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Beiträge von helmut seeger
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Rezensionen verfasst von
helmut seeger "liberaler" (karlsruhe)
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Schachnovelle
Schachnovelle
Preis: EUR 0,00

4.0 von 5 Sternen fesselnd, psychologisch stimmig und beklemmend, 12. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Kindle Edition)
Die Schachnovelle zählt zu den bekanntesten deutschen Novellen, vielleicht ist sie die bekannteste überhaupt. Und das zu Recht. Zwar gibt es wohl sprachlich, stilistisch oder formal gelungenere deutsche Novellen zu lesen, aber die Schachnovelle ragt insbesondere in ihrer politischen Bedeutung heraus. Wie Stefan Zweig die geistigen und psychologischen Grundlagen der Nazidiktatur offen legt, das ist schon herausragend und einzigartig gelungen. So wird die Geschichte des Mannes, der sich in der Gestapo-Isolationshaft mithilfe eines Schachbuches zum Schachgroßmeister „ausbildet“, indem er gegen sich selber spielt, zu einer fesselnden, psychologisch stimmigen und beklemmenden, wenngleich wenig überraschenden, Erzählung. Insbesondere wegen der politischen Relevanz bleibt diese Novellle zeitlos und systemüberdauernd gültig.


Huckleberry Finns Abenteuer und Fahrten
Huckleberry Finns Abenteuer und Fahrten
Preis: EUR 0,00

4.0 von 5 Sternen leider um wesentliche Stellen gekürzt, 12. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Was als erstes auffällt, ist der genuine Humor dieses begnadeten Erzählers sowie, liest man das Original, das schauderhafte Englisch.
Das Buch ist voll der dreistesten Lügengeschichten, mit denen sich insbesondere Huck Finn hervortut, aber auch voll mit betrügerischen Charakteren, die sich auf dreisteste Weise ihren Lebensunterhalt zu sichern suchen.
So legt Mark Twain beispielsweise eine gewaltige Satire auf das amerikanische Predigerunwesen hin.
Der Dichter hat mit Huckleberry Finn dem alten Süden ein Denkmal gesetzt. Insbesondere die Szene über den verhinderten Lynchmob ersetzt die Lektüre ganzer historischer Studien und ist als massenpsychologische Studie von großer Bedeutung und Eindringlichkeit.
Leider enthält die deutsche Fassung wesentliche Kürzungen, zum Beispiel entfällt der Hamlet-Dialog des betrügerischen Schauspielers, eigentlich ein Highlight des Bandes, auch die bewegenden Erzählungen des "Niggers" Jim über seine Familie wurden weggelassen.
Auffällig ist dabei, dass die deutsche Übersetzung ausgerechnet auf die Übertragung der besonders slangbehafteten und schwer verständlichen Absätze des Originals verzichtet.


Plantronics ENCORE MONAURAL H91 Headset
Plantronics ENCORE MONAURAL H91 Headset
Preis: EUR 88,90

2.0 von 5 Sternen kein überzeugendes Preis-/Leistungsverhältnis, 11. Oktober 2013
Bedienungsanleitung und Handhabung sind sehr gut, die Sprachqualität in Ordnung. Der Bügel ist nicht sonderlich bequem, und man sollte sich gleich einen Satz Sprechröhrchen und neue Ohrkissen mitbestellen (steht sogar in der Gebrauchsanweisung), da erstere sehr schnell vergilben und letztere sich in recht kurzer Zeit auflösen.


Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand Ein Schauspiel
Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand Ein Schauspiel

2.0 von 5 Sternen kein Goethesches Renommierstück, 10. Oktober 2013
Götz von Berlichingen ist ein mehrschichtiges Drama, das sicher nicht zu Goethes Meisterwerken zu rechnen ist, aber einiges historisches Interesse verdient.
Im Mittelpunkt steht der Ritter Götz von Berlichingen, der in einer Zeit aufstrebender Städte und Fürstentümer einer aussterbenden Spezies angehört.
Seine historische Gestalt ist durchaus zwiespältig zu sehen, die von ihm behauptete Unabhängigkeit äußert sich auch darin, sich die Freiheit eines Raubritters für Überfälle auf Kaufleute zu nehmen.
Auch am schwäbischen Bauernaufstand ist Goethes von Berlichingen beteiligt, wobei er sich zunächst an die Spitze der Bauern stellt, aber anschließend, abgeschreckt von deren Gewalttaten, sich distanziert.
Goethe präsentiert uns einen unabhängigen Ritter als Symbol, dessen Konstrukt der freiheitlichen Grundauffassung als Gegensatz zu dem verderbten und kriecherischen höfischen Leben an den Fürsten- und Bischöfssitzen es nach Meinung der Historiker in dieser Form nicht existierte.
Insofern bleibt dieses Drama historisch zweifelhaft. Hinzu kommt dass die vorliegende Ausgabe offenbar die Akte durcheinander wirft und die Chronologie des Stückes nicht einhält. So findet sich beispielsweise in der Mitte des Stückes noch einmal das Personenverzeichnis. Danach folgten einige Akte die eigentlich schon vorher hätten spielen müssen. Man tut sich mit dieser Ausgabe daher schwer, was das Verständnis des Stückes angeht.
Die von Goethe in späteren Werken bekannte umfassende Menschlichkeit sowie das fundierte Urteilsvermögen und die tiefgründige Erkenntnis sind diesem Stück nicht eigen. Am Ende macht uns der Dramatiker gar den Shakespeare und präsentiert uns auf möglichst wenig Zeilen eine solche Vielzahl von Toten und pathetischen Abgängen, dass dem Leser das Zählen schwer fällt. Hier verliert das Stück endgültig die Fassung.
Insgesamt ist dies also kein Goethesches Renommierstück, sondern eher ein nicht gänzlich uninteressantes Werk von bedingtem historischen Interesse. Allerdings sollte man sich nach einer anderen Ausgabe umschauen.


Wilhelm Meisters Lehrjahre - Band 1
Wilhelm Meisters Lehrjahre - Band 1
Preis: EUR 0,00

4.0 von 5 Sternen Humor und Frivolität, 10. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
In „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ versucht sich Goethe ungewohnter Weise als Schelm.
Er offenbart hier zwei Eigenschaften, mit denen man seine Werke ansonsten nicht unbedingt verbindet: Humor und Frivolität.
Sein Wilhelm Meister ist ein typisch idealistischer Jugendlicher, der wenig Enthusiasmus für das kaufmännische Gewerbe seines Vaters und Großvaters aufbringt, dafür umso mehr für das Schauspielergewerbe schwärmt. Von diesem Beruf lässt er sich auch nicht durch die Kenntnis von Schauspielern und deren Erzählungen vom elendigen Leben in diesem Beruf abbringen. Im Gegenteil: die Sehnsucht der Schauspieler nach einem halbwegs abgesicherten bürgerlichen Leben sowie alle gegenteiligen Meinungen verstärken ihm in seinem Idealismus, der Welt seine Gefühle im Theater zum Ausdruck bringen zu müssen.
Wilhelm Meister hat hier das Sendungsbewusstsein eines Anton Reiser, aber glücklicherweise stattet Goethe seine Erzählung mit einem gewissen Maß an Humor aus. So schläft Meisters Geliebte bei seinen ellenlangen Abschweifungen über die Details der Ausstattung seines Puppentheaters regelmäßig in seinen Armen ein, ohne dass Meister sich dadurch beirren ließe. Auch den Leser, das muss man despektierlich zugeben, öden diese seitenlangen Abschweifungen in nicht zu geringem Maße an. Dies wird aber durch die unerwartete Selbstironie des Autors ein Stück weit kompensiert: "Denn sie hatte .. nicht ein Wort ... seiner Erzählung vernommen, und es ist zu wünschen, dass unser Held ... aufmerksamere Zuhörer künftig finden möge."
Die Frivolität der Geschichte liegt darin begründet, dass Meisters Geliebte, eine Schauspielerin, sich wiederum von einem reichen Kaufmann aushalten lässt, dessen Bekanntschaft Meister am Ende des ersten Bandes macht, ohne noch zu wissen, um wen es sich handelt.
Diese Rahmenhandlung nutzt Goethe einmal wieder, um seine verblüffende Menschenkenntnis und pädagogischen und psychologischen Erkenntnisse an den Leser zu bringen. Nicht nur das Wesen der Jugend ist ihm vertraut ("Zu vollenden ist nicht Sache des Schülers, es ist genug, wenn er sich übt"), der Roman bietet auch Gelegenheit genug, über das Leben und die menschlichen Eigenschaften zu philosophieren, und das in einer Tiefgründigkeit, wie sie nur den wenigsten Schriftstellern vergönnt ist: "Es gehört schon etwas dazu, wenn ein einziger Mensch klug und reich werden soll, und meistens wird er es auf Kosten der anderen."
Oder aber die schönste Stelle: "Das Gewebe dieser Welt ist aus Notwendigkeit und Zufall gebildet; die Vernunft des Menschen stellt sich zwischen beide und weiß sie zu beherrschen; sie behandelt das Notwendige als den Grund ihres Daseins; das Zufällige weiß sie zu lenken, zu leiten und zu nutzen, und nur, indem sie fest und unerschütterlich steht, verdient der Mensch, ein Gott der Erde genannt zu werden. Wehe dem, der sich von Jugend auf gewöhnt, in dem Notwendigen etwas Willkürliches finden zu wollen, der dem Zufälligen eine Art von Vernunft zuschreiben möchte, welcher zu folgen sogar eine Religion sei."
Und das alles schon im ersten Band.


Sony VCL-ECF1 Fisheye-Vorsatzkonverter silber/schwarz
Sony VCL-ECF1 Fisheye-Vorsatzkonverter silber/schwarz
Preis: EUR 108,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen experimentelle Ergänzung, 8. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Was man in Testberichten über diesen Adapter lesen kann, entspricht auch meinen Erfahrungen.
Für den geringen Preis liefert dieses Teil eine sehr gute Schärfe, abgeblendet bis in die Ecken. Bei Offenblende lässt die Abbildungsleistung in den Ecken naturgemäß nach,
was natürlich am Objektiv liegt, aber das gilt für die professionellen Objektive gleichermaßen. Die Kombination 16 mm/ECF1 muss sich hier nicht verstecken.
Ich habe vorher mit dem Canon 10-22 fotografiert. In puncto Schärfe ist der Unterschied nicht weltbewegend.
Ein größeres Problem ist der Fisheye-Effekt selber. Im Gegensatz zum 10-18 ist der Fisheye-Effekt bei 15 mm Kleinbildbrennweite deutlich sichtbar. Das ist bei der angedachten Verwendung des Adapters ja auch kein Wunder.
Hier besteht allerdings die Gefahr, dass man sich an diesem Effekt auch schnell satt sieht und sich dann doch ein "richtiges" Weitwinkel wünscht. Zumindest mir ist es so gegangen, was mich dann auf das 10-18 umsteigen ließ. Aber ich habe auch schon ein paar Jahre als "Weitwinkelfotograf" hinter mir.
Ich würde diesen Adapter eher als eine experimentelle Ergänzung und Spielerei ansehen denn als Ersatz für ein genuines Weitwinkelobjektiv. Als solcher ist er aber sehr empfehlenswert.
Lightroom-Benutzer sollten bedenken, dass die Informationen, die zum Bild ausgegeben werden, nicht stimmen. Der Adapter liefert keine Informationen an die Kamera. Lightroom liest (wie jede andere Software auch) die Informationen des 16 mm-Objektivs aus.
So werden bei Offenblende immer 16 mm und f2,8 ausgegeben, auch wenn die Aufnahme mit 10 mm erfolgt und der Adapter immer eine Blende kostet.
Für die meisten, die gelegentlich mal eine Weitwinkelaufnahme machen wollen, dürfte dieser Adapter sogar ausreichen. Ein Weitwinkelobjektiv kann er wegen des Fisheye-Effekts aber nicht ersetzen. Wer ausschließlich Weitwinkelaufnahmen macht oder in diesem Brennweitenbereich professionelle Qualität anstrebt, sollte sich das 10-18 4.0 ansehen.


Die göttliche Komödie
Die göttliche Komödie
Preis: EUR 0,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Luther vorweggenommen, 29. September 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die göttliche Komödie (Kindle Edition)
Vor ein paar Jahren habe ein paar italienische Gutmeinende versucht, die "Commedia" von "rassistischem", "antisemitischem" und "islamophoben" Gedankengut zu reinigen. Das war gut gemeint, aber in etwa so, als wolle man das Kommunistische Manifest vom umstürzlerischen Gedankengut reinigen.
Die "Göttliche Komödie« ist durchdrungen von den Moralvorstellungen des 13. Und 14. Jahrhunderts, welche natürlich zuvorderst kirchliche Moralvorstellungen waren. Dass da u.a. Mohammed, der Islam-Abweichler, Judas, der Jesus-Verräter, aber auch Cassius und Brutus, die Cäsarenmörder, in den äußeren Kreisen der Hölle festsitzen, ist zwar für heutige politische Verhältnisse politisch unkorrekt, aber dem zeitgenössischen Denken selbstverständlich. Allenfalls die Tatsache, dass sich Dante als Anhänger des Caesarentums outet, mag einem erstaunlich scheinen.
Beeindruckend an diesem sehr lang geratenen Entwurf eines Heilsplanes, der biblisch und philosophisch unterfüttert ist, ist insbesondere der erste Teil, das Inferno, also die Beschreibung der Hölle. Mit der Hölle ist es ja bis heute so: jeder zitiert sie, aber keiner hat sie je gesehen bzw. ist daraus zurückgekehrt, manche leugnen ihre Existenz und einige halten den Begriff gar für einen Übersetzungsfehler aus dem Alten Testament. Da ist es ganz gut, wenn man eine handfeste Beschreibung davon hat. Und die hat Dante unbestritten in einzigartiger und für alle Zeiten unnachahmlich bildhafter Weise geliefert.
Natürlich muss es für einen mittelalterlichen Denker und Schriftsteller einen großen Reiz gehabt haben, dass all die Schlächter, Schinder, Vergewaltiger Schleimer und Verräter in einer Hölle verschiedenen Härtegraden der Bestrafung unterworfen und so für Ihre irdischen Missetaten zur Rechenschaft gezogen würden.
Hier hat die "Komödie" eine Art erzieherischen Effekt, denn Dante erwähnt nicht nur historische Gestalten, sondern auch viele Zeitgenossen, die ihm durch ihre Untaten aufgefallen sind und nun in den verschiedenen Kreisen der Hölle ihre Strafen dafür verbüßen. Damit erhebt er natürlich den moralischen Zeigefinger für seine Mitmenschen in der Art "Seht her, eure Sünden bleiben nicht ohne Folgen."
Hierin liegt auch die erste Schwierigkeit für den heutigen Leser, welcher die Beteiligten und bezeichneten Personen zum Großteil nicht mehr kennen und ohne kommentierenden Band sich hier relativ verloren fühlen dürfte.
Dennoch gehört diese Beschreibung, zusammen mit dem Einfall, sich vom antiken Dichter Vergil durch die Hölle begleiten zu lassen, zu den unbestrittenen Höhepunkten dieses Versepos.
Leider bleibt es der einzige Punkt, denn die folgenden Teile, das Fegefeuer, wie auch das irdische und himmlische Paradies, fallen demgegenüber deutlich ab und ersticken am Ende den Leser mit atemberaubender Sterilität und Langeweile. "Und bald ward Schaun für Hoffen mir gewährt", heißt es in der Übersetzung. Der Leser hofft aber vergeblich auf den himmlischen Glanz in dieser Erzählung.
Wäre das Paradies so öde wie es der Dichter hier schildert, man könnte Miltons Luzifer verstehen, dass er sich davongemacht hat.
Auffällig im letzten Teil ist allerdings die dezidierte Papstkritik: "Der meines Stuhls bis sich anmaßt dort auf Erden, … , Hat meine Grabstatt zur Kloak gemacht." Dante nimmt Luthers Kritik bereits vorweg: "Die Braut des Herrn hat zu dem Zwecke nimmer mein Blut … genährt, dass man durch sie erwerbe Gold und Flimmer." Oder: "Nicht sollte man mein Bild auf Siegeln sehen, verkauftem Lügenfreibrief beigefügt."
Für diese Standpunkte muss man dem Dichter, der ja in Florenz von den Papsttreuen in Abwesenheit zum Tode verurteilt wurde, Respekt zollen.
Wer diese Übersetzung angefertigt hat, lässt sich dem Text leider nicht entnehmen. Mit Sicherheit war es jedoch nicht der "König von Sachsen", wie einige Rezensenten vermuten. Die Übersetzung mutet recht modern und lebhaft an und ist in einem verständlichen Deutsch verfasst, die Terzinen sind ordentlich gesetzt. Hier hat einer viel Sorgfalt auf den Text verwendet und zugleich weitgehend die Verständlichkeit gewahrt.


Abstauber: Kriminalroman
Abstauber: Kriminalroman
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen plausible und überzeugende Ermittlungsarbeit, 29. September 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Abstauber: Kriminalroman (Kindle Edition)
Ich hatte wirklich nicht viel erwartet: Wenn rechtzeitig zur Fussball-EM ein Kriminalroman veröffentlicht wird, in dem ein Anschlag auf den Bundestrainer verübt wird, lässt das das Schlimmste befürchten. Aber so kam es dann doch nicht.
Sicher, das Werk steckt voller Klischees: der polternde Haupkommissar, die Junkfood vertilgende Mannschaft, die karrieristische Staatsanwältin, der koksende Fußballtrainer, das alles lässt insbesondere zu Beginn genervt aufstöhnen. Die Figuren haben keine Tiefe, der Plot ist nicht unoriginell, aber auch alles andere als innovativ.
Trotzdem: Die Ermittlungsarbeit, die fast den ganzen Roman einnimmt, ist zwar ohne Thrill und Überraschungen, aber gerade in ihrer Routine recht plausibel und überzeugend.
Und langweilig ist das ganze auch nicht. Als Lektüre für die Straßenbahn oder zwischendurch zum Hirn-Abschalten kann dieser Krimi empfohlen werden.


Hamlet. Prinz von Dänemark
Hamlet. Prinz von Dänemark
Preis: EUR 0,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komplexität und Hintersinnigkeit, 12. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Hamlet. Prinz von Dänemark (Kindle Edition)
Ich weiß nicht welchen Sinn es ergibt, wenn bei amazon ständig Ausgaben klassischer Werke neu eingestellt werden und wieder verschwinden. War vor kurzem noch die Schlegelsche Ausgabe des Hamlet verfügbar, gibt es inzwischen nur noch die qualitativ und optisch deutlich schlechteren Ausgaben Wielands zum Lesen. Man sollte aber besser versuchen, die Schlegelsche Ausgabe im Web aufzutreiben. Schon bei einem ersten Blick in die Wieland-Ausgaben graust es einen hinsichtlich Orthographie und Formatierung. Diese Rezension bezieht sich daher auf die Schlegelsche Übersetzung.

Man kann sich über die Aktualität des Autors Shakespeare immer wieder nur wundern.
Selbst wenn man berücksichtigt, dass Shakespeare seine Inspirationen aus der Antike bezog, „Hamlet" beweist, dass er mit diesen meisterhaft umzugehen versteht.
Die wunderbare Komplexität und Hintersinnigkeit dieses Dramas ist selbst in der Schlegelschen Übersetzung jederzeit spürbar. Allein die Grundidee, dass die Ehefrau des ermordeten Königs, der seine Frau als „Engel“ anbetete, gleich nach dessen Ableben als Geliebte in die Arme seines leichtlebigen Bruders flüchtet, hat jede Menge zeitgenössische Psychologie. Weiß doch heutzutage jeder, dass eine Stilisierung der Frau zu einem Engel derselben nicht gerecht wird ...
Der zaudernde Hamlet, der von seinem toten Vater, welcher ihm als Geist erscheint und Nachricht von dem Mord gibt, zur Rache angestiftet wird, verlegt sich zur Tarnung auf die Rolle eines Narren. Um seinen mörderischen Onkel, der seine Mutter gleich nach dem Tode des Vaters geheiratet hat, bloßzustellen, greift er zu allerlei Listen, engagiert unter anderem einen Schauspieler, der die Ermordung nachspielt.
In die Handlung eingebettet liefert uns Shakespeare bis zum wie immer blutigen Finale jede Menge Weisheiten über das Leben, über Jugend und Alter, die längst sprichwörtlich geworden sind.
Dieses Tragödie ist selbst für shakespearesche Verhältnisse ein Meisterstück, dass ich sogar dem King Lear oder Romeo und Julia, hauptsächlich wegen seiner Raffinesse und Doppelbödigkeit, vorziehen würde.


Sony ICD-PX232 digitales Diktiergerät 2GB (300mW Output, HVXC/MP3)
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Wird angeboten von NOZAMA PROFI
Preis: EUR 43,84

2.0 von 5 Sternen Ergebnis von minderwertiger Qualität, 12. September 2013
Design und Funktionalität dieses Geräts sind in Ordnung. Die Bedienung ist relativ plausibel und einfach, so dass man ohne Handbuchstudium erste Aufnahmen machen kann. Für das Löschen von Dateien gilt das schon weniger. Bei mir funktioniert das mal mehr, mal weniger. Die Beschreibung der Hilfe ist dabei wenig zielführend. Geht man danach vor, werden die Dateien teilweise dupliziert anstatt gelöscht.
Das Display ermöglicht eine schnelle Übersicht über die wichtigsten Informationen zu den Dateien. Positiv finde ich auch den Betrieb über 2 AAA-Batterien.
Was mich bei diesem Gerät aber erschreckt hat, ist die Aufnahmequalität:
"Ermöglicht kristallklare, hochwertige Stereoaufnahmen, die über den vorne angebrachten 300 mW-Lautsprecher ausgegeben werden können." Diese Aussage kann ich nach wochenlangen Tests leider nicht bestätigen.
Oder auch: "Noise Cut-Technologie - Sorgt für wesentlich klarere Sprachaufnahmen und reduzierte Hintergrundgeräusche beim Aufzeichnen." Schön wär's.
Selbst wenn man sich bemüht, klar und artikuliert direkt ins Mikrofon zu sprechen, ist das Ergebnis meist von minderwertiger Qualität. Man erkennt nicht nur seine eigene Stimme kaum wieder, die Wiedergabe ist regelmäßig von Krächzen und Störgeräuschen begleitet, die den Text teilweise kaum verständlich rüberkommen lassen. Ohne Einsatz eines Kopfhörers ist das Abtippen eingesprochener Texte recht mühsam. Da bin ich selbst von Billiggeräten her Besseres gewohnt. "Optimale Sprachaufnahmen" sind mir bisher nicht ansatzweise gelungen.
Um die Texte sinnvoll abzuhören, muss man das Gerät schon an den PC hängen und die Dateien über einen Media Player abspielen. Das ist nicht immer das, was man sich wünscht.


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