Profil für Pit Balbierer > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Pit Balbierer
Top-Rezensenten Rang: 78.258
Hilfreiche Bewertungen: 57

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Pit Balbierer "Can-ŽKa No Rey" (Endwelt)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3
pixel
Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Das Schicksal ist ein mieser Verräter
von John Green
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Okay", 6. Oktober 2012
Inhalt:

Die 16-jährige Hazel leidet an Krebs. Sie weiß genau, dass sie unheilbar krank ist und es keinen Erfolg auf Heilungschancen gibt. Die lebensverlängernden Behandlungen machen sie nur noch mehr kaputt und die Selbsthilfetreffen helfen ihr auch nicht weiter. Ihre Eltern versuchen sie mit allen Mitteln zu unterstützen, doch Hazel weiß, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch sie sich verabschieden muss. Trotzdem möchte sie nicht bemitleidet werden, sondern selbst auf eigenen Beinen stehen. Ihr Leben ändert sich jedoch schlagartig, als sie bei einem Selbsthilfetreffen den 17-jährigen Augustus Waters kennenlernt. Augustus hat vor Jahren bei seinem Kampf gegen den Krebs eines seiner Beine verloren. Gus (so sein Spitzname) ist intelligent, witzig, ungemein schlagfertig und geht ganz offen mit seinem Schicksal um. Sofort ist sie von diesem Jungen angezogen und es scheint als wäre Augustus auch von ihr angetan. Langsam kommen sich die beiden näher und Hazel spürt wieder etwas Hoffnung in ihrem Leben. Gemeinsam verbringen sie viel Zeit miteinander und diskutieren über Musik, Bücher, die Ironie des Lebens und der ständigen Last zu kämpfen. Als Hazel Augustus von ihrem Lieblingsbuch "Ein herrschaftliches Leiden" erzählt und es ihr größter Wunsch ist, den Autor persönlich kennenzulernen, erfüllt ihn Gus: Gemeinsam reisen sie nach Amsterdam in der Hoffnung Hazels ungeklärte Fragen zu beantworten. Obwohl sie von dem bevorstehenden Ende ihrer Liebe wissen, beschließen sie jeden Tag zu leben. Denn jeder Tag ist es würdig gefeiert zu werden! Bis zum Schluss...

Meine Meinung:

Mir fällt es schwer zu diesem Buch eine Rezension zu verfassen, weil ich der Ansicht bin, dass sich jeder sein eigenes Urteil über dieses Werk bilden sollte. Trotzdem versuche ich mal meine Gedanken niederzuschreiben:

John Green hat es geschafft mich zu berühren. Der Autor versteht es auf seine ganz eigene Art über so ein schweres Thema wie Krebs zu schreiben. Er beschreibt den Krebs als ätzend, unangenehm und schlichtweg beschissen. Trotzdem hat mich der Autor beim Lesen dieses Buches so oft zum Lachen gebracht. Wieso? Durch das Interagieren der beiden Hauptprotagonisten kommen solch einzigartige Gespräche auf, dass ich mir mehr als einmal ein Lächeln übers Gesicht huschte. Doch trotz der humoristischen Ader dieses Werkes, beschreibt der Autor die Krankheit als etwas Ernstes und zeigt mir den harten Weg auf, den diese Menschen und ihre Angehörigen gehen müssen. Für mich schafft Green einen hervorragenden Mittelweg zwischen Humor und Tragik.

Die Geschichte um Hazel und Augustus ist so schön geschrieben, dass die Krankheit der beiden schon nach wenigen Seiten zu Nebensächlichkeit wird. Es ist einfach die Art, wie die beiden miteinander umgehen, was dieses Buch zu etwas besonderen macht (An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten, da es jeder selbst lesen sollte. Ihr werdet es schon merken ;-)). Doch nicht nur Augustus und Hazel sind in diesem Roman wunderbar in Szene gesetzt. Auch alle anderen Charaketere finden genug Platz in dieser Geschichte, um sich mitzuteilen.

Das Buch beinhaltet so viele schöne Zitate, dass ich gar keinen Favoriten herausnehmen kann. Lest dieses Buch, dann werdet ihr sie alle selber entdecken. Vielleicht findet der ein oder andere ja seinen persönlichen Favoriten.

Der Schreibstil des Autoren ist sehr feinfühlig, aber zeigt auch die Realität und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Doch trotz der Schwere zeigt der Autor, dass es sich lohnt für etwas zu kämpfen.

Fazit:

Ein wunderschönes, trauriges und einzigartiges Werk, welches mir wieder einmal zeigt, dass jeder Tag es wert ist gefeiert zu werden. Danke, John Green!


Das Lied der Dunkelheit: Roman
Das Lied der Dunkelheit: Roman
von Peter V. Brett
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stimmen aus der Dunkelheit, 2. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Lied der Dunkelheit: Roman (Taschenbuch)
Fazit:

Seit Arlen denken kann, lebt er mit seiner Familie in Angst vor den Angriffen der Dämonen. Jede Nacht steigen die Horclinge aus dem Horc und verbreiten Angst und Schrecken. Um sich gegen die ständigen Dämonenangriffe zu wehren, haben die Menschen magische Siegel an ihren Häusern errichtet. Die Siegel halten die Dämonen von den Menschen fern, doch jede noch so kleine Schwachstelle in dem magischen Netz aus Runen und Zeichen kann für die Menschen tödlich sein. Als Arlen eines Nachts mit ansehen muss, wie die Horclinge seine Mutter töten, bricht für ihn eine Welt zusammen. Seinem Vater, der während der Ermordung seiner Frau nur tatenlos zusieht, kann er keinen Respekt mehr entgegenbringen und flieht von zu Hause. Er macht es sich zum Entschluss sich nicht mehr zu verstecken, sondern zu handeln. Damit beginnt für Arlen ein Abenteuer, bei dem er mehr als einmal an seine Grenzen stößt...

Leesha wohnt mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter im Tal der Holzfäller. Von den ständigen Attacken ihrer Stiefmutter gepeinigt, flüchtet sie sich zu ihrem Geliebten Gared, der für sie alles auf der Welt ist. Als Gared jedoch einen folgenschweren Fehler begeht, entsagt sie sich von ihm und für Leesha bricht eine Welt zusammen.

Als sie eines Tages die alte Kräutersammlerin Bruna kennenlernt, keimt in ihr wieder Hoffnung auf. Von dieser alten Frau ist sie sofort angezogen und beschließt daraufhin bei ihr in die Lehre zu gehen. Trotz der Einwürfe ihrer Stiefmutter zieht sie zu Bruna und lässt sich von ihr unterrichten...

Als die Familie des kleinen Rojer auf einen Schlag ausgelöscht wird, nimmt sich der Jongleur Arrick Honigstimme seiner an. Fortan reisen er und sein Meister durch die Städte, geben Vorstellungen und verdienen sich damit ihr Geld. Rojer, der bei dem Dämonenangriff zwei Finger verlor, assistiert Arrick bei den Vorstellungen. Als Rojer eines Tages auf einer Fiedel spielt, entdeckt er neue Fähigkeiten an sich, die ihm ganz neue Möglichkeiten eröffnen...

Meine Meinung:

"Das Lied der Dunkelheit" ist der erste Roman des US-amerikanischen Autors Peter V. Brett. Auf der Rückseite dieses Fanatsy-Romans steht: "Peter V. Bretts gewaltiges Epos vom Weltrang des Herr der Ringe". Der Meinung bin ich nicht, da "Das Lied der Dunkelheit" ein eigenständiges Werk ist, welches sich stark von "Der Herr der Ringe" unterscheidet. Die Handlung ist ist am Anfang etwas verworren und ich musste mich erst orientieren, ehe ich in die Welt von Brett eintauchen konnte. Manchmal war mir die Handlung zu gestreckt und ich empfand einige Ausführungen zu unnötig. Gegen Ende hatte ich wiederum das Gefühl, dass es der Autor gar nicht abwarten konnte zu einem Schluss zu kommen. Irgendwie geschah mir da alles zu schnell und ich war etwas enttäuscht, dass gerade die letzte Schlacht m. E. zu kurz kam. Die Idee des Autors drei verschiedene Geschichten parallel zu erzählen, gefiel mir gut, weil es dadurch des Öfteren zu einem Wechsel in dem Roman, kam, welcher eine gelungene Abwechslung darstellte.

Der Schreibstil des Autors ist manchmal so flüssig, dass ich 100 Seiten schnell gelesen habe. Auf der anderen Seite hält sich Brett zu lange an manchen Ereignissen fest. Eine schöner Mittelweg wäre mir da lieber gewesen. Die Idee mit den magischen Siegeln empfand ich als sehr gelungen, weil es etwas Neues ist und Brett die Geschichte um die Siegel sehr interessant gestaltet hat.

Die Charaktere sind alle sehr glaubwürdig dargestellt. Keiner der Personen wirkt zu überzogen bzw. zu stark charakterisiert. Besonders die drei Hauptcharaktere hat Brett interessant gestaltet, so dass niemand farblos wirkte. Jeder hat einen Verlust erlitten, der nur schwer zu verarbeiten ist. Durch diese Verluste wachsen und reifen die Charaktere.

Fazit:

Der Auftakt einer Fantasy-Reihe die noch etwas Luft nach oben hat. Durch das interessante Magiesystem und die gut gezeichneten Charaktere hat mich der Autor dennoch neugierig auf die Forsetzung gemacht.


Wassermanns Zorn
Wassermanns Zorn
von Andreas Winkelmann
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen Sie badet, Stiffler ... sie badet ..., 29. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Wassermanns Zorn (Broschiert)
Inhalt:

Kriminalhauptkommissar Eric Stiffler erhält einen erschütternden Anruf. Ein Mann mit einer wässrigen Stimme droht ihm mit dem Tod einer ihm bekannten Frau. Wenig später findet er die Prostituierte Annabell ertränkt am Rande eines Sees. Der Mörder hat auf den Bauch der Frau eine eindeutige Notiz für Stiffler hinterlassen. Dem Kriminalhauptkommissar bleibt nicht mehr viel Zeit, um den "Wassermann" zu finden, denn er weiß nur zu gut, zu welchen Taten sein Gegenspieler in der Lage ist...

Manuela Sperling beginnt ihren ersten Arbeitstag im Dezernat Mord und es scheint als sei dieser erste Tag der schlimmste ihres Lebens. Irgendwie geht alles schief und ihr neuer Chef Eric Stiffler scheint besonders mit ihr ein Problem zu haben. Außerdem wird sie an ihrem ersten Tag gleich in einen Mordfall verwickelt. Das bizarre an dem Mordfall ist, dass das Wasser aus der Lunge der Toten nicht aus dem Fluss stammt, an dem die Frau gefunden wurde. Zusätzlich scheint der Mörder einen besonderen Hass auf ihren neuen Chef zu haben. Manuela Sperling spürt, dass Stiffler ihr etwas verschweigt und beginnt genauer zu ermitteln. Nach einigen Recherchen ist Manuela klar, dass ihr Chef mehr zu wissen scheint, als er zugibt...

Die ehemalige Prostituierte Lavinia Wolff wird verfolgt. Der Mann, vor dem sie sich seit 3 Jahren versteckt, lauert ihr immer wieder auf. Als Lavinia auf der Flucht vor ihrem Verfolger in ein Taxi steigt, lernt sie den Taxifahrer Frank Engler kennen. Sie spürt genau, dass der Taxifahrer starke Gefühle für sie hegt. Jedoch will Lavinia sich nicht auf einen Menschen einlassen, denn sie weiß genau, dass sie dann berichten muss was vor 3 Jahren geschah...

Frank Englers leben ändert sich Schlag auf Schlag, als sich eine attraktive junge Frau in sein Taxi setzt. Engler spürt sofort das mit ihr etwas nicht stimmt, da sie sehr nervös zu sein scheint. Die Frau, welche sich als Lavinia Wolff vorstellt, erzählt ihm, dass sie verfolgt wird und er sie so schnell wie möglich nach Hause bringen soll. Frank ist sofort fasziniert von ihr. Allerdings weiß der Taxifahrer, dass er sich ihr öffnen muss, wenn er sie näher kennenlernen möchte und dass heißt, dass er ihr auch über seine Krankheit berichten musst...

Meine Meinung:

"Wassermanns Zorn" ist der erste Thriller den ich von Andreas Winkelmann gelesen habe. Gerade deswegen war ich sehr gespannt auf dieses Buch, weil mir schon häufiger angeraten wurde ein Werk von diesem Autor zu lesen. Ich muss sagen, dass es sich mehr als bezahlt gemacht hat. Die Geschichte ist sehr originell, da der Autor das Element Wasser geschickt in die Handlung einfließen lässt. Immer wieder wird dieses Element zum Mittelpunkt der Geschichte gemacht und je weiter die Ermittlungen vorangehen, desto mehr wird einem das Wort Wasser förmlich eingebrannt. Andreas Winkelmann schafft es den Spannungsbogen die ganze Geschichte aufrecht zu erhalten, bis sich die Fäden am Ende in einem spannenden Finale verknüpfen. Die Kapitel sind kurz gehalten und man kann ab und zu eins zwischendurch lesen. Der Schreibstil ist flüssig und die Handlung wirkt zu keinem Zeitpunkt gestreckt und langatmig. Winkelmann schreibt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und jeder Charakter wird eingehend beleuchtet. Gerade die Vergangenheit des Wassermanns fand ich besonders spannend. Durch die verschiedenden Perspektiven wird die Geschichte aufgelockert und man erfährt vieles über jede einzelne Person. Winkelmann schafft es jedem Charakter genug Spielraum zum Entfalten zu geben, so dass keine Figur fehl am Platz wirkt.

Fazit:

Ein packender Thriller, der mich davon überzeugt hat ein weiteres Buch von Andreas Winkelmann in die Hand zu nehmen. Die nächsten Male werde ich wohl ein mulmiges Gefühl haben, wenn ich an einem See bin, dessen Boden ich nicht erkennen kann...


Menschenjagd
Menschenjagd
von Richard Bachman
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Blutgeld, 14. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Menschenjagd (Broschiert)
Inhalt:

Ben Richards' Leben scheint aussichtslos. Seine Tochter Cathy leidet an einer schlimmen Lungenentzündung und das Geld für die Medizin können er und seine Frau Sheila nicht aufbringen. Damit wenigstens etwas Geld zum Leben bleibt, muss Sheila sich prostituieren lassen. Viele Menschen in Co-Op City leben an der Armutsgrenze und einigen bleibt nichts mehr, als der Dreck in den Gassen. Im Jahre 2025 regiert die Fernsehgesellschaft und treibt ihre Spielchen mit den Menschen. In den Spielen werden die ausgewählten Kandidaten in Reality-Shows zur Schau gestellt, in dem sie sich makaberen Aufgaben stellen müssen. Diejenigen, die am meisten aushalten, werden mit Geld für ihre Familien belohnt. Die meisten sterben bei dem Versuch, diese Spiele zu überstehen. Für Ben Richards bleibt kein anderer Ausweg. Um seiner Familie eine sichere Zukunft garantieren zu können, nimmt er an der Reality-Show "Menschenjagd" teil. Die Regeln sind ganz einfach: Er bekommt für jede Stunde, die er in Freiheit lebt, hundert Dollar. Das Problem ist, dass ihm nach einem kleinen Vorsprung professionelle Menschenjäger verfolgen dürfen. Sogar die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, den sogenannten "Running Man" zu jagen und sogar zu töten. Bald ist das ganze Land hinter Ben Richards her und für ihn ist kein Ort auf der Welt mehr sicher...

Meine Meinung:

Stephen King schrieb bereits 1982 unter dem Pseudonym Richard Bachman den Roman "Menschenjagd" und trotzdem ist das Thema immer noch aktuell. Als ich angefangen habe, musste ich unweigerlich an Suzanne Collins' Romanreihe "Die Tribute Von Panem" denken. Auch bei "Menschenjagd" wird dieses Thema aufgegriffen und Bachman alias King bringt dieses meisterhaft zum Ausdruck. Bachman schreibt ziemlich kritisch, so dass ich während des Lesens eine starke Wut im Bauch bekommen habe. Die Fernsehgesellschaft ist ein Monster, welches die Menschen unterdrückt und sich von deren Leid ernährt. Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben, sodass ich das Buch in zwei Tagen durchgelesen habe. Die 250 Seiten ließen sich sehr schnell und flüssig lesen. Bachman schafft es in jedem Kapitel noch mehr Spannung zu erzeugen, bis die Geschichte mit einem fulminanten Finale endet. Der Autor erschafft schnell eine düstere Atmosphäre und ich habe mich sofort in der Handlung verloren. Bachmans bzw. Kings Talent für eine glaubhafte Entwicklung der Charaktere ist nach wie vor beeindruckend und ich konnte mich in jede Person hineinversetzen und habe jede Handlung gespannt mitverfolgt.

Fazit:

Ein spannende Jagd durch ganz Amerika, die mich wieder einmal mit einem offenen Mund zurückgelassen hat.


Die Zahlen der Toten: Thriller
Die Zahlen der Toten: Thriller
von Linda Castillo
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

3.0 von 5 Sternen XXIII, 12. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Zahlen der Toten: Thriller (Taschenbuch)
Inhalt:

Kate Burkholder, Polizeichefin des kleinen Dorfes Painters Mill, Ohio, traut ihren Augen kaum als sie den Tatort betritt. Auf dem schneebedeckten Feld liegt eine Frau, der die Kehle aufgeschlitzt wurde. Als die Leiche umgedreht wird, entdeckt das Team, dass der Mörder die römische Zahl "XXIII" in den Bauch der Toten geritzt hat. Kate Burkholder ist fassunglos. Kann es sein, dass der Schlächter, der in den 90er Jahren Frauen auf dieselbe Weise umgebracht hat, wieder zurück ist? Wieso sollte der Mörder 16 Jahre warten, um dann wieder im gleichen Ort anfangen zu morden? Oder ist hier ein Nachahmungstäter am Werk? Weitere Morde folgen und bald befindet sich die Polizeichefin in einer misslichen Lage. Wenn sie den Mörder schnappen will, muss sie ein dunkles Geheimnis ans Licht bringen. Ein Geheimnis, welches bis in ihre amische Vergangenheit reicht. Der Tag an dem Kate ihre Kindheit verlor...

Meine Meinung:

"Die Zahlen der Toten" ist Linda Castillos erster Roman. Die Autorin beschreibt auf der einen Seite die polizeilichen Ermittlungen rund um Kate Burkholders Team und auf der anderen Seite gibt Castillo einen kleinen Einblick in das Privatleben der Polizeichefin und zeigt uns etwas über die Welt der Amischen, mit denen die Polizeichefin nach wie vor unweigerlich verbunden ist. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und das Buch lässt sich leicht lesen. Die Polizeiarbeit ist interessant, aber manchen Vorgehensweisen der Ermittler fand ich doch etwas übertrieben. Der Einblick in die Welt der Amischen hat mich neugierig gemacht und ist neben den Ermittlungen eine nette Abwechslung. Das Misstrauen der Amischen gegenüber den "Engländern" wird anschaulich beschrieben und man spürt die Spannungen zwischen beiden Parteien. Der Spannungsbogen kann das ganze Buch über gehalten werden und man ist sehr schnell im Geschehen drin. Die Auflösung hat mich wirklich überrascht, weil Castillo es geschafft hat mich lange im Dunkeln tappen zu lassen. Die Charaktere sind unterschiedlich gestaltet, ähneln sich aber an manchen Stellen zu sehr und wirken etwas blass. Ich bin mir aber sicher, dass Castillo die Personen in den Folgebänden noch mehr vertiefen kann.

Fazit:

Ein gutes Erstlingswerk, welches eine solide Basis für weitere Bände bilden kann. Ich bin gespannt auf die nächsten Bücher und freue mich auf neue Fälle mit Polizeichefin Kate Burkholder.


Extrem laut und unglaublich nah: Roman
Extrem laut und unglaublich nah: Roman
von Jonathan Safran Foer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Extrem schön und unglaublich traurig, 29. Juli 2012
Inhalt:

Oskar Schell ist erst 9 Jahre alt und besitzt schon eine eigene Visitenkarte. In seinen kurzen Leben kann er schon einiges vorweisen: Erfinder, Goldschmied, Amateur-Entomologe, Frankophiler, Veganer, Origamist, Computer-Spezialist, Sammler. Doch Oskar ist auch ein Kind von Traurigkeit. Sein Vater Thomas Schell wurde bei dem Terroranschlag vom 11. September 2001 getötet. Oskar fällt es schwer diesen Verlust zu verkraften, weil sein Vater für ihn alles auf der Welt war. Eines Tages findet Oskar im Nachlass seines Vaters einen Briefumschlag auf dem das Wort "Black" geschrieben steht. Als er den Briefumschlag öffnet, fällt ihm ein Schlüssel in die Hand. Oskar spürt ganz genau, dass dies ein Zeichen seines Vaters an ihn ist, weil er schon früher immer Gegenstände für ihn versteckt hat. Fortan macht Oskar es sich zur Aufgabe das passende Schloss für diesen Schlüssel zu finden, indem er alle Menschen in New York mit dem Nachnamen "Black" sucht. Er er ist fest davon überzeugt, dass mindestens einer dieser Menschen seine Vater gekannt haben muss und Antworten auf seine Fragen hat. Eine Abenteuer beginnt, welches nicht nur für Oskar zu einer emotionale Reise wird...

Parallel zu dieser Geschichte wird das Leben von Oskars Großvater erzählt, der nach den Bombenanschlägen von Dresden seine große Liebe Anna verloren hat und seitdem kein Wort mehr spricht. Nach diesem Traumata heiratet er deren Schwester und zieht nach New York, doch die Ehe hält nicht lange, weil er für sie einfach keine Liebe aufbringen kann. Bald darauf verlässt er Amerika und schreibt Briefe an seinen ungeborenen Sohn, die er jedoch nie abschickt...

Meine Meinung:

Jonathan Safran Foer hat mit "Extrem laut und unglaublich nah" ein besonderes Buch geschrieben. Dieser Roman zeigt die Schwere über den Verlust eines geliebten Menschen mit einer starken Eindringlichkeit, dass es mir an vielen Stellen die Sprache verschlug. Die Geschichte ist auf der einen Seite einfach nur sehr traurig, da Oskar mit dem Verlust seines Vaters einfach nur schwer umgehen kann und seine Mutter bei ihm an ihre Grenzen stößt. Doch auf der anderen Seite huschte mir bei Oskars Handlungsweisen mit einigen Personen ein paar Mal ein Lächeln über die Lippen. Foer schafft es die Emotionen und Gefühle der handelnden Personen sehr gut darzustellen. Alle Charaktere wirken glaubwürdig und eindrucksvoll. Oskars Besuche bei den Menschen mit den Nachnamen Black zeigen, dass jeder Mensch sein eigenes Päckchen zu tragen hat und doch ist der Besuch eines kleinen Jungen etwas besonderes in der sonst so tristen Welt. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, doch an manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass Foer sich zu sehr in seine Geschichte verwickelt hat. Der Autor verliert an einigen Stellen den roten Faden, was es mir schwer machte der Geschichte kontinuierlich zu folgen. Die Aufmachung des Buches ist etwas besonderes. Angefangen von Bildern, Farben, einzelnen Wörtern bis hin zu leeren Seiten ist dieses Buch sehr schön anzusehen.

Dieses Buch wurde bereits mit Tom Hanks, Thomas Horn und Sandra Bullock verfilmt. Ich habe diesen Film leider noch nicht gesehen, doch bin ich sehr gespannt, wie die Geschichte filmisch umgesetzt wurde. Sobald ich diesen Film gesehen habe, gibt es hier selbstverständlich einen Nachtrag.

Fazit:

Ein etwas anderer Roman, der mich mit einem flauen Gefühl im Magen zurückgelassen hat. Oskar Schell hat mir gezeigt, wie schwierig etwas sein kann, aber dass es sich trotzdem lohnt weiterzumachen.


Der Prophet des Todes: Thriller
Der Prophet des Todes: Thriller
von Vincent Kliesch
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die letzte Botschaft, 13. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Prophet des Todes: Thriller (Taschenbuch)
Inhalt:

Als Hauptkommissar Julius Kern die Wohnung der Ertels betritt, ahnt er, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Während ein Kind im Nebenzimmer schreit, wird Fr. Ertel erhängt im Wohnzimmer gefunden. Auch ihr Exmann wird vergiftet in seiner Wohnung aufgefunden. Neben der Toten liegt ein Zettel, auf der folgende Zeilen geschrieben stehen: "In drei Tagen wirst Du Deinen Mann vergiftet und Dich selbst erhängt haben". Und auch ihr Mann bekommt eine ähnliche Botschaft. Kommissar Kern steht vor einem Rätsel. Wer könnte diese Botschaften verschickt haben? Während die Ermittlungen weiterlaufen, passiert das Unfassbare. Julius Kern bekommt eine eigene Todesbotschaft: "In drei Tagen wirst Du Tassilo getötet oder Deine Familie verloren haben".

Julius Kern läuft die Zeit davon, denn er weiß nicht, wo sich sein alter Erzrivale momentan aufhält. Nach ihrem letzten Zusammentreffen könnte sich Tassilo Michaelis in jedem Land der Welt verstecken. Außerdem scheint er sich eine neue Identität zugelegt zu haben. Kern muss nun alle Hebel in Bewegung setzten, um seinen Erzfeind zu finden und zu töten...

Meine Meinung:

"Der Prophet des Todes" ist der dritte Teil der sogenannten "Tassilo-Trilogie" von Vincent Kliesch. Sebastian Fitzek beschreibt dieses Buch als "Hochspannend" und er hat Recht. Der Autor lässt den Spannungsbogen nie abflauen und schafft es die Spannung in der Geschichte konstant zu halten und sogar noch zu steigern. Kliesch erzählt die Geschichte in einem rasanten Tempo, vielleicht manchmal zu schnell. Man merkt, dass alles auf das letzte Zusammentreffen zwischen Kern und Tassilo hinausläuft. Kliesch scheint es hier sehr eilig zu haben, um den Showdown herbeizubringen. Der Fall des Todespropheten ist mir dabei viel zu schnell und viel zu leicht erzählt. Das fand ich etwas schade, weil man bestimmt mehr daraus hätte machen können.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und bringt die Geschehnisse schnell auf den Punkt.

Die Charaktere sind alle interessant und Kliesch schafft es diese gekonnt in Szene zu setzten. Besonders der ewige Kampf zwischen Julius Kern und Tassilo Michaelis ist immer wieder eine tolle Abwechslung gegenüber manch anderen, die im Thriller-Genre meist farblos bleiben. Mittlerweile sind diese beiden bei mir auch sehr beliebt und ich habe mich immer sehr gefreut, wenn sie aufeinandertreffen.
Zum Ende hin muss man sehr aufpassen, da hier viele Dinge auf einmal passieren und es noch einmal eine überraschende Wendung gibt.

Da es sich hier um den dritten Band einer Reihe handelt, ist es ratsam die beiden Vorgänger gelesen zu haben. Kliesch verweißt häufig auf zurückliegende Fälle. Außerdem sind die beiden Bücher auch sehr spannend. Sie heißen:

Die Reinheit des Todes
Der Todeszauberer

Fazit:

Das Ende einer Trilogie, die seinesgleichen sucht. Leider viel zu schnell vorbei, bringt Kliesch die Geschichte zu einem guten Abschluss.


Der Schatten des Windes. Roman
Der Schatten des Windes. Roman
von Carlos Ruiz Zafón
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Der Schatten des Julián Carax, 3. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Windes. Roman (Taschenbuch)
Inhalt:

Barcelona in den 40 Jahren:
Als Daniel Sempere den "Friedhof der Vergessenen Bücher" betritt, ahnt er schon, dass hier ein besonderes Buch auf ihn wartet. Kurzerhand entschließt er sich für "Der Schatten des Windes" des Schrifstellers Julián Carax. Bald darauf ist Daniel so fasziniert von dem Buch, dass er Nachforschungen über den Schrifsteller anstellt. Von einem Freund seines Vaters erfährt er schließlich, dass er das einzig noch verbliebende Exemplar dieses Buches in der Hand hält, weil die anderen bei einem mysteriösen Brand vernichtet wurden. Über die Jahre hinweg baut Daniel sein eigenes Leben auf, erleidet seinen ersten Herzschmerz, lernt einen neuen Freund kennen und fängt an in der Buchhandlung seines Vaters zu arbeiten. In den ganzen Jahren lässt ihn aber die Geschichte um Julián Carax nicht los und er beginnt mit seinem Freund Fermín Romero de Torres weiter zu recherchieren. Je mehr beide über den Schrifsteller herausfinden, desto mehr scheint sich auch Daniels eigenes Leben mit dem von Carax zu vermischen.

Meine Meinung:

"Der Schatten des Windes" ist das Debüt des spanischen Autors Carlos Ruiz Zafón. Lange stand es auf Platz 1 sämtlicher Bestsellerlisten und wurde von Kritikern und Lesern gleichermaßen gefeiert. Aufgrund dessen stellte ich hohe Erwartungen an dieses Buch, als ich zu lesen anfing. Die ersten 250 Seiten war ich wirklich gefesselt von dem Buch. Zafón hat einen wunderschönen Schreibstil, in dem ich mir mehr als einmal verlor. Er beschreibt die Stadt Barcelona mit all seinen Straßen, Bauten und Menschen wunderschön und schafft es diese Momente gut einzufangen. Ich konnte förmlich das rege Treiben der Menschen in den Gassen hören. Außerdem erschafft der Autor schöne Dialoge zwischen den handelnden Personen und einige treffende Zitate.

Leider driftet die Handlung ab der Hälfte des Buches ein wenig in Kitsch ab und ich musste mich manchmal regelrecht zwingen weiterzulesen. Gestört hat mich außerdem, dass Zafón von Zeit zu Zeit zu sehr abschweift und die Handlung zu überladen wirkt. Die Geschichte war vereinzelt etwas zu konstruiert, so dass sie für mich einige Male auch sehr vorhersehbar war.

Die Charaktere waren gut in Szene gesetzt. Besonders Fermín Romero de Torres war ein abwechslungsreicher Charakter, weil er durch seinen Humor und seine Spitzzüngigkeit frischen Wind in die Geschichte gebracht hat. Leider verblasst Daniel dabei meines Erachtens zu sehr. Das mag daran liegen, dass die anderen Charaktere zu interessant wirkten, so dass Daniels eigenes Leben in den Hintergrund gestellt wird.

Im Nachhinein hätte ich gerne noch gewusst, warum den Julián Carax' Werke eine so starke Anziehung auf seine Leser ausüben. Ich hätte gerne selbst mal ein paar Zeilen seiner Bücher gelesen. Irgendwie war das für mich nicht nachvollziehbar.

Fazit:

Ein netter Roman, der interessante Ansätze bietet und den Zauber Barcelonas wunderschön einfängt, meine Erwartungen aber leider nicht ganz erfüllt hat.


So finster die Nacht
So finster die Nacht
von John Ajvide Lindqvist
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Schönheit der Nacht, 19. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: So finster die Nacht (Taschenbuch)
Inhalt:

1982: In dem Stockholmer Vorort Blackeberg geschieht das Unfassbare. Ein Junge wird tot in einem Wald gefunden. Das bizzare an diesem Mordfall ist, dass der Junge keinen einzigen Tropfen Blut mehr im Körper hat. Die Bewohner sind in heller Aufregung und bald wird spekuliert, wer die ganzen Morde verübt haben könnte. Es scheint als sei hier ein Ritualmörder am Werk, doch keiner der Bewohner ahnt, was wirklich dahinter steckt.

Ein kleiner Junge namens Oskar verfolgt gespannt das Geschehen. Er lebt mit seiner Mutter in einer Plattenbausiedlung, in der Arbeitslosigkeit, Hoffungslosigkeit und Trauer Einzug halten. Auch Oskar hat seine Probleme, denn in der Schule ist er kein besonders beliebter Junge. Ständig ist er den Hänselein und Attacken seiner Mitschüler ausgeliefert, ohne sich dagegen wehren zu können.

Als er eines Abends nach Hause kommt, sieht er ein Mädchen auf dem Klettergerüst vor seiner Wohnung sitzen. Ihr Name ist Eli und Oskar ist sofort fasziniert von ihr. Langsam freunden sich die beiden an und geben immer mehr von sich preis. Doch Eli hat ein dunkles Geheimnis und je mehr sich die beiden anfreunden, desto mehr erkennt Oskar was Eli wirklich ist..

Meine Meinung:

Ich mus zugeben, dass ich am Anfang etwas skeptisch war, dieses Buch zu lesen. Ich hatte vor einiger Zeit den Film gesehen und fand diesen nicht sehr spannend. Doch auf Drängen einer guten Freundin (An dieser Stelle sei dir mein Dank ausgesprochen, Sai) habe ich meine Zweifel beiseite geschoben und dieses Buch gelesen. Ich muss sagen, dass ich mich wirklich sehr geärgert hätte, wenn ich dies nicht getan hätte! Es ist einfach nur unglaublich, dass "So finster die Nacht" das Debüt des schwedischen Autors John Ajvide Lindqvist ist. Angefangen bei der Geschichte, deren Spannungsbogen von Anfang bis Ende konstant gehalten wird. John Ajvide Lindqvist hat hier eine Geschichte erfunden, die sich aus dem Einheitsbrei des Genres "Thriller" hervorhebt. Ich selbst würde dieses Buch gar nicht nur als Thriller abstempeln, weil in diesem Buch haufenweiße Genres ineinanderfließen z.B. Drama, Horror und Liebe. Außerdem werden auch andere Themen wie z.B. Pädophilie und Arbeitslosigkeit gekonnt in Szene gesetzt.

Zusätzlich wurde das Kernstück der Geschichte sehr gut dargestellt. Mittlerweile ist dieses Thema mehr als ausgelutscht, doch der Autor schafft es eine eigene Geschichte zu entwerfen, die sich fernab aller Klischees behaupten kann. Diejenigen, die das Buch noch lesen, werden schon merken was ich meine, deswegen möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichten geschildert, dabei ist jede kleine Geschichte der Bewohner so spannend, dass man gar nicht daran denkt weiterzublättern.

Der Schreibstil ist gekonnt flüssig und ich musste mich mehr als einmal zusammenreißen das Buch aus der Hand zu legen.

Die Charaktere sind alle so vielschichtig, dass man wirklich mit ihnen mitfühlen kann. Gerade Elis innere Zerissenheit zwischen ihrer "Sucht "und ihrer immer tiefergehenden Freundschaft zu Oskar wird so brilliant dargestellt, dass mir mehr als einmal der Atem stockte. Dabei bleiben aber auch die anderen Figuren keinesfall blass, sondern überzeugen auf ganzer Linie. Die Stimmung, die sich über die ganze Geschichte erstreckt, ist traurig, düster aber gleichzeitig auch voller Hoffnung. Man verliert sich während des Lesens in der Geschichte und ist mehr ein stiller Beobachter des Geschehens, als ein Leser.

In der Geschichte gibt es auch ein paar Gewaltszenen, die schon etwas härter beschrieben werden, aber keinesfalls überzogen wirken.

Fazit:

"So finster die Nacht" (Originaltitel: Låt den rätte komma in) ist ein einzigartiges Buch, welches mich einfach nur mit Staunen zurückgelassen hat. Für mich hätte die Geschichte noch ewig weitergehen können, aber ... was währt schon ewig?


Der Kinderdieb: Roman
Der Kinderdieb: Roman
von Brom
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Die Magie der Kinder, 7. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderdieb: Roman (Taschenbuch)
Inhalt:

Peter ist auf der Suche. Der rothaarige Junge mit den goldenen Augen sucht nach Kindern und Teenagern, für die es kein zu Hause gibt und deren bisheriges Leben ein Scherbenhaufen ist. Peter bietet den Kindern ein neues zu Hause an, in dem sie in Sicherheit sind. Als Nick auf Peter trifft, befindet sich dieser in einer misslichen Lage. Nach dem Tod seines Vaters und dem Umzug der Familie nach New York, muss Nick mit ansehen, wie andere Menschen bei ihm einziehen, die Drogen verkaufen und seine Mutter unter Druck setzten. Kurzerhand reißt er aus und versucht sich zu verstecken, doch die Handlanger finden ihn schließlich in einem Park. Genau hier nimmt die Geschichte seinen Lauf: Während Nick versucht sich den Handlangern zu stellen, taucht plötzlich Peter auf und hilft ihm. Peter erzählt Nick von einer Insel, auf die er mit dem rothaarigen Jungen gehen könne, wenn er es aus fester Überzeugung will. Nick willigt ein und kurze Zeit später findet er sich in einer magischen Welt namens Avalon wieder. Doch Peter hat nicht die ganze Wahrheit erzählt. Das Land liegt im Sterben und wird von den "Fleischfressern" bedroht, die vor nichts zurückschrecken und jeden töten, der ihnen im Weg steht. Hinzu kommt, dass die Herrscherin Avalons nicht in der Lage ist, ihre Welt zu verteidigen und der einzige Mann, der ihm helfen könnte, in einer Fehde mit dem Kinderdieb liegt. Peter braucht die Hilfe der Kinder, um seine Heimat zu retten...

Meine Meinung:

"Der Kinderdieb" von Brom ist wirklich ein anderes Buch welches als eigenständiges Werk überzeugen kann. Da ich sowieso mal wieder ein Fantasyroman lesen wollte, kam mir dieses Buch genau richtig. Der Autor hat eine Geschichte erschaffen, die wunderschön aber gleichzeitig auch sehr brutal ist. Er erzählt eine spannende Story, de je weiter die Handlung vorangeht, immer aufregender wird, bis sich am Ende die Ereignisse überschlagen. Mir fiel es jedes Mal schwer das Buch zuzuschlagen, da ich immer so schnell wie möglich wissen wollte wie es weitergeht. Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig und er beschreibt Schauplätzte und Charaktere sehr bildhaft, so dass sich immer sofort ein Bild vor meinem geistigen Auge auftat.

Die Hauptcharaktere wirken sehr glaubhaft und sehr gut ausgearbeitet, doch werden leider manche Nebencharaktere nur einmal ganz kurz beschrieben. Das fand ich etwas schade, weil ich gerne gewusst hätte, wie tief manche Geschichten jedes einzelnen Kindes gehen. Was mir gefallen hat, war das Brom es schafft die Grenze zwischen Gut und Böse so stark zu verwischen, dass mir sogar einige Charaktere, die ich am Anfang mochte, wirklich unsympathisch wurden. Insgesamt ist die Charakterentwicklung einiger Menschen wirklich überraschent, aber dabei keinesfalls unglaubwürdig.

Die Kämpfe um Avalon sind sehr blutig und brutal beschrieben. Also nichts für schwache Nerven! Mich persönlich hat das nicht gestört, doch ich kann mir gut vorstellen, dass einige beim Lesen dieses Buches ihre Probleme damit haben könnten. Es lässt sich also sagen, dass dieser Roman wirklich eher ein Buch für Erwachsene ist.

Zusätzlich zu der Geschichte hat Brom noch vor jedem Kapitel eine Zeichnung gefertigt, welche eine Szene zeigt, die in dem jeweiligen Kapitel vorkommt. Außerdem sind die Hauptpersonen noch in der Mitte des Buches farblich herausgearbeitet. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen, weil die Zeichnungen zum einen wirklich sehr schön sind und zum anderen die Fantasie weiter anregen.

Schade, das dieses Buch nur 664 Seiten hat, weil ich wirklich gerne noch mehr über die magische Welt Avalon sowie deren Bewohner erfahren hätte.

Fazit:

Eine Fantasy-Horror-Abenteuer-Märchen, welches leider viel zu schnell zu Ende war. Brom hat mich hier auf eine Reise geschickt, die ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde.


Seite: 1 | 2 | 3