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Rezensionen verfasst von
RP

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Theorien der Entfremdung zur Einführung
Theorien der Entfremdung zur Einführung
von Christoph Henning
  Broschiert
Preis: EUR 15,90

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert, 21. November 2015
Man muss natürlich nicht jede Interpretation oder Sichtweise des Autors teilen, aber diese Einführung ist sehr gelungen. Schwerpunkt des Bandes ist vor allem die Rekonstruktion der klassischen Entfremdungstheorien seit Rousseau, als deren Hauptlinie Henning die Deutung von Entfremdung als "gestörte Aneignung einer ursprünglich unproblematischen Objektivierung" sieht. Es schließt sich an eine kritische Würdigung zeitgenössischer Entfremdungsdiagnosen und -Theorien. Dabei nutzt Henning ein überzeugendes systematisches Raster, das den Überblick erleichtert und er erläutert auch die Problematik der "normativen Folie" der Entfremdungskritik - wie sähe ein nicht enfremdetes Leben und Arbeiten aus? Eine klare Sprache und die umfangreiche Bibliografie - dankenswerterweise mit Empfehlungen des Autors - sind weitere Pluspunkte. Eine Frage, die man sich beantwortet wünschte, ist, ob nicht auch ein Werte- und Anspruchswandel, der mit der modernen Individualisierungs- und Emanzipationstendenz einhergeht, mit ursächlich für Entfremdungserfahrungen ist, zumal einige der von Henning mit dem Kapitalismus in Verbindung gebrachten Ursachen wie Arbeitsteilung und Ungleichheit gerade zu Zeiten Rousseaus, dem Pionier der Entfremdungstheorien, nicht signifikant an Bedeutung gewannen.


Das verzehrende Leben der Dinge: Versuch über die Konsumtion
Das verzehrende Leben der Dinge: Versuch über die Konsumtion
von Wolfgang Schivelbusch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zuviele Themen für ein kleines Buch, 18. April 2015
Das Buch bleibt unter dem Niveau anderer Bücher Schivelbuschs. Der schmale Umfang (der Textteil hat 146 Seiten) erlaubt es nicht, die vielfältige Geschichte der Beziehung von Mensch und Dingen (bzw. deren Geistesgeschichte) mit den Aspekten Produktion/Schöpfung, Gebrauch, Konsum und Zerstörung auch nur annähernd zu erfassen. Ein Essay, wie der Untertitel suggeriert, ist das Ganze aber auch nicht, denn es hängt sich immer wieder an vielen einzelnen Details auf, die dann aber wieder nur oberflächlich behandelt werden können. Das Namensregister hat mehr Einträge als das Buch Seiten. Gleichzeitig bleiben sachlich gesehen noch immer viele Lücken.
Nicht gut wird mit den zahlreichen französischen Zitaten umgegangen. Nicht nur, dass sie in der Regel nicht übersetzt werden, was die Nachvollziehbarkeit des genauen Inhalts für viele Leser unmöglich macht, sie sind auch noch mehrheitlich falsch geschrieben.


Max Weber: Ein Leben zwischen den Epochen
Max Weber: Ein Leben zwischen den Epochen
von Jürgen Kaube
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,95

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Einführung in Leben und Werk, 17. August 2014
Der Autor, "gelernter" Volkswirt und stellvertretender Leiter des Feuilletons der FAZ, hat eine sehr kundige und überaus gut lesbare Biografie geschrieben, in der die Auseinandersetzung mit Webers Werk und Kernthemen zu Recht einen großen Raum einnimmt. Gleichzeitig bietet Kaube eine große Tiefenschärfe beim Blick auf den geschichtlichen, sozialen und kulturellen Kontext, stellt Weber in den Zusammenhang der Orientierungskrise des modernen Bürgertums und beleuchtet Webers vielschichtige Persönlichkeit. Gut tut dem Buch der rechte Abstand zu seinem Gegenstand, es ist weder zu nah, noch zu distanziert. Die Qualitäten und der Umfang dieser Biografie machen sie auch geeignet für Leser, die einen der einflußreichsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts kennen lernen wollen, ohne trockene oder zu detailreiche Bücher zur Hand nehmen zu müssen.


Lexikon der deutschen Familienunternehmen
Lexikon der deutschen Familienunternehmen
von Peter May
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein unabhängiges Nachschlagewerk, 11. Mai 2014
Das an sich verdienstvolle Werk krankt an zwei wichtigen Schwächen: Es sind größere, auch europaweit marktführende Unternehmen gar nicht vertreten und viele Firmen sind nur mit einem Minimaleintrag und wenig Informationen enthalten. Das ist darin begründet, dass es sich nicht um ein unabhängiges Nachschlagewerk handelt, sondern das Lexikon wird von den dargestellten Unternehmen finanziert, es handelt sich also um bezahlte PR. Dabei hängen der Umfang und damit Informationsgehalt der Artikel nicht von der Bedeutung des Unternehmens ab, sondern von der Höhe der entsprechenden finanziellen Beteiligung. Natürlich ist so ein Lexikon besser als gar nichts, aber es wäre fair gewesen, den Käufer auf den Anzeigencharakter der Artikel hinzuweisen. Er bezahlt ja schließlich einen stattlichen Betrag für den Band.


Before they pass away
Before they pass away
von Jimmy Nelson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 128,00

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tipp: gibt es deutlich billiger bei Amazon.co.uk, 8. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Before they pass away (Gebundene Ausgabe)
Ein wirklich beeindruckender Bildband! Wer nicht ganz so viel ausgeben möchte, kann den Band deutlich billiger bei amazon.co.uk bestellen (mit gleichem Benutzernamen und Passwort).
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 14, 2015 11:32 AM MEST


Die Ökonomie von Gut und Böse
Die Ökonomie von Gut und Böse
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Materialreich - aber mit schwacher Pointe, 17. August 2013
Dass die mathematische Ökonomie und das Modell des ausschließlich wirtschaftlich handelnden Menschen die Wirtschaft in der Vielfalt ihrer Dimensionen und Wertbezüge nicht erfassen (können - und wollen!), weiß man eigentlich und insofern ist die Pointe des Buches wenig ergiebig. Die Fülle der Aspekte des Wirtschaftlichen blättert Sedlacek in einem vielfach interessanten Durchgang durch die Geschichte der abendländischen Kultur und des Denkens über die Wirtschaft auf. Die Fülle des Stoffes läßt ihn dabei relativ oberflächlich und holzschnittartig bleiben und seine Deutungen sind nicht immer richtig - z. B. seine karikierende Darstellung der Lehre der Epikureer, die er fälschlicher Weise mit einem konsumorientierten Hedonismus gleichsetzt.
Dennoch bietet das Buch immerhin Einiges an Stoff und regt zum Nachdenken an in einer Phase, in der eine Wiedereinbettung des Wirtschaftlichen in Norm- und Sinnbezüge dringend geboten scheint.


Über das Glück: De beatitudine (Philosophische Bibliothek)
Über das Glück: De beatitudine (Philosophische Bibliothek)
von Johannes Brachtendorf
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Ausgabe des Glückstraktats aus Thomas' "Summe der Theologie", 23. Dezember 2012
Eine sehr gute deutsch-lateinische Ausgabe der um 1271 verfassten Abhandlung Thomas' von Aquin über das Glück, das den Anfang des zweiten Buches seiner Summa Theologiae bildet. Der Originaltext und die gut lesbare Übersetzung werden ergänzt von einer ausführlichen Einleitung, einer Bibliografie, einem paraphrasierenden und deutenden Kommentar sowie Stellen- und Sachregistern. Dem Tübinger Philosophieprofessor ist eine Ausgabe gelungen, die fast keine Wünsche offen lässt. Glück, so Thomas, ist die "Schau des göttlichen Wesens". Angesichts so erhabener Gegenstände und der Qualität dieses Bandes aus Meiners "Philosophischen Bibliothek" müssen wir seinen doch stolzen Preis wohl verschmerzen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 26, 2015 8:15 AM MEST


Was man für Geld nicht kaufen kann: Die moralischen Grenzen des Marktes
Was man für Geld nicht kaufen kann: Die moralischen Grenzen des Marktes
von Michael J. Sandel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

37 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Viele Beispiele - geringe interpretatorische Kraft, 5. Dezember 2012
Das Buch ist eine Enttäuschung. Der renommierte Professor und Autor zählt unzählige Beispiele für die Kommerzialisierung immer weiterer Lebensbereiche auf. Das reicht von Blut- und Organspenden, bezahlten Warteschlangenstehern, dem Handel mit Lebensversicherungen und VIP-Logen bis hin zu Leuten, die sich Werbung eintätowieren lassen. Die Interpretation dieser Phänomene und ihre Beschreibung mit Hilfe ethischer Kriterien nimmt nur einen kleinen Raum ein. Sandel bringt hier immer wieder die gleichen Deutungsmuster ins Spiel: dass betroffene Güter hierbei degradiert werden und eigentlich nicht zum Verkauf stehen sollten (auch wenn keiner der Vertragspartner einen Schaden nimmt), dass sie oft unter Ausnutzung materieller Zwangslagen zustande kommen und dass sie Privilegien für die materiell Bessergestellten schaffen bei Gütern, zu denen eigentlich alle Zugang haben sollten, so dass die Chancengleichheit leidet und die Gesellschaft auseinanderfällt. Das ist alles nicht falsch, aber die gedankliche Substanz des Buches hätte sich auf wenigen Seiten zusammenfassen lassen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 27, 2014 12:32 PM CET


Walther Rathenau: Ein jüdisches Leben in Deutschland 1867-1922
Walther Rathenau: Ein jüdisches Leben in Deutschland 1867-1922
von Shulamit Volkov
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein kompaktes und differenziertes Porträt, 2. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die kompakte Biografie aus der Feder der emeritierten Geschichtsprofessorin zeichnet ein dichtes und differenziertes Bild des 1922 ermordeten Industriellen, Publizisten und Politikers. Seine vielseitigen Aktivitäten und ihr Verhältnis zueinander werden gut dargestellt und psychologisch plausibel gemacht. Besondere Aufmerksamkeit schenkt Shulamit Volkov Rathenaus Selbstverständnis und Fremdwahrnehmung als eines deutschen Juden. Auch seine Werke werden prägnant vorgestellt. Demgegenüber kommt die Schilderung seiner industriellen Aktivitäten insgesamt zu kurz. Die Autorin hält eine gute Balance zwischen psychologischem Einfühlungsvermögen und kritischer Distanz. Eine empfehlenswerte Biografie.

Die Übersetzung liest sich gut, es gibt nur wenige Holprigkeiten. Warum z. B. das deutsche Wort "Bildung" im englischen Original mit "spezielle kulturelle Errungenschaften" in der deutschen Fassung wiedergegeben wird, erschließt sich nicht.


Radikal führen: plus E-Book inside (ePub, mobi oder pdf)
Radikal führen: plus E-Book inside (ePub, mobi oder pdf)
von Reinhard K. Sprenger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 27,00

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anregend für Führungskräfte, ihr eigenes Tun zu reflektieren, 14. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ob der Anspruch Sprengers gelungen ist, das Thema "Führung" radikal zu durchdenken, kann man bezweifeln. Seine "systematische" Grundlegung des Themas ("Wozu braucht man Führung") ist nicht der stärkste Teil des Buches.

Es bietet aber dem Praktiker viel Stoff zum Nachdenken und entsprechende Anregungen. Sprenger wendet sich gegen ein Modell von "mechanischer" Führung, das mit Zahlen und finanziellen Anreizen oder Sanktionen Menschen, die sich als Einzelkämpfer verstehen oder dazu verleitet werden, zu einem bestimmten Verhalten bewegen will. Ihn interessiert, wie wir Gemeinschaften bilden können, in denen Menschen ein gemeinsames Ziel erreichen und sich dabei selbst gut verwirklichen können. Jedes "Sollen" muss an etwas anknüpfen, was die Menschen wollen. Wie schon in seinen anderen Werken verwirft Sprenger die Idee, man könne Mitarbeiter quasi "von außen" motivieren. Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren zählen Vertrauen, persönliche Aufmerksamkeit und Rahmenbedingungen, die Freude an der Arbeit ermöglichen.

In diesem Sinne ist die Führungskraft eher jemand, der als Ermutiger, Förderer und Dienstleister "hinter" seinen Mitarbeitern steht als jemand, der heroisch vorangeht. Gute Führung mündet letztlich in Selbst-Führung. Ziel muss sein, sich selbst überflüssig zu machen - "Dienen und verschwinden", wie Sprenger Friedrich den Großen zitiert.


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