Fashion Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto calendarGirl Prime Photos Sony Learn More fissler Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16
Profil für Antje Burkert > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Antje Burkert
Top-Rezensenten Rang: 50.678
Hilfreiche Bewertungen: 787

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Antje Burkert (Berlin)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-14
pixel
Die Blechtrommel: Roman
Die Blechtrommel: Roman
von Günter Grass
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,90

8 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Günter Grass ad absurdum, 29. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Blechtrommel: Roman (Taschenbuch)
Zwei Sterne erhält dieser in der Weltliteratur hoch gepriesene, autobiographisch gezeichnete Debütroman von Günter Grass von 1959, den jeder kennt, aber die wenigsten gelesen haben und trotz der schlechten Bewertung muss ich zugeben, ich war fasziniert, was sich hinter diesem Titel verbarg. Grass beschreibt Episoden aus der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Sicht des infantilen Sonderlings Oskar, dessen steter Begleiter seine rot-weiße Blechtrommel ist. Dank ihrer kann er sich auch an Ereignisse, die vor seiner Geburt liegen, erinnern, was Grass in einer karikaturenartigen, skizzenhaften Sprache verdeutlicht. Oskar erzählt die Geschichte rückblickend aus einer Heil- und Pflegeanstalt, was auf seinen psychischen Zustand hindeutet, der dem Leser schon auf den ersten Seiten bewusst wird, mal klarer mal absurder von Grass durch eine mal einfachere mal komplizierter Sprache abgebildet wird, mir teilweise jedoch viel zu langatmig, plump und unprägnant war. Einige der 779 Seiten waren so arrogant und gewollt geschrieben, Episoden dadurch kaputt geredet, dass ich - meinen Gewohnheiten entgegen - Seiten überspringen und weiterblättern musste. Interessant fand ich den sprachlich-schizophrenen Wechsel zwischen Ich-Erzähler und 3. Person, wenn in einem Satz mit "Ich" begonnen und mit "Oskar" geendet wird. Als peinliche Verzweiflung empfand ich dagegen die wenigen Seiten, die aus der Sicht des Krankenpflegers geschrieben wurden?! Inhaltlich handelt es sich, wenn man mal den historischen Hintergrund des Nationalsozialismus ausblendet, was einem ganz gut gelingen kann, um eine recht amüsante und phantasienreiche Lebensgeschichte, die mich stark an die Romane von John Irving erinnert: die fabulierenden Absurditäten der Episoden, die sexuellen Anspielungen, die filigrane Ausformung der Charaktere. Auch der kleine Oskar zeigt besonders in seinem religiösen Fanatismus, den Steinmetzfähigkeiten, seiner körperlichen und geistigen Größe starke Ähnlichkeiten mit Owen Meany.
Ich bin froh, nun endlich zu einem neuen Buch greifen zu können, aber auch zufrieden, diesen Roman kennen gelernt zu haben und nicht abgeneigt, noch mal ein Werk von Günter Grass zu lesen.


Marco Polo Reiseführer Sylt
Marco Polo Reiseführer Sylt
von Meta Hinrichsen
  Taschenbuch

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nordseeglück, 29. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Marco Polo Reiseführer Sylt (Taschenbuch)
Sylt ist eine Reise wert und die Nordsee sowieso immer. Mit dem Reiseführer war ich jedoch nicht ganz so zufrieden. Mir fehlten tiefere Bezüge und Erklärungen. Ich fand alles sehr oberflächlich und zu wenige Insider Tips. V.a. fehlten mir bessere Restaurantempfehlungen. Die waren wirklich sehr unausfühlrich und viel zu einseitig.


Ein eigenes Zimmer: Essay (Virginia Woolf, Gesammelte Werke (Taschenbuchausgabe))
Ein eigenes Zimmer: Essay (Virginia Woolf, Gesammelte Werke (Taschenbuchausgabe))
von Klaus Reichert
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Frauen und Literatur, 28. Juli 2007
Der Essay "Ein eigenes Zimmer" von Virginia Woolf, ist einer der von Frauenbewegungen meistzitierteste Text, der auch heute noch sehr zum Nachdenken anregt. Woolf befasst sich darin mit dem Thema "Frauen und Literatur". Sie zeigt einerseits die Missverhältnisse zwischen Männern und Frauen in der Wissenschaft auf, arbeitet die männliche Dominanz heraus und zeigt andererseits, dass sich z.B. Frauen wie Jane Austen langsam aber stet einen Platz in dieser Welt erarbeiten. Woolf weist mit "Ein eigenes Zimmer" auf all die Bedingungen wie ein eigenes Einkommen, Privatsphäre, Begabung und Feingefühl, Stil, ein Thema und Akzeptanz hin, die erfüllt werden müssen, um in die männliche Wissenschaftswelt einzudringen. Auch wenn sie als eine der ersten und größten "Emanzen" gilt, merkt man ihr doch immer wieder Zweifel an. Sie als auch die Zeit sind noch nicht ganz reif für diesen für uns heute selbstverständlichen Schritt zum neuen Bewusstsein, Selbstwertgefühl der Frau, als sie z.B. den neuartigen, wenig poetischen Stil ihrer Zeitgenossin M. Carmichael (S.80) kritisiert, als sie das Thema "Kind oder Karriere" erstmals kritisch beleuchtet (S.24) oder am Ende des letzten Kapitels sagt, es sei in der Tat erfreulich, wieder etwas von einem Mann Geschriebenes zu lesen (S.98).
Besonders gefielen mir im letzten Kapitel der Blick aus dem Fenster ihres eigenen Zimmers auf die quirlige, sich minütlich ändernde Stadt London als Hinweis auf die sich im Wandel befindende Stellung der Frau im Spiegel der Litaratur im 20. Jahrhundert wie auch die abschließende Metapher der toten Dichterin - einer imaginären Schwester Shakespeares - die in einem (der Frau) immer weiter leben wird.
Erfrischend zu lesende und nachdenklich stimmende 112 Seiten, die tief in die Psychologie und das Frauenrecht einsteigen, in ihrer Sprache wie auch Thematik brand aktuell sind und in Zeiten des "Eva-Prinzipes" wiederum ganz anders interpretiert werden als noch zu Hochzeiten von Alice Schwarzer.


Reise im Mondlicht: Roman
Reise im Mondlicht: Roman
von Antal Szerb
  Taschenbuch

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Todessehnsucht, 18. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Reise im Mondlicht: Roman (Taschenbuch)
Antal Szerb ist ein in Vergessenheit geratener ungarischer Schriftsteller, der 1945 starb. "Reise im Mondlicht" ist einer seiner wenigen Romane, der erst 2003 ins deutsche übersetzt wurde. Zunächst hatte ich kein gutes Gefühl. Die Sprache schien plump und die Charaktere flach und oberflächlich beschrieben. Doch nach den ersten vier Kapiteln stieg Szerb in die Tiefe seines literarischen Könnens, zauberte elegante Sprache und bedeutungsschwere Inhalte.
Mihály und Erzsi befinden sich auf Hochzeitsreise in Italien, was in dem verträumten, lebensunfähigen Mihály seine ganze Sehnsucht nach Jugend und Freiheit weckt und ihn aus seinen angepassten, in Formen gepressten Bahnen ausbrechen lässt. Er verlässt Erzsi und verfällt einer rastlosen Suche, der Sehnsucht nach Vergangenem, nach Irrealem. Fast scheint der Tod eine unausweichliche Folge dieser vergeblichen Suche, als sich alles dreht und das Leben über den Tod siegt.
Szerb erfasst die Stimmung des Fin de Siècles und schreibt eindrücklich und gefühlvoll. Ein Buch voll farbenprächtiger Facetten, für den einen nur die Beschreibung einer italienischen Rundreise, für den anderen die Vollendung des Todesthemas, ein Spiel mit den fein herausgearbeiteten Figuren oder ein Genuss der wohlklingenden und bestechenden Sprache und die diffizile Verarbeitung diverser tiefenpsychologischer Aspekte. Man benötigt ein Gespür für literarische Weltliteratur und sensibles Einfühlungsvermögen, um diesen Roman zu lieben.


Owen Meany (detebe)
Owen Meany (detebe)
von John Irving
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genialer, brillanter, einzigartiger Geniestreich, 23. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Owen Meany (detebe) (Taschenbuch)
Es gibt zwei Bücher, die ich immer wieder lesen könnte. Eines davon ist "Owen Meany". Mir fehlen jedes Mal wieder die Worte, ich lese wie besessen, verschlinge die Worte und Sätze und wünschte, es würde nie enden. Dieses Buch macht alles nichtig und klein, was ich jemals gelesen oder auch geschrieben habe. Es ist vernichtend GUT!!! Jeder Satz ist gehaltvoll, jede Phrase kreativ und in sich stimmig.

Irving beschreibt das ganz banale Leben eines Jungen aus New Hampshire in den 50 er Jahren, wie er heranwächst in einer Kleinstadt in New England. Sein bester Freund ist Owen Meany und das ist der Grund dafür, dass sein Leben und der Roman alles andere als banal ist. Owen Meany ist Irvings Auseinandersetzung mit dem Leben an der Ostküste, einem halben Jahrhundert amerikanischer Geschichte und der Religion. Ich könnte noch endlose Lobeshymnen verfassen, doch nichts davon würde den Kern dieses vollkommenen Werkes treffen. Man sollte es gelesen haben! Es ist die zweite Bibel, die man immer wieder aufschlagen und einzelne Phrasen lesen kann, in der man schwelgen und worüber man nachdenken kann. "Owen Meany" ist unglaublich stimulierend.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 29, 2013 12:25 AM CET


Das Parfum
Das Parfum
von Patrick Süskind
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literarische Duftkomposition, 22. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Parfum (Taschenbuch)
Welch Phantasie benötigt ein Autor, um dieses Werk über das heute immer noch unumstrittene Luxusgut, das Parfum, schaffen zu können. Mit welcher Hingabe beschreibt Süskind die verschiedensten duftenden Materien, Geruchsvarianten und Aromen, reiht dem Leser sowohl stinkende als auch wohlriechende Stofflichkeiten des 18. Jahrhunderts auf, als könne man sie mit der Nase selbst und nicht die Worte mit den Augen erfassen. Aufsaugen möchte man all die Beschreibungen über Düfte, Duftentstehung und Endprodukte wie das eigene Lieblingsparfum, schwelgen und wiederholt lesen, die Passagen, in denen Süskind zuverarbeitende Substanzen aufzählt.

Ein inhaltlicher roter Faden in Form des Strebens des geruchlosen Protagonisten Grenouille nach der vollkommenen Fähigkeit des Parfumeurs zieht sich durch den Roman. Der Leser wandert durch die stickigen, stinkenden Strassen Paris', von den Armenbaracken der Gerberviertel bis hin zu den stattlichen Wohnhäusern des gehobenen Bürgertums, durch die einsame Landschaft der Pyrenäen bis hin in den schwülen Süden Frankreichs in die Gegend von Montpellier, Grasse und Grenoble. Süskind vermag es, dem Leser entgegen des normalen Rechtsverständnisses einen Aufschrei des Unmutes zu entlocken, als den Schuldigen das Urteil trifft.

Ein immer wieder kurzweilig lesenswerter Roman. Freue mich schon auf die Verfilmung von Bernd Eichinger!


Absolute Freunde. Roman
Absolute Freunde. Roman
von John le Carré
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der große Deutschlandroman, 8. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Absolute Freunde. Roman (Gebundene Ausgabe)
John Le Carré, der Autor von "Der Schneider von Panama", rekapituliert in seinem Roman "Absolute Freunde" die deutsche Geschichte vom Nationalsozialismus über die 68er Revolution, den Kalten Krieg bis hin zum die aktuelle Weltpolitik beeinflussenden Terrorismus. Ein Ausländer schreibt für Ausländer, versucht, ihnen zu vermitteln, was uns Deutschen in der Generation nach den 68ern, den Enkeln des Nationalsozialismus, schwer als real und tatsächlich stattgefunden scheint, unsere Geschichte, anhand eines in Pakistan/ Indien zu Zeiten der Revolution aufgewachsenen Engländers, der in Berlin auf den radikalen jedoch friedlichen Revolutionär Sascha trifft, deren Wege sich immer wieder kreuzen und auseinander führen, doch vereint am Neckar enden. Gestriffen werden illegale Hausbesetzungen, Ost-West-Spionage, englischer Geheimdienst und CIA und zuletzt auch der Islam und die Al-Qaida.

Ein interessanter Ritt durch die Vielseitigkeit der deutschen, europäischen und zuletzt globalen Geschichte, die auch mich als Ex-Geschichts-Leistungskurs-Schüler immer wieder in Verwunderung und Staunen versetzt. Zugegeben, der Roman hat auch seine Längen, über die die liebenswerte Rolle Mundys, des englischen Protagonisten, jedoch leicht hinweghilft.


Die Therapie
Die Therapie
von Sebastian Fitzek
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut gelungener Debütroman, 23. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Therapie (Taschenbuch)
Eigentlich interessiere ich mich nicht für Krimis und noch weniger für Psychothriller, ich bevorzuge andere Genres, doch ich lese mit Begeisterung und Interesse Debütromane - wahrscheinlich in der stillen Hoffnung, auch irgendwann mal einen zu verfassen. Die Handlung in "Die Therapie" fesselte mich vom ersten Augenblick, vielleicht einerseits aufgrund des medizinischen Kontextes, andererseits wegen der Haupthandlungsorte Berlin und Nordseeinsel. Die Entwicklung der Geschichte fand ich sehr einfallsreich, gelungen. Die Sprache war fesselnd, glaubwürdig, spannend. Mein Mann behauptet, man müsse mir die Bücher wegnehmen, sie seien wie eine Sucht für mich. Und genauso kam ich mir am Ende der 332 Seiten auch vor, wie ein Junkie auf Entzug. Mein Körper zeigte dieselben Symptome. Mir war kalt, ich zitterte, mein Herz klopfte, meine Augen brannten, ich hatte einen schalen Geschmack im Mund und ich fühlte eine unendliche innere Leere, unüberbrückbar. Ich fühlte mich genauso schlecht und elend, verspürte die Strapazen und Leiden, die fiebrige Grippe, die lähmende Angst des Protagonisten. Trotz strahlendem Sonnenschein vor dem Fenster, meinte ich, das beschriebene Nordseeunwetter selbst miterlebt zu haben. Das Ende grandios, genial. Nach jeder Enthüllung einer neuen, zur Auflösung beitragenden Tatsache, glaubte man, das war's, wollte schon durchatmen, aber nein, Fitzek setzte immer noch einen drauf, heckte einen weiteren Clou aus und schlussendlich war man als Leser, der Dr. Viktor Larenz bereits ins Herz geschlossen hatte, versöhnt. Eine schriftstellerische Meisterleistung, die einen voll und ganz in den Bann zieht und sogar körperlich strapaziert!


Die Habenichtse: Roman
Die Habenichtse: Roman
von Katharina Hacker
  Gebundene Ausgabe

12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überraschend, erschreckend, grausam, 23. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Habenichtse: Roman (Gebundene Ausgabe)
Was für ein Werk von Katharina Hecker. Beginnt die Geschichte fast seicht, lieblich vor sich hinzuplänkeln, verlässt die Autorin im Verlauf dieses Genre und entwickelt ein grausames, kaltes, unschönes Konstrukt. 3 Erzählstränge - die sich entwickelnde Liebe zwischen Jakob, einem Anwalt und Isabelle, einer Grafik-Designerin im neuen Berlin, das verkorkste Leben Jims mit Drogendealing und Einbrüchen in London, sowie das lieblose Leben der kleinen Sara in einem gewalttätigen Elternhaus ebenfalls in London - werden zu einem verwoben. Die Attribute vermischen sich, die Verhältnisse kehren sich um, aus schwarz wird weiß, aus gut wird böse. Aus der zunächst Geborgenheit und Glück vermittelnden Ehe wird eine abgestumpfte, oberflächliche Verbindung ohne Vertrauen. Die verprügelte kleine Sara beginnt selbst, ihre Katze zu foltern. Und als einzig authentisch wirkend, zeigt sich die tiefe, jedoch unerwiderte Liebe des kriminellen Jims zu Mae. Gewalt, Grausamkeit, Dreck, Blut und Hass treten im Verlauf so sehr in den Vordergrund, dass es fast abstoßend wirkt.

Auch Sprache und Stil stehen nicht im Einklang mit meinem persönlichen Sprachverständnis. Zunächst ist die Sprache stockend und schwierig gewunden, kommt nicht in Schwung. Es wirkt unruhig, wie ein ungeordneter Ameisenhaufen, nichts passt zusammen, man kann in nichts ruhen. Einzelne Phrasen und Sätze zeigen schöne Bilder und Alliterationen, wirken melodisch, doch das Ganze eine Große "Unharmonie"!

Die Beurteilung klingt negativer, abwertender als sie sein soll. "Die Habenichtse", ein Buch, das man lesen sollte, doch keine Ästhetik erwarten kann, nur nackte Fakten einer brutalen, kalten Welt nach dem 11. September!


Sommerlieben: Freiluftnovelle (blue notes)
Sommerlieben: Freiluftnovelle (blue notes)
von Hedwig Dohm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,80

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sommernovelle an der Ostsee aus dem Jahr 1909, 5. April 2007
Hedwig Dohm ist eine Verfechterin der Frauenrechte, geboren - jetzt bereits - im vorletzten Jahrhundert. Neben zahlreichen Pamphleten und wissenschaftlichen Abhandlungen verfasste sie auch diese kleine Novelle als Korrespondenz der Protagonistin mit dem verwitweten Schwager, mit dessen Kindern diese den Sommer in einem Ostseebad in Pommern verbringt.

Der erste Eindruck von der Protagonistin ist der einer alten, keifenden Jungfer, großstädtisch, hochnäsig, die über Domizil und Mitgäste schimpft und zetert wie ein Rohspatz. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier, damals wie heute, Neues und Unbekanntes wird erstmal skeptisch beäugt. Doch mit jedem Ferientag, mit jedem Brief wird ihr Ton verspielter, es entwickelt sich fast ein schriftlicher, schelmischer Flirt; die erfrischende Seeluft, verjüngt die Protagonistin. Berichte voll aktuellem Witz über die kleinen Tragödien des Tages, der durch Fremde frech besetzte Strandkorb, das dreiste "Mopsen" von versehentlich liegengelassenem Strandspielzeug, schnell umschwenkendes Seewetter, die Liebeleien der frühreifen 12-Jährigen für den Nachbarjüngling, die neckischen Streiche des aufgeweckten 5-Jährigen und andere Urteile über Mitbadegäste unterschieden sich vor 100 Jahren um kein Stück von denen der heutigen Zeit in solchen Seekurorten. Ich musste permanent schmunzeln und erkannte in den Beschreibungen meine eigenen alljährlichen Sommerferien an der Nordsee wieder. Ein Muss als Sommerlektüre für jeden traditionellen Nord- oder Ostseeurlauber!


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-14