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Rezensionen verfasst von
Rolf-Juergen Bruess (Gröbenzell, Bayern Germany)
(REAL NAME)   

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A Dance with Dragons: A Song of Ice and Fire: Book Five
A Dance with Dragons: A Song of Ice and Fire: Book Five
von George R.R. Martin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

9 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine würdige Fortsetzung, wie gewohnt zynisch, dunkel und ohne Aussicht auf "Happy Endings"., 30. Juli 2011
Nachdem "A Dance With Dragons" dann plötzlich da war (viele Leser hatten fast schon aufgegeben) war es mir ohne Nachschlagen in den ersten 4 Mammutbänden nicht möglich so schnell den Faden wieder aufzunehmen. Wirklich geniessen kann man diesen neuen Band nur, wenn man vor der Lektüre noch einmal die gesamte Vorgeschichte der handelnden Familien und Einzelpersonen Revue passiren lässt. Ohne über diese Zusammenhänge das Gedächtnis aufgefrischt zu haben kann es leicht zu Frustrationen und ständigem Nachschlagen führen, was sicher den eigentlichen Spass schmälert.

Da aber die Welt "A Song Of Ice And Fire" bei jedem, der die ersten vier Bände gelesen hatte einen drastisch bleibenden Eindruck hinterlassen hat, gelingt es doch recht gut wieder in dieses unglaublich umfassende Universum von George R.R. Martin einzusteigen.

Was die Bände dieser gigantischen Geschichte so packend macht ist die Alleinstellung dieses Fantasy-Universums, in dem man keine Kopien von üblichen Drachen/Orks/Zauberern findet und die Konsequenz mit der George R.R. Martin die dunklen Nischen der menschlichen Natur ausleuchtet.

Alles in dem neuen Band "A Dance With Dragons" ist wieder dunkelgrau bis schwarz mit zeitweiligen hellen Blitzen und gelegentlichen Aufleuchten von Gold, Silber und grellen Farben. Die vielen Charaktere in der Handlungswelt verfolgen jeweils ihre individuellen Ziele wobei das nächste Desaster nicht lange auf sich warten lässt. George R.R. Martin gönnt seinen Figuren wieder keine länger andauernde Erfolgs-oder Glücks-Phasen sondern lässt sie alles Denkbare und auch Undenkbare erleiden. Keine Grausamkeit wird ausgelassen, wobei aber anzumerken ist, dass Martin diesen Super-Realismus sauber aus dem charakterlichen Werdegang der Handelnden entwickelt. Ein zynischer Unterton begleitet of die Handlungsabläufe. Hoffnungen und Ansätze positiver Erwartungen werden immer wieder konsequent zerstört, so dass nicht nur die Leidensfähigkeit der Figuren sondern auch des Lesers kontinuierlichen Tests unterworfen ist.

"A Dance With Dragons" ist in Bezug auf zeitliche Abfolge zu etwa 80% ein Parallelband zu "A Feast For Crows". Der Focus liegt nahezu vollständig auf dem Schicksal von Personen, deren letzte Abenteuer im dritten Band "A Storm Of Swords" abbrachen. Man fühlt sich oft beim Lesen des neuen Bandes versucht, ihn auseinander zu schneiden und mit den Kapiteln des Vorbandes neu zu mischen. George R.R. Martin ist hier offensichtlich die Gesamtkontrolle über die ganzen multiplen Handlungsstränge nahezu endglitten. Er versucht aber, meines Erachtens mit Erfolg, den Bogen mit diesem neuen Band wieder so zu biegen, dass die Chance entsteht in den noch geplanten beiden letzten Bänden alle verbleibenden (noch lebenden) Figuren und ihre Parallelerlebnisse erzählerisch wieder zusammenzubringen. Ich kann mir vorstellen, dass der Author of daran gedacht hat aufzugeben, denn konsequent die Tiefe und Vielfalt beizubehalten muss unglaubliche Kraft gekostet haben.

Alles in Allem ein echter, neuer "George R.R. Martin". Der Author bleibt sich treu und knickt nicht vor der Mammutaufgabe ein, dieses Werk weiter zu treiben bis zum Schluss.

Hoffentlich dauert es nicht wieder 5 Jahre ......


Shadowheart (Shadowmarch 4)
Shadowheart (Shadowmarch 4)
von Tad Williams
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,49

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervoll tiefes und stimmiges Handlungs-Gewebe, 30. Januar 2011
Die Wartezeit hatte ein Ende als ich nach einer Dienstreise den vierten Shadowmarch-Band von Tad Williams zu Hause vorfand. Nach einer Woche lesen war dann der Kreis geschlossen und ich hatte wieder einmal das seltene Gefühl Qualität erlebt zu haben. Es gibt nur sehr wenige Fantasy-Autoren, die es wie Tad Williams schaffen, eine komplexe Welt mit glaubwürdigen Figuren und einer umfassenden Handlungstiefe so meisterhaft aufzubauen. Ich möchte hier keine Vergleiche anstellen, denn sie hinken alle.

Tad Williams ist eine Klasse für sich. Alle "Helden" sind Persönlichkeiten ohne schwarz/weiss, die eine glaubwürdige Entwicklung durchmachen mit Fehlern, Zweifeln und gut entwickelten Lernschritten. Statt wie in endlosen anderen Werken wieder auf Orks, Drachen und die üblichen Magier zu treffen, findet man bei Tad William's Shadowmarch-Zyklus ganze Welten von eigenen Fabelwesen mit fließenden Übergängen in der Vielfalt. Dies gilt auch für die konsequent ausgebildete Welt der Götter, die nicht über der Handlung schwebt sondern in sie eingreift und sie in Tiefe und Weite erklärt.
Ein rundum zufrieden stellendes Lesevergnügen, das aber wegen seiner Fülle, Vielfalt und seinen vielen Handlungsträngen anstrengend für diejenigen sein kann, die schnelle Bücher lieben mit einfacher Sprache und wenigen Dimensionen.

Am Ende hat man fast Lust wieder anzufangen, von vorne, weil der erste Shadowmarch-Band ja schon vor Jahren gelesen wurde. Und wie war das gleich noch einmal als Lady Yasammez die Schattenlinie überschritten hatte......


Der Goldene Kompass / Das magische Messer / Das Bernstein-Teleskop. 3 Bände
Der Goldene Kompass / Das magische Messer / Das Bernstein-Teleskop. 3 Bände
von Philip Pullman
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Triumph von Vernunft, Liebe und Elementarphysik, 3. Januar 2008
Philip Pullmann hat eine sehr eigenständige Fantasiewelt geschaffen. Die drei Bände ("His Dark Materials") sind nicht eine Kombination von "Herr der Ringe" mit "Harry Potter" wie immer wieder geschrieben wird sondern beinhalten eine ganz eigene Multiwelt-Erzählung ohne Orks, Elfen und Zwerge.
Zwar gibt es Hexen und Engel sowie viele in der Fantasy-Literatur neue Wesen, die in verschiedenen parallelen Welten zuhause sind aber man findet keinerlei direkte Anleihen bei anderen Fatasy Autoren, was den Charakter der Botschaften und erzählten Ereignisse in origineller Weise stärkt.

Das Böse in den Welten wird verkörpert von einer despotischen Kirchenbürokratie.
Diese baut ihre Herrschaft darauf auf den Menschen und anderen Wesen zu vermitteln, sie seien mit Schuld und Sünde behaftet und bedürften deshalb ständiger Kontrolle und Zensur. Gewaltsame Inquisition wird angedroht und wissenschaftliche Neugier und Natürlichkeit werden arwöhnisch bespitzelt.

Die junge Lyra, an der Schwelle vom Kind zum jungen Mädchen und Will, ihr treuer, etwa gleichaltriger Begleiter verbünden sich mit Bären, Hexen, fahrendem Volk und vielen anderen Wesen in diversen Welten, um entführte Freunde zu befreien und eine Weissagung zu erfüllen.
Ihre Verfolger und Wiedersacher sind Geistliche und diverse bösartige Verbündete im Dienste korrupter Engelsfraktionen, die ihre Macht von dem Allmächtigen (einen debilen Greis) entleihen, den sie in einer Wolkenburg am Himmel beherbergen.
Die mit Sicherheit wichtigste Allianz gegen diese üblen Heerscharen gehen Lyra und Will mit den Elementarteilchen ein, die das natürliche Bewußtsein des Kosmos atmen.

Der erste Teil der Trilogie, der goldene Kompass, macht allein kaum Sinn. Aus diesem Grund ist mir unverständlich, warum eine Kurzfassung hiervon mit großem Aufwand verfilmt wurde. Es tun sich zigfach mehr Fragen auf, als beantwortet werden können und die ganze Geschichte wirkt seltsam zweidimensional.
Viele "Absurditäten" ergeben erst einen "Sinn" beim Lesen des zweiten Teils, wenn neben den vielen Charakteren und Handlungssträngen die Geschichte auch langsam immer mehr Tiefe und damit eine Seele bekommt.

Wenn es Lyra im ersten Teil scheinbar oft zu leicht gelingt, "Erwachsene" zu überlisten/überzeugen, wachsen die Widerstände und Mächte, die sich gegen sie und ihren Weg aufbauen im weiteren Verlauf immer mehr.

Es wird beim Lesen sehr schnell verständlich, warum insbesonders die katholische Kirche Philip Pullmann angreift, der mit starken Klischees arbeitet, um seine Botschaft zu transportieren.
Ich habe mich beim Lesen bewusst von einer Bewertung dieser Passagen abgehalten und einfach die Geschichte genossen, wie sie sich entwickelt. Wenn man sich auf die Story einlässt, macht sie immer mehr Spaß und am Ende des letzten Teils kann man feuchte Augen bekommen.

Ein großer Spaß und viele Stunden originelles Lesevergnügen !


Sacred Games.
Sacred Games.
von Vikram Chandra
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,10

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großer Roman ,Großes Kino im Kopf !, 7. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Sacred Games. (Taschenbuch)
Wie viele sehr gute Bücher muß man sich beim Lesen von Vikram Chandras umfassenden Werk "Sacred Games" auf einen langen Anlauf einstellen. Wenn man aber die Ausdauer aufbringt, wird man umso mehr belohnt mit einer tiefgehenden, bewegenden Reise in zeitgenössische Geschichte und Gesellschaft Indiens vor und nach der Teilung in drei separate Länder (Indien, Pakistan, Bangladesh).

Nur vordergründig ist der Roman eine Kriminalgeschichte. Die beiden Hauptfiguren, Sartaj Singh (ein Sikh Polizeiinspektor in Mumbai) und Ganesh Gaitonde ( ein Hindu Gangster und Oberhaupt eines einflußreichen kriminellen Syndikats) werden in ihren Werdegängen, ihren Wünschen und Ängsten begleitet.

Nach und nach breitet sich vor dem Leser ein verwobenes Netzwerk aus, das sich immer weiter spinnt und Religion, Politik, Polizei, Korruption, Kastenwesen und organisierte Kriminalität miteinander verknotet. Viele Einzelschiksale und Handlungsstränge werden akribisch ausgeleuchtet und in einer Sprache beschrieben, die manchmal voller Anmut strahlen kann. Der Autor schreibt mit einem großen Respekt vor den Menschen, die er beim Schreiben vor Augen hatte und die er in den sieben Jahren seiner Recherchen als Vorlagen beobachtete und interviewte.

Viele Worte und Ausdrücke in dem Roman sind in der Originalsprache der Protagonisten und ohne Übersetzung enthalten. Zuerst erscheint einem dies als echtes Problem, da man meint, Vieles nicht richtig mitzubekommen.

Mit der Zeit werden einem jedoch manche Begriffe vertraut und die Fremdartigkeit der Sprache wird zu einem wesentlichen Bestandteil der Reise durch ein fremdes Universum. Dessen realistisch drastischen Anteile verhindern nicht, dass man zutiefst menschlich von den Schiksalen in den vielen Handlungssträngen berührt wird.

Alles in Allem ein großer Roman, ein bewegendes Buch und eine bereichernde Reise durch die indische Gesellschaft von heute. Nach der Lektüre des Werkes von Vikram Chandra wird man Vieles (z.B. Bollywood-Filme oder Nachrichten aus Indien) mit anderen Augen sehen.


Mein Leben
Mein Leben
von Eric Clapton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 4,99

62 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Berufung, Abgründe und Heilungen im Leben eines Ausnahmemusikers, 9. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Mein Leben (Gebundene Ausgabe)
Seit Jahrzehnten liebe ich die Musik von Eric Clapton, habe ihn bei insgesamt 5 Konzerten seit 1967 live erleben dürfen und besitze natürlich eine dementspechend umfangreiche Sammlung von CDs und DVDs. Als nun seine Autobiografie erschien, war es keine Frage, dass ich gleich zugegriffen habe.

Gelesen habe ich sie an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Wer nun viel Detailliertes und Neues über die künstlerisch/musikalische Entwicklung dieses Ausnahme-Gitarristen in dem Buch erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht sein.

In dem Buch geht es um die Beschreibung eines Lebensweges, der gekennzeichnet ist durch eine traumatische Kindheit, den Totalabsturz in Alkohol, Drogen und ein exzessives Beziehungschaos und einen mühsamen, schmerzhaften Heilungsprozeß.

Eric Clapton beschreibt schonunglos und ohne besondere Sentimentalität wie er wiederholt sich selbst nah an den Tod hat herantreiben lassen.
Er beschreibt jedoch auch, was er auf diesem Weg anderen Menschen angetan hat und welche Schuld er damit auf sich geladen hat.
Die Autobiografie von Eric Clapton beschreibt die Entwicklung eines zutiefst verunsicherten kleinen Jungen in der Großfamilie, der das Gefühl hatte, dass alle anderen Menschen immer über ihn sprechen, als sei er nicht anwesend. Seine Großeltern geben sich als seine Eltern aus während seine wahre Mutter vor ihm als seine Schwester auftritt. Sie hatte ihn heimlich geboren und er entstammte aus einer kurzen Beziehung dieses jungen Mädchens mit einem kanadischen Soldaten. Als langsam die Wahrheit an die Oberfläche kam und er seine Mutter direkt fragte, ob er sie Mutter nennen darf, wird er zurückgestoßen, was zu einem lang anhaltenden Trauma führte.

Der in sich gekehrte Junge empfand jede sich auf ihn beziehende, besondere Aufmerksamkeit als unangenehm, da sie für ihn immer einherging mit dem Herausstellen seiner vertuschten Rolle als Sonderling ohne Mutter und Vater.
Dies führt zu einem lebenslangen zwiespältigen Verhältnis zum Rummel um seine Person und zu Verhaltensweisen, die oft für Beobachter seltsam wirken. Die Gitarre wird zum Medium, über das der junge Eric Clapton Gefühle ausdrücken kann, was ihm sonst kaum gelingt. Er übt und spielt Musikstücke nach und konzentriert sich dabei auf Blues, Rythm&Blues und Bluesrock der späten 50ziger Jahre. Hierbei entwickelt er eine aussergewöhliche Virtuosität und wird zum umworbenen Solisten, den viele Musikgruppen gerne in sich aufnehmen.
Auf seiner Suche nach Themen und Ausdruck entdeckt er die Musik des lange verstorbenen Bluesmusikers Robert Johnson, der für ihn zu einem wichtigen Vorbild in den folgenden Jahrzehnten wird.

Frauen kommen und gehen im Leben des Eric Clapton und es zeigt sich, dass jemand,der sich selbst nicht wirlich leiden kann unfähig ist, einen anderen Menschen zu lieben. Er verliert sich mehr und mehr In Drogen und Alkohol. Oft erscheint es wie ein Wunder, dass er überhaupt noch musikalisch etwas zustande bringen kann. Mehrmals versuchen Musikerfreunde ihm zu helfen wie zum Beispiel Anfang der 70ziger Jahre als Pete Townsend ihn aus Delirien reisst und das berühmte "Rainbow Concert" für ihn organisiert. Aber "EC" fällt immer wieder zurück ins Drogenchaos, verstört und verletzt Menschen, die ihn lieben und verehren oder flüchtet für Monate in eine schützende Anonymität.

Ende der 80ziger Jahre, nach mehreren katastrophalen Totalabstürzen findet er dann endlich angesichts des möglichen Todes die Kraft zur Umkehr und beginnt Entziehungskuren.

Seit zwanzig Jahren hat er heute nun keinen Alkohol mehr getrunken und Drogen abgeschworen. In der folgenden schmerzhaften Heilungsphase durchlebt er den Verlust mehrerer Menschen, die ihm nahe standen, wobei ihn insbesondere der Tod seines Sohnes Connor trifft über den er im Song "Tears in Heaven" reflektiert.

Eric Clapton beginnt, anderen Menschen mit Suchtproblemen zu helfen, gründet sein "Crossroads" Sanatorium auf einer Karibikinsel und sammelt und spendet große Summen für dieses Projekt. Er gründet mit einer jungen Frau eine Familie und ist seitdem mit Überzeugung und Leidenschaft Vater von insgesamt 4 Töchtern (davon eine, Ruth, aus einer vorherigen Beziehung).

Eric Clapton macht es Verehrern seiner Musik und Person nicht einfach mit seiner Autobiografie. Wird er mit seiner Offenheit und schonungslosen Darstellung seiner Exzesse für die Leser dieses Buches sympathischer ? Ich glaube nicht. Eher ist das Gegenteil der Fall. Die Glorifizierung bekommt einen Knacks, aber einen heilsamen. Starke Scheinwerfer leuchten in die Abgründe, erleuchten die andere potentielle Seite von Glamour und Rockmusiker-Ruhm. Für Eric Clapton ist es nur konsequent und integraler Bestandteil seines nie abgeschlossenen Heilungsprozesses, wenn er seine Geschichte erzählt ohne etwas zu beschönigen.

Nach dem Lesen dieses Buches weiss man, dass dieser Mann Leid, Verzweiflung und emotionale Achterbahnen genug für mehrere Leben hinter sich hat. Sein Blues, der sich emotional hieraus speist, hat auf jeden Fall noch Ausdruck und Motive für einige Jahrzehnte kommender kreativer Musikgeschichte.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 17, 2009 10:20 AM MEST


Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück
Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück
von François Lelord
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entkrampfende Kurzreise ins eigene Innere, 16. März 2005
Die Sprache ist fast kindlich, einfach und leicht, adressiert eine innere Schicht, dort wo man Selbstgespräche führt und erleichtert die Akzeptanz des Ausblendens von vielfältigen Nebeneindrücken, die in einem "Reisebericht" sonst dabei sind. Die im Laufe des Buches länger werdende Checkliste zur Bestimmung der Bedingungen von Glücklichsein wird zum Schlüssel für eigenes Erkenntniserleben, weil sie innere Saiten zum Klingen bringt. Das , was man beim Lesen des Buches erlebt ist wichtiger als das, was man vom Text erinnert. Die entwaffnende Wirkung des Buches kommt durch die Ehrlichkeit, die zwischen den Zeilen durchscheint. Dies hat es mir ermöglicht einige gute, wichtige Stunden mit dem Buch zu erleben. Ich werde es an Menschen verschenken, die mir wichtig sind.


Coaching. Miteinander Ziele erreichen
Coaching. Miteinander Ziele erreichen
von Maren Fischer-Epe
  Taschenbuch

127 von 130 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fundiert und praxisbezogen, 18. März 2002
Heute habe ich das Buch Coaching: Miteinander Ziele erreichen komplett durchgelesen, sozusagen in einem Zug und von A bis Z. Das tue ich sonst grundsätzlich nicht bei Fachbüchern. Aber dieses mochte ich einfach nicht wieder aus der Hand legen. Man merkt sofort, die Autorin kennt ihr Metier und sie teilt ihren Schatz an Wissen und Erfahrungen großzügig. Dabei hatte ich nicht das Gefühl zu lesen, sondern an einem Dialog teilzunehmen. Jetzt fühle ich mich wie nach einem guten Gespräch: bereichert, ein wenig nachdenklich und auch ermutigt. Bereichert bin ich durch die vielen Tools, Tipps und Beispiele. Nachdenklich werde ich, wenn ich an Coaching-Situationen denke, die ich selbst erlebt habe, sowohl als Coach und als auch in der Rolle der Gecoachten. Die Qualitätsmaßstäbe, die Maren Fischer-Epe anlegt, sind hoch - absolut zu recht, denn es geht um komplexe Zusammenhänge. Ermutigt fühle ich mich, mein Repertoire zu erweitern und neue Vorgehensweisen auzuprobieren.
Das Buch ist voll von Methoden, Erklärungsmodellen und konkreten Formulierungsvorschlägen. Alle werden auf ihre praktischen Einsatzmöglichkeiten und Wirkungen geprüft. Wo es hilfreich ist, sind kurze theoretische Exkurse eingeschoben, leicht verständlich und ohne belehrend zu wirken. Ergänzt wird des Ganze durch die Darstellung des Ablaufs eines Coaching-Prozesses. Alles zusammengenommen ergibt ein Nachschlagewerk, dass ich sicherlich immer wieder zur Hand nehmen werde.
Dennoch steht das Besondere zwischen den Zeilen, erschließt sich aus der Art wie die Autorin ihre Leser anspricht und einbezieht. Sie beherzigt beim Schreiben, was sie als Einstellung von einem Coach erwartet. Der Klient wird als selbständige, entscheidungsfähige Persönlichkeit wahrgenommen, der Austausch findet als Gespräch unter Experten statt, der Coach ist keine "objektive" Instanz, sondern gibt sich als Mensch mit persönlichen Normen, Werten und Erfahrungen zu erkennen. Genauso hält es die Autorin, sie gibt sich zu erkennen, offenbart ihren persönlichen Erfahrungshintergrund und nimmt Stellung. Sie schreibt in der Ich-Form, was für ein Fachbuch bemerkenswert ist. Außerdem nimmt sie ihre Leser ernst und überläßt ihnen die Entscheidung über den adäquaten Einsatz der umfangreichen Toolbox. Rezeptartige Ratschläge sucht man vergebens. Es wird deutlich, keine Coaching-Situation ist wie die andere, keine Vorgehensweise kann stets den Erfolg garantieren. Diese Erkenntnis wird mit viel professioneller Gelassenheit vorgebracht und räumt mit der Erwartung auf, ein guter Coach müßte jede Phase unter Kontrolle haben. Überhaupt befreit die Autorin das Thema Coaching aus dem ?Nebel diffuser Heilserwartungen". Bei ihr begreift man ganz praktisch, was Coaching ist, was es bringt und auch, wo die Grenzen liegen.

Der vorliegende Text ist nicht nur allen zu empfehlen, die sich fundiert mit Coaching beschäftigen wollen, sondern auch denen, die den Begriff bisher sorglos und undifferenziert benutzt haben. Bei der Lektüre wird deutlich, ein gutes Coaching verdient Respekt.
Petra Jathe-Brüß (Organisations- und Personalentwicklerin)


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