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Rezensionen verfasst von
Christoph Deschner "cherokeemoon" (Berlin, Germany)
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The Beatles in Mono - The Complete Mono Recordings
The Beatles in Mono - The Complete Mono Recordings
Preis: EUR 189,99

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich!, 5. Mai 2013
Auf vielen Stereo-LPs der Beatles-Ära war einst die Bemerkung zu lesen: "Stereo, auch Mono abspielbar".
Dieser einladende Hinweis konnte seinerzeit sehr leicht den Eindruck erwecken, als hätte man mit dem
Erwerb einer LP sowohl den Stereo- als auch den Mono-Sound gekauft: ein folgenschwerer Irrtum,
ausgelöst durch ein Etikett der Schallplatten-Industrie! Bei dieser Art Mono handelt es sich ausschließlich
um den Abspiel-Modus und NICHT um die Wiedergabe eines echten Mono-Masters. In England wurde es
daher 'fold-down' Mono genannt: es ergibt sich mehr oder weniger zufällig, indem durch entsprechende
Einstellung bei der Wiedergabe zwei voneinander abweichende Mono-Signale (linker und rechter Stereo-
Kanal) zu einem Signal zusammengefaßt werden. Das Resultat ist eben jener muffige 'Mono'-Mix, welcher
maßgeblich zur weit verbreiteten Abwertung von Mono beigetragen hat. Daß der legendäre Mono-Sound
der Beatles erst durch die gesonderte Abmischung eines Norman Smith und später Geoff Emerick
geschaffen wurde, ist offenbar bis heute noch weitgehend unbekannt. Die folgende Darlegung soll
die Hörbarkeit dieses entscheidenden Unterschiedes illustrieren.

Weihnachten 1966 bekam ich mein erstes Tonbandgerät, ein Grundig TK 120 Zweispur-Monogerät.
Meine ersten Überspielungen waren durchweg geliehene Mono-Singles aus den Jahren 1964-1966: diese
Aufnahmen klingen sogar heute noch vergleichsweise gut. "Rubber Soul" war dann die erste überspielte
Stereo-LP: hier traten allerdings Probleme bei der Überspielung mit meinem Dreipol-Monokabel auf.
Bei der Wiedergabe der Aufnahme vom Band fehlte auf einmal der Gesang fast komplett!! Ich ging in
ein Fachgeschäft, schilderte das Problem und bekam die Auskunft: "das kann überhaupt nicht sein!".
Erst der Sitznachbar in meiner Schulklasse, ein High-End-Freak, klärte mich darüber auf, daß man für die
Überspielung beider Kanäle eines Stereo-Tonträgers natürlich ein Fünfpol-Kabel braucht. Gesagt, getan!
Das nach Einsatz eines geeigneten Kabels hörbare Mono-Klangbild vom Tonband war nun zwar vollständig,
konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß es sich in Wirklichkeit ja lediglich um ein im Mono-Modus
wiedergegebenes Stereo-Signal handelte: das hinterließ bei jedem Hören den dringenden Wunsch,
irgendwann einmal den echten Sound zu erleben. Die Stereo-LPs der Beatles habe ich mir dann im Laufe
der 70er zugelegt: mit dem Parlophone Zweikanal-'Pingpong'-Stereo (Rhythmusgruppe links + Gesang
rechts) konnte ich mich aber ebensowenig anfreunden, denn ich mochte den Sound so wie ich ihn von
den Singles her kannte. Es dauerte bis zum Jahr 2013 (!), bis ich schließlich sämtliche Mono-Ausgaben
der Beatles mit der Mono-Box erwerben konnte. Als ich "Rubber Soul" dann zum ersten Mal aufgelegt
habe wurde mir vollkommen klar: genau so sollte das Album ursprünglich einmal klingen! Der Mono-Sound
erstrahlt hier in völlig neuem Glanz und läßt die in der 'Wirtschaftswunder'-Epoche grassierende
HiFi-Stereo-Manie im nachhinein wie eine Seuche erscheinen.

Bis 1968 waren bei den Beatles für jeden einzelnen Titel ZWEI Mixing-Sessions angesetzt: eine für Mono
und eine für Stereo. Die Mono-Abmischung wurde grundsätzlich als ERSTE zur sofortigen Präsenz im
Rundfunk durchgeführt und hatte schon aus diesem Grund die absolute Priorität vor dem oft in aller Eile
und in Abwesenheit der Band erstellten Stereo-Mix: sie wurde mit Sorgfalt angefertigt und setzte den
Maßstab dafür, was genau unter dem 'Beatles-Sound' zu verstehen sein sollte. Die Stereo-Abmischung
wurde dann später rein routinemäßig nachgeliefert und war ausschließlich für LPs vorgesehen, ein Format,
das noch bis ca. 1967 eine sekundäre Rolle zugunsten der marktbeherrschenden Single spielte.

Allen Zweiflern sei hiermit die Lektüre von Geoff Emerick "Du machst die Beatles! Wie ich den Sound
der Band neu erfand" ("Here, There and Everywhere: My Life Recording the Music of the Beatles") und
Mark Lewisohn "The Beatles Recording Sessions" wärmstens empfohlen. Ergänzend sei noch angemerkt,
daß Geoff Emerick als Toningenieur bei der EMI neben den Beatles auch für Gruppen wie die Hollies und
Manfred Mann gearbeitet hat.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 22, 2014 3:40 PM MEST


Toshiba RDXV50KF HDD-DVD-/Videorekorder (160 GB Festplatte, DVB-T) schwarz
Toshiba RDXV50KF HDD-DVD-/Videorekorder (160 GB Festplatte, DVB-T) schwarz

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Operation gelungen, Patient tot, 13. Oktober 2012
Fans von Hi-Tech und von digitalen Spielereien mögen bei diesem Gerät auf ihre Kosten kommen: problematisch wird es beim Abspielen bzw. Überspielen von hochwertigen VHS-Kassetten, insbesondere wenn diese mit einer HiFi-Tonspur ausgestattet sind. Beim reinen Abspielen läßt sich noch mühelos eine manuelle Spureinstellung (= Tracking) einrichten, beim Überspielen (= Dubbing) auf Festplatte (HDD) oder DVD aber wird automatisch die genormte Spureinstellung aktiviert, und die Wiedergabe der HiFi-Tonspur ist bei vielen VHS-Bändern mit unangenehmen Störgeräuschen verbunden. Das eigentliche Problem dieser neuen Generation von VHS-Technik scheint mir daher die Automatisierung der Spureinstellung zu sein, die Bestandteil der Einmessung des Gerätes und somit nicht korrigierbar ist. Die allgemein vorherrschende Fokussierung auf eine optimale Bildqualität hat bei der Herstellung dieses Artikels offenbar zu einer sträflichen Vernachlässigung der Tonwiedergabe geführt, was insbesondere viele Musikliebhaber trifft, die gutes Geld für die Anschaffung von VHS-Bildtonträgern ausgegeben haben: ein klares Indiz für ein Massenprodukt, bei dem die Bedürfnisse des Kunden mit etwas gehobenen Ansprüchen nicht mehr berücksichtigt werden!

P.S. Ähnliche Probleme treten übrigens auch bei dem vergleichbaren Kombirecorder von Panasonic auf:
Panasonic DMR-EX99VEGK DVD- und Festplatten-Rekorder / VHS-Rekorder Kombination 250 GB (HDMI, Upscaler 1080p, DivX-zertifiziert, USB 2.0) mit integriertem DVB-T & analog Kombi Tuner schwarz


Panasonic DMR-EX99VEGK DVD- und Festplatten-Rekorder / VHS-Rekorder Kombination 250 GB (HDMI, Upscaler 1080p, DivX-zertifiziert, USB 2.0) mit integriertem DVB-T & analog Kombi Tuner schwarz
Panasonic DMR-EX99VEGK DVD- und Festplatten-Rekorder / VHS-Rekorder Kombination 250 GB (HDMI, Upscaler 1080p, DivX-zertifiziert, USB 2.0) mit integriertem DVB-T & analog Kombi Tuner schwarz

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Operation gelungen, Patient tot, 12. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Fans von Hi-Tech und von digitalen Spielereien mögen bei diesem Gerät auf ihre Kosten kommen: problematisch wird es beim Abspielen bzw. Überspielen von hochwertigen VHS-Kassetten, insbesondere wenn diese mit einer HiFi-Tonspur ausgestattet sind. Die manuelle Spureinstellung (= Tracking) mag zwar noch eine gute Bildauflösung ermöglichen, die Erfassung und störungsfreie Wiedergabe der HiFi-Tonspur aber ist zumindest in vielen Einzelfällen, wenn nicht sogar überhaupt unmöglich. Der Wiedergabemodus pegelt sich in der Regel nach einigen Sekunden automatisch auf der Normalspur ein, was einen deutlich niedrigeren Lautstärkepegel, deutlichen Klangverlust und ein entsprechend hohes Grundrauschen mit sich bringt. Das eigentliche Problem dieser neuen Generation von VHS-Technik scheint mir daher die Automatisierung der Spureinstellung zu sein, die Bestandteil der genormten Einmessung des Gerätes und somit nicht korrigierbar ist. Die allgemein vorherrschende Fokussierung auf eine optimale Bildqualität hat bei der Herstellung dieses Artikels offenbar zu einer sträflichen Vernachlässigung der Tonwiedergabe geführt, wodurch ausgerechnet viele Musikliebhaber abgestraft werden, die gutes Geld für die Anschaffung von VHS-Bildtonträgern ausgegeben haben: ein klares Indiz für ein Massenprodukt, bei dem die Bedürfnisse des Kunden mit etwas gehobenen Ansprüchen nicht mehr berücksichtigt werden!

P.S. Ähnliche Probleme treten übrigens auch bei dem vergleichbaren Kombirecorder von Toshiba auf: Toshiba RDXV50KF HDD-DVD-/Videorekorder (160 GB Festplatte, DVB-T) schwarz


Verbatim CD-R Super AZO 52x Speed Vinyl Surface CD-Rohlinge im Slim Case 10er Pack
Verbatim CD-R Super AZO 52x Speed Vinyl Surface CD-Rohlinge im Slim Case 10er Pack
Wird angeboten von okluge
Preis: EUR 8,83

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Top-Produkt, 17. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Rohlinge mit Vinyl-Surface von Verbatim kommen in optisch ansprechenden fünf Farben: daß die Rückseite nicht schwarz ist könnte ein Grund dafür sein, daß dieser Rohling von den meisten CD-Spielern mühelos gelesen wird. Unter diversen von mir angetesteten Carbon-Fabrikaten ist dieses Produkt bisher der Hit, insbesondere auch aufgrund des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses und der versandkostenfreien Zustellung inkl. Slimcase. Hervorragend zum Verschenken von Audio-Collections mit selbst gefertigten bzw. ausgedruckten CD-Covers!


The Rolling Stones: Stones In Exile [UK Import]
The Rolling Stones: Stones In Exile [UK Import]
DVD ~ The Rolling Stones
Wird angeboten von dodax-online
Preis: EUR 8,76

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aus dem Heimatland verbannt, 24. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was mag es wohl für einen Engländer bedeuten, vom eigenen Land als "Persona non grata" behandelt zu werden, und das, nachdem die Stones so viel zur Popularität dieses Landes in der ganzen Welt beigetragen haben!? Bisher konnte man allenfalls Vermutungen darüber anstellen. Mit der hier nun vorliegenden Filmdokumentation über die Entstehung des vielleicht größten Stones-Albums aller Zeiten bekommen wir endlich mehr Aufschluß über die Hintergründe und das finanzielle Disaster, in dem sich die Band zu der damaligen Zeit befunden hat. Als ob die sich daraus ergebenden Konsequenzen nicht schon chaotisch genug gewesen wären, so gesellen sich zu allem Überfluß auch noch alle möglichen eher fremden Zeitgenossen zu den unter ohnehin schwierigen Umständen stattfindenden Aufnahmesessions, alle in der Hoffnung etwas vom großen Kuchen abzubekommen. Kein Wunder, daß die Stones peinlich darauf bedacht waren, sich vor Band-externen Einflüssen möglichst abzuschotten und sich auf ihre eigenen Stärken zu konzentrieren. Daß ausgerechnet der begnadete Songwriter Gram Parsons, einer ihrer Gäste an der französischen Mittelmeerküste, dieser Paranoia zum Opfer fiel ist tragisch, haben mitwirkende Musiker wie er und Al Perkins doch nicht ganz unmaßgeblich zur künstlerischen Integrität von "Exile On Main Street" beigetragen. Erhielt Gram aber schon auf dem Originalalbum nicht den ihm gebührenden Co-Writing-Credit (vermutlich für zwei Songs), und wurde er auch sonst nicht namentlich auf dem Albumcover erwähnt, so glänzt er auch in diesem Film durch Abwesenheit, von einer einzigen kurzen Bildeinstellung einmal abgesehen. Es scheint so, als ob es hier ein eher dunkles Kapitel in der glorreichen Biografie der Stones gibt, vor dessen Aufarbeitung sie bis zum heutigen Tage zurückschrecken. Dies ist auch der einzige Wermutstropfen in dieser ansonsten exzellenten Dokumentation, daher Punktabzug.


Return to Zero
Return to Zero

5.0 von 5 Sternen Die "Rubber Soul" der Neunziger, 1. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Return to Zero (Audio CD)
This album is simply breathtaking: soulful and heartfelt renditions of original and other songmaterial combined with superb singing and playing performance as well as brilliant production. Even Jagger/Richards' "Back Street Girl" comes to new life, the adding of a dobro works beautiful here. Each song is a jewel in its own right, the whole album being more than the sum of its parts. Call it a song cycle, if you will, I'd call it the "Rubber Soul of the Nineties". Too bad that group has been so short lived.


Two Sides to Every Story
Two Sides to Every Story

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein reifes Spätwerk, 1. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Two Sides to Every Story (Audio CD)
Diese Veröffentlichung stand zum Zeitpunkt des Erscheinens unter einem unglücklichen Stern, wie das beim notorischen Pechvogel Gene Clark fast schon zur Routine gehörte. Zum einen wurde sie überschattet von den Nachwirkungen seines eigenen epochalen Albums "No Other": wie um alles in der Welt hätte er einen solchen Wurf noch übertreffen wollen? Zum anderen stand die Reunion mit den Restbyrds unmittelbar bevor, das Konzert im Londoner Hammersmith Odeon bildete im April 1977 den Auftakt.

Der überwiegende Teil des Materials auf "Two Sides To Every Story" faßt die wichtigsten Stationen der musikalischen Karriere von Gene Clark zusammen und läßt die Sounds von Dillard & Clark, "White Light", "Roadmaster" und "No Other" noch einmal Revue passieren. Die Titel "Marylou" und "Kansas City Southern" hingegen kommen im hart rockenden Club-Band-Sound daher, eine Referenz an die Silverados, mit denen er zuvor durch die amerikanischen Provinzen getingelt ist. Letztendlich ist es aber wieder einmal das vorzügliche Songmaterial selbst, welches alle Stilfragen nebensächlich erscheinen läßt. Anstelle der Silverados werden hier wie bei all seinen Solo-Alben wieder Gast- und Studiomusiker beschäftigt: eine Maßnahme, die ganz im Dienste der Optimierung jeder einzelnen Aufnahme steht. So überrascht es auch nicht, wenn fast jedes Lied anders klingt und einen völlig eigenständigen Charakter bekommt, zusammengehalten nur durch Gene's unvergleichlichen Gesangsstil. Neben seinen Eigenkompositionen bekommen wir mit "Give My Love To Marie" erstmals auf einem Gene-Clark-Album auch ein Lied des texanischen Troubadours James Talley zu hören, eine Wahl, die hervorragend zur wehmütig-melancholischen Grundstimmung von "Two Sides To Every Story" paßt.
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Two Sides To Every Story Clark,Gene
Two Sides To Every Story Clark,Gene
Wird angeboten von folk4all
Preis: EUR 39,87

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein reifes Spätwerk, 16. Februar 2008
Diese Veröffentlichung stand zum Zeitpunkt des Erscheinens unter einem unglücklichen Stern, wie das beim notorischen Pechvogel Gene Clark fast schon zur Routine gehörte. Zum einen wurde sie überschattet von den Nachwirkungen seines eigenen epochalen Albums "No Other": wie um alles in der Welt hätte er einen solchen Wurf noch übertreffen wollen? Zum anderen stand die Reunion mit den Restbyrds unmittelbar bevor, das Konzert im Londoner Hammersmith Odeon bildete im April 1977 den Auftakt.

Der überwiegende Teil des Materials auf "Two Sides To Every Story" faßt die wichtigsten Stationen der musikalischen Karriere von Gene Clark zusammen und läßt die Sounds von Dillard & Clark, "White Light", "Roadmaster" und "No Other" noch einmal Revue passieren. Die Titel "Marylou" und "Kansas City Southern" hingegen kommen im hart rockenden Club-Band-Sound daher, eine Referenz an die Silverados, mit denen er zuvor durch die amerikanischen Provinzen getingelt ist. Letztendlich ist es aber wieder einmal das vorzügliche Songmaterial selbst, welches alle Stilfragen nebensächlich erscheinen läßt. Anstelle der Silverados werden hier wie bei all seinen Solo-Alben wieder Gast- und Studiomusiker beschäftigt: eine Maßnahme, die ganz im Dienste der Optimierung jeder einzelnen Aufnahme steht. So überrascht es auch nicht, wenn fast jedes Lied anders klingt und einen völlig eigenständigen Charakter bekommt, zusammengehalten nur durch Gene's unvergleichlichen Gesangsstil. Neben seinen Eigenkompositionen bekommen wir mit "Give My Love To Marie" erstmals auf einem Gene-Clark-Album auch ein Lied des texanischen Troubadours James Talley zu hören, eine Wahl, die hervorragend zur wehmütig-melancholischen Grundstimmung von "Two Sides To Every Story" paßt.
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Brian Wilson - Brian Wilson Presents Smile [2 DVDs]
Brian Wilson - Brian Wilson Presents Smile [2 DVDs]
DVD ~ Brian Wilson

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die verdiente Ernte, 29. Juli 2007
Um es gleich vorweg zu sagen: "SMiLE" ist weder Rock noch Pop, sondern nichts Geringeres als das wahrscheinlich größte musikalische Werk des 20. Jahrhunderts. Es qualifiziert Brian Wilson als Solo-Künstler und stellt ihn in eine Reihe mit amerikanischen Komponisten wie George Gershwin, Cole Porter, Rogers & Hammerstein, Burt Bacharach, Leonard Bernstein, Hoagy Carmichael und D.C. Handy, um nur einige zu nennen. Die Konfrontation 1967 mit den Beach Boys und mit Capitol Records war daher absehbar: diese Musik sprengt endgültig sowohl den Rahmen, als auch das Image der Surf-, Rock- und Popmusik. Wäre "SMiLE" wie vorgesehen im Januar 1967 erschienen, so hätte das nicht nur die Bedeutung von "Sgt. Pepper" relativiert, sondern es wäre als die Realisierung der Idee einer 'Earth Opera' auch als erste Rockoper aller Zeiten in die Geschichte eingegangen und "Tommy" von den Who um immerhin zwei Jahre (!) zuvorgekommen.

Daß wir 38 Jahre später dank digitaler Technologie nun auch Zeuge der von prominenten Zeitzeugen wie Paul McCartney, George Martin und Roger Daltrey frequentierten Weltpremiere werden können (und auf DVD 1 tiefe Einblicke in den dramatischen Überlebenskampf eines schwer angeschlagenen Giganten werfen dürfen) ist ein wahrer Segen. Es ist genau genommen unbezahlbar, gibt es doch Aufschluß über die Höhen und Tiefen eines ganzen Künstlerlebens! Wer weiß, vielleicht wird "SMiLE" eines Tages als Musical am New Yorker Broadway aufgeführt und in visuelle Präsentation umgesetzt, ähnlich wie derzeit "Beatles' Love" in Las Vegas. Es wäre die verdiente Ernte nach dem langen und schmerzhaften Regenerierungsprozess einer verwundeten Kinderseele.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 27, 2010 6:31 PM CET


The Other Side
The Other Side
Wird angeboten von gimmixtwo Kontakt Widerrufsbelehrung AGB
Preis: EUR 13,91

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Chris Hillman is back!, 25. Februar 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Other Side (Audio CD)
Wer die Biografie eines David Crosby ein wenig kennt, der weiß welchen Preis man zahlt, wenn man immer auf der Überholspur fährt: "ein Fuß auf dem Gaspedal und den anderen im Grab", um mit Tom Pettys Worten zu sprechen. Chris Hillman kennt die Mechanismen des Business nur zu gut, um sich deren zerstörerischer Gewalt ein Leben lang auszusetzen. Sein jüngstes Werk "The Other Side" ist durchaus kein weiteres Bluegrass-Album, sondern die Inkarnation dessen, was seine besten Gesangs- und Instrumental-Darbietungen mit Gruppen wie den Byrds oder den Flying Burrito Bros. erahnen ließen: ein sanftes Folk-Album mit leisen Tönen, nie seicht und immer höchst geschmackvoll. Er setzt dabei nicht auf das herkömmliche um die Wette Spielen mit hochdekorierten Koryphäen des einschlägigen Genres, sondern mehr auf die entspannte, aber äußerst dichte Atmosphäre, vergleichbar etwa seinem "Morning Sky"-Album. Die Auswahl eher unbekannter Begleitmusiker macht sich hier positiv bemerkbar. Sein eigenes Songmaterial weist dabei eine Tiefendimension auf, mit der man nach so vielen Jahren der Routine nicht mehr gerechnet hatte. "Touch Me" kommt als einer der persönlichsten Texte daher, die man seit Songperlen wie etwa "All Alone" oder "Let Me Down Easy" von ihm gehört hat. Alles in allem ein höchst beruhigender, ja vielleicht sogar heilsamer Beitrag zu all dem Medienrummel, mit dem die Musikbranche heutzutage glaubt auf sich aufmerksam machen zu müssen.


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