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Beiträge von Ana Purna
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Rezensionen verfasst von
Ana Purna

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Unauslöschlich
Unauslöschlich
von Martin Unterkircher
  Taschenbuch
Preis: EUR 34,90

4.0 von 5 Sternen Schockierende Aussagen von wichtigen Zeitzeugen, 24. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Unauslöschlich (Taschenbuch)
Eine Diplomarbeit, also sprachlich zuweilen nicht besonders flüssig, nicht besonders flott geschrieben. Dafür freilich inhaltsschwer, mit vielen Details und Hintergründen zum Südtiroler "Freiheitskampf" in den sechziger Jahren. Mit all den Bomben, Anschlägen, Folterungen, Toten. Und, schlussendlich, mit dem Abschluss des "Pakets".

Herzstück des Buches sind die Interviews mit fünf ausgewählten Südtirol-Aktivisten, die schwer gefoltert wurden. Deren Antworten sind brisant, beeindruckend, schockierend. Wichtige Aussagen von wichtigen Zeitzeugen. Die keinesfalls vergessen werden dürfen.


Gerfried Göschl - Spuren für die Ewigkeit
Gerfried Göschl - Spuren für die Ewigkeit
von Jochen Hemmleb
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr persönlich, sehr offen, sehr emotional, 24. Oktober 2014
Mit dem Bergsteigen begonnen hat er im heimatlichen Ennstal, im Gesäuse. In den Westalpen war er kein einziges Mal, dafür stand er gleich auf sieben Achttausendern. Zerrissen zwischen Expeditionen, Familie und Beruf gab er letzteres auf und wurde zum Profibergsteiger. Und damit zum Getriebenen. Er wollte, musste immer mehr erreichen. Sein letztes großes Projekt war eine neue Route am Hidden Peak, mit Überschreitung, im Winter. Seit dem 9. März 2012 ist Gerfried Göschl mit seinen beiden Gefährten kurz unterhalb des Gipfels vermisst ....

Vorliegendes Buch zeichnet das Leben Gerfried Göschls (1972-2012) detailliert nach. Anfangs vielleicht etwas langatmig, in den letzten Kapiteln freilich in faszinierender Art und Weise: sehr persönlich, sehr offen, sehr emotional. Klare Leseempfehlung.


Klettern im leichten Fels: Leichte Klettertouren (2 bis 4 UIAA) zwischen Bodensee und Wienerwald - mit Touren in Bayern und Südtirol
Klettern im leichten Fels: Leichte Klettertouren (2 bis 4 UIAA) zwischen Bodensee und Wienerwald - mit Touren in Bayern und Südtirol
von Axel Jentzsch-Rabl
  Broschiert
Preis: EUR 34,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klettern mit Andi Riesner, 25. September 2014
Touren zwischen dem II. und IV. Grad, mit prägnanten Beschreibungen, feinen Topos und nützlichen Infos. Gewidmet Andi Riesner, einem talentierten und auch sozial sehr engagierten Bergsteiger, der im Februar 2012 am Hochkalter abstürzte und starb.

Abgedeckt wird ein Gebiet zwischen dem Rätikon im Westen bis zum Wienerwald im Osten. Zwischen dem Ortler oder den Drei Zinnen im Süden bis zum Jubiläumsgrat oder dem Traunstein im Norden. Einige ganz besondere Schmankerln: die Litzner-Seehorn-Überschreitung, der Ostgrat auf die Watze, der Hüttengrat auf den Fußstein, der Kopftörlgrat im Kaiser, Stüdl- und Melitzkigrat am Glockner, die Watzmann Ostwand, der Pichlweg auf den Dachstein oder die Priel Überschreitung.

Ins Summe sind es fast 100 Touren, die uns da zum Nachsteigen einladen. Sauber recherchiert, klar formuliert und ansprechend bebildert. Absolut empfehlenswert.


Im Zweifel auf Seiten der Schwachen: Claus Gatterer. Eine Biographie
Im Zweifel auf Seiten der Schwachen: Claus Gatterer. Eine Biographie
von Thomas Hanifle
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Tausend spannende Details, aber keine Biografie, 13. September 2014
Knapp 300 Seiten stark, über 1.300 Anmerkungen sowie eine unglaubliche Fülle an Informationen und Details. Der leidenschaftliche Journalist und Historiker Claus Gatterer (1924 - 1984) würde dieses Buch wohl dennoch nicht als Biographie durchgehen lassen. Zu wissenschaftlich formuliert, zu viele - wenngleich überaus spannende - Abschweifungen, zu oft im Detail festgefahren und damit den roten Faden verlierend.

Andererseits: dieses Buch ist auch eine wahre Fundgrube. Für die Medienpolitik nach 1945 und die Verhältnisse im ORF in den siebziger und achtziger Jahren. Für die verhältnismäßig kurze Geschichte Südtirols, die Zeit des Faschismus, der Option, der Gewalt. Natürlich auch eine Fundgrube zur Person Claus Gatterers, seinem Leben, seinem Wirken, seinem Kampf.

Also doch lesenswert? Ja, aber nicht als Biographie. Weil diese gilt es noch zu schreiben.


Grenzgänge in Südtirol: Ausflüge in Geschichte und Landschaft
Grenzgänge in Südtirol: Ausflüge in Geschichte und Landschaft
von Luisa Righi
  Broschiert
Preis: EUR 13,60

4.0 von 5 Sternen Vom Brenner zur Salurner Klause, 27. August 2014
Ein kleines Buch, ein feines Buch, ein nettes Buch. Südtirol und seine Grenzen. Geografische Grenzen, die Grenzen im Kopf. Erstere zum Nachwandern, die zweite zum Nachdenken. Auch heute noch, im eigentlich grenzenlosen Europa.

Der Blick zurück: zum legendären Sepp Innerkofler und seinem Tod am Paternkofel. Zu Reinhold Messner und Hans Kammerlander, die 41 Tage lang Südtirol umrundeten. Zu den tausenden Schwabenkindern, die vom Vinschgau an den Bodensee flüchteten, um dort nicht Hunger und Armut, sondern Brot und Arbeit zu finden. Zum Brenner, zum Reschenpass, zur Salurner Klause . . .

30 Geschichten, 30 Wanderungen, 30 Erinnerungen. Eine ganz wichtige fehlt freilich. Jene der "Bumser", der "Freiheitskämpfer", der "Terroristen", die in den sechziger Jahren Südtirol dominierten. Und gegen Grenzen kämpften.


Free: Der Cerro Torre, das Unmögliche und ich
Free: Der Cerro Torre, das Unmögliche und ich
von David Lama
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Unmögliche Faszination, 26. August 2014
Zwei Jahre. Dieses Buch erzählt die Geschichte von zwei Jahren im Leben des David Lama. Zuerst war die Idee, die erste freie Besteigung des Cerro Torre. "You haven't got a snowball's chance in hell" - nicht den Hauch einer Chance habe er, so die übereinstimmende Meinung. Der damals 19jährige versuchte es trotzdem - und landete direkt in der Hölle. Nicht weil er scheiterte, nein, sondern weil das ihm begleitende Filmteam Unmengen neuer Bohrhaken anbrachte, die Wand mit hunderten Metern Fixseilen fesselte. Die öffentliche Kritik war gewaltig, Lama völlig überfordert.

Schein und Sein, Traum und Wirklichkeit. Diese Seiten sind wohl die spannendsten des ganzen Buches. Die Entwicklung Lamas vom begnadeten Kletterer zum geachteten Alpinisten. Seine Erkenntnis, dass der Zweck nicht jedes Mittel heiligt. Seine inneren Zweifel, sein Reifungsprozess, sein Umgang mit Kritik. Zwei Jahre lang.

Am Ende der saubere Erfolg. Umfassend dokumentiert vom Filmteam. Eine fürwahr beeindruckende Leistung - mit dem laut schlappernden Helikopter als ständiger Begleiter.


Es gibt immer einen Weg: Heinrich Oberleiter - Eine Autobiografie
Es gibt immer einen Weg: Heinrich Oberleiter - Eine Autobiografie
von Südtiroler Schützenbund
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,00

3.0 von 5 Sternen Puschtra Buibm, 25. August 2014
Es sind wohl die Erzählungen aus seiner Kindheit, die am meisten beeindrucken. Seine Zeit als Hirte, als Knecht im Südtiroler Ahrntal. Hin und her geschickt, von Hof zu Hof. Kinderarbeit war damals, heute kaum vorstellbar, noch ganz normal. Schule und Politik waren weit weg, ordentlich satt zu werden war viel wichtiger.

Siegfried Steger, der Gasthaussohn aus Mühlen, hat ihn dann einmal angesprochen. Ob er nicht auch mitmachen möchte. Beim Kampf um die Selbstbestimmung Südtirols, gegen das Unrecht, für die Freiheit. Und so ist er hinein gerutscht, war Teil der legendären Puschtra Buibm, als "Freiheitskämpfer" von den einen, als "Terrorist" von den anderen bezeichnet. Auch davon handelt dieses Buch, wenngleich Oberleiter dazu wohl mehr verschweigt als er erzählt.

Flucht nach Österreich, dann nach Deutschland, wo er heute noch lebt. Mit vielen Hindernissen, großen Enttäuschungen, freilich auch lustigen Erlebnissen. Ein einfach geschriebenes Buch, das dem Leser dennoch einen guten Eindruck über die damalige Zeit vermittelt.


Erhard Loretan - Ein Leben am Abgrund
Erhard Loretan - Ein Leben am Abgrund
von Charlie Buffet
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 32,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragend und schwierig, 23. August 2014
Er stand als Dritter auf allen 14 Achttausendern, über teils beeindruckend neue Routen. Er traversierte den gesamten Ostgrat der Annapurna, bestieg den Everest über die Nordwand. Sein Verzicht auf Zelt, Schlafsack, Kocher sorgte abwechselnd für Kopfschütteln und Bewunderung, seine Schnelligkeit für großes Aufsehen. Erhard Loretan (1959-2011) war ein herausragender Bergsteiger, vielleicht auch deshalb egoistisch, stur, eine mitunter schwierige Persönlichkeit. In einem Wutausbruch fügte er seinem sieben Monate alten Sohn ein tödliches Schütteltrauma zu, an seinem 52. Geburtstag wurde er von seiner damaligen Freundin am Grünhorn mit in die Tiefe gerissen und starb.

Vorliegendes Buch zeichnet sein Leben, seine Expeditionen, sein Denken und seine Einstellung nach. Der Schreibstil ist mitunter gewöhnungsbedürftig, angebliche Fakten sind schlichtweg falsch. Übrig bleibt dennoch ein Portrait über einen Menschen, der die größten Höhen und tiefsten Niederungen des Lebens erfahren hat.


Fern von Europa. Tirol ohne Maske von Sepp Schluiferer (2009) Gebundene Ausgabe
Fern von Europa. Tirol ohne Maske von Sepp Schluiferer (2009) Gebundene Ausgabe
von Sepp Schluiferer
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Kaufen. Lesen. Empfehlen., 14. August 2014
Die Folgen waren unmissverständlich. Als Sepp Schluiferer, eigentlich Carl Techet, im Jahre 1909 dieses Buch veröffentlichte, brach in Tirol ein kleiner Volksaufstand aus. Wenig später musste er nach München flüchten, wurde als Lehrer von Kufstein ins ferne Mähren strafversetzt. Dabei hatte Schluiferer nichts anders getan, als über "Tarrol" und deren Bewohner, also die"Tarrola", in höchst vergnüglicher Weise zu schreiben.

So auch über jenen Prediger, der damals, um 1909, zweifelsfrei zu den besten Kirchenmännern Tirols zählte. Beispiel gefällig? "Kchrischtlacha Mitbrida, i sog enk, mit'n les'n und schrei'm kchemt die Söl dem Teifel ima näha und nochara, bis daß don oana gor o'fongt in dö Biachaln zan les'n, wo steht, daß der Mensch vom Offn o'stommt!"

Schluiferer hat vor über 100 Jahren ein herausragendes Büchlein geschrieben. Über die bemerkenswerten Sitten, Denk- und Verhaltensweisen der "Tarrola". Eigentlich hat sich daran bis heute nur wenig verändert.


Austria 8000: Österreichische Alpinisten auf den höchsten Gipfeln der Welt
Austria 8000: Österreichische Alpinisten auf den höchsten Gipfeln der Welt
von Jochen Hemmleb
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

5.0 von 5 Sternen Beeindruckend, spannend und informativ, 12. August 2014
Was für ein beeindruckendes Buch: sauber recherchiert, toll geschrieben und mit einer ungemein bunten Vielfalt an Informationen versehen. Erzählt werden die teils unglaublichen Geschichten, die österreichische Bergsteiger und –innen an den Achttausendern erlebt haben. Dazu gibt es spannende Portraits der Protagonisten sowie bemerkenswerte Interviews. Und natürlich die eine oder andere Episode, die zum verschmitzten Schmunzeln (oder ungläubigen Kopfschütteln) Anlass gibt.

Beispiel Erstbesteigung Gasherbrum II durch den Oberösterreicher Sepp Larch, den Niederösterreicher Hans Willenpart und den Wiener Fritz Moravec. Als diese drei vom Gipfel zu ihrem letzten Lager zurückkamen, wartete dort bereits das zweite Team, bestehend aus zwei Wienern. Das erfolgreiche Gipfelteam bot den beiden Wienern die Steigeisen an, doch diese wollten nun vom Berg offensichtlich nichts mehr wissen. Deren Begründung: „Na hearst, waun i ned da Erste bin, brauch i ned aufigehn!“ Trockene Replik von Larch: „Is eh woar! Gehst wieda owi!“

Kleines Detail am Rande: Von den insgesamt 14 Achttausendern wurden gleich fünf (Cho Oyu, Dhaulagiri, Nanga Parbat, Broad Peak, Gasherbrum II) von Österreichern erstbestiegen.


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