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Rezensionen verfasst von
Antje Burkert (Berlin)
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Die wilde Geschichte vom Wassertrinker
Die wilde Geschichte vom Wassertrinker
von John Irving
  Gebundene Ausgabe

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein typischer, jedoch früher Irving, 20. August 2006
Wie in allen Irving Romanen gibt es einen Charakter, der bunter und schillernder nicht sein kann, der sich durch Eigenschaften auszeichnet und Dinge erlebt, die man zwar bewundert, jedoch nur schwer nachvollziehen kann. Ich frage mich stets, woher nimmt Irving die Inspiration, die Phantasie, sich derartiges auszudenken und so lebhaft niederzuschreiben. Beschreibt er sich selbst in all diesen Karikaturen?

Thump-Thump studiert vergleichende Literaturwissenschaften und schreibt seine Dissertation über eine altniedernordische Übersetzung. Mal wieder wählt Irving die Ostküste der USA wie auch Wien als Schauplatz und erzählt abwechselnd die Geschichte von Thump-Thumps erster Liebe Biggie, einer Skifahrerin und der zweiten, Tulpen, mit der er am Ende des Romans endlich sich selbst findet. Und natürlich verarbeitet Irving auch diesmal wieder medizinische Themen. So leidet sein Wiener Freund Merill Overtuf an Diabetes, den er auf sehr obskure Art und Weise unter Kontrolle zu bringen versucht und Thump-Thump selbst hat eine missgebildete Harnröhre.

All diese Geschichten, die hier zu einem Roman verwoben sind, strotzen vor Abstraktheit und Extravaganz. Es ist nicht mein erster Irving und als unumstrittener Irvingfan sieht man über manche Holperigkeiten hinweg, überliest die initial partielle Langatmigkeit. "Die wilde Geschichte vom Wassertrinker" steigert sich zum Ende gewaltig und in den letzten beiden Kapiteln erreicht sie das Niveau seiner späteren Werke. Besonders das vorletzte Kapitel, in dem sich Thump-Thump endlich Tulpen und sich selbst nähert, spricht mir mit jedem Satz aus der Seele.

Irvings Genialität ist für mich bereits hier deutlich zu erkennen, doch zu einem vollendeten Irving Roman fehlen noch die Bären!


Stupid White Men: Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush
Stupid White Men: Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush
von Michael Moore
  Taschenbuch

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Bush-Lüge, 23. Juli 2006
Es kam mir vor wie Sekundärliteratur zu dem zuvor gelesenen Roman von Owen King "Der wahre Präsident von Amerika", doch noch nie empfand ich Sekundärliteratur als so unterhaltsam. Und eigentlich möchte man die ganze Zeit nur schreien vor Ungerechtigkeit über die Tatsachen, die Michael Moore über die korrupte Politik in Amerika hervorkehrt. Angst und Bange kann es einem werden, wenn man erfährt, mit welchen Mitteln die Welt regiert wird. Erschreckend wie klein und feige der mächtigste Mann Amerikas ist und wie hilflos der intelligente Bürger. Und dann stellte sich mir auch immer wieder diese Frage, e i n e Wahl möge ja meinetwegen manipuliert gewesen sein, aber wie hat er es geschafft, nach vier Jahren wieder gewählt zu werden???

Michael Moore hat ein unglaubliches Insiderwissen, das er in "Stupid white Men" wie auch in "Bowling for Columbine" verarbeitet, in einem witzigen und nie langweilig werdenden Stil. Teilweise enthält eine Seite so viele Informationen und deckt so viele erschreckende Tatsachen auf, dass einem ganz schwindelig werden kann!


Der wahre Präsident von Amerika
Der wahre Präsident von Amerika
von Owen King
  Gebundene Ausgabe

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amerikanisches Kleinbürgertum, 28. Juni 2006
Owen King, Sohn des Thrillerautors Steven King, stilistisch und inhaltlich jedoch ohne erkennbare verwandtschaftliche Verbindung, trifft mit seinem Debütroman satirisch den Zahn der Zeit. "Der wahre Präsident von Amerika" klagt an, was die ganze Welt vor Amerika zurückschrecken lässt, die politische Naivität, mit der das Gros der Amerikaner G.W. Bush jr. untertan ist, der sich seinen Wahlsieg erkauft, erschwindelt und erschlichen hat und mittlerweile in seiner zweiten Amtszeit ungestraft wirken darf. King zeichnet ein amerikanisches Kleinstadtleben, wie man es sich vorstellt. Mangelnde Umgangsformen, Fanatismus, bildungsferne Bürgerschichten, Verrohung und Blauäugigkeit hinter Fliegengittertüren und kurz gemähten Vorgartenrasenflächen. Zwischen den politischen und gesellschaftlichen Launen des beginnenden 21. Jahrhunderts kämpft ein 15 jähriger Junge mit Vernunft gesegnet um seine Stellung in einer Familie mit einem Großvater, der AL Gore-Fanatiker ist, einer Gewerkschaftler-Großmutter, die vor kurzem an Krebs verstorben ist, einem drogensüchtigen Vater, einer Mutter, die immer dann ihre Lebenspartner wechselt, wenn der Junge sich gerade in die neue Situation eingelebt hat und einem aktuellen Liebhaber der Mutter, der den klassischen Spießbürger verkörpert und überhaupt nicht in diesen "durchgeknallten" Reigen Angehöriger passt. Beschreibend passt hier eigentlich nur die angelsächsisch Form für total verrückt: crazy! Ein sehr gelungenes Buch mit viel Witz und Wahrheiten. Die im Anschluss folgenden Kurzgeschichten, die nicht minder "abgefahren" sind, befriedigen jedoch nur teilweise meine literarische Leidenschaft.


Illuminati: Illustrierte Ausgabe. Robert Langdon, Bd. 1
Illuminati: Illustrierte Ausgabe. Robert Langdon, Bd. 1
von Dan Brown
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Religiöses Konstrukt, 11. Juni 2006
Hat man eines gelesen, kennt man sie alle! Wie Pilze aus dem Boden schießen die Wörter zu Romanen wie "Illuminati" momentan aus den Federn diverser Schriftsteller. Fantastische, religiöse Konstrukte kriminalistisch angehaucht! Zu irrealistische und weit hergeholte Verwebungen, bei denen man teilweise nur den Kopf schütteln kann. Vielleicht ist meine Betrachtungsweise ein wenig zu arrogant, denn auch auf diese Ideen, die Dan Brown in ein kunstvolles symmetrisches Spinnenetz verwebt, muss man erstmal kommen, recherchieren und ersinnen. Auch wenn mir der Inhalt teilweise zu abgehoben und realitätsfern war, kann ich doch nicht leugnen, dass mir das Buch Lesevergnügen bereitete - vor allem die amerikanische Originalversion.


Sommergäste in Trouville
Sommergäste in Trouville
von Undine Gruenter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

3.0 von 5 Sternen Stimmungen, 16. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Sommergäste in Trouville (Gebundene Ausgabe)
Eine handvoll Sommerstimmungen kreiert Undine Gruenter mit ihren Kurzgeschichten "Sommergäste in Trouville". Fin de Siècle des ausgehenden 20. Jahrhunderts, die Morbidität Frankreichs, der Scheinreichen und der wirklich Reichen, Dekadenz, die Melancholie des verblassenden Blaus in den adligen Adern, Sehnsüchte, Traurigkeit. Gruenter betont die für einige Augenblicke im Sommerdomizil wiedergefundene Langsamkeit und Ursprünglichkeit, vermittelt gleichzeitig jedoch die Unmöglichkeit, in den heutigen Zeiten ein solches Leben außerhalb der Ferien fortzusetzen zu können.

Leicht lassen sich diese 15 Kurzgeschichten lesen, denen nur der Ort und die Grundstimmung gemeinsam ist. Nachdenken muss man manchmal über die mögliche Zweideutigkeit der Situationen. Eine Vielzahl wunderschöner Wörter und Umschreibungen werden verwendet. Edle Speisen, Bekleidung und Wohnausstattung wie auch Baustile werden mit französischem Fachvokabular erklärt, dessen Kenntnis die Geschichten sicher noch interessanter machen würde. Ein Wörterbuch auf den Knien verscheucht andererseits jedoch die gewobenen Stimmungen!


DuMont direkt Neapel & Pompeji
DuMont direkt Neapel & Pompeji
von Gabriella Vitiello
  Broschiert

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen mager und enttäuschend, 8. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: DuMont direkt Neapel & Pompeji (Broschiert)
Da steht einfach nichts drin! Komplett unübersichtlich ohne jeglichen Informationsgehalt. Man erfährt nichts über die Hintergründe der Stadt. Die Sehenswürdigkeiten sind schlecht und unübersichtlich dargestellt. Man kann damit nicht Neapel erkunden. Schade, habe schon mit vielen Reiseführern individuelle Touren zusammengestellt, aber mit diesem gelang mit das gar nicht.


Marco Polo Reiseführer Malta, Gozo
Marco Polo Reiseführer Malta, Gozo
von Klaus Bötig
  Taschenbuch

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr informativ, 8. Mai 2006
Während einer Kreuzfahrt durchs Mittelmeer hatten wir einen eintägigen Aufenthalt auf Malta und schon das Schmökern im Marco Polo Reiseführer im Vorfeld der Reise weckte in mir das Interesse. Informationen und Beschreibungen sind aufgeteilt in die verschiedenen Regionen, so dass man gleich auf deren Unterschiede aufmerksam wird. Nette kleine Details machen den Ausflug noch interessanter. Sehr gut geeignet für einen Kurztripp, während dem man möglichst viele charakteritischen Eigenarten des Eilands mit Hilfe dieses kurzen, jedoch sehr informativen Reiseführers aufnehmen kann.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 6, 2008 9:38 PM MEST


Witwe für ein Jahr
Witwe für ein Jahr
von John Irving
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das schicksalhafte Leben einer Romanautorin, 6. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Witwe für ein Jahr (Taschenbuch)
Wieder einmal zu bewundern ist Irvings Gabe, ein detailreiches, interessantes und vielseitiges Leben zu kreieren. Über die Erstklassigkeit seines meisterhaften und einzigartigen Schreibstils müssen an dieser Stelle keine Worte verloren werden. Es gibt keinen, der es so versteht wie Irving, Leben und Schicksale zu kredenzen, zu erfinden, zu beschreiben. Er ist der begnadetste und genialste Romanautor derzeit. In "Witwe für ein Jahr" übertrifft er sich noch mal selbst, indem er eine Frau als Protagonistin schafft. Eine Frau, eine Romanautorin, die ihr schicksalhaftes Leben lebt und meistert, welches der Leser von ihrem 4. Lebensjahr an mitverfolgen darf bis zu dem Zeitpunkt, an dem ihr Sohn ebenfalls 4 Jahre alt ist. Das ist Irvingsche-Genialität! Ein Leben geprägt von beruflichen und privaten Erfolgen, von Trauer und Glück. Auf den letzten 80 Seiten machte sich ein breites Dauergrinsen auf meinem Gesicht breit und wich nur während des allerletzten Absatzes den heißen Tränen voller Zufriedenheit und Mitgefühl. Habe mich noch nie so sehr mit einer Romanfigur identifiziert, wie mit dieser Romanautorin, deren Lebensinhalt aus Schreiben und dem intensiven Leben an den wohl zwei schönsten Orten, Long Island und Vermont, besteht!


Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha
Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha
von Miguel de Cervantes Saavedra
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

6 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen 400 Jahre alter Slapstick, 18. März 2006
Puh, habe ich mich durch diese 1000 Seiten umfassende 400 Jahre alte Rittersatire gequält. Nicht die altertümliche Sprache bereitete mir Schwierigkeiten, doch die Geschichte zog sich wie Kaugummi in die Länge. Solch eine inhaltliche Langeweile! Natürlich ist es beeindruckend, eine derartige Geschichte zu lesen, die an den Orten spielt, an denen man sonst Sommerurlaub macht, mit der Erkenntnis, dass Comedy vor 400 Jahren schon das gleiche war wie heute und in dem Wissen, dass der Autor sein Werk in Gefangenschaft ersann.
All denjenigen, die die ersten 800 Seiten durchhalten, kann ich versprechen, am Ende wird es noch recht unterhaltsam, denn Sancho Pansa wird stärker in den Vordergrund gestellt und die Überlegenheit seiner einfachen Bauernintelligenz hervorgekehrt.
Und wer glaubt, eine Geschichte über spanische Windmühlen zu lesen, dem sei gesagt, auf höchstens 10 Seiten geht es um den Kampf mit diesen monströsen Wesen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 4, 2014 2:53 PM MEST


Tintenwelt 1: Tintenherz
Tintenwelt 1: Tintenherz
von Cornelia Funke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Märchen, 12. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Tintenwelt 1: Tintenherz (Gebundene Ausgabe)
Mit Tintenherz hat Cornelia Funke eine unglaublich fesselnde und spannende Geschichte für Kinder geschrieben, die jedoch so aufregend ist, dass sogar mich Cpricorn und seine Männer bis in die Träume verfolgten. Zunächst befürchtete ich einen Abklatsch aus Gaarder und Zafons Der Schatten des Windes", doch es entwickelte sich ein ganz eigenes Märchen mit fabelhaften Figuren und Gestalten in unserer heutigen Welt. Der Alptraum eines jeden Lesenden, das die unheimlichen Geschichten, das Grauen nicht beim Schließen des Buches darin bleiben, sondern lebendig überdauern und einen in der realen Welt außerhalb des Romans einholen. Cornelia Funke schreibt mit so viel Liebe zum Detail, recherchierte und verarbeitet wundervolle Bezügen zu anderen literarischen Werken, dass man grenzenlos schwelgen kann. Ich wünschte, ich hätte dieses Werk geschaffen!

Ps. Nun habe ich zwei Jahre später (Feb 2008) als Auftakt für die beiden Folgebände der Tintenwelttriologie erneut "Tintenherz" durchgeschmökert und empfand es genauso spannend und faszinierend wie beim ersten mal. Es hat beim zweiten Lesen weder an Fesselungskraft noch an Qualität verloren. Für jeden, der endlich mal wieder in den Bann eines Buches gezogen werden möchte!


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