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Rezensionen verfasst von
u.huber

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Tel Aviv - Berlin: Geschichten von tausendundeiner Straße
Tel Aviv - Berlin: Geschichten von tausendundeiner Straße
von Fredy Gareis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abgefahren, 22. Juni 2014
Peng. Plötzlich ist man mitten drin. Sitzt hinten auf dem Gepäckträger und riskiert einen Blick über seine Schulter. Schon wieder einer, der mit seinem Rad einmal die Welt umrundet. Die Wüste Gobi durchquert. Oder den Mount Everest runter brettert. Fredy ist anders. Plötzlich klebt man am Hinterrad. Kann kaum Tritt halten, so zügig strampelt er los. Und so schnell schreibt Fredy auch. Erklärt, was er sieht. Allein und mittendrin. Nablus? Kein Problem. Süd-Libanon? Srebenica? Und immer der Blick über seine Schulter. Will man auch dort sein? Nicht immer eine Gegend, die man durchqueren möchte. Noch schlimmer sind Regen, Kälte und vor allem Hunde. Kann man nicht vertreiben.

Die Menschen hier und dort - neugierig. So ein Irrer kommt auch selten vorbei. Da darf man schon mal neugierig sein. Getrunken wird überall. Fährt durch die wildesten Gegenden. Und ist nicht minder neugierig. Fredy ist freier Journalist und kommt schnell zur Sache. Und am Ende wird abgerechnet: Zahlen, bitte. die Anzahl der getrunkenen Schnäpse, gefahrene Kilometer und Stunden auf dem Rad. Und für die anderen Verrückten, die das alles nachmachen wollen eine Liste, was Fredy so alles auf dem Rad geladen hatte. Er hat es geschafft, ist (mit Ausnahme einmal Flugzeug von Sharn El-Sheikh und Fähre von Tripoli nach Tasucu) seine Route mit dem Rad gefahren, und ist nach 5114 Kilometern wohlbehalten in Berlin angekommen.

Zwischen den 286 Seiten Erlebnis findet sich eine Menge an Menschenkenntnis und das Bewusstsein, fast nirgendwo ist man seinem Nachbarn freundlich gesonnen. Das eigene Bier, der eigene Schnaps schmeckt immer besser. Pragmatisch – so bekommt unser Radler immer das Beste auf den Tisch.

Eine Reise ohne Vorurteile, ohne den erhobenen Zeigefinger. Wer will, kann es nachmachen. Lesen aber auf jeden Fall.


Golf von Neapel: Ischia - Sorrent - Capri - Amalfi
Golf von Neapel: Ischia - Sorrent - Capri - Amalfi
von Michael Machatschek
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tonangebend, 18. Mai 2014
Das war ein sonniger Tag im Oktober des Jahres 1971 n.Chr., als in den Ruinen antiken Stadt im Golf von Neapel die halbkreisförmige Arena des römischen Amphitheater zu neuem Leben erweckt wurde. Das leise Intro von Rick Wright mit den Tönen eines Echolots markiert den Beginn des wohl legendärsten Konzerts der vier Musiker von Pink Floyd. Doch entgegen aller Befürchtungen war dies nicht der endgültige Untergang von Pompeji. Eine Stadt, eine Region, die so manches Mal im Chaos versinkt - dennoch Ziel von Reiseträumen – dokumentiert in dem Reisehandbuch „Golf von Neapel“ aus dem Michael Müller Verlag.

Auf 384 Seiten wird dem Reisenden der mediterrane Charme dieser historisch wie landschaftlich bedeutender Region Kampanien kompetent und ausgesprochen anschaulich beschrieben. Am Anfang der Blick zurück, im Zentrum der Vesuv. Von der Antike bis zur Kunst des 19.Jahrhunderts. Eine Exkursion in die Geschichte als Einleitung, die für einen Reiseführer recht ausgiebig ausgefallen ist. Mit diesem unverzichtbaren Grundstock an Verständnis von historischen Zusammenhängen wird den Besuchern nun auf 35 Seiten nicht nur Anreise, Übernachten oder Essen und Trinken beschrieben, sondern auch regionale Eigenheiten und Spezialitäten. Natürlich auch: Pizza und Espresso. Nirgendwo sonst geht der „kleine schwarze“ wohl schneller über den Tresen. Bestellen, trinken, bezahlen – nicht länger als eine Minute. Mit seinen vielen Empfehlungen für Ristorante, Trattoria, Osteria oder Pizzeria wird die Reise auch ein kulinarisches Erlebnis.

Das Buch ist in acht Regionen gegliedert. Neapel und die vorgelagerten Inseln wie Ischia und Capri, weiter in den Golf von Salerno entlang der Amalfitanischen Küste. Die Natur entdecken lässt sich auf 21 gut beschriebenen Wandertouren, auch wenn man sich etwas ausführlichere und größere Streckenkarten wünscht. Die Karten und Pläne sind insgesamt grafisch ansprechend und übersichtlich.

Selbst der Altar für den Fußballgott Maradona wurde nicht übersehen. An der Hauswand der Kneipe Bar Nilo in der Via San Biagio Die Librai 129 wird man den Schrein der Verehrung entdecken.

Solide und zuverlässig recherchiert und mit ausgiebigen Exkursen zu historischen Ereignissen ist „Golf von Neapel“ vom Michael Müller Verlag ein ansprechender Reiseführer. Darin finden sich auch kritische Worte: zur miserablen Wohnsituation in den Städten, der Korruption und Arbeitslosigkeit, dem katastrophalen Umgang mit dem Kulturerbe Pompeij. Keineswegs folkloristische Eigenarten sondern tägliche Realität.


Mainz MM-City: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps.
Mainz MM-City: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps.
von Johannes Kral
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen nicht nur: wie singt und lacht, 5. Mai 2014
Mainzer, Meenzer oder Määnzer? Letztendlich eine Frage der Herkunft. So ist der gemeine Mainzer einfach nur dort wohnhaft. Der Meenzer dort geboren, lebt aber in der näheren Umgebung. Der „echte“ Määnzer ist nicht nur dort geboren, er wohnt auch in Mainz. Johannes Kral, Autor des MM-City Mainz ist zwar wohl weder Meenzer noch Määnzer, seine Einladung, mit seinem Buch die Stadt zu entdecken sollte man sich dennoch nicht entgehen lassen. Bei einem Besuch der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz wird man vielleicht der Ansicht sein, auf einen gedruckten Reiseführer verzichten zu können. Die Stadt ist übersichtlich, kann aber in ihrer langen Geschichte bedeutsames an Sehenswertem und Historischem vorweisen. Nicht nur das bekannteste Mainzer Bauwerk, den Dom, auch den sehenswerten Marktplatz oder das Kurfürstliche Schloss. Um nichts zu versäumen: die 192 Seiten Stadtführung sollte man daher griffbereit beim Besuch von Mainz immer dabei haben.

In gewohnter Manier beschreibt das Buch MM-City fünf Touren durch Mainz, eine Tour ist dem Mainzer Dom gewidmet, und drei Ausflüge führen in die nähere Umgebung. Die Stadttouren lassen sich alle leicht zu Fuß bewältigen. Für die Touren in den nahen Umkreis von Mainz ist ein Auto entbehrlich, sie sind auch gut mit dem Rad zu erkunden. Zu Beginn des Reiseführers wird knapp aber verständlich auf 15 Seiten die reiche Stadtgeschichte vermittelt. Die elementaren Grundbedürfnisse eines Reisenden sind mit Beschreibung von Übernachtungsmöglichkeit, Essen & Trinken, Shopping und Kultur ausgiebig beschrieben. Auch die Mainzer Fastnacht darf natürlich nicht fehlen und wird auf fünf Seiten auch dem nicht Narren oder der nicht Narrhalesen ausgiebig erläutert. Eine herausnehmbare Karte im Maßstab von 1:6500 ist im Anhang des Buches, inklusive Linienplan mit Bus-, Straßenbahn- und S-Bahnlinien.

Einheimische oder Kenner der Stadt werden sicher die Nennung des Stephanberges vermissen. Hier steht die im Buch beschriebene und sehenswerte Stephanskirche – aber auch die bis vor kurzem verwaiste Stützmauer, an der das Gemälde mit dem Bild der Kreuzigung Christi nach seiner Restaurierung wieder seinen angestammten Platz gefunden hat. Ein weiteres Werk, „Die Steinigung des Stephanus“ wurde durch eine Kopie ersetzt, da die Schäden für eine Restaurierung zu schwerwiegend waren. Beide aus dem 19. Jahrhundert vom Kunst- und Kirchenmaler Valentin Volk. Zu erreichen ist die Stützmauer am Stephansberg über die Straße Stephansberg.

Mainz, wie es singt und lacht bietet auch außerhalb der Karnevalszeit eine Menge an Spaß, Kultur, Geschichte und natürlich (dank des nahen Rheingaus) ausgezeichnete Weine und Delikatessen wie den Mainzer Schinken (Jambon de Mayence) oder den (gewöhnungsbedürftigen) Handkäs' mit Musik.

Dank guter Infrastruktur ist Mainz auch von Frankfurt am Main schnell erreichbar, und mindestens einen Tagesausflug wert. Den Wert des MM-City vom Michael Müller Verlag: 5 Sterne bei Amazon.


Bali & Lombok
Bali & Lombok
von Susanne Beigott
  Broschiert
Preis: EUR 22,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die ungleichen Schwestern, 13. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Bali & Lombok (Broschiert)
Unterschiedlicher könnten sie kaum sein, keine 40 Kilometer trennen die Meerenge der Lombokstrasse im Indischen Ozean die beiden Kleinen Sundainseln. Zwischen ihnen verläuft die Wallace-Linie, die bio-geographische Grenze asiatischer und australischer Flora und Fauna. Und auch eine kulturelle Trennung unterscheidet Bali und Lombok. Hier das bunte und lebensfrohe Bali, dort das etwas spröde und fast abweisende Lombok.

In dem Reiseführer des Michael Müller Verlag werden durch die beiden Autoren Susanne Beigott und Otto Braun auf 520 Seiten die zwei ungleichen Schwestern ausgiebig beschrieben. Geschichte, Religion und die exotischen Speisen, praktisches für die Reise, grundsätzliche Informationen auch für Pauschalreisende. Bali ist im Reiseführer in fünf Regionen eingeteilt, von Ost und West, Nord und Süd und das Innere der Insel. Für jede dieser Regionen gibt es neben den Beschreibungen touristischer Ziele die Basis-Informationen – Transport, Banken, Post und Gesundheitsversorgung. Aktivitäten, Einkaufen, Übernachtung und Essen & Trinken ergänzen mit einer enormen Fülle an Informationen die aufgeführten Gebiete und Orte.

Wer sich noch ausgiebiger über die beiden Inseln informieren will, findet am Ende des Reiseführers Literaturhinweise, so zum Beispiel auch über die Balinesische Küche, vier Seiten indonesisch und schließlich für Notfälle die Adressen von Botschaften und Konsulate.

Kennt man die Inseln von früheren Reisen, wird man den Einfluss des expandierenden Tourismus oft mit Bedauern feststellen. Auch das wird in dem Buch nicht verschwiegen. Am Beispiel der Gili-Inseln vor Lombok ist der Wandel ganz besonders spürbar. Abgeschieden und idyllisch war einmal, Partyinsel ist heute. Die einst beschwerliche Anreise garantierte das Paradies am Ziel. Heute mit dem Schnellboot ist es eng geworden. Seit neustem hat Gili Air sogar einen Geldautomaten.

Unerwähnt bleibt leider der von Bali gut und schnell erreichbare Vulkan Kawah Ijen, an dessen Krater noch immer der gelbe Schwefel abgetragen wird, um ihn auf den Schultern der Arbeiter in Holzkörben ins Tal zu transportieren. Zweifellos ein Erlebnis der besonderen Art. Weniger gut zu erreichen, dennoch ein überaus lohnendes Ziel ist die Insel Komodo und die dort lebenden Riesenechsen. Das einmalige Abenteuer Komodo-Waran sollte man sich nicht entgehen lassen. Touren per Boot werden ab Bali angeboten. Die eigene Anreise ist natürlich auch möglich (über Lombok und Sumbawa).

Ausgestattet mit dem Reiseführer „Bali & Lombok“ werden aus zwei Wochen „Badeurlaub“ eine Erkundungsreise. Die Planung mit Hilfe des Buchs ist ein Vergnügen – vor Ort sollte es man nicht im Hotelzimmer liegen lassen. Vierzig Karten und Stadtpläne helfen bei der Orientierung. Übersichtskarten der beiden Inseln im Maßstab 1:250.000 sind dem Buch beigefügt.
Der Reiseführer ist Preisträger des ITB Buch-Awards 2013. Das perfekte Buch vor und während der Reise.


Jerusalem: Ein Handbuch und Studienreiseführer zur Heiligen Stadt (Orte und Landschaften der Bibel, Bd. IV,2)
Jerusalem: Ein Handbuch und Studienreiseführer zur Heiligen Stadt (Orte und Landschaften der Bibel, Bd. IV,2)
von Max Küchler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 150,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre, 23. Februar 2014
Annäherungen an eine Stadt. Auf Anhieb wird man Jerusalem nicht verstehen. Weder historisch, politisch und schon gar nicht in all den religiösen Besonderheiten und deren allseits präsenten Auswüchsen. „Wenn die Hüter der jeweiligen Monumente mit einem aufgeklärten Publikum zu rechnen haben, werden sie sich hoffentlich auch zu einer möglichst transparenten Darstellung und ehrlichen Aufbereitungen ihrer Sehenswürdigkeiten oder heiligen Stätten verpflichtet sehen.“ Dieser Satz gleich zu Beginn ist Mahnung und Warnung für den Umgang der Erben mit der faszinierenden Geschichte der Heiligen Stadt.

Der Autor Max Küchler, Schweizer römisch-katholischer Theologe und Professor für Neues Testament hat mit 816 Seiten „Jerusalem - Ein Handbuch und Studienführer zur Heiligen Stadt“ jeden sprichwörtlichen Stein gedreht und beschrieben. Akribisch und mit viel Liebe im Detail, nur so sind die Einflüsse von Politik und Religion vermittelbar.

Empfehlungen zu Hotels oder Restaurants wird man vergeblich suchen und auch nicht vermissen. Umfassend und verständlich wird das komplizierte Geflecht von Glauben und dessen Einfluss auf den „den Nabel der Welt“ lückenlos beschrieben. In 16 Kapiteln mit umfangreichen Anhang, Register und (historischen) Autoren sind die Sehenswürdigkeiten auf verschiedenen Wegen durch die Altstadt von Jerusalem beschrieben. Die graphische Umsetzung beschriebener Begrifft, Detailpläne und archäologischer Funde (in Schwarzweiß) ist gelungen. Ohne Scheu kann man den Begriff Reiseführer verwenden, vergleichbares wird man kaum finden. Einleitung, Beschreibung, eingehende Erörterung historischer und architektonischer Zusammenhänge und Besichtigung - mühelos blättert man mit dem Autor durch die historischen Schichten in die Vergangenheit.

Eine Erwähnung verdient hätte auch Eustathios, der (zweite neben Zenobius) Architekt an der konstantinischen Grabeskirche.

Will man sich umfassend ein Bild von Jerusalem machen, so führt kein Weg an diesem Studienführer vorbei. Bestens ausgerüstet werden damit die so oft verschlossenen Rätsel der Heiligen Stadt für den Reisenden geöffnet. Mag der Preis von € 150,-- hoch erscheinen, er ist ohne Abstriche gerechtfertigt. Dafür 5 Sterne bei Amazon.


Berlin MM-City: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps und kostenloser App.
Berlin MM-City: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps und kostenloser App.
von Michael Bussmann
  Broschiert
Preis: EUR 17,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berliner Luft schnuppern!, 18. Februar 2014
Gewohnt zuverlässig und sorgfältig recherchiert, manchmal auch mit der berühmt- berüchtigten "Berliner Schnauze" des Autorenteams Bussmann/Tröger präsentiert der Michael Müller Verlag die neue Auflage des Städteführers "Berlin" aus der Serie MM-City. Auf 812 Seiten wird die Hauptstadt angemessen beschrieben und eine Fülle an Informationen lassen schon die Reiseplanung zu einem Vergnügen werden. Auf den ersten 100 Seiten finden sich Informationen und Hintergründe und natürlich so elementares wie Übernachten, Essen und Feiern. Verständlich erfährt der Besucher, wie er sich Berlin annähert, wie er an- und herumkommt. Auch für "Kieznudeln", dem Berliner der eher selten aus seinem Kiez herauskommt geeignet - hier lernt auch der seine Stadt kennen und hat einen hilfreichen Begleiter, wenn mal wieder Besuch "aus dem Westen" angesagt ist. Klug gemacht, eine große Freude zu lesen und die App zum Buch, genauer: das Buch als App eine sinnvolle Ergänzung. Mit ihr als digitalem Reiseführer ist der Reisende perfekt ausgestattet. (Die App für Tablets und Smartphones kann man nach dem Erwerb des Buches nach Anmeldung und mit Code herunterladen).

Hat man sich mit Hilfe des Buchs mit den Berliner Besonderheiten vertraut gemacht, können die detaillierten Spaziergänge mit Hilfe der Übersichtskarten in Angriff genommen werden. Imsgesamt 9 Touren durch die Stadt, 3 speziell für Radfahrer und Ausflüge in die nicht weniger sehenswerten Randbezirke lassen sich je nach der zur Verfügung stehenden Zeit kombinieren. Auch ein Ausflug nach Potsdam. Der (herausnehmbare) Stadtplan von Berlin im Maßstab 1:17500 inkl. Verkehrsplan ist im Buch für die bessere Übersicht dabei. Für jede der Touren gibt es einen Informationsteil mit den örtlichen Restaurants und Kneipen. Sollte man dennoch etwas vermissen, so rät der sympatische Hinweis im Buch auf Seite 9, dies die Autoren wissen zu lassen.

Der MM-City Guide geht weit über das hinaus, was man oft in Städteführern angeboten bekommt. Die Fülle an Informationen, Tipps und Empfehlungen lassen den Besuch von Berlin bestens vorbereiten und versprechen eine gelungene Reise.

Für Amazon-Sterne für das uneingeschränkt empfehlenswerte Buch.


Stein, Papier: Eine Spurensuche in Galiläa
Stein, Papier: Eine Spurensuche in Galiläa
von Tomer Gardi
  Broschiert
Preis: EUR 27,50

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Steinen eine Sprache geben, 19. Januar 2014
Ganz im Norden von Israel, nicht weit von der libanesischen Grenze und am Fuß des Golan in Obergaliläa liegt der 1939 gegründete Kibbuz Dan, in dem Tomer Gardi aufgewachsen ist. In diesem Kibbuz ist das Regionalmuseum für Natur und Geschichte - gebaut aus den Steinen des arabischen Dorfes Hounin, das im Unabhängigkeitskrieg 1948 von israelischen Soldaten zerstört worden war. Und damit beginnt Tomer seine Spurensuche, mitten hinein in die Vergangenheit und deren Archive. Papier ist geduldig, ist es aber erst beschrieben, beginnt es zu vergilben. Steine haben eine längere Halbwertzeit. Ganz besonders israelische Steine. Jeder israelische Stein hat seine eigene Geschichte - jüdische, arabische oder christliche. Auch die Steine des Museums in Dan haben ihre Geschichte. Stein, Papier. Schere. Schnitt:

Das erste Battailon der Palmach, dem Kommando Yiftach unter Yigal Allon zerstörte am 3. Mai 1948 das Dorf Hounin. Es hatte 1800 Einwohner. Die Steine der dortigen Häuser sind Museum. Im Kibbuz Dan. Wie soll man mit Steinen umgehen. In Hounin wurde die Moschee aus Steinen einer christlichen Kirche erbaut? Die Grabeskirche in Jerusalem auf Steinen eines heidnischen Tempels? Jeder Grabstein endet einmal als Baumaterial. Selbst Kathedralen werden eingerissen.

Tomer ist auf der Suche nach Antworten. Müht sich durch die Archive. Steine kann man nicht zensieren, Papier schon. Was 1948 in dem arabischen Dorf Hounin geschah: aufgeschrieben. Zensiert. Staatsraison. Aber Papier ist geduldig. Leider sind die im Buch gezeigten Dokumente nur im Original (also auf Hebräisch). Eine deutsche Übersetzung wäre unbedingt notwendig.


Tigerlilly kommt - Von einer, die auszog, das Lieben zu lernen: Eine Coming-in-Geschichte
Tigerlilly kommt - Von einer, die auszog, das Lieben zu lernen: Eine Coming-in-Geschichte
von Diana Krüger
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Let it bleed - Tigerlilly ist da!, 1. Januar 2014
Mit aller Macht ist "Tigerlilly" am Autorenhimmel erschienen - und berichtet aus der Hölle. Das autobiographische Werk ist eine schonungslose Abrechnung mit einer Kindheit, wie sie schlimmer kaum vorstellbar ist. So wird der Leser Zeuge einer Welt, die sich hinter den Türen ach so vielen Elternhäusern abspielt. Eine "heile Welt" für die da draußen. Ein Alptraum für all die Betroffenen, die ihr nicht entfliehen können. Muss man das erfahren? Ja, ja, ja... Verschlossene Augen und Ohren gibt es zu viele. Und "Tigerlilly" ist laut genug, man muss sie hören und ihr zuhören. Wie soll man das Lieben lernen, wenn man nicht geliebt wurde? Ein Rezept dafür wird man bei "Tigerlilly" vergeblich suchen. Aber den Mut erhalten, sich wie sie auf den Weg zu machen, um die Liebe zu finden.

Ohne Mitleid mit sich und dem Leser ist es "Tigerlilly" gelungen, in kraftvoller und haftender Beschreibung ihr Leben zu schildern. Dem kann man sich nicht verschließen. 5 Amazon-Sterne für dieses eindringliche Buch.


Kopenhagen MM-City: Reisehandbuch mit vielen praktischen Tipps.
Kopenhagen MM-City: Reisehandbuch mit vielen praktischen Tipps.
von Christian Gehl
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Werbung, 10. November 2013
Die Königin von Dänemark, Margrethe II., trifft man nicht selten unter dem Publikum im Königlichen Theater am Kongens Nytorv. Alle erheben sich von ihren Plätzen und applaudieren. Die Dänen lieben ihre Königin, nicht nur als Souveränin sondern auch als Förderin von Kunst und Kultur ist sie außerordentlich populär. Dänemark ist ein kleines Land. Kopenhagen - der “Kaufmannshaven” in der Übersetzung aus dem Mitteldänischen, rangiert in der Liste der europäischen Metropolen in Größe und Einwohnerzahl auf dem viertletzten Platz. Viel zu sehen und zu erleben gibt es dennoch.

Mit 276 Seiten, durchgehend farbig bebildert plus 8 Seiten über das schwedische Malmö begleitet der City-Guide „Kopenhagen“ vom Michael Müller Verlag den Besucher durch die Stadt. Für jeden der 10 vorgeschlagenen Spaziergänge gibt es einen Übersichtsplan. Wer denkt, Kopenhagen sei langweilig wird schnell eines Besseren belehrt. Schon bei der Reiseplanung mit diesem Stadtführer ist man von der enormen Vielfalt beeindruckt. Besser kann Werbung für die Stadt am Oeresund kaum sein. Der Autor, Christian Gehl, macht das Buch zu einem immer verlässlichen Begleiter. Informationen zur Geschichte und praktische Hinweise sind aktuell (3. Auflage 2012) und ausgezeichnet recherchiert. Zum Buch gibt es einen Stadtplan und einen Plan zum Verkehrsnetz.

Ausflüge in die nähere Umgebung werden auf 28 Seiten vorgestellt. Da fehlt auch nicht das wunderschöne Louisiana Museum of Modern Art, oder das schwedische Malmö, das mit dem Zug nur knapp eine halbe Stunde entfernt ist.

Was fehlt ist ein Hinweis auf die Anreise mit dem Bus, eine attraktive und recht preiswerte Alternative. So geht es zum Beispiel von Berlin in 7,5 Stunden mit Eurolines zunächst nach Rostock, von dort mit der Fähre knapp 2 Stunden ins dänische Gedser und weiter im Bus nach Kopenhagen. Zollfrei einkaufen inklusive.

Fünf Amazon Sterne für diesen hervorragenden City-Guide.

Hinweis: in der 4. Auflage (2014) gibt es den MM City-Guide inklusive kostenloser App für Smartphones und Tablets.


Abenteuer Mekong: 5700 Kilometer von Vietnam bis ins Hochland von Tibet
Abenteuer Mekong: 5700 Kilometer von Vietnam bis ins Hochland von Tibet
von Andreas Pröve
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Abenteuer China - das Ziel ist der Weg, 10. August 2013
Der querschnittsgelähmte Reiseschriftsteller Andreas Pröve erzählt auf über 300 Seiten und mit 30 Bildern von seiner abenteuerlichen Tour im Rollstuhl entlang am Mekong. Flussaufwärts von Vietnam bis China bis zu der Quelle in Tibet. Zunächst begleitet durch die vier Länder wird er von seinem indischen Freund bis Luang Prabang in Laos.

Leider berichtet der Autor kaum etwas über die Organisation und Planung seiner Reise. Visa, Dokumente, Reisebudget – all das, was so eine Tour überhaupt erst möglich macht. Wen mag das interessieren? Die Reise von Andreas Pröve war spannend genug, kaum ein anderer wird sich diesen Strapazen aussetzen wollen. Dennoch, Indochina ist keine völlig abgelegene Region. Gern hätte ich mehr erfahren über das Essen, die Übernachtungen und Beförderung. Und gerne noch mehr über die Länder, denn auch das Sehenswerte wird nur am Rande erwähnt. Der Norden von Laos, durchfahren mit dem Bus bis in das chinesische Kunming wird gänzlich ausgelassen. Schade, denn gerade hier gibt es landschaftlich einiges zu entdecken. Erst nach seiner Ankunft in China – allein, denn seinem Begleiter wurde das Visum verweigert – rückt das Abenteuer auch für den Leser in greifbare Nähe. Wer dort war wir Ähnliches zu berichten wissen, die anderen werden erfahren was sie erwartet: südlich der „Heizungsgrenze“ sind in China die Hotelzimmer kalt und die Eigenarten der Chinesen gewöhnungsbedürftig. Das Ziel, die Quelle des Mekong rückt immer näher, aber auch die Probleme. Am Schluss ein fulminantes Finale, das man anfangs nicht erwartet hätte.

Wer interessantes über den Mekong erwartet wird enttäuscht, über chinesische Lebensart aber um so mehr erfahren. Das Ziel ist die Reise. Fazit: ein schleppender Beginn mit einem spannenden Ende. Und ein Ansporn für alle, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.


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