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Mainstream_is_actually_weird_music

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Masterplan
Masterplan
Preis: EUR 14,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Masterplan der aufging, 4. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Masterplan (Audio CD)
Hey Nutzer,

hier mal wieder eins der Alben das mir vor einigen Jahren den Metal näherbrachte. Ich kann mich noch gut erinnern, ich war ca. 14-15 und reiner Reggae/Dancehall/Ska/Soca-fan. Dann kam ich auf ein Internat. Im Zimmer nebenan: ein Metalhead der zu jeder Gelegenheit die Wohngruppe mit Metal beschallte. Unter anderem auch mit "Masterplan" von "Masterplan". Seit dem sind nun viele Jahre vergangen, ich habe mich musikalisch stark weiterentwickelt, Reggae und Co gehören zwar immernoch zu meinen Lieblingsgenres aber Metal und eben insbesondere die ersten Alben die ich in diesem Bereich hörte sind mittlerweile ein fester Bestandteil meiner CD-Sammlung.

Masterplan spielen richtig schön melodiösen (Power-)Metal wobei natürlich die Außnahmestimme von Jorn Lande ein extremer Pluspunkt für diese Combo darstellt. Wer sich Masterplan anhört und denkt "Moment mal das klang jetzt aber stark nach Halloween" - hat natürlich völlig recht denn mit Roland Grapow (Git) und Ulli Kusch (Drums) sind immerhin zwei Exmitglieder am Werk. Für mich war aber noch ein ganz anderer Aspekt der Grund warum mir diese Musik auf Anhieb gefiel:
Masterplan sind EXTREM EINGÄNGIG. Ich habe vor kurzem mal die anderen Alben der Band durchgecheckt und konnte bisher keine so eingängigen Lieder finden wie die auf diesem Album. Melodien die sich sofort ins Hirn setzen, Riffs die sich sofort einprägen, und Gitarrensoli die weder zu kurz noch zu lang sind. Und wenn sie auch praktisch jedes Powermetalklischee komplett bedienen kommt "Masterplan" auch fast 9 Jahre nach seinem Release sehr frisch daher.

Für alle Fans der zweistimmigen Gitarrendudelei, für alle Fans des klassischen Rockgesangs, für alle Fans von Keyboardmelodien und schnellen Drums ist dieses Album auf jeden Fall auch heute noch ein hinhören wert und ein absoluter Klassiker.

Anspieltipps: Spirit never die, Enlighten me (Der Hit auf dem Album für mich!), Kind hearted Light, Crystal Nights (starker Text der Stellung bezieht), Heroes (für Fans von Luca Turilli zu empfehlen!)

KAUFTIPP!!!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 6, 2014 5:46 PM MEST


Wormwood
Wormwood

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und Gott sah das es gut war....., 30. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wormwood (Audio CD)
Hey Nutzer

Eins vorneweg: Die Bestellung bei "popshop-wesel" verlief einwandfrei, das Produkt hat minimale Gebrauchsspuren was allerdings angegeben war.
Die CD läuft absolut perfekt, diesen Anbieter kann ich somit empfehlen. Preislich war es für eine Rarität wie diese auch in Ordnung.

Nun zum Album an sich:

Die Residents (a.k.a meine Lieblingsband) haben ja schon so einige Themen beackert. Von Eskimos, völlig entstellten Pop-nummer-collagen mit so ominösen Titeln wie "H*tler was a vegetarian" , bis zur Vertonung des Buches "Der Sandmann" von E.T.A Hoffmann oder eine vierteilige Trilogie über einen Maulwurfsstaat....es gibt fast nichts was die Residents in ihrer langen Geschichte nicht schon getan hätten.

1998 brachten sie "Wormwood" heraus. Ein Album das sich (so der vollständige Titel) mit "kuriosen Geschichten aus der Bibel" befasst. Ausgewählt wurden die skurrilsten und abscheulichsten Splatter-geschichten aus dem heiligen Buch, es wurde nichts hinzugedichtet und nichts weggelassen. Die Residents schreiben dazu im Booklet: " The Desire is to neither vilify nor sanctify book, but to allow it to be humanized" ( Das Anliegen war das Buch weder zu verunglimpfen noch es zu verehren, sondern es zu ermöglichen das es menschlich wird).
Praktisch sieht die Umsetzung so aus, das die Geschichten mit recht einfachen Worten im Booklet wiedergegeben wurden inklusive der Seiten- bzw. Kapitel und Versangabe für alle die (wie ich) gar nicht wirklich glauben wollen, dass dies Originalgeschichten aus der Bibel sind. Wir erfahren erstaunliches über Figuren wie "Lot" , dem Neffen Abrahams der von seinen Töchtern zunächst betrunken gemacht und dann verführt wird, oder die berühmte "Kopf-auf-einem-Silbertablett"-Nummer aus "Markus 6:17-29". Es wird die Geschichte von Kain und Abel erzählt oder ein ordentliches Jammerfeuerwerk des Jeremiah, Sohn des Hilkiah, der im Booklet als "complete Downer" und "most unhappy man" bezeichnet wird, losgelassen. Fairheitshalber sei erwähnt das einige Geschichten aus dem alten Testament entnommen wurden und wenig mit der heutigen Bibel zu tun haben.

Die Musik ist gewohnt verschroben und eben typisch Residents. Fans der Kombo werden genau diesen Sound erwarten, Neulinge werden sich gewohnt schwer tun. Deutlich ist hier auch der theatralische und schauspielerische Aspekt im Werk der Residents zu spüren (noch mehr in der Live-fassung des Albums "Roadworms"). Trotz aller Crazyness ist "Wormwood" im Vergleich ein recht melodiöses Album geworden, das durch seine wirren Sounds nur die wirren Storys unterstreicht. Verstörend und doch irgendwie schön. Schräg aber trotzdem eingängig. Rockfans, Jazzfans, Punks und Avantgardisten werden hier wie gewohnt mal wieder einen gemeinsamen Nenner finden.

Anspieltipps:

"How to Get a Head" - besagte Geschichte mit dem etwas makaberen Geschenk für die Tochter. Wundervoll inszeniert mit der Ausnahme-stimme von Residents-dauerfreundin Carla Fabrizio. Mit eins der eingängigsten Lieder.

"Tent Peg in the Temple" - ein krude Geschichte aus dem "Buch der Richter 4-5" in der eine Frau (Jael - Frau des Heber) zunächst vorgibt einen Mann zu schützen (es ist mal wieder Krieg angesagt) und ihn mit einem Teppich zudeckt und ihn dann mit einem Zeltpflock den sie ihm in die Schläfe rammt, tötet. Hier ist besonders die absurde Stimmung dieser Geschichte in der Musik sehr eindrucksvoll inszeniert worden.

.....Jedoch ist es nicht empfehlenswert diese Songs aus dem Zusammenhang und dem Albumkonzept zu reißen, begebt euch ruhig auf die Reise von Anfang bis Ende und lasst euch in diese Welt voller Splatter, Mystik, S+x und kauziger Gestalten hineinziehen! Und keine Angst: Mit einem Gottesdienst hat dieser Trip sicher wenig zu tun...

Ein echter KAUFTIPP und ein KLASSIKER vor dem Herrn.


The Album After the Last One
The Album After the Last One
Preis: EUR 19,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Toy Dolls rocken wieder and I dig that groove baby, 29. März 2012
Rezension bezieht sich auf: The Album After the Last One (Audio CD)
Hey Nutzer, Bootboys, Asthmatiker und Punks

....als vor einiger Zeit das "Last Album" der Toy Dolls rauskam, war ich gerade erst in ihren Kosmos eingestiegen. Ein Verwandter war ein Überfan dieser Kombo und besaß fast alle Scheiben, die ich mir natürlich nach dem ersten kennenlernen auf einer Ox-Fanzine-CD alle nach und nach auslieh (ausleihtete). Ich war richtig richtig traurig als es hieß: das neue Album ist auch gleichzeitig das Letzte. Mittlerweile hatte ich auch tatsächlich geglaubt das es das jetzt war mit dieser Ausnahmeband, aber nun freue ich mich umso mehr die neue Scheibe, das Album nach dem letzten Album, rezensieren zu dürfen und vorallem eins festzustellen: DIE TOY DOLLS HABEN ES IMMER NOCH SAUMÄSSIG DRAUF.
Alle Songs des Albums sind wie gewohnt von allerhöchster Qualität und zeigen dass, das Genre "Partymukke" und "Sauflieder" kein Schimpfwort ist, das Alben der Atzen bezeichnet, sondern auch für absolut astrein dreckig nach vorne gespielten Punkrock mit Quäkestimme stehen kann. Wie immer mit einem sehr feinen englischen Humor ausgestattet, der auch vor beknackten Wortspielen nicht halt macht, kommt diese Scheibe einfach wie ein ganz typisches Toy Dolls-Album daher und genau das erwartet man ja auch als Jünger des stachelhaarigen Klamauks. Die musikalische Seite beweist natürlich, wie sollte es auch anders sein, wieder einmal eindrucksvoll, dass Menschen die glauben Punks können von Haus aus ihre Instrumente nicht vernünftig spielen, einfach noch nie Olga und die übrigen Dolls gehört haben. EIn Solo jagt das nächste, die Riffs bolzen eingängig und das Gaspedal wird ordentlich penetriert. Es ist herrlich.....

Einen Anspieltipp ist bei einem derart hohen Niveau schwer rauszufiltern, mein Highlight des Albums ist wohl "B.e.e.r" aber auch alle anderen Songs (inklusive der überdimensional guten Akkustikversionen einiger bekannter Kracher der Toy Dolls'schen Vita) sind definitv ein reinhören wert. Besonders Menschen die bislang noch nie etwas von den Toy Dolls gehört haben sollten hier auf jeden Fall mal die Lauscher aufstellen denn obwohl solche Albumklassiker wie "Dig that groove baby" nicht zu toppen sind, kann "the Album after the last one" auf jeden Fall mithalten und spielt in exakt der selben Liga.

Wollen wir hoffen das die Toy Dolls noch einige "Alben after the last one" produzieren und nach Möglichkeit für immer und ewig bestehen bleiben, denn ohne diese geniale Band ist die Welt doch ziemlich doof.

UNEINGESCHRÄNKTE SAUF...ÄH KAUFEMPFEHLUNG!!!!!!!!


Music from the Coffee Lands
Music from the Coffee Lands
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 42,74

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Worldmusic-compilation für einen guten Zweck!, 11. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Music from the Coffee Lands (Audio CD)
Hey Nutzer und Weltenbummler,

das von Putumayo nur gute Musik zu erwarten ist, müsste jedem der ein wenig was von Weltmusik versteht klar sein. "Music from the Coffee Lands" bildet hier auch keine Ausnahme. Das Konzept hinter dieser Zusammenstellung ist einfach.
Künstler aus diversen Ländern die für Kaffeeproduktion bekannt sind, steuern hier ganz unterschiedliche Musik bei, ein Teil des Erlöses von dieser CD-Produktion geht an die Stiftung "Coffee Kids", einer internationalen non-profit Organisation die sich der Lebensverbesserung von Kindern und Familien in den Kaffeeherstellungsländern verschrieben hat. Eine feine Sache also.

Die Musik auf der CD ist recht vielseitig, Scheuklappen, Vorurteile und Engstirnigkeiten sind hier also absolut fehl am Platze. Die Künstler stammen aus Peru, Kolumbien, Uganda, Jamaica, Zimbabwe, Kuba, Mexico, Hawaii, Kenia, Costa Rica und Kongo. Neben Ska/Reggae, Cha Cha Cha und afrikanischer Folklore finden wir also eine riesige Auswahl an verschiedenen Styles.

Hier sind meine persönlichen Highlights:

1. "Claudia Gomez - Soltarlo"
Claudia Gomez aus Kolumbien präsentiert uns einen Song nur mit Stimmen im traditionellen Costeno-style der nur so vor Leichtigkeit strotzt und eindeutig eine große Arrangeursfähigkeit offenbart. Leider ist der Song ziemlich kurz und doch ist er wirklich schön anzuhören, läd zum träumen ein und setzt sich ziemlich schnell im Hirn fest.

2. "Samite - Wasuze Otya?"
Aus Uganda stammt dieser Beitrag der uns mit typisch afrikanischen Klängen, Clean-Gitarre, einer beschwingten Melodie und einer ordentlichen Portion Percussion und Trommeln verzaubert. Der Text lobt die Werte der Ältesten in der Gesellschaft, denn wie Samite findet: "Wir alle brauchen Wertschätzung, Schutz, Herausforderungen und Liebe". Berücksichtigt man die im Booklet erläuterte Lebensgeschichte Samites, dessen Bruder während des Terrors von Idi Amin ums Leben kam und der einige Zeit in Flüchtlingslagern verbrachte, bekommt dieses Statement eine sehr glaubwürdige Seite.

3. "Ernest Ranglin - Below the Baseline"
Wer etwas von Reggae und Ska versteht sollte den Namen Ernest Ranglin kennen. Sein "Shuffling Bug" ist zweifelsohne ein echter Ska-klassiker wenn nicht sogar einer der ersten Songs in dem Stil. Ranglin spielte für Legenden wie Prince Buster und spielte Gitarre auf Bob Marleys Tune "Hurts to be alone" sowie "I'm still waiting". Ranglin hat zudem eine große Jazz-kante, und auch sein Spiel auf "Below the Baseline" ist stark vom Jazz beeinflusst. Das rein instrumental eingespielte, stark an den "Baba Boom Riddim" erinnernde Stück geht sofort ins Ohr und bleibt da auch.

4. "Ayub Ogada - Kothbiro"
Witzigerweise assoziiere ich "Kothbiro" immer mit einem sehr alten deutschen Volkslied namens "Es zieht eine dunkle Wolk' herein". Sowohl die eher düstere fast schon trauernde Stimmung als auch der thematische Hintergrund - in beiden Liedern geht es um einen bald aufkommenden Sturm oder Regen - sind recht ähnlich. "Kothbiro" ist vermutlich eine der schönsten Balladen überhaupt und kommt mit seiner kargen Instrumentierung (nur das traditionelle Instrument "Nyatiti", so etwas wie eine Laute und ein Bass) und der unglaublichen Stimme von Ayub Ogada derartig spannend rüber das mir nichts anderes übrig bleibt als meinen Hut ziehen und es immer wieder anzuhören!

5." Ricardo Lemvo & Makina Loca - La Milonga de Ricardo en Cha-Cha-Cha"
Das wirklich spannende an diesem recht traditionellen Cha-cha-cha ist seine Herkunft: Kongo. Laut Booklet ist der Song eine Reminiszenz an den "Soukous" einen kongolesischen Rhumba-stil der entstand als in den späten 1950ern kubanische Platten nach Afrika importiert und dort adaptiert wurden. "La Milonga de Ricardo en Cha-cha-cha" ist ein Medley aus zwei kubanischen Klassikern mit einem Song aus Zaire von Grande Kalle. Der Song verbindet traditionelle Musik aus 3 verschiedenen Ländern und erhält dadurch seine erfrischende neuartige und dennoch sehr vertraute Stimmung.

Diese 5 Tracks sind meine persönlichen Highlights, die anderen Songs sind jedoch auch ein Hinhören wert. Wer Spaß daran hat Musik aus aller Welt zu erkunden, wer gute Musik zu einer leckeren Tasse Kaffee sucht der ist hier genau richtig, und sollte sich auch mal die anderen Releases auf "Putumayo" reinziehen. Diese Scheibe ist nicht nur für einen guten Zweck für andere sondern kann auch den eigenen Horizont erweitern, was auch ein guter Zweck ist.

UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG!


Portico Quartet
Portico Quartet
Preis: EUR 15,73

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfecto Quartet, 4. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Portico Quartet (Audio CD)
Hey Nutzer

Ich habe offensichtlich das große Glück das ich diese Band erst durch dieses Album kennengelernt habe und somit ganz unvoreingenommen darüber urteilen kann ob mir das hier gehörte gefällt oder nicht, ohne dabei auf die vorherigen Alben der Band eingehen zu müssen. Was wir hier auf dieser Scheibe finden, ist zumeist chillige Musik die irgendwo an der Grenze von Electro und Jazz herumtänzelt und auch vor Hip-hop-esken Sounds und außergewöhnlichen Instrumenten nicht zurückschreckt. Die Musik ist auf "Realworld" erschienen was im Grunde schon ein wenig die Richtung erahnen lässt. Die Musik ist fast ausschließlich instrumental und daher eher wenig eingängig, dennoch derartig spannend inszeniert das es ein genaues hinhören wert ist.

1. Window Seat - Jeder der schon mal irgendwo hingeflogen ist weiß wie beliebt die Plätze am Fenster sind. Dieser "Window Seat" ist ein würdiger Einstieg und ein perfekter Ausgangspunkt für die Reise die wir nun gemeinsam machen werden.
Ein Sample,Sphärische Sounds, schwebende Geräusche - mehr braucht es nicht um glücklich zu machen. Das hier ist Musik zum Träumen und erinnert besonders an OneohtrixPointNever , falls die jemand kennen sollte.

2. Ruins - Dieser Song ist für mich das absolute Highlight auf dem Album. Electrobeats und träumerische Klänge der Hang (eine Art Steeldrum) kombiniert mit einem treibenden Kontrabass, wunderschöne Melodiebögen auf dem Sax und dezente Synth-blubber-einlagen machen diesen Song zu einem verträumten Kleinod das wirklich mitreißt. Natürlich ist alles sehr ruhig und eher chillig, nachdenklich, dennoch erzeugt dieser Song eine wirklich große Spannung und hat ordentlich Eier in der Hose! Ein Arpeggio auf dem E-Piano und recht noisige Frickeleien bis zum musikalischen Höhepunkt und dann zerbröselt alles. Schön.

3. Spinner - Dieser Titel bewirkt bei uns Deutschen natürlich eine ganz andere Assoziation, doch Spinner kommt wohl eher von "to spin" , also "sich drehen", somit handelt es sich hier nicht um einen Spinner sondern um einen Dreher, was die sich wiederholenden Melodiemuster und den Oddmeter erklärt. Der Song kommt fast daher wie ein jazziger Versuch die Tonalität von Triphop zu dechiffrieren. Spinner jedoch beinhaltet darüber hinaus auch noch ab Minute 3.13 eine der eingängigsten Akkord-progressionen auf dem Album, also kann man hier fast vom eingängigsten Song sprechen, dessen abruptes Ende eigentlich ziemlich schade ist.

4. Rubidium - Fans des Sounds der älteren Platten aufgepasst: Rubidium ist nicht nur der längste Song auf dem Album sondern auch der Hang-lastigste. Dazu gesellt sich ein Sound der mich witzigerweise absolut an ein elektronisches Gerät erinnert das meine Mutter benutzt(e) um Nadelfrei zu akkupunktieren bzw. die Akkupunkturpunkte zu stimulieren. Stimulierend ist der über weite Teile relativ ruhige Song zwar nur begrenzt aber durch seine Vielseitige Instrumentierung und Dronig-sphärische Stimmung einfach ein durch und durch spannendes Werk das wirklich immer wieder Neues entdecken lässt. Spätestens wenn das leicht chaotisch anmutende Schlagzeug einsetzt und sich mit den glitchigen Sounds battelt ist man absolut hellwach und nickt völlig überfordert mit dem Kopf mit bis die Anspannung vom Thema auf der Hang gelöst wird. Einige rückwärts abgespielte Effekte ziehen einen immer tiefer in den wabbernden Schlick des Songs und wir machen wieder Bekanntschaft mit dem Akkupunkturgerät bis uns der Song einfach so völlig fassungslos zurücklässt.

5. Export for hot Climates - Gleich nach dem längsten Song folgt nun mit kaum mehr als einer Minute der kürzeste, der ein auf dem Allbum bisher ungehörtes Instrument vorstellt und zwar das gute alte Piano. Der Song ist eigentlich kein richtiger Song und viel zu kurz um darüber viel zu schreiben, ich denke er soll eher als Intro oder als Vorspeise zum folgenden Stück verstanden werden und als solches haken wir ihn einfach mal ab.

6. Lacker Boo - Großes lässt das kleine Sample erwarten und die Geräuschkulisse im Hintergrund poltert bedrohlich drauf los bis ein hektischer Electrobeat losgrooved und sich der Bass genüsslich an ihn schmiegt. Dazu gesellen sich Streichersounds und dezentes Klavier/Keyboard und eine Weile lang bleibt das so, dann wieder einige sphärische fast bedrohliche Sounds inklusive einer Art Pferdegeige die nur mittels einzelner Töne eine derart großartige Stimmung erzeugen kann das einem fast schlecht wird vor Spannung. Leider folgt die große von mir erwartete Explosion nicht, was ein wenig Abzüge in der B-Note gibt, ich hatte irgendwie erwartet das alles mit einem ganz großen KABOOM! zerfetzt aber Portico Quartet ziehen es lieber vor die Geschichte einfach ausblubbern zu lassen. Schade.

7. Steepless - Die große Überraschung, ich bin absolut geflasht, hier IST GESANG DRAUF. Jubel Jubel! Freu Freu! würde Stimpy wohl dazu sagen. Ich habe das Album heruntergeladen kann also leider nicht sagen wem diese wunderbare Stimme gehört aber sie erinnert mich schwer an Hope Sandoval die bereits das so von mir geliebte "Paradise Circus" von Massive Attack veredelt hat. Wer kann mir sagen wem diese wundervolle Stimme gehört???
Der Song jedenfalls ist ein echter Knaller, verschroben, verträumt, komplex, ruhig und doch heftig knarzig. Für mich das zweite Highlight nach "Ruins" und leider leider auch viel zu kurz.

8. 4096 Colors - Loungige Housige Sounds sind ja eigentlich gar nicht so mein Ding, aber dieser Song hier ist wohl die Ausnahme der Regel. Die Atmosphäre ist derart aufregend und minimalistisch das einem der Atem wegbleibt, es empfiehlt sich diese Musik nur ganz bewusst und nicht nebenher zu hören, am Besten Nachts und über einen Kopfhörer. Schwebende Bläsersounds und ein Instrument das klingt als hätte man versucht das Mixturtrautonium nachzubilden, fast schon stressige stehende Drones und ordentlich Geschwabbel machen diesen Song zu einem der anstrengendsten auf dem Album, und dennoch ist es wirklich interessant dieses Erlebnis mal gemacht zu haben.

9. City of Glass - Nun ein Song der recht eindeutig mit Latin-rhythmik spielt und sofort in seinen Bann zieht, auch wenn sich die recht gleichförmigen Spannungsbögen beim kompletten Durchhören des Albums ein wenig abnutzen. Der Bass schiebt, die Beats hämmern und der Synth stresst - so muss das sein. Der Song ist gut, braucht allerdings eine Weile bis man sich in seine Welt hineingefunden und sich dann dort zurechtgefunden hat. Ordentlich Hall und An-der-Grenze-zu-Krach-Sounds und eine wirklich tolle Bassline nur leider wieder kein richtiger Höhepunkt am Ende.

10. Trace - Zum Schluss setzen uns Portico Quartet nun wieder ein kurzes Stück zum Frass vor. Der "Song" ist um Grunde eine Ansammlung ziemlich fieser Sounds die aber alle sehr interessant sind und besonders Träumer und Drone-hörer aus dem Sunn 0)) - Lager ansprechen werden. Der "Song" ist jedoch extrem kurz und kaum der Rede wert.

Fazit: Das Album ist durch und durch spannend, hat aber natürlich Momente die ich persönlich nicht so mag, andere aber vielleicht schon. Wieder einmal hat Realworld eine Platte einer Band veröffentlicht die wirklich spannend ist und somit eine....

....UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG...

......verdient hat. Mein Tipp:Mehr als einmal hören trägt zur Zugänglichkeit des Songmaterials bei und fördert den Genuss!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 7, 2012 7:25 PM MEST


Utilitarian (Limited Edition)
Utilitarian (Limited Edition)
Preis: EUR 17,49

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brachial Phänomenal!, 1. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Utilitarian (Limited Edition) (Audio CD)
Hey Grindfans und Crustentiere!

Sie ist endlich da. Die großartigen Napalm Death haben es mal wieder getan. Mit "Utilitarian" kommt nicht nur einfach ein neues Napalm Death Album raus, sondern zugleich auch eins der abwechslungsreichsten Werke in Sachen Grind und ND.
Die Limited Edition ist mal wieder ein echter Hingucker und Kaufgrund (und das obwohl die Texte im Booklet irgendwie falsch sortiert worden sind). Sie kommt mit ihrer glänzenden Silber-optik daher wie eine Schokoladentafel, nur befindet sich im Inneren keine süße Verführung sondern ein gemischtes Hack vom Grind der allerfeinsten Sorte.

Meine persönlichen Highlights der Schlachtplatte sind:

1. "Circumspect", eine fast schon doomigen Einleitung die doch äußerst schwer an Bands wie die (von Barney und Co schwer verehrten) Swans erinnert. Schöne Gitarrenarbeit und eine dronige sphärische Atmosphäre - schön.

3. "Everyday Pox" ist dann die erste richtige Überraschung auf "Utilitarian", zuerst geht alles mit einem ordentlichen Gepolter los und dann? - EIN SAXOPHON! Und zwar nicht irgendeins, sondern das von JOHN ZORN. Dementsprechend fast Free-Jazz-artig durchsetzt schiebt "Everyday Pox" derart gewaltig das dieser Song zu einem absoluten Liebling geworden ist, der sich auch vor den alten Klassikern der Band nicht verstecken muss!! Toll! Anhören!

5. "The Wolf I feed" ist wohl das außergewöhnlichste Lied auf "Utilitarian" und dürfte den einen oder anderen Grindpuristen etwas schockieren, aber die sind wirklich arm. Zunächst fällt der besonders hohe Anteil an hohen Screams und Shrieks auf die wunderbar abwechslungsreich mit den dunklen Growls harmonieren und dem Stück eine neue Dimension verleihen. Und dann PLÖTZLICH CLEANGESANG!!! Was sich bereits bei "Time waits for no Slave" andeutete ist hier nochmal ausgebaut worden und ich muss ehrlich sagen es steht dem Gesamtsound wirklich verdammt gut zu Gesicht. Die Stimme und das Arrangement erinnert schwerstens an Fear Factory und interessanterweise auch an Ozzy Osbourne, was für mich eher ein Kompliment ist. Ich begrüße diese Neuerung jedenfalls und hoffe da in Zukunft öfter was zu hören. Trotz aller Progressivität ist "The Wolf I feed" ein ziemlich heftiges Brett und gehört für mich zu den Highlights auf "Utilitarian"!!!

7. "Fall on their Swords" ist wieder ein echter Nackenbrecher und wartet wieder mal mit clean gesungenen Passagen auf, die fast an Mönchsgesänge erinnern und quasi über den Dingen schweben. Manch ein Black Metal-fan wird hier wohl Gefallen dran finden und auch die Blastbeat-fraktion hat hier wieder mal was zu beißen. Vertracktes Rhythmusgefüge und einige schöne Riffs machen diesen Song zu etwas Besonderem.

9. "Orders of the Magnitude" tanzt quasi auf der Grenze zwischen HC-Punk/Crust, Grindcore , Death/Black Metal-artigen Elementen und sehr rockig anmutendem Riffing. Wieder mal eine ordentliche Portion höheres Geschrei was ein schöne Erholung von Barneys tiefen Ausnahmeorgan ist, um so mehr freut man sich dann wieder wenn ordentlich gegrowlt wird.

11. "Blank Look about Face" - wohl die eingängigste Hookline auf "Utilitarian" und auch hier wieder ein wenig Abwechslung in Form von relativ melodiösen Gitarrenpassagen und der mittlerweile fast schon ND-typischen hall-geschwängerten Clean-gesang-einlage. Auffällig ist für mich die Verwendung eines Stimmverzerrers der mich extrem an Darkwave/Hellectro/Industrialbands wie Frontline Assembly oder Agonoize und Combichrist erinnert. Dieses Element ist zwar recht dezent sorgt aber wieder für echte Abwechslung.

13. "Everything in Mono" - dieser Song lässt endlich mal wieder die Punkwurzeln der Combo durchschimmern nur um die Illusion mit einigen ziemlich Metalesken Hammerarrangements zu zerhacken. Die Band spielt unglaublich groovig und lässt sich mal wieder etwas mehr Zeit anstatt den Song runterzuhudeln, was dem einen oder anderen Speed-freak zwar missfallen könnte mir persönlich aber jede Menge Spaß bereitet und zum Schütteln der (bei mir fehlenden) langen Haare animiert das es nur so kracht. Dazu gesellt sich auch hier ein wenig Cleangesang und hohe Schrieks. Ein echtes Highlight auf dem Album und vorallem für alle HC-Punks und Crustis ein Anspieltipp.

.....Dies sind meine persönlichen Highlights aber auch andere Songs wie "Gag Reflex" sind alles andere als zum Kotzen, im Grunde kann man mit keinem der Songs irgendetwas falsch machen wenn man auf guten Grind steht und sich mal wieder so richtig den Staub aus den Ohren pusten lassen will. Textlich beschäftigt sich Napalm Death wieder verstärkt mit politischen und sozialkritischen Themen und das Artwork erinnert erfreulicherweise ein wenig an Crust/Anarchopunk-Platten der frühen 80er als Musik noch mehr war als ein Hintergrundberieselungsmedium.

Ich bin jedenfalls nicht eine einzige Sekunde lang gelangweilt gewesen und kann diese Scheibe nur wirklich jedem ans Herz legen!

UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG!!!!


Räuber der Wildnis
Räuber der Wildnis
Wird angeboten von la-era
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein verschrobener Klassiker!, 15. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Räuber der Wildnis (Audio CD)
Hey Raubtiere und Nutzer,

Zunächst mal eins vorweg: Die Bestellung bei "silverdisc" aus Berlin verlief reibungslos, das Produkt ist im Topzustand und war sicher verpackt. Die Lieferung war sogar 2 Tage früher da als von Amazon errechnet.
Diese Firma kann ich empfehlen!

Dieses Produkt ist der Residents-klassiker "Hunters" in der deutschen Fassung "Räuber der Wildnis". Die englische "Pressung" kann im (übrigens ziemlich gut bestückten und sortierten) Residents-shop auf Amazon gefunden werden.
Die Residents haben ja schon so einiges hinter sich: Sie haben sich an Filmen probiert, sind Teil der Dauerausstellung des MoMa in New York, haben Computerspiele entwickelt, Theater-artige Konzerte gegeben, berühmte Komponisten auseinander genommen, die ersten Jingles für MTV produziert und sogar E.T.A Hoffmanns "Der Sandmann" vertont uvm.
Ein Aspekt der Arbeit dieser Gruppe ist fast unbekannt. 1995 nämlich bekamen unsere geliebten Maskenmänner den Auftrag eine 10-teilige Serie des renommierten Natur- und Tierfilmers Wolfgang Bayer mit Musik zu untermalen.
Die Serie die in Deutschland auf Vox und im englischen Raum auf dem Discovery Channel ausgestrahlt wurde, behandelt die Lebenswelt diverser Raubtiere und ihre Tötungsmethoden etc.

Das Albumcover ist wahrscheinlich das Hässlichste aller Zeiten und lässt darauf schließen das die optische Ausarbeitung der CD wohl völlig unwichtig war. Auch das Innenleben mit einem Doppelseitigen Booklet und einer ebenso kotzgrünen CD ist wirklich nicht gerade ein Leckerbissen, daher ganz schnell mal zu einem anderen Thema:

Die Musik zur Serie gestaltet sich ein wenig untypisch für den Residents-habitus. Die Melodien sind vor allem im direkten Vergleich zu den übrigen Werken aus dieser Zeit relativ harmonisch und selten wirklich richtig schräg. Auch rhythmisch macht "Hunters" a.k.a "Räuber der Wildnis" einen sehr aufgeräumten und für die damalige Zeit relativ Residents-untypischen Eindruck. Vorallem die Rhythmik aber ist es die diese Songs so interessant macht. Man hat sich hier relativ einleuchtender Weise von afrikanischen Trommeln und vorallem auch Klängen der (senegalesischen) Djembe-musik inspirieren lassen, was dem Ganzen eine unglaublich eigenständige und archaische Note verleiht.
Weiterhin äußerst untypisch ist der Verzicht auf die Stimme des Sängers unserer anonymen Eyeballheads. Es ist jedoch wenig verwunderlich das "Hunters" als Untermalung zu einem Naturfilm auf Text verzichtet und sich eher darauf beschränkt Stimmungen und Spannungsbögen der Handlung der Dokumentation wiederzugeben. Dominierende Instrumente sind Percussion und Trommeln, einige Synths die wie zu "Commercial Album"-zeiten verschroben pluckern, und vorallem eine ordentliche Portion Marimba und Vibraphon.

Alles in Allem ist "Räuber der Wildnis" a.k.a "Hunters" ein interessantes und kurzweiliges Album einer absoluten Ausnahmeband, jedoch ist das Album vermutlich eher was für Die-hard Fans und Sammler der Residents-scheiben wie ich es bin.
Ohne die bewegten Bilder dazu vermag das Album zwar durchaus zu fesseln aber ein wichtiger Teil des Erlebnisses fehlt eindeutig. Wenn es also irgendwie geht sollte man sich die Serie dazu auf Video oder DVD organisieren.
Die Residents haben es zwar geschafft die Stimmung des Films zu unterstützen, ohne diesen Aspekt ist "Hunters" aber stellenweise ein wenig lahm.

Sicher ist es (wie sollte es auch anders sein) kein wirklich schlechtes Album (daher auch die 4 Sterne) aber die Residents haben einige wesentlich interessantere und beklopptere Platten produziert.
Für Sammler und Fans ist dieser Klassiker ein absolutes Must-have und für den derzeitigen Preis auch eine kostengünstige Anschaffung!

Eine ganz leicht eingeschränkte Kaufempfehlung


Tomorrow Morning (Ltd.Edt.)
Tomorrow Morning (Ltd.Edt.)
Wird angeboten von Der Beste Produkte
Preis: EUR 16,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unisex-Mädchenmusik vom Allerfeinsten ;), 10. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tomorrow Morning (Ltd.Edt.) (Audio CD)
Hey Nutzer

Zugegeben das rosa Cover (Oder pink? Was ist da eigentlich der Unterschied?) ist ein wenig abschreckend, aber man(n) sollte ja nicht oberflächlich sein. "Tomorrow Morning" ist ein weiteres Album von Eels das es wirklich wert ist gehört und gekauft zu werden. Für mich kommt es zwar nicht ganz an "Hombre Lobo" ran aber es befinden sind doch einige echt wunderschöne Lieder auf "Tomorrow Morning". Allen voran möchte ich das überdimensional schöne "I'm a Hummingbird" erwähnt wissen, das für mich mit in die Liste der schönsten Lieder überhaupt gehört. Eine wunderbare, sogartig anziehende Melodie trifft auf exzellentes Arrangement und E's rauchige Stimme. Besser gehts kaum. Warum kann Pop nicht immer so sein?

Doch auch der Rest des Albums der erstaunlicherweise dieses Mal öfter an Soulmusik und sogar Blues erinnert und scheinbar auch eine ordentliche Portion Country/Folk gefrühstückt hat ist wirklich ein Knaller.
Auch rockige Passagen sind hier zu finden und interessanterweise erinnert mich manches an spätere Peter Gabriel-Sachen (I'm a hummingbird, This is where it gets good) was für mich auch keine schlechte Referenz ist.
Meine Empfehlung ist: Etwas mehr Geld ausgeben und die Limited Edition mit den Bonustracks auf der zweiten CD kaufen! Diese Songs lohnen sich auf jeden Fall und sollten nicht unter den Tisch fallen!

Ein weiterer Pluspunkt für das Album ist, dass E es schafft sehr abwechslungsreich zu sein. Kaum ein Lied gleicht dem anderen, und doch ist es kein zusammenhangsloses Album. Mal mit viel Herz und knapp an der Grenze zum Pathetischen, dann wieder mit dicken Drums die öfter fast klingen wie Triphop-beats und ordentlich Eiern in der Hose, zeigt uns E hier wirklich was in ihm steckt. Hoffnungslos ehrliche Lovesong-lyrics die nur ganz selten etwas zuviel Schmalz produzieren und im Grunde immer ein großes Loblied an die Krone der Schöpfung, der Frau, anstimmen. Ich muss es gestehen: Dieses Album hat mich berührt.

Dem einen oder anderen tough Guy mag diese Scheibe hier zu soft sein, und vielleicht bin ich auch etwas irrational aber "Tomorrow Morning" ist für mich eigentlich jetzt schon ein Klassiker.
Auch wenn es nicht ganz an das Überdimensionale "Hombre Lobo" rankommt spricht doch alles für eine UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG!!!!!

Anspieltipps:

I'm a Hummingbirg (!!!!)
Baby loves me
Spectacular Girl
This is where it gets good
Oh so lovely
Looking Up (Blues Brothers meets Eels??!!!)
That's not her way

...aber auch der Rest ist hörenswert!


Les Voyages De L'ame
Les Voyages De L'ame
Wird angeboten von ProMedia GmbH
Preis: EUR 9,99

13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk mit (kleinen) Schönheitsfehlern: Take off zur Seelenreise, 7. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Les Voyages De L'ame (Audio CD)
Bonjour Cybernautes,

Ich habe erst vor kurzer Zeit von Alcest erfahren, genauer gesagt erst durch die Neuveröffentlichung von "Le Secret" Ende 2011. Trotzdem bin ich mittlerweile ein richtiger Fan dieser französischen Combo geworden. Glücklicherweise musste ich also nicht lange auf neues Futter in Sachen Alcest warten und so heiße ich nun seit gestern "Les Voyages de l'Ame" in den Reihen meiner CD-Sammlung willkommen. Im Vorfeld hörte ich schon das Frontmann Neige seinen Stil von ziemlich Black Metal-lastigem Sound wie auf "Le Secret" hinzu eher sphärisch-shoegazing-mäßiger Rockepik verändert hat und so war ich wirklich tierisch gespannt auf das neue Werk und konnte es kaum erwarten endlich die ersten Töne zu erhaschen.

Grundsätzlich kann man sagen das sowohl Artwork als auch Innenleben wieder einmal sehr schön gestaltet sind, wenn auch etwas weniger aufwendig als die Limited Edition von "Le Secret 2011", was sich jedoch auch auf den Preis auswirkt. Das Artwork erinnert an einige Cover der französischen Band "Les Discrets" was auch nicht weiter verwunderlich ist, denn es stammt von deren Bandmitglied Fursy Teyssier.

Als Kritikpunkt möchte ich anmerken das noch auf "Le Secret" zu jedem französischen Text eine englische Übersetzung im Booklet zu finden war, jedoch bei "Voyages de l'ame" nicht. Das finde ich wirklich extrem schade und trägt nicht gerade zum Verständniss der vermutlich hochphilosophischen Texte bei die bereits ohne den Sinn zu verstehen verdammt gut klingen.

Bevor ich mich jedoch darauf beschränke hier nur allgemein über das gesamte Album zu sprechen, nehme ich mir wieder etwas Zeit und nehme die einzelnen Tracks auseinander.

Und Ab dafür:

1. Autre Temps
Für mich definitiv der BESTE SONG auf Les Voyages de l'Ame. Los gehts mit einer wundervoll sphärischen Gitarre die an einer Stelle des Intros ein paar Töne spielt die klingen als würde gleich "Tri Martolod" von Alan Stivel gespielt (Den Metallern besser bekannt als "Inis Mona" von Eluveitie) aber dann geht die Melodie in eine völlig andere Richtung und an der Stelle als Neige singt: " Anime les feuilles dans leur danse alanguie" erinnert mich die Melodie und Rhythmik groteskerweise an Abbas "S.O.S" als es heißt "When you're gone, how can I even try to hold on", aber das geht vermutlich nur mir so also vergesst das mal ganz schnell wieder.
Der Song jedenfalls ist an Eingängigkeit unübertroffen im Alcest-backkatalog und ist ALLEIN SCHON EIN GRUND DIESES ALBUM ZU KAUFEN. Eine Ballade die jetzt schon ein kleiner Klassiker für mich ist.
Im direkten Vergleich mit meinem bisherigen Lieblingslied "Elevation" ist "Autre Temps" einfach viel mehr auf den Punkt gebracht und frisst sich ganz locker ins Gedächtniss.
Wenn es in der Metal-welt nicht so negativ behaftet wäre würde ich diesen Song mit dem Wort "Popsong" beschreiben, wobei Pop für mich nicht unbedingt etwas schlechtes ist.

2. Là Où Naissent les Couleurs Nouvelles
Das zweite Highlight auf "Voyages...", dieser Song dürfte eigentlich jedem Gefallen der was für getragene Metalmusik übrig hat, der Song grooved wirklich trotz aller balladesken Melancholie an den richtigen Stellen und läd zum Rotorförmigen Schütteln der Haare ein das es nur so kracht.
Bei "Là Où...." schimmert eindeutig die Black Metal-kante von Alcest durch und spätestens ab Minute 2.17 dürfte klar sein das diese Seelenreise nicht nur ein harmloses melodiöses Geplänkel bleibt und Neige absolut nicht verlernt hat wie man ordentlich rumschreit. Und wenn ab 3.25 der gute Herr Winterhalter den guten alten Blastbeat aus der Metal-trickkiste holt schiebt dieser Song derartig, dass eigentlich alle Skeptiker ruhig sein müssten. Mit seinen 8.50 Minuten ist "Là où..." der Längste auf dem Album und dermaßen vielschichtig und abwechslungsreich das man niederknien möchte. Leider meandert die Melodie jedoch über einige Strecken innerhalb des Songs nur um einen einzigen Ton herum was mitunter etwas langatmig ist. Trotzdem gefällt mir dieses Lied gut.

3. Les Voyages de l'ame
Witzigerweise gefällt mir dieser namensgebende Song eigentlich gar nicht besonders. Die Melodie klingt irgendwie gelangweilt und auch der Gesang ist eher schnarchig. Vielleicht dauert es ein wenig bis man diesen Song in seiner ganzen Pracht begreift aber von meinem jetzigen Standpunkt betrachtet haut mich das Ding einfach nicht richtig von den Socken. Irgendwie klingt das alles zu sehr nach "Wall of Sound" und ab 3.13 erinnert es mich an Coldplay und die mag ich irgendwie gar nicht. Irgendwie überzeugt mich auch das Arrangement nicht besonders, der sphärische Sog der normalerweise entsteht wenn Neige um einen Ton herum seine Melodien platziert, kommt irgendwie nicht richtig auf, stattdessen wirkt es für mich irgendwie einfalls- und kraftlos.

4. Nous sommes l'emeraude
Dieser Song steht für mich sozusagen im Mittelfeld denn er ist wirklich gut aber eben nicht der beste Song auf dem Album. Textlich wird hier ähnlich wie noch bei "Elevation" eine Gedichts-adaption geboten und zwar von Charles van Leberghe.
Die wirkliche Stärke dieses Tracks ist der wieder mal sehr eingängige Refrain bzw. Chorus. Auffällig ist jedoch das einige Reime von Leberghe den langgezogenen Tönen innerhalb Alcests Melodien zum Opfer gefallen sind. Neige kommt nicht immer genau so raus das sich die Zeilen reimen, was jedoch der unglaublichen Stimmung die dieser Track zu verbreiten vermag keinen Abbruch tut. Intelligente Arrangements und der eine oder andere Break machen 'Nous sommes...' zu einem interessanten Song den ich auf keinen Fall weiterknipse wenn ich das Album anhöre.

5. Beings of Light
Das ist er wieder: Der unglaubliche Sound, der mich schon bei solchen Tracks wie 'Elevation' begeistern konnte!! Für diese Art der Musik müsste man eigentlich eine neue Schublade eröffnen:
'Heller Black Metal', ob das die Szenepolizei in Ordnung finden würde?
Mit einer unglaublichen Helligkeit und fast schon kristallinen Stimmung sticht dieser Song aus den anderen hervor auch wenn er etwas weniger spektakulär und eingängig wirkt als manch anderes Stück der Gruppe. Beings of Light jedenfalls überzeugt mich, auch wenn ich den Gesang etwas vermisse. Fans des alten Sounds und vor allem des Debüts von Alcest dürften hier Freude dran haben. Leider ist der Song relativ kurz gehalten und kurz bevor die Sonne so richtig aufgeht ist es auch schon wieder vorbei und warum bei einem derartigen Brett kein Screaming eingesetzt wurde ist auch nicht so richtig klar.

6. Faiseurs de Mondes
Faiseurs de Mondes fängt im Grunde wirklich sehr stark an und ist das zweite richtig kompromisslose Brett auf dem Album. Jeder der Black Metal und Metal allgemein mag wird hier Spaß dran haben und sich praktisch genötigt fühlen das Haar zu schütteln. Nachteil des Ganzen ist allerdings das dieser Song zwar ordentlich in der Metal-klischee-kiste rumwühlt und den einen oder anderen Songwriting-gag rausnimmt, jedoch Alcest dadurch etwas an Eigenständigkeit und Spannung verliert. Irgendwie macht es den Eindruck als wollte Neige hier einfach noch schnell sein BM-Pflichtprogramm runterziehn und dimmuborgt sich kurzerhand ordentlich bei den nordischen Kollegen Elemente aus. Besser wird's ab Minute 3.00 doch letztlich verliert sich alles in einer rauschenden schwammigen Wall of Sound die mitunter ziemlich nervt. Allgemein empfinde ich den Song als etwas austauschbar und auch hier ist die um sehr wenige Töne herumgebastelte Melodie ein wenig dünn (vor allem gegen Ende). Dieser Song wird jedoch eben durch seine Anbiederung an Metal als definiertes Genre viele Fans in genau diesem Lager finden. Für mich persönlich ist das etwas langweilig, für andere ist es vermutlich der in Stahl gegossene Himmel auf Erden. Trotz aller Kritik ist dieses Lied absolut solides Handwerk und enthält wirklich nahezu perfekt durchdachte Passagen.

7. Havens
Hier zeigt sich eindeutig der Shoegazing und Slowdive-Einfluss auf Alcest. Das Instrumentale Kleinod 'Havens' hat im Grunde nur ein großes Problem ' Es ist einfach viel zu schnell vorbei. Auch hier wäre eine gesangliche Untermalung interessant gewesen, aber ohne tut's der Song auch. Besonders Gitarrophile Mucker könnten sich in dieses Liedchen verlieben. Der Song klingt als wäre er angelehnt an den 15-Minuten-Epos 'Le Secret' und ist somit auch für Fans dieser Phase in der Alcest- Geschichts-Schreibung geeignet.

8. Summers Glory
Dieser fast schon grungige Track gehört zu meinen ABSOLUTEN ULTRA-FAVs auf dem Album auch wenn seine Melodieführung ganz Alcest-like keine wirklich großen Intervall-sprünge vollzieht. Irgendwie schafft es Neige auf 'Summers Glory' trotz oder gerade wegen seiner limitierten Tonwelt wieder einmal alle Knöpfe bei mir zu drücken und so sitze ich staunend und wie durch einen Sog angezogen hochkonzentriert und lausche diesem Stück das irgendwie den Anschein macht als wäre es gar nicht wirklich von hier. Pluspunkt auch hier wieder ein sehr eingängiger Chorus der sich in den Gehirnwindungen einnistet und da auch so schnell nicht wieder rausgeht. Leider muss ich sagen, dass es in dem Fall etwas weniger Hall auch getan hätte. Irgendwie klingt alles etwas verwaschen was wirklich schade ist.
Dass wirklich Seltsame an 'Summers Glory' ist jedoch die Gitarrenarbeit ab Minute 4.10. Spinn ich oder erinnert das noch wen da draußen ganz gravierend an Guns and Roses? Noch deutlicher wird diese Verbindung meiner Ansicht nach ab Minute 5.04. Ob nun diese Assoziation gerechtfertigt ist oder nicht, der (das?) Riff rockt wirklich äußert mächtig und ist ein wunderbar pathetischer Weg zum Schluss hinzuleiten. Diese Melodieführung und Gitarrenarbeit ist zwar nichts besonders neues aber es verfehlt seine Wirkung auch 2012 noch nicht. Ein sauber ausgeführtes an der richtigen Stelle platziertes Ton-klischee das einfach mitreißt ohne das man rational erklären kann/musss warum.
"Summers Glory" ist für mich ein absoluter ANSPIELTIPP! Dieser Song hat mich wirklich fast zum weinen gebracht (ja ich bin n Weichei und so), man möchte die Augen schließen die Arme ausstrecken und sich einfach mitnehmen lassen von dieser (wie es ein guter Freund treffend formulierte) SEHNSUCHT IN MUSIKFORM!

FAZIT: 'Les Voyages de L'âme' ist ein äußerst solides und wundervolles Metal-album mit kleineren bis mittelschweren Schwachpunkten aber einigen absolut überdimensional guten und stimmungsgeladenen Liedern (siehe oben). Ich glaube von Alcest wird man noch eine Menge hören und sehen und vielleicht reicht es beim nächsten Mal ja für die volle Stern-zahl.

Auch dieses Mal war es wirklich sehr sehr knapp und so vergebe ich zwar 'nur' 4 Sterne aber dafür eine

UNEINGESCHRÄNKTE REINHÖR- UND BEI GEFALLEN KAUFEMPFEHLUNG!!!!!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 24, 2013 4:58 PM CET


Wildes Ding
Wildes Ding
Preis: EUR 1,29

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nix mehr Candela, nix mehr Caliente, 6. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Wildes Ding (MP3-Download)
Hey Nutzer und wilde Dinger

Culcha Candela ist das perfekte Beispiel dafür. dass etwas das erfolgreich ist noch lang nicht besser sein muss als etwas das es nicht ist.
Ich kenne die Gruppe noch aus Zeiten als sie ziemlich viel Dancehall/Reggae in ihrer Musik hatten und ihre Platten in der "Riddim" besprochen wurden. Zugegeben: große Poeten waren Culcha ohnehin noch nie ("One to the Two-uh-uh-uh, It's Culcha Candela Crew") aber was diese Gruppe seit ihrem Erfolg mit "Hamma" auf die Menschheit loslassen ist verbaler D*nnpfiff allerfeinster Sorte. Im Grunde erzählen sie uns in den immer gleichen schleimigen Kompliment-attacken immer wieder die selbe Story von der "Hamma"-Frau und dem "Monsta" und dem "XY City Girl" und was einem eben so alles einfällt. Auch "Wildes Ding" bildet hier keine Ausnahme. Und das Verrückte ist: Es scheint zu funktionieren!
Waren Mädchen auf ihren frühen Konzerten kaum mehr zu finden als Männer bilden sie mittlerweile die Mehrheit, und ich rede hier bewusst von "Mädchen" und nicht von Frauen.
Und ihre ziemlich tiefgründige Single "Schöne neue Welt" ging im Großen und Ganzen ziemlich unter oder ihre Ironie wurde nicht verstanden. Naja seis drum.
Hier also nun mit "wildes Ding" eine weitere bestimmt sehr erfolgreiche Hitsingle die genau wie "Hungry Eyes" in meinen Augen alles Falsch macht aber gemessen an Wirtschaftlichkeit und vom ökonomischen Standpunkt aus betrachtet eine ziemlich sichere Nummer sein wird.

Alle Klischees eines modernen Plastikpop-songs werden ausgiebigst bedient, Autotune-verzerrte Vocals, Synth-plugins aus der Logic-Standard-Bibliothek oder aus Fruity Loops (!), seichte Lovesong-lyrics ohne irgendwelchen Tiefgang, ternäre Hiphop-Rhythmik und 0815-Beats. Live vorgetragen natürlich nur stilecht in quietschbunten Neonklamotten vom Designer und einer synchron durchgeführten Choreographie mit solch ewigen Tanzmove-klassikern wie der "Herz-geste" etc.
Es ist wirklich mehr als grotesk wenn man bedenkt das diese Truppe einst mit solchen Bands wie "Irie Revoltes" verglichen wurde und nicht gerade den Anschein machte als würde sie Musik nur des Geldes wegen machen.

Ich finde es jedenfalls mehr als schade, das sich Culcha so dermaßen verkaufen und vorallem ihr eigentlichen Können nicht zeigen um ein möglichst glattgebügeltes gut verdauliches Produkt herzustellen das selbst dem allerletzten Proll gefällt.
Ich bin mir nicht sicher in wie fern da das Management Schuldig ist, und wieviel die Jungs noch selbst entscheiden dürfen , aber sollten sie auch nur ein bisschen Macht über ihre Band haben ist ihnen dringend davon abzuraten diesen Weg weiterzugehen denn es wird sicherlich eine Zeit kommen in der die Menschen merken wie peinlich diese Art von Musik wirklich ist und das man eben nicht endlos den selben wiedergekäuten Mist anhören muss.
Die Alternativen sitzen bereits in den Startlöchern!


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