiert. Hier sollte meines Erachtens ein guter Kabarettist die eigenartigen Moralvorstellungen von US-Amerikanern hinterfragen und nicht diejenigen lächerlich machen, die damit die ausschließlich an Gewaltanwendung orientierten Problemlösungsstrategien mancher US-Amerikaner zur Diskussion stellen.


Sternschanze
Sternschanze
von Ildikó von Kürthy
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

5.0 von 5 Sternen Es ist nie zu spät, unvernünftig zu werden., 4. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Sternschanze (Gebundene Ausgabe)
Dies war das erste Werk von Ildikó von Kürthy, das ist gelesen habe. Und ich fand es einfach köstlich.

Der Plot ist nicht gerade neuartig: Nicola Lubitz ist 43 Jahre alt, seit 10 Jahren verheiratet mit Oliver, 49, einem leitenden Angestellten bei der renommierten Hamburger Reederei Stern. Sie bewohnen zusammen eine Einzimmer-Penthousewohnung mit 280 qm. Nicola, genannt Nicki, gönnt sich sich seit 2 Monaten einen Liebhaber: Tom. Durch Nickis Tolpatschigkeit auf einer Silvesterfeier, auf der sich die Hamburger High Snobiety ein Stelldichein gibt, wird dieses Verhältnis öffentlich. Beste Freunde und Freundinnen begleiten Nicki durch die Monate nach der danach unvermeidlichen Trennung von Oliver.

Die Autorin erzählt die Geschichte mit wunderbarem Wortwitz, ihre Charaktere repräsentieren perfekt überzeichnete Klischees. Zeitsprünge im Roman verdeutlichen Entwicklungen und Veränderungen im Leben der sympathisch linkischen, widersprüchlichen und manchmal hilflosen Protagonistin. Das Ende der Geschichte ist zwar konsequent, aber eher konventionell.

Der Roman ist locker und leicht geschrieben und ebenso zu lesen. Die obligatorischen Verweise auf die Unverträglichkeit von Männern und Frauen sind amüsant, ohne platt zu sein. Dabei bleibt nur die Frage offen, inwieweit von Kürthy hier Autobiographisches verarbeitet hat – und was ihr Mann dazu sagt.


"Wie riecht die Queen?": Die fiesen Sieben und andere kühne Fragen an... (KiWi)
"Wie riecht die Queen?": Die fiesen Sieben und andere kühne Fragen an... (KiWi)
von Jörg Thadeusz
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

3.0 von 5 Sternen Jörg Thadeusz - ein charmanter Gastgeber, 27. November 2015
Jörg Thadeusz begrüßte seit 2005 über 400 Gäste in seiner Sendung „Thadeusz“ auf rbb Brandenburg. 50 der interessantesten und witzigsten Begegnungen werden in diesem Buch komprimiert präsentiert. Manche Gäste waren schon drei (Iris Berben) oder vier (Klaus Wowereit) Mal zu Gast, die meisten nur ein oder zwei Mal. Ich habe bisher keines dieser Interviews gesehen, war also auf die Inhalte gespannt, insbesondere auf die „Fiesen Sieben“; Fragen, die manchen Gesprächspartner in die Bredouille oder aus der Fassung bringen sollten.

Jedes der 50 Kapitel des Buches ist einem Gast gewidmet und gleichartig aufgebaut: Jörg Thadeusz oder Stefan Frohloff schrieben Einleitungstexte zu den Gästen, von einem einladenden Bild untermalt. Ein kurzer Abschnitt über spaßige oder provokante Fakten zum Gast, die dieser augenscheinlich in der Sendung vorzulesen hat und kommentieren kann, schließt sich an. Zwei oder drei weitere Sätze sollen Begebenheiten beschreiben, die zu „Gunsten“ bzw. zu „Ungunsten“ des Gesprächspartners auslegbar sind, ehe die „Fiesen Sieben“ demselben auf den Zahn fühlen sollen.

Jörg Thadeusz ist wirklich ein charmanter Gastgeber, das kommt in diesem Buch gut rüber. Seine Texte sind amüsant, seine Fragen oft hintergründig, wirklich fies aber fast nie. Da gibt es provokantere Fragensteller im Fernsehen. Das Buch ist leicht zu lesen, die Begegnungen sind aber selten tiefschürfend - und schnell vergessen. Thadeusz lässt seine Vorlieben durchscheinen und so sind manche seiner Interviews nach meinem Geschmack zu oberflächlich, zu glatt.


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