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Rezensionen verfasst von
Dingo "Dingo"

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Neverworld's End
Neverworld's End
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 23,23

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Nightwish Klon!, 22. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Neverworld's End (Audio CD)
"Die neuen Xandria sind die alten Nightwish!!!" Diese Schlagzeile liest man im Moment in nahezu jedem Kommentar zu dem neuen Album der Bielefelder Gothic Combo. Zugegeben, als die originalen Nachtwünschler in höhere Schaffenssphären hinabgestiegen sind, haben sie ein Vakuum an der Spitze des Operametalgenres hinterlassen, in dass seitdem zwar zahlreiche Bands hineingeströmt sind, von denen aber keine die entstandende Lücke ausfüllen konnte.
Die Hoffnung war daher groß, als allerseits verkündet wurde, ein würdiger Nachfolger hätte endlich wieder den Thron des Gothicmetal bestiegen. Die Hysterie über die angebliche Nightwishnachfolge ist aber wohl eher durchs Marketing initialisiert worden. Zwar spielt Xandria mit seinem neuen Longplayer durchaus in der Oberliga und hat mit "Neverworlds End" ein gutes Album hingelegt, dass seine Ähnlichkeiten zu den Finnen die seinerzeit die Initialzündung zum Operametal gegeben haben nicht verleugnen kann und offensichtlich auch gar nicht will.
Aber Xandria besitzen noch immer genug Eigenständigkeit um nicht als bloßer Nightwish-Klon abgetan zu werden, daher wirkt der allgegenwärtige Vergleich mit Nightwish schon fast abwertend. Viele andere Bands weisen dieselben oder gar mehr Ähnlichkeiten mit der ehemaligen Genre-Referenz auf. Manuela Kraller ist zweifelsohne eine talentierte Sängerin mit stimmlichen Ähnlichkeiten zu Good-old-Tarja, aber ihre Stimme ist einige Tonlagen höher und insgesamt etwas dünner, so dass man sie nicht als vollwertigen Tarja-Klon bezeichnen sollte. Auch die Songs, die teilweise sehr gut sind, enttäuschen die großspurige Erwartung, nahtlos an den Erfolg der alten NW-Scheiben anschließen zu können. Diesen Anspruch sollte man an dieses Album nicht stellen, da auch die ansonsten guten Songs diesem Anspruch nicht gerecht werden können. Einzig die Produktion der neuen Xabdria ist noch durchaus verbesserungswürdig. Zu oft geht die Stimme von Manuela Kraller im Soundgewitter unter.

Mit "Valentine" als zweiten Track erreicht das Album bereits seinen frühen Höhepunkt. Mithalten können da im weiteren Verlauf nur noch das ebenfalls geniale "Blood on my Hands" und "Call of the Wind", das mich irgendwie an eine bekannte Melodie erinnert, ich meine es ist aus Ennio Morricones Soundtrack zum zweiten der alten "Nobody"-Filme.
"A thousand Letters" und "The Dream is still alive" sind die einzigen Ausfälle des Albums, die Balladen sind zu gewöhnlich und langweilen schnell. Die restlichen Tracks sind alle zwar keine Evergreens, aber gut gemachte Songs die das Album gut um die 3 Hits herum auffüllen.

FAZIT: Wenn auch nicht die beschworene Nightwish-Kopie, ist die neue Xandria durchaus ein starkes Album im Genre des Opera Metal. Die Scheibe kann einige lupenreine Hits aufweisen, ansonsten wird die Tracklist von durchwachsenen Stücken dominiert und bietet eigentlich keine Enttäuschung. Xandria sollte sich mit "Neverworlds End" also hoch genug in den Rängen des Gothic platziert haben um genug Luft zu haben, beim nächsten Album noch ein bisschen an der Produktion zu schrauben. Aber obwohl es mit dem aktuellen Longplayer nicht ganz zur Perfektion gereicht hat, besser als die letzten Nightwish-Scheiben ist die neue Xandria allemal. Wer also auch nur einen Hauch Interesse an Opera Metal hat, kann bei "Neverworlds End" nichts falsch machen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 30, 2012 12:28 AM MEST


21 (Limited Edition im metallic look veredelten Digibook inkl. Live Bonus-CD)
21 (Limited Edition im metallic look veredelten Digibook inkl. Live Bonus-CD)

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solides Werk ohne Höhepunkte, 6. März 2012
Wie erwartet bieten Rage auch auf 21 gut gemachten Metal, diesmal eine Spur härter als gewohnt. Dadurch leidet die Melodik zwar ein wenig, aber ein wenig Kontrast zu den vielen Klassik-Publikationen von Rage war sowieso längst überfällig.

Üblicherweise stellt sich ein Rage Album für mich folgendermaßen zusammen: 2 bis 3 Single-taugliche Hammersongs, die das Zeug zum Klassiker haben und das Album weitgehend tragen. 4 bis 5 Songs, die alleine zwar keine Wurst vom Brot ziehen, aber trotzdem überzeugen und handwerklich gelungen sind. Dazu 1 bis 2 Songs, die als reine Platzfüller entweder nicht weiter stören und falls doch, eben übersprunen werden und keinen großen Verlust für ein Album darstellen.

Was mir beim aktuellen 21er zur Perfektion fehlt, sind Songs der ersten Kategorie. Fast alle Songs sind qualitativ gut, aber keiner von ihnen hat das Zeug zum Dauerbrenner. Von den 7 ersten Songs des Albums bleibt kaum etwas im Gehöhr hängen. Die letzten drei fallen gar in die dritte Kategorie.

Die Bonus-DVD der Limited ist den Aufpreis irgendwie auch nicht Wert. Zudem scheint die unlimitierte Version des Albums limitierter zu sein, als die limitierte, daher bleibt einem wahrcheinlich eh keine Wahl.

Unterm Strich ist 21 trotzdem eines der besseren Rage-Alben, auch wenn es nicht das Zeug zum Evergreen hat, wie viele andere Scheiben der deutschen Metalmeister. Für den Fan ist es schmackhaftes Futter, Neueinsteiger oder unentschlossene sollten lieber zu Delikatessen wie Missing Link oder Carved in Stone greifen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 16, 2012 7:46 AM MEST


Imaginaerum (Ltd. Digipak mit Poster)
Imaginaerum (Ltd. Digipak mit Poster)
Preis: EUR 5,99

14 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Erstes wirklich langweiliges Studioalbum von Nightwish, 7. Dezember 2011
Ich kann mich nur erneut wiederholen: Natürlich dürfen Bands auch mal etwas anderes machen, als alle von ihnen erwarten. Nur weil etwas anders ist, ist es nicht automatisch schlecht. Aber leider auch nicht automatisch gut, wie man bei der neuen Scheibe "Imaginaerum" von Nightwish mal wieder enttäuscht feststellen muss.

Auch nach mehrmaligem Hören stellt sich für diesen Musical-Verschnitt keine Begeisterung ein. Im Gegenteil, die gerade erworbene Scheibe beginnt bereits extrem zu langweilen. Die einander allzu ähnlichen Kompositionen plätschern unmotiviert die Spiellänge über dahin und nur selten erhebt sich mit Songs wie "Storytime" oder "Last Ride of the Day" ein kleines Highlight aus dem in die Länge gezogenem Brei des musikalischen Füllmaterials aus dem das Album zu 80% zu bestehen scheint.

Unterm Strich zähle ich lediglich 4 gute, aber längst nicht herausragende Stücke. Dazu gesellt sich noch ein munteres Instrumental, dass man auch gerne mal hört.
Der Rest des Albums besteht dann allerdings aus Platzfüllern die sich größtenteils aus Sprachgesang, Gedichten, Filmmusik und choralen Elementen zusammensetzen.

Sowohl die banalen Kompositionen als auch der nicht überzeugende Gesang von Olzen und Hietala führen den Qualitätsabstieg von Nightwish weiter, der in Ansätzen bereits seit "Century Child" seinen Anfang nahm und sich seitdem stetig verschlimmert hat.
Aber mit "Imaginaerum" ist ein Tiefpunkt ereicht worden, der eigentlich nicht mehr zu unterbieten sein dürfte.

FAZIT: Handwerklich durchaus gut gemachtes Album das allerdings von schwerwiegenden kompositionellen Schwächen und einer nicht vorhandenen Langzeitmotivation der Stücke nach unten gezogen wird.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 7, 2011 3:23 PM CET


Black Mary, Bd. 3: Die Nacht des Puppenspielers
Black Mary, Bd. 3: Die Nacht des Puppenspielers
von Erwan Fagès
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gutes Comic, aber schlechter Abschluss, 8. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die beiden Vorgänger-Alben haben inzwischen einige Jahre auf dem Buckel. Meine haben beispielsweise noch Preisauszeichnungen in DM. Lange hat der Comic-Fan daher auf eine Weiterführung der Story um die umtriebene Mary und das Schicksal der Gaunerbanden warten müssen.

Konnte der erste Band noch als raffiniert erzählter, in sich abgeschlossener Part durchgehen, begann der zweite die Geschichte um Marys Aufstieg zur Gaunerkönigin mithilfe mysteriöser Mächte.

Der abschließende Band ist zwar sehr gut gezeichnet und wieder gut erzählt, aber leider greift er die offenen Fragen aus den beiden vorherigen Teilen, besonders aus dem zweiten zuwenig auf, geschweige denn überhaupt zu versuchen, Antworten auf die bisherigen Geheimnisse zu liefern. Stattdessen behandelt der Band einen ganz neuen Handlungsstrang um einen Aufstand gegen die Oberschicht und greift erst gegen Ende wieder lose Fäden aus der bisherigen Geschichte auf.

Als weiterer Band in der Storyline hätte das neue Album überzeugen können, aber als Abschluss der Trilogie lässt er den Leser mit mehr offenen Fragen zurück als vorher. Und dafür war die Wartezeit einfach viel zu lang.


Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten
Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten
DVD ~ Johnny Depp
Preis: EUR 7,97

19 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Drehbuch wie Skorbut, 7. Juli 2011
Wir erinnern uns: Fluch der Karibik war seinerzeit eine Abenteuerkomödie die mit originellen Ideen, schrulligen Charakteren und treffsicherem Humor das Genre des Piratenfilms neu belebt hat.
Teil 2 und und 3 ließen zwar die Originalität und den Humor des Erstlings vermissen, als karibischer Abenteuerstreifen wussten beide trotzdem zu begeistern.
Der vierte Teil kommt nun allerdings als schnöder Dialogfilm im Freibeutergewand dahergehumpelt. Schade drum.

JACK SPARROW
Johnny Depp in seiner Paraderolle trägt den Film diesmal noch mehr als sonst. War seine Figur zu Beginn der Filmreihe ein Element unter vielen, hat sich Captain Jack zum Hauptmotiv des aktuellen Streifens gemausert. Mehr als bei den vorherigen Filmen hat man hier das Gefühl, dass die Handlung nur als Bühne dient, um über 2 Stunden lang Jack Sparrow präsentieren zu können.

BARBOSSA
Barbossas Rückkehr am Ende von Teil 2 war genial, die Erklärung seiner Auferstehung in Teil 3 aber ziemlich unglaubwürdig und sein weiteres Fortwirken als blasse Nebenfigur enttäuschend. Diese Rolle hätte lieber in Würde sterben sollen als sie auch in Teil 4 noch weiter auszulutschen. In "Fremde Gezeiten" dient sie lediglich dazu, bekannte Gesichter zu bieten. Ein kongeniales Zusammenspiel zwischen Barbossa und Jack wie im ersten Teil kam bereits im dritten nicht mehr zustande.

BLACKBEARD
Der neue Oberschurke wird zwar von Ian McShane gekonnt verkörpert, leider fehlen der Rolle aber im Film Szenen, in denen Blackbeard glänzen kann. Das Drehbuch verdonnert ihn dazu, lediglich durch die Gegend zu wandern, hin und wieder ein böses Gesicht zu machen und legt ihm sonst nur fade Textzeilen in den Mund-

ANGELICA
Die Rolle von Penelope Cruz ersetzt Keira Knightleys Part. Und die Rolle der rassigen Piratenbraut hat Cruz wesentlich besser drauf. Ich vermisse Knightley nicht, Cruz nervt weniger mit Emanzen-Allüren und hat zudem mehr Schauwerte zu bieten.

DER PRIESTER
Ein namenloser Schauspieler schickt sich an in der Rolle eines jugendlichen Missionars das Erbe Orlando Blooms als Mädchenschwarm anzutreten. Leider erfüllt seine Rolle keinerlei Funktion innerhalb der Handlung und scheint nur zum Zweck ins Drehbuch geschrieben zu sein, einen Sonnyboy bieten zu können. Die Lovestory zwischen ihm und der Meernixe ist ebenso unglaubwürdig und fehl am Platz, erfüllt aber den Zweck iin Teil 5 mit einem Schwarm missionierter Christennixen aufwarten zu können.

DIE ACTION
Keine Action, kein Abenteuer, sorry Leute. Das größte Manko dieses Films ist, dass er keine Höhepunkte bietet. Es gibt eine Kutschen-Verfolgungsfahrt zu Beginn des Streifens, aber die zieht sich, wirkt arg gezwungen und unspannend. Der Kampf mit den Seenixen bietet fast eineinhalb Stunden später noch etwas Auflockerung, wirkt aber auch halbherzig und unspannend. Jacks Flucht vor den Spaniern von Palme zu Palme hätte eine nette Szene abgeben können, aber die billig wirkenden CGI-Szenen stehen im krassen Gegensatz zu den gut gemachten ähnlichen Szenen des ersten Teils, wo tatsächlich noch Stuntmen an Seilen durch die SZenerie gewirbelt wurden. Das "große Finale" dem man den Film über entgegenfiebert entpuppt sich am Ende als enttäüschende Prügelei zwischen Piraten und Spaniern in einer billig gemachten Höhlenkulisse. Nicht nur dass das das erbärmlichste Finale ist, die ein Piratenfilm je geboten hat, in Bud-Spencer-Filmen hat man so etwas vor Jahrzehnten spektakulärer erlebt!

DIE SEESCHLACHT
Unabdingbares Element in allen Piratenstreifen und ein MUSS für ein spannungsgeladenes Finale. Seltsam, dass bisher KEINER der Karibik-Fluch-Teile eine anständige Seeschlacht bieten konnte.
Im ersten Teil gab es noch eine kleine Schlacht, die aber weit hinter Hollywoods Möglichkeiten zurückblieb. Teil 2 verzichtete ganz darauf und vertröstete den Zuschauer auf Teil 3. Der dritte Film hat einem auch den Mund wässrig gemacht auf die finale Auseinandersetzung der beiden gigantischen Flotten der Praten und der Engländer. Kurz vor Ende machte dann aber wohl das Budget dem Kampfgetümmel einen Strich durch die Rechnung, sodass sich das Finale auf den Kampf der beiden Flaggschiffe im Strudel beschränkte. Aber auch hier bestand der Hauptpart des Gefechts aus Prügeleien in den Spanten. Der aktuelle Teil verzichtet daher ganz auf Seegefechte. Ganz frech wird eine Auseinandersetzung zwischen Barbossa und der spanischen Armada im Ansatz abgewürgt. Auch hätte man denken können, dass Blackbeards Schiff mitsamt seiner Flammenwerfer-Waffe ein furioses Finale bietet, aber Pustekuchen.
Wer eine furiose Seeschlacht sehen möchte dem sei der Piratenfilm "Cutthroat Island"(deutsch: Die Piratenbraut) ans Herz gelegt. Der Film enttäuscht zwar durch die Monumentale Fehlbesetzung der Hauptcharaktere, bietet aber eine dreiviertelstündige aufwendige Seeschlacht mit echten Explosionen und Stuntmen statt billiger CGI-Technik in Zweifarbengraustufen-Optik.

3D
Ist vorhanden. In den ersten 10 Minuten denkt man sich "Wow...Person A steht weiter vorn und Person B weiter hinten im Bild. Irre", aber danach fällt es gar nicht mehr auf, dass der Film 3dimensional ist. Das liegt zum Großteil daran, dass der Film auf Actionszenen vollständig verzichtet und nur wenn mal ein Säbel oder eine Muskete in die Kamera gehalten wird fällt einem auf, "Hoppla, da war ja 3D!".

DIE NEBENROLLEN
Die beiden Sidekicks aus den ersten Teilen sind zum Glück nicht mehr dabei, ich fand die schon im 2ten Teil nicht mehr witzig. Aber die Möglichkeit, den Platz zu nutzen, um die Piratenriege mit neuen illustren Rollen zu füllen, versäumt der Film. Die gesamte Piratenmannschaft bleibt blass und hat nicht ein Mitglied mit Wiedererkennungswert zu bieten.

FAZIT
Man stelle sich vor, Jack Sparrow würde sich zwei Stunden lang in der Nase bohren, dann hat man ungefähr einen Eindruck der Leistung des Drehbuchs zu "Fremde Gezeiten". Einen Stern gibt es dafür dass auch der vierte Fluch der Karibik wenn auch ein langweiliger, wenigstens noch ein Piratenfilm ist von denen es immer noch viel zu wenige gibt. Den zweiten Stern gebe ich für die paar gut gespielten Rollen, die leider nichts anderes machen dürfen als präsent zu sein und keinerlei herausragende Szene im Film bekommen. Allein in den letzten 5 Minuten zeigt der Film einen Hauch seiner Möglichkeiten, wenn Jack die Befreiung der Black Pearl plant und Barbossa mit der "Qeen Anne's Revenge" in See sticht. Das macht einem den Mund auf Teil 5 wässrig und schürt Hoffung, demnächst mal wieder einen Abenteuerfilm sehen zu können. Aber wenn man teure Hauptdarsteller bezahlen muss, dann bleibt, wie man sieht, für Abenteuer leider kein einziger Dollar mehr übrig.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 26, 2011 6:23 PM MEST


Back Through Time
Back Through Time
Wird angeboten von MUSIC-2000
Preis: EUR 8,74

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Piraten entern, Wikinger kentern!, 5. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Back Through Time (Audio CD)
Zum dritten Male erfreuen nun die illustren Freibeuter von Alestorm den Hörer mit Liedgut ihrer feuchtfröhlichen Abenteuer! Und wer befürchtete, dass die ewig gleichen Songs übers Plündern, Entern, Schatzsuchen, Barmädchen und natürlich Bier, Schnaps und Rum dem neuen Longplayer den Wind aus den Segeln nehmen würde, dem kann beruhigt Entwarnung gegeben werden. Der metallastige Freizeitpirat von heute bekommt wie immer eine schmissige Komposition schneller und originell getexteter Stücke präsentiert, die die Alestorm-typischen Elemente nicht vermissen und Seemannsherzen höher schlagen lässt.

Die Scheibe beginnt mit dem Titelsong "Back Through Time" und gleich hier betritt die Piratenbande Neuland. Anstatt gegen reich beladene Händlerschiffe, schwer befestigte Hafenstädte oder monströse Meerungeheuer, zieht die Mannschaft um Captain Bowes gegen Wikinger zu Felde, bzw. zu Meere! Nicht nur dass ein ganzer Ozean zwischen diesen beiden Kontrahenten liegt, es trennen die neuen Rivalen eigentlich auch mehrere Jahrhunderte! Aber was Kapitän Kirk schon recht war, kann Kapitän Bowes nur billig sein, daher reist man also einfach in der Zeit zurück um den behörnten Nordmannen einen bestulpenstiefelten Tritt in den Allerwertesten zu verpassen. Somit erklärt sich auch der Titel des neuen Albums samt Coverartwork. Es mag an einer aktuell ausgetragenen Fehde zwischen Fans des Vikingmetal und denen des Piratemetal liegen, dass Alestorm sich genötigt sahen, mal klarzustellen, dass ein Nischengenre sich vor der derzeit populärsten Metalrichtung nicht zu verstecken braucht. Der Song ist schlichtweg genial und die Piratenkombo nimmt kein Blatt vor dem Mund, wenn sie besingt, was sie von den schwächlichen Nordlichtern in ihren mickrigen Drakkars und ihrer nutzlosen Mythologie halten! Es ist sicher ein Wagnis, sich so direkt gegen die größte Metalfraktion zu stellen, aber hey: Wozu sind Wagnisse da? Dass man sein Schiff hineinsteuert und aus allen Rohren ballert was das Zeug hält bis man Beutebeladen wieder zurück kommt! Da auch der Vikingmetal selbst gerne gegen andere populäre Mythologien auffährt, sollte wohl kein Hörnchenhelm hier eingeschnappt sein, wenn Alestorm singen, dass weder Thor noch Odin einer geladenen 32Pfünder gewachsen sind. Wer austeilt, muss auch einstecken können, und ich freue mich auch bereits auf die Antwort aus dem hohen Norden.( Turisas haben hier mit "Hunting Pirates" bereits vorgelegt!)

Aber weiter mit dem Seemannsgarn des aktuellen Albums. "Shipwrecked" ist ein schneller und munterer Song über Schiffbruch. Das Stück macht Laune und ist beim ersten Hören ein Ohrwurm. Meiner Meinung nach der beste Song des Albums.
"The sunk'n Norwegian" ist nicht nur ein weiterer Seitenhieb gegen nordische Metalfreunde, sondern ebenso eine Spelunke in der der durstige Pirat sich vollaufen lässt, bevor es zur nächsten Plünderfahrt geht. Das Stück selbst ist ein schöner Schunkler in klassischer Alestorm-Trinkhymnen-Manier.
In "Midget Saw" einem weiteren munteren Hochgeschwindigkeits-Kracher erfahren wir, was mit Piraten passiert, die es wagen sich gegen die eigene Zunft zu stellen. Auf hoher See ist ja das Kielholen sehr beliebt, an Land hingegen werden kurzerhand dem Nestbeschmutzer die Beine abgesägt. Für den betroffenen eher fatal, für den Hörer aber das zweitbeste Lied des Albums.
Das in "Buckfast Powersmash" besungene alkoholische Getränk Buckfast ist ein hochprozentiger Wein, der von Mönchen der Buckfast Abbey in Devonshire in England gebraut wurde. Populär hingegen wurde das Getränk vor allem in Schottland, auch weil es dort als "Zaubertrank" galt, der vor der Schlacht Mut und Kraft verlieh. Im Song allerdings geht dieses Getränk unseren schottisch/karibischen Plünderfahrern nun aus, woraufhin sie sich genötigt sehen, persönlich besagte Abtei plündern, um sich vor der drohenden Nüchternheit zu bewahren. Der Song selbst ist leider kein Highlight und wohl wirklich nur abgefüllt zu ertragen.

Ein nicht ganz zu Unrecht oft gegen Alestorm angeführtes Argument ist, dass deren Themengebiet doch sehr beschränkt ist und gemutmaßt wird, das die Jungs mit immer ewig gleichen Liedern und Songtexten über ewig gleiche Themen wie Plünder und Trinken schon bald Schiffbruch erleiden werden. Diese Kritik hat sich Alestorm zu Herzen genommen...und eine Ballade darüber geschrieben! Auch der Vorwurf, Piratenmetal sei bereits ausgelutscht, da Running Wild ihn bereits seinerzeit etablierte wird mit abgehakt. Wenn gefühlte millionen Metalbands von der Thematik der nordischen Mythologie zehren, dann muss ich sagen, es gibt noch längst nicht genug Piratenbands!!!
Über den folgenden Song mit dem Titel "Rum" muss wohl nichts weiter gesagt werden!

"Swashbuckled", ein Stück über drei glücklose Kapitäne dümpelt zwar ein wenig träge im Repertoire des neuen Albums herum, fügt sich aber gut in die Tracklist ein.
"Rumpelkombo" ist ein besonderes Stück, da es nur 6 Sekunden dauert und aus nur einem einzigen Wort besteht. Obergrabgräber Chris Boltendahl wird als Urheber des Songtextes genannt und darüber wie der Frontmann von Gravedigger bezüglich Alestorm auf den Begriff Rumpelkombo kam, darf gerätselt werden.
"Barretts Privateers" ist ein Coverstück über die titelgebende Freibeuterbande und ihre unglücklich verlaufende Kaperfahrt. In diesem Song wird ein Manko des Albums deutlich: Die gegrölten Chöre sind auf der neuen Scheibe oft sehr schlecht zu verstehen und gehen im Sound unter. Da hilft meistens nur noch der Songtext aus dem Booklet um zu verstehen, was da gerade gesungen wird.

In "Death Throes of the Terrorsquid" feiert der Leviathan sein Comeback und erleidet die Todesqualen des Terrorkraken, als er von der Alestormmannschaft gejagt und erlegt wird. Das über 7minütige Stück hätte das Zeug zum epischen Knaller gehabt, leider kann die Melodie nicht die volle Zeit über motivieren und auch bei den Songtexten hätte ich mir eine spannendere Jagd auf den Terrorkraken gewünscht. Das Monster-wird-gesucht-gefunden-getötet-Schema wird einfach zu kurz abgehakt, in der langen Dauer des Songs hätte man die Jagd etwas detaillierter und lebendiger besingen können.
Auf der Limited folgen noch "I am a Cider Drinker", ein klassischer Schlager in neuem Piratengewand, sowie "You are a Pirate" ein kurzes schnelles Stück, bei dem der Titel Programm ist. Achtung, hier lohnt sich der Aufpreis!!!

Auch wenn Alestorm auch auf ihrem dritten Album wieder aus vollen Rohren feuern, gelingt ihnen doch diesesmal leider kein Volltreffer. Songs wie "Shipwrecked" und "Back Through Time" sind sehr gute Alestorm-typische Kracher, aber so ein Glückstreffer wie "Captain Morgans Revenge" oder "Keelhauled" gelingt den Schotten diesmal nicht. Aber man kann nicht jeden Tag den heiligen Gral erbeuten, manchmal müssen auch Berge von Gold und Tonnen von Rum ausreichen. Und als gesungener Rum ist die neue Scheibe allemal sein Gold wert!
Zusammenfassend kann man also sagen, dass Alestorm wieder einmal ein Album hingelegt haben bei dem man Lust bekommt, den Dreispitz aufzusetzen, das Entermesser zu wetzen, sich ein Fass Rum unter den Arm zu klemmen, auf der Jagd nach Beute selber auf dem nächstbesten Seelenverkäufer anzuheuern und in karibische See zu stechen!
Das Liedgut der schottischen Freibeuterkombo ist dafür ein fast gleichwertiger Ersatz, also zurücklehnen, Lautsprecher aufdrehen und die akustische Kaperfahrt auch auf dem Trockenen genießen!!!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 5, 2011 7:29 PM MEST


Infected
Infected
Preis: EUR 16,18

21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Endzeit der Tempelritter, 26. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Infected (Audio CD)
Irgendwann erreicht wohl jede band einmal den Punkt, an dem sie sich denkt "Wir machen seit 18 Jahren immer dasselbe. Es wird dringend Zeit, mal etwas Neues zu versuchen, uns zu verändern und erwachsen zu werden!".
Meistens hört diese Band dann auf damit das zu machen, mit dem sie erfolgreich und beliebt war und beginnt stattdessen etwas zu machen, was so ziemlich alle anderen auch machen. Anstatt weiter die Nische zu bedienen in der man seine Fans hat, wendet man sich neuen Gestaden zu.
Was viele dabei vergessen, ist, dass man wenn man etwas Neues macht, das auch anständig machen muss um einerseits die neuen Fans von den eigenen Qualitäten zu überzeugen und andererseits den alten Fans die den alten Stil schätzten, etwas gleichwertiges als Ersatz bieten zu können.
Üblicherweise endet dieses Vorgehen in einer Katastrophe, die meistens wenn auch nicht unbedingt den finanziellen, dann aber doch den künstlerischen Niedergang der Band einläutet.

Im hier vorliegenden Fall versuchen also die Jungs der Tempelritter-Combo "Hammerfall" die vorgeblich ausgetretenen Pfade des epischen Hymnen-Metal zu verlassen. Bereits das Artwork weist auf den neuen Stil hin, auch in den Lyriks finden sich keine genreüblichen Kings, Knights, Swords oder ähnliches mehr.
In den Texten findet man nun hauptsächlich Endzeit-Thematik, hier ein wenig Seuche, dort ein oder zwei Zombies, immer mal wieder etwas christlich-religiöse Einflüsse mit denen ein bibelfester Hörer sicher mehr anfangen kann und das Ganze eingebettet in Standard-Phrasen des Heavy Metal.
Der Sound braucht sich nicht zu verstecken, die chorälen Schwerpunkte die man sonst von den Schweden gewohnt war werden ersetzt durch knackig-rockigen Sound der dank der sauberen Produktion die neue Härte der Band gut rüber zu bringen weiß.

Ob jetzt aber "Infected" der große Wurf ist, ist umstritten. Der neue Stil ist gewöhnungsbedürftig, viele werden sicher den alten Ritterchören hinterhertrauern. Der harte Sound der neuen Scheibe weiß zwar zu begeistern, allerdings sind die Kompositionen selber weitaus weniger ausgefeilt und abwechslungsreich als man es von Hammerfall bisher gewohnt war.

"Patient Zero", "Bang your Head" und "Dia de los Muertos" sind die Songs in denen der Wechsel sehr gut funktioniert. Die drei Stücke sind lupenreine Hits, klingen super und wissen zu begeistern.
Der Rest des Albums kann da aber auch leider schon nicht mehr ganz mithalten. Während die Singleauskopplung "One More Time" noch ein Minimum an Langzeitmotivation besitzt, langweilen Songs wie "Redemption" bereits beim ersten hören.
"I refuse" ist einer von sogar zwei Totalausfällen des Albums. Der Song beginnt zwar mit ordentlichem Sound kommt dann auch gut in die Gänge, aber wenn dann der Refrain, der einzig und allein aus dem Songtitel besteht, dauernd immer wieder wiederholt wird, fängt das Stück einem sehr schnell an auf den Zeiger zu gehen. Schlimmer noch ist es mit "Send me a Sign", dem zweiten Nervenzerrer des Albums. Die Ballade ist eine Coverversion einer angeblich legendären Rockband, aber legendär war wohl nur deren Erfolglosigkeit. Hammerfall haben mit Balladen durchaus Erfahrung und auch schon das ein oder andere langsame Meisterstück hingelegt, aber dieser Song ist purer Kitsch zum Fremdschämen. Celine Dion lässt grüßen! Ich hab es bis jetzt in mehreren Versuchen nicht geschafft, den Song an einem Stück durchzuhören und werde wohl nie erfahren wie er ausgeht. Und nein, ich rechne bestimmt nicht damit, dass der Song in der zweiten Hälfte alle seine Qualitäten versteckt hat und man ihn erst ganz gehört haben muss.

Die beigepackte DVD soll dem Album einen Mehrwert geben, der der Käuferschaft die Entscheidung erleichtern soll, dem neuen Hammerfall eine Chance zu geben. Aber das Ding ist nicht nur völlig überflüssig sondern eine Frechheit. Die paar Playback Songs in schlechter Qualität locken keinen Hund hinterm Ofen hervor, sondern zeigen, wie man es besser nicht machen sollte. Weniger wäre hier mehr gewesen.

FAZIT:
Der Sound selbst hat den Stilwechsel der Band gut überstanden und rockt einfach! Leider sind die Songs selbst größtenteils Mittelmaß, so dass das neue Albums trotz aller Qualitäten nicht lange begeistern kann.
Das Album ist daher nicht unbedingt schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Manchen wird es freuen, dass Hammerfall seine 18jährige Templerphase endlich mal beendet hat, andere werden ihr noch lange hinterher trauern. Nichtsdestotrotz kann man sagen, dass die Band ordentlichen Metal spielt, die Kompositionen aber noch viel Verbesserungspotential haben. Wenn man sich entschieden hat aus seiner Nische herauszutreten und von nun an Allerwelts-Metal zu spielen, muss man in Zukunft den Fans etwas mehr bieten als abgegriffene 0815-Riffs in Metal-Songs die andere Bands bereits seit über 30 Jahren besser spielen.
Nicht dass wir uns hier missverstehen, das Album ist nicht wegen, sondern trotz des neuen Stils eher mittelprächtig. Ein neuer Stil ist nicht zwangsweise gleich etwas Schlechtes, aber leider wie in diesem Fallauch nicht automatisch eine Verbesserung!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 10, 2013 1:13 AM MEST


Sucker Punch
Sucker Punch
DVD ~ Emily Browning
Preis: EUR 4,97

19 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Warner immer noch auf dem falschen Weg, 21. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Sucker Punch (DVD)
Über den Film ist ja bereits viel gesagt worden, unnötig alles nochmal durchzukauen, daher beschränke ich mich hier ausnahmsweise mal darauf, nicht den Inhalt, sondern hauptsächlich das Produkt zu bewerten.
Fakt ist, dass Warner sich entschieden hat, die ungeschnittene Fassung nur auf Blu Ray zu veröffentlichen. Dass bedeutet, der DVD Nutzer bekommt lediglich die Kinofassung inklusive sämtlicher Handlungslöcher aufgetischt.
Und das ergibt sich ja wohl nicht aus technischen Gründen, sondern lediglich aus gezielter Missachtung der DVD Kundschaft. War beim letzten Zack Snyder Film genauso, "Legende der Wächter" lasse ich weiterhin solange im Regal stehen, bis mal der ungeschnittene Film auch mal auf DVD erscheint. Für so eine Vermarktungspolitik sollte es nicht einmal einen Stern geben, pfui! 5 Sterne Abzug für diese ungeheure Veräppelei!

Den einen Pflicht-Stern gibt es eben für die lückenhafte Kinofassung des grandiosen Films, da bekommt man als DVD Nutzer halt zumindest einen teuren Trailer des echten Streifens.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 4, 2011 11:58 AM MEST


Machete
Machete
DVD ~ Danny Trejo
Preis: EUR 4,99

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Cool und stylisch, nur leider etwas knapp im Schnitt., 24. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Machete (DVD)
Der Fake-Trailer-Hintergrund von "Machete" ist ja weithin bekannt. Geboren wurde die Idee als grotesk übertriebener Actionstreifen der gar nicht existierte. Dann erwies sich die Idee als so reizvoll, dass sie doch verfilmt wurde.

VOM TRAILER ZUM FILM:
Das ist auch schon die erste Schwierigkeit an der der Film scheitert: Viele Szenen aus dem ursptünglichen Fake-Trailer waren dort erstklassig positioniert, fügen sich aber in den tatsächlich entstandenen Film nicht wirklich ein. Bestes Beispiel: die Szenen des schießwütigen Priesters, gespielt von Cheech Marin. Im Trailer noch ultracool, im fertigen Film aber irgendwie deplaziert. Man wusste, dass passiert gerade nur, weil die Szene irgendwie in dem Film vorkommen musste. Man fragt sich, wieso holt sich der Priester, der eben noch in seiner Kirche von Gangstern angegriffen wird, seine Waffen jetzt aus dem Kofferraum, wieso liegt da pötzlich mirnix dirnix dieser Typ vor ihm auf dem Boden, nur um sich mit einem coolen Spruch abservieren zu lassen? Und warum ist der Priester danach wieder IN der Kirche, wo die Schießerei offensichtlich zu seinen Ungunsten weitergeht?

EIN ECHTER RODRIGUEZ:
Lobenswert ist aber auf jeden Fall Rodriguez charakteristischer Stil, der den Film nicht wie in Hollywood sonst üblich kalt, langweilig und unauthentisch erscheinen lässt. Sengende Hitze und dreckige Kulissen unter mexikanischer Sonne sind eben genau sein Element. Auch dass Danny Trejo keine Hauptdarstellerqualitäten hätte ist aus der Luft gegriffen, die Figut des Machete benötigt keinen Charaktermimen und kommt durchaus glaubwürdig rüber. Apropos glaubwürdig: Der Spagat zwischen Authentizität und Exploitation bekommt der Film auch nicht ganz hin. Gerade die Szenen aus dem Fake-Trailer, die eher an das abgedrehte "Planet Terror" erinnern fügen sich nur sehr schlecht in das ernste Einwanderungsthema ein, dass einerseits sehr sozialkritisch angegangen wird und andererseits versucht, den Streifen mehr in Richtung reales Gangster-Epos im Stile eines "Desperado" zu schieben. "From Dusk Till Dawn" hat diese hybride Thematik wesentlich besser zusammengefügt.

DRAMATIS PERSONAE:
Die Haupt- und Nebendarsteller sind gut gewählt, Danny Trejo verkörpert die Machete perfekt, Jeff Fahey spielt den üblichen Klischee-Bad Guy. DeNiro kommt ja seltsamerweise irgendwie in jeder Rolle gut an, Jessica Alba lässt ,an auch mal als Bundesagentin durchgehen, verblasst aber neben der toughen Michelle Rodriguez, die eine ähnliche Powerfrauen-Rolle innehat. Der gealterte Steven Seagal passt entgegen der landläufigen Meinung sehr gut in die Rolle des schmierigen Drogenbarons. Nur vom ehemaligen Martial Arts-Star hätte ich mir etwas mehr versprochen, als dieses unmotivierte Gehopse, das dem Zuschauer als finaler Kampf gegen Machete verkauft wird. Lindsay Lohan läuft unter ferner liefen, ihre Actionszene ist kurz und geradezu dümmlich, aber wenigstens darf sie mal kurz ihre Möpse zeigen. Cheech Marin ist Pflicht, seine Rolle ist aber leider kürzer geraten, als der Faketrailer es hat vermuten lassen. Don Johnson in einer untypischen Rolle ist ebenfalls ein interessantes Wiedersehen.

SEX & CRIME:
Wer sich seinerzeit die 18er Variante des "Planet Terror" zugelegt hat, wird sich nicht zu Unrecht ziemlich verschaukelt gefühlt haben. Trotz der Altersbeschränkung ist so ziemlich jede Gewaltszene entfernt worden. Bei einem Zombiefilm eine Frechheit. Bei Machete sieht es da besser aus, "Uncut", "Ungekürzt" und "R-Rated" heißen die Schlagwörter, dem Kinogänger und dem Heimkinofan Bedenken an sinnlose Schnippeleien an den Szenen austreiben sollten.
Und bereits vor dem Vorspann geht es ordentlich zur Sache, bereits in den ersten 5 Minuten fühlt man sich in alte "From Dusk Till Dawn" ZeiteŽn versetzt. Dann allerdings beginnt der Film und somit die Handlung und diese lässt nur noch vereinzelt Platz für kleine, blutige Rangeleien zwischen Machete und seinen Opponenten. Diese sind zwar ebenfalls icht jugendfrei, aber keine Szene des Films erreicht den Kult-Faktor der Eröffnungsszene.
Und gerade diese offenbart auch bereits vor dem Vorspann das größte Manko des Films: Uncut hin, R-Rated her, ES FEHLEN SZENEN UND ZWAR DEUTLICH!!!
Jetzt kommt es auf einen Toten mehr oder weniger in einem Rodriguez Film sicher nicht an, aber Lücken zu hinterlassen, die derart deutlich zu erkennen sind, hat mir den Spaß am Trash bereits vor dem Vorspann etwas verhagelt. Insgesamt sind mir beim ersten Sehen 5(!) deutlich erkennbare Schnitte aufgefallen, von weiteren wahrscheinlichen mal ganz abgesehen.
(1) Torrez droht, nachdem er Machetes Frau tötete auch damit, seine Tochter umzubringen. Es folgt ein tölpelhafter Schnitt, danach fragt man sich was denn nun mit dem armen Mädchen sei, bis man später im Film erfährt dass auch sie getötet wurde.
(2) Osiris Rolle als gnadenloser Auftragskiller verschwindet einfach im Film. In den deleted Scenes der DVD sieht man die nicht ganz ausgearbeitete Sterbeszene nachträglich, aber im Film fragt man sich, was mit dem Typen denn los sei, hat Machete ihn etwa einfach gehen lassen, obwohl er wusste dass er der Mörder seines Bruders ist?
(3) Der Tod des Grenzguerillas der von Don Johnson dargestellt wird, wird ebenfalls nur angedeutet. Als Nummer 3 in der Bad Guy Rangfolge hätte man einen etwas spektakuläreren Abgang von ihm erwartet, anstatt nur einen Blutfleck zu sehen und sich denken zu müssen, was da wohl gerade wirklich passiert ist.
(4) Der Straßen-Boxkampf von Machete erinnert mich an die Pro7-Versionen älterer Van Damme Filme...Da wird sich eben noch geprügelt, plötzlich ist Schluss der Sieger steht fest, während der Zuschauer rätselt, wie dieser Kampf denn nun eigentlich sein Ende fand.
(5) DIE Szene die Machete berühmt machte und auch das Cover der DVD sowie die Kinoplakate zierte, die das Kernstück des Faketrailers war ist wohl die, in der er seinen Mantel voller Macheten öffnet. Leider kommt sie im Film nicht vor(!), er trägt dieses nette Lederwestchen mit den Dekomessern, das wars auch schon.
Noch während der Anfangsszene könnte man meinen, der Film geht nicht nur mit Gewalttätigkeiten locker um, auch nackte Haut nimmt eine größere Rolle im Film ein. Schließlich vereinnahmt Machetes Charme in Bondmanier die Frauen ja reihenweise...Aber Pustekuchen. Machetes kleines Dreier-Geknutsche im Pool musste in den Film, denn es kam im Faketrailer vor. Aber sonst gibt sich der Streifen ziemlich prüde, auch bei Bettszenen wird dezent ausgeblendet.

FAZIT:
Ein typischer Rodriguez, aber nicht der große Wurf, der es hätte sein können. Die billige Mann-auf-Rache-Handlung des Faketrailers hätte ausgereicht, die ganzen Intrigen um Einwanderer und politische Verwirrungen versuchen nur dem Film einen Anspruch zu verpassen, den er nicht halten kann. Obwohl der Streifen seine 18er Freigabe verdient hat, sind zu viele holprige Schnitte in den Szenen. Nicht benötigte Gewaltszenen hätte man als Profi dezenter entfernen können. Die Schauspielerriege ist erstklassig und macht den Film auch für nicht-Rodriguez Fans sehenswert. Mehr (echte) coole Sprüche und weniger Bammel vor er Zensur-Behörde hätten aus dem Film einen Kultstreifen machen können!
So aber ist das Werk zwar sehens- aber nicht wiedersehenswert. Ähmlich erging es mir damals mit "Irgendwann in Mexiko", in dessen Liga auch "Machete" spielt.


Stand Up and Fight (Ltd.Edt.)
Stand Up and Fight (Ltd.Edt.)
Preis: EUR 11,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klasse statt Masse!, 20. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stand Up and Fight (Ltd.Edt.) (Audio CD)
2004 betraten Turisas die Bühne des Heavy Metal mit einem Paukenschlag. Das Debut-Album "Battle Metal" begeisterte seinerzeit durch seinen unkonventionellen Mix verschiedener Genres.
Drei Jahre später folgte mit "The Varangian Way" ein würdiger Nachfolger, bei dem die Band jegliche stilistischen Experimente hinter sich ließ und sich im Bereich es epischen Powermetal etablierte.
Vier Jahre sind nun ins Land gegangen bis das langersehnte dritte Album der Finnen endlich das Licht der Welt erblickte. Und die Wartezeit hat sich gelohnt. Anstatt einen Schnellschuss zu produzieren haben die Mannen (und eine Dame) um Frontmann Mathias Nygard ihre Linie konsequent weiterverfolgt und präsentieren mit "Stand up and Fight" ein Album, dessen Grundzüge zum großen Teil auf den Qualitäten der Vorgänger fußen.
Allerdings wird der Fan auch einiges vermisen, was er im Laufe der Jahre möglicherweise an Turisas zu schätzen lernte. Mal wieder ersetzt Turisas einige gewohnte Elemente durch neue stilistische Ausprägungen.
Werfen wir also als nächstes gleich einen Blick auf...

DIE SONGS:
Thematisch verfolgt der Großteil der Songs die bereits auf dem Vorgänger-Album begonnene Geschichte des Norwegers Hakon Halfdansson und seiner Reise vom hohen Norden zum Bosporus. Erreichte er im letzten Track des "Varangian Way"s Konstantinopel, die Metropole am Bosporus, schildert "Stand up and Fight" einige Erlebnisse der Warägergarde des byzantinischen Kaisers dessen Mitglied Halfdansson wurde.

"March of the Varangian Guard" beginnt auch gleich als Hymne auf die besagte Garde. Der Song setzt nicht nur die Story sondern auch den Stil des Vorgängers "Varangian Way" originalgetreu fort. Ein sehr guter Song mit Ohrwurmqualitäten!

"Take the Day!" hingegen überrascht sehr. Dieser ebenfalls sehr gute Song mischt wieder mehrere Stile zu einem harten und abwechslungsreichen Song dessen Unkonventionalität an "Battle Metal" erinnert. Tatsächlich könnte das Stück über das die Gefühle(!?) von Kämpfern vor einer anstehenden Schlacht beschreibt, direkt von Turisas' Debutalbum stammen.

"Hunting Pirates" ist der vielleicht beste SOng des ALbums! Ganz in "Alestorm"-Manier versuchen sich Turisas hier an einem äußerst gelungenen Einstieg in den Bereich des Pirate-Metal. Das Lied macht Laune hat eine schmissige Melodie und einen genialen refrain der einem wochenlang in den Ohren bleibt! Dazu gibts in den Lyrics für den Anspruch einiges an Rumphilosophiererei darüber, ob Piraten wirklich Böse sind und wie Gut diejenigen eigentlich sind, die Piraten jagen.

"Bevetoi-Npaoivoi!" So oder ähnlich heißt das erste Instrumental des Albums. Zugegeben, das Musikstück in dem es um ein Wagenrennen im Hippodrom von Konstantinopel geht fährt auch etwas Lyrics auf. Aber die fanfarenartige Melodie besitzt keine wirkliche Struktur und die eigeworfenen Sätzen bilden nicht wirklich einen SOngtext. Leider ist dieses Intermezzo mit knapp 4 Minuten zu lang und zu eintönig. Turisas haben auf anderen Alben ebenfalls Instrumentals zu Auflockerung eingefügr, aber die waren deutlich kurzweiliger.

"Stand up and Fight" ist der Titeltrack des Albums und ist eine typische Hymne im Stil des neuen Albums. Thematisch halten sich die Lyrics recht neutral, sodass der Song nicht direkt im Bezug zur Warägergarde steht, sondern präsentiert sich als Motivationssong der ganz allgemein verkündet dass man sich von den Widrigkeiten des Lebens nicht abschrecken lassen soll sondern ihnen entgegentreten muss, ganz gleich wie erdrückend sie auch zu sein scheinen. Das klingt ein wenig nach gesungenem Reformhauskalender und trübt den Gesamteindruck des Songs etwas. Schöne Meldie eines vertonten Lebensratgebers.

"The Great Escape" greift wieder die Story um Harkon Halfdannson direkt auf. Und zwar hat es im heimischen Norwegen wohl einige personalbedingte Umwälzungen innerhalb der Regierung gegeben und Harkon steht nun als nächstes auf der Liste der Trhonanwärter. So ein Jobangebot schlägt man natürlich nicht aus, dum nur, dass die aktuelle Position in der Garde des Kaisers eine lebenslange Kündigunsfrist hat. Ungeachtet der tödlichen Konventionalstrafen macht sich Harkon also aus dem Staub und flieht erfolgreich um in Zukunft Vorstandschef des Joint Ventures Norwegen/Dänemark zu werden. Der Song beginnt mit einem sehr schönen Gitarrensolo, welches sich als Motiv durch das Stück zieht. Allerdings begeistern weder der Sprachgesang, der in erster Linie den Ablauf der Handlung beschreibt und leider kaum eine Melodie aufweist, noch die nichtexistente Melodie des Stücks, die einfach nur eine unrythmische Untermalung der Vocals darstellt.

"Fear the Fear" besitzt wieder eine hervorragende Melodie und einen großartigen Hymnenhaften Refrain. Leider hat Turisas bei den Lyrics hier eine komplette Katastrophe verusacht, die den Song leider total nach unten ziehen. Das Stück thematisiert die Darstellung von Heldentum in modernen Medien wie Film/Fernsehen/Videogame und setzt sie in Kontrast mit heutzutage tatsächlich vorhandenem Heldentum. Da das Lied den Hörer direkt anspricht müssen wir uns also erklären lassen, dass wir uns alle in Videospielen für den Größten halten, im wahren Leben aber alle ganz armselige Würstchen sind, die den Kopf in den Sand stecken und jegliche Courage unseren Filmhelden überlassen!

"End of an Empire" thematisiert ganz allgemein den Untergang großer Imperien. In teilweise abstrusen Metaphern wird erläutert, das kein Imperium bestand hat und alles einmal ein Ende finden wird. Der Song schickt sich an das epische Erbe des Knaller-Hymne "Miklagard Overture" anzutreten, versagt aber leider auf ganzer Linie. Dem STück fehlen sowohl die Wucht als auch die Epik um an das Vorbild oder überhaupt andere Turisas-Stücke heranzureichen. 7 Minuten lang dünpelt der Song ohne erkennbare Melodie vor sich hin und sinniert über Vergänglichkeit im Allgemeinen. Gegen Ende aufgefahrene Chöre können diesen Langeweiler dann auch nicht mehr retten.

"The Bosporus freezes over" ist ein abschließendes Instrumental-Stück in dem Halfdansson ein paar abschließende Worte zu seiner Zeit in Konstantinopel sagen darf und ein finnischer Chor gelegentlich versucht dieses träge Stück aufzuwerten. Da es sehr ähnlich wie der Track zuvor klingt, hat man das Gefühl, ein uninspiriertes langatmiges Stück von insgesamt fast 14 Minuten Länge zu hören.

"Broadsword" und "Supernaut" sind zwei Coverversionen die auf der Limited Edition vorhanden sind. Daher sei dem Käufer diese erweiterte Version ans Herz gelegt, denn die beiden Songs sind ein echter Mehrwert für den kleinen AUfpreis!

FAZIT:
Turisas führen ihre Linie auf dem neuen Album konsequent fort. Zeigte die letzte Scheibe bereits deutliche Anzeichen eines Stilwechels, so wird der eingeschlagene Kurs hier ebenfalls weiterverfolgt.
Das bedeutet in diesem Fall, das sich Turisas vom Powermetal-Genre des Vorgängrs weiter zu wandeln versuchen, diesmal deutlich in Richtung Symphonic-Metal, dessen Einflüsse "Stand up and Fight" prägen
Fans des Debut-Albums werden daher bedauern, das die ursprüngliche Härte in den Songs nahezu völlig verschwunden ist. Bis auf seltene Ausnahmen bieten die Songs ausschließlich cleane Vocals. Auch das Tempo hat Turisas mit dem neuen Album deutlich zurückgefahren. Die Stücke kommen allesamt sehr langsam und betulich daher. Einigen Hymnen steht das natürlich gut zu Gesicht, allerdings machen Turisas den Fehler, Epik mit Gemächlichkeit zu verwechseln. Einige STücke des neuen Albums ziehen sich träge in die Länge ohne dabei gesangstechnisch oder musikalisch begeistern zu können.
Auch bei den Lyrics gibt es Änderungen. Handelten alte Songs ausschließlich vom Kämpfen und Leben im Mittelalter sind auf dem neuen Album auch neutrale Songs zu finden, die gesungene Lebensweisheiten darstellen oder dabei sogar gleich die moderne Zeit direkt ansprechen. Und als Schlachtensänger waren Turisas bisher eine Wucht, aber als besinnliche Philosophen der sozialkritischen Weltbetrachtung sind sie eine reine Katastrophe. Gute Melodien werden durch teilweise strunzdämliche Texte verhunzt.

Turisas hält sich mit "Stand up and Fight" somit auf hohem Niveau, zeigt aber auch erstmals deutliche Schwächen. Wucht und Tempo sind aus den Songs nahezu komlett verschwunden. Der Dauereinsatz von Hymnen kompensiert das leider nur unzulänglich und der symphonische Schwerpunkt in der Musik erinnert eher an Bands wie "Rhapsody (of Fire)". Turisas war von Beginn an gut darin, symphonischen Elemente mit hartem Metal zu verknüpfen, als Rein-Symphoniker können sie ihre Qualitäten eindeutig nicht entfalten. Das zeigt gerade die zweite Hälfte des Albums. Nach einem sehr starken Anfang sackt das Album deutlich ab. Auch der Vorgänger "Varangian Way" hatte zwar im Mittelteil einen kleinen Durchhänger, die Kracherhymne "Miklagard Overture" bügelte diesen aber gegen Ende wieder aus. Und so etwas fehlt der neuen Scheibe: ein, zwei Songs die den Hörer nach einer längeren Schwachstelle wieder mit dem Album versöhnen.
Trotzdem spielt "Stand up and Fight" definitiv in der Oberliga. Die Stärken des ALbums überwiegen die Schwächen, aber trotzdem hoffe ich, dass Turisas bis zum nächsten Album (in wieder 4 Jahren?) das Steuer noch einmal herumreißen und ein wenig mehr wieder in alte Metalgefilde zurück schippern, anstatt weiter Kurs in Rischtung "philosophische Klassik" zu nehmen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 24, 2011 8:40 AM MEST


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