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Nachtwindhund "nachtwindhund" (Harz)

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Asterix dr Gallchor. Asterix der Gallier, sächsische Ausgabe. Asterix Mundart Geb, Bd.42
Asterix dr Gallchor. Asterix der Gallier, sächsische Ausgabe. Asterix Mundart Geb, Bd.42
von René Goscinny
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Hart abor härzlisch - dor Ur-Asterix im vorfähmdn Dialeggde, 10. März 2013
Säggssch hadd's nisch einfach im voreindn Deudschland - s'is gloobe ümmer noch dor unbeliebdesde Dialeggd weit un breit - zu Unreschd nadierlich. Die Verschmitztheid grischsde in kein andorn Agzent so nei! Un dann noch de regschionaln Underschiede zwischn 'm Leipzscher, 'm Dräsdnor und 'm Gämnitzer Idschjom! Leggsigalisierdd isses och noch nich. Gei Wunder, daß sisch de Saggsn sälwer in de Haare gomm, wenn's um de Schriffdschbrache geht - vlei de Glassigor von Läne Voichd ausgenommn.

"Asterix der Gallchor" is diesmal von Jürgen Hart iewerdraachn, der als Aggademigssor-Barde iewers Sachsenland hinaus berihmd geworden ist, zumindsd in Middeldeutschland mi'm Gassenhauer "Sing, mei Sachse, sing". Liderarische Vorbildung haddor zur Geniesche gehabbd - dennoch haddor weidgehnd droff verzischded, eischnen Wordwitz einzubaun, er hadd mehr Wert droff geläschd, ä glaubwirdische Laudmalerei hinzeläschn. Die lehnt sisch, glor, mehr ans in Leipzsch gesprochne Word an, womit se sisch anders liesd als "De Rose und's Schwärd", dern Übersetzung von Kirsten und Matthias Locke schdammd - ä Dräsdner Baar, wen'sch misch nisch irre.

Wenn man an de vieln vieln Ambiguidädn denggd, die 's Säggschse bieded - isses um de vertane Schangs ä bißl schade. Gaum ä Dialeggd gann midd so vieln Dobbeldeudschgeidn aufwartne. Freilisch haddor Scheff-Aggademiggser solschermaßn ä Qualidätsarweid abgelieford un äbn off Fiesemadändschn vorzischded. Isch bin drodsdähme ä bißl bedriebd, weil unser scheinor Heimadglang hier seine Schdärken nisch ausgeschbielt hat.

Iewern glein'n Gallchor selwer muß man gee große Worde vorliern - isch selbst mach den ärschdn Band besonders, obwohl de Geschdaldn noch ä bißl krude gezeischned sin - awer de Geschischde um dä äschdn Zauberdrangg und das Haarwuchsmiddl had besondern Scharm.

So. Und wär Schwierischgeidn mid'm Läsn beglaachd, sollde ä Dermin beim Opdiggor ausmachen oder sei Schbraachzentrum obdimiern. Wie saachde schon dor große Wahlsachse Lenin: lärnen, lärnen un nochäma lärnen!


Asterix Mundart Geb, Bd.20, Die Platte Jottweedee
Asterix Mundart Geb, Bd.20, Die Platte Jottweedee
von René Goscinny
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Knorke!, 10. März 2013
Asterixens Abenteua sind in alla Munde, dit flüstan ja schon die Piepmätze vom Dache. Darum jibbet die jetz ooch in fast alln landestüpischn Üdiomen. Dabei jehn die Übasetza untaschiedlich voa: die eene Episode valejen se ins tiefste Binnenjermanien, die andere spielt wieda in Jallien, manchma quasseln die Röma hochdeutsch, manchma nich. Hia in de "Platte jottweedee" ham Silke Knocke und Sven Kugler alle balinan lassn: Jallier, Röma, Spanja, Türkn, Lusitanja und selbst den maximal pigmentiertn Nobbi Blümix. Aba ssun Kontrast und weil sich dit historisch so jehört, quatscht der Architekt Semperus sächsisch - dafüa hat der Delta Verlach keene Kostn noch Mülljonen jescheut und sswee Sachsen einfliejen lassn: Kirsten Locke und iahn Mann,wa. Dit is ne dramaturgisch dufte Idee.
Dit Vaändan von'n alten Jestalten wär vlleich nich nötich jewesen, alladings sind die Ideen jut: aus Miraculix wird Houdinix, aus Methusalix Asbach Opix und Troubadix wird seim Publikum als Singnix anjekündicht. Een Problem hattense wohl nur mit den Gotn un ihrn Picklhauben, die kwasi als Urbrandenburjer jelten müßten und als einzije richtijet Balinüsch quasseln dürften - die hamse zu Poln umjepolt. Paßt nich, is aba nur een kleena kosmetischa Fehla.
Ansonsten liest sich dit Buch flott, dufte Dia-, Tria- und Multiloge machen dit Schmökern ssum Vajnüjen. Hoffentlich jibt et bald mehr davon! Oda wenichstens Asterix auf Brandenburjisch.


AmazonBasics Executive Stylus Touchscreen-Eingabestift (schwarz)
AmazonBasics Executive Stylus Touchscreen-Eingabestift (schwarz)
Preis: EUR 4,99

4.0 von 5 Sternen Ein Leichtgewicht, 10. März 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Fast wünscht man sich den Touchscreen-Eingabestift von AmazonBasics ein wenig schwerer: so federleicht liegt er in der Hand. Jedoch ist das keine Frage der Wertigkeit und daher Gewöhnungssache. Seine Funktion erfüllt er, den nötigen Andruck empfinde ich als genau richtig.


Marware Atlas Kindle Hülle, schwarz (geeignet für Kindle Paperwhite, Kindle und Kindle Touch)
Marware Atlas Kindle Hülle, schwarz (geeignet für Kindle Paperwhite, Kindle und Kindle Touch)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Black is beautiful, 10. März 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Die Kindlehülle von Marware wirkt durch das glatte, kaum von Leder zu unterscheidende Kunstleder elegant und zeitlos, das Innenfutter ist anthrazitfarben und wildlederartig. Leider wirft die Außenschicht über dem wohl aus Pappe bestehenden Rücken leichte Falten. Nur mäßig vertrauenswürdig wirkt die eher schwächliche Gummischlaufe, mit der sich die Vorder- und Hinterrücken zusammenhalten lassen. Ich nehme an, daß sie bei häufigem Gebrauch rasch ausleiert. Etwas solider wirken die zum Einspannen des Kindles gedachten vier Innenlaschen, die zwar schmal, aber nochmals mit Kunstlederbändseln umzogen sind. Eine Handschlaufe auf der gegenüberliegenden Seite vervollständigt das Futteral.


Saeco HD8855/01 Exprelia Kaffeevollautomat, Milchkaraffe, Edelstahl/schwarz
Saeco HD8855/01 Exprelia Kaffeevollautomat, Milchkaraffe, Edelstahl/schwarz
Preis: EUR 777,61

4.0 von 5 Sternen Ein chromblitzender Umstandskasten, 9. Februar 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Der Philips Saeco mag nicht die stählerne Professionalität einer Bezzera in einer italienischen Bar versprühen, einen guten äußeren Eindruck macht er doch. Mit einer schmalen Silhouette paßt das stabile Gerät selbst auf ein wenig raumgreifendes oder bereits reichlich utensilientragendes Küchenbüffett, auch ist keine Dampfdüse an der Seite auszuklappen, die zusätzlichen Raum beanspruchte. Der Genuß, die wohlduftenden Kaffeebohnen durch eine Klarglasscheibe zu sehen, bleibt einem leider verwehrt, es sei denn, man klappt die rechte Abdeckplatte hoch. Der Bohnenbehälter ist recht geräumig und einkammrig, man kann also nicht wie bei manch anderen Automaten zwischen zwei Sorten wählen.
Erfreulicherweise läßt sich der Mahlgrad gut erreichbar am Bohnenbehälter einstellen.

Die mit beleuchteten Ringen umgebenen Auswahltasten wirken elegant-modern. Kaffee- und Milchanteil, Temperatur und Vorbrühung des gewünschten Heißgetränks können als Standard ausgewählt oder individuell eingestellt werden - leider nicht durch ein paar selbsterklärende Rändelräder, sondern durch ein umständliches Menü, durch das man sich erst bis nach unten zum gewünschten Punkt durchtippen muß. Zudem war ich schon etwas enttäuscht, wie wenig sich die Ergebnisse voneinander unterschieden, wenngleich sie stets lecker schmeckten.

Eigentümlich ist die Einrichtung der an der Vorderfront einzurastenden Milchkanne. Die Idee, Milch für den Schaum vorher abzufüllen und überschüssige Reste samt Kanne im Kühlschrank zu verwahren, scheint auf den ersten Blick plausibel - letztlich läuft man jedoch damit Gefahr, daß irgendwann die Milch ungewollt ihrer Verkäsung entgegenreift oder zumindest Rahm absetzt, der mühselig gesäubert werden muß. Das Resultat des automatischen Aufschäumvorgangs hält jeder Kritik stand, und doch sind mir Geräte, bei denen man so lange oder so kurz Schaum schlagen möchte wie man will, lieber: nicht immer wünscht man sich eine prächtige Schaumhaube.

Verblüffend klein fällt der Wassertank aus. Freilich ist auch bei Geräten mit stattlicheren Tanks der Wasserbrauch durch häufige Spülvorgänge immens, in dieser Hinsicht scheint der Saeco trotz Vor- und Nachspülung recht sparsam und effizient umzugehen - dennoch wäre etwas mehr Volumen wünschenswert gewesen.

Ein gutes, aber doch etwas umständliches Gerät für den Heimgebrauch.


Geschichte der Französischen Revolution: 2 Bände
Geschichte der Französischen Revolution: 2 Bände
von Jules Michelet
  Taschenbuch

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Massiv, doch nicht ganz solide, 30. September 2012
Michelets "Geschichte der Französischen Revolution" in zwei dicken Wälzern ist sein Opus magnum, es stammt aus der Mitte des 19.Jahrhunderts. An ein Werk dieser Zeit kann man nicht die Kriterien der Wissenschaftlichkeit unserer Tage legen - an einen Anhang der neuen Edition hingegen schon!

Jules Michelet, geboren 1798, also noch in der Ersten Republik und nur wenige Jahre nach den geschilderten Ereignissen, war glühender Republikaner. Das war nicht selbstverständlich für einen Historiographen der Revolution, es gibt auch konservativere Darstellungen, macht ihn aber uns sympathisch. Er ist obendrein Franzose - das klingt trivial, aber im Hinblick auf die Darstellung nicht unerheblich. Ein Vertreter der Grande Nation, die sich diesen Namen nicht aus Überheblichkeit gab, sondern aus dem Verständnis, daß ihre Errungenschaften die der ganzen Welt waren, spricht nicht kühl und objektiv vom größten Ereignis seines Landes, sondern mit Verve! mit Feuer! mit Begeisterung - und Verachtung für die Konterrevolution und, leider, teilweise auch für das als Erbfeind empfundene England.
Der Vorteil, den er aus seinem geringen zeitlichen Abstand zur Revolution zog, ist der, noch zahlreiche Zeitgenossen als Zeugen befragen zu können - der Nachteil, daß er manche damals noch klangvolle Namen als bekannt voraussetzt und keine Erläuterung abgibt.

Nicht ohne Grund beginnen viele Darstellungen, selbst die noch ältere von Mignet, nicht mit dem Mai 1789, sondern mit der allgemeinen und Finanzkrise des französischen Königtums in den 1780er Jahren bzw. mit einem Abriß seines ineffizienten, altmodischen und von Region zu Region abweichenden Steuersystems. Wenn man nicht weiß, daß das als Modellstaat des Absolutismus' und Zentralismus' geltende Frankreich in unterschiedlich begünstigte Provinzen zerfiel, von denen einige wie die Bretagne oder Lothringen fast als Ausland galten, wenn man nicht weiß, daß der König keineswegs absolutistisch neue Steuern erheben konnte, kann man auch die folgenden Ereignisse nur bedingt würdigen. Leider geht Michelet offenbar davon aus, dies sei dem Leser vertraut, auch die wirre Finanzpolitik in den späten 80er Jahren und den mehrfachen Wechsel der Minister in der Zuspitzung der schon lange währenden Krise erwähnt er nicht. Er beginnt Knall und Fall: "Die Einberufung der Generalstaaten von 1789 ist die Stunde der Geburt des Volkes."

Bereits in diesem ersten Satz fällt die unglückliche Übersetzung auf, denn die États généraux werden gemeinhin mit Generalständen übersetzt, der Begriff Generalstaaten hat sich für das niederländische Parlament eingebürgert. Es ist nicht der einzige Fall - das Ereignis des 20.Juni 1789 ist als Ballhausschwur bekannt und auch so lexikalisiert - Richard Kühn hat ihn mit Ballhauseid übersetzt, was zwar sachlich richtig ist, jedoch fremdartig klingt.

Im allgemeinen läßt sich das Buch jedoch recht flüssig lesen - allerdings wäre es ein gutes Quantum dünner, hätte Michelet auf all seine pathetischen, ironischen, wütenden Beibemerkungen verzichtet, mit denen er Ereignisse und Personen überschüttet, und das teilweise recht redundant.
Das Buch krankt aber auch an einer unausgewogenen Darstellung - hier wird etwas lang und breit erörtert, dort kommt etwas zu kurz; der Autor springt von der meist verwendeten Vergangenheitsform ins Präsens und zurück und wieder vor, dann verläßt er mitten in der Erzählung den Ort und begibt sich weiter fort.
Dafür nur ein Beispiel, ein prominentes: in einer breit angelegten Erzählung über die Belagerung der Bastille ist ihm plötzlich die Versammlung der Wahlmänner im Rathaus wichtiger - und auf einmal ist die Bastille genommen, der Einzug der Sieger ins Hôtel de ville wird geschildert, und nun muß Michelet eilends die Stürmung des Staatsgefängnisses nachholen. Bei aller Sympathie für den Autoren - einen begnadeten Stilisten kann ich in ihm nicht entdecken.

Unausgewogen ist schließlich auch die Beurteilung der Ereignisse - beispielsweise kommentiert Michelet das politische Erdbeben des 4.August, an welchem Tage die Nationalversammlung die Abschaffung der Vorrechte des Adels und des Klerus' beschloß, als auch die Erklärung der Menschenrechte am 26.August nüchtern, fast spröde, schließlich nennt er die "Heimholung" Ludwigs des XVI. im Oktober 1789 das bedeutendste Ereignis seit dem 14.Juli und schilt die Nationalversammlung als träge, unfähig zu revolutionärer Tat. Deren immense Arbeit wird heutzutage weit mehr gewürdigt - immerhin erarbeitete sie Frankreichs erste schriftlich festgehaltene Verfassung.

Zur Edition: sie verzichtet auf ein Personen- und ein Sachregister, was angesichts der Detailfülle ein dickes Manko darstellt, auch auf Illustrationen und Karten, was schade, aber entbehrlich ist. Sie bietet eine Zeittafel und ein paar dürre Seiten an Anmerkungen - 3 1/2 für den ersten, 6 1/2 für den zweiten Band, beides aber im zweiten Band zu finden - warum auch immer kein Platz mehr in Band 1 war...
Besonders vermisse ich eine kurzen Aufstellung der bedeutendsten Persönlichkeiten mit den allerwichtigsten Lebensdaten. Selbst die sehr parteiische und viel kürzere "Geburt der Freiheit" von Koplenig hat eine solche aufzuweisen.

Was das Werk auszeichnet, ist seine Fülle an Einzelheiten - die Bewertung der einzelnen Begebnisse und Personen ist leider an vielen Stellen überholt.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 18, 2013 3:42 PM MEST


BEEM Germany  D2000.610 Lattespresso, Espresso- und Milchkaffeemaschine
BEEM Germany D2000.610 Lattespresso, Espresso- und Milchkaffeemaschine

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Problematisch, 22. September 2012
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
"Der moderne Kunde ist anspruchsvoller geworden, er bevorzugt die raumsparende Kompaktbauweise", so heißt es bei Loriot. In der Tat ist eine Kanne, die die Aufgaben eines Kaffeeautomaten übernimmt - Espresso eingeschlossen - eine interessante Idee vor allem für den beengten Singlehaushalt, wo hart im Raume stoßen aneinander Sachen.

Optisch wirkt das Gerät auf den ersten Blick durchaus gefällig: mattglänzender Stahl und schwarzer Kunststoff, anmutige schlichte Form. Der dünne Deckel mit schmucklosem Griff erscheint freilich schon fast zu schlicht. Merkwürdig unsolide aber wirkt der Powerknopf. Er wackelt, hat aber keine zwei Positionen für An und Aus - betätigt wird er durch Berühren, das entspricht dem An - ein Aus gibt es nicht, bis sich das Gerät allein ausschaltet.
Der eigentlichen Kannenteil muß dem siebbewehrten Tank aufgeschraubt werden. Das Befüllen ist nicht problematisch, das Brühen wirkt etwas zögerlich und führt zu einem starken Erhitzen des Metalls und damit einer nicht unerheblichen Verbrennungsgefahr. Gut, der nur handwarme Griff ist ungefährlich anzufassen, aber wie leicht berührt man versehentlich das Gerät. 80 Prozent aller Unfälle geschehn im Haushalt!
Zum Ausgießen ist es nicht notwendig, den Tank abzuschrauben - aufgrund der ordentlichen Hitze kann man aber nicht gleich zur Reinigung schreiten, sofern man nicht über gut wattierte Küchenhandschuhe verfügt. Den Kannenaufsatz muß man nämlich ordentlich festgedreht haben, damit das System dicht ist und nicht leckt, dementsprechend kraftraubend ist das Aufschrauben.

Erfreulich wohlschmeckendsind die Ergüsse der Maschine, Espressi und Milchaffees, wenn man zu einem fein gemahlenen Pulver gegriffen oder gar selbst die Bohnen gemahlen hat. Das Säubern des verwinkelten Kanneninnenlebens macht allerdings dann keinen rechten Spaß, wenn man ihn mit Milch zubereitet hat, die natürlich ein Häutchen hinterläßt, an das nur zartgliedrige Hände richtig herankommen.

Insgesamt ein eher mittelmäßiger Apparat, bei dem man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, die Gestalter hätten die Kanne noch einmal neu erfinden wollen und alte Anfängerfehler hineingebracht.


Iwans Krieg: Die Rote Armee 1939-1945
Iwans Krieg: Die Rote Armee 1939-1945
von Catherine Merridale
  Gebundene Ausgabe

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das russische Echolot - eine Ehrenrettung, 22. September 2012
Wer eine Rezension zu Merridales Buch verfaßt, stochert offensichtlich in einem Wespennest herum - meiner Meinung nach trüben ideologische Brillen so manchen Blick und führen zu heftigen Mißbilligungen. "Thema verfehlt", "Chance vertan", "ein äußerst ärgerliches Buch, eine Frechheit", "in den Altpapiercontainer damit", "die russischen Veteranen als luegner und verdraenger diffamiert", so geht es in einem fort. Glücklicherweise sind die moderaten Stimmen in der Mehrheit. Ich möchte an dieser Stelle nicht darüber mutmaßen, warum einige der Beurteilungen so überaus harsch in ihrer Ablehnung sind, aber eine Lanze für die Autorin brechen, zu ihrer Ehrenrettung, denn bei aller Liebe zum freien Wort hat sie eine solche Abwertung nicht verdient.

Zunächst sollte angesichts der schwierigen Quellenlage ihre Arbeit gewürdigt werden. Während auf Seiten der westlichen Alliierten und der Achsenmächte Feldpost, Photos, Tagebücher und andere private Aufzeichnungen reichlich vorliegen - wenn sie auch nie reichlich und vor allem nie ehrlich genug sein können - während sich nach dem Krieg viele Memoiren mit den Ereignissen befaßten, wenn auch lange Zeit wenig kritisch, während insbesondere in den letzten beiden Jahrzehnten Interviews mit den Veteranen geführt und kritische Dokumentationen produziert wurden, sind auf Seiten der Sowjetarmee die Quellen weitaus spärlicher. Tagebücher waren verboten, Berichterstattungen durch Politruks stark ideologisch gefärbt - selbst wenn sie lieber unzensiert berichtet hätten - private Kameras kaum vorhanden. Die Erinnerungen der Veteranen, die jahrzehntelang nicht gefragt waren und deren Äußerung sie politisch verdächtig gemacht hätte, mußten erst einmal ausgegraben werden, weiterhin mußten die lange unter Verschluß gehaltenen Dokumente gesichtet werden - ein Verdienst, das man Merridale nicht absprechen kann, auch wenn sie sich auf Vorarbeiten stützen konnte. Das Quellenverzeichnis ist über 30 Seiten stark.

Der Vorwurf, Merridale vermenge Marx und Lenin mit Stalin, ist ihr rechtens nicht zu machen. Zur Zeit des Krieges und unmittelbar davor und danach war das stalinistische Regime im Alltag der Rekruten und der Sowjetsoldaten bestimmend, nicht Marxens Gedanken und Lenins Ideen, und daher beschäftigt sich die Autorin auch nur damit.
Sie beschreibt die Desorganisation der Armee nach den großen Säuberungen (ein schlimmes Unwort), die ganz unterschiedlichen Reaktionen von Bevölkerung und Soldaten bei Kriegsausbruch, die von begeisterten patriotischen Ausbrüchen über heftige Verstörung bis zur Freude über die Befreiung vom verhaßten Stalinregime reichte. So viele Befragte, so viele Meinungen, oder doch beinahe - der nächste Vorwurf an die Autorin, sie verwickle sich in ihre Widersprüche und biege sich die Tatsachen zurecht, ist daher nicht haltbar. Sie zitiert die Rekruten, die in das Wirrwarr des Rückzugs gerieten, die Versprengten, die sich zu Partisanen durchschlugen, die zu Strafbatallionen begnadigten Gulaghäftlinge, die Politruks, die die Moral der Soldaten zu stärken versuchten und dabei von ihrer Führung nur zu oft gänzlich unpassende Vorgaben bekamen. Dabei wird deutlich, daß die Rote Armee qualitativ ganz anderer Art war als die Wehrmacht oder die alliierten Armeen und ihren Charakter während des Krieges deutlich wechselte. Der ideologische Überbau ist davon nicht zu trennen, er drang in alle Ritzen des alltäglichen Daseins ein, Iwan hatte mit ihm zu leben wie mit den Härte des Krieges. Es ist erstaunlich, wie viele Erinnerungen Merridale anführt und wie detailliert diese oft sind. Und es geht tatsächlich um den Alltag: ums Wickeln von Fußlappen, um das Schanzen von Gräben mit dem Helm, weil es an Spaten fehlte, um die Buchweizengrütze, die "Schrapnell" genannt wurde - und sehr oft kommen die Soldaten selbst zu Wort! Dies ist eine der Stärken des Buches - seine Unmittelbarkeit.

Die vielen bruchstückhaften Berichte werden in einer groben Chronologie geordnet - dabei geht es nicht um einzelne Schlachten, die von Stalingrad ihrer Wichtigkeit ausgenommen, sondern um den sich ändernden Charakter der Armee und des Krieges im Verlauf. Die Soldaten von Stalingrad waren nicht die des Kriegsanfangs - tatsächlich waren von denen nicht mehr viele am Leben, und von denen erlbten die meisten das Kriegsende nicht mehr.
Die vielen Einzelerinnerungen in eine zusammenhängende Erzählung zu bringen, ist Merridale weitgehend gelungen, doch so fließend wie ein Orlando Figes liest sich das Buch nicht. Photos werden eher sparsam verwendet, dafür sehr aussagekräftig: Rotarmisten reparieren ihre Stiefel, Frauen waschen die Wäsche der Soldaten, Hundegespanne transportieren Verwundete...

Trotz seiner kleinen Schwächen möchte ich diesem Werk 5 Sterne zuerkennen - angesichts der immensen Pionierarbeit sind sie verdient.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 24, 2012 10:30 PM MEST


Philips FC7070/01 Nass-Trocken-Staubsauger AquaTrio (immer Frischwasser, geeignet für alle Hartböden) silber
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sporthallentauglich, in Küche und Bad schwächelnd, 12. September 2012
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Der Aquatrio ist ein stattliches gewichtiges Gerät, formschön, einfach zusammenzustecken und zu bedienen, der Bedienungsanleitung bedarf es kaum. Wasser- und Abwassertank lassen sich geschwind einsetzen und herausnehmen, die Einrastung zur Stabilisierung mittels einer Fußtaste einfach zu betätigen.
Die Putzleistung beeindruckt aber nur mäßig - Staub und Haare stellen kein Problem dar, doch eingetrocknete Flecke von Saft und dergleichen müssen mehrfach überrollt werden, hartnäckige Flecken von eingetrockneter Marmelade verschwinden gar nicht und müssen von Hand beseitigt werden. Erfreulich ist das sofortige Trocknen der gereinigten Flächen - dadurch lassen sich auch verschüttete Flüssigkeiten oder eine kleine Überschwemmung rasch beseitigen.

Die Wendigkeit des Pilipsgerätes läßt leider zu wünschen übrig, seine große Schwäche aber sind vor allem die nicht erreichbaren Rand- und Eckenbereiche, die sich in einer eckenreichen Küche oder einem ebensolchen Bade schnell summieren. Ausgerechnet die Stellen, in denen sich vor allem der Schmutz ansiedelt, werden nicht erfaßt und müssen nachgeputzt werden. Somit mag das Gerät sich für großflächige Räume gut eignen - die Reinigungskräfte von Sporthallen und Konferenzhallen können aufjubeln - für den privaten Nutzer ist eine solche Anschaffung nur dann sinnvoll, wenn große Räumen mit weiten Flächen gepflegt werden sollen.


AEG Dampfbügelstation PERFECT DBS 2300 / Edelstahl Bügelsohle / Schnellaufheizend / Anti-Kalk-System / 2300 Watt / rot-weiß
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Wird angeboten von SALES-LAND GmbH
Preis: EUR 79,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leichtfüßiger, aber trödelnder Hans Dampf, 12. September 2012
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Zehn Punkte von zehn für guten Stil, aber ein paar Millionen Miese für Trödelei - ganz so drastisch, wie Douglas Adams es formulieren würde, ist AEGs Dampfbügelgerät nicht abzuwerten, aber es geht in die Richtung.

Die elegante Linienführung, die leichte Bedienbarkeit und das schmucke Rot-Weiß machen einen guten ersten Eindruck. Das Bügeleisen selbst ist angenehm, aber nicht übertrieben leichtgewichtig und gleitet gut über die Stoffe. Wie versprochen heizt das Gerät sehr rasch auf - die viel umworbene Hauptsache aber, das Dampfmachen, fällt dem kleinen Helfer schwer. Beim ersten Versuch stutzte ich, als nach minutenlangem Pressen der Dampftaste nichts geschah - das funktioniert wohl nur beim Einregeln der höchsten Heizstufe. Auch dann dauert es ein Weilchen, ehe der weiße Nebel heiß und schal aus dem Eisen tritt, wobei das Gerät ein stattlich angestrengtes Brummen von sich gibt.
Im Gegenzug zur Trödelei dampft es noch ein ganzes Weilchen nach. Das Glätteergebnis ist zudem nicht berauschend - eher schlechter als bei meinem alten Dampfbügeleisen.

Fazit: nicht sonderlich überzeugend.


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