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Mainstream_is_actually_weird_music

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Kreideblumen
Kreideblumen
Preis: EUR 10,76

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein fast schon zu sympathisches Debüt, 24. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Kreideblumen (Audio CD)
Hey Nutzer

Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich hier ein Singer/Songwriter-Debüt rezensiere oder ein Hörbuch des philosophischen Quartetts. Ich kann mir einfach nicht erklären wie man auf die glorreiche Idee kommt mit dem Satz "...und ich hab Hasen geseh'n, mitten in der Stadt" ein Lied zu beginnen. Wie ich auf Sebastian Hackel gestoßen bin kann ich allerdings erklären also fangen wir nochmal von vorn an: Ich habe von seinem Auftritt in Ulm über die Zeitung erfahren und hatte an diesem Abend noch nichts weltbewegendes vor, also dachte ich mir: Der klingt sympathisch, da gehe ich hin. Relativ pünktlich betrat also dieser eher schlacksige Typ mit imposanter Dread-mähne barfuß die kleine Bühne. Kein Applaus. Kein großes Hallo. Nur der Typ mit Gitarre und verschüchtertem Blick. Dann der erste Song.

Eine wirklich äußerst schmeichelhafte Stimme die immer zwischen Clueso und Tim Bendzko pendelt, erfüllte den, hauptsächlich mit Rollkragenpullis bekleideten Mädchen gefüllten Raum.
Nette Worte, wohlklingende Gitarrenakkorde die rhythmisch genauso wenig wie harmonisch irgendwen herausfordern/schockieren möchten. Zaghafte, eher schüchterne Ansagen mit gelegentlichen schnippischen Seitenhieben in Richtung Bendzko, der am Tag darauf vor ausverkaufter Halle im selben Laden spielen sollte. Eigentlich ein wirklich netter Abend.

Das ist aber leider alles was von diesem Abend hängen geblieben ist. Und das oh meine lieben Nutzer lag nicht an meinem Alkoholkonsum, nein, es liegt einfach an der unglaublichen Komplexität der Texte von Hackel, die jeden "normalen" Nicht-Philosophie-Studenten mit ganz ganz großen Fragezeichen zurücklässt. Einzig der Song "Kreisel" der mit der wunderschönen Aufforderung endet man solle die Welt anmalen und zwar nach dem Herzen und nicht nach Zahlen blieb irgendwie hängen. Hackel ist ein kleiner verkappter Spät-Grönemeyer und der Mensch heißt Mensch weil er sich immernoch fragt was zum Geier das ganze Gelaber eigentlich soll....

Bestimmt wird Hackel gerade mit solchen Texten bei ambitionierten Studenten die normal eher so etwas wie Tocotronic hören punkten können, aber ein größeres Publikum? Uuuh ich weiß nicht.
Während es allerdings ähnliche textliche Gehirnakrobaten wie Jupiter Jones zumindest mit eingängigen Hooklines in die Gehörgänge sehr vieler Fans schaffen, fehlen mir auch diese auf dem Debüt ein wenig.
Fast 98% der Songs bewegen sich in sehr ähnlichen tonalen Mustern, d.h. der Gute spielt fast immer in der selben Lage und seine Melodiebögen sind auch immer recht vorhersehbar und gleichförmig.
Das mag einem beim Hören einzelner Tracks zwar nicht so auffallen, will man das ganze Album am Stück auf einer langen Autofahrt durchdudeln lassen, wirds dann doch recht öde.

Was mir hier fehlt ist ein eindeutiger Wiedererkennungswert und irgendwas Greifbares. Etwas das man im Kopf behält. Ein vernünftiger Refrain/Chorus, der nicht immer nur in der Mitte eines Songs einmal irgendwie auftaucht.
Hinzu kommt die Tatsache das mir ganz persöhnlich die thematische Seite der Songs irgendwie zu "nett" ist. "Das Leben ist schön, die Sonne scheint, die Zukunft fängt an" - so ungefähr muss man sich die Grundstimmung der Songtexte vorstellen was interessanterweise im krassen Kontrast zur melancholischen Tendenz der Lieder steht. Mir persönlich ist das zu glatt, zu introvertiert und kraftlos, aber das ist reine Geschmackssache.

Nichts desto trotz ist dieses Album absolut hörenswert und sollte zumindest wahrgenommen werden, rein gesanglich und spielerisch ist das gebotene ohnehin einwandfrei wie gesagt die Stimme ist wirklich fast schon ein bisschen zu gut. Wer also ein bisschen grübeln und kuscheln nicht so daneben findet kann hier getrost mal reinhören. Mir persönlich hat das Album einfach zu wenig, dass mich wirklich überzeugt.
Daher nur eine EINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG!

Anspieltipp: Kreisel - Schöner Song!


Gold
Gold
Preis: EUR 14,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr zufriedenstellende Best-of Scheibe einer Top A Top Band!, 11. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Gold (Audio CD)
Hey Nutzeronis und Stoners

Mit Best-of-Scheiben ist das ja immer so eine Sache. Schnell ist da Rede von Sell out, vorallem wenn diese bunten Mischungen kurz vor Weihnachten in den Regalen stehen. Und dann gibt es noch die Sorte Fans die eigentlich schon alles von der Band hat und dann rummeckert das die Best-of-Scheibe ja gar nichts Neues enthält und das die B-Seite vom Bootleg XY nicht drauf ist. Daher sei hier gesagt: Die Scheibe ist recht lange schon auf dem Markt und ich habe sie mir dennoch ganz freiwillig und ohne Sell-out unter den Baum zu Weihnachten gelegt. Warum? Weil SUBLIME einfach eine Spitzenband war die mir schon gefällt seit ich das erstmal zu den Klängen von "Smoke to Joints" geblubbert habe. Das ist zwar schon ne Weile her, aber Sublime gefällt mir immer noch. Mit ihrem Mix aus UB40-artigem Reggae, dezenten Dub-frickeleien, California-Fatwreck-Punk-Gitarren-brettern, Ska-gehopse und solch unauffälligen Songtiteln wie "Lets go get stoned" haben sie sich ganz leicht in mein Herz gespielt und gehören seither zu meiner Liste der coolsten Reggaebands überhaupt.
Sie ist wohl eine der wenigen Bands die es schaffte das sowohl dreadlockige Rasta-brüder, blutjunge Skater und Punks/Oi-skins auf ihre Musik tanzen können und das ist wirklich äußerst lobenswert!

Es ist wirklich ein großer Verlust das es diese unglaublich kreative und spaßige Truppe nicht mehr gibt und daher ist dieses Best of Album auch als eine Art Erinnerung an eine wirklich außergewöhnliche Band zu betrachten die wohl nicht nur mich durch ein paar der turbulentesten Jahre (der Pubertät) begleiteten. Die Scheibe lässt meiner Meinung nach keinerlei Wünsche offen, alle wichtigen Songs sind drauf vertreten allen voran diese Anspieltipps:

- Lets go get stoned - 40 oz of Freedom - Smoke two Joints - Saw Red

Alle anderen Songs sind auch wirklich klasse und sollten in keiner Sammlung fehlen!

Kauftipp!

PS: Rock in Peace Bradley Nowell!


Le Secret (Ltd.Digibook)
Le Secret (Ltd.Digibook)
Wird angeboten von ProMedia GmbH
Preis: EUR 14,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum Glück kein Geheimniss mehr!, 4. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Le Secret (Ltd.Digibook) (Audio CD)
Hey Nutzer

Da wäre mir 2011 doch fast noch diese wunderbare Scheibe aus Frankreich entgangen. Alcest sind für mich eine der großen Black Metal-Hoffnungen, nach dem die Herrschaften aus dem Norden in letzter Zeit ein wenig ruhiger bzw. unspektakulärer geworden sind. Zuerst wollte ich in der Überschrift etwas von "Peinlichkeiten-freiem" BM schreiben, aber da fiel mir wieder mein spezieller Freund und Szenepolizist ein, der mir das bestimmt wieder krumm nehmen würde, also hab ich (und das möchte betont werden) nichts gesagt!

Alcest jedenfalls nahmen Anfang der 2000er ein kaum beachtetes Demo auf, welches nicht deswegen ignoriert wurde weil es schlecht gewesen ist, sondern weil es einfach durch die Auflage von gerade mal 1000 Stück zu wenig Leute kennenlernen durften. Dies hat nun ein Ende, und kurz vor der Deutschlandpremiere des neuesten Alcest-streichs "Les Voyages de l'Ame" am 6. Januar, können wir "Le Secret" in der Neufassung bestaunen.
4 Lieder sind drauf und zwar 2 Paar gleiche, die Originalversionen von "Le Secret" und "Elevation" wie 2005 erschienen und die 2011 neu eingespielten Versionen.

Ich muss ehrlich gestehen das mich diese zwei epochalen Über-10-Minuten-Meisterstücke in der 2005-er Version eher kalt ließen, die 2011-er Versionen haben mich aber tief berührt. Besonders der Song "Elevation" ist für mich einfach eine Neudefinition des Wortes "EPISCH!" und hat mich fast zu Tränen gerührt. Und dabei ist dieser Song ganz BM-untypisch eigentlich gar nicht besonders düster und sogar zu 98% in DUR (!). Im Grunde (und jetzt wird die Szenepolizei wieder einen Herzinfarkt kriegen) klingt es fast wie die Black Metal-version von Snow Patrol ("Open your Eyes" meets Darkthrone oder Burzum). Auch die von Alcest als Inspiration angegebene Beschreibung "Anwendung von Slowdive auf Burzum" passt perfekt, obwohl der Vergleich mit Burzum in sofern hinkt, als das Alcest viel weniger Grabes/Depressions-stimmung verursacht und bei weitem nicht so düster, bassarm und krank ist.

Der Text von "Elevation" ist kein geringerer als ein Auszug des Meisterwerks "Fleur du Mal" , was wirklich mal eine verdammt willkommene Abwechslung im Düsterkittel-bereich ist.

Ähnlich wie "Elevation" ist der Titelsong "Le Secret" ein verdammt langer aber dennoch nie langweiliger Song der direkt ins Ohr geht. Der eine oder andere wird hier mit Sicherheit an Shoegazing denken (in diese Richtung sind Alcest wohl auch mittlerweile gegangen, man darf auf das neue Album gespannt sein), mich erinnert der Anfang allerdings auch stark an einige "Shining"-Releases und and "Bohren und der Club of Gore" (auch wenn das vielleicht ein wenig um die Ecke gedacht ist.) Im Gegensatz zur Prügeldröhnung und sphärischen Saugnapf-artigen Atmosphäre von "Elevation" bleibt "Le Secret" lange Zeit sehr ruhig und groovy, keine Blastbeats, nur wunderbar schöne Gitarrenmusik. Auch der Gesang ist eine große Überraschung, den Mastermind "Neige" (zu deutsch: "Schnee") der hinter diesen Kompositionen steckt, hat eine ziemlich hohe und beruhigende fast weibliche Singstimme wenn er nicht gerade Schreit wie bei "Elevation". Unweigerlich muss man an die andere große BM-Überraschung aus Frankreich "Amesoeurs" denken und wer ein wenig rumforscht wird feststellen das Neige dort auch schon mitspielte.

Die 2005-Versionen sind im Grunde fast gleich, nur hat hier Neige höchstselbst alle Instrumente gespielt, während bei der Neufassung ein gewisser Herr Winterhalter die Drums bedient. Meiner Meinung nach spielt Winterhalter besser bzw. sauberer, aber wer auf richtig lo-fi-mäßigen Schrabbel-metal a la Norwegen/Schweden steht wird hier vielleicht auch sehr viel Spaß dran haben.

Kurz noch etwas zu dem UNGLAUBLICH TOLLEN ARTWORK: Diese Scheibe kommt in der Limited Edition wie ein richtiges gebundenes Buch daher, mit sehr vielen Hintergrundinformationen und wunderschönen an "Herr der Ringe"-erinnernden Elfen-artwork-optik ganz außen auf der Papphülle und einer Art Madonnen-abbildung auf dem Cover des gebundenen Innenlebens. Das Ding ist wirklich sehr hochwertig und deshalb sollte sich jeder der es sich nur downloaded schämen! Lieber sparen und das richtige Ding kaufen!
Schön finde ich auch (als Nicht-franzose), das alle Texte auf Englisch übersetzt wurden was das Rumgefrickel mit Leo.org spart!

Alles in Allem ist diese Scheibe wirklich sehr lohnenswert und fast schon ein moderner Klassiker in meinen Augen!

K
a
u
f
e
n
!


Eskimo
Eskimo

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur für angry Angakoks, 29. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Eskimo (Audio CD)
Hey-ah-ha-ma Nutzer,

witzigerweise ist "Eskimo" nicht nur eins der verrücktesten und sperrigsten Alben der Residents, sondern auch eins der erfolgreichsten. Wie das kommt? Tja so genau weis ich das nicht, aber ich versuche mal zu erklären warum mich persönlich dieses Album sehr fasziniert.
Erstmal eins vorweg: Der Remix des Albums "Diskomo" war mit eine der ersten Aufnahmen der Residents die ich hörte. Damals wusste ich praktisch noch nichts über dieses Album geschweige denn über die Residents. Viel Zeit ist seit dem vergangen und irgendwie haben mich die Residents nie losgelassen und insbesondere das Album "Eskimo" wollte ich unbedingt haben. Als ich dann sah das sogar die Limitierte Edition im Pappcover hier auf Amazon erhältlich ist, schrieb ich es mir endlich auf meine Weihnachts-wunschliste. Und siehe da: Santa Dog brachte mir dieses wundervolle Geschenk.

Aber was macht die Faszination "Eskimo" denn aus? Nun es ist zunächst die wirklich spannende Hintergrundgeschichte, die, so empfehlen es die Residents selbst, während des Hörens im Booklet gelesen werden soll.
Genau diese Kombination ist ein großer Teil der Faszination, denn es gibt wohl kaum ein Album da draußen das eine bestimmte Stimmung (in diesem Falle arktische Kälte) so genial inszeniert. Natürlich kann man hier sagen die Residents würde die Kultur und die wahre Musik der Inuit verunglimpfen oder ver*rschen, vor allem wenn man dann im Booklet liest das eins der angeblich bespielten "traditionellen" Instrumente eine Art Xylophon aus Walfischknochen welches mit gefrorenem Fisch geschlagen wird, ist. Doch im Ernst: Wer sich daran stört hat einen großen Teil des Residents-kosmos noch nicht verstanden und ist ziemlich humorlos.
Trotz all dieser skurrilen Elemente hat "Eskimo" doch etwas sehr authentisches, was das Ganze (ähnlich wie beim Rez-debüt "Meet the Residents") trotz allem äußerst echt erscheinen lässt. Im Grunde hört sich Eskimo teils an wie alte Tonband-aufnahmen von Ethno- und Anthropologen die in den 20ern schwarze Sklaven bei ihren Worksongs aufnahmen, nur eben mit Eskimos. Es klingt stellenweise tatsächlich wie ein echtes Zeit/Tondokument von echten Inuit (was es mit Sicherheit NICHT ist).

Doch all das wäre ja noch kein Grund dieses Album aus dem immensen Output der Band hervorzuheben. Ich glaube es ist einfach die UNGLAUBLICH EINGÄNGIGE Melodie im ersten Song, welche sozusagen das Thema des Eskimo-albums ist. Sie besteht aus: G# C H H G# H G# H G# (wobei das Blasinstrument das diese Melodie spielt ziemlich verstimmt scheint). Wer diese Melodie gehört hat wird sie mit Sicherheit den restlichen Tag vor sich hin summen und das ist wirklich klasse!

Die Ästhetik und Illustration im Booklet der Limited Edition ist wie immer typisch Residents bzw. Pore Know Graphix (oder wie auch immer sie es gerade schreiben) und trägt zum Gesamtpaket bei. Unverkennbar und wie immer äußerst passend. Ein Leckerbissen für alle visuellen Menschen.

Anspieltipps gibt es wie immer bei den Konzeptalben der Residents keine, höchstens der Opener "The Walruss Hunt" ist wegen der besagten Melodie ein absoluter Hammer!

Wichtig: Laut (am Besten nachts via Kopfhörer) und am Stück anhören und dabei die Geschichte im Booklet lesen.

VIel Spaß!

UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG!


Handover
Handover
Preis: EUR 11,01

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solides Neuwerk der dürren Welpen!, 29. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Handover (Audio CD)
Hey NutZeR,

Es gibt ja schon seit geraumer Zeit im Lager der Skinny Puppy Fans eine Art Spaltung in das "Früher war SP noch besser"-Lager und das "Egal, mir gefallen die neuen Sachen"-Lager.
Das sich daran auch nach dem neuesten Werk "Handover" nichts ändern wird, war im Grunde von vornherein klar. Ich möchte daher gar nicht zu sehr auf das Album als Gesamtes eingehen sondern mir mal wieder die Mühe machen die einzelnen Tracks zu analysieren. Meiner Meinung nach bietet dieses Album nämlich Futter für beide Lager, aber dazu gleich mehr.
Grundsätzlich muss gesagt werden das "Handover" (wie so ziemliche jede SP-Pladde) eine Weile braucht um im Gehirn anzukommen. Die Songs sind im Vergleich zu früheren Alben doch etwas zugänglicher aber immernoch derart verschroben und vertrackt, das man sich kaum nach dem ersten Durchhören mit ihnen anfreunden wird. Wer sich dennoch die Mühe macht und das Album wie einen Tee gewissermaßen "ziehen" lässt wird doch viel Freude dran haben.

1. Ovirt - Die Ouvertüre des Albums schmeißt den Hörer gleich mal ins kalte Wasser. Wie aus dem Nichts poltert es los. Recht hell abgemischte Drums, schwebende Synthsounds die ein wenig auf die doch mittlerweile recht moderne Dubstep-Triolen-Rhythmik anspielen, dann die unverkennbare Stimme und zack! - sofort wirds ein typischer Skinny Puppy. Der Sound erinnert ein wenig an die "Greater Wrong of the Right"- und "Mythmaker"-Zeit, was den Song natürlich zu einem Liebling der Fans dieser Schaffensepoche machen wird. Nicht sehr überraschend, aber dennoch solide.

2. Cullorblind - Hier mal wieder ein deutlicher Verweis auf "Mythmaker", knarzige Synths, 80er-Feeling, E-gitarren und ein toller Spannungsbogen.Dann wird der Song zu einem richtigen ROCKSONG! Toll. Dieses Stück wird auch den Industrial-rockern gefallen, und ist einer der eingängigsten und schönsten auf "Handover". Piano und viel Hallalalalalal runden die Sache gekonnt ab.
Hier lohnt es sich auch als Marilyn Manson oder Ministry-fan reinzuhören.

3. Wavy - Für mich ein HIGHLIGHT des Albums. Schicke Akkustikgitarren und n Stotternde dominante Drums, dazu einige Keyboardflächen, so muss das sein! Der Song klingt fast ein bisschen wie "Jaher 2.0", und das ist ein großes Kompliment, den "Jaher" ist einer meiner Lieblingstracks von Skinny Puppy gewesen. Das hier ist Musik zum Träumen. Oder Nachts mit Kopfhörern und einer Taschenlampe durch den Wald laufen. Je nach dem.

4. AshAs - Die Achtziger sind wohl immer noch nicht vorbei! Dieser Song mag dem einen oder anderen durch den Sprechgesang und seine Rhythmik wie ein Hiphop-hybrid erscheinen, ich finde aber durch die übrigen Sounds wie Oh-Chants und Synth-geige bekommt dieser Song einen schönen Wave-anstrich. Mancher "The Streets"-fan mit größerem musikalischem Horizont könnte hier gefallen dran finden, auch wenn der Vergleich ein wenig hinkt. AshAs ist jedenfalls eine schöne kaputte Ballade mit einigen sehr interessanten Sounds wie einem Theremin (!?) und landet bei mir im Ranking ganz weit oben.

5. Gambatte - Nach der schönen Ballade "AshAs" kommt "Gambatte" vor wie ein Schlag ins Gebein. Schöne C64-artige Old-school Synths, pumpende Rhythmik und eine gewisse Hektik, die dem bisher eher ruhigen Album eine neue Facette verleiht die ich durchaus begrüße. Ein wenig klingt es als hätten hier Welle:Erdball ihre Finger mit im Spiel gehabt oder als hätten SP einen Gameboy mit kaputtem Soundmodul verwendet.

6. Icktums - Auch hier können SP mich wieder überzeugen, auch wenn 4-to-the-Floor-Techno-basedrums jetzt nicht unbedingt mein Fall sind. Fakt ist aber das genau durch diese "Icktums" mal wieder ein richtig tanzbarer Kandidat geworden ist, der sich auch vor älteren Songs in diesem Stil nicht verstecken muss. Und doch: Obwohl es wie ein Widerspruch erscheint könnten sich auch Freunde der eher noisigen Seite a la "Last Rights" mit diesem Track anfreunden, denn die vielschichtigen Nerv-sounds poltert zwar rhythmisch aber dafür ziemlich brutal. Ich jedenfalls finde ICKTUMS IST DER ABSOLUTE KNALLER und passt auch rein textlich sehr sehr gut in diese Zeit.
Interessant auch das Shouting am Ende, das wirklich klingt wie frisch aus einem Metal-song gesampled.

7. Point - Ja wie jetzt? SP goes Minimal ? NEIN! Bei weitem nicht. Point ist mit Abstand der vertrackteste Song auf Handover und spätestens jetzt sollten Fans der alten Skinny Puppy Scheiben gut aufpassen. Und wer die Kollabos von SP mit Otto von Schirach ("Ugli") gut fand, oder eventuell dessen Album "Magic Triangle" sein eigen nennt, sollte hier auch mal die Lauscher aufstellen. Super-stressig, verkopft, vertrackt, trotzdem rhythmisch und bis zum Bersten überladen mit Sounds aller Art, macht dieser Song wirklich was her und ist der warscheinlich interessanteste aber gleichzeitig auch sperrigste Track auf Handover.

8. Brownstone - Die Überraschung schlechthin. Warscheinlich DER BESTE SONG auf Handover WENNS UM BEKLOPPTHEIT GEHT. Witzigerweise erinnert die veränderte Stimme schwerstens an Songs wie "The Old Woman" von THE RESIDENTS, welche meine Lieblingsband sind. Dieser Song ist natürlich äußerst anstrengend, aber gerade das, und die starke Betonung auf die im Text erzählte Geschichte, macht Brownstone zu einem ABSOLUTEN LECKERLI für ALLE FANS. Disharmonisch, aggressiv und äußerst hässlich aber durchaus ein Hammertrack der intensiver nicht sein könnte.

9. Vyrisus - Vyrisus zieht uns erstmal ganz tief mit rein. Tiefer droniger Klangteppich, spannende Zitter-beats und eine langsam immer mehr in den Vordergrund gemischte E-gitarre (oder zumindest ein Sound der so klingt wie eine). Wer "Pro-test" und das "BTK"-Album von Suicide Commando mag, wer auch gerne mal Industriellen Metal oder Rock hört oder etwas mit Frontline Assembly anfangen kann, wird "Vyrisus" absolut LIEBEN. Genau wie ich. Schade das es so schnell wieder vorbei ist.

10. Village - Ein superrockiges Stück das mit Sicherheit einige alte Fans begeistern kann, mir persönlich ist "Village" ein wenig zu plump und zu technoid, wobei ich natürlich nicht abstreiten kann das "Village" einfach ordentlich rockt wenns in den Chorus geht. Marilyn Manson-fans und ähnliche Kollegen sollten hier mal genau hinhören, ich denke hier gibt es für euch EINIGES zu entdecken, das besagten MM locker in den Schatten stellen kann.
Der Song dauert ein wenig bis er wirklich spannend wird und dennoch ist er nicht wirklich schlecht.

11. Noisex - Breakcore-elemente inklusive Amen-break leiten dieses schicke Kleinod kanadischer Nerv-mucke ein und DAS GEFÄLLT! Wer Drum and Base hört oder Breakcore a la Venetian Snares oder Otto von Schirach, sollte hier auf jeden Fall mal die Ohren spitzen. Ein schön sphärisches Lied zum Träumen das den Hörer ziemlich fordert und Menschen die Musik nur für "Nebenher-gedudel" missbrauchen ziemlich abnerven wird. Gut so. Der Song verliert interessanterweise über die gesamte Spielzeit von 7:14 Minuten nie an Reiz und ist für mich einer der SPANNENDSTEN MOMENTE AUF HANDOVER. Natürlich ist dieser Song auch einer der stressigsten Songs.

FAZIT: Handover ist ein SOLIDES NEUWERK UNSERER LIEBLINGS DÜRREN WELPEN und sollte in keiner Skinny Puppy-Sammlung fehlen. Die Band mag vielleicht nicht mehr ganz so anti-musikalisch zu Werke gehen wie noch zu "Too Dark Park" -Zeiten, es findet sich aber genug Material das ganz locker mit den alten Gassenhauern mithalten kann. Skinny Puppy ist und bleibt ein Garant für absolut hochwertige und intelligente elektronische Musik und daran scheint sich auch so schnell nix zu ändern! Handover ist warscheinlich eins der besten Alben das 2011 rauskam und das ist grundgenug für eine......

......UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG!


Solid Gold Hits
Solid Gold Hits
Preis: EUR 17,17

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ordentliche Zusammenstellung für Neueinsteiger, 27. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Solid Gold Hits (Audio CD)
Ch-check it out Nutzer

Wer die Beastie Boys noch nicht kennt, wird sie spätestens nach diesen hier zusammengestellten Tracks lieben lernen. Das hier ist Hip Hop der alten Schule, teils verbunden mit Rock und HC-Punk-Samples (u.a. von den Bad Brains, welche für die Beastie Boys eine der größten Einflüsse waren). Das hier ist Kopfnicker-futter ab Track 1 bis zum Schluss. Hier gibt es wirklich alle Tracks die man als BB-Novize kennen muss um bei den Großen mitreden zu können. Ob es das geniale "Ch-check it out" ist oder das überdimensional bekannte "Fight for your Right" (welches auch Rockfans gefallen wird), ob es das weniger bekannte "Brass Monkey" oder der Mit-abspack-hit schlechthin "Intergalactic" ist, die Beastie Boys wissen auch nach so vielen Jahren absolut zu überzeugen.

Das Problem an dieser Compilation ist auch nicht die Musik, sondern die Tatsache das kein Booklet dabei ist. Keine Informationen (außer die obligatorische Erwähnung der Samples) , kein Bild außer dem Cover, und auch sonst nichts um den geneigten Fan zu locken. Wer also ein Die-hard-Beastie-boy ist und vielleicht sogar die alte Hardcorepunk-scheibe mit dem derbst genialen "Egg Raid on Mojo" sein Eigen nennt, ja wer alle regulären Platten hat, der BRAUCHT DIE SOLID GOLD HITS EINFACH NICHT.

Nichts desto trotz ist die auf diesem Best-of-Album enthaltene Musik ja nicht schlecht (IM GEGENTEIL!) und genau aus diesem Grund vergebe ich 4 Sterne mit dem Hinweis das man sich doch bitte auch die neueste Scheibe (Hot Sauce Commitee) reinziehen und besagte Alt-werke der NY-Combo reinziehen/kaufen sollte .

Anspieltipps sind hier überflüssig, hört euch am Besten alles an!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 18, 2012 9:51 PM CET


Ugly Animals
Ugly Animals
Preis: EUR 11,28

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einmal ordentlich auf die Glocken bitte!, 21. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Ugly Animals (Audio CD)
Hey Nutzer und Krachfetischisten

Es ist ja mittlerweile eine regelrechte kleine Szene um die Bands Locust und Holy Molar etc. entstanden und genau aus diesem Umfeld stammen auch Retox, die uns hier auf "Ugly Animals" mal wieder zeigen wo der Hammer hängt.
Mancher bezeichnet es einfach als Hardcore , ein anderer sieht Retox bereits als eine Grindcore-combo und irgendwie haben beide Recht. Grindcore-ig ist "Ugly Animals" in jedem Falle, brutal, schnell, kurzweilig, laut und aggressiv.
Wer unter Grind allerdings Metal-esken Sound mit tiefergestimmten Gitarren und Gegrunze a la Napalm Death versteht wird hier nicht besonders viel Spass dran haben, denn "Ugly Animals" enthält auch eine gute Portion HC und Garagen-Punk, die Sounds sind eher klirrend und scharf als düster und stumpf, ein wenig fühlt man sich vielleicht an die "Pricks" erinnert, sofern man die kennt.Selbst den Sound schlicht als Powerviolence zu klassifizieren wird der Sache nicht zu Hundertprozent gerecht, wobei Fans dieser Richtung hier definitiv richtig sind. Die Songs jedenfalls, die kaum länger als eine Minute andauern, sind nicht nur durch ihre schiere Kürze tatsächlich Kurzweilig, sondern auch durch (trotz des Chaos und Krachs) interesssante Arrangements und 1A - Texte!

Sicher, Melodien wird man hier wohl keine besonderen finden, aber das wird dem geneigten Schredder-papst auch nicht sein Gemetzel versauen. Mir persönlich, und da spreche ich denke ich in erster Linie nur für mich selbst, ist "Ugly Animals" einfach ein Tick zu eingleisig. Das Gaspedal ist und bleibt durchgedrückt, es gibt kaum Verschnaufspausen und Groove und etwaige "schöne" Passagen sowieso nicht. Auch die Stimme bewegt sich kein Nanometer von dem einen Kreischton weg, was beim Versuch das Album am Stück durchzuhören ziemlich abnervt. Nichts desto trotz ist "Ugly Animals" ein ordentlicher Schlag, und wer Knüppelmusik anhört sollte sich sowieso nicht beschweren das auch Knüppelmusik drauf ist.

Und auch wenn ich persönlich andere Bands des Genres vorziehe, muss ich doch zugeben das Retox hier ein äußerst solides Album abliefern, das sowohl offene HC-Punks als auch die Grindcorer begeistern kann und einfach Spaß macht. Besonders nachhaltig hat mich dieses Album jetzt nicht begeistert, dazu sind die Songs leider nicht eingängig genug und viiiiel zu sperrig. Aber wer genau das mag, ist hier natürlich goldrichtig und daher vergebe ich solide 4 Sterne für eine Band von der man sicher noch hören wird (vorausgesetzt man wird das Piiiiep nach dem Genuss von "Ugly Animals" wieder los).

Anspieltipps:

The World is Ending and it's about time! (GROOVE AHOI!!!!)
A Funeral on Christmas Sunday (Klingt wie der BÖSE Bruder von den Briefs)
Stick a Fork in it (Dezentes Blasting und interessante Breaks!)


Tricks Of The Shade
Tricks Of The Shade

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen I'm down with the Goats, 11. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Tricks Of The Shade (Audio CD)
Yo! My Nutzer!

Wer die 90er nur mit Leuten wie Papa Bear in Verbindung bringt, könnte fast vermuten das sie nicht besonders ergiebig waren in Sachen Hip Hop. Wer sie allerdings mit den heutigen "Stars" a la Flo Rida oder den Black Eyed Autotunes vergleicht und die etwas unbekannteren Goats kennt, weiß wie gut wir es damals in Sachen Hip Hop hatten. Sicher, heutzutage würde so eine Platte wie "Tricks of the Shade" gar nicht produziert werden. Jedes Sample und zusammengeklaute Beatfitzelchen zu "clearen" wäre den heutigen Majors wohl viel zu aufwendig. Da fällt es einfach leichter Beats rein elektronisch mit Logic oder Fruity Loops und anderen Grausamkeiten zu schustern.

Wenn wir allerdings bei der Wahrheit bleiben habe ich die Goats erst vor 1-2 Jahren für mich entdeckt, zu einfach war es für mich Jungspund einfach den Mainstream-hiphop der 90er zu hören.
Nichts desto trotz habe ich mich nun ausgiebigst mit der mir damals entgangenen Materie beschäftigt und bin zu dem Alt-Herren-mäßigen Erkenntnis gekommen das früher ja doch alles besser war.
Aber was genau finde ich hier denn "besser" ? Nun, zum Einen ist das hier richtig kritischer und politischer Rap, der sehr glaubwürdig wirkt und trotz seines Alters leider nicht ganz unaktuell ist. Viele angesprochene Missstände gibt es leider heute immer noch und gerade die Aussagen über Bush Senior lassen sich wunderbar auf Bush Junior übertragen auch wenn dieser Gott sei Funk auch schon wieder Geschichte ist. Ob man Obama allerdings ganz vorbehaltlos und kritiklos vertrauen kann nur weil er vielleicht eine längst überfällige Hautfarbe trägt, ist eine Frage die ich hier nicht zu klären vermag.

Neben dieser sehr angenehmen politischen Seite wartet "Tricks of the Shade" zum Anderen aber auch mit wirklich gut gebastelten Beats auf. Klar, sie sind ein bisschen "schlurfig" und man wird das Gefühl nicht los das der Producer einfach ein bisschen zuviel grüne Luft schnupperte, aber sind diese funky groovy Old School-Beats nicht einfach herrlich? Meiner Meinung nach sollte Hip Hop genau so klingen. Ein Funk und Soul-Nachkomme und kein Electro-gesummse. Das wär doch auch heute noch fein oder nicht?

Leider ist dieser spezielle Sound genau wie die Goats inzwischen weitestgehend von der Bildfläche verschwunden und wurde mit allerlei Plastik ersetzt.
Ich kann daher wirklich jedem der auf wirklich GUTEN Hip Hip steht dieses Werk allerwärmstens empfehlen, es gibt praktisch keinen Track der hier schlecht ist. Daher möchte ich hier (neben dem Überhit "Typical American", den aber hoffentlich jeder kennt) keine spezifischen Anspieltipps raushauen und sage euch einfach nur:

LIEBE HIP HOP-GEMEINDE,
BITTE BRINGT DEN FUNK WIEDER ZURÜCK UND VERGESST DIE GOATS UND IHR WUNDERVOLLES ALBUM "TRICKS OF THE SHADE" NICHT!!!!
ICH SPRECHE HIERMIT EINE UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG AUS!
WORD.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 9, 2014 8:16 AM MEST


Music and Rhythm
Music and Rhythm
Preis: EUR 16,93

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Soundtrack für den Quentin Tarantino Film den es noch nicht gibt, 4. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Music and Rhythm (Audio CD)
Hey Nanananutzer

Einen Kessel funkiges Buntes bietet uns Shawn Lee auch wieder auf diesem Album, es jedoch wie der Titel heißt auf "Music and Rhythm" zu reduzieren wäre nicht sehr informativ, daher schauen wir uns mal die Tracks genauer an.

1. Sexy Beast - Dieser Song macht seinem Namen alle Ehre, der feiste Funkbass schmiegt sich an die Drums und und liebkost die E-gitarre die ihr Liebesspiel nur auf kleine wohldosierte Licks beschränkt und dabei den Samples ihren Raum lässt. Leider ist der Song nicht besonders lang und grade als man meint es müsste noch ein Höhepunkt kommen, wird das Ganze wie in einer Art Coitus Interruptus abgebrochen.

2. Bollywood - Stehende dronige Flächen und Synth-dubgeblubber wie damals bei "Underwater Love", Sitar und ein perfekt harmonierendes Rhythmusensemble aus Schlagzeug und Tabla und "do-doing" befinden wir uns in Mitten von Mumbais pulsierenden Straßen. Wie auch im Opener Sexy Beast besticht diese Nummer durch sexy Funkbass, der die Melodie gut mitträgt. Und wer jetzt nicht Lust hat mitzugrooven, drückt einfach nochmal auf Repeat. HAMMER!

3. Bongo Fury - Zugegeben es dauert ein wenig bis die Band zur Sache kommt, aber vielleicht erinnert sich einer noch an "Future Shock" von Herbie Hancock: So in etwa muss man sich das vorstellen. Eine dominante Bongo wie frisch aus Sly Dunbars Gehirnwindungen entsprungen, wieder ein spitzen Basslauf, sehr hell abgemischtes Schlagzeug, dezenter Guiro und Vibraslap-einsatz. Und oooooh schon vorbei!

4. Swamp Samba - Es geht heiß her, vom eher unspektakulär wirkenden Bongo Fury geht es direkt in eine Sambasession die natürlich, wie sollte es auch anders sein gewisse Erinnerungen an alte Santana-scheiben hervorruft. Locker, flockig, und beschwingt sind nicht nur Worte um Omis Tanztee zu beschreiben sondern passend witzigerweise hier auch ganz gut. Bluesfans sollten zweimal hinhören!!!!

5. Dirty Birdy - Mit einem Maschinengewehr-gleichen Intro-fill auf dem Schlagzeug stolpert man in dieses Kleinod funkiger Musik. 16tel-Geschepper mit dem Schellenkranz, wie immer reduziert die Band hier alles auf das wesentliche, das heißt Hammond Orgel, Shouts, Bläser spielen nicht die ganze Zeit sondern beschränken sich auf kleine Kicks, die wohldosiert präzise an der einen oder anderen Stelle auftauchen und so schnell wieder weg sind wie sie gekommen sind.
Dann ein Instrument bei dem ich mir nicht sicher bin ob es sich wieder um eine Sitar oder doch um eine Gitarre handelt - egal - jedenfalls ein starkes, und wieder viel zu kurzes Lied.

6. El Duce - Im Player versehentlich nur als "Duce" bezeichnet, macht dieses Lied zunächst den Eindruck es sei direkt aus dem Fahrstuhl eines großen Hotels in Las Vegas entsprungen. Marimba, Bass, Schlagzeug, Gitarre und dezente E-gitarre die fast wie ein Synth daherkommt - Mehr braucht man doch nicht oder? Vielleicht noch einen Schellenkranz. Klar. Der muss schon auch noch sein. Yippie ich bin glücklich!

7. East West - Was passiert wenn man indische Percussion, Beatboxing, Funky Drums & Bass, Fragende Gitarren (waaaaaaau?), Sitar-bordun und allerlei Pling-Plang wie aus einem Buddhistischen Tempel mischt? Richtig! East West!

8. Italian Stallion - Wer gallopiert so funky durch Nacht und Wind? Es ist der Italian Stallion mein Kind! Wieder ziemlich old schooliger Funk mit Wahwah-gitarre, fettem Bass, dicken Drums aber diesesmal mit einer Mandoline die wie frisch aus einer italienischen Tarantella geklaut wirkt. Was daran so witzig ist, wissen nur die gesampleten Lacher...

9. King Conga - Wieso das noch niemand gesampled hat ist mir völlig unbegreiflich. Ein Breakbeat wie aus dem Bilderbuch eröffnet dieses Lied das wie eine wahnwitzige Verfolgungsjagd erscheint und bei geschlossenen Augen durchaus für Kopfkino sorgt. Die Instrumentierung ist so vielseitig und wohldosiert eingesetzt, das ich mich weigere hier wirklich alles aufzuzählen, das Ding jedenfalls ist der helle Wahn und sollte wirklich in Ruhe angehört werden. Hier kommt ganz klar wieder raus welch talentierter Arrangeur dieser Shawn Lee doch ist und wie wahnsinnig tight seine Combo funkt. LECKER!

10. Friday the 13th - Naja dieser Song hat mich jetzt nicht richtig überzeugt, Gitarre, Bass, Drums und eine ziemlich nervige Orgel, dazu Sounds wie aus NDW-Zeiten. Und als die Wahwah-gitarre kommt um es zu retten ist es bereits zu spät.

11. Drum Monkey - Fies - Fies - Fieser Drum Monkey! Der Knaller dieser knarzige Sound der mich extremst an Phil Fuldner erinnert macht richtig Laune und ist im Kontrast zum restlichen Album eine echte Überraschung. Hier dürften auch gestandene Bigbeat-fans gefallen dran finden.

12. Spytown - Uh 6/8-Takt, sowas hatten wir auf dem Album bisher noch nicht. Ist aber wirklich nett anzuhören. Passend dazu die Rockabilly-jammergitarre und eine Art Harfe (?), Walking Bass - Ja die Herrschaften wissen wies geht. Hier dürfen Rockabilly und Psychobilly-fans mal ein Ohr drauf werfen. Auch die Bluesfraktion wird hier mit Sicherheit gefallen dran finden!

13. Organ Grinder - FÜR MICH DER SONG DES ALBUMS! Hammergeil sag ich nur, dickste Orgel, fette Drums, ein schiebendes Schlagzeug, funky Gitarren die wie immer äußerst unaufdringlich daherkommen, dann ein Glockenspiel das dem Ganzen noch eine Dimension nach oben verleiht - Dieses Lied definiert "Eier haben" wirklich mal wieder aufs Feinste. ANHÖREN!

14. Scorpion - Auch hier muss ich leider sagen das mir die dicke E-gitarre zwar äußerst gut gefällt, der Song aber im Vergleich zu den anderen doch recht unspektakulär daher kommt. Würde das Album nur aus Songs dieser Art bestehen - ich hätte es nicht gekauft. Daran kann das schöne Sax genauso wenig ändern wie das nicht ganz uninteressante Arrangement.

15. Sammy's Theme - Wow da hat dieser Sammy ja ein tolles Lied bekommen (oder geschrieben?). Hier erstmals häufiger Gesang, der das Lied zu einer echten Perle auf "Music and Rhythm" macht. Mir gefällt der leicht aggressive Style im Kontrast zu diesen feelgood-Dudidu-Gesängen. Wieder einmal ein Grund das Album zumindest mal anzuhören. Der offene Schluss ist zwar etwas abrupt aber das soll nicht weiter stören. Eigentlich ist das ja auch ein Markenzeichen von Shawn Lee, besonders auf diesem Album.

16. Rose - Für alle Kopfnicker! Bei diesem Track wünscht man sich (Oh Wunder) wirklich mal einen Rapper!!! Das Ding ist unheimlich groovy und hat durch den halligen Chor etwas sehr bekifftes. Gefällt mir allein schon wegen den wirklich klasse groovenden Kombinationen aus Drums und Bass, die tighter nicht spielen könnten!

17. Boss Bossa - Dieser Song ist - achtung - ein wirklich SPITZENMÄßIGER SOUNDTRACK ZUM BADEWANNENTIEFSEETAUCHEN. Ein Sound wie wie aus Dadada bzw. wie eine Blindenampel, ein sehr witziger "Lalala"-Chor, fette Drums, Synthgeblubber, das alles gepaart mit einer aberwitzigen Bossa Nova-Rhythmik. So einen Song wünsch ich mir ab jetzt auf jeder Shawn Lee-Platte!

18. Das Booty - Ja. Wer den Witz kapiert hat ist mir direkt sympathisch. Fast schon Motown-artig hektisch, wieder einmal äußert gut arrangiert mit einem Zusammenspiel aus Klavier und Gitarre was einen äußerst coolen Klang erzeugt, dazu ein kleiner Chor der für etwas Wiedererkennungswert sorgt und über Bass und Schlagzeug muss man eigentlich nichts mehr sagen.

19. Monterey Jack - Jazzig-funkiges Schlagzeug, Bibbernde Gitarren und dann eine Melodica. Dazu gesellt sich der wie immer klasse inzenierte Bass und eine Art spanische Gitarre. Dann noch etwas E-gitarre und fertig ist der Monterey Jack

20. T's Theme - T ist bestimmt eine Frau. Denn T's Theme ist eine durch fuzzige Gitarre getragene Ballade, die mich witzigerweise an "Hey Joe" erinnert. Dann überlegt man ob T. die Frau, vielleicht T, die TOTE Frau ist, denn Thereminartige Jammersounds und Tubular Bells geben dem Song etwas sehr gespenstisches. Dann verliert sich alles in ein paar Akkorden.

21. The Descent - Wie ein sehr aufgeräumtes Hip Hop-Instrumental auf das vergessen wurde zu rappen mutet dieses Stück an. Die Akkorde erinnern mich ein wenig an "Brain Stew" von Green Day, auch wenn die Musik ganz weit weg davon ist. Die hier verwendeten Streicher und die Tubular Bells machen den Eindruck als sei "The Descent" ein wenig als "T's Theme Part 2" gedacht. aber das ist nur meine Interpretation. Schön ist das hier allemal und auch wieder ein Grund mehr das Album interessant zu finden. Nur wünscht man sich auch hier wieder einmal eine Stimme. Einen Rapper, eine Souldiva, irgendwas.

22. Pasta Cowboy - Ayaya! Ich finde es wirklich klasse wie Shawn Lee's Songnamen genau auf die Stimmung passen die sie vermitteln. Spaghetti Western Galore - Etwas traurig, aber irgendwie passend und auf typische Shawn Lee-Art wieder sehr witzig gestaltet, mit viel Hallalalalal. Schön wenn auch nicht das beste Lied auf dem Album!

23. Axel Grease - Mein Name ist Schweiß. Axel Schweiß. Dieses wirklich ziemlich schwitzige Soul/Funk lebt mal wieder von seinem genialen Bass und ist einfach klasse zum chillen. Dezente Jammergitarren und schwabbelige Synth-sounds geben der Sache die nötige Dreidimensionalität - Es lohnt sich das Nachts laut mit Kopfhörern anzuhören!

24. Brooklyn - Neben "San Diego" bekommt nun also auch Brooklyn eine würdige Shawn Lee Hymne. Fettestes Schlagzeug, Bass, Gitarrengefunke und diesesmal mit Scratching! Irre ich mich oder ist das ein Sample vom Sesamstraße-song "wer wie was?" ? Dazu kommt noch eine durchgeknallte Querflöte in die nicht nur geblasen sondern auch gesungen wurde. Auch dieser Song ist im Grunde ein Hip Hop-instrumental ohne Rap. Aber toll. Wirklich. Ohne Witz. Anhören. Jetzt.

25. Psychedelic Sambai - Zuerst dachte ich: ja wie kein Samba? Aber richtig lesen wär vielleicht auch mal nicht schlecht. SAMBAI nicht SAMBA. Was das heißen soll entzieht sich meiner Kenntniss, klingen tuts wie typischer Shawn Lee Funk und das ist zwar nach 25 Liedern nichts besonderes mehr aber wirklich schlecht ist das auch nicht.

Fazit: Music and Rhythm ist zweifelsohne ein klasse ALbum eines tollen Künstlers und sollte auf jeden Fall angehört werden. Fakt ist jedoch das die Lieder im direkten Vergleich mit anderen Shawn Lee - Platten nicht ganz überzeugen, wenn sich auch oben genannte Perlen darunter befinden. Alle Songs sind wahnsinnig kurz, was schade ist. Manchmal kommt es mir so vor als sei das nur ein Sammelsurium diverser Ideen die aber alle irgendwie etwas unfertig sind.
Nichts destotrotz finde ich diese CD absolut klasse und würde sie jedem als K.A.U.F.E.M.P.F.E.H.L.U.N.G ans Herz legen!

Stay Funky!


The Four Elements
The Four Elements
Preis: EUR 7,99

21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nevermind David Garrett .... Here's Nigel Kennedy, 29. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: The Four Elements (Audio CD)
Hey phucking Nutzers

Ich bin ja sozusagen mit Nigel Kennedy aufgewachsen, seine Interpretation der 4 Jahreszeiten lief eigentlich fast jeden Sonntagmorgen wenn ich mit meinen Eltern frühstückte.
Auch neuere Projekte des vermutlich besten Sologeigers (nur meine Meinung liebe Kulturwächter) wie die "East meets East" Platte mit der Kroke Band, die ja eher in türkisch/arabesken und Balkan-Gefilden herumfischte, haben mir sehr gefallen.
Das Nigel eine Affinität zu Rock hat dürfte ja bereits optisch klar sein, und genau diese lebt er nun wieder auf "The Four Elements" aus.

Die Stücke sind abwechslungsreich und sprudeln nur so über vor Kreativität und Spielfreude, wobei ich wieder einmal feststellen muss, das Nigel Kennedy eine Gabe besitzt die ihn von ganz vielen Solo-instrumentalisten unterscheiden: Er kann sich ZURÜCKNEHMEN. Diese Gabe nutzt er im Grunde auf jedem seiner Alben, und auch hier bei den "Four Elements" wird wieder deutlich, das Nigel zwar ein Ausnahme-geiger ist und technisch absolut versiert sein Instrument beherrscht wie kaum ein Zweiter, er ist aber eben nicht ein Steve Vai oder so, der das in stundenlangem Gedudel und Tempo-orgien ausleben muss. Nigel Kennedy spielt Songdienlich, das heißt nie zu viel, nie zu wenig - genau richtig dosiert er seine durchdachten Melodiebögen ohne die Hörer mit Instrumental-mast*rbation zu überfordern. Es ist wie eine Art der Bescheidenheit mit dem sicheren Wissen das man ja etwas kann. Ein echter Musik-kumpel eben, einer der gern Witze reißt und Bier trinkt, einer der zwar sein Handwerk beherrscht, es aber nicht auf einem vergoldeten Schild um den Hals zur Schau stellt.

Dazu kommt noch seine Fähigkeit Melodien zu finden, die zwar komplex sind aber dennoch immer sehr harmonisch und einprägsam, und genau diese Elemente machen die CD "The Four Elements" mal wieder zu einem echten.....

.....KAUFTIPP!


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