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Rezensionen verfasst von
"typoman"

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Die Rückkehr des Tanzlehrers: Roman
Die Rückkehr des Tanzlehrers: Roman
von Henning Mankell
  Gebundene Ausgabe

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spitzen-Krimi, aber nicht mehr, 11. Mai 2004
Es lässt sich nicht leugnen, dass Henning Mankell exzellente Krimis schreibt -- und es ihm meisterhaft gelingt, Spannung aufzubauen und zu halten ohne allzu heftige äußere Action.
"Die Rückkehr des Tanzlehrers" geht von einer Situation aus, die im Leben jedes Menschen einen Wendepunkt darstellt. Stefan Lindmann, ein Polizist aus Südschweden erfährt, dass er Krebs hat. Bevor die Behandlung beginnt, will er mit mit seinem Leben ins Reine kommen. Er beschließt, alleine auf Mallorca Urlaub zu machen, um Zeit zum Nachdenken zu haben. Doch dann erfährt er aus der Zeitung, dass ein älterer Kollege von ihm, der sich nach seiner Pensionierung in ein einsames Haus in die Wälder Nordschwedens zurückgezogen hat, ermordet, mehr noch, hingerichtet worden ist. Spontan beschließt Lindmann, zum Tatort zu fahren, um sich selbst ein Bild von der Situation dort zu machen.
Fast ungewollt und unbeabsichtigt wird Lindmann in die Ermittlungen der örtlichen Polizei einbezogen, was ihm hilft, die Beschäftigung mit seiner Krankheit phasenweise zu verdrängen. Die Ursachen für den brutalen Mord liegen in Geschehnissen im zweiten Weltkrieg und führen die Ermittler in ein Netz nationalsozialistischer Untergrund-Organisationen.
In der Handlung des Romans durchdringen einander ständig die Zukunftsangst des kranken Polizisten und die Recherchen, die Lindmann immer wieder in die Vergangenheit zurückführen und ihm auch überraschende Erkenntnisse über seine eigene Familie bescheren. Die Handlung nimmt mehrmals eine unerwartete Wendung, was auch den kriminalistischen Instinkt des Lesers immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Spannung ist also bis zum Schluss garantiert.
Trotz allem hat die Ausgangssituation in mir Erwartungen geweckt, die das Buch nicht ganz erfüllen konnte. Die politische Dimension des Themas, sowie die psychologische und die ethische bieten kaum Reibungsflächen. Die Grenze zwischen Gut und Böse verläuft ziemlich glatt. Ich konnte mich des leisen Gefühls nicht erwehren, dass der Autor auch in diesen Bereichen mehr hineinlegen wollte und sich dabei zuviel zugemutet hat.
Doch das ist bloß ein ganz individuelles Gefühl und soll den Wert des spannenden Krimis nicht schmälern. Er ist auf alle Fälle wert, gelesen zu werden.


Verschwiegene Kanäle: Commissario Brunettis zwölfter Fall
Verschwiegene Kanäle: Commissario Brunettis zwölfter Fall
von Donna Leon
  Gebundene Ausgabe

62 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Evolution des Kommisars, 6. Mai 2004
Im neuesten Buch von Donna Leon hat Commissario Brunetti einen offensichtlich scheinenden Selbstmord eines Schülers an einer militärisch geführten Eliteschule aufzuklären. Dabei sticht er in ein Wespennest: Die Mechanismen der Vergabe von Staatsaufträgen treten bei den Recherchen offen zu Tage -- und es zeigt sich, wie sehr jene, die gegen Korruption ankämpfen, auf verlorenen Posten stehen und sich selbst in höchste Gefahr bringen. Parallelen zu Zuständen, wie sie im Italien von heute zu finden sind, muss der Leser selbst ziehen, aber es wird ihm nicht schwer gemacht. Niemand ist jedoch gehalten, diese Parallelen auf Italien zu beschränken.
Es zeigt sich auch, dass Donna Leon in ihren jüngsten Brunetti-Büchern eine -- früher nicht so merkbare -- Dimension einbringt, in der sich der Commissario einem ethischen Konflikt stellen muss, der nicht so leicht oder manchmal auch gar nicht zu lösen ist. Einen Fall aufzuklären, ist eine Sache. Wie aber verhält man sich, wenn die Gerechtigkeit unmenschlich ist oder die Menschlichkeit ungerecht? Es ist nicht immer leicht, Polizist zu sein und Mensch zu bleiben. Das muss Commissario Brunetti in seinem zwölften Fall deutlicher denn je erfahren.
Entschließt sich ein Kriminalautor, einem seiner Helden nicht nur ein Buch, sondern eine ganze Buchreihe zu widmen, so sollte er die Kunst beherrschen, in jedem Band neue Aspekte zu bringen und das dem Leser vertraute handelnde Personal trotzdem wiedererkennbar darzustellen. Je mehr Bücher dieser Art erscheinen, desto schmaler wird er Grat, auf dem der Autor wandeln muss. Donna Leon beherrscht diese Gratwanderung meisterhaft. Ihre ersten Brunetti-Bücher sind vor allem gute Krims, bei denen der kriminalistische Scharfsinn im Vordergrund steht. Doch von Band zu Band wird immer deutlicher, dass das Schließen der Polizeiakten den Leser selten auch ethisch befriedigt. In diesem Bereich bleibt eine Spannung, die nur umso ungeduldiger den nächsten Brunetti-Krimi herbeisehnen lässt.
Wer noch keinen Brunetti-Krimi gelesen hat, der bringt sich mit der Lektüre von "Verschwiegene Kanäle" um das Erleben dieser Entwicklung. Empfehlen würde ich einem Einsteiger, mit dem ersten oder einem der frühen Bücher zu beginnen. Trotzdem bleibt "Verschwiegene Kanäle" auch für den Brunetti-Neuling ein sehr guter Krimi -- und mehr als das.


Amadeus - Director's Cut (2 DVDs)
Amadeus - Director's Cut (2 DVDs)
DVD ~ F. Murray Abraham
Preis: EUR 4,97

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Psychogramm eines Mittelmäßigen, 19. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) (DVD)
"Amadeus" einfach als Mozart-Film zu bzeichnen, wäre oberflächlich. Obwohl Mozart sehr präsent ist, geht es im Grunde gar nicht um ihn. Auch die historischen Details sind eher stilisiert und nicht unbedingt exakt.
Im Vordergrund steht Salieri, ein italienischer Musiker, der am Wiener Hof Josefs II. eine gute und wohldotierte Stellung als Hofkapellmeister hat. Er lebt sein Leben in Wohlstand und Eleganz. Er ist ein guter Musiker, aber nicht überragend. Da tritt Mozart in sein Leben, der nach einem großen Krach Salzburg und den Dienst beim Fürsterzbischof verlassen hat und in Wien sein Glück versuchen will. Mozart ist kindisch, ungezogen, obszön, ungepflegt und eckt bei jeder Gelegenheit an. Aber seine Musik ist fantastisch. Das erkennt Salieri vielleicht besser als jeder andere. Damit beginnt Salieris Problem. Es ist nicht so, dass er fürchtete um Stellung und Einfluss bei Hof. Er erlebt vielmehr an Mozart, wo die Grenzen seines eigenen Talents liegen. Dass ein so belangloser und unangenehmer Mensch ein begnadeter Musiker sein darf, dass wirft Salieri Gott vor. Um mit diesem Umstand umgehen zu können, versucht Salieri von Mozart wenigstens eine kleine Anerkennung seiner, Salieris, musikalischen Leistungen zu bekommen, aber vergebens.
Das Stück, von Peter Shaffer für die Bühne geschrieben und von Milos Forman sehr professionell für die Leinwand umgesetzt, ist das Psychogramm eines Menschen, der sich seiner eigenen Mittelmäßigkeit ständig bewusst werden muss und schließlich daran zerbricht.
F. Murray Abraham ist ein großartiger Salieri, Tom Hulce als Mozart kann ihn nicht erreichen, wird aber dennoch seiner Rolle gerecht. "Amadeus" hat keine eigene Filmmusik. Alles was an Musik zu hören ist, stammt von Mozart, abgesehen von einigen Salieri-Zitaten und tatsächlich ist auch die Musik der dritte Hauptdarsteller.


The Abyss
The Abyss
DVD ~ Ed Harris
Wird angeboten von Filmwelt
Preis: EUR 9,68

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hollywood-Klischee mit tollen Bildern, 17. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: The Abyss (DVD)
Ein Unterwasserspektakel von besonderem Rang: Nicht von der Handlung her, die ist vielerproptes Hollywood-Schema, aber auf Grund der Unterwasser-Szenen und der Spezialeffekte ist dieser Film unbedingt sehenswert. Dabei soll Hollywood-Schema nicht unbedingt eine Abwertung bedeuten, aber das Klischee, dass Außerirdische kommen (auch wenn sie in diesem Fall "nur" tief im Meer leben) und die Menschen vernichten wollen, weil diese selbst untereinander nicht in Frieden leben können, das ist ein uraltes Klischee, das niemand mehr betroffen macht, weil niemand sich persönlich dadurch angesprochen fühlt.
Die Handlung ist also nicht dazu geeignet, den Menschen einen ethischen Kick zu geben. Die Schwachstelle des Films ist, dass er vorzugeben scheint, gerade einen solchen zu versetzen. Das wird in den Schlussszenen am allerdeutlichsten, die sich voll in das genannte Klischee einpassen und dem wirklich teilweise auch spannenden Handlungsverlauf vorher ein sehr schwaches deus ex machina-Ende geben.
Das -- wie gesagt -- betrifft die Handlung. Wer darüber hinwegsehen kann, dem hat der Film neben der erwähnten Spannung großartige Unterwasserszenen und auch heute noch tolle Spezialeffekte zu bieten.
Mein Tip wäre: Unbedingt die erweiterte Version ansehen (28 Minuten zusätzliche Szenen). Die normale Kinoversion ist so stark zusammengeschnitten, dass am Schluss noch so manches Fragezeichen stehen bleibt.


Solaris
Solaris
DVD ~ George Clooney
Wird angeboten von cook29
Preis: EUR 16,97

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ästhetische Meisterleistung, 16. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Solaris (DVD)
Muss sich wirklich jeder Film im Vergleich mit seiner literarischen Vorlage bewähren? Es stimmt zwar: Die Aussage des Films ist eine völlig andere als die der Romanvorlage von Stanislaw Lem. Lem-Puristen werden also mit diesem Film wenig Freude haben. Während im Buch zwar die Fragen gestellt werden, aber die Antworten ausbleiben, so gibt der Film sehr wohl Antworten, wenn sie auch sehr fantastisch sind. Aber das ist Hollywood.
Es stimmt auch, dass die Fans von Star Trek oder Star Wars in diesem Film einschlafen werden. Ich düse zwar auch recht gern mit Captain Kirk oder mit Luke Skywalker durch die Galaxien aber mit anderen Erwartungen als bei "Solaris".
Das ist das kleine Problem dieses Films: Er stellt weder die Lem-Fans noch die Trekkies zufrieden. Man muss seine Erwartungen auf die Ästhetik richten, dann kann der Film zu einem Genuss werden, der nicht so leicht übertroffen werden kann.
Wenn die Ästhetik auch in meinen Augen das Hervorstechende und das vor allem Bemerkenswerte ist an "Solaris", so ist doch die Handlung immerhin wert eine solche genannt zu werden. Wenn man den Film kennt, dann wird jedes Detail klar, logisch und fast notwendig -- im Rahmen der fikiven Gegebenheiten des Handlungsrahmens. Damit hebt sich "Solaris" angenehm ab von "A Space Odyssey", wo vieles zwar mystisch wirkt, aber unverständlich bleibt.


Solaris
Solaris
von Stanislaw Lem
  Taschenbuch

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mensch und seine Grenzen, 13. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Solaris (Taschenbuch)
Ich halte "Solaris" für den besten Roman von Stanislaw Lem. Dem Genre "Science Fiction" ist er allerdings nur bedingt zuzuordnen, denn im Vordergrund stehen nicht zukünftige technische Möglichkeiten, sondern Lem versucht eine Situation herzustellen,in welcher der Mensch an die Grenzen seiner psychischen Leistungsfähigkeit geführt wird. Das geschieht in der Konfrontation mit einem Wesen, das ganz anders als menschlich ist und das über ganz andere Fähigkeiten verfügt als der Mensch.
Dieses Wesen ist der Ozean des weit entfernten Planeten Solaris, der von den Menschen, die ihn von einer Raumstation im Orbital beobachten, als organisches aufgefasst wird.
Kris Kelvin, der Held dieses Romans wird als Psychologe auf diese Raumstation geschickt, weil sich dort seltsame Dinge ereignen. Doch bald ist er selbst mit einer Situation konfrontiert, die das emotional und intellektuell Fassbare an seine Grenzen treibt.
Doch eine Inhaltsangabe wird nicht dem gerecht, was der Roman dem willigen Leser bieten kann. Daher sei sie auch weggelassen und an ihrer Stelle seien einige Überlegungen über die inneren Werte des Romans angestellt.
Im Zentrum stehen lange und sehr episch ausgeführte Passagen über die Geschichte der "Solaristik", der Wissenschaft von Solaris. Diese stehen als Beispiel für die Leistungsfähigkeit der empirischen Wissenschaften. Unter diesem Aspekt verliert die Lektüre dieser Seiten ihre Langatmigkeit und kann tatsächlich packend werden. Das geschieht insbesondere dann, wenn man die hier skizzierten Grenzen gegen die emotionalen Anforderungen hält, denen die Crew der Raumstation ausgesetzt ist. Im Hintergrund dieser Gegenüberstellung stellt sich die Frage nicht nur nach den Grenzen der Wissenschaft, sondern auch nach den Grenzen allen menschlichen Wissens, beziehungsweise menschlichen Wissen-Könnens.
Jedes der drei Crew-Mitglieder reagiert anders auf die schon angesprochene Situation höchster emotionaler Anspannung, die sich einer vollständigen wissenschaftlichen Erklärung entzieht. Sartorius ist der perfekte Wissenschaftler, der sich Emotionen möglichst nicht stellt, da sie sich nicht in sein exaktes Weltbild fügen. Aus der Unausweichlichkeit emotionaler Belastung sieht er nur einen Ausweg -- die Vernichtung dessen, was die Emotionen auslöst. Snaug hingegen versucht keine Bewältigung. Obwohl er ein wenig zur Haltlosigkeit zu neigen scheint, hat er sich am besten von allen dreien mit den Belastungen arrangiert. Er nimmt sie als gegeben hin. Kelvin hingegen zerbricht an der Situation. Das bedeutet nicht unbedingt seinen physischen Tod, sondern einen kompletten Verlust seiner Identität. Kelvin ist am Ende des Romans ist nicht mehr der, der anfangs auf die Raumstation gekommen ist. Seine Wünsche, seine Hoffnungen und seine Perspektiven sind von den Erlebnissen auf der Raumstation von Grund auf verändert worden.
Dieses Buch ist dem zu empfehlen, der nicht in erster Linie Action erwartet, sondern der bereit ist, sich einer Stimmung auszusetzen, welche die Anwesenheit der Fremdheit schlechthin auszulösen vermag und die der Autor den Leser meisterlich nachempfinden lässt. Es ist auch für den geschrieben, der den hohen Wert von Fragen zu schätzen weiß, die keine Antworten erfahren, aber dennoch gestellt werden müssen.


Dreiklänge - SchriftMischMusterbuch
Dreiklänge - SchriftMischMusterbuch
von Wiebke Höljes
  Sondereinband

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Halbe Sache, schön gedruckt, 11. Februar 2004
Ein sehr hilfreicher Schriftmischer, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Die Machart jedoch setzt den Möglichkeiten Grenzen. Es gibt keine Möglichkeit, Schriften zu ergänzen; es gibt weiters keine Möglichkeit, andere als die vorgegebenen Schriftgrößen zu wählen. Daher bleibt dieses Büchlein mit übrigens sehr schönen und klaren Schriftmustern für einen professionellen Anwender eine halbe Sache.


INSIDERBUCH TYPE DESIGN. Digitales Gestalten mit Schriften
INSIDERBUCH TYPE DESIGN. Digitales Gestalten mit Schriften
von Sean Cavanaugh
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Typografische Grundausstattung, 11. Februar 2004
Genau das Richtige für den, der endlich einmal von Arial und Times New Roman loskommen möchte und bloß nicht weiß, wie. In diesem Buch wird sehr feinfühlig und behutsam ein Heranführen des Lesers gewagt an die Wirkung verschiedener Schriften -- und das, ohne den Neuling mit der Problematik in ihrem ganzen Umfang zu belasten. Der Autor versteht es vortrefflich, vermutlich aus eigener langjähriger Berufserfahrung, Wesentliches hervorzuheben und weniger Wesentliches nur zu streifen oder ganz wegzulassen. Die Schrift wird dem Leser präsentiert sowohl als das Meterial des Grafikers, als auch als das des Setzers.
Leider sind jene Teile des Buches, die sich mit dem Installieren und der Verwaltung von Schriften beschäftigen, schon lange veraltet und werden es mit jedem Tag mehr. Die kurzen Photoshop-Workshops für Schrifteffekte lassen sich zwar auch mit neueren Versionen nachvollziehen, aber auch diese haben ein Ablaufdatum.
Was aber vielleicht für Jahrzehnte aktuell bleibt, ist die geraffte, aber gute Klassifizierung der Schriften, die Beurteilung der Wirkung verschiedener Schriften und die Essentials der wichtigsten Setzerregeln.
Ein weiters Plus ist, dass der Großteil der Schriften, die im Buch besprochen werden, auch auf der beiliegenden CD enthalten sind. Wer beim Lesen Lust auf typografische Gestaltung bekommt, der kann sofort loslegen. Mehr braucht man nicht, um anzufangen!


Von Gutenberg zum World Wide Web
Von Gutenberg zum World Wide Web
von Christiane Holler
  Gebundene Ausgabe

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verstecktes Kinderbuch, 11. Februar 2004
Ein sehr nett und mit viel Liebe aufgemachtes Kinderbuch in Form von mehreren Artikel, die voneinander zwar unabhängig sind, sich aber dennoch unter dem Generalthema des Buches finden. Es ist eindeutig ein Kinderbuch, was leider weder durch sein Äußeres noch durch den Titel deutlich wird.
Unter den Artikel sind sicher die beiden Glossare (Das bunte Lexikon der schwarzen Kunst und das Computer- und Internet-Glossar) als positiv hervorzuheben. Sehr gut und sehr lebensnah sind auch die Erinnerungen eines Schriftsetzerlehrlings.
Der Artikel über das Leben Gutenberg ist leider nur der Mythos, allerdings gut erzählt etwa auf dem Niveau eines 10- bis 12-jährigen. Doch in diesem Alter kann man auch schon unterscheiden zwischen Märchen und Realität. Und dass in der Lebensgeschichte Gutenbergs vieles nicht so klar ist, wie es hier dargestellt wird, dürfte auch dem Autor nicht entgangen sein. Nicht dass hier eine kritische Auseinandersetzung mit den Quellen der Gutenberg-Biografie verlangt würde, aber bloß den Mythos vom zu Unrecht verarmten Wohltäter der Menschheit zu erzählen, das unterschätzt das Differenzierungsvermögen auch eines Zwölfjährigen.
Dennoch bleibt ein sehr positiver Gesamteindruck.


Einführung in das philosophische Denken
Einführung in das philosophische Denken
von Karl-Heinz Volkmann-Schluck
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Voraussetzungslose Denkschule, 11. Februar 2004
Viele Einführungen in die Philosophie sind eigentlich nur eine Einführung in die Geschichte der Philosophie. Die aber kommt in diesem Buch zu kurz. Philosophiegeschichtliches wird bestenfalls am Rand zum Thema. Dafür leistet der Autor Unschätzbares für den Leser, der das Denken auf philosophische Weise lernen will. Diese Art des Denkens ist so gut wie unerlässlich zum Verstehen philosophischer Literatur.
Der Autor geht in Bewältigung seiner Aufgabe sehr behutsam vor und setzt nichts voraus. Daher ist diese Einführung auch für solche Leser geeignet, die überhaupt keine Vorkenntnisse mitbringen. Was man braucht, ist etwas Geduld, die Bereitschaft langsam und genau zu lesen, und den guten Willen, das Dargebotene auch aufzunehmen.
Das Buch hätte sich mehr als fünf Sterne verdient.


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