Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor calendarGirl Cloud Drive Photos Sony Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16
Profil für Dingo > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Dingo
Top-Rezensenten Rang: 4.381
Hilfreiche Bewertungen: 977

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Dingo "Dingo"

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7
pixel
Barracuda 05: Kannibalen
Barracuda 05: Kannibalen
von Jérémy
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grandioser Piratencomic mit leichter Flaute, 3. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Barracuda 05: Kannibalen (Gebundene Ausgabe)
Der fünfte Band der Barracuda-Reihe von Dufaux nimmt etwas von dem Tempo aus der Story.
Man merkt, dass die ursprünglich auf 3 Bände angelegte Reihe Schwierigkeiten hat, den neuen band mit Plot zu füllen. Das Zusammentreffen mit dem Kannibalenstamm, welches hier zentrales Handlungselement ist, führt weder einen der zuvor begonnenen Handlungsfäden weiter, noch bleibt er relevantes Element in weiteren kommenden Bänden.
Die Geschehnisse allerdings, die man hier erwartet hat, passieren dagegen zu unvermutet und spontan. Die hätte man auch auf zehn Seiten zu Beginn setzen können und dann im Rest des Bandes die Story weiterführen.
Persönlich sehe ich es allerdings kritisch, dass nun offenbar fantastische Elemente einen (höheren) Stellenwert in der Handlung bekommen, denn bisher war eines der positivsten Eigenschaften der Reihe, dass es als klassisches Piratensetting auf übernatürliches Gedöns verzichtet , oder zumindest auf Hörensagen beschränkt hat.

Doch trotz der unnötigen Streckung und Mystifizierung des Plots ist auch der fünfte Band ein Piratencomic erster Kajüte, bei dem wie bei den Vorgängern vor allem die Charakterisierung der Protagonisten und die hervorragenden Zeichnungen von Jeremy dominieren.

Bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht wieder ein Jahr auf den Nachfolger warten müssen.


Zirkus Zeitgeist (Limited Deluxe Edition Digipack)
Zirkus Zeitgeist (Limited Deluxe Edition Digipack)
Preis: EUR 18,99

13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Früher war (doch) alles besser..?, 17. August 2015
PROLOG:
Mit Liedern wie „Früher war alles besser“, „Wachstum über alles“ oder „Nur ein Traum“ haben Saltatio Mortis auf dem Vorgänger „Das schwarze 1X1“ bereits Marotten und Missstände der modernen Zeit mit wuchtigen, mitreißenden Melodien und pfiffigen, scharfzüngigen Texten auf die Schippe genommen und damit die perfekte Synthese zwischen Mittelaltersound und Zeitgeist geschaffen.
Da war es nur konsequent, dass man um dieses Erfolgsmodell nun einen ganzen Zirkus ersinnt und den neuen Longplayer als gesellschaftskritische Abrechnung mit der modernen Welt ins Rennen schickt.
Ein mutiges Unterfangen, denn mit dem selben Ziel stürzten sich beispielsweise seinerzeit bereits die „Engelskrieger“ von Subway to Sally ins moralisch aufklärende Mediengtümmel und zeigten auf, dass die Grenze zwischen gemeinsamer Kritik und moralisierender Klugschwätzerei dünner ist, als man denkt.

DIE SHOW:
„Wo sind die Clowns“ fragen Saltatio gleich im Opener und verweisen auf die Abwesenheit von Clowns und Narren im ernsthaften, von Krisen geschüttelten Heute. Dabei kommt es mir so vor, als müsste ich jeden Tag nur die Zeitung aufschlagen, um genug Clowns und Narren zu sehen. Aber die sind wohl nicht gemeint, in diesem durchaus stimmigen Song, der uns darüber aufklärt, dass heutzutage alles schlecht ist (War früher doch alles besser…?) und niemandem mehr zum Lachen zumute ist. Mit dem tollen Rhythmus treiben einem die Spielleute dennoch 5/5 vorwitzige Spaßmacher in die Ohren.

Danach heißt uns die Band „Willkommen in der Weihnachtszeit“. Der Song klärt uns über die erschütternde Tatsache auf, dass das Fest der Liebe heute nunmehr nur eine Kommerzveranstaltung ist. Sapperlot, das ist nun aber wirklich keinen Aufreger mehr Wert, oder? Mit dem Stück rennen die Mittelalterbarden bei mir nur 3/5 offene Türen ein.

“Nachts weinen die Soldaten“ reiht sich in die schier endlose Reihe von Balladen ein, die uns erklären, dass der erste Weltkrieg im Speziellen und Kriege im Allgemeinen eigentlich ganz schlimm sind und dass Soldaten ganz arme Hunde sind. Dass aber haben andere Stücke wie beispielsweise „Green Fields of France“ wesentlich niveauvoller und ergreifender geschafft. Hier schniefen nur 1/5 ernüchterten Frontschweinen.

„Des Bänkers neue Kleider“ steht in der Tradition von „Wachstum über alles“, allerdings ist das ältere Stück das Thema mit mehr Schwung und wesentlich bissiger angegangen. Die Hymne an die Gier von Finanzjongleuren kommt mir viel zu harm- und bedeutungslos daher. Das reicht nur für 3/5 nackige Heuschrecken.

Der Sound von „Maria“ präsentiert sich als atmosphärische Ballade, aber der Song, der das Thema der ungewollten Mutterschaft präsentiert, verliert sich in zu vielen Wiederholungen von zu wenig Text. Den Song werf ich tunlichst in 1/5 melancholischen Babyklappen.

In „Wir sind Papst“ geht’s dann wieder etwas flotter zur Sache, die Melodie ist schwungvoll und tanzbar. Irgendwie wird hier das Nationalverständnis der Deutschen aufs Korn genommen, die sich gerne mal die Erfolge anderer auf die eigene Fahne schreiben. Sei es dass ein Landsmann Vorsitzender des weltgrößten Fantasy-Fanclubs wird, oder eine Handvoll überbezahlter Schmierlappen beim Ballspiel mit reichlich Glück zum Titel stolpern, als deutscher ist man offenbar am stolzesten auf jene Dinge, zu denen man selbst am wenigsten beigetragen hat (Deutsch zu sein zum Beispiel). Dabei bleiben wir aber offenbar zu ernst, haben keinen Spaß am Leben und lassen uns von den Saltatios darüber aufklären, dass das Leben erst wieder fröhlich ist, wenn wir die Ländergrenzen in unseren Köpfen abreißen. Das Thema hätte ruhig noch etwas mehr Biss und Witz vertragen können, aber da der Track sonst recht flott ist, bürgere ich hier 4/5 Weltbürgern ein.

Mit „Augen zu“ singen die Mortis-Barden einen eindringlichen Song darüber, dass wir alle unsere Augen vor dem Leid in der Welt verschließen. Auch hier rennen sie damit eigentlich offene Türen ein, denn eigentlich waren sich noch nie so viele Leute wie heute über das Elend in der Welt bewusst. Egal welche Katastrophe gerade stattfindet, es sind immer gleich Menschen zur Stelle, die helfen und informieren. Das Lied lässt leider aus, dass einem als Durchschnittsbürger die Hände gebunden sind und es nicht in unserer Verantwortung steht, alle Kümmernis der Menschheit auf unseren Schultern zu tragen. Niemand von uns kann den Hunger in der Welt besiegen (Auch nicht durch Veganismus), niemand kann eigenhändig afrikanische Diktatoren oder orientalische Fanatiker zum Teufel jagen. Aber dass sich niemand des Problems überhaupt bewusst wäre, würde ich so nicht unterstreichen. Auch weil die Musik nicht zum besten Output der Moralbarden gehört, verschließe ich 2/5 Hühneraugen vor diesem Song.

„Geradeaus“ ist ein munterer schneller Song in dem die Band über ihre eigene Philosophie singt. Nicht mit dem Strom schwimmen, sich was trauen, anders sein, den eigenen Weg gehen, der Track macht eigentlich richtig Laune. Wenn da nicht der bereits viel kritisierte Part wäre, indem sich die Band bereits im Voraus Kritik an ihrem neuen Stil verbittet.
Das leidige, alte Thema: Nur weil etwas neu und anders ist, muss es doch nicht gleich schlecht sein! Jahaha, aber es ist dadurch auch nicht gleich automatisch gut! Saltatio Mortis erklärt selber im Vorwort zum Album, mit „Zirkus Zeitgeist“ einen anderen Weg einschlagen zu wollen und mehr gesellschaftskritische Inhalte zu besingen. Das ist an sich eine sehr gute Idee und hat auf dem Vorgängeralbum auch hervorragend funktioniert. Den neuen Weg finde ich auch prima, aber über die Qualität sagt das leider nichts aus und die ist unabhängig von der neuen Ausrichtung durchaus mangelhaft. Soviel mangelnde Selbstreflexion macht mir das Stück leider ein wenig madig. Aber weil das Lied aber ansonsten ganz schmissig geraten ist, marschieren immer noch 4/5 Lemmingen stur geradeaus.

Die „Erinnerung“ thematisiert ich weiß nicht was, vielleicht Demenz, habe ich aber auch schon wieder vergessen. Das langsame Stück quält sich viel zu langsam über seine Spielzeit und wofür ich hier eigentlich 1/5 verblasste Erinnerungen hergebe, weiß ich auch nicht.

Das muntere „Trinklied“ wandelt sich auf halber Strecke unerwartet in eine geißelnde Abstinenzlerhymne. Melodisch munter sitzt der trockenföhliche Track damit zwischen allen Stühlen, weiß er doch nicht ganz, ob er den Alkohol nun verdammen oder bejubeln soll. Für so einen akustischen Querkopf vergebe ich gerne 4/5 Promille.

Der „Rattenfänger“ spielt wieder in der Liga althergebrachter Tanznummern und warnt die holden Maiden unter den Zuhörern vor unmoralischen Herzensbrechern. Das Thema ist so neu nicht, aber das Lied verführt zu 4/5 verhängnisvollen Affären.

Der „Todesengel“ im gleichnamigen Lied ist der berüchtigte Nazi-Arzt Mengele der die Geschwister Eva und Miriam Mozes für seine Zwillingsversuche missbrauchte. Damit haben wir für dieses Album auch die Verbechen des Nationalsozialismus in einer mittelmäßigen Ballade abgearbeitet, die leider nicht so ergreifend rüberkommt, wie sie eigentlich wollte. 2/5 obligatorische Gedächtnisstützen.

In „Die Vermessung des Glücks“ wird reichlich über den Sinn des Lebens philosophiert. Der Text ist nicht besonders originell und die Melodie haut auch keinen Clown vom Schemel. Hier sind nur 2/5 glückliche Zollstöcke am Werk.

Die „Abschiedsmelodie“ ist genau das, was man von ihr erwartet. Eine langsame Ballade mit allerlei Wehleid und Kummer im Gepäck, die dabei ganz doll wichtig und bedeutsam sein möchte. Hat leider nicht geklappt. Dass ernste Balladen nicht immer grundsätzlich peinlich und kitschig sein müssen, haben beispielsweise die Kollegen von den „Pulveraffen“ gezeigt, die ebenfalls ein „Abschiedslied“ auf ihrem letzten Longplayer hatten, welches aber durchaus ergreifend und schön gelungen ist. Hier aber reicht es nur zu 1/5 müden Adieus.

Die Bonus-Sektion beginnt mit dem „Gossenpoeten“, einem durchwachsenen Song aus SaMos Standardrepertoire in dem immerhin 4/5 arme Poeten hausen. Die „Mauern aus Angst“ singen mal wieder gegen den inneren Schweinehund an und verjagen 3/5 der ringelschwänzigen Köter. „Gaudete“ ist ein munterer Schunkler in Latein und vermittelt glatte 4/5 kleinen Latinaes.

Mit "15 Jahre. 15 Bands“ haben die Spielleute noch ein schönes Tribute-Album angefügt das durchaus zu überzeugen weiß. Bands wie Subway to Sally, Fiddlers Green oder Versengold vertonen neue wie alte Klassiker der tödlichen Loopings und bringen frischen Wind in die Texte. Bands wie Unheilig, Schandmaul und Doro zeigen hier, dass auch Songs von quirligen Bands sie nicht aus ihrer musikalischen Lethargie zu ziehen vermögen. Feuerschwanz schaffen es hier, statt sich selbst mal wieder, zumindest die „Galgenballade“ noch ein wenig aufzupeppen. Das absolute Highlight ist allerdings das mit den „Pulveraffen“ kongenial querbesetzte „Prometheus“. Selten war eine Coverversion so schlichtweg genial und mein persönliches Highlight auf dieser Doppel-CD.

EPILOG:
Zitat: „Unser ‚Zirkus Zeitgeist‘ ist eine unbequeme Platte geworden ein Geburtstagsgeschenk an uns und an euch.“
Tja, also ich hätte euch definitiv was anderes geschenkt.
Das Problem am Zirkus ist nicht etwa, dass er zu unbequem ist, sondern eher, dass er bei weitem nicht unbequem genug ist! Ich vermisse die Scharfzüngigkeit und die Bissigkeit die man sonst von den Saltatios gewohnt ist, vor allem bei gesellschaftskritischen Themen. Gerade auf dem Zeitgeist-Album hätte ich an deren Stelle nicht so viele Blätter vor den Mund genommen. Zudem sind viele der Songs einfach zu platt und zu moralisierend und wollen einem die Melancholie mit der Drama-Pfanne um die Ohren schlagen. Dem ganzen Album hätte es besser gestanden, eher ein wenig frecher zu sein, statt derart stur belehrend. Wirklich Spaß machen die wenigsten Songs, Höhepunkte sind rar, zu viele Tracks fallen gar dem Skipper zum Opfer.
Gut, die Mortisianer haben ja angekündigt, auch mal was Neues machen zu dürfen. Sollte es in der Absicht gelegen haben, den neuen Stil von Schwermut und Langeweile dominieren zu lassen, dann haben sie ihr Klassenziel erreicht.
Mir ist die Vorstellung jedenfalls insgesamt zu leise und unspektakulär ausgefallen. Es wurde zu viel mit Allgemeinplätzen und Phrasen jongliert und mitreißende Melodien waren ebenfalls Mangelware. Anspruch und Spaß müssen sich nicht zwangsweise ausschließen, das wissen die Clowns aber eigentlich.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 22, 2015 2:18 AM MEST


Simba 105954666 - Badewannenspielzeug - Glibbi Slime
Simba 105954666 - Badewannenspielzeug - Glibbi Slime
Preis: EUR 4,99

98 von 103 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unspektakulär, unpraktisch und eben nicht ganz bedenkenlos verwendbar., 12. August 2015
Aufgrund von Dauerbombardement in der Werbung kam ich nicht umhin, meinem Nachwuchs endlich mal den Wunsch zu erfüllen, diesen unsäglichen Badeschleim zu besorgen. Das Ergebnis war größtenteils ernüchternd.

1: Die Menge. Eine dieser Packungen reicht für 1xBadespaß. Wohlgemerkt, bei einer empfohlenen Füllhöhe von 8cm! Möchten die lieben kleinen also tatsächlich die Wanne voll haben, wie in der Werbung, sind mindestens drei dieser Packungen vonnöten. Ansonsten verdünnt sich die Konsistenz entsprechend der zusätzlichen Menge Wassers.

2: Verträglichkeit mit der Badewanne. Laut Hinweis verfärbt der Badezusatz NICHT die Badewanne. Im Kleingedruckten lesen wir aber, dass es bei manchen Badewannen eben DOCH zu Verfärbungen kommen kann. Die Anleitung empfiehlt hier, das Wannenmaterial erst mit einer kleinen Menge zu testen. Nicht ganz einfach, wenn Sohnemann und Töchterchen bereits samt Quietsche-Entchen im Anschlag stehen und im Duett rufen, wann es endlich losgehen kann. Also Test überspringen und Schleim marsch. Die Wanne hats zumindest vertragen.

3: Das Ergebnis. Die empfohlenen 20 Liter Badewasser (8cm Wasserstand in der handelsüblichen Wanne) erzeugen keinen Schleim, sondern bloß eine Art farbiges, schmieriges Wasser, dass an den Fingern ein paar Schlieren zieht. (Anscheinend benötigt man sogar für ein wirklich schleimiges Fußbad mehrere dieser Packungen.) Die Kinder waren zumindest ziemlich enttäuscht, da sie nicht die Werbung nachspielen konnten.

4: Glitschig. Die Anleitung weist darauf hin, dass man sich nicht hinstellen(!) darf. Und das ist ein wichtiger Hinweis, denn die Wanne ist trotz Gummimatte so glitschig wie eine tote Qualle. Man sollte immer darauf achten, dass keines der Kinder sich aufstellt, zum Beispiel um spontan Wasser aus dem Auge zu reiben etc. Nicht mal richtig sitzen kann man bei der rutschigen Konsistenz. Zugegeben, das ist anfangs ganz witzig. Nervt aber sogar die Kinder recht schnell.

5: Hautverträglichkeit. Die Werbung tönt groß, das die Hautverträglichkeit bestätigt sei. Im Kleingedruckten aber liest man, dass das wiederum nur jene betrifft, die die Inhaltsstoffe auch vertragen. Grandios. Ist also Hautverträglich (Für jene, die es vertragen). Da kann man auch behaupten, Ebola sei harmlos (Für jene die immun sind.) Naja, dachte ich, meine kleinen werden schon nicht zu den paar Kindern gehören, die auf so ein Zeug reagieren. Welches Kind würde auch erst Langzeitstudien zur Hautverträglichkeit über sich ergehen lassen? Nach 5 Minuten klagten beide Insassen der Wanne dann über ein leichtes Kribbeln das sich nach 10 Minuten zu einem hysterischen Heulen und penetranten Jucken entwickelt hatte. Bis zum Pegelstand waren beide knallrot angelaufen. Ist anscheinend doch nicht so ungewöhnlich, den Schleim nicht zu vertragen.

6: Das Ende. Nun also raus aus dem Zeug. Eine kleine logistische Meisterleistung, denn die beschmierten Kleinen müssen am besten in der Dusche gründlich abgewaschen werden. Stichwort glitschig: Die eingeölten Badedeliquenten können dabei weder sicher stehen, noch sich irgendwo verlässlich festhalten, bis sie gründlich mit Seife gesäubert sind!
Der Schleim kann auch nicht sofort einfach abgelassen werden. Erst müssen nochmal empfohlene 30 Liter Wasser zum Verdünnen nachgelassen werden, nur um das Zeug in eine abflussverträgliche Konsistenz zu bringen. Die quengelnden, rutschigen Kinder muss man in der Zeit eben irgendwo anders gründlich von ihrer rutschigen Teflonbeschichtung säubern.

Fazit: Immerhin haben die kleinen nun gelernt, dass man Werbung nicht immer bedenkenloses Vertrauen schenken darf. Wenn die desillusionierten Kleinen beim nächsten Mal auf irgendeine penetrante Werbung anspringen, kann ich sie wenigstens an das Debakel mit Glibbi dem Schleim erinnern.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 30, 2015 6:35 PM MEST


Blessed & Possessed (Limited Mediabook 2CD)
Blessed & Possessed (Limited Mediabook 2CD)
Preis: EUR 24,99

10 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen In Nomine Repetitio, Innocentia et Spiritus Langweilus, 2. August 2015
Ich versuchs mal möglichst kurz uns schmerzlos zu machen.
(Hat nicht funktioniert, soviel vorweg.)
Nach den ersten Durchläufen der neuen Powerwolf-Scheibe stellte ich erstaunt fest, dass ich mir dieses Album bereits an den beiden letzten Alben der Wölfe sattgehört habe!
Dass eine Band ihrem Stil treu bleibt, ist das eine. Aber (mal wieder) ein Album zu veröffentlichen, bei dem kein Song auch nur irgendeine charakteristische Eigenmelodie aufweisen kann und nicht nur die Songs sondern auch deren Texte lediglich aus Versatzstücken alter Phrasen der letzten Alben zusammengesetzt sind, setzt neue Maßstäbe in Sachen Innovationsschwund.

Ich mag "Lupus Die" immer noch richtig gerne und "Bible of the Beast" ist eines DER Hammeralben der Metalgeschichte. Hier wurden beide Seiten des christlichen Mythos mit einem Augenzwinkern auf die Schippe genommen und das ganze in eine nie dagewesene religiös-parodistische Aufmachung verpackt. Dass die Wölfe damals zudem fast jedes Lied einem individuellen Stil gegönnt haben und nahezu jeder Track des Albums ein zeitloser Ohrwurm ist, taten ihr Bestes, den Durchbruch der säkular-sakralen Werwölfe zu rechtfertigen.
Ich habe nicht erwartet, dass dieses Album jemals wieder erreicht werden würde, aber ich hatte auch nie zu fürchten gewagt, wie zahnlos und öde die Nachfolgealben allesamt sein würden. Bei "Blood of the Saints" dachte ich mir noch, na gut, ein langweiliges Album kann jedem mal passieren. Als dies dann mit "Preachers of the Night" noch unterboten wurde, hatte ich die Band bereits abgeschrieben. Als mir dann "Blessed & Possessed" in die Finger geriet, dachte ich mir: Komm, die warn mal so gut und schlechter als das letzte kann es ja gar nicht mehr werden. Klarer Fall von Denkste!
Aus den Texten der Wölfe ist jegliche Spur von Sarkasmus und Ironie im Umgang mit dem biblischen Mythos fast nahezu verschwunden. Seit den letzten drei Alben werden einem zwar immer noch ausreichend Sanctusse und Hallelujas um die Ohren geworfen, aber dabei handelt es sich längst nicht mehr um parodistische Spitzen des Kalibers wie sie noch mit Textzeilen wie "Catholic in the Morning, Satanist at Night" oder "Panic in the Pentagram, Satanism ain't no Fun" besungen wurden, sondern klingen wie 1:1 aus dem Sonntagsgottesdienst abgeschrieben.

Die Coversongs der Bonus-CD retten das Mediabook gerade noch vom Totalabsturz, trotzdem ist es etwas schockierend zu hören, wie man so viele Sterne der Rock-Geschichte in einen anstrengenden Einheitsbrei verwandeln kann. (Apropos Sterne: 2 für die Coversongs und 0 für das Album.)

Also, wer die letzten beiden Alben der Wölfe hat, brauch das neue definitiv nicht. Er würde den Unterschied kaum merken. Und wer die ersten drei Alben hat, der lässt von den nächsten dreien sowieso besser die Finger. Und wer noch gar keinen Longplayer der Band besitzt, der fängt am besten bei "Return in Bloodred" an und hört bei "Bible of the Beast" auf.

"Metal is Religion", heißt es so schön von Powerwolf. Aber Jungs, das bedeutet nicht, dass man nun ebenfalls Jahrhunderte lang immer ein und dieselben Lyrics in immer denselben Songs runterleiern muss. Im Gegensatz zu den klassisch dogmatischen Weltanschauungen, darf Metal auch mal Innovation zeigen, ohne dass man dafür auf den Scheiterhaufen wandert.
Nicht so zahm! Traut euch mal wieder was! Sogar "Mother Mary is a Bird of Prey"!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 12, 2015 10:57 AM MEST


Voodoo
Voodoo
Preis: EUR 12,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seemannsgarn und Kaperfahrn, 26. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Voodoo (Audio CD)
Ahoy, da segeln sie wieder, drum setz dich hin Matrose, halt's Maul und hör mir zu! Die Pulveraffen um Mr.Hurley haben einen neuen Langspieler zusammengeplündert und kreuzen abermals in den Gewässern des deutschen Piratenfolk! Dabei hat sich die Osnabrücker Crew inzwischen vom Geheimtipp zum Senkrechtstarter entwickelt, denn aus dem Piratengenre ist noch immer weitaus mehr herauszukitzeln, als das übliche Yo-Ho und ne Buddel voll Rum.
Dass die karibischen Nordlichter dabei die Konkurrenz um einige Schiffslängen abhängen liegt nicht nur an der flotten Instrumentierung und der (inzwischen) astreinen Produktion, sondern vor allem an den kreativen Texten, die mit reichlich Ironie und Wortwitz das Freibeutergenre amüsant auf die Schippe nehmen. Und nun liegt mit "Voodoo", dem dritten Studioalbum auch der erste Longplayer der Affen vor, der (fast) ohne eine weitere Version des Gassenhauers "Blau wie das Meer" auskommen muss. Auch die Songs auf "Voodoo" behandeln wieder das abwechslungsreiche Seeräuberleben der Alter Egos der Musiker, die sich weiterhin an Bord von Captains Blakes Schiff "Lightning" mit den Unwägbarkeiten des Kaperfahrens auseinandersetzen müssen.

Die Fahrt beginnt, wie sollte es anders sein, mit dem Opener "Leinen los!". Hier wird der Hörer darauf eingeschworen, was ihm während der folgenden Kaperfahrt erwartet. Das Stück ist relativ kurz, aber recht munter geraten und stellt eine Art Steckbrief der Mannschaft, des Albums und dessen Musikstils dar. Der Törn beginnt hier mit munteren 4/5 tot oder lebendig gesuchten Pulveraffen.

Mit "Schrumpfkopf im Rumtopf" nimmt der Kahn gleich volle Fahrt auf. Die Ode an die nicht vorhandenen Kochkünste des Smutjes ist bereits länger Bestandteil des Live-Repertoires der Band. Gehörte das Stück bisher nicht zu meinen Favoriten, wertet die flotte Instrumentalisierung diese Version aber dermaßen auf, dass die teils platten Wortspiele trotzdem gut ins Ohr gehen. 5/5 kreative Koch-Tipps.

Die "Seehilfe" ist ein Leitfaden für landkranke Seemänner. Der Song steht in der guten Tradition hurleytypischer Tanz- und Sauflieder. Der Refrain ist ein Ohrwurm erster Güte und die Melodie geht in die Beine. 5/5 schwankenden Seeleuten.

"Etwas vom Faden" ist Teil eines Voodoo-Rezeptes, das alte Seebären vielleicht (auch) noch vom Klassiker "Monkey Island" kennen. Auch andere Details des Liedes haben sich die Pulveraffen wohl beim mächtigen Piraten Threepwood abgeschaut. Der Song selber bietet unheimliche Atmosphäre und allerlei karibischen Hokuspokus, ist aber für ein langsames Stück ein wenig zu lang geraten. Hin und wieder ertappe ich mich bereits dabei, diesen Song einfach zu überspringen. Trotzdem hat der Track lockere 4/5 Karabinerhaken am Gummihuhn.

Das flotte "Booty Island" ist eine Bestandsaufnahme aller Orte der Karibik, auf denen man als Pirat lieber nicht wäre. Und das scheinen so ziemlich alle zu sein. Ausgenommen das titelgebene "Booty Island", welches als einziges alles hat, was das Piratenherz begehrt. Auch hier gibt es reichlich Querverweise zur "Monkey Island"-Reihe. Nicht nur Monkey Island selbst findet Erwähnung, auch Meelee Island, Dinky-Island Phatt Island u.a. Örtlichkeiten tauchen neben zahlreichen realen karibischen Inseln in der Liste der vermeidungswürdigen Eilande auf. Insider wie die "Isla de Muerta" sollten dabei noch einem breiten Publikum bekannt sein, die "Rosa Bonsche Insel" hingegen muss man schon googeln. Die Musik ist zwar Geschmackssache (Schubb-Schubbiduwaa), nichtsdestotrotz, der Song strotzt vor witzigen Reimen und empfiehlt somit 5/5 utopische Libertalias.

Mit "Haare im Gesicht" erreicht das Album mein persönliches Highlight. Klasse Sound, prima Texte und eine unschlagbare Melodie lösen fast "Blau wie das Meer" als mein Favorit ab! Die höchstmelodische Bartwuchspropaganda könnte der is zwar schon fast 1:1 als Nationalhymne übernehmen, trotzdem sind die Reime und Anekdoten über die heldenhaftesten Bartträger der Weltgeschichte auch für unbelehrbare Stoppelträger schlichtweg genial. Lange Rede, kurzer Bart, hier sprießen 5/5 bedrohlichen Suppenfängern!

Übellaschendelweise ist "Allll!" genau das, was man elwaltet hat: Ein Song übel einen felnöstlichen Pilaten! Und das klassische Splachfehler-Klischee, das man Asiaten so gerne nachsagt nachsagt. Auch das Sushiladen-Geklimpel war zu elwalten. Zugegeben, einige del Gags sind ganz amüsant, abel übel die volle Länge fängt del Tlack doch nach ein paalmal Hölen, etwas an zu nelven. Von Woltwitz-Künstleln wie den Pulvelaffen hätte ich mil auch ein paal Gags auf höhelem Niveau gewünscht. Live ist das Teil sichel del absolute Blüllel, vol allem nach ein paal Glog zuviel. Abel auf CD wild das Stück schnell lecht anstlengend. Nul 3/5 schunkelnden Dschunken.

"Fette Beute" gibt dem Hörer schon ein paar Rätsel auf. Im Grunde geht es um Mr. Hurleys Bestreben, als Frontmann einer Piratenband endlich reihenweise windschnittige Groupies abschleppen zu können. Dummerweise sind diese aber offenbar durch die Bank weg etwas zu mollig geraten. Somit erklärt sich auch der Songtitel. Die Emanzen können aber die Harpunen gleich wieder senken, denn mit ausreichend Selbstironie und -kritik segelt dieser Track an den Untiefen etwaiger Hungerhakenverherrlichung etliche Seemeilen vorbei. Komisch nur, dass der Protagonist des Liedes sich im selben Atemzug über seine kalte Koje beschwert, sollten doch gerade die moppeligen Fans diese ausreichend wärmen. Aber vielleicht habe ich auch diese Allegorie nur völlig falsch aufgeschnappt. Der gesungene Antrag zur Verschlankung von Mr. Hurleys Kojenbesatzung kommt so oder so auf 4/5 besitzgewechselte Überproportionen.

Ich weiß nicht genau wann es passierte, aber üblicherweise war Zirkus und Jahrmarkt mal ein Sinnbild von Spaß und Freude. Inzwischen allerdings ist jede musikalische Anlehnung an Karussel oder Clowns ein Vorbote gar drastischen Unheils! So auch bei "Die Legende von Daisy Jones". Die Fast-Namens-VetterIn des bekannten Gruselpiraten fährt in ihrem Geisterschiff durch die Meere und angelt sich wehrlose Seemänner um sie genüsslich zu "vernaschen". Die musikalische Interpretation der rolligen Monsterbraut gehört auch schon etwas länger zum Arsenal der Pulveraffen und ist hier nochmal instrumental aufgepeppt. 5/5 verhängnisvolle Affären.

Eigentlich folgt an dieser Stelle die Abstinenzlerhymne "Nüchtern", aber der Song ist nicht nur mein persönlicher Tiefpunkt des Albums, sondern des gesamten Schaffens der Pulveraffen. Dabei ist er eigentlich gar nicht mal so verschieden zu deren anderen Shantys. Aber wenn man versucht, möglichst viele verschiedene Stile in seinen Songs unterzubringen und beim Plündern von allerlei Vertreter kurioser Weltmusik auch auf nervenzerrende Rythmen musikalischer Parallelkulturen zurückgreift, dann kann es passieren, dass der ein oder andere Hörer bereits bei den ersten Takten reflexartig die Skip-taste prügelt. Eigentlich höre ich Pulveraffen, weil ich genau diese Art von Musik NICHT hören will! Aber ich muss natürlich einsehen, dass die Grenzen hier etwas fließend sind. Bei Gott, ich habs versucht, aber einen zweiten Durchlauf dieses Stücks habe ich noch nicht über mich bringen können. Daher entfällt eine Bewertung zugunsten eines rein subjektiven Verschwindens im Mahlstrom des gnädigen Vergessens. Prost!

Die Geschichte vom "Taljenblock" ist ein schneller und kurzweiliger Shanty darüber, was an Bord so alles schief gehen kann. Kein Highlight, aber ganz vergnüglich und kommt auf 4/5 amüsante nautische Katastrophen.

Auch der "Urlaub" gehört bereits seit Längerem zum Live-Programm der Affen. Der Song hat einige witzige Reime, ist für meinen Geschmack aber wieder zu gemächlich und zu lang. Unterm Strich ist die musikalische Auszeit vom Piratenleben ganz nett, aber eben auch schon ein Kandidat zum Überspringen. 3/5 ausgeleierte Hula Püppchen.

Beim "Haken an der Sache" geht es um den klassischen Handersatz karibischer Seeräuber. Der schmissige Song segelt ein Maximum an Knoten und klärt dabei über die Gefahren und Risiken der berühmt-berüchtigten Hand-Prothese auf, lässt aber auch deren Vorzüge nicht unter den Tisch fallen. Da applaudieren 5/5 karibischen Cyborgs.

Komma her! "Ach ja!" ist ebenfalls ein Klassiker der Pulveraffen, somit wurde es Zeit, dass das Stück endlich mal auf einem regulären Album erscheint. Der Aggro-Shanty schlechthin ist zwar schon auf der Split-EP "Feier frei!" verewigt, aber nun wird er endlich auch einem größeren Publikum zugänglich gemacht. Die Ode an zünftige Prügeleien dürfte vor allem all jene begeistern, die sich noch nicht daran satt gehört haben. Und sogar für die wurde extra ein neues Pöbel-Solo eingespielt, wobei ick dat alte jedoch für orjineller halte. Ich und 5/5 Armadas finden den Song auf jeden Fall knorke.

Songs wie das "Abschiedslied" ist für Bands wie den "Pulveraffen" immer ein besonderer Drahtseilakt. Die Balance zwischen peinlichem Kitsch und ergreifender Ballade gelingt nicht allen Bands, deren Schwerpunkt üblicherweise auf albernen Saufliedern liegt, vor allem wenn das Stück dann auch noch einem real Verstorbenen gewidmet ist. Hier ist das aber überraschenderweise ganz gut gelungen und so erzeugt die Ballade über Abschied und Ungewissheit tatsächlich eher Gänsehaut statt Fremdschämen. Auch wenn der stilistisch ungewöhnliche Song dann doch wie eine unnötige Pinasse am Rumpf des Albums hängt und zudem als Abschluss des Albums meistens auf dem Weg zum Anfang dann doch von mir übersprungen wird, sollte man das gefährliche wie erfolgreiche Experiment zu würdigen wissen. Unschlüssig vergebe ich hier 3/5 abhanden gekommene Seemänner.

Fans der westfälischen Beutefahrer nehmen erfreut zur Kenntnis, dass das hohe Niveau des Vorgängers "Grog'n'Roll" problemlos gehalten wird. Die größte Änderung besteht darin, dass auf "Voodoo" nicht mehr ein einziger englischsprachiger Shanty auftaucht. Einigermaßen schade, denn anders als auf dem Debut "Affentheater", auf dem die alten Hüte eher ein Ärgernis waren, fand ich die paar Remakes auf "Grog'n'Roll" ganz abwechslungsreich und zudem sehr gut vertont. (Die Pulveraffenvariante von "Whiskey in the Jarrr" ist meine ungeschlagene Lieblingsversion dieses Klassikers!) Aber dafür hat die Affenbande ja für zahlreichen Ersatz gesorgt. Bei so einer hohen Zahl an Songs ist es auch nachvollziehbar, dass nicht jeder einzelne den persönlichen Geschmack treffen kann. Aber auch wenn hier einige Lieder hin und wieder mit der Skiptaste über Bord gehen, bleiben immer noch mehr als genug übrig für ein erfolgreiches Entermanöver. Klassische Piratentaktik: Auch wenn man nicht die bestausgebildetste Mannschaft besitzt, stellt die schiere Übermacht die Prise trotzdem sicher!

Zur zusätzlichen Auflockerung präsentiert uns die Band zwischendurch das Hörspiel von "Blakes Fluch" in vier Akten. Im direkten Vergleich zum vergleichbaren "Blakes Tagebuch" des Vorgängers kommt der "Fluch" aber meiner Meinung nach nicht so gut weg. Das Gejammer des Captains über die Eskapaden der Pulveraffen höre ich auch zum hundertsten Mal noch gerne. Das verfluchte Kammerspiel in dem Blake versucht sich mittels Voodoo vom Fluch des Evergreens "Blau wie das Meer" zu befreien und dabei von einer Nebenwirkung in die nächste stolpert, ist beim ersten Mal ganz amüsant zu hören. Danach aber lässt man die Pausenfüller dann doch eher aus. Aber als Bonus auf einem eh schon überfüllten Kahn nimmt man das Zwischenspiel trotzdem gerne mit.

Vom Krähennest aus stellt man fest, dass die Band mal wieder eine (Achtung! Metapher-Alarm!) Schatzkiste voll akustischem Geschmeide aufgetan hat, die wohl jeden Frei(zeit)beuter zufriedenstellen wird! Da ich "Grog'n'Roll" aber immer noch für einen ganzen Ticken besser halte, würde ich mir persönlich für die nächste Ausbeute wieder deutlich weniger Kölle Alaaf im Sound und auch wieder etwas mehr respektlose Aufmüpfigkeit in den Texten wünschen.
Bis dahin, Mast- und Schotbruch, Matrosen!


Black Sails - Season 1 [3 DVDs]
Black Sails - Season 1 [3 DVDs]
DVD ~ Toby Stephens
Preis: EUR 12,70

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intrigenspiel der Edelpiraten, 6. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Black Sails - Season 1 [3 DVDs] (DVD)
Endlich mal wieder Piraten auf dem Schirm! Viel zu selten nehmen sich Big Budget Produktionen noch der klassischen Seeräuberthematik an und das, obwohl sich das Genre noch immer steigender Beliebtheit erfreut. Erst hat das ruinöse "Cutthorat Island" dem Genre fast den Todesstoß versetzt (obwohl der Streifen eigentlich ziemlich gut war) und dann hat der "Fluch der Karibik" dafür gesorgt, dass alle folgenden Kaperproduktionen im Schatten des übergroßen Sparrow-Franchise stehen werden. Daher bin ich zumindest froh über jeden Film und jede Serie die sich überhaupt noch traut, eine Kamera auf ein Piratenschiff zu stellen.

Auch wenn die Serie einige Schwächen aufweist, so hat sie doch auch handfeste Stärken, die sie für mich zur besten (Yo!) Serie der letzten Jahre machen.
Größter Pluspunkt: Piraten! Auch nur halbwegs brauchbare Film-/Fernsehproduktionen mit Piraten kann man, wie gesagt, an einer Hakenhand abzählen. Wer sich für Freibeuterplots nicht interessiert, ist hier sowie auf dem falschen Kahn. Für die anderen bietet "Black Sails" (fast) alles, was das Seeräuberherz begehrt.
Was mir jedenfalls sehr gut gefällt ist, dass hier das Piratengenre endlich wieder von Geistern, Zombies und anderem übernatürlichen Schmonsens befreit wurde, welches die 4 Karibikflüche ja leider zum Bukanierstandard erhoben haben. Der Grad an Realismus erreicht den für Fernsehproduktionen wohl höchst denkbaren Anspruch. Die zur komplett korrekten Historie klaffende Lücke ist nun einmal den Erwartungen der Zuschauer geschuldet. Auch wenn hier also kein Doku-Drama entsteht, zumindest sind wir die Zombiepiraten los.
Die Storyline der Serie ist gut aufgebaut und bleibt spannend, die Charaktere sind gut ausgearbeitet und auch die Darsteller sind (überwiegend) sehr gut gewählt.
Die 16er Freigabe ist zudem ein akzeptabler Kompromiss. Was Sex und Gewalt angeht erreicht man nicht unbedingt das Niveau von beispielweise "Rom", hat aber genug Spielraum um das ganze aus der Kinderecke zu holen und hin und wieder mal ein paar Brüste oder einen Schwall Blut in Szene zu setzen.

Schwächen? Natürlich, jede noch so stolze Fregatte hat auch die ein oder andere morsche Stelle.
Auffällig ist hier wohl, dass die Protagonisten in ihrem Erscheinungsbild den Ansprüchen des modernen Schönheitsideals entsprechen müssen. Auch wenn es seltsam anmuten mag, dass man es in so vielen Rezensionen davon liest, aber auch mir ist bei der ersten Folge als erstes negativ aufgefallen, dass sämtliche Figuren der Serie von der gemeinsten Hure über den Standard-Seemann bis zum schneidigen Kapitän jeder bessere und gepflegtere Zähne vorzuweisen hat, als es sich der westliche Durchschnittsbürger heute noch jemals leisten könnte. Man hat sich zwar Mühe gegeben, allem einen gewissen Schmodder-Look zu verleihen, aber es ist unverkennbar, dass auch der letzte Tagelöhner immer wohl frisiert und durchgestylt in Szene gesetzt wird. Muss man wohl drüber hinwegsehen, auch wenn man einem Sonnyboy wie Luke Arnold den John Silver nur schwer abnimmt.
Auch bei den Schiffskämpfen, von denen die erste Staffel drei zu bieten hat, hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Zu gute halten muss man der Serie, dass Seeschlachten nun mal anscheinend recht anspruchsvoll sind und sich sogar große Filmproduktionen wie die "Fluch der Karibik"-Reihe sich da gerne mal aus der Verantwortung stehlen. (Teil 1: Naja; Teil 2: Fehlanzeige; Teil 3: gegen Ende der Produktion größtenteils aus dem Budget gerutscht; Teil 4: Wieder absolute Fehlanzeige)
Auch wenn die Szenen bei "Black Sails" gut noch etwas umfangreicher hätten ausfallen können, wir sehen hier anscheinend den Level, der für Film und Fernsehen das vermutlich höchstmögliche Niveau darstellt.
Ein für mich persönlich großer Minuspunkt ist noch die Tatsache, dass sich das ganze als Prequel zur "Schatzinsel" verstehen will. Ich verstehe es nicht, Stevensons §Schatzinsel" ist eine der so ziemlich langweiligsten Piratenstorys aller Zeiten, trotzdem aber die populärste. Eine unabhängige Story wäre mir hier lieber gewesen und hätte mehr Freiheiten geboten. Ob diese Schatzsuch-Story im weiteren Verlauf der Serie noch Platz für klassische Piraten-Action bieten kann, wage ich mal vorsichtig zu bezweifeln, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
Letzter Kritikpunkt ist an die Historiker unter uns gerichtet: Denn obwohl die ganze Story fiktiver als auch realer Personen in ein historischen Umfeld gebettet wurde, werden doch noch einige Fehler gemacht. Beispielsweise spielt die Serie 1715, zu einer Zeit in der das goldene Zeitalter der Piraterie dem Ende entgegensieht. Zu dieser Zeit war das in der Serie oftmals zitierte Port Royal allerdings bereits seit einem knappen Vierteljahrhundert von einer Flutwelle in die See gespült worden. Wer sich an solchen Details nicht stört, kann sich aber an den Bemühungen erfreuen, historische Personen wie Calico Jack Reckham, Charles Vane oder Anne Bonney in einer Handlung mit fiktiven Figuren wie Captain Flint, Billy Bones oder Long John Silver verstrickt zu sehen.

Am Ende des Tages bleibt eine mit kleinen Makeln behaftete Serie, die man eben akzeptieren muss, wenn man mal wieder eine flotte Seeräuberproduktion OHNE Jack Sparrow sehen möchte. Eine Beute, die sich lohnt und hey: Es sind PIRATEN! JO-HO!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 16, 2015 2:38 PM CET


Branntwein für alle!
Branntwein für alle!
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Hochprozentiger Ohrenputzer!, 7. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Branntwein für alle! (Audio CD)
Sucht man nach "anspruchsvollem" deutschprachigem Folk-Rock(im weitesten Sinne), der sich selber nicht ganz ernst nimmt, sich zudem traut, thematisch öfter mal am unteren Niveau anzuecken und trotzdem überaus geistreiche Texte für sich verbuchen kann, gibt es momentan eine Band, bei der man zu 100% fündig werden kann: Knasterbart!

Der Stil der Kombo lässt sich wohl in das exklusiv besetzte Genre "Gossen-Folk" einordnen. Die Inhalte der Songs pendeln irgendwie zwischen geschmacklos und unerhört, aber die Band meistert hier die Gratwanderung zwischen künstlerisch hohem und thematisch niedrigem Niveau (fast immer) mit Bravour, indem sie es fertig bringt, ihren ausgesprochen derben Humor in durchaus feingeistigem Wortwitz darzubieten.

"Gossenabitur", "Branntwein für alle!", "Jammerjule", "Kein Knaster im Knast", "Mein Stammbaum ist ein Keis" und "Ich trinke, also bin ich" sind Songs, die schlichtweg ihresgleichen suchen.
"Geteiltes Leid ist halbes Leid", "Gossenhauer", "Lieber widerlich als wieder nich'" und "Gott will es" unterschreiten dieses Niveau nur knapp und sind, wenn auch nicht ganz so genial, doch immer noch überaus hörenswert.
"Gossenabitanz" und "Hinterwäldlertanz" sind schmissige Instrumentals.
Mit "Knüppelkalle" rutscht der vorletzte Song der Scheibe als erster gefährlich weit ins Mittelmaß. Hier sind die Gags dann doch oft zu platt und zu peinlich, da hat das Fingerspitzengefühl wohl etwas versagt.
Und dass "Horst die Filzlaus" eine Ode an ebenselbe ist, ist hier die einzige (missratene) Pointe. (Diesen Track am besten von der CD kratzen.)

Unterm Strich bleibt "Branntwein für Alle" ein geniales wie hörenswertes Album, wie ich es mir im Folk- und Mittelaltersektor (wieder) mehr wünsche.


Scare Force One (Digipak)
Scare Force One (Digipak)
Preis: EUR 16,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Monster im Anflug, 7. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Scare Force One (Digipak) (Audio CD)
Rauchen einstellen, anschnallen, Klappe halten. Notausgänge gibt es nicht. Falls Sie ein Problem haben, Pech gehabt, Lordi starten ihr 7tes Studioalbum als monströsen Überflieger in militärischem Konsens.
Eines vorweg: Die Scare Force One ist ein ziemlich schwergängiges Vehikel, weshalb die Maschine auch erst ein paar Runden kreisen muss, bevor die Ladung sich scharf schaltet. Nachdem der Flieger dann aber erst mal einige Bonusmeilen hinter sich gebracht hat, erreicht die neueste Monsterscheibe auch allmählich ihre eigentliche Reisegeschwindigkeit.
Der strukturelle Aufbau gleicht den jüngsten Vorgängermodellen, so dass alteingesessene Lordi-Fans sich schnell in der Kabine zurechtfinden werden. Das Bordprogramm bietet erwartungsgemäß den ganzen Flug über Lordi-typische Unterhaltungsmusik.

Werfen wir also einen kurzen Blick auf die Nutzlast:
SCG7: Arm your Doors and Cross Check - Das aktuelle Intro ist das unaufregendste in der Geschichte der Lordi Intros. (Viel zu langer) Sakraler Gesang, der, wie gewohnt, gegen Ende in den Sound des Openers übergeht.
Scare Force One - Der Titeltrack gibt den Kurs des Albums vor. Lordis Sprechgesang wechselt sich mit hymnenhaften Chören ab. Der Song selbst gleitet im Mittelfeld. Wir lauschen 3/5 Sturzkampfmonstern im Anflug.
How to slice a Whore - Man merkt, dass Lordi sich wohl durchaus bewusst sind, dass die Zeit, in der sie Chancen im Massenmarkt hätten haben können, wie im Flug verflogen sind. Daher kann man sich mit den Lyrics auch ruhig ein bisschen weiter aus dem Fester lehnen und einen Song darüber schreiben, wie man eine ...ich sag mal "moralisch vermutlich fragwürdige weibliche Person"...ich sag mal "demontiert". Das Thema wurde beispielsweise in "The Devil is hiding behind her smile" bereits besser und origineller umgesetzt, daher 3/5 überflüssigen Ritualmorden.
Hell sent in the Clowns - Das klassische Thema der Killer-Clowns in Lordi-typischem Soundgewand. Die üblichen Zutaten werden hier noch durch die obligatorische Jahrmarktsmusik aufgehübscht. Macht 3/5 Clown-Klauen.
House of Ghosts - Das langsame Stück im Arsenal. Dezente Gruselstimmung in deinem Song über paranormale Untermieter, die ansonsten aber offenbar recht friedlich zu sein scheinen. Klingt nach 3/5 pflegeleichten WG-Genossen.
My Name is Monster - Von hier an gewinnt die Scare Force One deutlich an Höhe. Mit einer etwas kraftvolleren Produktion wäre dieser Song ein Kracher gewesen. Der Selbstvorstellungsmonolog von Lordi hat einige heitere" Textzeilen und einen mitreißenden Refrain zu bieten. Aber so bleibt der Song "nur" ein guter Track, der leider nie so gut klingt, wie er wäre, wenn er besser klingen würde. 4/5 Alternativen zu Kevin.
Cadaver Lover - das Spezialgebiet von Lordi waren schon immer Rockhymnen, die klingen, als kämen sie direkt aus den goldenen 80ern. Auch dieser morbide Ohrwurm folgt dieser Tradition und zeigt, dass Lordi noch immer die besseren KISS sind. Macht 4/5 nekrotische Philologinnen.
Amen's Lament to Ra II - Im Gegensatz zum Rest des Arsenals, darf Gitarrenmumie Amen hier zeigen, dass er mehr mit seinem Instrument kann, als Bohlen-Cover einzuspielen. Ein schönes Akustikstück, das mal wieder wünschen lässt, dass der alte Pharao im Klang eine größere Rolle spielen dürfte.
Nailed by the Hammer of Frankenstein - Hier erreicht die Maschine ihre endgültige Dienstgipfelhöhe. Und mal ehrlich: Ein Song mit diesem Titel kann gar nicht schlecht sein! In dem höchst doppeldeutigen Track über die handwerklichen Fähigkeiten des berüchtigten Leichenbastlers geht es zum einen darum, Partys zu feiern und Bräute aufzureißen. Und zum anderen darum, Bräute aufzureißen. Der Song punktet dort, wo der Rest des Albums schwächelt: Er ist schnell, kraftvoll und der Sound klingt etliche Bonusmeilen besser, als sämtliche anderen Granaten im Bombenschacht der SF1. Der Song hat nicht ganz das Kaliber wie es beispielsweise seinerzeit "Hardrock Hallelujah" oder kürzlich "The Riff" hatten, trifft aber trotzdem 5/5 Nägel auf den Kopf. The United Rocking Dead - Hier geht der Flieger bereits wieder steil in den Sinkflug über. Die rockenden Toten präsentieren uns einen langsamen Stampfer, der aber zu lang, zu langweilig und ganz allgemein zu öde daherschwankt. Lediglich Lordis fieser Pharao darf hier und da mal ein gekonntes Riff dazwischenzupfen, das reicht aber längst nicht, um den Song zu retten. Hier sehen wir kurz vorm Heck den Schwachpunkt der SF1. Nur 2/5 torkelnden Toten.
She's a Demon - Nobody is perfect. Und auch der Love Interest des Protagonisten hat wohl den ein oder anderen Schönheitsfehler. In diesem Falle ist die Angebetete offenbar recht hübsch, aber nebenbei eben auch ein Dämon, so dass dieser Romanze ein lediglich einseitiges Happy End beschieden ist. Der Song wäre eigentlich deutlich überdurchschnittlich, aber dass der Songtitel im Refrain zu oft bemüht wird, senkt den Gesamteindruck wieder. Wir gratulieren zu 3/5 diabolischen Zweckehen.
Hella's Kitchen - Ein kurzes Päuschen mit ein bisschen Kindergesang und Glockenmusik aber ohne abschließende Pointe.
Sir! Mr. Presideath, Sir! - Gegen Ende servieren uns Lordi noch ein flottes Stück Gesellschaftskritik, die im Allgemeinen die blinde Hörigkeit des Volkes seines jeweiligen Oberhauptes gegenüber aufs Korn nimmt. Der Song selbst ist solide, aber keine Überraschung. Ich wähle daher nur 3/5 fragwürdigen Präsidenten.
(+ETA) - Anschließend an den letzten Track hören wir noch eine Flugdurchsage, die das Thema der Scare Force One aufgreift. Schade, diesen Monolog hätte ich als einführendes SCG7 passender gefunden, er hätte das Album wesentlich stimmiger eingeleitet, als der stattdessen gewählte Singsang. Zudem scheint es offensichtlich, dass ETA tatsächlich mal ursprünglich der Anfang von SCG7 war?

Check-Up:
Die militärisch angehauchte Thematik steht Lordi ganz gut und ist zudem auch mal origineller, als sich immer nur auf das Monster/Grusel-Image verlassen zu müssen.
Schade aber, dass nur der erste und der letzte Song thematisch zum Image von SF1 passen. Da hätte man noch ein, zwei Stücke an das Genre anlehnen können.
Letztendlich tun Lordi aber das, was Fans von ihnen erwarten. Die SF1 fliegt keine Risikostrecke sondern bleibt stur auf Kurs.
Die Checkliste der Songs:
Sehr gut: 1x
Gut: 2x
Lückenfüller: 6x
Nervig: 1x
erinnert an die letzten Vorgängermodelle.
Auf diesem Niveau schießt die SF1 auch erwartungsgemäß über den Himmel. Wer also gehofft hat, die Reise gehe diesmal wieder in das Land der Ursprünge, ist sicher (wieder mal) enttäuscht. Wer sich hingegen damit abgefunden hat, dass Lordi immer noch Lordi sind, nur eben nicht mehr ganz so brilliant wie früher, kann mit dem neuen Album zufrieden sein. Sternchen #4 ist daher auch ein von zu hoch fliegenden Erwartungen gelöster Resignationsbonus.
Einen dicken Bonus bekommt die Band zudem dafür, dass sie losgelöst von den Fesseln des Mainstreams kein Blatt vor den Mund nehmen muss und Songs textet, die sich kaum eine andere (etablierte) Band trauen würde.
Ein kleines Minus muss die Monsterbande aufgrund der Länge(Kürze) ihrer Songs einstecken. Die meisten sind einfach zu kurz, gerade die Highlights hätten nen gutes Minütchen mehr vertragen können. Um auf Spielzeit zu kommen, werden stattdessen gegen Ende des Albums gerade die Songs in die Länge gezogen, die besser kürzer geblieben wären.

FAZIT:
Die Songs starten überwiegend ins Mittelfeld, einzelne Überflieger bringen SF1 aber über den Durchschnitt.
Die Produktion lässt dem Sound leider (mal wieder) nicht genug Laderaum ihre Qualitäten voll zu entfalten.
Warnhinweis: Volle Lautstärke ist der Fensterplatz. Wer nur am Gang Platz nimmt, hat es schwer, den Flug in vollen Zügen zu genießen.


Star Wars(TM) Feuerprobe
Star Wars(TM) Feuerprobe
von Troy Denning
  Broschiert
Preis: EUR 13,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Abschiedsgala der Weltraum-Senioren, 24. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Star Wars(TM) Feuerprobe (Broschiert)
In "Star Wars - Feuerprobe", so erfahren wir bereits vom Klappentext, soll die Staffelübergabe der alten Garde (Luke, Leia, Han und Lando) an die neue Generation Weltraumhelden stattfinden.
Eigentlich war das in dem Sinne gar nicht nötig, denn die "neue Generation" spielt in bereits dutzenden Romanen eine bedeutende Rolle. Anscheinend aber war man der Ansicht, sich endlich Mal vom Zwang lösen zu müssen, immer wieder die selben Hauptfiguren in den Plot zu integrieren.
Inwiefern das überhaupt noch sinnvoll ist, ist fraglich, da mit den kommenden neuen Spielfilmen die gesamte SW-Romanwelt seit Timothy Zahns kongenialem Erben des Imperiums, eh hinfällig wird.

Nichtsdestotrotz erleben wir hier die Lieblingscharaktere der Star Wars Fans in einem Abschluss-Abenteuer, das ich mir für diese Tragweite etwas spannender gewünscht hätte.
Der Plot ist interessant gewählt und liest sich auch recht spannend. Aber man merkt einfach, dass er die gewohnte Vielschichtigkeit früherer Romanreihen nicht erreichen kann. Zudem fällt der Schreibstil sehr schlicht aus, man kann kaum glauben, dass diese Sätze von Altmeister Troy Denning stammen sollen. Erinnert vom Stil eher an die Young Jedi Knights Geschichten, die sich an ein eher jüngeres Publikum richteten.
Die neuen Gegenspieler sind gut gewählt und hätten potential für eine größere Rolle gehabt, als sie hier letztendlich ausfüllen durften.
Der Roman baut Story und Spannung langsam aber stetig auf. Das Ende kommt dann aber doch zu abrupt und wirkt auf mich wie einfach schnell runtergebrochen und konfus. Die letztendlich gewählte Begründung, wieso die einstigen Hauptfiguren nun aus den folgenden Handlungssträngen ausscheiden ist leider ziemlich unspektakulär an den Haaren herbeigezogen worden. Als Abschluss für die alte Weltraumhelden-Generation taugt dieses Buch somit leider nicht.

Trotzdem liest sich das Buch zwar spannend, lässt den Leser am Ende aber ziemlich enttäuscht zurück. Gerade der "Endkampf", auf den man die Story über hinfiebert, ist letzten Endes sogar für Sci-Fi Verhältnisse viel zu abstrus.
Das Buch bietet somit ein nettes Weltraummärchen, wird aber dem Anspruch, das Ende einer Ära einzuöäuten, bei weitem nicht gerecht.


Aufs Leben
Aufs Leben
Preis: EUR 9,99

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Feuermaul im Abenteuerland, 23. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Aufs Leben (Audio CD)
Zugegeben, auch ich hatte immer ein kleines Problem mit dem Niveau einiger alter Feuerschwanz-Songs. Ein ums andere Mal rutschte doch eine Zote deutlich unter die Gürtellinie. Auf der anderen Seite aber konnte ich mich immer darauf verlassen, dass Feuerschwanz die Sendboten des zügellosen Mittelalterspaßes sind und jedes Album eine unbeschwerte Minne-Party ist, die sich von der ernsthaften Konkurrenz anderer Renaissance-Kapellen positiv abhebt und das spielt, was sich etablierte Bands sonst nicht trauen. Da habe ich auch über den ein oder anderen geschmacklichen Ausrutscher gerne mal hinweggesehen.

Um gleich auf den Punkt zu kommen: Die Entschärfung der Ritterbande um Hauptmann Feuerschwanz, die auf "Wallhalligalli" bereits ihren Anfang nahm wird hier vollendet: Auf dem neuen Album finden sich keine derben Zoten mehr, keine peinlichen Gags und auch das Lieblingsthema der fleischlichen Gelüste hat sich anscheinend ein für alle Mal erledigt. Dieser moralischen Säuberungsaktion fielen allerdings auch jeglicher Witz, jeder Spaß und die Spielfreude zum Opfer, die Feuerschwanz einst ausmachten. Die Stücke der neuen Scheibe sind allesamt zu brav, zu harmlos und zu gesellschaftstauglich, kurz gesagt: einfach sterbenslangweilig! Feuerschwanz spielen nun die Musik, über die sie sich früher mal lustig gemacht haben. Damit ragten sie einst aus der grauen Masse der Konkurrenz heraus. Nun aber treten sie aus ihrer zwar etwas albernen, aber ohne Frage einstmals höchst unterhaltsamen Nische heraus und versinken im Schlick der Mittelmäßigkeit und der gesellschaftlichen Akzeptanz. Ich habe die alten Feuerschwanz beispielsweise dafür geschätzt, dass sie sehr viel näher an den alten Schandmaul dran waren als die neuen Schandmaul. Nun aber klingen die neuen Feuerschwanz genauso wie die neuen Schandmaul! Und die klingen schon mehr nach Abenteuerland, als nach allem anderen, geschweige denn, nach Mittelalterfolk oder nach Spielfreude. "Wir stoßen an auf den Untergang" heißt es im Titelsong des Albumsund leider ist das Programm für das gesamte Album.

Eigentlich wäre hier schon alles gesagt, aber da man sich als unzufriedener Querulant ja immer etwas mehr rechtfertigen muss, als als stoischer Alles-gut-Finder, gehe ich schweren Herzens die Songs noch einmal im Detail durch.

Es beginnt mit dem Titelsong "Auf's Leben!" und die flotte Melodie lässt hier noch gar nix Schlimmes erahnen. Feuerschwanz haben allerdings reichlich bessere Stücke mit ähnlichem Thema im Repertoire. Zudem bremst sich das Stück ziemlich schnell aus. Was bleibt ist eine schöne Hookline, die das Stück aber nicht aus dem Mittelmaß stemmen kann. Stattdessen stemmt dieser Song nur 3/5 halbvollen Humpen.
Es folgt "Herz im Sturm". Positiv hervorzuheben ist die muntere Melodie, die ganz in alter Feuerschwanz-Tradition steht. Das Problem allerdings ist hier ohne Frage der Text! Es ist ein Liebeslied und ein ziemlich kitschiges noch dazu! Die Band hat ja schon früher überwiegend romantisch angehauchte Songs komponiert, aber dann meistens eine Schlusspointe hinzugefügt, die das Stück um Haaresbreite vor einem Schicksal als Kitsch bewahrte. Dieses passiert hier aber nicht, die meinen das todernst! Das Teil könnte ein Rosenberg-Cover oder sonst einem üblen Schlagerfuzzi entsprungen sein! Schade um den Sound, aber das Stück ist einfach zu peinlich, um es zu hören und dabei noch nicht einmal besonders originell. Nur mit sehr viel gutem Willen gebe ich hier 2/5 reanimierte Herzbuben.
Das dritte Lied ist "Mann aus Metall" und erinnert ein bisschen an Metmaschine, ohne jedoch dessen Qualität zu erreichen. Die Selbstbeweihräucherung von Hauptmann Feuerschwanz soll wohl eine Parodie auf den grassierenden Fitness-Wahn sein, kommt aber fast ohne Witz und Selbstironie aus. Nur ein guter Gag in dem Song ist zu wenig, auch der langweilige Sound hauts nicht raus. Nur 2/5 Dosen Drachenfutter.
Es folgt "Zuckerbrot und Peitsche", ein Lied über Beziehungen, in denen die Frau die Hosen an hat. Und auch hier zeigt sich leider: auf jugendfreiem Niveau kriegen Feuerschwanz keinen einzigen originellen Reim zustande. Die Melodie ist zwar flott, nervt jedoch ziemlich schnell. Naja, zumindest meine Kleinen stehen auf den Song, daher noch 3/5 Heldenpantoffeln.
Mit "Hans" folgt der einsame Höhepunkt der Scheibe. Die Ode an den Gitarristen könnte von alten (guten) Feuerschwanz-Alben stammen! Hier gibt es tatsächlich Witz im Text. Wäre das Stück ein wenig munterer gespielt, gäbe es die Höchstnote, aber trotzdem reicht es locker zu 4/5 einsamen Gitarrenhelden.
"Blöde Frage, Saufgelage" thematisiert eben das. Die Absicht, ein Saufgelage zu veranstalten. Der Reim im Titel ist dabei der einzige Gag im Song. Nicht originell, auch kein Ohrwurm, sondern ziemlich langweilig. Nur 1/5 öden Zechtouren.
Auch Feuerschwanz hats erkannt: Shantys stehen im Folkbereich gerade hoch im Kurs. "Seemannsliebe" braucht sich hier hinter Konkurrenz wie "Santiano" nicht zu verstecken, aber mal wieder ist dieser Song total ernst gemeint und kommt ohne Witz oder kreativer Lyrik aus. Die angedeutete Schlusspointe versteckt Feuerschwanz derart zaghaft, dass ich nicht mal weiß, ob sie absichtlich reingeschrieben wurde, oder nicht. Kein Feuerschwanz-Song, aber auch nicht wirklich schlecht, daher noch 3/5 gestandenen Seebären.
Und jetzt kommts knüppeldick! "Auf Wiedersehn" ist eine Ballade. Es geht um Abschied. Genauer gesagt um Tod. Um den Tod von geliebten Menschen. Dieses rührselige Stück ist durchaus ergreifend, aber was hat SO ETWAS auf einem Feuerschwanz Album verloren? Würde ich depressieven Mist hören wollen, der mich nach unten zieht und mir die Laune verdirbt, dann würde ich irgendeinen schwermütigen Schmonsens von Graf Unheimlich oder sonsteinem wehklagenden Jammerlappen hören! Aber Feuerschwanz lege ich doch in den Player, weil ich mich mal vom Elend in der Welt ablenken möchte und nicht, um das nun hier auch noch unter die Nase gerieben zu kriegen! Nein, tut mir leid, auch wenn das Lied gut gemeint ist und durchaus seine bedrückenden Qualitäten hat, so etwas will ich nicht hören und auf diesem Album schon gar nicht. Als Bonustrack auf einer ansonsten guten Scheibe hätte ich diesem Requiem noch eine Daseinsberechtigung aussprechen können, aber so bekommt das Stück 0/5 düsteren Trauerweiden.
Nach diesem Trauerspiel ist es schwer den Hörer aus seinem Tief wieder herauszuholen, daher versucht es der nächste Song erst gar nicht. Das Teil ist ein hübscher, schönklingender Kitsch, wie ihn Schandmaul nicht besser hätte verbrechen können. Total witzlos und unoriginell, nur 1/5 traumtänzelnden Zombies.
"Sündenfrei(zum Sonderpreis)" hätte wirklich gut werden können. Endlich mal ein Stück mit Gesellschaftskritik. Aber leider viel zu harm- und humorlos und obendrein nicht bissig genug. Zudem auch noch ohne nennenswerte Melodie. Für den guten Willen kann ich höchsten 3/5 alkoholfreie Sekten verteilen.
Dem "Der Ohrwurm" könnte man Amtsanmaßung vorwerfen. Ohrwurmqualitäten hat dieses Stück nicht. Und auch ebenfalls keine einzige Pointe. 1/5 platten Regenwürmern.
"Der Druide" hingegen hat einen Rhythmus, der einem im Ohr bleibt. Da der Rest vom Song aber leider wieder recht langweilig geraten ist, wieder nur 3/5 tanzenden Mistelzweigen.
Lieder wie "Frisch gezapft" kennen wir von Feuerschwanz, nur waren die allesamt flotter und origineller. Nur 1/5 kühlen Blonden.
Bei "In Vino Veritas" versucht man, wieder alte Lyrik-Qualitäten zu erreichen. Leider nicht besonders erfolgreich, zudem nervt der Refrain ziemlich. Nur 2/5 weinenden Wahrheiten.
Gegen Ende des Albums ist den Feuerschwänzlern wohl aufgefallen, dass der Song ganz am Anfang doch immer noch etwas zu munter ausgefallen ist, daher schieben sie hier noch schnell eine schwermütige Version hinterher. Warum? 1/5 gesprengten Partys.

Müsste ich ein FAZIT verfassen, würde ich zusammenfassend sagen, dass Feuerschwanz alles verloren haben, was sie einst zu dem gemacht hat, was sie waren. Sie waren originell, kreativ, frech, selbstironisch und manchmal ein bisschen (zu) obszön. Das neue Album ist NICHTS davon. Haben Feuerschwanz etwa ihre Seele an denselben Dämon verhökert, der bereits die Spielfreude von Schandmaul in die Hölle verbannt hat? Wo sind die tollen Geschichten geblieben, die uns Feuerschwanz sonst in ihrer ehemals einzigartigen Weise dargeboten haben? Wo ist "Ferdinand"? Wo ist "Der Henker"? Was ist aus der Pest (Hurra!) geworden? Sogar "Albrecht" war munterer als alles andere auf "Auf's Leben!"! Und wo zur Hölle ist eigentlich das Mittelalter hin? Auf diesem Album ist es jedenfalls nicht!

Also, diesmal kurz und knapp: Wer Schandmaul heute noch toll findet, der kann diesem Album vermutlich sehr, sehr, sehr viel mehr anfangen als ich. Ich allerdings fand Feuerschwanz gut, so wie sie mal waren und die neue Scheibe lege ich ein, höre den Titeltrack zu Hälfte, springe dann vor bis "Hans" und kann die CD danach auch gleich wieder ausmachen. Und das ist einfach zu wenig. Ein Stern ist dabei eigentlich noch zu viel, um meiner Enttäuschung hier Ausdruck zu verleihen.
Naja.
Was solls.
Dann stoße ich eben ein letztes Mal auf euch an.
"Auf euern Untergang" (Wie ihr ja passenderweise selber textetet)
und ein wehmütiges "Auf Wiedersehen".
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 11, 2015 10:58 AM MEST


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7