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protopeter "p067"

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Papst Franziskus: Gelingt die Revolution?
Papst Franziskus: Gelingt die Revolution?
von Patrik Schwarz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Papst der Überraschungen..., 23. Juli 2015
Dieser Essayband wird seinem Titel ohne Frage in vollem Umfang gerecht - zeigt er doch den Italoargentinier auf dem römischen Bischofsstuhl in der Tat als einen Revolutionär, dessen Reformprogramm weit über rein oberflächlich-augenscheinliche Aspekte hinausgeht. Wenn nun ein Essay den Titel trägt: "Wer Franziskus heißt, kann nicht harmlos sein", dann sind hiermit geradezu das programmatische Motto wie auch der Grundtenor für die insgesamt 32 aus der Feder verschiedener Publizisten stammenden Beiträge dieses Buches gefunden. Person und Wirken des Franziskus von Rom werden aus verschiedenen publizistisch-professionellen Blickwinkeln engagiert betrachtet - die Spannbreite reicht von der Vergangenheit des Jorge Mario Bergoglio über seine Wahl und seine ersten, als überraschend empfundenen Aktivitäten bis hin zu den großen Vorhaben, die unter dem Schlagwort der Kurienreform zusammenzufassen sind. Gerade dabei zeigt sich, dass Franziskus mit äußerst heftigem Gegenwind zu kämpfen hat und seine Gegner vor absolut keinen Manipulationen zurückscheuen; dies geht von diesen Kreisen soweit, seinen Vorgänger gewissermaßen als "Schattenpapst" und Gegengewicht zu den Reformbemühungen zu mobilisieren. Als Fazit möchte man sich nach der Lektüre dieses überaus lesenswerten Buches umso sehnlicher wünschen, dass die sämtlichen Vorhaben des "Mannes vom Ende der Welt" ihre definitive Umsetzung und Erfüllung erleben können.


Papst Franziskus: Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet
Papst Franziskus: Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet
von Stefan von Kempis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sympathisch und anschaulich, 28. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nun ist also schon mehr als ein halbes Jahr vergangen, seitdem der Argentinier Jorge Mario Bergoglio zum "Papst der Herzen" (dieser "Titel" wurde ihm in englischsprachigen Medien verliehen) gewählt wurde. Das von Stefan v.Kempis bereits wenige Wochen nach Papst Franziskus' Wahl vorgelegte Buch unternimmt den überaus geglückten Versuch, Person und Wirken des ersten Lateinamerikaners auf dem Stuhl Petri im wahrsten Wortsinne zu "verbildlichen". Dies geschieht im Übrigen in einer sehr sympathisch-anschaulichen Art, wobei das Verhältnis von Text und Illustrationen zu einer wohlausgewogenen Darstellung führt. Bei all diesen fraglos positiven Eigenschaften stören dann auch einige kleine Ungenauigkeiten nicht - als Beispiel sei etwa auf die Aussage des Autors verwiesen, dass im Konklave 2013 zum ersten Mal ein Kardinal aus China teilgenommen habe; tatsächlich jedoch war ein Purpurträger chinesischer Herkunft schon bei den Papstwahlen von 1958 und 1963 anwesend.
Wie schon gesagt - das sind Kleinigkeiten, die den ansonsten restlos positiven Eindruck in keiner Weise schmälern. Dem Grundtenor des Buches ist die Erwartungshaltung und auch ein gewisser Enthusiasmus anzumerken, den der Autor mit Bergoglios Wahl verbindet. Aufs Ganze gesehen bietet dieses Bild-Text-Buch eine Möglichkeit der Annäherung an den Mann ohne dabei weder in ermüdende Weitschweifigkeiten zu verfallen noch voreilige Schlüsse über mögliche zukünftige Entwicklungen zu ziehen. In diesem Sinne wäre es gar nicht uninteressant, wenn sich der Autor zu einer erweiterten und aktualisierten Neuauflage - als Termin könnte sich vielleicht der erste Jahrestag von Franziskus' Wahl anbieten - entschließen würde. Dessen ungeachtet lautet das abschließende Urteil: Lesenswert, ansehenswert und in jedem Falle empfehlenswert.


Papst Franziskus: Das Vermächtnis Benedikts XVI. und die Zukunft der Kirche
Papst Franziskus: Das Vermächtnis Benedikts XVI. und die Zukunft der Kirche
von Michael Hesemann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

4 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ärgerlich und enttäuschend, 1. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Da ist sie also die neueste deutschsprachige Papst-Franziskus-Biographie...und man mag seinen Augen nicht trauen: Zum wiederholten Mal war ein "Wir-sind-Papst"-Nostalgiker am Werk; wie anders ist es sonst zu erklären, dass in einem Buch, das nominell Leben und Werk des Argentiniers Bergoglio thematisiert, dann mehr als 50 Prozent des Inhalts auf Expapst Ratzinger Bezug nehmen ? Die logische Konsequenz daraus kann nur sein, den derzeitigen Amtsinhaber lediglich als eine Art "Erfüllungsgehilfen" des deutschen "Schattenpapstes" präsentieren zu wollen. Die hierbei zum Tragen kommende Berufung auf eine "Kontinuität" zwischen Vorgänger und Nachfolger dient dem Autor ganz offensichtlich als fadenscheinige Ausrede, um seine nahezu schon kultisch anmutende Bewunderung Joseph Ratzingers detailreich auszuleben. Demgegenüber (und das ist das eigentlich Ärgerliche an diesem Machwerk) bringt Hesemann absolut nichts Neues als das bisher schon sattsam Bekannte über Franziskus; das (laut Umschlagtext) als "Doppelbiographie" konzipierte Buch lässt keinen Zweifel daran, wo seine tatsächlichen Schwerpunkte liegen...Knappes und klares Urteil: Schade um die Zeit, schade ums Geld - Verschwendung in beiderlei Hinsicht !
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 2, 2013 1:54 PM MEST


Franziskus - Zeichen der Hoffnung: Vom Erbe Benedikts XVI. zur Revolution im Vatikan
Franziskus - Zeichen der Hoffnung: Vom Erbe Benedikts XVI. zur Revolution im Vatikan
von Andreas Englisch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

32 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein seltsames Machwerk..., 26. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eines ist vorweg zu sagen - vergleicht man den Stil des Buches mit seinen diversen medialen Auftritten so ist sich der Autor mehr als treu geblieben: Dieselbe schnodderige Ausdrucksweise, derselbe besserwisserische Habitus; bei der Lektüre kann man sich des Eindrucks massiver Aufdringlichkeit nicht erwehren. Andreas Englisch gehört einer Spezies an, die im Italienischen als "vaticanista" bezeichnet wird - damit sind jene Journalisten gemeint, die als Fachleute für sämtliche Fragen gelten, die den Papst, den Vatikan und die Kurie betreffen. Nun gibt es unter diesen durchaus honorige Vertreter ihrer Zunft wie etwa den Italiener Tornielli oder den US-Amerikaner Allen, die im Übrigen beide in den letzten Wochen ebenfalls schon Veröffentlichungen über Papst Franziskus herausgebracht haben. Der wesentliche Unterschied zu dem vorliegenden Machwerk ist allerdings der, dass sich diese beiden Berufskollegen darum bemühten, ein ausgewogenes Bild der Persönlichkeit Jorge Mario Bergoglio, seines Denkens und seiner vermutlichen Absichten im neuen Amt zu zeichnen.
Genau da sind wir auch schon beim Kernproblem dieses Buches: Englisch wird der (im Buchtitel suggerierten) Aufgabe, dem deutschsprachigen Publikum eine ausgewogen-umfassende Darstellung des argentinischen Papstes zu bieten, in keiner Weise gerecht; stattdessen begibt er sich auf ein billiges "Klatsch-und-Tratsch-Niveau", garniert mit Spekulationen und journalistisch aufbereitetem Halbwissen. Dazu kommt, dass - obwohl das Buch doch eigentlich auf Papst Bergoglio konzentriert sein sollte - der "Titelheld" erst ab Seite 213 (also etwa am Beginn des letzten Viertels) ausführlicher in Erscheinung treten darf. Ein weiteres Bestandselement der Ergüsse des Herrn Englisch (und auch dabei ist er sowohl in Wort wie auch in Schrift deckungsgleich) ist sein ständiges großtuerisches Verweisen auf die diversen hoch-, und höchstrangigen Vertreter der römisch-katholischen Hierarchie, mit denen er sich rühmt, in Kontakt - oder in manchen Fällen sogar freundschaftlich verbunden - zu sein. Gerade auch im vorliegenden Buch nimmt dies zuweilen solche Ausmaße an, dass sich selbst der unvoreingenommenste Betrachter des Szenarios die Frage stellen müsste, ob denn der (auch als Romanschreiber tätige) vaticanista hier zuweilen "Dichtung und Wahrheit" miteinander verwechselt. Vielleicht aber hält sich Englisch nur allzu gerne an das alte italienische Sprichwort: "Sè non è vero è ben trovato" - "Wenn es auch nicht wahr ist, so ist es doch gut erfunden".
Alles in allem bleibt das folgende Resümee: Wer zu Englischs Buch greift, um sich auf diese Weise über die Person Jorge Mario Bergoglio einen wirklich profunden Eindruck zu verschaffen, wird definitiv enttäuscht. Selbst wenn man dem Umschlagtext folgen und konzedieren sollte, dass es tatsächlich in der Absicht des Autors stand, "Hintergründe aufzudecken", erweist sich damit nur seine Unfähigkeit, dies in seriöser Weise zu tun.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 4, 2014 6:29 PM MEST


El Papa Francisco. Conversaciones con Jorge Bergoglio (B de Books)
El Papa Francisco. Conversaciones con Jorge Bergoglio (B de Books)
Preis: EUR 1,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen important and valuable, 11. April 2013
This book - a biography based on interviews with the then Cardinal Bergoglio of Buenos Aires - is a really important contribution for getting a somewhat deeper insight into the new pope's biography and his way of thinking on various subjects, ranging from a vivid description of his life (for example, one is told which books and movies he likes and that he indulged in dancing tango) and his experiences to his personal convictions and his own "philosophy".
Besides anecdotes the reader also becomes acquainted to Bergoglios stand-points on Liberation Theology as well as on social and political issues and is given an idea of his basic theologic concepts. On the whole, a highly recommendable source-book which enables the readers to evaluate by themselves without being completely dependent on so called "experts" and their opinions.


Franziskus: Der Papst Der Armen - Die Exklusive Biografie
Franziskus: Der Papst Der Armen - Die Exklusive Biografie
von Heiko Haupt
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wohltuende Exklusivität..., 9. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch "Franziskus - Papst der Armen" nennt sich mit vollem Recht "Die exklusive Biografie"; geht man auf die Grundbedeutung des Begriffs "exklusiv" ein, so entspricht dieser im Deutschen dem Wort "ausschließlich", in diesem Sinne also ausschließlich der Darstellung des ersten Lateinamerikaners auf dem Stuhl Petri gewidmet - an diesen Grundsatz hält sich dann der Autor bei seinen Ausführungen in konsequent-wohltuender Weise.
So werden also nicht nur die wesentlichen Charakteristika der Person Jorge Mario Bergoglio - des (um auf hier einige Zwischenüberschriften zurückzugreifen) "Unerwarteten", der aber "schon einmal nahe dran gewesen" war - beleuchtet und die diversen Phasen seines Lebens und Wirkens (darunter auch jene, die bis zum heutigen Tage für Diskussionen und Konflikte sorgen) dargestellt. Die Bezugnahme auf den lateinamerikanischen Kontext, aus dem der neue Papst stammt und die Perspektiven, denen er sich auf unterschiedlichen Ebenen - beginnend von den Reformforderungen innerhalb des eigenen "Lagers" über Ökumenismus oder interreligiösen Dialog bis hin zu sozialen Fragen - in seiner Amtszeit wird stellen müssen, sind in der vorliegenden Biographie prägnant zum Ausdruck gebracht.
Im Grunde zeigt sich also, dass Bergoglio jemand ist, der nicht einfach in eine Schablone zu pressen ist - das erweisen auch die entsprechenden Zeitzeugen, die ihn (je nach eigener Haltung) von "konservativ" bis "revolutionär", als "populistisch" oder "aufrichtig bescheiden und demütig" bezeichnen. In jedem Fall ein sehr lesenswertes Buch, das durch die reichhaltige Quellenangabe (in erster Linie Webseiten, dazu Bücher und Zeitungsartikel) den interessierten Leser auch zum "Weiterstudium" anregen könnte.


Pope to the Poor: The Life and Times of Pope Francis (Jorge Mario Bergoglio) (English Edition)
Pope to the Poor: The Life and Times of Pope Francis (Jorge Mario Bergoglio) (English Edition)
Preis: EUR 3,09

5.0 von 5 Sternen Kurz, bündig und informativ, 7. April 2013
Der Autor des vorliegenden Buches schafft es, dem Leser Jorge Mario Begoglio (alias Papa Francesco, Pope Francis oder Papst Franziskus) in den diversen Facetten seines Lebens und Wirkens darzustellen. Hierzu gehört eben nicht nur eine Biographie des neuen Papstes, sondern auch ein Aufzeigen seiner Standpunkte zu Familie, Empfängnisverhütung, Homosexualität, sozialen und ökonomischen Fragen und der Todesstrafe.
Wenngleich das Buch mit gerade einmal 90 Seiten als nicht unbedingt quantitativ herausragend zu sehen ist, entspricht es in qualitativer Hinsicht durchaus den Erwartungen, die an eine solche Schrift, deren Erscheinen nur wenige Tage nach der Wahl von Papst Franziskus liegt, gestellt werden können oder übertrifft sie sogar in mancher Hinsicht. Insbesondere positiv überraschen dabei die bibliographischen Angaben, die naturgemäß in erster Linie auf Webseiten verweisen; unter den zitierten Büchern befindet sich dann jedoch auch Bergoglios 2010 herausgegebene, quasi "offizielle" Biographie, die unmittelbar nach seiner Wahl zum Papst wiederaufgelegt wurde und im Laufe der nächsten Wochen wohl in verschiedenen Übersetzungen (darunter auch in Deutsch) erscheinen soll.
Alles in allem - ein lesenswertes Büchlein, das einen ersten, keineswegs oberflächlichen Eindruck über den argentinischen Pontifex hinterlässt; der Autor konzentrierte sich auf das Wesentliche der Vermittlung von Informationen und Tatsachen ohne dabei in Spekulationen und Mutmaßungen zu verfallen - eine Versuchung, der gerade bei einem solchen Thema die zahlreichen, oftmals selbsternannten "Experten" nur schwer widerstehen können.


Franziskus, der neue Papst
Franziskus, der neue Papst
von Simon Biallowons
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen unzureichend..., 5. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Natürlich ist das vorliegende Buch ein erster Versuch, sich dem Phänomen Francesco-Franziskus anzunähern; dies geschieht leider in allzu vorhersehbar kolportagehafter Weise, etwas wirklich faktisch Neues ausser der bisher durch die diversen Medien verbreiteten Meldungen über den neuen Papst bringt es nicht. Bei all dem lässt sich der Autor so gut wie keine Gelegenheit entgehen, dem Leser seine "Analysen" aufzudrängen, wobei der streckenweise schulmeisterliche Ton das Seine dazu beiträgt. Bei allem Verständnis für notwendige Rückblenden hat die immer wieder ins Spiel gebrachte Bezugnahme auf Benedikt XVI. etwas nahezu Exzessives - man hat den Eindruck, der Autor mag es nicht verwinden, dass die "Wir-sind-Papst-Ära" endgültig vorüber ist. Ein weiterer Schwachpunkt ist die fehlende Bibliographie; so ist beispielsweise aus dem Verlauf des Textes zu erkennen, dass sich Biallowons stellenweise ganz offenkundig auf die 2010 erschienenene und auf Gespräche mit dem damaligen Kardinal von Buenos Aires basierende Bergoglio-Biographie bezieht, diese jedoch nicht explizit erwähnt. Alles in allem erscheint in diesem Buch Franziskus-Bergoglio im Grunde lediglich als ein idealer "Aufhänger" für des Autors eigene Überlegungen; überdies besteht die Gefahr, dass der "Titelheld" im Rahmen dieses biographischen Versuches (denn als mehr sollte man diese Schrift nicht gelten lassen) tatsächlich zu einer Nebenfigur verkommt.


Deaconesses: An Historical Study
Deaconesses: An Historical Study
von Kenneth D. Whitehead
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,11

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ideologie in wissenschaftlicher Verkleidung, 1. Juli 2011
Gleichwohl nicht zu bestreiten ist, daß die vorliegende Studie des französischen Liturgiewissenschaftlers Aime Georges Martimort (1911-2000) auf den ersten Blick in ansprechender und wohldokumentierter Aufmachung erstellt zu sein scheint, behandelt sie ihr Thema - den Diakonat der Frau in der Kirche des ersten christlichen Jahrtausends - keineswegs mit der zu erwartenden und einer wissenschaftlichen Abhandlung eigentlich selbstverständlichen Objektivität. Aus beinahe jeder Seite ist zu erkennen, daß Martimort ein treuer "Sohn" des römischen Katholizismus war und sich in vollkommener Übereinstimmung mit der in diesen Kreisen vorherrschenden Doktrin befand, demnach Frauen der Zugang zu Weiheämtern definitiv zu untersagen ist. Dieser zur Ideologie stilisierten Haltung schien der Autor nun in einer so exzessiven Weise verfallen zu sein, daß er an sich evidente Zeugnisse der ersten Jahrhunderte, die eindeutig für den Diakonat der Frau als historisch nachprüfbare Gegebenheit sprechen und sich zum Teil sogar bis auf die apostolische Zeit (Erwähnung im Neuen Testament) zurückverfolgen lassen, entweder generell verleugnete oder auf solche Weise uminterpretierte (oder sollte man vielleicht sogar von Manipulation sprechen ?), daß daraus eben die von ihm beabsichtigte Nichtexistenz des Frauendiakonats resultieren mußte.
Damit steht diese Studie in eindeutigem Gegensatz zu diversen Abhandlungen namhafter Wissenschaftler, die sich diesem Thema annahmen - als Beispiel sei nur auf die entsprechenden Arbeiten der orthodoxen Theologen Evangelos Theodorou oder Kyriaki Karidoyanes FitzGerald verwiesen, die in einer tatsächlich umfassenden Auswertung sämtlicher entsprechender Quellen zu Resultaten gelangen, die Martimorts ideologisierter Darstellung entscheidend widersprechen. Ein gewisser "Wert" dieser im Untertitel als "historische Studie" bezeichneten Arbeit mag nun vor allem darin liegen, mit der Argumentation all jener vertraut zu werden, die sich unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Seriosität nicht scheuen, eigene Überzeugungen als scheinbar unbestritten-objektive Tatsachen an den Mann zu bringen.


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