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"baerwurz"

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Formula - Tunnel des Grauens: Special Agent Pendergasts 3. Fall
Formula - Tunnel des Grauens: Special Agent Pendergasts 3. Fall
von Douglas Preston
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 36 Leichen auf den ersten 36 Seiten, 12. November 2004
Als die Baggerschaufel sich in das Fundament wühlt, wird eine Öffnung sichtbar. Ein Bauarbeiter klettert hinein und findet den grausigsten Fund seines Lebens. FBI Special Agent Pendergast ist sofort mit Dr. Nora Kelly vom New Yorker Museum of National History zur Stelle und begutachtet die Leichen von sechsunddreißig jungen Menschen, die hier im Keller eines ehemaligen Kuriositätenkabinetts gnadenlos ermordet wurden.
Enoch Leng hieß der Besessene, der Ende des 19. Jahrhunderts die Formel" gefunden hat, wie man menschliches Leben verlängern kann, indem man eine Mixtur aus dem Nervengeflecht im Rückenmark, entnommen bei lebendigem Leib, korrekt zubereitet.
Pendergast und Kelly kommen gemeinsam mit dem Journalisten Smithback und dem Polizisten O'Shaugnessy entgegen allen Widrigkeiten der Polizeiführung und der Museumsleitung auf die Spur dieses Mannes, der nun seit 150 Jahren sein Unwesen treiben soll und soeben wieder zu morden beginnt.
Der schlimmste Serienmörder aller Zeiten schlägt wieder zu und seine nächsten Opfer sollen diejenigen sein, die ihm durch ihre Aufklärungsarbeit zu nahe kommen und dass sind o'Shaugnessy, Smithback, Kelly und Pendergast.
Das Thrillererfolgsduo Douglas Preston und Lincoln Child hat mit "Formula - Tunnel des Grauens" wieder zugeschlagen. Nach "Relic" und "Attic" haben sie ihren neuen Reißer wieder in New York angesiedelt und auch die Hauptdarsteller aus "Thunderhead" Nora Kelly und Bill Smithback sind erneut aktiv dabei.
"Formula" braucht aber im Gegensatz zu allen bisherigen Thrillern von Preston und Child einiges an Anlaufzeit, um so richtig spannend zu werden, obwohl sechsunddreißig Leichen auf den ersten sechsunddreißig Seiten gar nicht mal so übel sind. Doch bis alle wichtigen Personen endlich in die Handlung eingeführt sind, braucht es schon 170 der 575 Seiten, doch dann geben die Autoren ordentlich Gas und manchmal muss man den Schmöker einfach aus der Hand legen und sich den Schweiß von der Stirn wischen.
Wie auch in "Riptide" wirken die Charaktere dieses Buches gelegentlich sehr flach und zweidimensional. Besonders die Randfiguren, wie Polizeichef und Bürgermeister etc., werden mehr als Comichelden präsentiert. Und dass man fehlende, plausible Erklärungen und Handlungsabläufe zunehmend durch magische und meditative Elemente ersetzt, macht aus dem Stoff eher eine Gruselgeschichte, denn einen Thriller, aber die Grenze ist bei Preston und Child ohnehin sehr fließend gezogen.
Was darüber hinaus auffällt und bisher noch bei keinem Preston-Child-Buch aus dem Droemer-Verlag der Fall war, ist die schlampige Lektorarbeit, denn es finden sich immer wieder dumme Tippfehler, die den Lesefluss empfindlich stören.
Diese kleinen Mängel sind aber schnell vergessen, denn Preston und Child verstehen es, wie bei all ihren Romanen, die Spannung konsequent zu steigern. Spätestens wenn dann der Übeltäter mit Bowler und Schirm die Straßen unsicher macht und seine potentiellen Opfer für die Operation ohne Narkose jagt, ist Gänsehaut garantiert. Die Geschichte, die sich über weite Teile mit dem Familienleben des übersinnlichen Agenten Pendergast beschäftigt, kann zwar mit Thrillern, wie "Relic" und "Attic" nicht ganz mithalten, dennoch ist (vielleicht mit Ausnahme von Jeffrey Deaver) momentan kaum ein Autor in der Lage mehr Spannung zu erzeugen, wie es Preston und Child in bewährter Manier praktizieren.
Auch wenn Publishers Weekly feststellt "Preston/Child auf dem Höhepunkt ihres Könnens", scheint mir diese Aussage nicht ganz zutreffend. Viel mehr erscheint mir dieses Buch als routinierter Schnellschuss, um jedes Jahr vor Weihnachten einen Thriller veröffentlichen zu können. Dass dabei an gewohnt guter Sprache nicht gespart wurde, zeigt vom Schreibvermögen der Autoren und der gekonnten wissenschaftlichen Recherche, die, wie in allen Vorgängerromanen, erst den gewissen Kick rund um die Thematik bringt.
Für dieses Buch kann man, ohne lange zu überlegen, eine ganz klare Leseempfehlung abgeben. Wer sich schon für einen anderen Preston/Child-Thriller begeistert hat, für den zählt "Formula" ohnehin zur Pflichtlektüre. Gespannt darf man sein, wann diese Bücher endlich verfilmt werden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 12, 2011 3:47 PM MEST


Himmel, Polt und Hölle: Kriminalroman
Himmel, Polt und Hölle: Kriminalroman
von Alfred Komarek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Leben und Sterben auf dem Land, 12. November 2004
In Burgheim ist der Teufel los. Jemand verrichtet vor dem Gemeindeamt seine Notdurft, dem Hahn des Pfarrers wird der Kragen umgedreht, im Zeughaus der Feuerwehr wird ein Brand gelegt und draußen im Wald wird ein erhängtes Reh gefunden. Kein leichtes Leben also, das dem Gendarmen Simon Polt in diesem ansonsten idyllischen Dörfchen im nördlichen Weinviertel nahe der tschechischen Grenze beschieden ist.
Hier auf dem Land, wo sich das Leben zwischen Kirche, Wirtshaus und Presshäusern abspielt, kennt jeder jeden. Der wackere Dorfgendarm Polt, den so leicht nichts aus der Ruhe bringen kann, geht von Haus zu Haus, von Wirtshaustisch zu Wirtshaustisch und von Weinkeller zu Weinkeller, befragt seine Pappenheimer und observiert die Tatorte des schändlichen Treibens. Bei den Gesprächen kommt zu Tage, dass die dörfliche Gemeinschaft nicht nur aus lauteren Weinbauern besteht, sondern so ziemlich jeder irgendwo in der Vergangenheit einen schwarzen Punkt in seinem Vorleben aufzuweisen hat. Und irgendjemand hat Angst davor, dass dieses Vorleben aufgedeckt wird. Opfer dieser Angst wird ausgerechnet die dralle Pfarrersköchin Amalie, die nach dem Genuss eines mit Tollkirschen versetzten Luxustropfens, Marke Cabernet Sauvignon 1979, das Zeitliche segnet.
Jetzt wird es ernst am Land. Auch die Kripo aus Wien schaltet sich ein. Lückenlos wird der Lebenslauf der verschiedenen Amalie zerpflückt und dabei stellt sich heraus, dass die lebenslustige junge Dame mit dem begnadeten Kochhändchen ihre Gunst im Laufe der Jahre mehr als einem Dorfbewohner geschenkt hat. Ob Pfarre, Polizeichef, Lehrer, Messner oder Winzer, alle haben ihr Herzchen droben am Grünberg in den Stamm der Teufelsbuche geritzt. Während Polt überraschend in den Besitz eines Presshauses gelangt, bleibt ihm jedoch keine Zeit sein neues Domizil mit der ihm nahestehenden Lehrerin zu teilen, denn einer aus seiner Umgebung ist zum Mörder geworden.
Der Österreicher Alfred Komarek, bekannt durch eine Unzahl von Arbeiten für Hörfunk und Fernsehen, hat mit "Himmel, Polt und Hölle" den bislang dritten Band über den gemütlichen Dorfgendarmen Simon Polt (in den Verfilmungen von "Polt muss weinen" und "Blumen für Polt" genial durch Erwin Steinhauer zum Leben erweckt) auf den Krimimarkt gebracht. Dieses Buch ist ein ganz leiser Krimi. Hier wimmelt es nicht von Action und brutalen Psychopathen. Hier drängt sich nur ein dummer Zufall in das ansonsten beschauliche Leben auf dem Land. Wie Komarek mit schlichten Worten eindrucksvoll Landschaftsbilder des Weinviertels malt, wie er das Leben der Menschen rund um Wein und Weinbau skizziert, wie er den Kumpeltyp Polt als gewachsenes Element in die Dorfgemeinschaft stilisiert, dazu gehört schon sehr viel Liebe zu diesem österreichischen Landstrich, um derart meisterlich den Leser in ein Szenario zu führen, das in der Krimilandschaft seinesgleichen sucht.
Von der ersten Zeile an fühlte ich mich in dieses Buch verwurzelt. Als Kenner vor Ort und ehemaliger Presshausbesitzer stiegen in mir Bilder dieser mit Reben bewachsenen Hügel auf. Obwohl Komarek betont, dass diese Ortschaft nur ein Produkt seiner Phantasie ist, könnte sich die Handlung in jedem kleinen Nest zwischen March und Thaya abgespielt haben. Dieser Kriminalroman fesselt nicht durch forensische Ermittlungsarbeit oder psychologische Täterprofile sondern durch seine feine Charakterisierung dörflichen Lebens. Mit "Himmel, Polt und Hölle" hat Alfred Komarek für mich ein weiteres Elaborat geschaffen, das den bauernschlauen Gendarmen Polt zu einer Kultfigur werden lässt, die vom Lokalkolorit her jeden italienischen Commissario um Längen schlägt.


Der Engelsfluch
Der Engelsfluch
von Jörg Kastner
  Gebundene Ausgabe

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Thriller von Formag, 2. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Engelsfluch (Gebundene Ausgabe)
Ein Priester wird in seiner kleinen Kirche in Trastevere ermordet und ans Kreuz genagelt. Ein Anderer wird gnadenlos in seinem Taufbecken ersäuft. Die Vatikanjournalistin Elena Vida und der ehemalige Schweizergardist Alexander Rosin, nach seinem Ausscheiden aus der Garde jetzt ebenfalls beim "Messaggero di Roma" beschäftigt, beginnen Informationen zu sammeln. Auch der Klerus gibt sich bestürzt und Papst Custos bittet Rosin als profunden Kenner der vatikanischen Gegebenheiten die Polizei zu unterstützen, da diese Morde möglicherweise von Insidern begangen wurden. Und auch die Theologiewissenschafterin Vanessa Kern, die in den vatikanischen Archiven nach Unterlagen zu rätselhaften Erscheinungen sucht, läuft Alexander immer wieder über den Weg und macht sich verdächtig.
Da erreicht die katholische Christenheit die Hiobsbotschaft, dass sich reformunwillige Würdenträger der Kirche zur Heiligen Kirche des Wahren Glaubens zusammengeschlossen haben und mit Lucius IV. in Neapel einen Gegenpapst ausgerufen haben.
Zur gleichen Zeit kommt der junge Anwalt Enrico Schreiber, geplagt von einem schlimmen Alptraum, in dem ihm möglicherweise Luzifer erscheint, aus Deutschland nach Pescia in der nördlichen Toskana, um im kleinen Bergdorf Borgo San Pietro, in dem seine Mutter geboren war, nach seinen Wurzeln zu suchen und dabei vielleicht die Identität seines wirklichen Vaters zu eruieren. Elena Vida, die hier gerade auf Recherche ist, schließt sich ihm an und gemeinsam versuchen sie, die Menschen aus dem Dorf zum Sprechen zu bringen. Doch diese denken gar nicht daran, ihr Geheimnis um die versteckt liegenden etruskischen Gräber preis zu geben. Elena wird schwer verletzt und fällt ins Koma.
Und so beginnen sich die Wege von Alexander Rosin, Vanessa Kern, Enrico Schreiber und Elena Vida zu kreuzen und zu einem gemeinsamen Schicksal zu verweben, überschattet vom Damals, vom Heute und auch vom Morgen.
Jörg Kastner hat mit "Der Engelsfluch" nach seinem erfolgreichen Bestseller "Der Engelspapst" ein weiteres Mal das Duo Rosin und Vida in einem Thriller um Klerus und Geheimbünde, Macht und Intrigen im Vatikan auf Aufklärungsjagd geschickt. Um dieses Buch zu lesen, muss man jedoch den Vorreiter nicht kennen, denn es handelt sich um eine abgeschlossene Geschichte, die auch den amerikanischen Reißern von Douglas Preston und Lincoln Child in Spannung und Dramatik um nichts nachsteht.
Interessant ist der direkte Vergleich mit dem 2001 ebenfalls im Verlag Droemer-Knaur erschienenen Buch von Arnauld Delalande "Das Vermächtnis von Mont Saint-Michel", das im Wesentlichen die selbe Thematik zum Inhalt hat, mit dem "Engelsfluch" nicht im Geringsten mithalten kann. Beide Bücher befassen sich mit dem Machtkampf innerhalb des Vatikanstaates, beide Bücher bedienen sich im Aufbau der Handlung historischer Grundzüge und beiden Büchern ist auch ein kleiner Anteil an Fantasyelementen nicht fremd. Während dies bei Delalande jedoch aufgesetzt wirkt, als wäre dem Autor zum Handlungsfortlauf nichts eingefallen, kann Jörg Kastner damit punkten, dass die Traumsequenzen sich als logisches Muss in die Gesamtgeschichte einfügen.
Das Herr Kastner darüber hinaus seine Rechercheaufgaben mit Bravour erledigt hat, ist ein weiterer Pluspunkt für diese packende Geschichte, die von den ersten Seiten an konsequent Spannung aufbaut und bis zum Ende tadellos durchhält, und dies auch für Leser, die mit Kirche und Gott nichts am Hut haben. Wer an Umberto Eccos "Name der Rose" Gefallen gefunden hat, dem kann dieses Buch bedenkenlos ans Herz gelegt werden, wobei mir persönlich der Schreibstil von Jörg Kastner mit Abstand besser gefällt, denn trotz der verwendeten historischen und theologischen Termini bleibt "Der Engelsfluch" in jeder Phase ausgesprochen leicht lesbar.
"Der Engelsfluch" ist ein Paradebeispiel, dass man auch in Deutschland einen Thriller von Format unters Lesevolk bringen kann, und nicht immer ins Ausland schielen muss. Dafür haben sich Jörg Kastner und Droemer eine absolute Höchstwertung verdient!


Attic: Special Agent Pendergasts 2. Fall
Attic: Special Agent Pendergasts 2. Fall
von Douglas Preston
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muß für Thrillerfans, 31. Oktober 2004
Eigentlich wollte der Polizeitaucher mit seinen Kollegen nur im dreckigsten Wasser New Yorks, dem Humboldt Kill, nach einem Heroinpaket tauchen, das ein Dealer auf der Flucht in die Kloake geworfen hatte. Allerdings findet er bei dem Tauchgang nicht das Rauschgift sondern zwei Leichen. Das wäre in New York an und für sich nichts Besonderes, wäre da nicht die grauenvolle Tatsache, dass den vermoderten Skeletten die Köpfe fehlen und dort, wo diese eigentlich sein sollten, finden die Experten Bissspuren, die weder von Ratten, noch von Hunden herrühren können.
Lieutenant D'Agosta sucht sich die besten Wissenschaftler der Forensischen Anthropologie und gemeinsam eruieren sie, dass diese Morde im Untergrund der Stadt seltsame Parallelen zu einem vorangegangenen Fall aufweisen, bei dem eine südamerikanische Bestie die Stadt in Angst und Schrecken versetzte.
Dort in den alten aufgelassenen U-Bahn-Schächten, im Kanalnetz und stillgelegten unterirdischen Bahnhöfen wohnen tausende Obdachlose in richtigen Gemeinden zusammen und je tiefer diese unter der Erde leben, umso grausiger mutieren die Tiefenbewohner, um dort überleben zu können. Und die tiefste Ebene, dort wo noch nie ein Polizist war, dort, wo sich nicht einmal die illegalen Bewohner der oberen Schächte hinunter getrauen, dort ist der Dachboden des Teufels "Devil's Attic".
So wie die Menschen an der Oberfläche um ihre Existenz fürchten, so angsterfüllt sind auch die Gesetzlosen darunter. Denn die Wrinkler von ganz unten zieht es immer weiter nach oben. Süchtig nach einer neuen Droge sind sie, aber der Hersteller des Chemiegiftes hat unter brutalen Einwirkungen das Zeitliche gesegnet. Und nur in einer Drüse des menschlichen Gehirns findet sich ein identer Ersatzstoff um die Süchtigen zu befriedigen, also beginnt unter Tag ein gewaltiges "Kopf ab", während oberirdisch eine Demonstration anläuft zur Säuberung New Yorks vor den unterirdischen Individuen.
Lieutenant D'Acosta, FBI-Agent Pendergast, Sergeant Hayward und die besten Wissenschafter kämpfen um Erklärungen und Lösungen, während die Politik unter dem Druck des Volkes Entscheidungen trifft, die mehr Probleme schaffen, als Abhilfen zu bieten. Wer steckt hinter den Morden, wie passieren diese und vor allem, wer oder was ist das Monstrum, das diese kannibalischen Mordaktionen durchführt.
Da gibt es nur eines. Diese Unterweltkreaturen müssen vernichtet werden. Was an Pennern und Asozialen in der Dunkelheit der Schächte vegetiert, muss mit Polizeigewalt an die Oberfläche getrieben werden. Und danach sollen mit den Wassern aus den New Yorker Trinkwasserreservoirs sämtliche Stollen überflutet und jegliches Leben in der Tiefe vernichtet werden. Doch die Beamten und Wissenschafter haben die Rechnung ohne den Beherrscher diese Region gemacht und müssen erkennen, dass jede dieser Reaktionen zu einem fatalen Ergebnis für New York, ja vielleicht der ganzen Welt führen würde. Aber die Aktionen sind nicht mehr zu stoppen und für die Helden des Buches "Attic" von Douglas Preston und Lincoln Child beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und den Tod.
Dieser Wissenschaftsthriller überzeugt in allen Belangen mit seinen reißerischen Qualitäten. Da das Leben tausender Menschen im New Yorker Untergrund leider eine absolute Tatsache ist und auch das ständige Auftauchen neuer Modedrogen und die Genmanipulationen skrupelloser Wissenschafter nicht geleugnet werden können, sind nicht nur mutierende und degenerierte Menschheitsformen durchaus im Bereich des Denkbaren, sondern vielleicht mehr Realität, als uns vielleicht bewusst ist.
In jedem Fall bildet dieser Roman der beiden Erfolgsautoren ein spannendes und beklemmendes Lesegefühl, das von der ersten bis zur 544sten Seite nie weicht. Dabei hat es aber nichts von einem Gruselschocker, auch wenn es mit einigen Schreckmomenten aufwartet. Viel deprimierender ist, wie weit menschliche Dummheit und Ignoranz, gepaart mit übertriebenem Ehrgeiz und kaltblütiger Besessenheit, das Leben jedes einzelnen Bürgers gefährden können. Wobei die Hörigkeit zu Schlagworten und Mediengeilheit, vereint mit Rhetorik und Führungsqualitäten, die Gesellschaft schneller an den Rand des Wahnsinns bringen können, als wir Lehren aus der Zeit des Dritten Reiches predigen.
Für diese Kriminalstory mit packendem Hintergrund kann es nur die volle Wertung geben, auch wenn das Finale nicht unbedingt die Klasse des restlichen Schmökers hat.
Aber eigentlich ist es egal, wie dieses Buch endet, wenn du dir vorstellst, dass in diesem Augenblick auch hinter dir ein verzweifelter Mensch steht, der zum Überleben auf die geschmackvollen Windungen deines Gehirns angewiesen ist und soeben eine Hand deine Kehle umfasst...


Mount Dragon, Labor des Todes
Mount Dragon, Labor des Todes
von Douglas Preston
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd, 29. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Mount Dragon, Labor des Todes (Taschenbuch)
Früher führten die Vereinigten Staaten von Amerika in den Wüstengebieten New Mexicos ihre unterirdischen Atombombentests durch. Heute sind diese Sand- und Lavawüsten verwaist. Und genau in dieser abgeschiedenen Gegend hat die Firma GeneDyne ihre unterirdischen Labors errichtet. Diese Forschungsstätte am Mount Dragon soll die sicherste der Welt sein und hierhin ist Guy Carson, ein Urururenkel des legendären Kid Carson, unterwegs, um gegen beste Bezahlung für den Multimilliardär Brent Scopes Genforschung zu betreiben.
Scopes hat mit der Entwicklung von genmanipuliertem Mais ein Riesenvermögen gemacht. Sein letzter Coup war die Produktion von künstlichem Blut, das in den nächsten Tagen unter dem Namen PurBlood auf den Markt kommen soll. Aber in den hermetisch abgeschirmten Laboratorien wird bereits an einem neuen Coup getüftelt. X-Flu nennt sich das Virus. Carson soll dieses Virus durch die Implantation eines Gens aus der DNA vom Bonobo-Affen so manipulieren, dass durch die Impfung mit dem neuen Mittel jeder Mensch gegen die am häufigsten auftretende Krankheit, die Grippe, immun wird.
Aber Tests mit Menschenaffen verlaufen negativ. Die Verabreichung des neuen Mittels verursacht bei den Affen eine drastische Steigerung der Hormone Serotonin und Dopamin, so dass ihnen buchstäblich das Hirn bei den Augen heraus kommt und sie an Gehirnödemen sterben.
Während der Arbeit mit den Affen wird bei einer der Forscherinnen durch Affenkrallen der Schutzanzug zerfetzt und die Kratzer in der Haut reichen für eine Infektion, so dass die Forscherin kurz darauf an den selben Symptomen stirbt. Carson und seine Asisstentin de Vaca suchen verzweifelt nach einer Lösung des Problems.
In der Zwischenzeit startet ein ehemaliger Freund des Firmengründers, namens Levine, der an der Erfindung des Gen-Maises maßgeblich beteiligt war, einen Medienkreuzzug gegen die Firma GeneDyne. Mit allen legalen und illegalen Mitteln versucht er, die, seiner Ansicht nach ethnisch nicht vertretbaren, Forschungen zu verhindern.
Carson und de Vaca finden den wahren Erreger, der die furchtbaren Todesfälle auslöst. Und sie müssen erkennen, dass außer ihnen beiden, jeder im Labor mit diesem Erreger infiziert ist und durch die Freigabe von PurBlood am nächsten Freitag eine weltweite Katastrophe ausgelöst würde. Doch sämtliche Verbindungen zur Außenwelt sind plötzlich gekappt und eine Flucht mit den Firmengeländewagen durch die Lavawüste ist praktisch unmöglich, den vor Allem der Leiter des Sicherheitsdienstes hat überhaupt kein Interesse, dass auch nur einer der Forscher lebend das Lager verläßt.
Das amerikanische Thrillererfolgsgespann Douglas Preston und Lincoln Child hat seit seinem gemeinsamen Erstlingswerk Das Relikt bis hin zu "Mount Dragon" eine neue Ära des Spannungsromans eingeleitet. Sie greifen aktuelle Tagesthemen auf und verknüpfen sie geschickt mit einer Rahmenhandlung, bei der es fast schon unwahrscheinlich ist, dass diese nicht wahr sein könnte.
"Mount Dragon" ist ein Paradebeispiel dafür, wie man den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Dabei macht es wenig aus, dass die Charaktere gelegentlich ziemlich platt gezeichnet sind und die Sichtweise der Probleme in starker Schwarz-Weiß-Zeichnung erfolgt. Aber generell wird trotz des wissenschaftlichen Hintergrunds die Problematik so verständlich beschrieben, dass man auch als Nichtforscher dem Geschehen leicht und locker folgen kann. Für die Authentizität der Örtlichkeiten und ihre perfekte Beschreibung kann man den Autoren nur gratulieren. Douglas Preston hat mit seiner Frau Christine die Jornada-del-Muerto-Wüste viermal durchquert und diese Kenntnis fließt mit jedem sachkundigen Wort so spannend in den Roman ein, dass man beim Lesen vermeint, sich mit den Protagonisten vor Ort zu befinden.
Was die Thematik des Romans angeht, versuchen Preston und Child nicht, eine Empfehlung oder Ablehnung zur Problematik abzugeben. Hier kann sich der Leser selbst sein Bild machen, obwohl es natürlich naheliegend ist, sich der Darstellung der "Guten" in diesem Buch anzuschließen - sicherlich wird der Blick des Lesers für und wider die Grenzen bei der manipulativen Genforschung geöffnet.
Auf jeden Fall hat dieser Schmöker den Rezensenten eine schlaflose Nacht gekostet, denn wer sich einmal in die 596 Seiten des Labors des Todes hinein gelesen hat, der kann der Faszination dieses Reißers nicht mehr entgehen. Daher eine ganz klare Leseempfehlung für den Mount Dragon.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 24, 2014 1:29 PM MEST


Der Tote im Schnee
Der Tote im Schnee
von Kjell Eriksson
  Gebundene Ausgabe

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Krimi, der nicht von großem Spektakel und Action lebt, 29. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Tote im Schnee (Gebundene Ausgabe)
Auf einer Schneekippe in Uppsala wird die Leiche von John Jonsson gefunden. Der Mann wurde gefoltert und verstümmelt, während zu Hause seine Frau Berit und der Sohn Justus auf ihn warteten.
Jonsson, ein arbeitsloser Schweißer, war begeisterter Aquarianer und ein Experte für die Zucht von afrikanischen Buntbarschen. Sein Bruder Lennart, seit jungen Jahren ein kleiner Ganove, kann die Untat nicht fassen und will versuchen, auf eigene Faust den Täter zu finden, während gleichzeitig die schwedische Polizei das Umfeld des Verstorbenen unter die Lupe nimmt, um den Mörder dingfest zu machen.
Kommissarin Ann Lindell ist im Erziehungsurlaub und mit ihrem neun Monate alten Sohn Erik beschäftigt, den sie alleine groß zieht. Deshalb müssen die Beamten um Kommissar Ola Haver sich kurz vor Weihnachten mit dem Mord beschäftigen, dessen Motiv weitgehend unklar ist. Auf jeden Fall hat der kleine John beim Pokerspiel eine Menge Geld gewonnen, von dem niemand weiß, wo es hingekommen ist und zur gleichen Zeit beginnt ein ehemaliger Schulfreund seine verrückten Ideen in die Tat umzusetzen. Er versucht eine gemeinsame Schulfreundin zu vergewaltigen, er tötet seine Schwägerin und vielleicht ist er auch der Mörder John Jonssons? Aber erst muss die Polizei seiner habhaft werden. Und Ann Lindell bekommt schnurstracks Lagerkoller und beginnt auf eigene Faust zu schnüffeln.
Kjell Eriksson hat sich mit seinem dritten Kriminalroman um die Kommissarin Ann Lindell "Der Tote im Schnee" würdig in die aktuelle Riege der schwedischen Kriminalautoren um Henning Mankell und Hakan Nesser eingereiht. Selbst die Stockholmer Polizei bescheinigt dem schreibenden Gärtner aus Uppsala, die Ermittlungsarbeit der Beamten mit höchster Authentizität beschrieben zu haben.
In der Übersetzung von Paul Berf erfährt man einen sehr leisen Krimi, der nicht von großem Spektakel und Action lebt, sondern die Menschen in ihren Situationen fast alltäglich beschreibt, dabei aber nie die düsterschwere Seelenpein eines Henning Mankell aufkommen lässt. Natürlich verzeichnen auch die Personen in Erikssons Geschichte Gefühle, aber diese machen nicht den Großteil der Erzählung aus und stören insbesondere in keiner Weise den Handlungsablauf. Einfühlsam zeichnet Eriksson die Menschen aus Uppsala, so dass man sich fast in jede Figur hinein versetzen kann, denn die Probleme sind so beschrieben, wie sie du und ich selbst erleben können.
Und obwohl dieses Buch nie in einen knallharten Thriller ausartet, beginnt die Spannung von Seite zu Seite zu steigen. Eriksson schlägt gekonnt einen Haken nach dem anderen und wer zu früh glaubt, den Täter zu kennen, der wird mehrmals eines Besseren belehrt. Zusätzlich zur Aufklärung des Verbrechens bereiten auch noch die zwischenmenschlichen Spannungen zwischen Ann Lindell und Ola Haver ein interessantes Beobachtungsfeld, bei dem man sich immer wieder fragt: kriegen sich die beiden nun, oder doch nicht? Ann Lindell ist in diesem Roman nicht die bestimmende Handlungsträgerin. Ihre Präsenz ist zwar folgerichtig integriert, doch der gesamte Ablauf dreht sich um mehrere Akteure.
Der Erzählstil Erikssons ist durchaus dazu angetan, den Leser bei der Stange zu halten. Seine Wortwahl und seine Sätze machen keine Schnörkel. Der Autor erzählt ungezwungen drauf los und die Dialoge sind genau so, wie unsereins zu sprechen pflegt. Auch die beschriebenen Familienzwistigkeiten sind Alltagssituationen, wie sie jeder erleben kann, so dass dem Leser eigentlich nichts fremd vorkommt, außer vielleicht die Situation um einen Mord und die Eigentümlichkeiten rund um den verdächtigen Schulkollegen.
Im Großen und Ganzen muss man diesem Krimi ein sehr positives Urteil aussprechen. Zum Einen weil er nicht in die mittlerweile übliche schwedische Pseudopsychologiekerbe schlägt, zum Anderen aber gekonnt das Lokalkolorit einer schwedischen Kleinstadt im Winter darstellt. Mit diesem Buch hat sich Eriksson eine hohe Bewertung in den oberen Krimi-Couch-Regionen sicherlich verdient und darf getrost allen Fans skandinavischer Literatur als Leseempfehlung ans Herz gelegt werden.


Bruder Cadfael und die Jungfrau im Eis
Bruder Cadfael und die Jungfrau im Eis
von Ellis Peters
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen immer noch eine Überraschung im Ärmel, 24. Oktober 2004
Bürgerkrieg herrscht anno domini 1139 in England und plündernde Soldaten ziehen durch das Land, das rund um die verarmte Stadt Worcester liegt. Die Bevölkerung flüchtet in den Norden und sucht in Klöstern, Burgen und Abteien Zuflucht vor den Wirren. Auch in der Abtei von Shrewbury, wo Bruder Cadfael, der medizinkundige und kriminalistisch veranlagte Benediktinermönch lebt, ist jeder Platz im Hospiz belegt und täglich versuchen Menschen vor der grimmigen Kälte des nahenden Winters hierher zu gelangen.
Bei einer Versammlung der Mönche im Kapitelsaal des Klosters St. Peter und St. Paul in Shrewsbury berichtet Bruder Herward, der Unterprior des Benediktinerklosters von Worcester über das Verschwinden zweier jugendlicher Adeliger, die dem Kloster zur Obsorge übergeben wurden. Ermina Hugonin, fast achtzehn Jahre alt und ihr dreizehnjähriger Bruder Yves Hugonin mussten nach erbitterten Kämpfen ihr Heil in der Flucht suchen. Nur eine umfassende Suche, gemeinsam mit dem Sheriff von Shrewsbury, kann für die jungen Menschen eventuell Hilfe bedeuten und natürlich beteiligt sich auch unser tapferer Bruder Cadfael, der allerdings seine eigenen Wege geht und dabei in einem zugefrorenen Bach, die Leiche eines Mädchens eines jungen Mädchens findet. Ist es Ermina Hugonin? Oder handelt es sich bei der zweifelsohne ermordeten jungen Frau um Nonne Schwester Hilaria, die es als ihre Pflicht ansah, die ihr zur Obhut übergebene Ermina zu begleiten?
Ellis Peters hat in ihrem 1982 erschienenen Roman „Die Jungfrau im Eis" ein weiteres Mal den kultigen Benediktinermönch Bruder Cadfael auf die Reise geschickt und spielt mit gewohntem Geschick auf ihrer Klaviatur voller Irrnisse und Wirrnisse, die den Leser von einer Seite zur nächsten Haken schlagend mit ihrem geschichtlichen Flair faszinieren.
Auch in diesem Buch sind die Personen liebevoll bis ins kleinste Detail beschrieben und der Leser erringt eine genaue Vorstellung davon, wie hart und gefährlich die Zeiten auf den Straßen und in den Wäldern vor fast neunhundert Jahren waren. Dabei baut die Autorin geschickt ihre Spannung auf und versteht es bis zum Schluss, immer noch eine Überraschung aus dem Ärmel zu ziehen. Die Charaktere verfügen über so viel Eigenleben, dass jede für sich schon Mittelpunkt eines Romans sein könnte, aber Bruder Cadfael in seiner raffiniert detektivischen Art ist natürlich das Um und Auf dieser Geschichte.
Dabei liefert Ellis Peters, zusätzlich zur leicht antiquierten und deshalb bestens passenden Sprache, auch noch genügend Actionsequenzen, die einem Ritterfilm von Steven Spielberg zur Ehre gereicht hätten. Bruder Cadfael darf also nicht nur Hirn, sondern auch Mut und Kraft beweisen, bis ihm die überraschende Lösung nach 252 Seiten gelingt. Kein Wunder also, dass sich das britische Fernsehen den Erfolgsstories um Bruder Cadfael angenommen hat und ein Teil der knapp 20 Romane auch verfilmt wurde. Leider sind diese noch nicht bis zu uns gelangt, denn wenn die Filme so gut gelungen sind, wie die Romane, wären sie ein echter Leckerbissen für Fans von Krimi- und Historienfilmen.
Auch zu dieser Episode aus dem klösterlichen Leben im Mittelalter fällt die Leseempfehlung eindeutig aus.


Das Patent
Das Patent
von Lincoln Child
  Gebundene Ausgabe

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannung pur im Themenpark, 23. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Patent (Gebundene Ausgabe)
Utopia - ein Freizeitpark, wie es ihn kein zweites Mal gibt. Alles was sich dem vergnügungssüchtigen Besucher bietet, ist die perfekte Illusion. Nichts ist dem Zufall überlassen und dem staunenden Gast werden Welten vorgegaukelt, die es gar nicht gibt. Roller Coasters von unvorstellbaren geistigen und technischen Dimensionen, gesteuert von einer alles überragenden, aber nie präsenten Technik steuern die Besucherströme. So zuverlässig, wie die hier eingesetzten Roboter, kann kein Mensch arbeiten.
Doch plötzlich passieren Pannen. Pannen, die tödlich enden können. Darum muss der Erfinder dieses Neuronennetzes künstlicher Intelligenz persönlich nach dem Rechten sehen und Dr. Andrew Warne reist mit seiner vierzehnjährigen Tochter an. Sarah Boatwright ist die Geschäftsführerin dieses ultimativen Freizeitparks und sie war mit früher mit Dr. Warne liiert, was natürlich zusätzlich zu Komplikationen menschlicher Natur führt. Aber alles wird nebensächlich, als sich ein Mann namens John Doe meldet und beweist, dass er die Technik des Riesenspektakels manipuliert hat und auch vor tödlichen Maßnahmen nicht Halt macht, um das Patent zu erlangen, mit dessen Hilfe er unvorstellbar reich werden könnte. Nur Dr. Andrew Warnes ist in der Lage, ihm Paroli zu bieten ...
Lincoln Child hat auch ohne seinen kongenialen Partner Douglas Preston das Zeug zum Bestsellerautor. "Das Patent" weicht in keinster Weise vom bewährten Rezept der beiden Thrillerautoren ab. Auf 620 Seiten bietet es in gewohnter Manier Spannung von der ersten Seite an. In der Übersetzung aus dem Amerikanischen von Ronald M. Hahn ist es gelungen, mit der deutschen Version ein wesentlich dichteres atmosphärisches Lesevergnügen zu schaffen, als es die amerikanische Originalausgabe bieten kann. Hier muss man dem Übersetzer wirklich ein dickes Lob aussprechen.
Die Thematik eines gigantischen Vergnügungsparks und der Background über die technischen Notwendigkeiten, sowie die Möglichkeiten des Einsatzen von künstlicher Intelligenz bei der Steuerung von Robotern, sind wie gewöhnt bestens recherchiert und können in dieser Form auch dem technischen Laien ohne Probleme vorgelegt werden, denn die gekonnte Verabreichung populärwissenschaftlichen Wissens an den Leser konnte man bereits in den bislang vorliegenden Thrillern bewundern. Während sich der Autor, wie immer, aus einer Bewertung der wissenschaftlichen Diskussion heraus hält, zeichnet er auch in "Das Patent" seine Figuren plakativ schwarz-weiß. Aber Freunde und Leser dieses Genres und vor allem der beiden Autoren wird das nicht abhalten, auch dieses Buch mit angehaltenem Atem zu verschlingen.
"Das Patent" fügt sich nahtlos in der Qualität an Vorgänger, wie "Ice Ship" oder "Riptide" an. Für dieses Buch kann man ohne Wimpernzucken eine eindeutige Leseempfehlung vergeben. Lincoln Child bleibt auch ohne Douglas Preston ein Thriller-Tipp der Spitzenklasse.


Ein Opfer der Umstände
Ein Opfer der Umstände
von René Appel
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein beklemmendes Drama, 23. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Ein Opfer der Umstände (Taschenbuch)
Martin Hogeveen geht über (Büro)Leichen. Ohne Rücksicht auf Verluste versucht er den Sumpf aus Korruption und Vetternwirtschaft trocken zu legen. Eines seiner Opfer ist der bisherige Leiter dieser Behörde, Verlinden, der Martin Hogeveen Rache schwört.
Ausgleich zum stressigen Beruf findet Hogeveen bei seiner Freundin Carina, die allerdings seinen Bestrebungen sie zu ehelichen widersteht, denn das besitzergreifende Verhalten Martins stößt sie ab.
Aus einer früheren Verbindung Hogeveens stammt Felix Nieberg. Davon hat Hogeveen allerdings keine Ahnung. Seine damalige Jugendliebe beging in einer depressiven Phase Selbstmord und Felix wuchs mit seinem Halbbruder Richard bei den Großeltern auf. Richard lebt jetzt in einer psychiatrischen Klinik. Felix, der Journalismus studiert, beginnt mit der Suche nach seinem Vater und versucht mit ihm ein Interview zu führen, ohne sich zu erkennen zu geben. Gleichzeitig spioniert er auch Carina nach und nähert sich ihr, in dem er sich als sein eigener Bruder ausgibt.
Carina verführt Felix. Martin ist eifersüchtig. Martin ist aggressiv. Martin begeht einen tödlichen Fehler, auf den Verlinden nur gewartet hat ...
Der holländische Autor René Appel hat mit seinem neuen Roman „Ein Opfer der Umstände" einen Krimi geschrieben, der sich nicht mit dem üblichen Täter-Ermittler-Szenario auseinandersetzt, sondern durch das Verweben unterschiedlicher Schicksale zeigt, wie aus einem erfolgreichen Menschen ein Mörder wird. Auf den 347 Seiten des im KnaurTB Verlag erschienenen Taschenbuches beschwört er eindringlich ein düsteres Bild menschlicher Dramatik. In der Übersetzung aus dem Niederländischen von Stefanie Schäfer wird die Verzweiflung der einzelnen Agierenden fast überdeutlich präsentiert.
Obwohl der Roman durchaus logisch aufgebaut ist und sich die Verkettung der Schicksale praktisch schlüssig ergibt, sind die Handlungsabläufe nicht immer reell greifbar und wirken gelegentlich an den Haaren herbei gezogen und zu stark konstruiert.
Appel zeigt seine besten Seiten im sprachlichen Bereich und in der Beschreibung der psychologischen Wesenszüge der einzelnen Personen. Wie Martin Hogeveen systematisch immer tiefer ins eigene Schlamassel eintaucht und seine Umgebung sukzessive mit seinen Seelenzuständen terrorisiert, ist erstklassig umgesetzt.
Grundsätzlich kann man für dieses Buch zwar eine Leseempfehlung aussprechen, aber die Klassifizierung als Kriminalroman ist gewagt, da der Geschichte die klassischen Elemente zwar nicht fehlen, aber in ihrer Anordnung verkehrt herum laufen, weil wir zwar lesen, wer was wann und warum erlebt, gleichzeitig aber keinerlei Spielraum für Interpretation und die Frage: „Wer ist der Täter?" bleibt.
„Ein Opfer der Umstände" hat dem Leser Einiges, gelegentlich auch mit Längen, zu bieten und enttäuscht auch in der Schlusssequenz nicht. Man hätte sich vielleicht ein spannenderes Ende gewünscht, Appel hat es allerdings vorgezogen, sich des logischen Finales zu bedienen.
Die Figuren, die der Autor zeichnet, erinnern in ihrer Komplexität ein wenig an VanWetering, ohne jedoch dessen Skurrilität zu erlangen. Dabei könnten gerade Appels Akteure ein wenig Humor vertragen, um die kalte Atmosphäre hin und wieder aufzulockern. Dieser Verzicht auf jegliche positive Aktion macht das Lesen dieses Romans zu einem beklemmenden Drama.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 16, 2010 11:05 PM CET


Der schlagende Beweis
Der schlagende Beweis
von Phillip M. Margolin
  Taschenbuch

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schlichtweg phänomenal, 28. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Der schlagende Beweis (Taschenbuch)
Er hat sich aus widrigsten Verhältnissen hochgearbeitet und heute bekommt David Ames einen 90.000-Dollar Scheck für seine Mitarbeit in der Kanzlei von Reed, Briggs, Stephens, Stottlemeyer and Compton, der weitaus angesehensten Anwaltskanzlei Oregons. Dafür ist er auch ein unermüdlicher Arbeit und übernimmt in Nachtschicht für eine Kollegin die Durchsicht von fünf Kartons Schriftverkehr, die diese am nächsten Morgen für einer Vorverhandlung gegen eine Pharmafirma benötigt, die von den Prozessgegner angeklagt werden soll, weil das Präparat Insufort Missbildungen an Ungeborenen hervorrufen soll.
Und der gegnerische Staranwalt versetzt Anwalt Briggs einen gnadenlosen Dolchstoß, denn in diesen Papieren findet sich ein Aktenvermerk eines Forschers der Pharmafirma, der von erheblichen Missbildungen bei Versuchen an Rhesusaffen berichtet. Die Tage in der renommierten Anwaltskanzlei sind für David Ames gezählt, denn solch ein Fehler darf nicht passieren. Davids nunmehriger Ex-Boss bestellt ihn zu einer entfernten Villa, aber als David dort einlangt, ist Briggs mausetot. Ermordet! Und David wird zu allem Überfluss gesehen, wie er eilends vom Tatort flüchtet. Das bedeutet Kittchen!
Aber nicht alle glauben an Davids Schuld und seiner Kollegin Kate und der Anwältin Billie gelingt es, ihn per Kautionsversprechen aus dem Knast zu bekommen und nun beginnt eine verzweifelte Jagd auf der Suche nach dem wirklichen Mörder.
Phillip M. Margolin hat seinen bislang siebten Krimi im Knaur TB veröffentlich und „Der schlagende Beweis" ist mit seinen 412 Seiten ein ebenso schlagender Beweis, dass (mit wenigen Ausnahmen) das Thriller-Genre eine Domäne der Amerikaner ist, was zum einen Teil sicherlich am Rechtswesen der Staaten liegt, zum anderen aber auch an den kriminalistischen Möglichkeiten, die hierzulande schlichtweg undenkbar sind. Was Margolin an Action in diesen Reißer einbaut, ist schlichtweg phänomenal.
Bei einigen Sequenzen fühlt man sich an „Mount Dragon" von Douglas Preston & Lincoln Child erinnert und auch diverse Szenen in den Mesas von Arizona könnten diesem Werk entnommen sein. Allerdings handelt es sich bei dem vorgestellten Buch um einen astreinen Anwaltskrimi und die gemeinsamen Schauplätze mögen durchaus Zufall sein. Auf jeden Fall hat Margolin mit „Der schlagende Beweis" sich auf dieselbe Stufe mit den bekannten Thrillerautoren gestellt und steht diesen an Lesbarkeit um Nichts nach.
Anke Kreutzer hat den Roman aus dem Amerikanischen sehr flüssig übersetzt und es ist fast ein Muss, diesen Thriller in einem Atemzug zu verschlingen. Auch wenn die handelnden Personen nach typisch amerikanischer Schreibart meist ein wenig zweidimensional dargestellt werden, tut dies dem Lesevergnügen absolut keinen Abbruch. Margolins neue Veröffentlichung ist für jeden Thrillerfan eine Selbstverständlichkeit und wenn die Presse behauptet „Ein Autor, der es spielend mit Grisham und Turow aufnimmt", dann urteilt sie ausnahmsweise einmal korrekt, denn diesem Buch kann auch ich nur den Stempel „Pflichtlektüre" aufdrücken.


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