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Rezensionen verfasst von
Michael Koch (München)
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The Black Swan: The Impact of the Highly Improbable (Incerto)
The Black Swan: The Impact of the Highly Improbable (Incerto)
von Nassim Nicholas Taleb
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,54

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Denkanstöße, 22. Juli 2009
Gleich zum Titel: Es geht um 'The Impact of the Highly Improbable', also um die Auswirkung von Ereignissen, die sich nicht aus bisherigen Beobachtungen ableiten lassen ' und warum der Mensch Probleme damit hat. 'Black Swan' steht für solche Ereignisse, da man früher dachte es gäbe keine schwarzen Schwäne, alle Beobachtung sprach dagegen, bis dann die ersten aufgetaucht sind.

'A black swan is a highly improbable event with three principal charateristics: It is unpredictable; it carries a massive impact; and, after the fact, we concoct and explanation that makes the event appear less randm, and more predictable, than it was.'

Auch wenn das Buch auf andere Bereiche fokussiert, kann man sehr viel über Wissenschaft (und wie man sie nicht betreiben sollte) lernen.

So ist eine wichtigen Aussagen im Buch, die Menschen leider immer wieder vergessen/verdrängen: Eine Theorie lässt sich nicht durch das Finden von (beliebig vielen) Positivbeispielen beweisen ' sie lässt sich aber durch das Finden von (einem einzelnen) Negativbeispiel widerlegen. So ist die intensive Suche nach Negativbeispielen, die erfolglos bleibt, ein besseres Indiz für die Wahrheit einer Theorie als die erfolgreiche Suche nach Positivbeispielen.

Gesetze/Regeln sind nur Modelle für (vergangene) Beobachtungen. Die nächste Beobachtung kann sie falsivizieren.

'We learn from repetition ' at the expense of events that have not happened before. Events that are nonrepeatable are ignored before their occurence, and overestimated after (for a while).' (S. 78)

Ein anderer Aspekt, den Taleb aufgreift ist die bekannte aber immer wieder vergessene Verzerrung/Ausrichtung ('bias'), den einige (viele!) der Stichproben aus denen wir lernen haben ' Insbesondere, da wir die Stichproben in unserem 'normalen Leben' nicht wissenschaftlich korrekt auswählen. Interessant sind hier auch verschiedene Querverweise auf Erkenntnistheorie und Empirismus (und auf den Philosophen Hume).

Auch auf die Probleme, die Menschen mit Schätzen und Vorhersagen haben geht Taleb ein.

Zum Schätzen ist interessant, dass unabhängig vom Umfang des Wissens über ein Gebiet auf jeden Fall die Einschätzung der Qualität der eigenen Schätzung häufig gleich falsch liegt (nicht die Schätzung selbst, sondern die Aussage über die Qualität der Schätzung).

Vorhersagen zu vielen Themen sind nach Taleb wegen der Schwarzen Schwäne nicht möglich. Bzw. die realistische Unsicherheit in der Vorhersage übertrifft den vorhergesagten Wert und macht so die Vorhersage wertlos. Menschen denken trotzdem sie könnten gut vorhersagen. Das liegt wieder daran, dass wir vieles von hinten betrachten. Hinterher lassen sich meist gute Begründungen finden. Diese sind aber das nächste mal nicht unbedingt wieder gültig.

Ein weitere Grund warum Menschen häufig annehmen sie könnten Vorhersagen treffen ist laut Taleb der Umstand, dass sie annehmen, dass die vorherzusagenden Ereignisse Gauss-verteilt sind. Leider sind sie das aber meist nicht, sondern fraktal verteilt.

Eine der Schlussfolgerungen von Taleb: 'Invest in preparedness not in prediction' (S. 208)

In Summe ein sehr spannendes Buch, das zum Nachdenken anregt. Allerdings hin und wieder etwas langatmig.

Zum Abschluss noch ein weiteres schönes Zitat aus dem Buch: 'The world is far, far more complicated than we think, which is not a problem, except when most of us don't know it.' (S. 135)


The Margarets
The Margarets
von Sheri S. Tepper
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,72

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Typisch gut Tepper, 4. August 2008
Rezension bezieht sich auf: The Margarets (Taschenbuch)
Wie üblich schafft es Sheri Tepper mal wieder eine unübliche Geschichte so zu erzählen, dass man mitgerissen wird. Die Personen sind sehr detailliert beschrieben und die Geschichte hat dabei immer ein paar Überraschungen parat.

Auch die Grundidee, dass die Menschheit wegen fehlendem Rassengedächtnis keine dauernde Gefahr für die Planeten ist, auf denen sie lebt, und deswegen von den anderen Rassen in der Galaxis ausgelöscht werden soll (ein Ökosystem ist mehr wert als eine (zerstörerische) Rasse), finde ich sehr interessant. Das Thema hätte man noch ein wenig ausbauen können.

Ausserdem geht mir die Geschichte am Ende des Buches etwas zu schnell zu Ende.

Insgesamt aber trotzdem ein sehr empfehlenswertes Werk! In Abschnitten hat mich das Buch sogar sehr an "The family tree" (auch von S. Tepper) erinnert (und das ist ein großes Kompliment).


Milchgeld. Kommissar Kluftingers erster Fall
Milchgeld. Kommissar Kluftingers erster Fall
von Volker Klüpfel
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Allgäu-Krimi - aber etwas flach, 30. Mai 2008
Das Buch wird als "Allgäu-Krimi" verkauft - also ein Krimi, der im Allgäu spielt und von einem Allgäuer Kommissar (Kluftinger) gelöst wird - und eben von zwei Allgäuer Autoren geschrieben worden ist.

Die Person des Kommissars hat mir sehr gut gefallen - und der Kriminalfall selbst ist solide aufgebaut (und spannend erzählt). Auch der Lokalbezug kommt nicht zu kurz - man kann sich als Leser einiges sehr gut vorstellen :-) - Ich war hier nur etwas davon enttäuscht wie schlecht Niederbayern im Roman (bzw. im Allgäu) wegkommen - aber vielleicht ist das so?

Trotzdem wird es der Roman nie in meine Top-10 schaffen. Dazu ist die Erzählung viel zu flach und kann auch sprachlich nicht sehr überzeugen. Gute Unterhaltung - aber nicht mehr.


Adrenalin-Junkies und Formular-Zombies - Typisches Verhalten in Projekten
Adrenalin-Junkies und Formular-Zombies - Typisches Verhalten in Projekten
von Atlantic Systems Guild
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leider keine durchgehende Geschichte, 6. Januar 2008
Mein erster Eindruck nach dem Lesen: zuerst einmal etwas enttäuscht (denn meine Erwartungen an ein neues Buch von Tom DeMarco waren sehr hoch).

Das Buch liefert zwar viele interessante Einblicke in (Software-)Projektarbeit und damit auch gute Anregungen, wo man hinschauen oder eingreifen sollte/könnte - aber es fehlt die zusammenhängende, geschichtenartige “Schreibe”, die ich bisher bei Tom DeMarco gewohnt war - und geliebt habe. Denn das Buch ist kein zusammenhängender Text, sondern eine Sammlung von 86 Mustern, die bei (Software-)Projektarbeit beobachtet werden können. Jedes Muster ist auf einer bis vier Seiten kurz beschrieben. Dabei ist die Qualität (und Lesbarkeit) der Beschreibungen stark unterschiedlich. Weiterhin sind positive, negative und neutrale Muster wild gemischt.


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