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Rezensionen verfasst von
Calavera (Ruhrgebiet)

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Ubuntu 15.10 STS 64bit DVD
Ubuntu 15.10 STS 64bit DVD
Wird angeboten von Nordic-Trading Deutschland
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Schnell und gut, 5. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ubuntu 15.10 STS 64bit DVD (CD-ROM)
Was soll ich dazu schreiben. Die CD war zügig da - Linux zügig auf meinem PC.
Ich hatte vor, Linux auf eine Externe zu installieren, um von dort aus bei Bedarf zu booten. Windows wollte ich auf der normalen Festplatte lassen. Nachdem ich es auf normalem Wege x-mal probiert habe und es immer wieder Schwierigkeiten beim booten gab, habe ich mir gedacht, dass ich es dann doch "klassisch" mache und einfach die CD bestelle (keinen Brenner gehabt und ich wette, da wäre auch noch was bei schiefgegangen). Vielleicht würde es so ja besser gehen... und schwupp... es hat alles geklappt.

Selbst ist der Mann - keine Frage. Aber manchmal kann man auch ruhig mal eine fertiggestellte CD einfach kaufen, damit der Anfang leichter geht.
Daumen hoch.


Sturz der Titanen: Die Jahrhundert-Saga
Sturz der Titanen: Die Jahrhundert-Saga
von Ken Follett
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

14 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Null Tiefgang, 28. August 2014
Wenn irgendwann einmal ein Computer in der Lage ist, Romane zu schreiben, dann kommt in etwa so etwas raus wie "Sturz der Titanen". Klar: Handwerklich ist es einwandfrei. Top geschrieben, kurze, klare Sätze, sehr verständlich. Alle paar Seiten entsteht ein neuer kleiner Höhepunkt, der den Leser bei Laune hält bzw. halten soll. Die Geschichten der Charaktere sind alle miteinander verwoben, und das alles ist auch schlüssig. Die ganze Sache ist - wie aus dem Lehrbuch: Wie schreibe ich einen Roman. Ein Paradeexemplar aus der "Wie werden Sie ein guter Autor"-Fernstudium-Generation. Note: Sehr gut mit Sternchen.

Aber genau das ist es, was das Buch so schlecht macht. Im Grunde ist "Sturz der Titanen" nichts als eine niveauvolle Soap. Höchstprofessionell auf die Masse zugeschnitten.

Wer nach etwas Bedeutenderem sucht, als einen Handjob beim Don Giovanni oder den abgedroschenen Beziehungs-Problemen von Menschen, die wir in jedem 0815-Buch oder in jeder Fernsehserie sehen, der sollte die Finger von dem Buch lassen.

Es geht in diesem Buch um nichts Hintergründiges. Die angeblich so toll beschriebene Bergbau-Kultur besticht nun wirklich nicht durch jahrelange Recherchen, alles eher oberflächlich. Ich habe nicht das Gefühl, dass Ken Follett wirklich fühlt und versteht, er schreibt nur nach, was er irgendwo recherchiert hat. Auch die zwischenmenschlichen Darstellungen lassen einiges an Tiefgründigkeit vermissen. Die sexuellen Darstellungen haben in mir nicht ansatzweise so etwas wie Lust oder Neugierde oder Fantasie geweckt. Es ist eher so im Stil: Sie fands toll, dass er sie in seine starken Arme nahm, und als er kam, war es ganz doll, wie das alles zuckte, und sie hatte dann sogar einen Orgasmus! Aha... Das gleiche mit den Beziehungskisten: Da ist dieses Hausmädchen aus armen Verhältnissen, und dieser Adelige - ein reicher, gutaussehender Typ. Oho, was passiert hier wohl? Er findet sie toll, sie ihn auch irgendwie, sie lässt sich schwängern, er lässt sie fallen. Gähn. Ich kam mir beim Lesen vor wie eine 50-jährige frustrierte Hausfrau. Für die ist sowas vielleicht gute Unterhaltung. Gute Romane benutzen derartige Rahmen, um sich mit einem anderen Thema auf einer Metaebene zu beschäftigen. Bei Ken ist der Rahmen das Buch, nix mit Metaebene.

Im Grunde geht es so die ganze Zeit weiter. Wenn ich jetzt mal (zugebenermaßen ein etwas unfairer Vergleich) Tolstois Krieg und Frieden daneben lege - immerhin auch ein Roman der Liebesbeziehungen und militär-politische Historie verbindet (deswegen mein Vergleich) - dann sieht Sturz der Titanen eher so aus wie "Berlin Tag und Nacht" neben "Vom Winde verweht".

Klar, im Augenblick ist Ken voll der Hit. In 100 Jahren wird sich kein Schwein mehr an ihn erinnern. Meiner Meinung nach einer der überbewertesten Autoren unserer Generation. Säulen der Erde hatte mich schon so enttäuscht. Architektur interessiert mich wirklich sehr, also kaufte ich "Säulen der Erde" schon einen Tag nach dem Ratschlag: "Dann musst du Säulen der Erde lesen, eine tolle Beschreibung der Gotik, verpackt in eine tolle Geschichte".... - nein, nicht wirklich. Die Infos über Gotik gehen nicht ansatzweise über das hinaus, was eine Powerpoint-Grafik eines Schulreferats verraten würde. Und die Geschichte ist dermaßen Hollywood-Gut-Böse-mäßig aufgezogen ... alles wie Sturz der Titanen in Sachen Oberflächlichkeit und "Mehrwert" ... für mich wars das mit Ken Follett...

Fazit: Null Tiefgang. Keine Botschaft. Keine sprachliche Kunst. Nichts, was einen auch nur irgendwie über irgendetwas näher nachdenken lässt, außer über die dringende Frage: Was ist aus dieser Gesellschaft geworden, dass DAS ein Bestseller ist?


Der Wohlfahrtsstaat: Ende Einer Illusion
Der Wohlfahrtsstaat: Ende Einer Illusion
von Gerd Habermann
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich war eher enttäuscht, 19. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit liberalen Positionen. Dabei frage ich mich zunehmend: Wie radikal denke ich? Wo sind meine Grenzen?

Der Wohlfahrtstaat war dabei für mich so etwas wie der ultimative Test. Sollte es ein Anarcho-Kapitalist schaffen, mich vom Unsinn eines Wohlfahrtsstaates zu überzeugen, dann würde ich mich doch glatt am radikal-liberalen Rand wiederfinden. Etwas, das ich weder für schlimm, noch erstrebenswert halte. Ich wollte es einfach wissen. Den Wohlfahrtstaat empfand ich intuitiv - aufgrund meiner Sozialisation und den üblichen Alltagsargumenten für staatliche Unterstützung ("Die kommen ja sonst alle nicht klar") - zumindest grundsätzlich in unserer heutigen Form bisher als notwendig. Doch eben diese unsere heutige Form des Wohlfahrtstaates hatte mich über die Jahre zunehmend kritisch werden lassen. Finde ich ihn auch "richtig", vor dem Hintergrund der individuellen Freiheit?

Um es nicht zu lange hinzuziehen: Ich war eher enttäuscht von dem Buch. Selbst als historischer Abriss (was es de facto nämlich ist) geht das Werk kaum durch, denn dazu ist es viel zu einseitig. Argumente gegen den Wohlfahrtsstaat werden chronologisch eingestreut, aber auf keines wird näher (oder besser: zufriedenstellend) eingegangen. Wenn es interessante Punkte gab, dann wurden diese nicht vertieft. Als historischer Abriss liberaler Streitthemen und Positionen ist das Buch jedoch nützlich.

Die historische Betrachtung liberaler Positionen zum Wohlfahrtsstaat ist also an sich schön zu lesen, die Einseitigkeit ist aber einfach ärgerlich. Das Buch genügt mMn nicht der intellektuellen Redlichkeit. Zum Beispiel wird die Soziale Frage des 19. Jahrhunderts als "Mythos" betitelt - und dann aus Sicht der Liberalen ein paar Argumente eingefügt. Das ist super, aber bei so einer steilen These muss dann auch wirklich mehr kommen. Und erst der letzte Teil beschäftigt sich überhaupt mit dem modernen Wohlfahrtsstaat - und der Teil ist verhältnismäßig kurz.

So konnte das Buch mich auch nicht davon überzeugen, dass wir das Ende des Wohlfahrtsstaats so schnell wie möglich einleiten sollten. Mich hat auch gestört, dass in "dieser Ecke" dann doch einige weltfremde Spinner sitzen. Der Autor nennt später zum Beispiel Thilo Sarrazin als wichtigen gegenwärtigen Vertreter liberaler Positionen. Spätestens da habe ich aufgegeben, aber da war das Buch ohnehin schon zuende. Zuvor im historischen Teil Mill, Smith, Hayek und co. aufzuführen und dann später Hans-Hermann Hoppe und Sarrazin genauso locker flockig aus dem Ärmel zu schütteln ist - sry - einfach total daneben. Die genannten Leute sollen die Erben echter Liberaler sein? Dann wars das mit dem (konsequenten) Liberalismus. Ernsthaft: Diese Leute sind Totengräber.

Wer eine historisch einseitige anarcho-kapitalistische (einst schlicht: liberale) Sicht auf den Wohlfahrtsstaates will, der kann sich dieses Buch zulegen. Man gewinnt durchaus einen Einblick in diese (Gedanken)Welt. Viele zu Wort kommenden Menschen haben mir wirklich aus der Seele gesprochen (Stichwort: Historischer Teil). Mich hat das Buch weiter darin bestärkt, dass die Art und Weise, wie wir den Staat derzeit ausgestalten, nicht richtig ist. Der paternalistische Wohlfahrtstaat entmündigt eher, als das er den Weg zu mehr Freiheit ebnet. Aber Argumente für diese These habe ich in einigen anderen Büchern gefunden - dieses hier war ein kleiner Mosaikstein, der nicht zwingend nötig war.

Wer eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Wohlfahrtsstaat sucht und in einer ähnlichen Situation ist, wie ich oben beschrieben: dem rate ich also eher ab.
Wer einfach Input will und einen kleinen Überblick und Einstieg, der kann aber definitiv zugreifen.


Fette Jahre: Warum Deutschland eine glänzende Zukunft hat
Fette Jahre: Warum Deutschland eine glänzende Zukunft hat
von Bert Rürup
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wider dem Defätismus, 24. Februar 2012
Es gibt diese Leute immer - und in Zeiten von Krisen umso mehr. Egal worum es geht, immer kann es nur noch schlechter werden bis hin zum wohlbekannten und vielfach propagierten Untergang unseres geliebten Abendlandes. Kommt es dann mal wirklich zur Krise, wird auf sie geschaut, als wären sie geniehafte Hellseher gewesen, die "es doch schon immer gewusst haben".

Aber es gibt keine unvermeidliche Kausalkette in den Abgrund. Menschen haben immer die Möglichkeit, das Beste aus ihrer Situation zu machen und Krisen als Chance zu begreifen. Und in den allermeisten Fällen braucht es auch keine grundlegende Neuordnung der Verhältnisse. Dank des ach so brutalen Kapitalismus haben wir auf der Welt einen Wohlstand erreicht, der zum einen bis vor hundert Jahren noch unglaublich war und zum anderen immer noch mitten in seiner Entwicklungs- und Wachstumsphase ist. Immer mehr Menschen auf der Welt lösen sich aus der Armutsfalle und nehmen Teil an der globalen Arbeitsteilung, am Welthandel und am daraus erwirtschafteten Wohlstand. Die weltweite Armut ist (von großen Teilen Afrikas abgesehen) stark zurückgegangen.

Eine solche Sicht der Dinge, die auf die positiven Errungenschaften aufmerksam macht, darf selbstverständlich nie die Augen vor den weiterhin bestehenden Problemen verschließen, die es zu lösen gilt. Aber sie hat den Vorteil, dass sie aufgrund eines gewissen Optimismus eben nicht defätistisch ist, sondern umgekehrt gestaltend, formend, handelnd, zielstrebig und mutig. In einer Welt, in der die Zukunft stets ungewiss ist und man niemals vollkommene Kontrolle über die Situationen und Ereignisse ausüben kann, kann es doch keine wichtigeren Eigenschaften geben als diese?!

So verstehe ich dieses Buch. Es beschreibt grob umrissen die Vorgänge der Globalisierung, ihre Vorteile, aber auch Nachteile und die Autoren kommen zu dem Schluss, dass unterm Strich der Nutzen der Globalisierung überwiegt und vor allen Dingen als Chance zu begreifen ist. In diesem Wettbewerb der günstigen Positionierung steht - so die Autoren - Deutschland besonders gut da. Um aus seiner ausgezeichneten Ausgangslage (die nicht vom Himmel fiel, sondern Ergebnis u.a. der Reformen Schröders war) das Beste zu machen, muss die deutsche Regierung aber weitere Schritte unternehmen: Dazu gehört es auch, mehr Bürgern die Früchte des Wohlstandes zur Verfügung zu stellen (beispielsweise durch die Einführung eines Mindeslohnes), das Sozialsystem weiter reformieren und die Europäische Integration unbedingt vorantreiben.

Ich möchte hier gar nicht zuviel aus dem Inhalt preisgeben.
Das Buch ist definitiv optimistisch und beschreibt in gewisser Hinsicht den (realistischsten) Best Case. Sich sowas vor Augen zu führen und darauf hinarbeiten, ohne in Wunschdenken zu verfallen, halte ich für richtig. Wie sinnvoll die einzelnen Vorschläge sind, kann ich nur zum Teil einschätzen. Plausibel sind sie alle. Realistisch lesen sie sich ebenfalls. Um möglichst realistische und gut recherchierte (und eben auch optimistische) Einschätzungen geht es den Autoren auch in erster Linie. Die Mühe, die sie sich hier gemacht haben und die fundierten Kenntnisse, die sie haben, sind deutlich herauszulesen.
Mein einziger Kritikpunkt ist die stark nationale Haltung. Von Menschen in einer derartigen verantwortungsvollen Position hätte ich mir eine "europäisiertere" Identität erhofft. Europa wird von den Autoren - so scheint es - als Plattform verstanden, um deutsche Interessen durchzusetzen. Das halte ich für anachronistisch und sogar durchaus gefährlich. Natürlich geht es in dem Buch eben um Deutschland und die Gesetze, die hier, in diesem Land, umgesetzt werden können; aber man hätte, wie ich finde, das Verhältnis Deutschland-EU auch weniger national und machtpolitisch darstellen können. Aber das kann man selbstverständlich auch anders sehen; schließlich bleibt die EU in dem Buch auch ohnehin nur einer von vielen Teilaspekten.

Nichtsdestotrotz ein wunderbares Buch um endlich mal diesen ganzen Untergangsszenarien und naiven "Alternativ"-Plänen von Nord- und Südeuros zu entfliehen.
Wir brauchen zur Zeit sicher kaum etwas mehr, als Optimismus und Tatendrang.


Johnny Got His Gun
Johnny Got His Gun
von Dalton Trumbo
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,50

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Plädoyer für das Leben, 1. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Johnny Got His Gun (Taschenbuch)
Dieses Buch ist - so paradox es klingt - ein einziges Plädoyer an das Leben. Womöglich hatte sich Dalton Trumbo gefragt: Wie kann ich die Toten sprechen lassen? Und er erfand ein Wesen, das im Prinzip tot ist, aber auch nicht wirklich. Ein denkendes Stück Fleisch - ohne Arme, Beine, Augen, Ohren, Mund, Nase. Keinerlei Möglichkeit mit der Außenwelt zu kommunizieren. Diese wiederum pflegt ihn zwar (die Krankenschwestern) und hält ihn am Leben, scheint aber ansonsten sich nicht um ihn zu kümmern oder zu wissen, was mit ihm anzufangen.

Nachdem Johnny langsam aber sicher merkt, in was für einer misslichen Lage er sich befindet, erlebt der Leser mit ihm die Qual, auf sich selbst zurückgeworfen zu werden, ohne Zukunft und - da er jegliches Zeitgefühl verloren hat durch das Fehlen der Sinne - ohne Gegenwart. Daher flüchtet sich Johnny weitgehend in die Vergangenheit und in Träume und versucht durch sein Wärmeempfinden, sein Empfinden für Vibrationen (Schritte der Menschen) und das Fühlen der Hände, die ihn berühren, sich irgendwie in die äußere Welt zu setzen. Dabei fällt es ihm zunächst unglaublich schwer, Traum und Realität zu unterscheiden.

Warum er überhaupt in den Krieg zog, was ihn schließlich in diese Situation brachte? So richtig weiß er es nicht. Man musste halt kämpfen, aber einen Grund, in den Krieg zu ziehen, zeigt das Buch nicht auf. Das gehört zu der Aussage, die sich durch jede Seite zieht: Es gibt keine Rechtfertigung für Krieg. Unvergessen für mich, wenn Dalton Trumbo uns an einem von Johnnys (alb)traumhaften Delirien teilnehmen lässt und gleichzeitig die Produktion eben jener Bombe nachzeichnet - von der Fabrik bis zum Schlachtfeld - deren Weg sich schließlich tragischerweise mit Johnnys kreuzen wird.

Es ist ein Antikriegsbuch durch und durch. Und damit meine ich wirklich durch und durch. Wirklich KEINE - nicht die geringste - Spielerei mit möglichen "Helden", wie es so oft in den angeblichen Antikriegsfilmen geschieht; dass man ja, selbst in der Hölle, noch irgendwie ein Held sein kann. Nein. Kein Heldentum, kein "ja, aber...": Dieses Buch klagt den Krieg in allen seinen Facetten an und gesteht ihm keinerlei Existenzrecht zu. Dieses Buch will nur das Leben feiern.

PS: Die Originalversion in Englisch ist sehr gut verständlich. Man muss nicht fließend Englisch können, um das Buch zu lesen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 8, 2015 2:56 PM CET


Kurze Geschichte der europäischen Kultur (Uni-Taschenbücher S)
Kurze Geschichte der europäischen Kultur (Uni-Taschenbücher S)
von Hans G Pott
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Lektüre für einen gemütlichen Abend, 24. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch ist keine Auflistung der Entwicklung europäischer Kultur im Sinne einer Fakten- und Datenschau. Es behandelt vielmehr den Begriff und das Verständnis von "Kultur" in Europa und die Entwicklung die sie genommen hat. Da Kultur ein höchst umfangreicher Begriff ist und das Buch sehr dünn, muss die Analyse des Autor notgedrungen sehr subjektiv sein (ist anderes bei diesem Thema überhaupt möglich?). Der Autor versteht unter Kultur vor allem die Herausbildung von Formen des Umgangs miteinander und die Kultivierung und Reflexion der eigenen Persönlichkeit; also Kultur in seiner ethischen und charakterlichen Dimension. Beziehen tut er sich in dem Buch immer wieder auf Luhmann und Hegel. Er beschreibt den Einfluss der griechischen Kultur und des Monotheismus auf diese Prozesse, den Beitrag des Christentums oder auch die strukturellen Veränderungen im Laufe des Mittelalters. Schillers "Ästhetische Briefe" und Kants Humanismus bekommen einen gewissen Schwerpunkt im letzten Drittel. Am Ende schwadroniert er noch ein paar Seiten über "Kultur als Sinnform", wobei mir der Bezug auf Jacob Burckhardt gefallen hat, für den Kultur per se Kritik an Staat und Religion bedeutet. Sie wirkt unaufhörlich als gedanklicher und kritischer Gegenentwurf zu diesen "festen Größen" der Gesellschaft. So gesehen hat Kultur immer ein subversives Element in sich. Als Beobachter des Beobachters (und damit auch Selbstreflexion) scheint die Kultivierung der Persönlichkeit auch gar nicht anders möglich, als im Wechselspiel zwischen Realität und Kunst; und damit bis zu einem gewissen Grad wohl immer auch durch Kritik. Deutlich wird, dass "Kultur" wohl nur aus einem selbst kommen und in einem selbst gedeihen kann und niemals von außen gegeben werden kann. Letzteres wäre vielleicht Zivilisation, aber wie dünn diese ist, hat Europa im 20. Jahrhundert erfahren dürfen.

Von daher, als Appell an die Kultivierung jedes Einzelnen:
Wer bei einem Wein oder ein paar Gläser Gimlet mal einen längeren Abend über "Kultur" lesen und nachdenken will, ist mit diesem Buch bestens bedient. Falsch machen kann man angesichts des Preises nichts, solange Interesse besteht und man (angesichts von nur knapp 100 Seiten) nicht zuviel Erwartungen hat.


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