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Rezensionen verfasst von
lopey (germany)

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'Tis A Pity She Was A Whore
'Tis A Pity She Was A Whore
Preis: EUR 1,29

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Licht ins Dunkel, 13. November 2014
Rezension bezieht sich auf: 'Tis A Pity She Was A Whore (MP3-Download)
Bowie schafft es immer wieder, uns zu überraschen. Musikalisch und aufnahmetechnisch scheint der Song simpel beim ersten Anhören, doch erschließen die tieferen Schichten sich nach und nach. Der Sound ist eher Lo-Fi, ich stelle mir Bowie im Heimstudio an der Rhythmusmaschine und mit einem Kazoo im Mund vor (auch wenn’s keins ist. Es würde passen). Das erinnert an den genial-anarchistischen Brian-Eno-Dilettantismus der frühen 70er. Was gut klingt, muss sich nicht rechtfertigen.
Der Song atmet allerdings eine bedrohliche Atmosphäre. Man weiß nicht, was kommt, aber unaufhaltsam treibt der donnernde Rhythmus weiter... vermutlich Richtung Abgrund. Die angeschrägten Keyboardklänge unterstützen in ihrer Verletzlichkeit den Suspense, während die infantil getrötete Melodie wie das Pfeifen im Walde verhallt.
Bowies arg zurückgenommene, hohe Stimme folgt dem Keyboard und wirkt scheu und verzagt. Nein, das ist nichts Gutes, was da besungen wird. Da bleibt Bowie seinem Themenkanon von "The Next Day" und "Sue" treu.
"War" - davon spricht der Text explizit, und am Anfang des Stücks, der ein wenig das Intro zu "Station To Station" heraufbeschwören mag, sind Schüsse zu hören.
"War" - ist da ein realer Krieg gemeint? Gar ganz konkret der erste Weltkrieg, dessen Jubiläum derzeit begangen wird? Oder einer der vielen aktuellen Kriege, die auf der Welt toben? Oder das ewige zwischenmenschliche Schlachtfeld? Oder der Kampf mit den eigenen Dämonen? Und welchen Bezug gibt es zu dem Theaterstück von John Ford, an dessen Titel der Titel des Songs eng angelehnt ist, und in dem es um Inzest geht? Der düsteren Assoziationen sind es viele...
Aber Bowie wäre nicht Bowie, wenn er uns in der Finsternis allein ließe. Immer schimmern da Hoffnung und Menschlichkeit, in der Musik, in seiner Stimme, so dass wir, trotz des Grauens, ein Licht im Dunkel finden können…


Superga 2750 Cotu Classic, Unisex-Erwachsene Sneakers, Schwarz (Full Black S996), 38 EU
Superga 2750 Cotu Classic, Unisex-Erwachsene Sneakers, Schwarz (Full Black S996), 38 EU
Wird angeboten von cortexpower de GmbH
Preis: EUR 42,79

5.0 von 5 Sternen 10 Jahre sollten sie schon halten..., 22. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Warum hab ich sie gekauft? Ich hatte schon vor über 20 Jahren ein Paar solcher Supergas. Ich nehme an, dass das noch das gleiche Modell ist, das Aussehen und Schnitt ist weitgehend gleich. Nur waren beim damaligen Exemplar die Ösen für die Schnürsenkel schwarz lackiert und etwas zierlicher, was mir eigentlich besser gefällt. Sah edler aus. Vielleicht muss ich da noch selbst tätig werden.
Damals, noch Teenie, hatte ich die Schuhe in irgendeinem Laden entdeckt und gekauft, weil sie sofort super gepasst haben und sehr angenehm waren. Sie waren nicht billig, aber den Kauf hab ich nie bereut.
Diese damaligen Supergas haben mich über viele Jahre begleitet, gingen zuerst sogar noch als "schick" durch und haben später noch als Arbeitsschuhe gedient. Sie haben mehrere Urlaube mitgemacht, wurden nass und wieder getrocknet, und mehr als einmal im Rucksack plattgeknautscht. Sie waren unverwüstlich und haben sich über die Jahre so abgenutzt, wie es sich für gute Turnschuhe gehört: Die Sohle an den meistbeanspruchten Stellen erst glatt- und dann durchgelaufen, der Stoff nach und nach verschlissen und an den Kanten ausgefranst. Kurzum: Der Schuh bekam eine hübsch Patina mit der Zeit, bis er sich irgendwann dann doch nach und nach zerlegte.
Was aber - niemals! - passierte, ist folgendes: Keine Nähte gerissen, keine Sohle gekracht, keine Klebstelle gelöst. Solches erlebt man nämlich immer wieder ärgerlicherweise bei Turnschuhen lange vor der Zeit – und leider nicht nur bei ausgewiesener Billigware.
Superga-Schuhe hatte ich nie mehr wieder in einem Laden entdeckt - wohl aber kürzlich die alten Schuhe beim Aufräumen im Keller! Aus irgendwelchen Gründen haben sie dort den Lauf der Zeit und die Erfindung des Internets überdauert. Welch ein Glück - war mir doch die Marke meiner ehemaligen Lieblingsschuhe entfallen und wähnte ich die alten doch längst auf dem Müll.
Inzwischen sieht der Schuh leicht mumifiziert aus, da die Gummisohle steinhart geworden ist. Sie knirscht, wenn man sie biegt. Doch das Markenschild ist noch gut zu lesen.
Da hab ich dann im Internet geschaut, ob es die Marke "Superga" noch gibt... und wurde hier fündig. Sogleich das exakt gleiche Modell (full black) bestellt, und es wurde schnell geliefert.
Erster Eindruck? Wirkt solide. Aber ob sie noch dieselbe Qualität haben? Ein paar Äußerlichkeiten sind geändert, wie die schon erwähnten metallfarbenen Ösen, sowie eine dunkle Innensohle - im alten Modell war sie hell.
Ich habe Größe 38 bestellt, weil dies auch meine alten hatten, die, so ich mich erinnere, recht gut und eher knapp saßen. Die neuen sitzen auch gut, kommen mir aber recht großzügig geschnitten vor.
Eigentlich sollte ich erst in 10 Jahren eine Rezension schreiben, wenn ich weiß, ob die neuen auch genauso lange gehalten haben wie die alten!


Where Are We Now?
Where Are We Now?

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wie schön, Bowie ist wieder da...., 1. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Where Are We Now? (MP3-Download)
Sorry, allein deshalb gibt's 5 Sterne von mir. Als echter Bowiefan hab ich mich einfach unglaublich gefreut, dass der Meister wieder aktiv geworden ist - und uns so schön überrascht hat! Das Album kann ich kaum erwarten.
Der Song selbst? Als Fan neigt man natürlich dazu, Bowiesongs mit Bonus zu versehen, dessen bin ich mir bewußt. Ob mir WAWN auch gefallen würde, wenn's von jemand anders wäre? Müßig, darüber nachzudenken.... sowas fragt man einen Bowiefan nicht...
Also, nach dem ersten Hören war ich etwas enttäuscht, ich gebe es zu. Worte wie "Schnulze" und "er wird alt" rauschten durch mein Hirn. Aber, Bowie wäre nicht Bowie, wenn der erste Eindruck nicht trügerisch wäre. Der Song ist, wie der Brite sagt, ein "Grower", d.h. die Schönheit und der musikalische doppelte Boden erschließen sich frühestens nach dem fünften Mal anhören. Man beginnt die Untertöne wahrzunehmen, man merkt, dass die Schnulze nur Fassade ist und sich hinter der Berliner Sentimentalität typische Bowiethemen wie "Werden und Vergehen" und das "Staunen am Leben" verbergen, zwar etwas weniger kryptisch verpackt als er das früher getan hat, aber deshalb nicht weniger bewegend. Auch das Video bietet dem interpretationswilligen Fan viel Raum. Ob's nun der Blick in des Kaisers neuen Kleiderschrank ist oder große Kunst, möge jeder selbst herausfinden.
Habe den Song inzwischen auf Bahnfahrten im Dauerloop gehört... wirkt immer noch.


Ein Duell wider Willen
Ein Duell wider Willen
von Jane Jakeman
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Schön zu lesen, gute Charaktere, 28. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein Duell wider Willen (Broschiert)
Es ist kein Thriller, dies vorweg. Wer atemlose Seitenumblätterspannung erwartet ist hier fehl am Platze. Aber gut gelungen und klischeefrei sind die genaue Beschreibung und Charakterisierung von Personen und Orten. Ungewöhnlich ist die streng durchgehaltene Erzählweise aus der ersten Person des Lord Ambrose, und ich las auch seine Gedanken über Gott und die Welt gern, die über den puren Kriminalfall hinausweisen. Dafür wird dann manches, was zum Fall gehört, etwas kurz und atemlos erzählt. Schade, dass das Ende dann doch recht wenig Überraschendes bereithält. Es soll nicht mehr verraten werden an dieser Stelle. Aber da wäre nach der ungewöhnlichen Story doch mehr drin gewesen. Deshalb einen Stern Abzug.


Das große Lager.
Das große Lager.

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Seltsames Buch, 17. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Das große Lager. (Broschiert)
Ich habe es in einer Wühlkiste gefunden und zum Zeitvertreib recht schnell gelesen, aber richtig spannend ist es nicht, da es an einem durchgehenden Spannungsbogen fehlt. Eigentlich ist es sogar recht langweilig. Die Charaktere bleiben flach, die Erlebnisse gehen nicht in die Tiefe, die Schilderungen sind chronologisch und oft langatmig.
Ich glaube, mein Interesse am Weiterlesen rührte vom historischen Aspekt dieses Buches her. Es spielt um 1960 und berichtet wohl Jugendlagertypisches aus dieser Zeit - und davon vor allem das Positive.
Auch ist die Grundidee eines Europajugendlagers sicherlich ganz typisch für die Europabegeisterung und Zuversicht der frühen Nachkriegszeit.
Wertvolle Anregungen für den Umgang mit Jugendlichen mag das Buch eventuell Jugendgruppenleitern und sonstigem pädagogischen Personal bieten, und über die zelebrierte Kameradschaft und die pfadfinderhafte Hilfsbereitschaft zu lesen, ist möglicherweise für heutige Jugendliche auch mal was anderes, falls sie bis zu Ende durchhalten.
Ob das Buch auf Tatsachen beruht? Immerhin war der Autor wohl selbst an solchen Lagern beteiligt. Vielleicht wäre da eine ausführliche Dokumentation mit Fotos u.ä. passender gewesen?


I put a spell on you (5 versions, 1993)
I put a spell on you (5 versions, 1993)
Wird angeboten von game-trip
Preis: EUR 21,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hounted house mix!, 14. Januar 2012
Normalerweise bin ich kein Fan von in die Länge gezogenen Remixes, die oft lediglich mit Knüppelrythmus einen Song für die Tanzfläche zurechthacken... und dehalb kaufe ich auch nicht immer von jedem Song meiner Lieblingskünstler jede "extended" oder "remixed" version.
Aber, diese Maxi lohnt! Denn es befindet sich darauf der "Hounted House Mix". Absolut nicht tanzbar, aber bestens geeignet für victorianische Spukgeschichten...! Very gothic und über 7 Minuten lang. Ha! :)
Ach, ja, und besonders gut mit Kopfhörer zu genießen bei Dunkelheit.


Eastpak Rucksack WYOMING
Eastpak Rucksack WYOMING
Preis: EUR 37,40 - EUR 94,16

36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 5 Sterne nach 3 Jahren, 28. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Eastpak Rucksack WYOMING (Misc.)
Nach 3 Jahren Dauergebrauch kann ich mich den 5 Punkt-Bewertungen nur anschließen. Zuvor habe ich nie eingesehen, dass ein Daypack-Rucksack mehr als 10,00 kosten soll. Es gibt ja auch immer wieder verlockend preiswerte Angebote interessant aussehender Rucksäcke, die auch gar nicht schlecht geschnitten sind, ja, vielleicht sogar zunächst praktischer als der eher simple "Wyoming" scheinen. Aber, immer wieder musste ich feststellen, dass diese preiswerten Rucksäcke nach etwa 1-2 Jahren Dauergebrauch auseinanderzufallen begannen. Da ist der Boden durchgescheuert, es regnet rein, der Reißverschluss klemmt, die Nähte der Tragegurte verabschieden sich und der ganze Rucksack sieht irgendwann nur noch ganz schlecht aus.
Nun will ich diese Rucksäcke nicht kritisieren, denn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt dann schon irgendwie. Aber ich hatte vor gut 3 Jahren die Schnauze voll von den ewig kaputten Teilen und fasste mir ein Herz und kaufte einen Eastpak Wyoming - obwohl er mir auf den ersten Blick eigentlich ein wenig zu "langweilig" war - so ganz ohne Zusatztaschen und sonstigem Firlefanz. Aber der Lederboden überzeugte mich, hatte ich doch gerade einen Billigrucksack wegen durchgescheuertem, wasserdurchlässig gewordenen Boden ausrangiert. So beschloss ich, dem etwa 10mal teureren Eastpak eine Chane zu geben.
Nun, nach 3 Jahren, kann ich guten Gewissens 5 Sterne vergeben. Der Rucksack befand sich im Dauereinsatz, es wurden darin schwere Einkäufe, Briketts, Wasserflaschen, Wochenendreisegepäck und Bücher transportiert und er wurde oft auf den Gepäckträger des Fahrrades gequetscht. Dank der dicken Schultergurte und des gepolsterten Rücktenteils ist er auch bei voller Auslastung immer noch bequem zu tragen.
Er sieht immer noch aus wie neu (habe die eher helle Farbe "shark"), der Stoff ist fest, die Reißverschlüsse bestens in Ordnung. Lediglich neulich, als es so stark geregnet hat, da bemerkte ich, dass er oben am Reißverschluss nicht ganz wasserdicht ist, aber vielleicht ist er das auch nie gewesen.
Insgesamt: Robuster Rucksack, dessen Kauf ich nicht bereue, trotz des Preises. Unverwüstlich.


Der Sirius-Schatten: Thriller
Der Sirius-Schatten: Thriller
von Tom Martin
  Taschenbuch

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verhaltene Leseempfehlung..., 28. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Sirius-Schatten: Thriller (Taschenbuch)
Man liest hier viele sehr schlechte Kritiken, nicht ganz zu Recht, wie ich finde, obwohl es kein wirklich gutes Buch ist. Aber man muss differenzieren. Die Idee, die dem Buch zugrunde liegt, gefällt mir sehr gut. Sie dürfte wohl jeden Freund von Verschwörungs- und sonstigen etwas abseitigen Ttheorien erfreuen. Das ganze wird unterlegt mit vielen Informationen, die zumindest dazu reizen, sich weiter mit dem Thema zu befassen, sofern man sich für soetwas interessiert.
Nun aber zur berechtigten Kritik: Das Buch ist einfach miserabel geschrieben. Erstens ist die vordergründige Handlung sehr unspannend, da es keine Überraschungen und auch keine Dramaturgie gibt. Die Spannung entsteht allein durch das antike Rätsel und die sich anbahnende Katastrophe, worüber der Leser gern mehr wissen möchte.
Zweitens sind die handelnden Personen sehr dürftig geschildert und bleiben Abziehbilder ohne eine differenzierte Charakterisierung. Gute Bücher benötigen aber nun einmal gute Charaktere mit Hintergrund, Vorlieben, Abneigungen... Das fehlt leider völlig. Ja, man sieht die Helden kaum einmal innehalten und einen Kaffee trinken. Atemlos hetzen sie durch die Geschichte und wir erfahren kaum etwas über ihre Persönlichkeiten.
Und Drittens gibt es einfach zuviele "Talking Heads". Alle die Informationen zum antiken Rätsel, die ich zu Beginn lobte, werden dozierend in Dialoge verpackt, die aber in den jeweiligen Situationen oft wenig plausibel sind, ja oft geradezu deplaziert wirken.

Vielleicht wäre das Buch doppelt so dick und doppelt so gut geworden, wenn man diese Story mit interessanten Charakteren bestückt und mit einer wirklich spannenden Erzählweise versehen hätte, die vielleicht auch noch den einen oder anderen Haken schlägt.
Manch miese Formulierung oder Wortwahl mag sicher an einer schlechten Übersetzung liegen, denn, wie man bei amazon.co.uk sehen kann, wird das Buch dort geringfügig besser bewertet als hier. Allerdings stören auch einige überflüssige Füllsätze, die spätestens der (englische) Lektor hätte streichen müssen, ohne dass man etwas vermisst hätte.

--SPOILER.--
Die Übersetzung kann auch gewiss nichts für den Mangel an Dramaturgie und die zum Teil einfach unplausiblen Szenen. Wer würde, wenn er verfolgt wird, ein Handytelefonat führen? Und, ist es wirklich möglich, dass eine Superwissenschaftlerin noch nie etwas von der Piri-Reis-Karte oder den Nazca-Linien gehört hat? Jedem Laien, der sich ein wenig interessiert, sind diese Dinge ein Begriff (auch wenn er kein "Verschwörungstheoretiker" ist).
Dies sind nur zwei Beispiele, wo ich mich über die Unwissenheit und Naivität der Helden sehr wundern musste - eine Unwissenheit, die sie natürlich stellvertretend für den (angenommenen) Leser zeigen, damit dann die nötigen Informationen eingebaut werden können. Aber hier wäre ein "allwissender Erzähler", eine geschickte Dialogentwicklung oder irgendeine andere Arten der Informationsvergabe besser gewesen.
Das Ende kommt dann viel zu schnell und leider sehr enttäuschend. Die Erwartungshaltung, die über das ganze Buch aufgebaut wird, wird nicht erfüllt. Da hätte ich als (rein literarischer) Katastrophenfreund doch weit mehr erwartet: Mindestens einen kleinen Weltuntergang, einen Ufobesuch oder eine globale Katharsis und Erleuchtung der Menschheit u.ä... Aber, nein, es ist wieder mal so wie meistens: Was nicht sein kann, das nicht sein darf und die vertraute Alltagswelt bleibt vorerst unerschüttert. Schade.
--SPOILER_ENDE.--

Aber trotzdem gebe ich insgesamt eine verhaltene Leseempfehlung mit drei Sternen, denn wenn man über die wirklich groben Schwächen hinwegsieht und sich ein wenig für abseitige Theorien interessiert, kann das Buch durchaus mit Gewinn + Spaß gelesen werden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 22, 2013 10:41 AM MEST


Drahtzieher der Macht: Die Bilderberger - Verschwörung der Spitzen von Wirtschaft, Politik und Medien
Drahtzieher der Macht: Die Bilderberger - Verschwörung der Spitzen von Wirtschaft, Politik und Medien
von Gerhard Wisnewski
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine gute Einführung zum Thema., 11. März 2010
Das Buch erhält von mir 4 Sterne, und drei davon allein dafür, dass es überhaupt geschrieben wurde und sogar in die Bahnhofsbuchhandlungen geschafft hat. Denn in der Tat ist die Berichterstattung über den Club der Bilderberger mehr als dürftig in unseren ach so freien Medien. Wisneswski beschreibt auch sehr gut, warum das so ist - und allein das sollten die Menschen lesen und damit erkennen, was unsere "Eliten" von uns halten, fernab von allem Demokratiegeheuchel. Mäh mäh.
Auch ist das Buch gut geschrieben und liest sich flott, wenn auch andere Werke sicher eine höhere Informationsdichte aufweisen. Trotzdem ist es aber eine gute Einführung zum Thema.
Natürlich fragt sich der erfahrene Konspirologe, warum das Buch überhaupt erscheinen durfte. Und die Antwort liegt auf der Hand: Es enthält eigentlich nichts wirklich Neues oder Brisantes, was der an diesen Dingen interessierte Leser und Internetfreund nicht schon irgendwo gelesen hat. So konnte sicher auch Herr Rockefeller seinen Segen dazu geben. Trotzdem, es enthält immer noch genug Informatives, das der vielleicht noch nicht so versierte Leser, der sich immer noch in der "besten aller Welten" wähnt, unbedingt wissen sollte: warum die Medien Unwichtiges berichten und Wichtiges verschweigen, warum die Politik manchmal so absurd erscheint, warum manches wie ein Naturgesetz über uns zu kommen scheint - aber ganz gewiss keines ist. Die Heimlichtuerei der Bilderbergbande ist ganz und gar unerträglich und muss ins Licht der Öffentlichkit gezerrt werden.
Zu überprüfen ist meiner Meinung nach allerdings die von Wisnewski angenommene Rolle der Jesuiten, die mir etwas zu ausschließlich vertreten wird. Auch das im letzten Kapitel angestimmte Loblied auf den Nationalstaat kann sicher mißverstanden werden, ebenso wie der Seitenhieb auf Emanzipation und Schwulenbewegung auf Seite 280. Hier sollte der Autor aufpassen, nicht in den Dunst dumpfer Reaktionäre zu geraten, wodurch schon so mancher Wahrheitssucher Humanität und Respekt vor der Vielfalt menschlichen Lebens überwand...
Nun denn, alles in allem lesenswert, aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Wünschenswert wäre außerdem noch eine detaillierte Literatur- und Quellenliste im Anhang.
Es kann im Übrigen auch sein, dass der gerontologische Club der Bilderberger ohnehin mehr oder weniger abgewirtschaftet hat und deshalb die Mauer des Schweigens bröckelt... oder ist das auch nur wieder ein Trick...?
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 17, 2010 1:58 PM CET


Hitler als Vorläufer: Ausschwitz - der Beginn des 21. Jahrhunderts?
Hitler als Vorläufer: Ausschwitz - der Beginn des 21. Jahrhunderts?
von Carl Amery
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hitler als Vorläufer... wofür?, 22. März 2009
Sehr lesenswerter Text zum Thema Nationalsozialismus und sehr gern gebe ich fünf Sterne, denn gute Texte zum Thema sind selten. Die meisten Publikationen, besonders in Deutscher Sprache, sind vom 'deutschen Schuldkomplex' beladen oder üben sich in der verkrampften Abwehr desselben. Sachliche, unaufgeregte Auseinandersetzungen zum Thema muss man suchen. Hier wird keine Schuld zugewiesen sondern Ursachenforschung betrieben. Und vielleicht ist dies umso beunruhigender. Denn konkrete Schuldzuweisungen in irgendeine Richtung sind natürlich auch bequem.
Trotz der 5 Sterne möchte ich etwas Kritik üben. Der Titel heißt 'Hitler als Vorläufer', doch geht es bis ins 8. Kapitel (von 11) um die Frage: 'Wie konnte es passieren?' und weniger um die Schatten, die eine möglicherweise finstere Zukunft vorauswirft. Das bleibt dann weitgehend dem Wissen und der Phantasie des Lesers überlassen.

Zunächst das Lob: Selten habe ich so kurz und prägnant die Ideologie der Nationalsozialisten so einleuchtend erklärt gesehen, auch einschließlich aller Wurzeln und Vorläufer. Sehr interessant auch, dass Amery vieles mit Zitaten aus dem Buch 'Mein Kampf' versieht, was ja für die meisten Bürger unzugänglich im Giftschrank der Zensur versenkt wurde (doch sollte man es eigentlich zur Pflichtlektüre machen).
Die Rolle Hitlers wird freilich auch von Amery nicht unterschätzt. Die Ideologie des Nationalismus spiegelt viel von Hitlers persönlichen Obsessionen wider.
Doch der Faschismus an sich war keinesfalls eine Erfindung Hitlers. Auch der Antisemitismus hat eine lange Vorgeschichte. Dazu kamen Phänomene der Neuzeit: Darwinismus, Romantik, Säkularisierung, Technischer Fortschritt, Machbarkeitswahn.
So finden wir ein seltsames Konglomerat aus Naturwissenschaft und diffusem Mystizismus, aus Moderne und Barbarei. Ein Widerspruch? Nein, auch wir 'modernen' Menschen müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass 'moderne Zivilisation' und 'Barbarei' keinesfalls einen Widerspruch darstellen.
So huldigt der Nationalsozialismus einer 'Grausamen Königin Natur' und wird zu deren Vollstrecker mit den Mitteln der modernen Technik. Alles, was dem vulgärdarwinistischen Gesetz der Natur zuwiderläuft, etwa Humanismus oder Nächstenliebe wird als 'schwach' und 'jüdisch' bezeichnet und muss vernichtet werden, alles zum Wohle des Fortschrittes und der Optimierung der Menschheit, so die moralische Rechtfertigung zur Unmenschlichkeit.
Interessant ist hier vor allem der Schritt hin zu einer rein naturwissenschaftlichen Sicht auf die Menschheit. Diese ist uns heute schon so selbstverständlich, dass wir das eigentlich Ungeheuerliche daran nicht mehr registrieren, zumal da auch wir, vulgärwissenschaftlich gebildet, ein eher grausames Verständnis der Natur pflegen.

Erst in Kapitel 8 und 9 verlassen wir die Zeit des Nationalsozialismus und es folgt ein Exkurs auf die 'Vollstrecker der Grausamen Königin' jüngeren Datums, also auf sogenannte 'ethnische Säuberungen' und Völkermorde in postnazistischer Zeit.
Dies soll keinesfalls den Nazismus exkulpieren, wohl aber gewisse, sich wiederholende Muster aufzeigen. Nein, es gibt kein spezifisch deutsches 'Nazi-Gen', wohl aber Strukturen und menschliche Schwächen, die immer wieder solche Unmenschlichkeiten ermöglichen.

Nun zur Kritik, die aber den 5 Sternen keinen Abbruch tut: Zum Thema 'Vorläufer - für was?' kommt Amery erst gegen Ende des Buches im 10. Kapitel. Denn der Schoß ist fruchtbar noch. Aber wir sollten die Gefahr nicht in der dümmlichen Skinheadszene suchen, sondern an anderen Stellen. Und sie betrifft nicht nur einzelne Nationen sondern wird global.
Die Frage nach der 'Nachhaltigkeit', gern von Politikern im Munde geführt, könnte zum Bumerang für den Humanismus werden.
Amery stellt die Frage am Ende des Buches: 'Müssen wir Unmenschen werden, um zu überleben?'

Längst werden Menschen sehenden Auges in der '3.Welt' dem Tode überlassen, werden auch hierzulande behinderte Kinder pränatal 'euthanasiert', werden Menschen in 'Minderleister' und 'Elite' eingeteilt und als 'Kostenfaktor' und 'Humankapital' bezeichnet.
Egal, ob man nun das 'Überleben des Stärksten' oder, ganz postmodern, 'des Angepasstesten' predigt, es läuft auf Auslese hinaus.
Die Auslese auf dem kapitalistischen Arbeitsmarkt läuft auf Hochtouren. Wer dabei herunterfällt, wird auch in seinen Lebenschancen immer weiter eingeschränkt. So bekommen Arme und Alte auch hierzulande immer weniger Mittel zum Leben. Und wo Politiker Arbeitslose auch schon mal ungestraft als 'Parasiten' bezeichnen dürfen, ist die 'grausame Göttin' nicht mehr weit. Die Ideologie des zum Glück sich gerade in Rechtfertigungsnot befindlichen Neoliberalismus muss diesbezüglich dringend untersucht werden.
Eine wirkliche Neuorientierung könnte z.B. den Prinzipien 'Vielfalt und Zufall' sowohl in der Naturgeschichte wie auch im menschlichen Leben mehr Bedeutung beimessen.

Auch in der Umweltfrage, so wichtig sie ist, versteckt sich ein unheimliches Potential, etwa wenn der Mensch vorwiegend als Schädling angesehen wird.
So bergen die vom Club of Rome angeregte Diskussion um die 'Grenzen des Wachstums' oder die aktuelle Klimadiskussion den Subtext einer erwünschten Reduktion der Weltbevölkerung.
Ebenso kann die Verteilungsfrage zur Frage nach Leben und Tod werden, nämlich dann, wenn sich die Ansicht durchsetzt, dass es 'nicht für alle reicht', vor allem nicht für diejenigen, die als 'überflüssig' erachtet werden.
Der Konspirologe würde hier sofort auf die sinistren Pläne zu einer 'New World Order' verweisen. Nun ist Amery wahrscheinlich kein Konspirologe, aber seine Warnungen sollte man sehr ernst nehmen.

Für diesen Teil des Buches hätte ich mir mehr Umfang gewünscht! Leider belässt es Amery bei Impulsen in die richtige Richtung. Aber vielleicht war es auch einfach seine Absicht, sich nicht zu sehr in Spekulationen und Panikmache zu verlieren.

Zum Thema 'Wie konnte es passieren' kann ich weiterführend vorbehaltlos Zygmunt Baumanns 'Dialektik der Ordnung - Die Moderne und der Holocaust' empfehlen.


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