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Dingo "Dingo"

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Stand Up and Fight (Ltd.Edt.)
Stand Up and Fight (Ltd.Edt.)
Preis: EUR 8,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klasse statt Masse!, 20. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stand Up and Fight (Ltd.Edt.) (Audio CD)
2004 betraten Turisas die Bühne des Heavy Metal mit einem Paukenschlag. Das Debut-Album "Battle Metal" begeisterte seinerzeit durch seinen unkonventionellen Mix verschiedener Genres.
Drei Jahre später folgte mit "The Varangian Way" ein würdiger Nachfolger, bei dem die Band jegliche stilistischen Experimente hinter sich ließ und sich im Bereich es epischen Powermetal etablierte.
Vier Jahre sind nun ins Land gegangen bis das langersehnte dritte Album der Finnen endlich das Licht der Welt erblickte. Und die Wartezeit hat sich gelohnt. Anstatt einen Schnellschuss zu produzieren haben die Mannen (und eine Dame) um Frontmann Mathias Nygard ihre Linie konsequent weiterverfolgt und präsentieren mit "Stand up and Fight" ein Album, dessen Grundzüge zum großen Teil auf den Qualitäten der Vorgänger fußen.
Allerdings wird der Fan auch einiges vermisen, was er im Laufe der Jahre möglicherweise an Turisas zu schätzen lernte. Mal wieder ersetzt Turisas einige gewohnte Elemente durch neue stilistische Ausprägungen.
Werfen wir also als nächstes gleich einen Blick auf...

DIE SONGS:
Thematisch verfolgt der Großteil der Songs die bereits auf dem Vorgänger-Album begonnene Geschichte des Norwegers Hakon Halfdansson und seiner Reise vom hohen Norden zum Bosporus. Erreichte er im letzten Track des "Varangian Way"s Konstantinopel, die Metropole am Bosporus, schildert "Stand up and Fight" einige Erlebnisse der Warägergarde des byzantinischen Kaisers dessen Mitglied Halfdansson wurde.

"March of the Varangian Guard" beginnt auch gleich als Hymne auf die besagte Garde. Der Song setzt nicht nur die Story sondern auch den Stil des Vorgängers "Varangian Way" originalgetreu fort. Ein sehr guter Song mit Ohrwurmqualitäten!

"Take the Day!" hingegen überrascht sehr. Dieser ebenfalls sehr gute Song mischt wieder mehrere Stile zu einem harten und abwechslungsreichen Song dessen Unkonventionalität an "Battle Metal" erinnert. Tatsächlich könnte das Stück über das die Gefühle(!?) von Kämpfern vor einer anstehenden Schlacht beschreibt, direkt von Turisas' Debutalbum stammen.

"Hunting Pirates" ist der vielleicht beste SOng des ALbums! Ganz in "Alestorm"-Manier versuchen sich Turisas hier an einem äußerst gelungenen Einstieg in den Bereich des Pirate-Metal. Das Lied macht Laune hat eine schmissige Melodie und einen genialen refrain der einem wochenlang in den Ohren bleibt! Dazu gibts in den Lyrics für den Anspruch einiges an Rumphilosophiererei darüber, ob Piraten wirklich Böse sind und wie Gut diejenigen eigentlich sind, die Piraten jagen.

"Bevetoi-Npaoivoi!" So oder ähnlich heißt das erste Instrumental des Albums. Zugegeben, das Musikstück in dem es um ein Wagenrennen im Hippodrom von Konstantinopel geht fährt auch etwas Lyrics auf. Aber die fanfarenartige Melodie besitzt keine wirkliche Struktur und die eigeworfenen Sätzen bilden nicht wirklich einen SOngtext. Leider ist dieses Intermezzo mit knapp 4 Minuten zu lang und zu eintönig. Turisas haben auf anderen Alben ebenfalls Instrumentals zu Auflockerung eingefügr, aber die waren deutlich kurzweiliger.

"Stand up and Fight" ist der Titeltrack des Albums und ist eine typische Hymne im Stil des neuen Albums. Thematisch halten sich die Lyrics recht neutral, sodass der Song nicht direkt im Bezug zur Warägergarde steht, sondern präsentiert sich als Motivationssong der ganz allgemein verkündet dass man sich von den Widrigkeiten des Lebens nicht abschrecken lassen soll sondern ihnen entgegentreten muss, ganz gleich wie erdrückend sie auch zu sein scheinen. Das klingt ein wenig nach gesungenem Reformhauskalender und trübt den Gesamteindruck des Songs etwas. Schöne Meldie eines vertonten Lebensratgebers.

"The Great Escape" greift wieder die Story um Harkon Halfdannson direkt auf. Und zwar hat es im heimischen Norwegen wohl einige personalbedingte Umwälzungen innerhalb der Regierung gegeben und Harkon steht nun als nächstes auf der Liste der Trhonanwärter. So ein Jobangebot schlägt man natürlich nicht aus, dum nur, dass die aktuelle Position in der Garde des Kaisers eine lebenslange Kündigunsfrist hat. Ungeachtet der tödlichen Konventionalstrafen macht sich Harkon also aus dem Staub und flieht erfolgreich um in Zukunft Vorstandschef des Joint Ventures Norwegen/Dänemark zu werden. Der Song beginnt mit einem sehr schönen Gitarrensolo, welches sich als Motiv durch das Stück zieht. Allerdings begeistern weder der Sprachgesang, der in erster Linie den Ablauf der Handlung beschreibt und leider kaum eine Melodie aufweist, noch die nichtexistente Melodie des Stücks, die einfach nur eine unrythmische Untermalung der Vocals darstellt.

"Fear the Fear" besitzt wieder eine hervorragende Melodie und einen großartigen Hymnenhaften Refrain. Leider hat Turisas bei den Lyrics hier eine komplette Katastrophe verusacht, die den Song leider total nach unten ziehen. Das Stück thematisiert die Darstellung von Heldentum in modernen Medien wie Film/Fernsehen/Videogame und setzt sie in Kontrast mit heutzutage tatsächlich vorhandenem Heldentum. Da das Lied den Hörer direkt anspricht müssen wir uns also erklären lassen, dass wir uns alle in Videospielen für den Größten halten, im wahren Leben aber alle ganz armselige Würstchen sind, die den Kopf in den Sand stecken und jegliche Courage unseren Filmhelden überlassen!

"End of an Empire" thematisiert ganz allgemein den Untergang großer Imperien. In teilweise abstrusen Metaphern wird erläutert, das kein Imperium bestand hat und alles einmal ein Ende finden wird. Der Song schickt sich an das epische Erbe des Knaller-Hymne "Miklagard Overture" anzutreten, versagt aber leider auf ganzer Linie. Dem STück fehlen sowohl die Wucht als auch die Epik um an das Vorbild oder überhaupt andere Turisas-Stücke heranzureichen. 7 Minuten lang dünpelt der Song ohne erkennbare Melodie vor sich hin und sinniert über Vergänglichkeit im Allgemeinen. Gegen Ende aufgefahrene Chöre können diesen Langeweiler dann auch nicht mehr retten.

"The Bosporus freezes over" ist ein abschließendes Instrumental-Stück in dem Halfdansson ein paar abschließende Worte zu seiner Zeit in Konstantinopel sagen darf und ein finnischer Chor gelegentlich versucht dieses träge Stück aufzuwerten. Da es sehr ähnlich wie der Track zuvor klingt, hat man das Gefühl, ein uninspiriertes langatmiges Stück von insgesamt fast 14 Minuten Länge zu hören.

"Broadsword" und "Supernaut" sind zwei Coverversionen die auf der Limited Edition vorhanden sind. Daher sei dem Käufer diese erweiterte Version ans Herz gelegt, denn die beiden Songs sind ein echter Mehrwert für den kleinen AUfpreis!

FAZIT:
Turisas führen ihre Linie auf dem neuen Album konsequent fort. Zeigte die letzte Scheibe bereits deutliche Anzeichen eines Stilwechels, so wird der eingeschlagene Kurs hier ebenfalls weiterverfolgt.
Das bedeutet in diesem Fall, das sich Turisas vom Powermetal-Genre des Vorgängrs weiter zu wandeln versuchen, diesmal deutlich in Richtung Symphonic-Metal, dessen Einflüsse "Stand up and Fight" prägen
Fans des Debut-Albums werden daher bedauern, das die ursprüngliche Härte in den Songs nahezu völlig verschwunden ist. Bis auf seltene Ausnahmen bieten die Songs ausschließlich cleane Vocals. Auch das Tempo hat Turisas mit dem neuen Album deutlich zurückgefahren. Die Stücke kommen allesamt sehr langsam und betulich daher. Einigen Hymnen steht das natürlich gut zu Gesicht, allerdings machen Turisas den Fehler, Epik mit Gemächlichkeit zu verwechseln. Einige STücke des neuen Albums ziehen sich träge in die Länge ohne dabei gesangstechnisch oder musikalisch begeistern zu können.
Auch bei den Lyrics gibt es Änderungen. Handelten alte Songs ausschließlich vom Kämpfen und Leben im Mittelalter sind auf dem neuen Album auch neutrale Songs zu finden, die gesungene Lebensweisheiten darstellen oder dabei sogar gleich die moderne Zeit direkt ansprechen. Und als Schlachtensänger waren Turisas bisher eine Wucht, aber als besinnliche Philosophen der sozialkritischen Weltbetrachtung sind sie eine reine Katastrophe. Gute Melodien werden durch teilweise strunzdämliche Texte verhunzt.

Turisas hält sich mit "Stand up and Fight" somit auf hohem Niveau, zeigt aber auch erstmals deutliche Schwächen. Wucht und Tempo sind aus den Songs nahezu komlett verschwunden. Der Dauereinsatz von Hymnen kompensiert das leider nur unzulänglich und der symphonische Schwerpunkt in der Musik erinnert eher an Bands wie "Rhapsody (of Fire)". Turisas war von Beginn an gut darin, symphonischen Elemente mit hartem Metal zu verknüpfen, als Rein-Symphoniker können sie ihre Qualitäten eindeutig nicht entfalten. Das zeigt gerade die zweite Hälfte des Albums. Nach einem sehr starken Anfang sackt das Album deutlich ab. Auch der Vorgänger "Varangian Way" hatte zwar im Mittelteil einen kleinen Durchhänger, die Kracherhymne "Miklagard Overture" bügelte diesen aber gegen Ende wieder aus. Und so etwas fehlt der neuen Scheibe: ein, zwei Songs die den Hörer nach einer längeren Schwachstelle wieder mit dem Album versöhnen.
Trotzdem spielt "Stand up and Fight" definitiv in der Oberliga. Die Stärken des ALbums überwiegen die Schwächen, aber trotzdem hoffe ich, dass Turisas bis zum nächsten Album (in wieder 4 Jahren?) das Steuer noch einmal herumreißen und ein wenig mehr wieder in alte Metalgefilde zurück schippern, anstatt weiter Kurs in Rischtung "philosophische Klassik" zu nehmen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 24, 2011 8:40 AM MEST


Traumtänzer
Traumtänzer
Preis: EUR 6,99

11 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Auf ins Abenteuerland!, 8. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Traumtänzer (Audio CD)
Ganz ehrlich liebe Schandmäuler, seid ihr jetzt wirklich dort angekommen wo ihr hinwolltet?
Eure Wurzeln lagen damals in der Spassgesellschaft, heute habt ihr euch im Bildungsbürgertum eingeigelt.
Die Fans die euch bekannt gemacht haben und das Fundament für euren Erfolg waren haben zu Met und Bier ausgelassen zu euren munteren Klängen getanzt und dabei die schelmischen Texte lauthals mitgesungen. Euer neues Zielpublikum hingegen hört eure neuen Alben im Ohrensessel, verfolgt den Textaufbau dabei grübelnd mit einer Denkerstirn das Kinn konzentriert auf Daumen und Zeigefinger gestützt und nickt durchaus manchmal zustimmend mit dem Kopf, wenn es meint, ein doppeldeutiges Wortspiel im bedeutungsschwangeren Text ausgemacht zu haben.
Früher fand man eure CDs im Regal zwischen "In Extremo" und "Fiddlers Green", heute stehen eure Alben neben "Pur" und "Max Mutzke".
Aus dem turbulenten Narrenkönig ist ein in sich gekehrter Pierrot geworden. Der Totenschädel mit der Schellenmütze spielt uns fortan nicht mehr von den Späßen und Torheiten aus mittelalterlichen Zeiten vor. Stattdessen ziert eine kleine Träne die Wange des porzellangesichtigen Barden, der uns nurmehr von Schwermut, dem Ernst des Lebens und der großen Bedeutung kleiner Dinge zu berichten weiß. Dieses konnte zwar der Schelm auch damals schon und hat einem mit Stücken wie "Die goldene Kette" oder "Dein Anblick" eine Gänsehaut verpasst, bevor er uns mit schmissigem Liedgut mit und über Wein, Weib und Gesang wieder zum Freudentanz hinreißen konnte, aber der Glaubwürdigkeit eines seriösen Liedermachers steht es heutzutage nicht mehr gut zu Gesicht, sollte man vermuten, sein Liedgut erfülle den Zweck, den gar schnöden Drang nach Spaß und Ausgelassenheit zu bedienen.
So verfolge ich nun den Niedergang eines der größten Musikphänomene, dahinsiechend im Meer der Marktorientierungen und der Segmentplatzierungen, künstlich am Leben erhalten von denen, die im Schatten der vergangenen Kunst meinen, einen Hauch der ehemals gleißenden Präsenz erleben zu können, von denen die gerne das erleben würden, was Schandmaul früher einmal verkörperte, sich aber lediglich vorsichtig an das heranwagen, was heute noch von ihnen übrig ist und ebenso von denen die in der traurigen Gestalt des verendenden Schelmen noch immer den tobenden Harlekin von einst zu erkennen glauben.
So geht es also zuende, der letzte Atemhauch wird vielleicht noch eines, unter sinnlosem Aufbäumen gegen die inhaltliche Leere auch ein zweites Album mit einem blassen Abbild der einstigen Größe füllen. Aber wer den Leidensweg des Narren verfolgt hat weiß, dass es längst zu spät und jegliche Hoffnung vergebens ist.
So wende ich also mein Ohr ab vom verzweifelten Kampf des Schelmen gegen die Pest der Banalisierung, lasse noch einmal die großen Taten der Glanzzeit des närrischen Barden auf meinem geistigen Trommelfell Revue passieren und muss mich halt einfach damit abfinden, dass das Schandmaul schon seit geraumer Zeit bereits für immer schweigt...
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 20, 2011 9:30 AM CET


The Expendables
The Expendables
DVD ~ Sylvester Stallone
Preis: EUR 5,99

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Actioncast, von wegen..., 5. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: The Expendables (DVD)
Eines vorweg: Sehen Sie sich die 18er Version des Films an, denn die 16er Version ist nicht viel mehr als ein Trailer des eigentlichen Films!

Da der Film sich selbst mit dem "großartigsten Action-Cast aller Zeiten" bewirbt, kommen wir doch gleich zum wesentlichen:

SYLVESTER STALLONE - Sly übernimmt die Hauptrolle und mimt den Anführer einer Söldnertruppe. Ganz ehrlich, die Zeiten dummdreister Actionballereien sind leider vorbei in Hollywood, daher ist man aus nostalgischen Gründen vielleicht ganz froh, den einstigen Heroen noch einmal in einem schlichten Actionstreifen wie diesen erleben zu dürfen. Sichtlich gealtert macht Stallone trotzem noch eine gute Figur und schafft es leidlich dabei sein Action-Image ein wenig auf die Schippe zu nehmen.

Jason Statham - Die zweite Hauptrolle läuft oft Gefahr Mastermind Stallone den Rang abzulaufen. Jünger, frischer und frecher ist Stratham für die besten Actionszenen im Film verantwortlich. Dabei wiederholt er zwar lediglich seine Rollen aus "Transporter" und "Crank" aber das ist schließlich, was die Leute in diesem Film erwarten.

JET LI - Und hier kommen wir auch schon zu den Nebenrollen, von denen Li noch die größte besitzt. Er darf am Anfang und Ende des Films im Actiongetümmel mitmischen und hat zwischedurch soger ein, zwei witzige Dialoge. Eine Martial Arts Einlage darf mitten im Film auch nicht fehlen, diese ist aber nicht der Rede wert sondern bloß Pflichtprogramm des Akteurs. Hat man in allen seiner anderen Filme bereits besser erlebt.

DOLPH LUNDGREN - Obwohl Lundgren der große Durchbruch im Actiongenre nie gelungen ist, hat er sich vor langer Zeit doch einen Namen gemacht, den Cineasten heute noch kennen. Um eine Action-Riege mit C-Darstellern aufzufüllen ist er also eine gute Wahl. Groß ist seine Rolle nicht, aber eine Handvoll Szenen darf auch er absolvieren. Den Psychopathen nimmt man ihm allerdings nicht wirklich ab, mit ein wenig mehr Leidenschaft hätte er aus seiner Rolle schon sehr viel mehr machen können. Stattdessen wirkt er plumb und unmotoviert und konzentriert sich darauf, möglichst böse aus- und in die Kamera zu schauen.

TERRY CREWS und RANDY COUTURE - Diese beiden sind zumindest mir bisher völlig unbekant, daher denke ich sind sie bloße Platzfüller um die Masse an Nebenrollen aufzufüllen. Beide Schauspieler bekommen am Anfang des Films ihren einführenden Auftritt und dürfen dann auch am Ende des Films beim Showdown mit dabei sein. Allerdings wissen dabei weder etwaige schauspielerische Leistungen, noch besonders individuelle Szenen oder gar der nicht vorhandene Bekanntheitsgrad der beiden Mimen zu begeistern.

MICKEY ROURKE - Ist ja irgendwie ein Hybrid aus Actionstar und Charaktermime, an sich kann er beides, aber keines davon so richtig. Mit der richtig auf ihn zugeschneiderten Rolle hätte er allerdings gute Chancen, auch in einem miserablen Film eine gute Figur abzugeben. So waren seine Darstellungen beispielsweise im Van-Damme-Klamauk "Double-Team" oder in der Mega-Gurke "Iron Man 2" die Highlights. In den "Expandables" allerdings hat man verzichtet, ihm eine annähernd würdige Rolle zu verpassen. Er darf ein-, zweimal mit dem Motorrad durch die Szene fahren und hat zudem eine Art philosophischen Monolog, der allerdings eher peinlich und unfreiwillig komisch ist. Man könnte seine Rolle am ehesten mit der des "Alfred" aus "Batman" vergleichen, obwohl der behäbige Michael Caine hier wohl auch die bessere Wahl gewesen wäre.

BRUCE WILLIS - wer eine größere Rolle von Bruce im Film erwartet wird enttäuscht werden. Sein 2-Minuten-Auftritt rechtfertigt weder sein Erscheinen auf dem Gruppenbild des Covers, noch seine Erwähnung in der Aufzählung des Actioncasts. Ein kurzer Dialog ist alles, was Willis zu diesem Film beitragen kann.

ARNOLD SCHWARZENEGGER - Das sich der Auftritt des Gouvernators auf einen kleinen Cameo-Auftritt beschränken würde, war bestimmt allen klar. Mit seinem Namen wird zwar unter ferner liefen geworben, aber anders als Bruce Willis ist Schwarzenegger auch nicht auf dem Cover präsent. Er tritt mit diesem zusammen in der selben Dialogszene auf, darf aber als Stichwortgeber für ein paar halbwegs muntere Kommentare von Stallone dienen.

ERIC ROBERTS - Auch wenn Roberts nicht im Actioncast mit aufgeführt wird, ist seine Rolle im Film fast größer als die derjenigen, mit denen der Streifen wirbt. Als Bösewicht aus nahezu jedem 2ten B- und C-Movie bekannt, ist Roberts durchaus eine Bereicherung für den Film, die man nicht unter den Tisch fallen lassen sollte.

DIE HANDLUNG - Was soll man sagen, wir reden hier über die kleinste Rolle des Films. Sie hat die undankbare Aufgabe eine Handvoll verquerer Standard-Actionszenen wie Verfolgungsjagden, Schießereien und Explosionen zu verknüpfen, scheitert allerdings daran auf ganzer Linie. Bemerkenswert ist, dass man den Film eineinhalb Stunden lang schauen kann und immer noch nicht weiß, worum es eigentlich geht.

Also anstatt des größten Actioncasts aller Zeiten präsentiert sich der Film eher als Buddy Movie mit Stallones und Stathams Rolle. Der Rest der Actionriege hat kleine bis winzige Gastauftritte, die je weniger der Rede wert sind, je größer der Name ist.
Dem Actionfan wird trotzdem ein anständiger Film geboten, der allerdings aus dem Mittelmaß nicht herausragt. Die Actionszenen sind das, was man erwartet hätte, aber auch nicht mehr. An "Rambo"-Zeiten kann der Film lange nicht anschließen, allerdings weiß er schon mehr zu begeistern als beispielsweise Schwarzeneggers finaler "Collateral"-Langweiler.
Die Verwendung von CGI-Effekten bei den Schießereinen trüben ein wenig den 80er-Action-Flair, den man mit dem Film eigentlich hatte wiederbeleben wollen. Letztendlich ist es Geschmackssache ob man hierbei ein Manko sieht. Die Actioszenen selbst gehen meistens sehr schnell vonstatten, da bekommt man beim zusehen kaum mit, was da gerade passiert ist, so kurz wurden die Szenen aneinander geschnitten. Vor allem beim Showdown, wo oft zwischen den einzelnen Darstellern hin und her gewechselt wird, verliert man die Übersicht, wer hier eigentlich gerade gegen wen kämpft.

Kuriosum in der Handlung: Eine der Rollen, dessen Verletzung im Verlauf des Films dem Zuschauer als tödliche Wunde verkauft wird und in einer anrührenden Sterbeszene gipfelt, erfreut sich am Ende des Films nicht nur bereits wieder bester Gesundheit, sondern alle Verbrechen, die er auf Seiten der Bösewichte verbrochen hat sind ihm auch wieder verziehen worden, sodass er mit den Helden zusammen munter ein Bierchen trinken kann.
Das erinnert den Cineasten vielleicht an die Schlussszene des Films "Kiss Kiss Bang Bang", in dem genau diese Unart der 80er Buddy Movies grandios aufs Korn genommen wurde! ("Holt sie doch gleich alle wieder zurück!!!")


Coat of Arms
Coat of Arms
Preis: EUR 7,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sabaton und die Nazis!, 20. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Coat of Arms (Audio CD)
DER ÜBLICHE VERDÄCHTIGE:
Huch! Das böse N-Wort gleich im Titel? Ja, was geht denn hier ab?
Schnell erklärt, eines der Hauptkritikpunkte der oft gegen die schwedische Metal-Band Sabaton angeführt wird ist, dass in ihren Texten oftmals von Nazis, Hitler und dem Dritten Reich gesungen wird. Das stößt bei vielen Leuten bitter auf, gerade im deutschen Absatzmarkt.
Aber dem nachkriegsgebeutelten Metal-Fan kann Entwarnung gegeben werden, weder verherrlicht Sabaton Faschismus in irgendeiner Form, noch muss man fürchten, dass die Nazis in auch nur einem Lied gut wegkommen. Im Gegenteil, in den Songtexten nehmen sie ausnahmslos die verdiente Rolle der Knallchargen ein, also keine Spur von aufkeimendem Verständnis oder latenter Sympathie.
Sabaton besingt, wie viele andere Bands des Genres, ebenfalls Schlachtengetümmel und Heldentaten. Nur dass die schwedischen Powermetaler nicht Wikinger, Kelten, Templer etc. thematisieren, sondern sich auf moderne Konflikte seit Beginn des Anfangs des 20ten Jahrhunderts beschränken. Insbesondere Geschehnisse des 2. Weltkriegs sind Thema vieler Songs, daher erklärt sich das vermehrte Auftreten von Nazis in den Songtexten von alleine, war das Dritte Reich doch an vielen Auseinandersetzungen dieser Zeit meistens nicht ganz unbeteiligt.

DIE BAND:
Jetzt, da das moralische Debakel also geklärt ist, wenden wir uns der Band zu. Wie bereits erwähnt, bewegen sich die Songtexte innerhalb der modernen Kriegsführung, angefangen vom ersten Großen Krieg bis hin zu aktuellen Konflikten im Nahen Osten. Waren die Songs dabei auf Sabatons Debutalbum noch von deutlicher Naivität der Kriegsthematik gegenüber geprägt, hat die Band im Laufe der Jahre und über 4 Alben hinweg etwas mehr Fingerspitzengefühl entwickelt. Man hat noch immer das Gefühl, die Jungs um Frontsänger Joakim Broden halten Krieg für eine tolle Sache, solange man auf der richtigen Seite steht. Aber die ganz naive schwarz-weiß-Mentalität der Lyrics, die im Debutalbum "Primo Victoria" noch deckungsgleich mit den Frontlinien der besungenen Konflikte verlief, hat sich nicht unwesentlich zugunsten einer etwas vielschichtigeren und differenzierteren Ansicht entwickelt. Natürlich, wenn der 2te Weltkrieg besungen wird, dann dürfen noch immer alliierte Helden über die nationalsozialistische Bedrohung triumphieren, und hier möchte man auch gar nicht widersprechen, sondern die sechs Jungs auch ruhig mal ihr richtig dick aufgetragenes Pathos singen lassen.

Der Sound von Sabaton ist Powermetal in allerreinster Form. Vom schnellen Double-Bass Kracher über die obligatorische stampfende Midtempo-Hymne bis hin zur epischen Ballade bietet Sabaton das gesamte Spektrum des Genres. Und das ausnamslos in hoher Qualität, die Produktion der 4 bisherigen Studioalben lässt keine Wünsche offen. Einzige Ausnahme bildet hier die Retro-Veröffentlichung "Metalizer", die für Fans interessant, sich für alle anderen aber leider weit unter Niveau bewegt.

Auch die Lyrics sind von hoher Güte. Wem die Kriegsthematik nicht zusagt ist hier natürlich aufgeschmissen, aber wer sich dafür begeistern kann oder zumindest nicht großartig daran stört, dem werden gut getextete Songs geboten. Anders als manch andere Bands beschränken sich Sabaton nie darauf einfach bloß den Titel des Liedes X-mal als Refrain zu schmettern, sondern bieten abwechslungsreiche, ausführliche Texte mit wenigen Wiederholungen. Oftmals sind die Handlungen innerhalb der Songs so ausführlich, dass man schon von einem kleinen Hörbuch sprechen könnte.
Allem die Krone setzt die Stimme von Frontmann Broden auf. Sein Grölorgan harmoniert perfekt mit dem Sound der Songs und alle Vocals werden gut verständlich artikuliert. Erkennungsmerkmal ist das gerollte "R", welches der alte Schwede perfekt beherrscht und den Songs oft den letzten Schliff gibt.

COAT OF ARMS:
Zum aktuellen Album lässt sich erst einmal sagen, Sabaton behalten ihren gewohnten Stil bei. Es werden keine Experimente gewagt, Kritiker könnten also mal wieder künstlerischen Stillstand bemängeln. Fans hingegen werden froh sein, dass Sabaton seinen Qualitäten treu bleibt und das tut, was sie am besten können. Rocken!
Allerdings werden jene, die vom Vorgängeralbum "The Art of War" begeistert waren, möglicherweise eine kleine Enttäuschung erleben. Die epischen Hymnen mit ihren chorälen Refrains die auf "The Art of War" mit nie dagewesenen pompösem Bombast Ohrwurm an Ohrwurm reihten, wurden auf dem aktuellen Langspieler wieder zurückgefahren auf das Niveau der Zeiten von "Primo Victoria". Stattdessen dominiert das Gitarrenspiel und das Schlagzeug die Songs, wie man es auch eher vom Debutnachfolger "Attero Dominatus" gewohnt ist.

DIE SONGS:
Der Opener "Coat of Arms" könnte in dieser Form ebenso auf dem Vorgänger "The Art of War" seinen Platz gefunden haben. Der Angriff italienischer Truppen auf Griechenland bietet die bekannten Stilmittel wie epische Chöre in den Refrains und ausreichend Pathos im Rest des Stückes. Leider ist der Titeltrack auch gleich das Highlight des Albums. Wer hieran schon keinen Gefallen finet sei gewarnt: Besser wird es nicht mehr.
Das zeigt sich gleich bei "Midway", dem folgenden Song. Der Glückstag der Alliierten während des Pazifikrieges wird als strategische Glanzleistung besungen, allerdings mit einem für Sabaton unüblichen Mangel an Lyrics und völlig ohne Ohrwurmqualitäten. Zum Glück dauert das Stück nur etwas länger als 2 Minuten.
Dann folgt sogleich mit "Uprising" das zweitbeste Stück des Albums. Hier spielen die Schweden wieder in der Oberliga. Der Song über den polnischen Freiheitskampf gegen die deutsche Besatzung ist ein Kracher wie man ihn von den Jungs gewohnt ist. Ebenso "Screaming Eagles", das schnelle Stück thematisiert Operation Crossroads und bejubelt die teilnehmenden Fallschirmjäger auf alliierter Seite.
Mit "The Final Solution" folgt nun ein Lied über den Holocaust. Und ich muss sagen, auch wenn Sabaton mit ihren Songs zum Dritten Reich manchmal viel gewagt haben, ist dieses wohl der mutigste Schritt der sechs Schweden in Sachen Lyrics. Sowohl enttäuschender- als auch erschreckenderweise ging es dieses Mal aber definitiv nach hinten los. Von einem Song mit einer derart brisanten Thematik erwarte ich Lyrics mit Gänsehautgarantie und einen Sound der an Düsternis nur schwer zu übertreffen wäre. Tatsächlich aber ist mir der Song in dieser Hinsicht zu banal ausgefallen, der Text spult die üblichen Schlagwörter wie "Freedom Burns" oder "Hope is lost" runter, ohne wirklich ergreifend zu wirken. Auch der Sound ist mir, obwohl es sich um ein langsames Stück handelt, immer noch einfach eine Spur zu munter geraten, ein absolutes No Go bei diesem Stück. Der Song wird, auch wenn man noch nicht von einer totalen Geschmacklosigkeit sprechen muss, seiner Thematik leider bei weitem nicht gerecht. Auch der Übergang zum nächsten Stück "Aces in Exile" erfolgt zu aprubt. Eben noch düsterer Genozid jetzt schon wieder munteres Heldentum. Wenn schon, hätte das vorherige Stück ans Ende des Albums gehört.
"Aces" hingegen ist jetzt wieder ein Sabaton-typisches Stück, allerdings ohne das gewohnte Niveau zu erreichen. Ein erwarteter, aber mittelmäiger Song.
Genauso wie "Saboteurs", ein guter, aber nicht harausragender Song über Saboteure ist...glaube ich. Irgendwie geht es um Schotten. Und sie kämpfen wohl gegen Nazis. Schnee liegt auch und kalt ist es. Worum es noch geht? Hm, keine Ahnung, hier geben die Lyric echt ein Rätsel auf.
"Wehrmacht" ist wohl der Song, der für Sabaton längst überfällig war. Allerdings ist das Stück eine reine Enttäuschung. Weder Refrain noch der Song weisen eine klare Struktur auf, langweilen schnell, nerven gar. Auch die Lyrics geben mal wieder Rätsel auf. Wir erfahren, dass die Wehrmacht Panzer besaß...und das Männer Befehle ausführten...Aha...Leider nur langweilig, öde Melodie, stupider Text. Schlechtester Sabaton-Song aller Zeiten!
"White Death" beginnt mit einem echt genialen Gitarren-Intro. Leider kann auch hier der Rest des Songs über einen finnischen Scharfschützen das Nivau nicht halten. Das Stück kommt aus der Mittelklasse nicht heraus.
"Metal Ripper" schließt das Album ab und steht in der Tradition von Songs wie "Metal Machine" und "Metal Crüe". Wieder ist der Songtext aus Textpassagen bekannter Rocksongs a la "Blood on your face you big disgrace" zusammengepuzzled, erreicht aber ebenfalls leider nicht die Qualität der bisherigen beiden Tribute-Songs.
Auf der Limited Edition folgen hier dann noch zwei Instrumentals, aber mal ehrlich, wer um alles in der Welt braucht so etwas?

FAZIT:
Ich stelle fest, Sabaton behalten ihren gewohnten Stil bei, können auf "Coat of Arms" aber das Niveau leider nicht halten. Sie spielen halt was sie können, aber leider eben nicht so gut, wie man es bisher gewohnt ist. Das Album bietet zwar drei sehr gute Stücke, zum ersten Mal in der Bandgeschichte aber auch eine erschreckend hohe Anzahl an mittelmäßigen Songs. Und es sind zudem gleich zwei Totalausfälle vorhanden! Gerade der Vorgänger "The Art of War" hatte die Messlatte sehr hoch gesetzt, umso enttäuschender für viele der Qualitätseinbruch. Keine Frage, auch "Coat of Arms" ist unterm Strich noch immer ein gutes Powermetal-Album. Aber Neueinsteigern sei eher das Debut "Primo Victoria" oder eben "The Art of War" empfohlen.
Auch schätze ich das neue Album wie auch die drei Vorgängeralben als kleine Geschichtsstunde für unterwegs.
Schade ist hier jedoch, dass zu den Songs keine Erklärungen im Booklet vorhanden sind. Gerade kurze historische Erläuterungen ließen Songs wie beispielsweise "Wolfpack" zugänglicher und interessanter werden. Hier aber bleiben Handlungen von Songs wie "Saboteurs" total im Dunkeln.

DIE MORAL VON DER GESCHICHT:
Wer mit der Kriegsthematik der Schweden-Rocker nichts anfangen kann, ist bei Sabaton generell schlecht aufgehoben. Der Kritikpunkt der Kriegsverherrlichung ist bei Sabaton nicht aus der Luft gegriffen. Der "Der Zweck heiligt die Mittel"-Gesichtspunkt wird arg überstrapaziert, zudem lässt sich das Gut/Böse-Schema nicht wie bei den WW2-Songs auf jeden Konflikt, den die Schweden besingen, übertragen. Daher lassen wir zum Schluss noch einen der großen Phliosophen der Weltgeschichte zum Thema Krieg zu Wort kommen. Es war nämlich Bart Simpson, der sprach:
"Es gibt keine guten Kriege! Ausgenommen den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, den zweiten Weltkrieg und natürlich den Krieg der Sterne...Guten Abend."
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 12, 2016 10:02 PM MEST


Beyond Hell/Above Heaven
Beyond Hell/Above Heaven
Preis: EUR 8,49

117 von 142 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Volbeat Light, 6. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beyond Hell/Above Heaven (Audio CD)
JAWOHL:
Ja, ja, ja nur 3 Sterne für das neue Album der Superjungs von Volbeat. Was denke ich mir bloß dabei, was erlaube ich mir überhaupt, so vielen freudetaumelnden 5-Sterne-Rezensionen widersprechen zu wollen? Bevor ich mich jetzt lange an Ursachenforschung aufhalte, gleich zur Ursache:
Zum allerersten Mal ist mir bei "Beyond Hell/Above Heaven" etwas passiert, was mir bis jetzt mit keinem der Vorgängeralben passiert ist. Nach den ersten Hördurchgängen, fangen bereits erschreckend viele Songs an mir langweilig zu werden und/oder mir gar auf die Nerven zu gehen. So, jetzt ist es raus! Das ist die Tatsache, findet euch damit ab. Auch nach 100mal Hören kann ich die drei alten Scheiben immer noch ohne jegliche Abnutzungserscheinungen durchlaufen lassen. Bei der neuen jedoch ist inzwischen irgendwie schon der Lack ab.

WAS GENAU STÖRT?:
Schlecht oder Mittelmäßig bewertete Rezensionen müssen sich ja immer etwas ausführlicher rechtfertigen, als Gut oder Super bewertete. Daher nun ein Versuch ins Detail zu gehen. Wer wenig Geduld hat, sollte daher gleich zum Ende der Rezi vorspulen.
Was genau macht denn die neuen Songs weniger gut, als die alten. Vielleicht auch bloß weniger gut als erwartet?
Schwer zu beschreiben. Zum ersten sei klargestellt, dass die CD zwar schon typisch Volbeat ist. Der standardbegeisterte Fan wird also zwischen alt und neu kaum einen Unterschied sehen (wollen).
Der übliche Verdächtige ist für den kritischen Analytiker meistens das neue Major-Label. Und siehe da, Hand aufs Herz, mit Universal rockt der Sound tatsächlich nicht mehr ganz so perfekt, wie man es von den Dänen bisher gewohnt ist. Auch wenn die Songs in den Strukturen noch Original erscheinen, sind doch am Klang alle Ecken und Kanten weggeschliffen worden. Die Drums dürfen nicht mehr so krachen, die Gitarren verschmelzen dezent mit dem Hintergrund und das Schlimmste: Michaels unverwechselbare Ausnahmestimme kommt plötzlich wesentlich zarter und untypisch kraftlos zum Vorschein. Klingt an vielen Stellen so, als wäre der Frontmann durch einen talentierten, aber schwachbrüstigeren Imitator seiner selbst ersetzt worden. Auch das bereits viel zitierte Volbeat-"Brett" fehlt dem Album tatsächlich. Die herausragenden Hämmer in den Songs sind "schlichtgemixt" worden. Die einzelnen Stücke erscheinen mir wirklich wesentlich zahmer als das, was ich von Volbeat gewohnt bin und vor allem, weswegen ich ursprünglich Volbeat-Fan wurde. Mit diesem Album wäre mir das wohl nicht passiert.
Auch bei den Lyrics sehe ich Grund zur Sorge. Auch wenn das wahrscheinlich wirklich nur wenigen so geht, finde ich, dass die Songtexte auf dem neuen ALbum viel zu oft Begriffe wie "Schuld", "Sünde", "Erlösung", "Sühne" und "Seelenheil" aufgreifen. Klingt schon gefährlich seicht nach dem überfrömmelten Selbstfindungs-Konzeptalbum einer ganzheitlichen episkopalen Yoga-Selbsthilfegruppe.

ZU DEN SONGS:
"The Mirror an the Ripper", "Heaven Nor Hell", "Fallen", "A Better Believer", "7 Shots" und "16 Dollars" sind Volbeat-typische Songs wie man sie erwartet hat und in ähnlicher Form von den alten Alben kennt. Der rockige, kernige Sound schwächelt aber ziemlich an der schlechten Produktion, trotzdem ist man als Fan einigermaßen zufrieden. Allerdings strotzen mir die Texte etwas zu sehr von quasi-religiösem Erlösungs-Gedöns. Ein, zwei Songs über Gott und die Welt wär noch okay gewesen. Hier ist es etwas zuviel des Guten.

"Who they are", A new Day", "Magic Zone" und "Being 1" verwenden zwar auch noch die üblichen Strukturen und Stilmittel, aber die Lieder selbst ermüden recht schnell und motivieren erschreckend kurz. Nein, diese zu banalen Stücke wollen auch nach mehrmaligem Hören nicht zünden.

"Evelyn" ist irgendwie der Exot auf diesem Album. Zum Großteil von "Napalm Death"'s Barney gegrunzt klingt dieser Song als erster überhaupt in der Bandgeschichte überhaupt nicht nach Volbeat. Eher könnte man meinen, man hätte zum Zwecke der Crosspromotion den Song einer befreundeten Death-Metal-Band mit in die Auswahl geschmuggelt. Für Freunde des Genres mag der Song noch als Bonustrack durchgehen. Mir verschließt sich dieses Stück, denn Death Metal zu singen, bzw. zu grunzen erfordert einen sehr talentierten "Grunzer" wie beispielsweise Johann Hegg von "Amon Amarth" oder Patrik Mennander von den älteren "Battlelore". Barney ist vielleicht ein prominenter Vertreter seiner Zunft, aber wenn man Songtexte nicht artikulieren kann, sodass der Hörer die Chance hat, auch manchmal das ein oder andere Wort zu verstehen, dann hätte der Song ebenso gut von einem Ein-Zylinder-Mopedmotor intoniert werden können.

"A Warrior's Call" ist an sich wiederrum ein guter Song, eine Ode an den dänischen Boxer Mikkel Kessler. Da ich selber aber kein Fan des schnöden Boxsports bin, habe ich persönlich etwas Probleme mit der geradezu peinlichen Beweihräucherungs-Orgie. Der dänische Sportler(?) wird dermaßen über den Grünen Klee gelobt, dass der Song schon fast wie Satire klingt. Ein Schulterklopf-Song für einen Boxer, der ihn ausführlich darüber in Kenntnis setzt, dass er selbstverständlich der Beste ist. Guter Junge! :-)

"Thanks" ist der Abschluss des Albums und zudem auch einer dessen beiden Volbeat-untypischen Songs. Anders als bei "Evelyn" komme ich selbst mit dem punkigen Stil, den die Dänen sich nach einiger Aussage hier selbst bei befreundeten Bands abgeguckt haben, sehr gut klar. Das Stück rockt!

FAZIT:
Ein typisches Volbeat-Album, dass allerdings mit der Produktion des neuen Labels zu kämpfen hat. Die meisten Stücke kommen nicht mehr über ein Mittelmaß hinaus oder fallen gar darunter. Selbst Stücke, die auf alten Alben ein Hit gewesen wären, dümpeln hier in belanglos-banal vermixter Klangsuppe.
Die klaren und kernigen Klang- und Gesangsstrukturen der alten Volbeatstücke sind der Allgemeinverträglicheit zuliebe glattgehobelt worden und gehen leider völlig unter.
Viele Songs sind von den Texten her privater Natur, sprechen direkt Bekannte oder Verwandte der Band an, oder sind auch ein bisschen zu sehr mit spiritueller Böser-Kerl-auf-dem-Weg-zur-Erlösung-Thematik überfrachtet. Daher bremst der erschwerte Zugang zu den Texten zumindest mir auch ein bisschen die Begeisterungsfähigkeit für diese Stücke.
Also unterm Strich ein Album, dass Fans zufriedenstellen wird. Neueinsteigern empfehle ich stattdessen "Rock the Rebel/Metal the Devil" oder "Guitar Gangsters & Cadillac Blood".
Kommentar Kommentare (18) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 4, 2016 12:11 PM MEST


Black Sails At Midnight
Black Sails At Midnight
Preis: EUR 15,99

5.0 von 5 Sternen Ahoy! Hisst mir die Spanten und all dies nautische Zeug!, 4. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Black Sails At Midnight (Audio CD)
Mit "Captain Morgan's Revenge" schufen die Freibeuter von Alestorm vor kurzem das Genre des Piratenmetal quasi im Sturmangriff neu. Einzig prominenter Vorreiter "Running Wild" hatte zuvor sang- und klanglos die Segel gestrichen und das Feld den schottischen Newcomern somit kampflos überlassen.
Kleinere Konkurrenz wie beispielsweise "Swashbuckle" wurden locker im Kielwasser zurückgelassen. Mit "Black Sails at Midnight" folgt nun der erste Langspieler nach dem Debut und er festigt die Vorherrschaft der Kaperfahrerbande um Front-Seeräuber Bowes an der Spitze des Pirate-Metal.

Das Album selbst macht genauso Laune wie der Vorgänger. Die Band lebt den Piraten in sich aus und hat 10 Songs geschaffen, die wie karibischer Rum direkt aus den Lautsprechern ins Ohr fließen.

Gleich der Opener "The Quest" ist ein Alestorm-typischer Song mit Hurra-da-sind-wir-wieder-Text.
Dann folgt "Leviathan", ein düsteres Mid-Tempo-Stück bevor es mit der launigen Fassbier-Ode "That famous Ol' Spiced" wieder schneller zur Sache geht.
Das bitterböse "Keelhauled" ist mit Abstand das Highlight des Albums. Mit schwarzem Humor und schnellen Melodien wird die Geschichte eines zur Verurteilung auserkorenen Mannschaftsmitglieds besungen.
"To the End of our Days" ist die obligatorische Ballade und braucht etwas länger um im Gehör Gefallen zu finden. Zu schleppend der Sound und zu bemüht der pseudodramatische Songtext. "Black Sails at Midnight", der Titeltrack steht ganz in der Tradition von "Death before the Mast" und "Terror on the High Seas" des Vorgängeralbums. Wie auch die beiden älteren Titel spielt der Song, der auf einem Zitat aus dem ersten "Fluch der Karibik"-Film basiert, im qualitativen Mittelfeld. Darauf folgt mit "No Quarter" ein launiges Instrumentalstück, bei dem am Ende die Titelmelodie aus "Fluch der Karibik" aufgegriffen wird.
"Pirate Song" ist ein weiterer sehr guter Song des Albums. Das von Melodie und Tempo an das alte "Nancy the Tavern Wrench" erinnernde Stück braucht ein wenig um zu zünden. Die zynische und bitterböse geschilderte Lebensbeichte eines Altpiraten ist aber der Song, der von diesem Album die größte Langzeitmotivation besitzt.
"Chronicles of Vengeance" ist ein annehmbarer Song ohne Wiedererkennungswert. Er bereichert das Album nicht, stört aber auch nicht groß.
Die Coverversion "Wolves of the Sea" beendet das Album mit einem Kracher. Versetzte das Original den Eurovision Song Contest 2008 in Angst und Schrecken, zeigen die Schotten der Karibik wie man es richtig macht!

Auch wenn nicht jeder einzelne Song ein Hit ist, ist das Album ein All-Time Favorit den man immer mal wieder aus der Versenkung holt um ein Stündchen Seeluft in die Ohren rieseln zu lassen. Alestorm sind vielleicht nicht das, was man eine seriöse Band nennen könnte, aber sie haben Spaß an ihrer Musik, den Jolly Roger im Herzen und, was nicht zu verachten ist, eine astreine Produktion, die dafür sorgt, dass alle Songs auch ihre Qualitäten voll entfalten können.
Dem oft zitierten Vorwurf, Alestorm würde sich selbst kopieren und nichts neues schaffen kann ich nicht beipflichten. Wenn eine Band mit ihrem unverkennbaren Stil bereits zwei geniale Alben vorgelegt haben, dann sollen sie sich doch bitte wiederholen was das Zeug hält!

Einziger Wermutstropfen: Fans der ersten Stunde kennen zwei der guten Songs dieses Albums bereits von der zuvor erschienenen EP "Leviathan". Abzüglich des Instrumentals bekommen diese also mit "Black Sails" lediglich sieben neue Stücke, darunter drei Mittelfeld-Songs, präsentiert, so dass sich die Hitausbeute für alte Hasen in Grenzen hält.


Strings to a Web (Ltd. Metallic Digi Pak)
Strings to a Web (Ltd. Metallic Digi Pak)
Preis: EUR 16,62

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mittelmaß vom deutschen Metal-Meister, 3. Oktober 2010
Peavy Wagners RAGE darf auf eine lange und erfolgreiche Bandgeschichte zurückblicken. RAGE hat mit Alben wie "Missing Link", "Black in Mind" und "Carved in Stone" Metalgeschichte geschrieben, hat es geschafft sogar mit schwächeren Publikationen wie "Ghosts" oder "Unity" zumindest nie unters Mittelmaß zu fallen und hatte zudem lange bevor Metallica ein Klassikorchester ans Mikro zog, mit "Lingua Mortis" bereits die Symbiose aus Klassik und Heavy perfektioniert.

Mit "Strings to a Web" hat die Band aus NRW allerdings kein Glanzstück vorgelegt. Die Songs sind alle ordentlich, aber keine Hits. Keine der Nummern würde als SIngleauskopplung durchgehen. Das Ensemble der Stücke, die sich zu der "Empty Hollow"-Suite zusammensetzen bilden den Hauptteil des Albums. Seit ihrem Erfolg mit "Lingua Mortis" hat Rage einen Narren an der Klassik gefressen und zeigt von Zeit zu Zeit mal wieder, dass sie in der Verquickung von Klarinette und E-Gitarre die unangefochtene Spitze sind. "Empty Hollow" selbst stellt dabei das Kernstück des auf mehrere Tracks angelegten Klassik/Rock-Parts und auch das Highlight des Albums dar. Umgeben wird der Song von mehreren kleinen Instrumental-Stücken und einem kurzen, abschließenden Halbsong.
Der Rest der CD sind mehr oder weniger gelungene Füllstücke, welche zwar keine Ausfälle sind, aber auch keine Glanzstücke darstellen.
In dieser Zusammenstellung erinnert "Strings to a Web" frappierend an RAGE's "Speak of the Dead". Auch dort stellte "No Regrets" den Kern einer mehere Songs umfassenden Klassik/Metal-Misch-Suite, die mit zusätzlichen mittelmäßigen Songs auf Albumlänge gestreckt wurde.

RAGE-Fans sind mit den "Strings" also gut bedient. Im Gesamten betrachtet hat RAGE aber mehr Potential. Man fragt sich, ob diese CD nicht schnell zusammengeschustert wurde, um die Wartezeit bis zum nächsten "richtigen" Album zu überbrücken.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 20, 2016 11:08 AM CET


To the Metal
To the Metal
Preis: EUR 4,99

8 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hail to the Etikettenschwindel!, 2. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: To the Metal (Audio CD)
"To the Metal" klingt wie ein Titel, bei dem es kracht. Auch das Artwork der CD schaut aus, als sollte man lieber seine Kinder verstecken, wenn die Gamma Rays in die Stadt kommen. Da ich fand, dass diese sich seit "Majesty" und "Land of the Free 2" steil gesteigert haben, habe ich von der neuen Scheibe einiges erwartet. Zuviel wie sich inzwischen herausgestellt hat.

Es ist ja schon einige Zeit ins Land gegangen, seitdem Gamma Ray "To the Metal" veröffentlicht haben. Seinerzeit konnte ich einfach nicht glauben, dass eine Band, die mit den letzten beiden Veröffentlichungen schon Metal in höchster Qualität vorgelegt haben, ausgerechnet mit dieser Scheibe wieder so tief stürzen könnten. Der Fairness halber schreibe ich nun meine Kritik mit etwas zeitlichem Abstand, so dass ich sicher sein kann, dass meine Ohren nicht bloß von zu hohen Erwartungen getrübt waren.

Zusammengefassung der Songs:
"Empathy" und "All you need to know" sind gute Songs. Ersterer steht in guter alter treibender Gamma Ray Tradition und zweiter ist ein eher episch angelegtes, melodisches Stück mit berühmtem Gastsänger.
"Time to live", "To the Metal", "Rise" und "Deadlands" sind zwar okay, aber auen nicht vom Hocker. Auch wenn die Melodie, die Riffs und das Tempo meistens noch Durchschnitt sind, sind die Lyrics bei allen zu banal, zu schlicht oder gar zu peinlich um Stimmung aufkommen zu lassen. Zudem ist der Sound bei den Stücken einfach schlecht. Metal- oder auch nur Rock-Feeling kommt hier nur schwer auf. Weder Drums noch die Gitarren kommen richtig durch.
Bei "Mother Angel", "Shine Forever" und "Chasing Shadows" sieht es noch schlimmer aus. Selbst mit einer anständigen Produktion würden diese Stücke nie im Leben als Metalsongs durchgehen!
"No Need to Cry" ist ein Absurdum erster Güte. Nach mehrmaligem Hören bin ich zu dem Schluss gelangt, dass es sich hierbei um überhaupt kein richtiges Lied handeln kann. Der Song ist einfach nur schräg!

Fazit:
Von einem "To the Metal"-betitelten Album hätte ich sehr, sehr, sehr viel mehr erwartet. In erster Linie sehr viel mehr Metal im Sound und vor allem weniger Kitsch in den Lyrics. Das Gamma Ray das kann, haben sie schon bewiesen, daher verstehe ich nicht, wie man auf ausgerechnet diesem Album eine 180-Grad-Drehung hinlegen kann. Fast alle Songs klingen wie weichgespülte Versionen richtiger Songs.
Zudem ist das ganze Album mit 10 Stücken etwas knapp geraten. Ärgerlich, wenn man weiß, dass man die Super-Duper-Limited-Ultimate-CollectorsDirectors-Version hätte kaufen müssen um auf 12 anstatt 10 Tracks zu kommen.
Die Produktion, die erstmals in Eigenregie stattfand ist völlig in die Hose gegangen. Das ganze Album ist viel zu hoch abgemischt, die Songs größtenteils geradezu unangenehm schrill.

Nachtrag:
Zuerst dachte ich, nur mir geht es so, dass es an meiner Anlage liegt oder dass ich eventuell ein defektes Exemplar der CD bekommen habe. Aber es ist wohl tatsächlich so, dass Kai Hansens eh schon im oberen Bereich angesiedelter Gesang tatsächlich so schlecht auf die CD gemixt wurde, dass das dauernde Kratzen und Krächzen keine Ausnahme ist. Andere Amazonbewertungen sprechen dezent von "kieksigem" Gesang oder "verbesserungswürdiger" Produktion (auch bei der Limited Version!). Aber auch im Gamma Ray Forum selbst wurde das Problem angesprochen und mit der schlechten Abmischung begründet.
Aus der Bewertung habe ich diesen Punkt trotzdem herausgelassen, denn wenn sich wirklich jedes Exemplar der Scheibe so anhören würde, wie meins, dann hätte die CD keine einzige halbwegs gute Bewertung bekommen können. Inzwischen habe ich das Ding bei mir als völlig und absolut unhörbar ins Regal verbannt. Aber ich betrachte das als seltsame, irgendwie geartete Ausnahme und bewerte das Album so, als wenn keine dauernden "Störgeräusche" vorhanden wären. Denn ein Großteil der Käufer scheint ja kein Problem damit zu haben.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 25, 2011 10:34 AM MEST


The Clans Will Raise Again (Ltd. Digipak)
The Clans Will Raise Again (Ltd. Digipak)
Preis: EUR 19,27

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The Clans are marching 'gainst the Mainstream!, 2. Oktober 2010
Lange hat es nicht gedauert, bis nach den "Ballads" Grave Digger nun die Auferstehung der schottischen Clans verkündet. Im Vorfeld wurde bereits klargestellt, dass der Fan hier nicht das Sequel zu Grave Diggers unerreichtem Erfolgsalbum "Tunes of War" erwarten dürfte und dass es sich mitnichten um ein Konzeptalbum handeln würde.
Diese Flucht nach vorne wurde von den Grabgräbern wohl begangen, um bei den Fans keine Erwartungen zu schüren, die niemand hätte erfüllen können. Jetzt wo das Album draußen ist, stellt sich allerdings heraus, dass es sich sehr wohl um ein Konzeptalbum handelt, welches mal wieder die schottische Geschichte thematisiert und dass man es ebenso als direktes Follow Up zu den "Tunes" sehen darf.
Nach ein paar Durchläufen der CD stellt sich nun auch heraus, dass die Bedenken der Band unbegründet waren, und dass das teilweise neue Line Up um Chefgräber Chris Boltendahl nach den umstrttenen Alben der letzten Jahre wieder ein ordentliches Album vorgelegt hat, dass auch Fans der ersten Stunde zufriedenstellen wird. Wie schon beim letzten Album, den "Ballads" wird hier auf allzuviel soundtechnischen Schnickschnack verzichtet. Das Hauptohrenmerk liegt auf kraftvollen, treibenden Riffs und chorälen Refrains mit Ohrwurmgefahr. Was diese Scheibe aber nun seinem Vorgänger noch vorraus hat, sind anständige Songs, die auf den "Ballads" leider Mangelware waren.

Schauen wir uns die Songs mal im Detail an. Nach dem obligatorischen Bagpipe-Opener erwarten den Hörer mit "Paid in Blood", "Hammer of the Scots" und "Highland Farewell" gleich drei Highlights des Albums. Obwohl zwar keiner die Klasse des All-Time-Favourites "Rebellion" des "Tunes"-Albums erreichen kann, gehören die Stücke zu den stärksten, die Gravedigger in den letzten Jahren fabriziert haben.
Mit dem folgenden Titeltrack "The Clans will rise again" bricht diese hohe Leistung dann erstmal etwas ein. Obwohl der Song durchaus gelungen ist, fällt er gegenüber den bisherigen deutlich ab, da er weniger mitreißend ist und etwas zäh und uninspiriert wirkt.
Die nächsten beiden Stücke "Rebels" und "Valley of Tears" ziehen dann wieder an. Auch wenn sie keine lupenreinen Hits darstellen, besitzen sie doch genügend Schmiss um auf der Gravedigger-Skala fraglos zum oberen Drittel zu zählen.
Der Song "Execution" bremst das Album hier erstmal ein wenig. Das gemächliche Wehklagen eines Verurteilten ist zwar ganz kurzweilig, reißt einen aber auch nicht vom Hocker. "Whom the Gods love die young" ist ein weiterer Qualitätseinbruch, denn das eher langsamere Stück hat dem bisher größtenteils verwöhnten Zuhörer so gar nichts zu bieten und kann den anderen Stücken des Albums ebenso wie das vorherige "Execution" nicht das Wasser reichen.
Mit "Spider" geht es dann aber munter weiter. Das Tempo legt in diesem Song wieder zu und auch die Melodie weiß zu gefallen. Auch wenn der Refrain ein paarmal zu oft bemüht wird, schleicht sich dabei mitnichten ein Effekt des Satthörens ein.
Nach dem kurzen Instrumental "The Piper McLeod", folgt mit "Coming Home" wieder ein Albumhighlight. Sehr schöne Melodien und harter Sound lassen das Stück in der Oberliga spielen.
Danach folgt der einzige Totalausfall auf diesem Album. Die Ballade "When Rain turns to Blood" nervt gehörig beim ersten Höhren, und danach wirds nur noch schlimmer. Den Abschluss der CD bildet der Bonustrack(?) "Watch me die", ein Grave Digger-typisches Mittelklasse-Stück, welches das Album ohne Überraschungen ausklingen lässt.

Acht gute Songs, drei durchwachsene und nur eine Gurke heben das Album weit übers Genre-Mittelmaß hinaus. Mir persönlich fehlt zur Perfektion nur der Grave Digger-typische Oberkracher, den beispielsweise "Tunes" seinerzeit mit "Rebellion" bieten konnte. Sogar das "Rheingold" und das "Last Supper" hatten mit "Maidens of War" und "Grave in No Mans Land" Über-Hits, die noch in meinen Rotationen liefen, nachdem das jeweilige Album längst ad acta gelegt war. Andererseits bin ich durchaus damit zufrieden, mal keinen Glücksgriff auf einem Grave Digger Album zu haben, wenn sich dafür im Gegenzug auch die Untiefen in Grenzen halten, die ansonsten ordentliche Veröffentlichungen nach unten ziehen.
Womit ich auch gleich beim üblichen verdächtigen dieses Albums wäre: "When rain turns to Blood" ist der wiederholte Versuch der Band, eine Ballade einzuspielen. Und ehrlich Grave Diggers: Lasst es doch endlich einmal sein! Ihr hattet mit "Ballad of Mary" einen unglaublichen Glücksgriff und habt damit eine der besten Metalballaden überhaupt geschaffen. Aber jeder Versuch, diesen Erfolg zu wiederholen, ist bis jetzt in einer Katastrophe geendet! Ich denke noch immer mit Grausen an Siegfrieds Liebeserklärung an die Römer "Goodbye (sweet Romans)" ;-) welche dem "Rheingold" den Todesstoß versetzte.
Was ich vermisse, obwohl es die Leistung des Albums nicht schmälert, sind die Erklärungen und Hintergründe zu den Songs, die bei früheren Konzeptalben gang und gebe waren. Ein Lied macht gleich viel mehr Spaß, wenn man weiß, worum es dabei eigentlich geht! "Spider" habe ich zuerst für einen völlig bescheuerten Song über jemanden gehalten, der nicht Schlafen kann, weil er eine Spinne bekämpfen muss. Wenn man weiß, dass es sich tatsächlich um die Legende einer Vorhersehung handelt, die Robert the Bruce seinerzeit dazu veranlasste, seinen siegreichen siebten Kampf gegen die Engländer zu bestreiten, hört man den Song mit ganz anderen Ohren.
Ebenfalls vermisse ich die bei Grave Digger aus der Mode gekommenen Heroic Vocals. Seit Chris Boltendahl die Songs fast ausschließlich mit seinem Grölorgan Solo besingt, ist etwas von der Abwechslung verlorengegangen, die Grave Digger Publikationen hatten, auf denen auch hin und wieder einmal etwas klarerer Gesang vorkam. Zumindest ist dies eines der Mankos der letzten Alben und auch den "Clans" hätte ein zweiter Sänger der als glatterer Gegenpart zu Boltendahl fungieren kann, gut gestanden.

Fazit: Unterm Strich haben Grave Digger hier mMn das beste ALbum seit Jahren hingelegt. Der Großteil der Scheibe besteht aus guten Songs, die auch in einigen Jahren noch Spaß machen werden. Und bis auf eine Ausnahme fällt der Rest zumindest nie unters Mittelmaß. Eine solide Gesamtleistung also, die zwar nicht an alte Erfolge anknüpft, aber die Ausfälle der letzten Zeit locker hinter sich lässt. Würde man auf Biegen und Brechen einen Vergleich mit alten Grave Digger Alben ziehen, würde ich die "Clans" am ehesten auf einer Höhe mit "Excalibur" sehen.


Babez for Breakfast
Babez for Breakfast
Preis: EUR 7,49

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Don't fear the 80ies!, 27. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Babez for Breakfast (Audio CD)
Wenn man nun zum fünften Mal auf einem Studioalbum die Monsternummer durchzieht, muss man sich etwas einfallen lassen. Ansonsten läuft man Gefahr, dass einem künstlerischer Stillstand vorgeworfen wird. Das wollen die Monsterrocker natürlich nicht riskieren und haben sich daher für ihr neues Album einen leichten Stilwechsel erlaubt. Dem klassische Monstermetal den man von Lordi kennt, wird dabei keinesfalls der Rücken gekehrt. Allerdings liegt das Hauptaugenmerk dieses Albums darauf, eine Hommage an poppigen Spraymetal der 80er a la "Kiss" oder "Twisted Sister" zu sein. Gleich das Cover der neuen Scheibe erinnert an die alte Zeit, in der man sich als Nischenrocker nichtmal halbwegs gute Artworks leisten konnte. Der Trash-Look setzt sich dann in knalligen Farben und Geschmacksverirrten Illustrationen auch im Booklet fort und gibt schonmal einen Vorgeschmack auf die Tracks die einen hier erwarten.

Den 80er Einschlag hört man auch deutlich in den Songs. Das Schlagwort hier ist "Rockhymne"! Schnell bekommt man den Eindruck, als versuche Lordi ein ganzes Album lang Kiss' gutes altes "God gave Rock'n'Roll to you" zu imitieren. Schon der Titelsong stimmt einen auf den ungewohnten Stil des Albums ein. Weiter geht es dann mit Songs wie "Loud and Loaded (for Rock'n'Roll)", "Rock Police" oder "Give your Life to Rock'n'Roll". Na, klingelts? Der Großteil des Albums wird tatsächlich von gleich oder ähnlich klingenden Rockhymnen geprägt, die original aus einem 30 Jahre alten Studioarchiv stammen könnten. Tracks wie "Zombie Rawk Machine" oder "Granny's gone Crazy" führen einen dann kurz vor Ende der Scheibe noch mal zu den "Get Heavy"-Anfängen von Lordi zurück. Es Steckt also eine geballte Ladung "Old School" in Lordis neuem Album.

Leider bringt der kleine Stilwechsel auch einige Probleme mit sich. Bei den Lyrics wurde sehr viel zurückgefahren. Sehr viel Text haben die Songs nicht zu bieten. Wenn man von Lordi gewöhnt ist, das ein Großteil der Songs raffinierte kleine morbide Storys zu bieten haben ist es schon etwas enttäuschend, wenn auf dem neuen Longplayer die Songs hauptsächlich daraus bestehen, dass immer und immer wieder der Refrain wiederholt wird. "This is Heavy Metal, This is Heavy Metal, This is Heavy Metal...usw." Zwischendurch wird dann mal kurz ein-, zweimal ein Vierzeiler nachgeschoben, aber das wars dann auch.
Die Songs werden somit einfach schneller langweilig, wenn dieselben ein, zwei One-Liner einfach zu oft im Song und zu oft hintereinander vorkommen. Denn was bei Lyrik-Legasthenikern wie Manowar noch fast als Qualitätsmerkmal gilt, ist bei Lordi eher ein deutliches Manko. Positiv hierbei ist natürlich, dass man fast alle neuen Stücke auch mit dickem Schädel im Halbkoma auf den Festivals komplett von vorne bis hinten wird mitgrölen können. Aber für zuhause oder unterwegs hätte ich mir etwas mehr der alten Lordi-Genialität gewünscht, die man von Songs wie "Blood Red Sandman" oder "The Devil hides behind her Smile" oder auch "Would you love a Monsterman" gewohnt ist.

Aber trotzdem wäre das ganze Album um ängen stärker gewesen, wenn die Produktion hier nicht das größte Manko wäre. Lordis neues Label hat anscheinend nicht so die Ahnung, wie man Metal auf eine Scheibe zu pressen hat.
Schlagzeug und und Gitarre klingen kraftlos wie noch nie!!! Sogar die Whiskystimme von Lordi versumpft im Mix-Desaster. Und die hymnenhaften Refrains hören sich oft an, als hätte man hier einen dreiköpfigen Grundschulchor verpflichtet. Im direkten Vergleich zum Vorgängeralbum "Deadache" erkennt man deutlich den Qualitätsverlust. Wo beim letzten Album das Schlagzeug noch krachte, die Gitarren donnerten und der Gesang noch vor Kraft strotzte, klingt das neue Album, als hätte man es durch ein Kopfkissen hindurch aufgenommen!!!

Da können Lordi rocken was das Zeug hält, ein Großteil des Potential dieses Albums verpufft leider an der stümperhaften Produktion. Was ich echt Schade finde, denn die Armut der Songtexte und den Rockhymnenmarathon hätte ich als stilistische Ausnahme dieses Eighties-Albums noch akzeptieren können. Aber zusammen mit der schlappen Abmischung ergibt sich hier das bisher unempfehlenswerteste Lordi-Album.
Schlecht ist es damit nicht. Lordi-Fans können bedenkenlos zugreifen. Nichtfans und Neueinsteiger sollten aber lieber zu "Get Heavy", "The Monsterican Dream" oder "Deadache" greifen, um erst zu hören, wozu Lordi eigentlich fähig sind!


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