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mo.b

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Ameisen küssen nicht
Ameisen küssen nicht
von Kerstin Engel
  Audio CD
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Das seltsame Verhalten von Tierforschern zur Paarungszeit, 23. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Ameisen küssen nicht (Audio CD)
Prof. Dr. Isabelle Werner – jung, erfolgreiche Autorität auf dem Gebiet der "Ameisenforschung" und einsam, was sie selbst jedoch nicht wahrhaben will.

Prof. Dr. Bernhard Breitenbach – jung, ebenso erfolgreich auf dem Gebiet der Menschenaffen-Forschung und ein Mann, dem die Frauen nachlaufen.

Eigentlich würden die beiden gut zusammen passen, wenn da nicht die berufliche Konkurrenzsituation wäre, Isas Vorurteile im Weg stünden und Ben nicht gerade Vater geworden wäre.

Auf dem Weg zur Preisverleihung nach Norwegen kommen sich die beiden näher, die Chemie scheint zu stimmen, aber das Leben und die Liebe sind kompliziert und die Wege zum Glück sind mit Verwirrungen und Hindernissen gespickt. So muss es auch sein, denn nur so wird eine Komödie daraus.

Ich bin zu alt, um von Liebeskomödien noch beeindruckt zu sein. Sie sind alle nach dem gleichen Muster geklöppelt und wachsen selten über die üblichen Rollenklischees hinaus. Da ist es herzerfrischend, dass in „Ameisen küssen nicht“ Isa die sozial Inkompetente ist. Sie kann die Gesten und Worte ihres Gegenübers so gar nicht interpretieren und provoziert dadurch komische Verwicklungen. Außerdem schlägt ihre Frustration im wahrsten Sinne des Wortes Funken und so geht in ihrer Umgebung so manches – ganz aus Versehen – in Flammen auf. Das ist amüsant und durchaus nicht langweilig. Zu meinem Erstaunen habe ich festgestellt, dass mich dieses Hörbuch gut unterhalten hat, obwohl ich garantiert (mit fast 60 Jahren) nicht mehr zur anvisierten Zielgruppe gehöre.

Simon Jäger und Tanja Geke geben dem Hörbuchspaß mit ihrem gekonnten Vortrag die richtige Würze. Abwechselnd schildern sie die Ereignisse und lassen den Hörer teilhaben an der bewegten Gefühlswelt der beiden Protagonisten.

Auch das unverwechselbare Cover ist ein echter Hingucker.

Witzig, spritzig und für jeden Liebhaber der leichten Unterhaltung garantiert ein Volltreffer!


Überwiegend fabelhaft
Überwiegend fabelhaft
von Fanny Wagner
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dessissaderwahnsinn!, 23. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Überwiegend fabelhaft (Taschenbuch)
Irgendwas is ja immer. So ist es natürlich auch in Wiestal, der kleinen Gemeinde fränkischen Gemeinde, in die es Protagonistin Nina samt Tochter verschlagen hat. Gerade hat sich das Label „Zwiebellook“, das Mode für Frauen im besten Alter schneidert, so schön etabliert, da funkt die Konkurrenz dazwischen. Und weil ein Unglück selten allein kommt, klappt es plötzlich auch mit Ninas Liebstem, dem knackigen Schreiner Christian grad nicht mehr so wirklich gut. Das Chaos ist perfekt. So nicht, nicht mit den Wiestälern! Die haldn zsamm! Und aus der drohenden Katastrophe wird dann doch noch … ein wirklich witziges Buch.

Diese spritzige Komödie lebt von ihrer unnachahmlichen Situationskomik, ihrem Wortwitz und den lebendigen Figuren, die man schnell lieb gewinnt. Der wunderbare Humor von Fanny Wagner und Carolin Brink ist ansteckend und schon nach ein paar Seiten ist man von der Geschichte um die gstandenen Frauen bezaubert. Die spannende Suche nach dem Industriespion und die turbulenten amourösen Verwicklungen bringen Spannung ins Geschehen; Theatereinlagen und Filmprojekte sorgen für zusätzliche Turbulenzen. Und ist dieser Dialekt nicht einfach göttlich? „Etzt geh mer anderkoffer.“ Ich konnte gar nicht genug davon kriegen!

Bemerkenswert sind außerdem sowohl das schön illustrierte Cover, als auch die liebevoll gestalteten Kapitelüberschriften. Nicht zu vergessen die gestickten Lebensweisheiten des Onkels, die immer wie die Faust aufs Auge passen.

Fanny Wagner und Carolin Brink haben mich mit „Überwiegend fabelhaft“ in ihren Bann geschlagen. Ich kann nur sagen „Des basst scho“ und sehnsüchtig auf das nächste Buch warten. "Subba!"


Das Feengrottengeheimnis: Ein Thüringen-Krimi
Das Feengrottengeheimnis: Ein Thüringen-Krimi
von Rolf Sakulowski
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

3.0 von 5 Sternen Regionalkrimi mit mystischem Flair, 17. Oktober 2014
Als Geologiestudentin Fenja von ihrer letzten Exkursion in die Höhlen der Saalfelder Feengrotten nicht zurückkommt, ist nicht nur die Polizei ratlos. Trotz einer groß angelegten Suchaktion, bleibt die junge Frau spurlos verschwunden. Ihr Freund Jonas gibt nicht auf und ermittelt auf eigene Faust, wobei er der Polizei mehr als einmal in die Quere kommt. Die Spurensuche in den Archiven der Stadt an der Saale, führt ihn tief in die Vergangenheit und in die Geheimnisse des alten Bergwerks.

Es gelingt Rolf Sakulowski gut, die Geschichte um das Verschwinden einer jungen Frau, mit der Bergwerks-Historie und darüber hinaus mit der Mystik alter Legenden zu verweben. Der Krimi hat von Anfang an ein geheimnisvolles Flair, das bis zum Ende aufrechterhalten wird. In Rückblenden und Tagebucheinträgen erfährt der Leser von der Legende um den „Mann im Berg“ und das „Wasser des Lebens“. Das ist mindestens so spannend, wie die Handlung in der Gegenwart und die nervenaufreibende Suche nach der Verschollenen. Auch die Schönheit und das Außergewöhnliche der Feengrotten kann der Autor so glaubhaft vermitteln, dass man auf dieses Wunder der Natur neugierig wird.

Der Plot ist gut und einfallsreich konstruiert. Eigentlich ist jeder verdächtig, denn man weiß nicht, was Fenja wirklich zugestoßen ist. Trotzdem kommt des Rätsels Lösung zum Schluss überraschend und erfreulich nachvollziehbar daher. Es wäre ein sehr gelungener Regionalkrimi geworden, aber leider konnte mich die Sprache nicht begeistern. Sie wirkt hölzern und altbacken. Am meisten fällt es bei den Dialogen auf. Es hat mich tatsächlich so massiv gestört, dass ich stellenweise aggressiv geworden bin. Lesegenuss ist für mich etwas anderes.

Wer sich daran nicht stört, der erhält mit diesem Buch einen spannenden Regionalkrimi der etwas anderen Art – und das meine ich durchaus positiv – mit einem bezaubernd mysteriösen Ende.


Das andere Tier: Ratamo ermittelt  Thriller (Arto Ratamo ermittelt, Band 8)
Das andere Tier: Ratamo ermittelt Thriller (Arto Ratamo ermittelt, Band 8)
von Taavi Soininvaara
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vertraue Niemandem, 3. Oktober 2014
Taavi Soininvaara hat einen brisanten Cocktail zusammengemixt, der die ganze Aufmerksamkeit des Lesers fordert und verdient. Was mit dem Tod eines Atom-Physikers beginnt, weitet sich zum komplizierten Fall auf internationaler Ebene. Kriminelle Geschäfte mit illegalen Einwanderern, atomares Wettrüsten im explosiven Nahen Osten, menschenverachtende Machenschaften der CIA und ein Hauch von christlicher Mystik, die ich so in einem finnischen Roman nicht erwartet hätte. Was die Sache zusätzlich verkompliziert, ist die Korruption in den eigenen Reihen.

Auch bei der Besetzung seines Thrillers greift Soininvaara in die Vollen und schickt eine ganze Reihe interessanter Protagonisten ins Rennen.
Allen voraus Arto Ratamo, alleinerziehender Vater einer Tochter der vom Wissenschaftler zum Ermittler wurde und nun bei der SUPO − der "Sicherheitspolizei" – arbeitet. Nach langer Krankheit, tritt er mit einer immer noch schmerzenden Titan-Hüfte den Dienst wieder an und wird von seinem neuen Chef gleich aufs Abstellgleis geschoben.
Tuula Oravisto, schizophrene Kernphysikerin, gerade auf dem Sprung zu einem neuen Job in der Türkei, die darum kämpft ihren kleinen Sohn öfter sehen zu dürfen.
Den alten Pater Daniel, einen Exorzisten, der dem Teufel – dem namensgebenden „anderen Tier“ schon begegnet ist, und ihn an allen Fronten bekämpft.
John Jarvi, einen CIA Scharfschützen, der die Hinrichtung seiner Frau rächen will und für ganz andere Interessen missbraucht wird.
Die junge Journalistin Essi Kokko, die eine gute Story wittert und dabei tiefer in die Materie vordringt, als gut für sie ist.
… und noch viele mehr.

Man muss dran bleiben, um die ganzen Fäden in der Hand zu behalten, die Soininvaara in Teil 1 auslegt, in Teil 2 entwirrt und zusammenführt und in Teil 3 zum fulminanten Showdown der Antihelden gipfeln lässt. Wer schnelle Perspektiv- und Zeitwechsel nicht scheut, wird mit Spannung und guter Unterhaltung auf jeder Seite belohnt. Auch der Humor Marke extra-dry ist bei mir gut angekommen. „Niemand ist nutzlos. Du kannst als schlechtes Beispiel für die Jüngeren dienen.“ Mein kleiner Wermutstropfen ist das relativ offene Ende, das ich so gar nicht mag. Zwar klärt sich vieles, aber eben nicht alles und das lässt mich am Schluss etwas unbefriedigt zurück.

Der 8. Fall von Taavi Soininvaaras Ratamo-Reihe ist ein Polit-Thriller mit mystischen Elementen und hochkarätige Spannungsliteratur von internationalem Format.


Und morgen du: Kriminalroman: 2 CDs
Und morgen du: Kriminalroman: 2 CDs
von Stefan Ahnhem
  Audio CD
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der konturlose Mörder, 30. September 2014
Kommissar Fabian Risk hat sich gerade in seine Heimatstadt Helsingborg in Südschweden versetzen lassen und versucht sein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen. Gerade erst umgezogen und eigentlich noch im Urlaub, wird er von den Kollegen um Hilfe gebeten, denn ein ehemaliger Klassenkamerad ist besonders grausam ermordet werden. Das Klassenfoto bei der Leiche lässt vermuten, dass es noch weitere Opfer geben soll.

Fabian Rist auf keinem Gebiet ein Held. Untreuer Ehemann, miserabler Vater und auch als Kollege kein Teamplayer. Er neigt eher zu gewagten Einzelaktionen, die gern auch mal nach hinten losgehen. Trotzdem wird er einem im Laufe der Geschichte fast sympathisch.

Der Fall an sich ist gut konstruiert. Der Täter erweist sich als äußerst brutal und intelligent. Er ist der Polizei immer mehr als einen Schritt voraus. Die Kompetenzstreitigkeiten zwischen der schwedischen und der dänischen Polizei komplizieren die Suche zusätzlich. An Spannung fehlt es also nicht. Trotzdem hätte eine Kürzung zumindest der Hörbuchfassung gut getan. Bei über 15 Stunden Hörzeit kann man leicht einmal den Faden verlieren.

Risk ist mit all seinen Unzulänglichkeiten gut ausgelotet. Auch die Gemütslage der dänischen Kollegin lässt sich gut nachvollziehen. Die restlichen Charaktere sind eher schwach ausgearbeitet. Am blassesten erscheint mir der Mörder selbst. Und so fand ich auch sein Motiv eher an den Haaren herbeigezogen, als einleuchtend oder gar zwingend. Aber vielleicht passt ja gerade das „Konturlose“ besonders gut zu diesem speziellen Mörder.

Stefan Ahnhem ist ein gutes Krimidebüt gelungen – mit dem für schwedische Krimis typischen Anti-Helden als Kommissar und dem ebenfalls gewohnten häuslichen Krisenszenario.


Der Schwimmer
Der Schwimmer
von Joakim Zander
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Krieg ist ein schmutziges Geschäft, 26. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Schwimmer (Broschiert)
Klara Walldéen – persönliche Referentin einer schwedischen EU-Politikerin in Brüssel, gerät in eine scheinbar ausweglose Situation und ins Schussfeld einer skrupellosen Organisation.

Mahmood Shammosh – arbeitet im schwedischen Uppsala an seiner Doktorarbeit, wird plötzlich zum gejagten Terroristen.

George Lööw – auftstrebender Lobbyist in Brüssel, der durch einen dubiosen Kunden in eine gefährliche Zwickmühle gerät.

Und natürlich der Schwimmer – Ex CIA Agent, der seine eigenen Rachepläne verfolgt.

Viele Handlungsstränge, unzählige Schauplätze und verschiedenen Zeitebenen. Wem das nicht zu komplex ist, der hat mit „Der Schwimmer“ einen guten Polit-Thriller erwischt, der ganz ohne amerikanisches Pathos auskommt, dafür den europäischen Blickwinkel einbringt. Es dauert seine Zeit, bis sich die einzelnen Stränge zu einem Ganzen zusammenfügen, bis man weiß in welchem Verhältnis die handelnden Personen zueinander stehen und was all das mit einer vor über 30 Jahren in Damaskus explodierten Autobombe zu tun hat. Die Zeit muss man dem Buch geben. Es braucht etwas Geduld, bis die Spannung sich endlich aufgebaut hat und es zum fulminanten Showdown im Schärengarten kommen kann. Aber bis dahin wird einem garantiert nicht langweilig.

Wirft man einen Blick auf Joakims Zanders Lebenslauf, erkennt man schnell, dass der Mann aus dem Nähkästchen plaudert. Er musste nicht recherchieren, er konnte aus dem Vollen schöpfen. Das macht sich bei der Zeichnung seiner Figuren positiv bemerkbar. Die sind wirklich wie aus dem Leben. Aber auch bei der Schilderung der Schauplätze und besonders bei der Story, die so dicht an der politischen Realität dran ist, dass es fast weh tut. "Wenn wir alles unter dem Aspekt der Reue beurteilen würden, könnten wir nicht überleben."

Extrem kurze Kapitel und schnelle Perspektivwechsel treiben die Geschichte voran und wechseln sich mit ruhigeren Teilen ab, so dass ein guter Erzählfluss entsteht. Echt gutes Kopfkino, das ich mir sehr gut als Vorlage für einen spannenden Film vorstellen kann.

Einziger Kritikpunkt von meiner Seite ist das schwedische IKEA-Wohlfühl-Feeling, das sich in manche Passagen einschleicht. Meiner Meinung nach nicht passend für einen ansonsten knallharten Polit-Thriller.

„Der Schwimmer“ ist der Auftakt zu einer Reihe, auf die ich nach diesem guten Debüt wirklich gespannt bin.


An der Mordseeküste: Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs
An der Mordseeküste: Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs
von Lotte Minck
  Broschiert
Preis: EUR 10,00

5.0 von 5 Sternen Sonne, Watt und eine Leiche – Loretta Luchs auch im Urlaub in Höchstform, 23. September 2014
Endlich! Der lange ersehnte und wohlverdiente Urlaub an der Nordsee. Den haben sie sich wirklich verdient, die quirlige Ruhrpott-Kodderschnauze Loretta Luchs und ihre sympathischen Freunde. Leider entwickelt sich die Sache nicht ganz im Sinne der Clique, dafür aber umso mehr im Sinne des Lesers. Beim Wattwandern stolpert Loretta über – man ahnt es schon – eine Leiche! Und die ist ihr nicht unbekannt. Um die Sache zu komplizieren, ist ihr Freund Frank, dessen Zunge oft schneller ist, als sein Verstand, der Hauptverdächtige. So nicht! Nicht mit Loretta! Im größten Chaos läuft sie zur Höchstform auf, mutiert zu „Hornbillen-Girl“ und stolpert souverän von einer Katastrophe in die nächste, um der Dorfpolizei auf die Sprünge zu helfen.

Dies ist schon mein dritter Loretta-Krimi und ich habe mich auch diesmal nicht gelangweilt. Ganz im Gegenteil. Jedes Mal aufs Neue ist es wieder schön, zusammen mit der liebenswerten Chaotin auf Mörderjagd zu gehen. Die Figuren aus Lotte Mincks Büchern wachsen einem schnell ans Herz. Sie besitzen einen bodenständigen Humor, haben Ecken und Kanten und nehmen kein Blatt vor den Mund. Ruhrpott-Charme vom Feinsten.

Wer nun wissen will, wie ihr „Minipli-Man“ zur Seite steht und warum „El Schrillo“ sich in „The Incredible Flying Ninja“ verwandeln muss … tja Kinners, das müsst ihr schon selber lesen. Ich verrate nix! Nur so viel, es ist ein turbulenter Spaß, bei dem auch die Spannung nicht zu kurz kommt.

Humor-Phobiker sollten von diesem Buch unbedingt die Finger lassen. Für alle anderen gilt: Lesen, lachen und am Ende hoffen, dass der nächste Band nicht allzu lange auf sich warten lässt.


Abgründe: Thriller
Abgründe: Thriller
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen … und was ist Dein dunkles Geheimnis?, 23. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Abgründe: Thriller (Kindle Edition)
„Abgründe“ ist eine Hommage an den amerikanischen Thriller schlechthin. Was darf also auf keinen Fall fehlen? Richtig, ein bestialischer Serienmörder! Und der treibt sein Unwesen in der Ostküsten Kleinstadt Virginia Beach. Seine Opfer drapiert er öffentlich mit einem eingeritzten A auf der Stirn. Detective Ethan Hayes und sein Team stehen vor einer fast unlösbaren Aufgabe, denn der Täter hinterlässt keine Spuren.

Mit Ethan Hayes haben Nadine d'Arachart und Sarah Wedler einen interessanten Protagonisten ins Rennen geschickt. Geprägt von einem sadistischen Vater, hat er selbst einen dunklen Hang zur Gewalt entwickelt. Eine zerrissener Charakter, der sich seiner Oberflächlichkeit und Verantwortungslosigkeit durchaus bewusst ist, ihr aber nichts entgegenzusetzten hat, außer einem schlechten Gewissen.

„Abgründe“ ist wirklich von der ersten bis zur letzten Seite spannend und raffiniert inszeniert. Obwohl man als Leser immer einen kleinen Wissensvorsprung hat, tappt man genau wie die Ermittler im Dunklen. Man folgt jeder Spur und wird doch immer wieder in die Irre geführt. Doch so viel man auch spekulieren mag, den wirklichen Täter wird man nicht erraten, denn kein noch so kleiner Hinweis lässt auf ihn schließen. Zwar gibt es keine logischen Brüche, aber ich mag es lieber, wenn man mir eine Chance lässt, selbst drauf zu kommen.

Fazit: Ein spannender Pageturner mit wirklich nur ganz kleinen Schwächen, der das Herz jedes Liebhabers amerikanischer Thriller höher schlagen lässt.


Auslöschung: Buch 1 der Southern-Reach-Trilogie
Auslöschung: Buch 1 der Southern-Reach-Trilogie
von Jeff VanderMeer
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Area X, 5. September 2014
Seit ein mysteriöses 'Ereignis' vor mehr als dreißig Jahren das Gebiet erschütterte, ist Area X von einer unsichtbaren Grenze umgeben. Niemand weiß genau, was dahinter geschieht, aber es gibt Gerüchte von einer sich verändernden und die Reste der menschlichen Zivilisation überwuchernden Natur, einer Natur, die ebenso makellos und bezaubernd wie verstörend und bedrohlich ist. Zuständig für das Gebiet ist eine geheime Regierungsorganisation, die sich 'Southern Reach' nennt und den Auftrag hat, herauszufinden, was hinter der Grenze geschieht.

"Auslöschung" ist der Bericht über die zwölfte Expedition. Sie besteht aus vier Frauen: einer Anthropologin, einer Landvermesserin, einer Psychologin und einer Biologin. Ihre Aufgabe ist es, die Geheimnisse von Area X zu entschlüsseln, das Gebiet zu kartographieren, Flora und Fauna zu katalogisieren, ihre Beobachtungen in Tagebüchern zu dokumentieren, vor allem aber sich nicht von Area X kontaminieren zu lassen.

Wir lesen also das Tagebuch einer Teilnehmerin dieser geheimnisvollen Mission, der Biologin. Eine merkwürdige eigenbrötlerische Frau, die von dieser abgeschotteten Welt fasziniert ist. Sie ist eine Suchende und was sie findet, übersteigt ihre kühnsten Erwartungen. Noch beängstigender ist allerdings die mysteriöse Mission an sich, von deren Ziel selbst die Mitglieder der Expedition nichts zu wissen scheinen. Die anderen Teilnehmerinnen werden eher als Gegner, denn als Mitstreiter wahrgenommen. Welche Geheimnisse verbergen sie, welchen Wissensvorsprung haben sie? Und was verbirgt sich in dem Turm, den die vier unter der Erde entdecken?

Es ist Jeff VanderMeer gelungen eine durchgängig bedrohliche Atmosphäre aufzubauen. Wobei man nie genau weiß, wo die größte Gefahr lauert. Vieles scheint gefährlich, alles ist mysteriös.

Die Southern Reach Trilogie ist ein echter Mystery-Thriller der viele andere Genres streift. Schlägt in Area X die Natur zurück? Oder ist sie der Beginn vom Ende der Welt, wie wir sie kennen? Was hat diese Anomalie ausgelöst und wie schnell dehnt sie sich aus? Dieses Buch wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Trotzdem ist es spannend von der ersten bis zur letzten Seite und macht wirklich Lust, die weiteren Teile der Trilogie zu lesen. Ich werde es aber nicht tun, denn bei dieser Serie stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis nicht. 16,95 € für ein 233 Seiten starkes Taschenbuch, dessen Satzspiegel recht großzügig bemessen ist (viel Rand/wenig Text), sind ein echter Knüller. Hochgerechnet auf die gesamte Trilogie macht das 50 € für eine Textmenge die locker in ein normales Taschenbuch passen würde. Sorry lieber Verlag Antje Kunstmann, aber das ist unverschämt.

Fazit: Faszinierender Auftakt zu einer Mystery-Trilogie, aber leider nur für Leser mit großem Geldbeutel.


Thymian und Blut
Thymian und Blut
Preis: EUR 1,99

4.0 von 5 Sternen Odyssee im Leichenwagen, 5. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Thymian und Blut (Kindle Edition)
Eine Rezension will mir nicht gelingen, das hier ist der Versuch einer Annäherung an den Text.

Ein Krimi ist es nicht, eher eine Art Experiment, sagt die Autorin. Aha, denk ich mir, hin und her gerissen zwischen Skepsis und Neugier, aber ohne allzu große Erwartungen. Vielleicht ist das die richtige Herangehensweise an diesen Text, der zu lang für eine Kurzgeschichte und zu kurz für einen Roman ist. Nach ein paar kurzen Kapiteln hat mich "Thymian und Blut" schon in seinen Bann gezogen.

Ella hat es aus ihrem Leben hinauskatapultiert. Ihre Liebe ist gestorben, ihr Job verloren. Haltlos treibt sie dahin, fährt mit einem umgebauten Leichenwagen von Ort zu Ort. Begleitet von ihren Alter Egos Elisabeth und Sissi sucht, sie ihren Weg, einen Halt, einen Sinn oder einfach nur sich selbst. Eine Suche, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. „Ella hat alles was sie braucht. Eigentlich. Geld, Arbeit, Anerkennung, eine Jeans auf dem Hintern und ein Frühstück in Aussicht. Das müsste doch genügen. … Und einen Freund hat sie auch. Nur keinen Weg.“ Wer zwischen den Zeilen liest, weiß wo dieser Road-Trip hinführen wird. Denn um überhaupt noch funktionieren zu können, braucht Anästhesistin Ella Morphium.

Andere Autoren brauchen Jahre, einige müssen sich komplett neu erfinden, Anne Kuhlmeyer schafft es auf Anhieb. Sie hat einen unverwechselbaren Stil gefunden, irgendwo zwischen Prosa und Lyrik und das liest sich überraschend gut.

Nein, ich habe nicht alles verstanden. Genau wie Ella konnte ich irgendwann nicht mehr zwischen Traum, Phantasie und Realität unterscheiden. Wie war das noch mal mit Anna und Hans? Gab es die wirklich oder sind sie dem Morphium zuzuschreiben? Ich neige eher zu der Annahme, dass Anna eine andere Version von Ella ist. Eine, wie es sein könnte wenn … Aber so ist es nun mal nicht. „Ella hat die Liebe behalten, die ihr John vermacht hat … und keinen Ort für sie. Sie sollte sich begnügen. Mit dem warmen Bett, dem Retten und dem Sattsein.“

Es wäre zu viel gesagt, würde ich behaupten, mir hätte das Lesen von "Thymian und Blut" Spaß gemacht. Dazu ist die Geschichte zu düster und zu traurig. Aber es hat mir gefallen. Ellas Sinnsuche hat mich berührt, ohne an irgendeiner Stelle sentimental zu werden.

Einen Kritikpunkt habe ich aber. Zu viele medizinische Fachtermini. Klar, Ella ist Ärztin und Anne Kuhlmeyer ist es auch. Aber die medizinisch nicht ausgebildete Leserschaft, zu der ich mich auch zähle, tut sich schwer damit. Hier hätte ein guter Lektor Wunder wirken können.

Fazit: Ungewöhnlich und absolut lesenswert.


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