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Rezensionen verfasst von
Antje Burkert (Berlin)
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In Plüschgewittern
In Plüschgewittern
von Wolfgang Herrndorf
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Roman der 80er und 90 er Jahre mit Antihelden, 17. Februar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In Plüschgewittern (Taschenbuch)
Wolfgang Herrndorf, der 2012 für "Sand" den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt, debütierte 2002 mit "In Plüschgewittern", einem Mix aus Nostalgie und Gesellschaftskritik.
Der Roman beginnt mit den Erinnerungen des 30 jährigen Protagonisten an eine uns allen aus eigenen Erfahrungen oder zumindest aus den Erzählungen "Generation Golf" sehr bekannten geborgenen, unaufgeregten und langsamen Jugend der 80er Jahre, als das Internet mit Wikipedia, Twitter und Whatsapp noch völlig phantastische Orwell-Fantasie war und man selber mit Bollerwagen und Diercke-Weltatlas auf Abenteuer-Reise im Schleswig-holstenischen Deekelsen ging. Wunderbar nostalgisches Gedankengut beschwört Herrendorf mit diesem ersten Teil, der Beschreibung des unattraktiven, unauffälligen Jungen und seinen Teenagerproblemen, herauf.
Dann springen wir 15 Jahre weiter. Die Mauer zwischen Ost und West ist gefallen. Berlin wird auch für den letzten Westdeutschen erreichbar und kultureller wie auch antikultureller Mittelpunkt. Der Protagonist wird zum 30 jährigen Antihelden ohne Arbeit, ohne Einstellung ohne ein Ziel im Leben und das alles im noch recht baufälligen Friedrichshain. Der Alkohol fließt reichlich, kleine Tabletten wechseln den Besitzer, Tag und Nacht verschwimmen. Es wirkt wie die größte, nicht-endende Studentenparty, nur dass die Teilnehmer nicht mehr im studentischen Alter sind. Als Kontrast zu diesem Haufen perspektivloser, schillernder Paradiesvögel steht der Bruder des Protagonisten, der das weiße Schaf der Familie, der Gesellschaft verkörpert, zur Ruhe gekommen, mit seiner schwangeren Frau im Haus seiner Kindheit wohnend, sich um Familie, Garten und Karriere kümmernd.
Und wie um diesen Kontrast noch zu unterstreichen, endet der Roman mit einem überraschenden Perspektivwechsel zum Tagebucheintrag des gesetzten Bruders über den Protagonisten, den Antihelden. Und es stellt sich die Frage, ist dieser zwischen Drogen, psychischer Labilität und Perspektivlosigkeit auf der Strecke geblieben? Ein sehr überraschendes und viele Fragen aufwerfendes Ende.
Herrndorf schreibt mit so viel Präsenz, Stimmigkeit und stilistischer Raffinesse, dass es zu keinem Zeitpunkt langweilig wird, seinen Ausführungen zu folgen. Ein großartiger Roman eines großartigen deutschen Schriftstellers.


Der Gefangene des Himmels: Roman
Der Gefangene des Himmels: Roman
von Carlos Ruiz Zafón
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dunkles Barcelona, 29. Januar 2013
Zafon setzt mit seinem Roman "Der Gefangene des Himmels" seine düstere Barcelona-Saga fort. Die Lebensläufe der Helden Daniel und Fermin aus Der Schatten des Windes" sowie der des David Martins aus D"as Spiel des Engels", treffen hier aufeinander. Doch sollte man es nicht als bravouröses Finale bezeichnen, denn Zafon öffnet sich durch die Figur des Mauricio Valls die Tür zu einem weiteren Roman in dieser Reihe.
Gewohnt düster sind Bilder und Beschreibungen. Nichts, was man wirklich lesen will, ekelhaft, bestialisch, unheilvoll, beim Essen drehte es mir regelrecht den Magen um und doch zieht einen auch dieser Roman wieder voll und ganz in den Bann. Die Augen fliegen über die Seiten und man saugt all die Grausamkeiten auf, schwelgt in Erinnerungen an die ersten beiden Romane, verschnauft während der sonnigen Passagen über den Alltag Barcelonas 1957 und die familiäre Entwicklungen der altbekannten Protagonisten und freut sich über die Stimmigkeit aller Fakten des Romans eines großartigen Romanautors, der Zafon mit seiner leicht zu lesenden und doch raffinierten Sprache einfach nun mal ist. Ein großes Lesevergnügen.


Bonjour tristesse: Roman
Bonjour tristesse: Roman
von Françoise Sagan
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Leichtigkeit des französischen Sommers, 16. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bonjour tristesse: Roman (Taschenbuch)
"Bonjour tristesse" war 1954 der Debütroman der damals 18 jährigen Francoise Sagan. Die Konventionen begannen, sich zu lockern und Mädchen wurden nicht mehr nur als Haus- und Ehefrauen betrachtet. Sie machten Abitur und wandelten in der Gesellschaft nicht mehr nur als Objekt der männlichen Begierde, sondern nahmen mit eigener Meinung aktiv an Diskussionen teil.
Cecil ist ein Mädchen dieser Epoche, das ohne Mutter mit sehr reichem Vater aufwächst. Sie fällt durch das Abitur an ihrer Internatsschule und verbringt den Sommer mit ihrem Vater und dessen wechselnden Liaisonen an der französischen Riviera. Sie lebt faul in den Tag hinein, obwohl sie für ihre Prüfungen lernen müsste, lenkt sich mit dem Jurastudenten Cyril ab und genißet das unkomplizierte, luxuriöse Leben. Der Lese spürt die Faulheit des unbeschwerten Sommers, den heißen Sand im kleinen Nadelhain, die Frische des Wassers. Wunderschöne Sätze und Wendungen, Bilder und verbale Impressionen entführen einen in dieses Sommeridyll. Bis die erfolgreiche, pedantische Freundin Cecils verstorbener Mutter auftaucht und die Heirat von Cecils Vater anstrebt. Mit Händen und Füßen wehren sich beide, Vater wie Tochter, bis ein tragischer Unfall passiert und am Ende alle recht einsam und glücklos in ihrem anonymen, oberflächlichen Luxus zurückbleiben.
Ein wunderbarer Sommerroman.


Das geheime Spiel
Das geheime Spiel
von Kate Morton
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Romantisch-depressive Trivialliteratur, 16. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Spiel (Taschenbuch)
England zwischen den Weltkriegen. Der herrschaftliche Familiensitz Riverton in der Nähe von London und mit ihm seine Besitzer, die adelige Familie Hartford, steht im Mittelpunkt dieses aus der Sicht eines Dienstmädchens erzählten Gesellschaftsromans. Sie beschreibt die Aufs und Abs - von letzteren gibt es deutlich mehr - der Familie, mit der sie enger verwoben ist als sie zunächst selber ahnt.
Sehr einfach und mit wenig Raffinessen geschrieben, unkapriziöse, gesprochene Sprache, viele, eher langweilige Charaktere. Auch die gesellschaftskritischen Ansätze werden wenig herausgearbeitet.
Man hat das Gefühl, der Roman plätschert so dahin und irgendwann ist er zu Ende, wie auch das Leben der Erzählerin Grace, das so viel mehr Potential für Spannung und Finesse gehabt hätte.
Schade, hatte mir nach dem ersten sehr guten Roman "Der verborgene Garten" von Kate Morton so viel mehr versprochen.


Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur)
Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur)
von Hélène Grémillon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mutterliebe, 16. Januar 2013
Hélène Grémillon kreiert mit ihrem ersten Buch "Das geheime Prinzip der Liebe" einen großartigen Roman über das Thema Mutterliebe. Mit sehr viel Sensibiliät und Emotionalität begegnet sie diesem Thema, schreibt mit französischer Finesse, aber auch Tristesse. 3 Zeitebenen, 3 verschiedene Mütter, die eine kann keine Kinder bekommen, die andere gibt sich als Leihmutter her, die dritte bekommt ihr Kind ohne einen Partner. Doch eine jede Liebe der verschiedenen Mütter zu ihrem Kinde, berührt den Leser (oder nur die mütterliche Leserin?) im tiefsten Herzen. Ohne kitschig oder schnulzig zu sein, ein großartiger Roman.


Feuer im Herbst: Roman
Feuer im Herbst: Roman
von Irène Némirovsky
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wie langweilig, 16. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Feuer im Herbst: Roman (Gebundene Ausgabe)
Gähn, ich bin immer wieder eingeschlafen und konnte mich gar nicht aufraffen, diesen unglaublich langweilig geschriebenen Roman von Irene Nemirovsky in die Hand zu nehmen auch mit dem Wissen, dass die Originalausgabe 1957 in Frankreich erschien. Nach dem 10. Anlauf habe ich es sein gelassen und ihn nach Seite 50 beiseite gelegt.


Das Lächeln der Frauen: Roman
Das Lächeln der Frauen: Roman
von Nicolas Barreau
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Parisroman, 16. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Lächeln der Frauen: Roman (Taschenbuch)
Der noch junge Schriftsteller Nicolas Barreau beweist in seinem 3. Roman "Das Lächeln der Frauen" erneut sein Feingefühl für das weibliche Geschlecht. Die junge Köchin und Restaurantbesitzerin Aurelie hatte bisher kein Glück mit Männern, verliebt sich dann unglücklicherweise in das Pseudonym eines nach außen hin recht klobigen Cheflektors, der heimlich für seinen Verleger ein Buch verfasst hat. Der Weg, der die beiden zusammenführt ist unwegsam, jedoch voller schöner Parismomente.
Nach anfänglichen stilistischen Schwierigkeiten, einer gewissen Langatmigkeit, schreibt Barreau sich in Form. Die Formulierungen werden gewandter, heiter und amüsant. Der Roman endet in einem bravourösen, in sich stimmigen Feuerwerk aus Fakten und Gefühlen. Eine gekonnte Umsetzung einer tollen Idee eines noch jungen Autors.
Auf jeden Fall lesenswert, ein Frauen-, Paris-, Dezemberroman.


Nobiltà: Commissario Brunettis siebter Fall
Nobiltà: Commissario Brunettis siebter Fall
von Donna Leon
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

3.0 von 5 Sternen Kommissario Brunetti ermittelt in Venedig, 20. Juni 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Anlässlich unseres Vendig-Trips habe ich nun auch mal einen Brunetti-Krimi gelesen und wurde mit "Nobilata" gut unterhalten.
Am Fuße der Dolomiten wird eine verweste Leiche in einem Feld gefunden. Der Siegelring einer alteingesessenen, venezianischen Adelsfamilie führt nach Venedig und somit in den Dunstkreis Brunettis.
Durch die allbekannten Verfilmungen hat man die Protagonisten in Aussehen und charakterlichen Eigenarten sogleich vor Augen. Man fühlt die Hitze Venedigs, das lebhafte Treiben, die kühle Brise vom Meer.
Ein netter, trivialer Urlaubsroman, dessen kriminalistisches Ende doch reichlich an den Haaren herbeigezogen scheint. (1999)


Lila, Lila. Roman
Lila, Lila. Roman
von Martin Suter
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

3.0 von 5 Sternen Schriftstellerroman, 15. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Lila, Lila. Roman (Taschenbuch)
David Kern, ein uncharismatischer, langweiliger junger Mann, der seine Bestimmung im Leben noch nicht gefunden hat, entdeckt in einer auf dem Trödel erworbenen Kommode ein altes Manuskript, einen tragischen Liebesroman aus den 60er Jahren. Um Marie zu beeindrucken, gibt er es als sein eigenes aus, ohne zu ahnen, dass sie es einem Verlag zuspielen würde. Plötzlich findet David sich als umworbener Bestsellerautor wieder und endet wie der tragische Held seines eigenen, nicht-eigenen Bestsellers.
Tolles Thema, schönes Setting, es kribbelte mich wiederholt in den Fingerspitzen, auch etwas zu schreiben, doch leider scheine ich mit Suters unemotionalen, nüchternen Schreibstil nicht klar zu kommen. Bis S. 150 plänkelt der Roman mit vielen inhaltlichen Wiederholungen so dahin, nimmt durch eine entscheidenden Wendung Fahrt auf, die auf den folgenden 100 Seiten aber auch schnell wieder langweilig wird, um ab S. 250 dann doch noch zur für einen Liebesroman nötigen Emotionalität zu finden. Uneingeschränkt sehr gut gelungen ist das Ende.
Alles in allem ein netter Roman zum einfach weglesen, aber Vorsicht, unglaublich depressive und deprimierende Stimmung. Kann einen schon ziemlich runterziehen.


Der Koch
Der Koch
von Martin Suter
  Broschiert
Preis: EUR 10,90

3.0 von 5 Sternen Erotisches, indisches Essen in der Schweiz, 28. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Broschiert)
Maravan, der tamilische Koch aus Sri Lanka, den der Bürgerkrieg in die Schweiz vertrieben hat, ist von Beruf Koch, passionierter Koch, doch als Asylant nur als Küchengehilfe geduldet, bis er mit der lesbischen Kellnerin Andrea, in die er sich unglücklich verliebt, Love Food, ein Catering für erotische, indische Speisen, gründet. Sie bekochen verschiedene, undurchsichtige Kunden, Klienten des "wirtschaftskriminellen Beraters" Dallmann, die sich im Anschluss an das Menu mit Prostituierten amüsieren. Im Showdown verheddern sich die Gefühle von Maravan, Andrea, Dallman, Makeda und Santana sowie die humanistischen Interessen der einen gegen den Krieg in Sri Lanka und die waffenschieberischen Aktivitäten der anderen Seite.
Eine gewisse Spur von Witz ist in dem streckenweise doch recht langatmigen und durch die aufgrund vieler fremder Zutaten und chemischer Kochbegriffe kulinarisch schwer nachzuvollziehenden Erzählungen zu spüren. Wenig Tiefgang, viele inhaltliche und stilistische Wiederholungen. Die Emotionen werden meist nur gestreift und so kommt auch in dem Leser keine Leidenschaft für das Thema oder die Protagonisten auf.
Schade, das Material hätte viel Potential, doch so plätschert der Roman, wenn auch interessant, recht seicht vor sich hin.


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