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Kitty "mybooksparadise.de"

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Teuflisches Spiel: Thriller
Teuflisches Spiel: Thriller
von Linda Castillo
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig, 10. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Teuflisches Spiel: Thriller (Taschenbuch)
Der erste Satz
Das Klappern der Hufeisen auf Asphalt hallte in den Baumkronen wider.

Meine Meinung
Inhalt
Paul Borntrager ist mit seinen drei Kindern auf dem Weg nach Hause. Die Kinder spielen im Buggy "Klatschen", während Paul den Wallach durch die Straßen lenkt. Es ist ein Tag, wie jeder andere und doch so anders, denn innerhalb kürzester Zeit geschieht ein schrecklicher Unfall, der das Leben der Familie Borntrager aus den Fugen bringt.
Polizichefin Kate Burkholder ist als erste an der Unfallstelle und ist fassungslos von dem, was sie zu Gesicht bekommt. Schnell stellt sich ihr die Frage: Handelt es sich hier wirklich nur um einen tragischen Unfall, oder steckt vielleicht doch mehr dahinter?

Seine Worte sollen mich trösten, doch das tun sie nicht. Alles hinzunehmen gehört zu jenen Glaubenssätzen der Amischen, die ich damals wie heute vehement ablehne. Vielleicht weil meine eigene Philosophie so grundlegend anders ist. Ich weigere mich, den Tod von drei unschuldigen Menschen als Teil eines göttlichen Plans zu akzeptieren. Und dem Scheißkerl, der das zu verantworten hat, werde ich ganz bestimmt nicht vergeben.
Zitat aus "Teuflisches Spiel"

Charaktere
Kate steht mit beiden Beinen im Leben und liebt ihren Job. Ihre Gefühle verbirgt sie gerne hinter einen dicken Schutzmauer, denn es fällt ihr schwer, darüber zu reden. Ganz besonders ihre Zuneigung zu Tomasetti kann sie nicht gut in Worte fassen. Sie scheint selbst völlig überfordert von ihren Empfindungen ihm gegenüber zu sein.
Als Polizeichefin ist sie allerdings eine sehr harte und konsequente Frau. Wenn sie einen Fall aufnimmt, setzt sie alles daran ihn so schnell wie möglich abzuschließen - Natürlich im positiven Sinne.
John hat sich Urlaub genommen. Er hat seinem Job kurzzeitig den Rücken gekehrt, um sich um sein eigenen Häuschen kümmern zu können. Das hindert ihn aber nicht daran, seiner Freundin Kate bei dem Buggy-Fall mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. John hängt sehr an Kate und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich mit ihr zusammen zu ziehen. Doch die Polizeichefin weicht diesem Thema geschickt aus...

Mattie lächelt zwar weiter, aber ich sehe ein Unbehagen in ihrem Gesicht, das zuvor nicht da war. Sie muss wirklich schon mit genug fertig werden, aber manchmal ist Angst auch gesund, und ein Blick über die Schulter kann einem zuweilen das Leben retten.
Zitat aus "Teuflisches Spiel"

Gesamt
"Teuflisches Spiel" beginnt wie ein ruhiger Abendfilm. Die amische Familie ist vom Krankenhaus auf dem Weg nach Hause. Das Wetter ist toll, alles scheint total idyllisch zu sein, doch dann gibt es den großen Knall...
... und ich befand mich mitten in dem Nerven aufreibenden, spannenden, neuesten Thriller von Linda Castillo, in dem ich mich erneut total wohl gefühlt habe. Für die Einleitung benötigt die Autorin gerade einmal vier Seiten. Vier Seiten, in denen ich den größten Teil der Familie Borntrager kennen lernen konnte, mich aber sogleich auch schon wieder von ihnen verabschieden musste. Nach dieser Verabschiedung sagt die Spannung "Hallo hier bin ich", denn zu diesem Zeitpunkt geht einem nicht mehr aus dem Kopf, ob es sich wirklich nur um einen Unfall handelte, oder vielleicht doch mehr hinter der Sache steckt. Man sichert mit Kate zusammen die Spuren und zermatert sich das Hirn, wie es wohl passiert sein kann. Die Suche nach Zeugen gleicht der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Linda Castillo ließ mir keinen ruhigen Moment. Scheint die Spannung den Höhepunkt erreicht zu haben, setzt die Autorin noch mal einen drauf. Schon bald geht es nicht mehr "nur" um den Buggy-Unfall, sondern auch noch um eine persönliche Sache der Polizeichefin. Wer es bis dahin geschafft hatte das Buch auch mal an die Seite legen zu können, wird es sich spätestens an dieser Stelle verkneifen.
Als unheimlich interessant empfand ich erneut den Hintergrund der amischen Lebensweise, der natürlich auch in diesem fünften Teil eine immens wichtige Rolle spielt. Und genau dies macht Linda Castillos Romane auch zu etwas ganz Besonderem. Bei ihr handelt es sich keinesfalls um die typischen 0815 Thriller. Ihre Art die Spannung zu halten und sogar noch zu steigern hat meinen vollsten Respekt verdient! Wer wie ich gerne Thriller liest, glaubt irgendwann ein spezielles Muster zu erkennen, die allerdings bei Castillo grundsätzlich anders sind. Die Autorin schafft es mit einer Regelmäßigkeit, mich auf die falsche Spur zu führen, um mir hinterher schließlich eine lange Nase zu zeigen.
Auch die zwischenmenschliche Beziehung von Kate und John kommt in "Teuflisches Spiel" natürlich wieder zur Sprache, aber diesmal werden nur gelegentlich ein paar Dinge eingeworfen. Der Kern bleibt beim Buggy Unfall und bei der anderen, persönlichen Geschichte Kates.

Fazit
Auch mit "Teuflisches Spiel" hat mich Linda Castillo nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Ich war positiv überrascht, denn häufig habe ich schon erlebt, dass bei Reihen von Band zu Band ein Abwärtstrend zu spüren ist. Umso erfreuter bin ich über die Tatsache, dass Castillos Bücher scheinbar immer besser werden.
Mit Kate als Hauptprotagonistin hat die Autorin einen sehr starken Charakter erschaffen. Es macht mir immer wieder aufs Neue große Freude mich mit ihr auf Ermittlungsjagd zu begeben.
Wer wie ich ein Thriller Fan ist und sich gern mit anderen Kulturen beschäftigt, kann mit dieser Reihe absolut nichts falsch machen. Man muss sie, meiner Meinung nach, einfach gelesen haben.


Stigmata: Nichts bleibt verborgen
Stigmata: Nichts bleibt verborgen
von Beatrix Gurian
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Must read, 8. Juli 2014
Der erste Satz
Sie versteckte den Brief in ihrer Rocktasche und eilte in ihr Büro im oberen Stockwerk, von dem aus sie einen guten Überblick über das Gelände hatte und jede Drückebergerin sofort entdecken könnte.

Meine Meinung
Inhalt
Emma bekommt einen Brief, der ein altes Foto enthält. In diesem Brief wird sie dazu aufgefordert, sich dem "Camp" anzuschließen, da sie dort auf den Mörder ihrer Mutter stoßen wird. Emma ist wie vor den Kopf gestoßen, ging sie doch bis dato davon aus, dass ihre Mom bei einem Unfall ums Leben kam.
Unsicher macht sich Emma also auf den Weg und betritt das Camp. Nichts ahnend, was für gruselige und schreckliche Dinge sie dort in Erfahrung bringen und auch erleben wird. Schon bald fragt sie sich: Wem kann ich vertrauen und bei wem lasse ich es lieber bleiben?

Keine Ahnung, wie lange ich so saß, unfähig, mich zu rühren, als wären meine Muskel gelähmt und mein Blut verdunstet. Ich war nur noch ein atmender Haufen von Haut und Knochen, und das war auch gut so. Meine Zeit war zusammen mit ihrer abgelaufen..
Zitat aus "Stigmata"

Charaktere
Emma ist am Boden zerstört. Der Verlust ihrer Mutter hat sie zutiefst getroffen. Sie lebt nach dem Tod ihrer Mom Tod sehr zurückgezogen und lässt niemanden mehr an sich heran, bis sie den Brief erhält und sich im Camp wieder findet. Dort entwickelt sich die Protagonistin als Kämpferin, die zwar selbst unendliche Angst vor den schauerlichen Ereignissen bekommt, sich aber trotzdem niemals unterkriegen lässt.
Phillipp, Tom und Sophia sind mit Emma zusammen im Camp. Jeder hat etwas undurchschaubares an sich, was Emma manchmal verzweifeln lässt. Sie weiß nie so genau, ob sie ihnen trauen kann, oder nicht.
Becker, Nicoletta und Sebastian, die Betreuer des Camps lassen sich immer neue Dinge einfallen, die die Gruppe "stärken" sollen. So ganz geheuer sind diese Betreuer Emma allerdings auch nicht...

"Es ist vorbei, mein Schatz", hat sie gesagt und heißen Kakao gekocht, um mich zu trösten, als wäre ich eine Sechsjährige, die von der Schaukel gefallen ist. "Nick gehört nun zum Reich der Schatten, die man besser hinter sich lässt. Das Einzige, was zählt, ist die Liebe. Die zum Leben, zu den anderen und zu dir selbst.
Zitat aus "Stigmata"

Gesamt
Das Cover ist für diesen Roman zweifellos unglaublich gut gewählt. Die Düsternis, die man auf dem Schutzumschlag erkennen kann, zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Schon am Anfang kam ich mir vor, als würde ich in eine Welt hineingezogen werden, in denen nur dunkle Farben existent sind. Alles ist so verdammt merkwürdig und undurchsichtig, dass ich gar nicht anders konnte, als immer weiter zu lesen.
Emma kam mir gleich auf den ersten Seiten extrem sympathisch rüber. Ihre innere Zerrissenheit, seit dem Tod ihrer Mutter konnte ich absolut nachvollziehen. Ihre Gefühle, die sie dem Leser preis gibt, sind echt und spürbar. Doch nicht nur die Charakteristik von Emma hat mir besonders gut gefallen. Hervorheben möchte ich außerdem die tollen Illustrationen, die in dem Buch zu finden sind. Die Fotos, die ebenfalls in dem Grün vom Cover gehalten sind, haben manchmal eine Gänsehaut bei mir ausgelöst. Sie waren stets passend zum Text und haben für einige Schauer gesorgt. Auch die verschiedenen Erzählperspektiven sind sehr gut. So erfährt der Leser nicht nur, was Emma gerade erlebt, sondern auch noch, was in ihrer und in der Vergangenheit ihrer Mutter passiert ist. Besonders letzteres hat mich sehr wütend, traurig und auch fassungslos gemacht. Was ihre geliebte Mom durchgemacht hat, ist an Grausamkeit für mich kaum zu überbieten. Ich bin wirklich froh, dass sich die Zeiten geändert haben!
Beatrix Gurian hat in "Stigmata" mit dem sehr düsteren Setting und einigen Schockmomenten einen für mich sehr empfehlenswerten Roman geschrieben, bei dem es mir äußerst schwer fiel, mal einen Moment zu pausieren. Langeweile findet man hier nicht, eher beißt man sich vor Nervosität an den Fingernägeln herum. Die verschiedenen Wendungen konnte ich meist überhaupt nicht fassen. Außerdem habe ich mich ständig dabei ertappt, wie ich verschiedene Personen verdächtigte und mir selbst ein Ende zurecht schusterte. Letztendlich hätte ich mir diese Vermutungen auch sparen können, denn es ist nichts so, wie es zu sein scheint...

Fazit
Ich kann nichts anderes sagen, als dass ich maßlos begeistert bin! Spannung ist bei "Stigmata" Programm und als wäre der enorme Spannungsbogen nicht schon genug, schleichen sich hier und da auch noch ein paar Gruselelemente ein, die mir manchmal eine Gänsehaut bereitet haben.
Zudem ist das Buch außen und innen total großartig gestaltet und ein Eyecatcher für jedes Bücherregal. Bei "Stigmata" passt einfach alles zusammen.


If you leave - Niemals getrennt: Roman
If you leave - Niemals getrennt: Roman
von Courtney Cole
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Okay, aber leider nicht so gut wie Teil 1, 6. Juli 2014
Der erste Satz
Es ist der Geruch von Blut, der mir sagt, dass ich träume.

Meine Meinung
Inhalt
Madison führt das Restaurant ihrer verstorbenen Eltern, obwohl sie eigentlich lieber ein anderes Leben führen würde. Seit ihre Schwester Mia mit Pax zusammen ist, wünscht sich auch Maddy endlich wieder eine feste Beziehung. Als sie durch Zufall Gabriel kennen lernt, ist sie sogleich fasziniert von ihm. Doch mit seinem merkwürdigen Verhalten stößt er die junge Frau von sich. Maddy geht auf Distanz.
Werden die Zwei vielleicht noch zueinander finden?

Ich bin noch nie in meinem Leben vor etwas zurückgewichen, nie einem Kampf aus dem Weg gegangen. Und ich habe mich nie ängstlich geduckt. (...) Aber ich habe lange genug gekämpft, um eines zu wissen; Wenn dich etwas verfolgt, das du nicht besiegen kannst, dann tust du das Einzige, was du tun kannst:
Du fliehst.
Zitat aus "If you leave" -Gabe-

Charaktere
Madison ist die große Schwester von Mia. Seit sie denken kann ist sie für Mia da und sorgt sich um sie. Maddy verhält sich typisch: Sie fängt Mia auf und ist immer für sie da. Über ihr selbstloses Verhalten ist sie sich gar nicht so im Klaren. Sie gibt eben gern mehr, als etwas dafür zurück zu verlangen. Nur: Kann das auf die Dauer gut gehen?
Gabriel ist der typische Mann, der in einem New Adult Roman auftaucht: Stark, gut aussehend und natürlich trägt auch er eine große Last auf seinen Schultern. Er leidet unter PTBS und ist somit eine Gefahr für sich und andere.
Mia und Pax sind mittlerweile glücklich verheiratet und man kann förmlich spüren, wie sehr die Zwei sich lieben. Pax hat sich um einhundert achtzig Grad gedreht. Ich finde seine Entwicklung absolut phantastisch. Mia ist soweit die "Alte" geblieben, nur um einiges glücklicher, seit sie in Pax ihre große Liebe gefunden hat.

Aber ich kenne ihn schon seit der Vorschule, was bedeutet, ich kenne sämtliche blödsinnigen Dinge, die er zwischen damals und heute angestellt hat. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie er in der vierten Klasse als Mutprobe einen Grashüpfer gegessen hat. Arzt oder nicht, seine Zunge kommt nicht in meine Nähe .
Zitat aus "If you leave" -Maddy-

Gesamt
Angenehmer Weise hat sich an dem Schreibstil der Autorin absolut nichts geändert. Es liest sich alles sehr flüssig und auch sehr, sehr schnell. Durch den ersten Teil hat man Maddy schon ein bisschen kennen gelernt und auch ins Herz schließen können. Umso begeisterter war ich, dass sich dieser zweite Teil nun voll und ganz mit der Story von der großen Schwester befasst. Sie wird abwechselnd in der Ich-Form von Maddy und Gabe erzählt.
Maddys Geschichte beginnt mit einem Discoabend, an dem sie zum ersten mal auf Gabe trifft. Gleich diese Szene hat mir ein bisschen Magen grummeln beschert: Ich empfand den Einstieg in die "Liebesgeschichte", oder ich nenne es besser "Das Kennenlernen und was sich daraus entwickelte" als wirklich sehr, sehr überspitzt. Die Handlung nahm für mich eine sehr utopische Wendung, die mir absolut nicht gefallen hat. Zwar führt dieses Kennenlernen zu einer Schlüsselszene, doch der Weg dorthin sagte mir leider nicht zu.
Nach diesem kleinen Ausflug empfand ich das Buch genau so toll, wie ich es vom ersten Teil gewohnt war und auch ein Stück weit erwartet habe. Es ließ sich super lesen und ich merkte kaum, in was für einer Geschwindigkeit ich die Seiten gefressen habe. Bis zur Mitte fand ich es einfach wundervoll und wirklich gut gelungen. Aber dann schlich sich eine Langeweile ein, die mir total die Lust an dem Buch genommen hat. Es wirkte für mich alles so gestellt. Ich hatte nicht mehr den richtigen Bezug zu Maddy, die mir zusehends auf die Nerven ging. Und auch Gabe rückte immer ein Stückchen weiter von mir weg. Die einzigen Lichtblicke auf diesen Seiten waren jene, in denen Mia und Pax ins Geschehen mit eingriffen. Ich fühlte mich mehr mit ihnen verbunden, weil ihre Emotionen bei mir ankamen. Und das, obwohl die Zwei in diesem Buch nur die "Nebendarsteller" waren.
Die eigentlichen Protas ließen mich hingehen fast völlig kalt. Dabei ist es schon heftig, was Gabe mitmachen musste und klar ist es schlimm und ein ernstes Thema, aber so richtig mit voller Breitseite wollten sich bei mir einfach keine Emotionen bemerkbar machen. Habe ich im ersten Teil noch furchtbar weinen müssen und war völlig in der Geschichte, ja, hatte fast selbst den weiblichen Part übernommen, so dachte ich hier an einer "schlimmen Stelle" nur "Oh, das ist jetzt wirklich heftig. Oh mein Gott!" Aber das war auch schon alles.
Selbst die Liebesgeschichte war mir zu klischeehaft und nach Schema F ablaufend. Ich konnte schon erahnen, was als nächstes passieren wird und war enttäuscht, wenn ich mit meiner Vermutung ins Schwarze getroffen hatte. Dabei fing das Buch so gut an...

Fazit:
Ich wünschte ich könnte was anderes sagen, aber ich muss ehrlich sein: Meine Erwartungen wurden nach der Hälfte des Romans schlicht nicht mehr erfüllt. Der Spannungsbogen flachte ab und machte Platz für eine 0815 Liebesgeschichte mit einem ernsten Hintergrund. Die Charaktere wirkten auf mich nicht so stark und authentisch, wie es Mia und Pax zweifellos gewesen sind. Emotionen wollten sich nicht bemerkbar machen und auch ansonsten hat mich die Geschichte nach einiger Zeit nicht mehr erreichen können.
Die Beziehung von Gabe und Maddy lief wie eine typische Liebesschnulze vor meinen Augen ab, in der wirklich jedes Klischee bedient wurde.
Ganz besonders das Ende ist so vorhersehbar, dass ich schon ein bisschen enttäuscht bin.
Schade!


Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer: Roman
Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer: Roman
von Jessica Redmerski
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Das Ende war für mich leider keine runde Sache, 29. Juni 2014
Der erste Satz
Seit zehn Minuten dreht Nathalie jetzt an derselben Locke, und allmählich treibt mich das in den Wahnsinn.

Meine Meinung
Inhalt
In Camryns Leben geht derzeit mehr schief als gut. Als sie sich auch noch mit ihrer besten Freundin fetzt, fällt sie den Entschluss einen Rucksack zu packen und einfach in einen Bus zu steigen. Ihr Ziel? Keine bestimmte Stadt, sondern eher wieder zu sich selbst zu finden. Auf ihrem Weg trifft sie auf den nervigen Andrew, der mit der Zeit plötzlich gar nicht mehr so nervig für sie ist...

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal freiwillig und nüchtern vor einer Kloschüssel schlafen würde, aber ich meinte es absolut ernst, als ich sagte, ich würde überall neben ihr schlafen.
Zitat aus "Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer" -Andrew-

Charaktere
Camryn ist vom Leben gezeichnet. Eigentlich sollte die junge Frau ihr Leben alters entsprechend in vollen Zügen genießen, doch gewisse Ereignisse in ihrem Leben haben dazu geführt, dass sie keinerlei Emotionen mehr in sich spüren kann.
Andrew sieht sein Dasein anders. Er versucht aus allem das Beste zu picken und hat seine Gefühle ganz gut im Griff und weiß auch damit umzugehen. Andrew ist ein Mensch, bei dem die Sonne aufgeht, wenn er einen Raum betritt, weil er eine so tolle Ausstrahlung hat.

Mit ihm an meiner Seite und umschlungen von seinen Armen, könnte ich sterben und wüsste nicht mal, dass ich gestorben bin.
Zitat aus "Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer" -Camryn-

Gesamt
Jessica Redemerski hat sich dazu entschieden abwechselnd Cam und Andrew erzählen zu lassen. Da diese sich uns in der Ich-Form mitteilen, bekommt man einen sehr guten Blick in beide Protagonisten. Man kann sich mit ihnen anfreunden und ihre Handlungen, sowie Gefühle verstehen. Besonders Camryn fand ich von Anfang an toll. Auch wenn erst nach und nach herauskommt, was sie in ihren jungen Jahren schon alles durchleben musste, habe ich förmlich gespürt, dass da noch was anderes, gravierendes geschehen sein muss. Es hat mich erschreckt und auch ein Stück weit berührt, wie sie erzählt, dass sie eigentlich überhaupt nichts mehr fühlen kann. Weder positive noch negative Emotionen kommen noch bei ihr an. Und über jene zu sprechen hat sie ebenfalls komplett eingestellt.
Als Andrew auf der Bildfläche erschien, war ich sofort gefangen von seinem Erscheinungsbild. Er hat eine unglaubliche Präsenz an sich. Wenn Andrew da ist, lichten sich die Wolken für Camryn am dunklen Himmel und ein kleiner Sonnenstrahl kommt zum Vorschein. Im Laufe der Geschichte verschwinden diese Wolken in der Gänze und ein wunderschöner tiefblauer Himmel kommt zum Vorschein. Bis dahin erleben die Protagonisten eine ganze Menge und doch eigentlich überhaupt nichts. Sie fahren zusammen im Bus, lernen sich kennen und mögen sich schließlich sogar. Schon beim Kennenlernen habe ich die Funken, die zwischen ihnen hin und her flogen förmlich selbst vor Augen gehabt.
Die Beziehung der Beiden basiert auf Vertrauen auf den ersten Blick. Sie erzählen sich ihre Geschichte und verstehen einander. Im Grunde genommen helfen sie sich gegenseitig aus dem tiefen Sumpf, in dem sie sich befinden. Camryn macht aus Andrew eine (noch) besseren Menschen und Andrew gibt Camryn ihre verloren geglaubten Gefühle zurück.

Dieser Roman war so schön, romantisch und emotional, dass ich wirklich begeistert war.
Doch dann war ich kurz vorm Ende und mein Empfinden schlug um: Nach meiner Meinung hat Jessica Redemerski kurz vor Schluss noch zu viel Drama in die Geschichte gebracht. Ich empfand es als unpassend, jetzt noch ein Fass aufzumachen. Das Ereignis, von dem ich rede, wird kurz angerissen und kam mir so unglaublich fehl am Platz vor. Ich empfand es wie ein Fremdkörper, der da nicht hingehört.
Auch mit dem Ende an sich bin ich nicht ganz zufrieden. Es ist für mich eine unrunde Sache gewesen. Die letzten Seiten und das Ende haben mir das Buch zwar jetzt nicht versaut, aber sie haben bei mir ein trauriges Gefühl hinterlassen, was ich sehr, sehr schade finde, denn bis dahin fand ich das Buch großartig.

Zufall ist nur ein allgemein akzeptierter Begriff für Schicksal.
Zitat aus "Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer"

Fazit
Die zwischenmenschliche Beziehung der Protas ist sehr gut durchdacht und rüber gebracht worden. Man findet sich in ihnen wieder und denkt sich sogar, dass diese Geschichte vielleicht aus dem Leben gegriffen sein könnte. Die schmerzlichen Ereignisse, die jeder der Zwei durchleben musste, waren äußerst berührend zu lesen und hätten mich sogar fast zu Tränen gerührt.
Es hat mir sehr gefallen, wie leicht und schnell sich dieses Buch lesen lässt.
Einzig das Ende und die letzten Kapitel davor empfand ich als "misslungen". Es kam mir schlicht unwirklich und unpassend rüber. Bis dahin fand ich "Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer" aber als äußerst empfehlenswert. Ich bin sehr erfreut darüber, dass ich mich auf einen zweiten Teil freuen darf, denn ich bin von den Protagonisten so begeistert, dass ich sie gerne noch weiter begleiten werde.


Mystic City 2. Tage des Verrats
Mystic City 2. Tage des Verrats
von Theo Lawrence
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Sogar noch besser als der erste Teil, 23. Juni 2014
Der erste Satz:
"Du kannst nirgendwohin!", ruft jemand hinter mir.

Meine Meinung:
Inhalt
Aria hat sich gegen ihre Familie und für die Rebellen, bzw. für Hunter entschieden. Es könnte, was ihre Liebesbeziehung angeht, alles so toll sein, aber Hunter verhält sich ihr gegenüber auf einmal völlig anders. Nichts ist mehr von den romantischen Liebesbriefen übrig, die er einst für sie geschrieben hatte. Im Vordergrund steht nicht mehr seine Liebe zu Aria, sondern seine Mutter zu rächen. Koste es, was es wolle. Auch als Unschuldige sterben müssen, weicht Hunter nicht von seinem Plan ab. Nichts ahnend, dass er damit kontinuierlich seine Beziehung und seine Sympathiepunkte verschenkt. Wird Aria ihn zur Vernunft bringen können? Und hält ihre Liebe das aus?

Es ist alles meine Schuld. Ich fühle mich nutzlos, bin voller Angst und voller Gewissensbisse. Dann schließe ich die Augen und wünsche mir, alles wäre wieder normal. Aber was ist schon noch "normal"?
Zitat aus "Tage des Verrats"

Charaktere
Aria trägt so viel Wut in sich. Es hat mich gewundert, wie sie sich trotz dieser Gefühlslage noch immer so bewundernswert um andere kümmert. Auf ihren Schultern trägt sie eine große Last mit sich und doch bricht sie niemals zusammen. Aria ist in meinen Augen unglaublich stark, wenngleich sie aber manchmal auch als ein bisschen naiv rüber kommt. Sie hat ein wirkliche schweres Los gezogen, denn es scheint dass egal was sie anpackt, immer irgendwelche Menschen um sie herum sterben müssen, was ihr den Frust und vielleicht sogar den Hass anderer einbringt. Doch sie ist so stark, dass sie sich äußerlich ihre Verletzlichkeit darüber nicht anmerken lässt und einfach weiter für ihre Sache kämpft.
Hunter hat sich so unglaublich verändert. Ich hätte ihn an manchen Stellen am liebsten in den Allerwertesten getreten. Seine Wandlung hat mir so gar nicht zugesagt. Er ist absolut uncharmant, lieblos und hat mich mit manchen seiner Aktionen sehr zum Kopfschütteln gebracht. Hingegen habe ich
Turk regelrecht lieb gewonnen. Mit ihm habe ich in dieser Geschichte mehr mitgefiebert als mit Hunter. Er ist ein so sympathischer Charakter, dass mich dies aber absolut nicht gestört hat. Im Gegenteil. Turk ist das ganze Gegenteil von Hunter, auch, wenn man das von seinem Äußeren nicht erwarten würde.

Hunter ist jetzt meine Familie und die Rebellen sind meine Freunde. Ich sollte glücklich sein ... und trotzdem weine ich. Ich habe so viel verloren, und die Zukunft, die ich mir ausgemalt habe, wird es so niemals geben.
Zitat aus "Tage des Verrats"

Gesamt
Achtung! Spoiler zum ersten Teil!
Der Sprung in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Wo "Das gefangene Herz" aufhört, knüpft "Tage des Verrats" nahtlos an. Aria ist nun bei den Rebellen, weil sie sich von ihren Eltern losgesagt hat. Bereits auf den ersten Seiten mangelt es absolut nicht an Action und Spannung, was mir sehr gut gefallen hat.
Die Veränderungen, die sowohl Aria, als auch Hunter durchlebt haben, hat Theo Lawrence sehr gut umgesetzt. Ich habe die einzelnen Gefühlsregungen beider nachvollziehen können und war ganz bei ihnen. Besonders mit Aria konnte ich mich sehr gut hineinfühlen, die uns erneut die Geschichte aus ihrer Perspektive in der Ich-Form erzählt.
Toll ist die Idee, dass nicht alles eitler Sonnenschein ist, was die Beziehung zu Hunter und Aria angeht. Wie die Protagonistin mit dieser Situation umgeht finde ich äußerst echt dargestellt. Auch, dass die Liebesgeschichte in den Hintergrund gerückt wurde und mehr der Kern der Geschichte auf den Krieg zwischen "Gut und Böse" lastet, fand ich großartig. Die vielen verschiedenen Wendungen, die gerade der Krieg mit sich bracht, kamen für mich sehr überraschend. Mit einigen davon habe ich absolut nicht gerechnet.

Auch die Umgebung konnte ich mir erneut sehr gut vor Augen führen. Manchmal war ich so drin, das ich meinte selbst den Geruch des verunreinigten Wasser riechen zu können.

Die neuen Nebencharaktere haben mich ebenfalls von sich überzeugen können. Nehmen wir mal Shannon, die sich mit ihrer kratzbürstigen, aber doch sehr offenen und ehrlichen Art in mein Herz geschlichen hat. Sowie Ryah, die ich ganz besonders hervorheben möchte. Sie ist ein lebenslustiges Mädchen, deren herzliche Art ich auf der Stelle sehr gemocht habe.

Durch die Tatsache, dass nun meist Turk an Arias Seite ist und sich Hunter mehr und mehr hinter seiner Mauer verschanzt, habe ich erneut nicht so viel über Hunter und seine Gefühlslage mitbekommen. Er bleibt für mich ein undurchsichtiger Charakter mit wohl einigen Geheimnissen, die ich hoffentlich im dritten Teil auf einem Silbertablett serviert bekommen werde. Turk hingegen ist mir noch näher gekommen und ich hoffe, dass sich (mit Aria) alles so entwickelt, wie ich es mir insgeheim erträume.

Fazit:
Die Mystic City - Reihe hat echtes Potential meine Lieblingsreihe zu werden. Die Bücher lassen sich alle super lesen und sind durchweg spannend. Besonders "Tage des Verrats" hat mich absolut überzeugen können und mir persönlich sogar noch besser gefallen, als der Vorgänger. Selten erlebe ich es, dass mir ein zweiter Teil so gut gefällt.
Es spricht für den Autor, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und innerhalb weniger Stunden ausgelesen hatte. Ich war gefangen in der Geschichte, die wie ein Film vor meinen Augen ablief. Mit Aria hat Theo Lawrence eine äußerst sympathische Protagonistin erschaffen. Es ist sehr erfrischend zu lesen, dass sie nicht unfehlbar ist und ihre Verunsicherung an manchen Stellen der Geschichte lässt sie zudem noch sehr echt wirken.
Ich bin äußerst gespannt, wie es nun, nach diesem etwas gemeinem Ende, mit dem ich niemals gerechnet hätte, weiter gehen wird.


Rückkehr ins Zombieland
Rückkehr ins Zombieland
von Gena Showalter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toller zweiter Teil mit kleineren Schwächen, 22. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Rückkehr ins Zombieland (Gebundene Ausgabe)
Der erste Satz
Womit soll ich anfangen?

Meine Meinung
Inhalt
Alice hat sich mit der Wahrheit auseinander gesetzt: Zombies gibt es wirklich. Dadurch, dass die Kreaturen fast ihr ganze Familie ausgelöscht haben, möchte sie Rache nehmen. Als wäre dieses Vorhaben nicht schon schwierig genug, fühlt sie sich nach einem Zombie-Angriff auf einmal nicht mehr wohl. Sie hört die Untoten mit ihr sprechen und fürchtet sich vor ihrem eigenen Spiegelbild. Cole, den sie über alles liebt und dachte, es würde ihm genau so gehen, zieht sich immer mehr von ihr zurück und lässt Alice verletzt und hilflos zurück. Dann muss sie eben den merkwürdigen Geschehnissen selbst auf die Schliche kommen. Wird sie es schaffen?

Vielleicht sollte ich mich bewaffnen und hinausgehen. Lieber würde ich jemanden, den ich liebe, beschützen und eine weitere lebensgefährliche Verletzung in Kauf nehmen, als untätig herumzusitzen und mich im sicheren Nest zu verkriechen.
Zitat aus "Rückkehr ins Zombieland"

Charaktere
Alice ist mir in diesem zweiten Teil sogar noch mehr ans Herz gewachsen, als im ersten. Ihre Stimmungen waren für mich nachvollziehbar. Ihre Verletzlichkeit konnte ich sehr gut verstehen. Die Entwicklung, die sie unbestreitbar durchlebt hat, hat mir sehr gut gefallen.
Zudem ist sie so unfassbar selbstlos. Sie würde sich glatt zum Wohle ihrer Oma und ihren Freunden opfern. Wer kann das schon von sich behaupten?
Cole habe ich in einigen Situationen absolut nicht verstehen können. Ich hatte regelrechte Bauchschmerzen bei manchen seiner Handlungen. Insbesondere wenn es sich um solche handelte, die mit Ali zu tun hatten.
Kat & Frosty waren für mich erneut total unschlagbar zusammen. Es ist einfach herrlich, was sie sich an sarkastischen Dialogen bieten. Ich musste an manchen Stellen sehr über die Beiden lachen.

Setz deine Hoffnung in das Richtige und sie wird dein Rettungsring. Leg deine Hoffnung in das Falsche und sie wird die Schlinge um deinen Hals.
Zitat aus "Rückkehr ins Zombieland"

Gesamt
Ich muss leider zugeben, dass mir der Bezug zur Geschichte am Anfang noch schwer gefallen ist. Zwar hat Gena Showalter gleich zu Beginn einen kleinen Rückblick mit eingebaut, aber trotzdem wollte sich bei mir auf den ersten Seiten einfach keine Spannung und keine Bindung zu den Protagonisten einstellen.
Zum Glück hatte sich dies aber irgendwann erledigt, so dass ich in den Strom der Geschichte springen und mich fortziehen lassen konnte.
Besonders gut gefällt mir an diesem Buch, wenn man mal von der tollen Aufmachung absieht, dass Alice so eine wunderbare Entwicklung durchgemacht hat. Von dem verängstigten Mädchen hat sie sich in eine sehr starke, junge Frau verändert. Zwar ist sie an manchen Stellen zurecht noch verunsichert, was in der Situation in der sie sich befindet aber absolut kein Wunder ist.
Ist der Spannungsbogen erstmal ausgeschlagen, nimmt dieser nicht mehr ab. Ich habe in das Buch gestarrt und war völlig ahnungslos dessen, was noch auf mich zukommen würde. Was letztendlich alles geschehen ist, kann sich absolut sehen lassen!
Die vielen verschiedenen Wendungen waren sehr gut in die Geschichte eingebaut. Es gab Überraschungsmomente, die so plötzlich geschahen, dass ich absolut begeistert war.
Wunderbarer Weise ist auch die kleine Emma wieder mit von der Partie, was mich außerordentlich gefreut hat.
Auch die Beziehung zwischen Cole und Ali kommt natürlich nicht zu kurz und ist für mich auch an und für sich nachvollziehbar gewesen, hätte es da nicht verschiedene Aktionen von Cole gegeben, die ich so überhaupt nicht für gut befunden habe. Wie er seine Freundin von sich weg stößt aufgrund von eigentlich nichts, fand ich richtig, richtig blöd. Jetzt, im Nachhinein betrachte ich es ein bisschen anders. Ich denke ich kann mir nun zusammen reimen, warum er sich so verhalten hat. Zwar heiße ich es immer noch nicht gut, kann es aber jetzt ein Stück weit mehr nachvollziehen, als noch zu der Zeit, wo ich mich mitten im Geschehen befand.

In "Rückkehr ins Zombieland" wird etwas mehr auf die "Anima" eingegangen. Diese Hintergrundinfos, die ich mir so gewünscht hatte, sind somit erfüllt worden. Mehr dazu sagen werde ich, wegen Spoiler, jetzt aber nicht. Nur so viel: Ich fand es äußerst spannend.

Wie auch schon in "Alice im Zombieland" versteht Gena Showalter das Handwerk ihre Leser in eine andere Welt zu entführen und sie zu verzaubern. Das lockere Schreibstil hat mir erneut wundervoll gefallen und war einer der Gründe, warum ich das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen hatte.
Das Ende beinhaltet zum Glück nicht einen allzu gemeinen Cliffhanger, macht aber trotzdem sehr neugierig auf den dritten Band der Reihe, den ich mir natürlich auch zur Gemüte führen werde.

Fazit
"Rückkehr ins Zombieland" ist bis auf die kleine Schwäche am Anfang für mich eine sehr gute Fortsetzung der "The White Rabbit Chronicles"-Reihe. Alice hat sich noch weiter zum Positiven geändert und dadurch dass sie mir die Geschichte selbst erzählt hat (In meiner favorisierten Ich-Form) fiel es mir sehr leicht mich in ihr wiederzufinden. Es war für mich schon ein bisschen erschreckend etwas über ihre dunkle Seite zu lesen...
Alles in allem verneige ich mich vor Gena Showalter. Ihr ist es zweifellos gelungen einen spannenden zweiten Teil zu schreiben, der ein für mich absolut rundes Ende hat. Das Gefühl, dass der zweite Band einer Reihe meist ein Lückenfüller ist, hatte ich hier überhaupt nicht. Es hat mir viele schöne Lesestunden bereitet, mit Alice zusammen erneut das Zombieland betreten zu haben. Lesen lohnt sich!


Falling into you - Für immer wir
Falling into you - Für immer wir
von Jasinda Wilder
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Highlight, 15. Juni 2014
Der erste Satz:
Ich war keineswegs immer schon in Colton Calloway verliebt.

Meine Meinung:
Inhalt
Nell erlebt ihre erste große Liebe mit allem was dazu gehört. Sie verehrt Kyle und ist total glücklich, bis er aus ihrem Leben gerissen wird...
Ein paar Jahre später trifft sie auf den großen Bruder ihrer verlorenen Liebe. Die Zwei fühlen sich stark zueinander hingezogen, zögern jedoch, weil sie es als "nicht richtig" empfinden. Besonder Nell ist mit ihrem Herzen noch total bei Kyle. Sie ist eine junge, gebrochene Frau, die diesen Schicksalsschlag niemals richtig verarbeitet hat. Sie geht durch die Hölle und ist nur noch ein Schatten ihrer Selbst. Wird Colt sie retten können?

Keine Träne - ich würde nicht weinen. Ich konnte nicht. Wenn ich es zuließ, würde meine Seele aufgehen, und ich würde nie wieder aufhören können. Ich würde zerbrechen, in lauter kleine Stücke. Das Nasse auf meiner Wange war Blut, das aus meinem verletzten, zerrissenen Herzen quoll.
Zitat aus "Falling into you"

Charaktere
Nell kann und will ihre Gefühle nicht zeigen. Sie verbirgt diese Emotionen tief in ihrem Inneren und findet andere Mittel und Wege, um vor ihnen davonlaufen zu können. Nell hat den Tod von Kyle nie verarbeiten können und frisst auch noch ein paar Jahre später ihre Schuldgefühle in sich hinein. Sie ist ein sehr in sich gekehrter Mensch.
Colt ist als Jugendlicher von zu Hause mehr abgehauen, als richtig ausgezogen. Mit einem Handycap geschlagen, hatte er es in seiner Familie nicht leicht. Doch er konnte sich - irgendwie - durchschlagen und meistert sein Leben nun sehr bodenständig. Auch er hat bereits mehrere schlimme Dinge hinter sich gelassen. Doch anders als Nell hat er gelernt damit umzugehen.

Wenn einem jemand unter die Haut geht, man denjenigen in der Seele hat und mit der Luft einatmet und man irgendwann nicht mehr unterscheiden kann, wo man selbst aufhört und der andere anfängt - das ist Liebe.
Zitat aus "Falling into you"

Gesamt
Ich bin immer noch total geflashed von "Falling into you". Eigentlich wollte ich schon vor zwei Stunden diese Rezension abtippen, aber ich hatte so immense Emotionen in mir, dass ich immer wieder aufhören musste.
Dieses Buch liest man nicht nur, man erlebt es regelrecht.
Die Geschichte ist in drei Teile aufgeteilt. Am Anfang steht die Romanze von Nell und Kyle. Wie ihre Freundschaft entstand und wie aus einem Funken schließlich das Feuer der Liebe ausgebrochen ist. Dieser Teil wird aus der Sicht von Nell, in der Ich-Form erzählt.
Der zweite Teil berichtet über die Gegenwart, die zwei Jahre nach dem tragischen Unglück spielt. Diese wird am Anfang noch von Colton (auch in der Ich-Form) erzählt. Doch fast am Ende wechselt es wieder zu Nell.
Im dritten und letzten Teil geht es um Colton, der auch der Erzähler ist. Da erfahren wir noch ein bisschen mehr von dem, was ihm unglücklicher Weise widerfahren musste und können noch tiefer in sein Innerstes schauen.

Vielleicht lag die gewählte Erzählweise der Autorin daran, das ich sogleich in das Buch versunken bin, wie Alice in ihr Wunderland. Vielleicht lag es aber auch an der bildlichen Wortwahl, dem gut strukturierten Aufbau des Buches, oder...
... nichts oder, es lag an allem und noch viel mehr. Ich bin durch die Geschichte geschwommen und habe mich eigentlich auf der Stelle in die Protagonisten verliebt. Die Emotionen die den Protas von der Autorin auferlegt wurden, erreichten mich mit voller Wucht. Ab einer bestimmen Stelle kam ich aus dem Weinen gar nicht mehr raus. Es hat mich innerlich zerrissen zu lesen, wie sehr Nell leidet. Wie sie sich irgendwie schon aufgegeben hat und aus diesem Teufelskreis einfach nicht mehr herauskommt. Im nächsten Moment habe ich vor Freude und Rührung geheult, weil Colton sich so großartig und herzlich ihr gegenüber verhält und das, obwohl er auch sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Stellenweise war das Buch so romantisch, das mir mein Herz aufgegangen ist und ein paar Seiten später war es wieder so traurig, dass mir erneut die Tränen liefen.
Die Geschichte ist meiner Meinung nach sehr nah an der Realität und dies führte wohl auch dazu, dass ich mich so sehr hineingedacht und alles am eigenen Leib gespürt habe, was die Protas auch gefühlt haben. Es hat mich schlicht berührt. So sehr, dass ich emotional irgendwie immer noch ein bisschen angeschlagen bin...

Besonders toll finde ich übrigens auch die Liedtexte, die manchmal in der Geschichte auftauchen. Da Colt sich gerne mal mit seiner Gitarre und seiner Stimme ein bisschen Geld dazu verdient, schreibt er auch eigene Texte, die sowohl im Original, als auch auf Deutsch abgedruckt wurden. Bei vielen von ihnen hatte ich eine Gänsehaut, weil der Text so schön ist und ich vor Augen hatte, wie Colton ihn singt.

Fazit:
Für mich ist dieses Buch die Überraschung schlechthin. Zwar hatte ich schon mit einer emotionalen Achterbahnfahrt gerechnet, dass diese allerdings auch noch zig Loopings zu bieten hatte, damit habe ich echt nicht gerechnet. Die Autorin geht sehr sensibel und wahrheitsgetreu mit dem Thema Sterben, Trauerbewältung, Liebe und anderen aktuellen Themen um, mit denen man sich beschäftigen sollte (und manchmal leider auch beschäftigen muss).
Ich hoffe, die anderen beiden Teile werden möglichst schnell ins Deutsche übersetzt, so begeistert bin ich.
"Falling into you" kann ich ausnahmslos jedem empfehlen. Es ist wirklich ein absoluter Lese-Genuss und ein totales Lese-Muss!


Mystic City 1. Das gefangene Herz
Mystic City 1. Das gefangene Herz
von Theo Lawrence
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hoher Suchtfaktor, 13. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der erste Satz
Es bleibt so wenig Zeit.

Meine Meinung
Inhalt
Aria ist verwirrt, als sie zu sich kommt, sich aber an nichts mehr zu erinnern scheint. Sie soll den gut aussehenden Thomas heiraten, doch Gefühle wollen sich bei ihr nicht einstellen. Aria weiß nicht, wie sie sich kennen und lieben lernten. Irgendwann lernt sie in der Unterwelt von Manhatten den mysteriösen und zugleich faszinierenden Hunter kennen, zu dem sie sich wie magisch angezogen fühlt. Diese Liebe steht jedoch unter keinem guten Stern, da Hunter, der zu den Mystikern und zu einer Rebellengruppe gehört, die Arias Vater bekämpfen möchte. Zu diesem Aspekt kommt auch immer noch die Tatsache, dass Aria ja eigentlich Thomas heiraten soll, doch liebt sie ihn überhaupt wirklich?
Als Aria schließlich von immer mehr Erinnerungen aufgesucht wird, ist sie komplett fassungslos was geschehen ist. Wie wird sie reagieren? Wird sie zu Hunter finden, oder doch Thomas heiraten? Und was ist mit ihrem Vater? Wird er weiterhin die Mystiker bekämpfen, oder sich zum Wohle seiner Tochter umentscheiden?

"Weißt du, was ich für dich empfunde? Mir ist, als müsste ich sterben, wenn du nicht da bist. Und wenn du da bist, glaube ich sterben zu müssen, wenn du gehst."
Zitat aus "Das gefangene Herz"

Charaktere
Aria hat mir sehr gefallen. Sie ist ein zurückhaltendes Mädchen, was alles macht um ihren Eltern gerecht zu werden. Und doch hat sie tief in ihrem Inneren eine Vorahnung, der sie auf den Grund geht. Alle ihre Emotionen waren für mich absolut nachvollziehbar und auch die Identifikation mit der Protagonistin fiel mir sehr, sehr leicht. Sie kämpft für ihre Liebe und ist dabei so authentisch, das ich sie irgendwann zutiefst bewundert habe.
Thomas hat mir gleich zu Beginn nicht wirklich zugesagt. Er ist mir zu materialistisch und zu geldgierig. Außerdem scheint er sich nicht wirklich darum zu scheren, was die Gefühle anderer angeht. So ein egoistisches Verhalten mag ich einfach gar nicht.
Hunter ist mir sehr ans Herz gewachsen. Er ist ein totaler Rebell, der dafür sorgen möchte, dass die Mystiker nicht weiter unterdrückt werden. Zudem hegt er auch noch sehr tiefe Gefühle für Aria, und ist manchmal total hilflos in seinem Verhalten. Auf der einen Seite weiß er, dass es ihr schadet, wenn sie zusammen gesehen werden, aber auf der anderen Seite hält er es einfach nicht lange ohne sie aus.

"Ich bin vielleicht ein Schwindler, was den Wunderdackel betrifft", flüsterte er, "aber nicht, wenn es um meine Gefühle für dich geht."
Zitat aus "Das gefangene Herz"

Gesamt
Wer einmal dieses Buch angefangen hat, legt es so schnell nicht mehr aus der Hand. Schon der Einstieg geht so rasant vonstatten, dass man wie gebannt vor dem Buch sitzt und alles um sich herum vergisst. Theo Lawrence hat es geschafft mich in seiner Geschichte festzunageln und mich zu einem Teil von ihr zu machen. Ich habe Aria auf ihrem Weg begleitet und alles mit ihr gemeinsam erlebt. Es hat mich fasziniert zu erfahren, warum die Protagonistin ihr Gedächtnis verloren hat und vor allem, was für Hintergründe noch alles dahinter steckten. Aria ist auch die Person, die ich am Meisten gemocht habe. Ich habe ihr jegliche Emotion total abgenommen und hätte sie an manchen Stellen am Liebsten an meine Brust gedrückt und ihr zugeflüstert, dass bestimmt alles wieder gut werden wird. Die Protagonistin ist mir so real erschienen und wurde so zauberhaft gezeichnet, dass ich nicht anders konnte, als mit ihr mitzufühlen und ihr einen großen Platz in meinem Herzen zu geben.
Was in ihrer Familie abgeht, ist erschreckend und hat mich manchmal fassungslos gemacht. Besonders ihr Vater ist mir so unsympathisch gewesen, dass ich ihm am Liebsten mal meine Meinung gesagt hätte.
Die Welt, die der Autor für mich mit diesem Buch erschaffen hat, fand ich überraschend positiv. Ich konnte mir alles haarklein vorstellen. Wie die Mystiker in der Tiefe leben und von Wasser umgeben sind und wie Aria und ihre Familie es sich oberhalb von der Tiefe gemütlich machen können. Die Abgrenzung, die der Autor mit dieser Weise hervorgebracht hat, ist meiner Meinung nach, sehr gelungen.
Auch den tollen Schreibstil, den Theo Lawrence während des gesamten Buches an den Tag legt, kann sich absolut sehen lassen. Es kommt nicht ein einziges Mal eine längere, langweilige Stelle auf, oder ansonsten erschien mir während des Lesens irgendetwas unwichtig von dem, was Aria mir in der ersten Person geschildert hat.
Es hat mir einfach alles wunderbar an "Das gefangene Herz" gefallen. Der Schreibstil ist top, die Charaktere und Nebencharaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet, wenngleich ich mir noch ein bisschen mehr von Hunter zu erfahren wünschte. Aber ich bin guter Hoffnung, dass dies vielleicht im nächsten Teil noch aufgearbeitet werden wird. Als störend habe ich die wenigen Information über Hunter auch nicht empfunden, doch ein bisschen mehr Input wäre für mich schon schön gewesen.
Ich war während ich dieses Buch gelesen habe nicht mehr ansprechbar und wollte einfach nur wissen, wie es weiter geht und wie sich alles aufklärt. Mit solch überraschenden Wendungen, die die Geschichte irgendwann nahm, habe ich absolut nicht gerechnet, was mich immer noch total entzückt.
Auch das Ende war für mich ein rundes Ding. Ich muss unbedingt wissen, wie es mit Aria weiter geht.

Fazit
Es schaut nicht nur von Außen absolut großartig aus, sondern auch der Inhalt hält, was das Äußere verspricht: Toller Plot, tolle Umgebung, tolle Charaktere und tolle Nebencharaktere. Dies gespickt mit mehreren unverhofften Wendungen und einer hohen Spannungskurve und schon haben wir diesen wundervollen Roman. Ich bin total überzeugt über diesen Auftakt und kann es kaum erwarten endlich den zweiten Teil in den Händen zu halten. Ich bin maßlos begeistert und kann euch "Das gefangene Herz" nur wärmstens empfehlen.


Aus tiefster Seele: Psychothriller
Aus tiefster Seele: Psychothriller
von Samantha Hayes
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende und überraschende Wendungen, 10. Juni 2014
Der erste Satz
Ich habe mir seit jeher ein Baby gewünscht, schon als ich klein war und keine Ahnung hatte, woher die Kinder kommen.

Meine Meinung
Inhalt
Claudia führt ein perfektes Leben. Sie hat den Mann geheiratet, den sie über alles liebt und gleichzeitig auch noch zwei Jungs dazu bekommen, die sie wie ihre eigenen behandelt. Jetzt ist sie sogar selbst schwanger: Das Glück scheint perfekt. Da aber ihr Mann mit der Marine häufiger unterwegs als zu Hause ist, sucht sich das Ehepaar eine Nanny, die den Alltag für Claudia, sobald das Baby da ist, erträglicher machen soll.
Zoe hat die besten Referenzen und kommt auch sehr gut mit den Jungs klar, doch irgendwie ist sie Claudia unheimlich. Als sie die Nanny schließlich in ihrem Schlafzimmer vorfindet fühlt sie sich in ihrer Angst bestätigt, doch ihr Mann zerschlägt ihren Argwohn. Was hat es nur mit Zoe auf sich? Steht sie gar in Verbindung zu den seltsamen Todesfällen, in denen schwangere Mütter und deren frisch geborene Babys die Hauptrolle spielen?

Das Schlimmste daran, nicht schwanger zu sein, besteht darin, dass sich plötzlich alles überall um Babys dreht. Und dass man sich ständig neue Geschichten ausdenken und in einer sich laufend veränderten Lüge leben muss, die immer umfangreicher, verdrehter und unwahrer wird..
Zitat aus "Aus tiefster Seele"

Charaktere
Claudia ist eine lebensfrohe Person. Sie liebt ihre Familie sehr und freut sich schon total auf ihr kleines Mädchen, welches bald zur Welt kommen soll. In ihrem Job kümmert sie sich um (werdende) Mütter und scheut sich auch nicht davor, denen das Kind wegzunehmen, wenn sie meint es wächst in keiner guten Umgebung auf.
Zoe wird von den Zwillingen sehr geliebt. Sie kommt gut mit den Jungs klar und weiß genau, wie sie sich ihnen gegenüber verhalten muss, wenn sie Schwierigkeiten machen. Zoe ist ein bisschen undurchschaubar...

"Weißt du, wie es sich anfühlt, von einem der Menschen, die du auf der Welt am meisten liebst, zurückgewiesen zu werden, wenn die Person aus deinem Leben geht, ohne noch einmal zurückzublicken?"
Zitat aus "Aus tiefster Seele"

Gesamt
Samantha Hayes schmeißt uns gleich mitten in die Geschichte. Es wird nicht um den heißen Brei drumrum geredet, sondern geht sofort los. Im Prolog erfahren wir von der Erzählerin, wie sehr und aus welchen Gründen sie sich ein Baby wünscht.
Ein Kapitel später lernen wir auch die Protagonistin kennen. Claudia ist hochschwanger und sucht mit ihrem Mann eine Nanny, die sie so gut es eben möglich ist, unterstützen kann. Ich habe mich sofort in Claudia wiedergefunden und sie bereits auf der ersten Seite sehr in mein Herz geschlossen. Nach diversen Schicksalsschlägen, die man im Verlauf der Geschichte über sie erfährt hat sie es einfach so verdient, endlich ein eigenes Baby zu bekommen. Ich habe mich mit ihr gefreut und gespannt den weiteren Verlauf der Story erwartet.
Als Zoe auf der Bildfläche erschien, gingen bei mir gleich sämtliche Alarmglocken an. Zoe wurde von der Autorin wirklich sehr mysteriös gezeichnet. Es fiel mir sehr schwer sie zu durchschauen. Von Anfang an hatte ich so meine Bedenken und Vermutungen, was Zoe und auch noch diverse andere Dinge angeht. Mit Spannung verfolgte ich, ob sich diese wohl noch bestätigen würden.
Was die Spannung angeht verhält sich diese wie eine Berg und Tal Bahn. An manchen Stellen ist man total nervös und hält es kaum noch aus, aber an manch anderen ist es wiederum so, dass sie mal eben so abgeflacht ist und sich eine kleine Länge einstellte, was mir zugegeben die Lust am Lesen ein bisschen genommen hat.
Besonders gut gefällt mir, dass wir die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt bekommen. Manchmal spricht Zoe zu uns, manchmal Claudia, aber auch das Ermittlerduo kommt zu Wort. Zoe und Claudia reden in der ersten Person mit uns, die Polizisten aus der dritten. Ich finde es eine sehr gute Idee die verschiedenen Charatere zu Wort kommen zu lassen, aber leider habe ich auch hier ein kleines Makel festgestellt: Die Wechsel kommen meiner Meinung nach viel zu abrupt. Stellenweise wusste ich nicht, mit wem ich es gerade zutun habe und kam dadurch ein wenig ins Schleudern. Zusätzlich ist auch vieles ein bisschen durcheinander geraten, was mich zudem noch durcheinander brachte. Bis auf diese kleine Dinge empfand ich den Schreibstil von Samantha Hayes allerdings als sehr angenehm und flüssig zu lesen.
Ich muss sagen, dass mich die Auflösung von allem positiv überrascht hat. Ich verirrte mich mit meinen Vorahnungen ständig in einem Irrgarten und kam nicht mehr in die richtige Richtung. Ständig nahm ich eine andere Abzweigung, sicher, dass ich es jetzt endlich aufgelöst hatte, doch dann stand ich schon wieder in einer Sackgasse. Dieses Verwirrspiel ist der Autorin wirklich außerordentlich gut gelungen!
Was Claudia betrifft, findet man sich schnell in ihr wieder. Man bekommt ein beklemmendes Gefühl in der Brust und leidet mit ihr mit. Ich habe Angst vor dem Ende gehabt, denn meine Vorahnung verhieß nichts Gutes. Doch wie es sich auch mit dem Rest des Buches gehalten hat, wurde beim Ende noch mal eins drauf gesetzt. Ich blieb nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe mit offenem Mund zurück und bin wirklich begeistert was die Autorin da gezaubert hat.

Fazit
Hat man sich an den Perspektivenwechsel gewöhnt, lässt sich dieses Buch leicht und schnell lesen. Mir ist die Identifikation mit der Protagonistin absolut leicht gefallen. Ja, ich habe mit ihr mitgefühlt und schreckliche Angst um sie, ihre Familie und ihr ungeborenes Kind gehabt. Die Autorin hat mit der Nanny Zoe einen Charakter erschaffen, bei dem es mir schwer gefallen ist, sie durchschauen zu können. Gerade, weil ich wissen wollte, ob diese vielleicht doch ein paar Leichen im Keller hat, fiel es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen und dies, obwohl sich hin und wieder doch ein paar kleine Längen eingeschlichen haben.
Das Ende toppt die vorherigen Geschehnisse sogar noch um einiges. Ich war überrascht und bin total begeistert über die Auflösung. Besonders gut finde ich, dass beim letzten Kapitel noch einiges aufgeklärt wird, was unbeantwortet im Raum stand.
Wer gerne unvorhersehbare Thriller liest, ist mit "Aus tiefster Seele" an der richtigen Adresse.


Ausgehoppelt: Roman
Ausgehoppelt: Roman
von Sophia Rauchberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 3,5 Sterne, 5. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Ausgehoppelt: Roman (Taschenbuch)
Der erste Satz
Am liebsten hätte ich geantwortet: "Mir könnte es nicht besser gehen!"

Meine Meinung
Inhalt
Anna freut sich sehr auf die Rückkehr ihres Freundes Marc. Um ihn zu überraschen kocht sie sein Lieblingsessen und macht sich mit wenig Wäsche sehr schick. Sie rechnet fest damit, dass ihr Marc heute die Frage aller Fragen stellen wird. Es kommt, wie es kommen muss: Marc hält nicht um ihre Hand an, denn er möchte ihr auf eine andere Art und Weise eine Freude machen. Annas Freund schickt sie auf große Reise. Er möchte, dass sie ganze drei Wochen abschaltet und nach Kenia fliegt. Überrascht werden Koffer gepackt und Anna macht sich auch auf den Weg, doch sie verbringt ihren Urlaub lieber in Österreich, genau in dem Anwesen, in dem Marc aufgewachsen ist. Noch ahnt sie nicht, was ihr alles passieren, und was sie erfahren wird...

Was soll denn heißen, er wird checken, ob er Zeit hat, mich abzuholen? Wenn ich nach drei langen Wochen von einem fernen Kontinent zurück komme, dann hat er, verflixt nochmal, Zeit zu haben!
Zitat aus "Ausgehoppelt"

Charaktere
Anna ist 31 Jahre alt und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Im Job ist sie sehr erfolgreich und auch mit Marc ist sie super glücklich. Sie ist überrascht, als sie in den Urlaub fliegen soll und doch tut sie sich und ihrem Freund den Gefallen und nimmt die Reise an. Anna war mir für ihr Alter leider etwas zu naiv, worauf ich später noch etwas genauer drauf eingehen werde.

"Wenn du so strahlst wie in diesem Augenblick, dann ist niemand auf der ganzen Welt so attraktiv wie du!", sagte er. Ich blickte auf, direkt in zwei tiefblaue Augen. Überrascht legte ich den Kopf schräg. Hatte er das wirklich gesagt?
Zitat aus "Ausgehoppelt"

Gesamt
Der Titel passt einfach wunderbar zum Buch. Anna wird meist von ihrem Freund Marc "Hoppel" genannt, was sie im Grunde genommen nicht so gut findet, es aber trotzdem zulässt. Die Katze finde ich auch zuckersüß da in dem Gummistiefel, was sie allerdings mit dem Inhalt zu tun haben soll, bleibt mir leider schleierhaft.
Gleich auf der ersten Seite ist mir positiv aufgefallen, dass uns Anna ihr Erlebtes selber schildert. Das gesamte Buch ist aus ihrer Sicht und in der ersten Form geschrieben, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Bei dieser Form fällt es mir eigentlich immer besonders leicht mich mit der Protagonistin zu identifizieren. Eigentlich sage ich deshalb, weil mir Anna für ihr Alter stellenweise zu naiv reagiert hat. In diesen Situationen habe ich mich gefragt, was sie sich nur denkt und wie alt sie denn bitte ist. Glücklicherweise hielten sich diese Stellen jedoch in Grenzen, so dass mir die Protagonistin mit der Zeit trotz ihrer Naivität sehr ans Herz gewachsen ist. Nach einer Zeit habe ich gerade diesen Charakterzug an ihr sogar sehr geschätzt. Sie verhält sich wie eine junge Erwachsene, die verträumt und vielleicht sogar ein bisschen realitätsfern durchs Leben geht.
Die Geschichte begann für mich leider erst sehr schleppend. Mir wurden gleich zu viele detaillierte Beschreibungen in den Raum geworfen, mit denen ich ehrlich gesagt nicht so viel anfangen konnte. Doch nach dieser kurzen Einleitung verschwanden diese recht schnell wieder. Sophia Rauchenberg schreibt flüssig und lässt sogar einen kleinen Spannungsbogen zu. Schnell habe ich als Leser gemerkt, dass da irgendwas im Busche ist und war gespannt darauf zu erfahren, was da wohl im Argen liegt. Um dieses herauszubekommen begleitet man Anna nach Österreich bei dem sie vieles erlebt. Besonders lustig waren die Dialoge im Restaurant, wenn sie mal wieder auf Deutsch irgendwas bestellte und sich somit gleich als Touristin entlarvte. Bzw. ganz stolz auf Österreichisch etwas bestellte bei dem sie glaubte zu wissen, was es ist, aber etwas völlig anderes bekam. An diesen Stellen konnte ich mich vor Lachen kaum noch halten.
Die Autorin hat bei der wörtlichen Rede in Annas Feriendomizil auch den Akzent der Österreicher berücksichtigt. Ich konnte so sehr gut mitfühlen, wie verloren sich die Protagonistin gefühlt haben muss, denn ich musste manche Stellen ebenfalls zweimal lesen, was ich absolut nicht verstanden habe, was die gerade überhaupt gesagt haben.
Aufgrund der Kürze des Romans und dem leichten Schreibstil von Sophia Rauchenberg, hat man den Roman in Null Komma Nix durchgelesen und kann sich entspannt zurück lehnen.

Fazit
Wäre mir Anna an manchen Stellen nicht zu naiv gewesen und auch der Anfang nicht so holperig vonstatten gegangen, hätte es dieses Werk auf volle fünf Blümchen gebracht. Aufgrund meiner kleinen Kritikpunkte muss ich leider ein paar Blümchen abziehen, was aber nicht heißen soll, dass ich mich nicht gut unterhalten gefühlt habe.
Die Geschichte ist wirklich toll und auch wenn sie ein bisschen unrealistisch daherkommt, eignet sie sich wundervoll für sonnige Tage auf einem Liegestuhl im Garten. Wer gerne zu humoristischen Geschichten greift, die einen Hauch Romantik aufweisen, ist hier genau richtig.


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