10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
5 Sterne, Kritik und Kaufempfehlung!, 24. Januar 2012
Bei manchen Rezensionen neige ich eher dazu, die Nachteile eines Produktes in den Vordergrund zu stellen. Das sollte man in diesem Fall eher wie einen Wunschzettel an den Hersteller verstehen. Ich bin mit dem Produkt sehr zufrieden, trotzdem gibt es natürlich einige Kretipunkte. Diese Rezension erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine nicht wissenschaftliche Einschätzung als Benutzer wieder.
Warum EOS 7 D
Ich habe mich lange und reichlich über die EOS 7 D informiert, in Foren, Tests und auch Besitzer dazu befragt. Ich habe bisher eine EOS 20 D, EOS 400 D und zuletzt eine EOS 500 D besessen. Der Grund, mir eine neue Kamera zu kaufen war, dass mir der Autofokus und die Serienbildgeschwindigkeit an der 500 D in einigen Situationen nicht ausreichten. Außerdem wollte ich wissen, ob sich in Sachen Rauschen etwas bei den neueren Modellen getan hat.
Weniger rauschen ist immer gut, man kann höher mit der ISO und hat kürzere Verschlusszeiten.
Alternativen
Zur Auswahl standen die EOS 7D, die EOS 60D, die EOS 5 D Mark II und außerdem habe ich mit einer gebrauchten EOS 1D Mark III geliebäugelt. Da ich neben Panoramaaufnahmen, Portraits, Landschaft auch gerne Makro- und Teleaufnahmen mache, viel die 5 D aufgrund des Vollformatsensors eigentlich schon aus. Außerdem hat sie keinen sonderlich schnellen AF, einzig die Rauscharmut ist eigentlich genau dass, was ich mir vorstelle. An einer Crop-Kamera aber nicht zu haben, leider. Die EOS 60 D hat ein Klappdisplay, praktisch für Makro-Aufnahmen, aber nicht kaufentscheidend. Vom Rauschen auf dem gleichen Niveau wie die 7D, da sie den gleichen Sensor hat. Serienbildgeschwindigkeit und AF sind der 7D unterlegen. Die EOS 1D Mark III hätte mich auch gereizt, hat allerdings nur einen Crop-Faktor von 1,3, was sich im Telebereich nicht ganz so günstig auswirkt. Der AF wäre wahrscheinlich sogar besser gewesen, als bei der 7D, 10 Megapixel sind aber doch mittlerweile etwas zu wenig, obwohl mir bei der 7D auch 12 bzw. 15 Megapixel gereicht hätten, zugunsten des Rauschverhältnisses.
Erster Eindruck
So ist es nun die 7D geworden. Was mir sofort eher negativ aufgefallen ist, das Gewicht! Meine 20D habe ich schon vor längerer Zeit verkauft, und so bin ich momentan die 500 D gewöhnt. Es gibt ja viele Befürworter, die ein schwereres Gehäuse bevorzugen und höheres Gewicht als Vorteil empfinden (die Kamera liegt satter in der Hand, man verwackelt nicht so leicht etc.). Auf Dauer ist die Kamera in der Hand recht schwer, für Frauchen sowieso. Das man nun aufgrund des höheren Gewichtes weniger verwackelt, kann ich mir nicht vorstellen. Wenn das so wäre, könnte man wahrscheinlich im Zubehör Gewichte zum Beschweren leichter Kameras erwerben. Ich halte das für kompletten Unfug. So leicht wie eine 500D muss es natürlich bei so einer Kamera nicht sein, aber die 7D ist mir ehrlich gesagt etwas zu schwer. Nun gut, ich werde damit leben und nutze Sie, wenn es mir darauf ankommt auch sehr häufig auf Stativ oder Einbein.
Verarbeitung
Von der Verarbeitung her macht die Kamera ein guten Eindruck, obwohl auch da habe ich zu nörgeln. Die Spaltmaße des Blitzes lassen zu wünschen übrig. Die Aussparung des Programm-Wählrades finde ich designtechnisch grausam, es wäre sicher möglich gewesen, den Blitz so zu bauen, dass er davon nicht betroffen gewesen wäre. Außerdem hätte das Gehäuse noch Luft gehabt, um den Blitz noch höher ausfahren zu lassen. Wenn man sich die 7D genauer betrachtet, fällt einem auf, aus wie vielen Einzelteilen das Gehäuse der 7D besteht. Je mehr Teile, desto schwieriger abzudichten, um nur mal einen Nachteil dieser Fertigungsmethode zu nennen. Der Gummipropfen an der Unterseite mag mich in Hinsicht auf Feuchtigkeit auch nicht recht
überzeugen, und er sieht so aus, als wolle er nicht ewig an der Kamera bleiben.
Fernauslöser
Der zur Kamera gehörige Fernauslöser unterscheidet sich von denen, die bei den 3-stelligen Modellen Verwendung finden. Das war mir bekannt, stört auch nicht weiter, nur finde ich im Vergleich
den Klinkenanschluss der 3-stelligen Kameras viel besser, er ist robuster, rastet besser ein und der Anschluss
ist nicht so störanfällig.
Akku
Bei der 7D kommen jetzt Akkus mit Chip zum Einsatz. Man kann nun im Menü nachschauen, wie viele Bilder man schon mit dem Akku gemacht hat. Nettes Feature, ich vermute dies ist ein Versuch, den Canon-User für Original Akkus zu begeistern, die natürlich auch erheblich teurer, aber m.E. auch ihr Geld wert sind. Ich habe jedenfalls noch keinen Akku gehabt, der auch nur annähernd an die Performance eines Original-Akkus heran kam.
Autofocus:
Es ist viel zu lesen über den Autofocus der 7D, auch viel Negatives. Die Kamera hat u. a. einen Mehrfeldautofocus-Modus, den kannte ich von meinen anderen Kameras bisher nicht. Ich habe mich nun ein wenig mit dieser Methode beschäftigt, und kann mir jetzt auch gut vorstellen, warum einige User über Autofocus-Probleme klagen. Dieser Modus produziert recht schnell passable Ergebnisse, aber man darf natürlich nicht erwarten, dass das Bild dann auch wirklich da scharf ist, wo man das wollte. Denn woher soll die Kamera wissen, was der Fotograf scharf gestellt haben wollte. Die Autofokus-Sektion bei der EOS 7D und die Konfigurationsmöglichkeiten sind sehr üppig ausgefallen, die 19 Autofokusfelder sind eine Bereicherung, allerdings hätten sie, wie andere bereits auch schon erwähnten, noch weiter in die Ecken reichen können. Ich habe letztens allerdings gelesen, dass das technisch nicht möglich ist. Wenn es dunkel ist, darf man auch bei der 7d keine Wunder erwarten, die Kamera hat wie auch alle anderen, Probleme mit der Scharfeinstellung und versucht dieses mittels Hilfslicht mit internem bzw. externem Blitz in den Griff zu bekommen. Auch die Serienbildgeschwindigkeit geht im Dunkeln merklich zurück, logisch.
Der Autofocus im Liveview-Modus ist für meinen Geschmack immer noch etwas langsam und neigt zum Pumpen. Teils findet er sein Ziel, um dann aber wie darüber hinaus zu schießen und schließlich ein völlig unscharfes Ergebnis abzuliefern. Werde ich wahrscheinlich selten bis gar nicht nutzen. Für Macros am Stativ wird sowieso Manuell scharfgestellt, mit der Lupenfunktion geht das hervorragend.
AF-Feinjustierung:
Ich war zuerst der Meinung, ich müsste meine Objektive nicht feinjustieren. Ich habe viele hochwertige Optiken und war an meinen anderen Kameras meist zufrieden. Als mein Tamron 17-50 / 2.8 zum ersten mal mit dieser Kamera zum Einsatz kam, war ich doch ein wenig enttäuscht über die fehlende Schärfe. Ich habe dann ein paar Testaufnahmen gemacht, und siehe da, Fehlfocus. Ich habe nun die Feinjustierung auf +18 eingestellt und das Objektiv ist superscharf. Ich habe dann alle meine Optiken einem Test unterzogen. Das EF 50 1.4 und das EF 100-400 LIS waren schon mal beim Canon-Service, diese beiden habe ich nur um den Wert 2 einstellen müssen. Was ich nun nach der Justage feststellen konnte, der AF sitzt nun auch bei Offenblende meines 50 1.4 und 85 1.8 sehr gut. So eine Schärfe hatte ich mit diesen Objektiven an keiner meiner anderen Kameras! Vielen Dank an Canon für dieses Feature!
Rauschen
Auch ich hätte bei dieser Kamera gern etwas weniger Megapixel zugunsten von weniger Rauschen gehabt. Allein durch die 18 Megapixel und die damit verbundene Bildgröße relativiert sich das Rauschen aber schon enorm. Ein wehmütiger Blick zur Canon EOS 5D Mark II bleibt aber doch. In hohen Iso-Bereichen schlägt sich die Kamera aber sehr gut, insgesamt erheblich besser als das, was ich bisher von meinen anderen Kameras gewohnt bin, das ging es eigentlich nur bis ISO 400.
Nicht unterbelichten!
Was man bei der 7D nicht machen sollte ist unterbelichten, denn dann steigt das Rauschen in den dunklen Bildpartien deutlich an. Konnte man bei der 20D immer nochmal etwas unterbelichten um noch etwas kürzer zu belichten, verzeiht das die 7D nicht mehr so ohne Weiteres. Also wenn die Belichtung passt, sind die Ergebnisse auf einem sehr hohen Niveau.
Bedienung:
Die Bedienung ist, wenn man die 20D oder deren Nachfolger kennt, gewohnt. Man findet sich gleich zurecht. Schön, dass Canon das Quickmenü der 3-stelligen übernommen hat, das fand ich bei meiner 500D schon ausgezeichnet, ich nutze es viel lieber als das Display auf der rechten Seite oberhalb.
Die Idee, einige Knöpfe selbst mit nützlichen Funktionen nach seinem Geschmack zu belegen finde ich sehr gut, nur hat man nicht zu Ende gedacht. Es gibt leider nur vorselektierte Funktionen, die man den Knöpfen zuweisen kann. Ich hätte z.B. gern die Spiegelverriegelung auf einen bestimmten Knopf gelegt, das geht leider nicht.
Videomodus:
Den Videomodus habe ich noch nicht getestet, spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Ergebnisse folgen hier aber.
Speicherkarte:
Ich hätte in der Kamera gerne einen SD-Kartenslot gesehen, der viel weiter verbreitet ist als Compactflash. . Notebook, Imac, Ipad und Co. haben allesamt einen SD-Slot.
Fazit: Für den Preis bietet die Kamera eine riesige Fülle an Funktionen und toppt meine bisherigen Modelle um Längen. Sie entspricht und übertrifft meine Erwartungen, natürlich gibt es aber trotzdem einige Kritikpunkte, die ich hier erläutert habe. Wer nur mal ab und zu im Urlaub und auf Familienfeiern fotografiert, braucht diese Kamera nicht, da reicht auch eine 600D. Die 7D ist etwas für Leute, die regelmäßig fotografiern und die Kamra fordern. Ich gebe eine klare Kaufempfehlung!
Nachtrag am 7.02.2012:
Habe nach einigen Einsätzen mit der Kamera noch einige Anmerkungen:
- Der Mehrfeldzonen-AF erweist sich sowohl im One-Shot wie auch im Servobetrieb bei bewegten Motiven (hier Singvögel)als äußerst evizient. Konnte die Rate an scharfen Bilder deutlich steigern.
- Die Möglichkeit der benutzerdefinierten Speicherung von Funktionen auf bestimmte Knöpfe finde ich sehr gelungen, besonders die AF-Modi jetzt direkt mit dem Zeigefinger anwälen zu können, finde ich sehr praktisch.
- Das Auslösegeräusch mag auf den ein oder anderen ja positiv wirken, klingt ja auch nicht schlecht, ist aber in der Naturfotografie für den ein oder anderen Singvogel zu laut.
Die EOS 400D und die EOS 500D zeigen hier, das es auch deutlich leiser geht. Sounddesign bei einer Kamera brauche ich nicht. Leiser wäre mir erheblich lieber als guter Klang.
- Das die 7D mit einigen Objektiven nicht harmoniert, konnte ich bis jetzt mit meinen benutzten nicht bestätigen. Auch das EF 100-400 macht sich an der Kamera sehr gut. Das EF 70-200 /4 liefert excellente Qualität ab! Weiter habe ich noch das EF 50 1,4, das EF 85 1,8, ein Tamron 17-50 2,8, ein Tamron 180 Macro, ein Sigma 400 5,6 (sehr scharf) und ein Sigma 8mm. Alle von der Qualität ohne Tadel.