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Rezensionen verfasst von
Jean Ignace Isidore Gérard "Grandville" (Südniedersachsen)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Die sagenhafte Saubande - Polly in Not: Band 2
Die sagenhafte Saubande - Polly in Not: Band 2
von Nina Weger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Polly und das Mädchen mit der Geige, 24. August 2014
"Polly in Not" ist das zweite Abenteuer der Saubande. Diesmal steht Polly im Mittelpunkt der Geschichte, denn sie ist am Anfang der Geschichte wie vom Erdboden verschluckt. Es dauert ein wenig, bis sich herausstellt, dass sie Hausarrest und Kontaktverbot hat, weil sie angeblich eine Mitschülerin vergiften wollte! Matheo und die Saubande glaubt das keinen Moment lang und so nehmen sie die Ermittlungen auf um Pollys Unschuld zu beweisen.

Auch diese Geschichte um die Menschen und tierischen Ermittler habe ich gerne gelesen. Auch hier geht es wieder um "ernste Themen": immer noch das anders sein, das sich streiten und vertragen und Erwartungen von anderen erfüllen zu müssen, die man eigentlich gar nicht erfüllen will. Am Ende wird es dann richtig spannend und auch ein wenig gefährlich.

Stefanie Reich hat auch dieses Mal wieder die Illustrationen gemacht und sie gefallen mir, wie auch schon beim ersten Abenteuer, gut.
Die Sprach ist wieder frisch und locker und lässt sich gut und flüssig lesen. Die Kapitel sind wieder im Schnitt 12 Seiten lang und haben einen guten Zeilenabstand. Die Charaktere sind erneut sehr sympathisch und dürfen auch Fehler machen. Die Freundschaft ist gewachsen und die Welt von Polly und Mathei erweitert sich und Tante Ulla... ja, die ist gar nicht so schlimm, wie man im ersten Buch noch dachte.

Immer noch ist ein Vergügen Matheo dabei zu zusehen, wie er versucht seine besondere Gabe zu verheimlichen und es das ein oder andere Mal fast rauskommt.

Auch dieses Buch hat mir gefallen und ich habe es gerne gelesen. Ich hoffe, dass es noch einen dritten Band um die Saubande geben wird - gerne auch einen vierten.

Für Jungs und Mädchen ab 10 Jahre, ein spannender Kinderkrimi mit ernsten Untertönen (z.B. werden Kinderrechte ganz leicht gestreift), aber auch mit Humor. Ein Buch über Freundschaft und Zusammenhalt.


Die Lügen der Anderen
Die Lügen der Anderen
von Mark Billingham
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unvergesslicher Urlaub, 23. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Lügen der Anderen (Gebundene Ausgabe)
Drei Londoner Paare lernen sich zufällig in einem Hotel in Florida kennen. An ihrem letzten Tag vor der Abreise verschwindet ein Mädchen spurlos. Zurück in London kommt es zu einem Treffen der drei Paare und natürlich wird sich auch an den letzten Tag in Florida erinnert.

Dies war mein erstes Buch von Mark Billingham und ich werde versuchen, mehr von ihm zu lesen. Ich wünsche dem Autor, dass dieses Buch so erfolgreich wird, wie im englischen Raum und das seine Werke auch dem deutschsprachigen Publikum wieder zugänglich gemacht wird. Denn ich habe festgestellt, dass "Die Lügen der anderen" das zur Zeit einzige erhätliche Werk von ihm im deutschen Buchhandel ist.

Das Buch teilt sich, neben einem sehr kurzen Prolog in vier Abschnitte auf. Jeder Abschnitt ist einem Paar gewidmet, der letzte Abschnitt dem letzten Treffen.

Mir hat die Erzählweise gefallen. Die wechselnden Sichtweisen, die Einblicke in das Leben und Gedanken der drei Paare. Bis zum Schluss habe ich gerätselt wer der Täter ist und wurde relativ überrascht.

Allerdings handelt es sich bei diesem Roman nicht um einen typischen Thriller. Es ist kein Pageturner, aber trotzdem fesselnd. Er ist eher ein Kammerspiel, ein psychologischer Roman mit einem Täter. Es werden die Ehen seziert, die alltäglichen Lügen aufgedeckt und ein Mörder gesucht. Aber es wird nicht knietief durch Blut gewandelt, es gibt keine Folterszenen und auch keinen verrückten Massenmörder, der uns an seinen Taten teilhaben lässt. Es geht ruhiger zu, aber trotzdem fesselnd. Deswegen befürchte ich, dass aufgrund der Werbung (Klappentext: Abgründiger Thriller, absolut packend, unentrinnbarer Nervenkitzel...) einige mit der falschen Erwartung an das Buch gehen könnten. Für mich eher ein Kriminalroman, nicht besonders blutig und eher klassisch mit einem genauen Blick auf die Charaktere.

Mir hat das Buch gut gefallen, ich konnte miträtseln wer der Täter war und fühle mich gut unterhalten. Das Ende kam mir ein wenig zu plötzlich und hätte ich mir ein wenig detailierter gewünscht.

Für mich ein guter Krimi. Spannend geschrieben, gut zu lesen, angenehme Sprache, gute Ideen. Ich fühle mich gut unterhalten und mir hat das Buch Lust auf mehr gemacht. Werde mir den Autor merken.


Die Diebe von London
Die Diebe von London
von Renée Holler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Alyss und die verschwundenen Kinder von London, 23. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Diebe von London (Gebundene Ausgabe)
England, 1619. Alyss lebt mit ihrem Vater auf dem Landsitz Hatton Hall, ihre Mutter ist schon vor vielen Jahren verstorben. Ihr Vater ist Seefahrer und seit Monaten verschollen. Ihr Onkel ist inzwischen auf dem Landsitz eingezogen und hat seine Familie mitgebracht. Alyss schönes Lebens ist vorbei. Sie wird als Last empfunden, der Onkel verfolgt dunkle Pläne. Alyss flieht zu einem alten Freund ihres Vaters nach London, doch dann wird sie bestohlen und das Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Dies war mein erstes Buch von der Autorin Reneé Holler. Bisher hat sie vor allem Rätselkrimis in der "Tatort"-Reihe aus dem Loewe-Verlag geschrieben.

Ein Buch, dass in London spielt... muss ich immer lesen. Diesmal also ein historischer Abenteuerroman von Kinder.Gespannt bin ich an das Buch herangegangen. Kleiner Hinweis für alle: Bei "Die Diebe von London" handelt es sich um eine Neuausgabe des Buches "Das Geheimnis des goldenen Salamanders" (Bloomoon, 2013), nur mit anderem Cover und neuem Titel.

Das Buch lässt sich flüssig und flott lesen. Man merkt, dass Frau Holler schon mehrere Bücher veröffentlicht hat. Es liest sich sehr angenehm und hat eine angenehme unanstrengende Sprache. Die Charaktere sind sympathisch und die Handlung wird flott voran getrieben. Einzig geht es mir an vielen Stellen ein wenig zu glatt und Alyss ist schon ein bisschen naiv, die Handlung wird dadurch ein wenig vorhersehbar. Besonders am Ende ging es mir dann aber ein wenig zuschnell und die Auflösung zu gewollt und glatt. Es bleibt zu dem Raum für ein weiteres Abenteuer, von dem ich im Moment nicht weiß, ob es das wirklich braucht.

Die Kapitel sind ca. 10 Seiten lang und sind oft mit einer Illustration ergänzt, die oft über eine ganze Seite geht.

Ein flüssig zu lesendes Abenteuer im alten London für Kinder ab 10 Jahre. Das Buch hat mir gut gefallen, fand es aber teilweise ein wenig zu glatt und vorhersehbar, bin allerdings auch nicht die Zielgruppe. zum Schmökern im Urlaub gut geeignet, gerne auch an einem ungemütlichen Herbsttag zum Abschalten.


Eisblaue See, endloser Himmel
Eisblaue See, endloser Himmel
von Morgan Callan Rogers
  Audio CD
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen Florine und das Leben, 23. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Eisblaue See, endloser Himmel (Audio CD)
"Eisblaue See, endloser Himmel" ist der zweite Roman um Florine und die Menschen aus dem kleinen Küstenort "The Point" in Maine. Florine ist inzwischen 19 und das Buch setzt kurze Zeit nach dem Schluß von "Rubinrotes Herz, eisblaue See" ein. Ich würde empfehlen, das erste Buch zuerst zu lesen/zu hören und zwischen beiden Büchern eine kleine Pause einzulegen.

Florine ist inzwischen verheiratet und Mutter geworden, doch immer noch kämpft sie mit der einen großen Sache, die ihr Leben belastet: dem verschwinden ihrer Mutter. Dieses Ereignis hat sie als Mensch und auch ihr Leben geformt und wirft auf alles einen Schatten der Ungewissheit und Trauer. Mir hat dieser zweite Roman um Florine, ihre Freunde und Familie in The Point insgsamt gut gefallen. Allerdings empfand ich ihn an einigen Stellen als zu lang und ruhig geschrieben. Einige Stellen hätte ich mir kürzer gewünscht, denn irgendwie kam die Handlung nicht voran. Es viel mir manchmal schwer überhaupt weiter zu hören, weil sich Dinge wiederholten oder sich im Kreis drehten. Dies lag eigentlich nicht an der Sprecherin, denn Luise Helm hat auch dieses Hörbuch gut vorgetragen. Es lag eher am Roman. Das Hörbuch ist anscheinend gekürzt, was der Vermerk auf der Hülle "Autorisierte Lesefassung" andeutet. Allerdings hätte es ruhig noch ein wenig mehr gekürzt sein können, zumal der erste Roman auf 5 CDs gepasst hat, dieser hier auf 6 CDs.

Insgesamt fehlt diesem Roman die Leichtigkeit. Er ist melancholisch, ernster. Florine wird erwachsen, aber es wird nicht leichter. Sie hat viele schwere Stunden vor sich und meistert sie. Am Ende kann sie voraus schauen und ist nicht mehr an die Vergangenheit gekettet. Dazu kommen die Dinge des Lebens: Glenn kehrt aus dem Krieg zurück und hat mit sich und dem zivilen Leben zu kämpfen. Stella ist noch da und natürlich auch Dotti.

Die Stimme von Luise Helm hat mir wieder gut gefallen, sie hat gekonnt gelesen. Allerdings ist der Text melancholischer als das erste Buch, was natürlich auch so interpretiert werden musste.

Für mich ist alles erzählt, was man über Florine und The Point wissen muss. Ich frage mich nur, ob die Autorin das auch so sieht.

Eine Empfehlung für alle, die gerne in längeren Familiengeschichten schwelgen und Charaktere über viele Jahre begleiten möchten. Wäre es ein Buch, würde ich "Schmöker" schreiben, aber ich habe ja das Hörbuch gehört... passt das dann auch? Angenehm für eine lange Autofahrt, allerdings möglichst ohne Unterbrechung, denn man sollte schon gut bei der Stange bleiben.


Der eiserne Sommer: Reitmeyers erster Fall. Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)
Der eiserne Sommer: Reitmeyers erster Fall. Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)
von Angelika Felenda
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die letzten schönen Tage, 17. August 2014
Es ist der Sommer, der alles verändern wird: bald wird das Attentat gegen den österreichischen Thronfolger die Welt erschüttern. Doch davon ahnt noch niemand etwas. Schon gar nicht in München, denn dort steht alles im Zeichen der Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen des Königlichen Leibregiments. Kommissar Reitmeyer hat ganz andere Sorgen: eine Leiche am Ufer der Isar. Aber das ist noch das kleinste Problem, denn die Leiche führt zu einem Milieu, in dem auch Freunde aus seiner Kindheit verstrickt sind und er schaut in Abgründe von Politik, Militär und Familiengeheimnissen.

"Der eiserne Sommer" ist nicht nur der erste selbstgeschriebene Roman von Angelika Felenda, sondern auch der erste Fall für ihren Kommisar Sebastian Reitmeyer. Bisher war mir Frau Felenda unbewusst nur als Übersetzerin bekannt (z.B. Jennifer Donnelly oder Martha Grimes).

Mir hat dieser Kriminalroman sehr gut gefallen, ich habe ihn praktisch an einem Tag gelesen. Ich bin auf den Roman aufmerksam geworden, da wir uns im Gedenkjahr zum Beginn des Ersten Weltkrieges befinden und sich Veröffentlichungen zu diesem Themengebiet gerade sehr häufen und vermehrt im Fernsehen Dokumentationen laufen. Ich werd dann immer neugierig und lese vermehrt zu diesem Themengebiet.

Die Krimiebene der Handlung hat mir gut gefallen. Frau Felenda hat einen, über große Strecken des Buches, verzwickten Fall erdacht. Intrigen, Fehler in den Ermittlungen - es bleibt spannend. Ebenso hat mir die Darstellung der Polizeiarbeit gefallen, gerne hätte ich dort auch noch ein wenig mehr Detailreichtum gehabt. Denn oft habe ich mir gewünscht noch mehr Einblick in die Internen Abläufe der Polizeiarbeit damals erhalten zu können. Gerne hätte ich z.B. die ominöse "Registratur" kennengelernt oder hätte dem Polizeischüler mehr über die Schulter geschaut. Da es sich aber um eine Reihe handelt, wird man vielleicht im nächsten Teil noch mehr in die Bürokratie abtauchen können. Wobei der Krieg alles verändern wird und danach nichts mehr so ist, wie es einmal war. Die Intrigen, Vertuschungen und das Zuständigkeitsgerangel wurden gekonnt dargestellt.
Interessant die Erzählweise auf unterschiedlichen Ebenen, dass hat mir sehr gut gefallen.
Die Nebenhandlung um Reitmeyer war ebenso interessant und erfreulicherweise nicht besonders ausufernd, die Jagd nach dem Täter steht im Vordergrund. Sein Privatleben ist wird sehr zurückgenommen dargestellt und macht trotzdem Lust auf mehr.
München in 1914 kommt mir irgendwie ein wenig zu kurz. Es hätte ruhig ein bisschen mehr Lokalkolorit sein können. Zwar wird viel Militärisches und Politisches wiedergegeben, aber mir fehlte ein wenig vom"normalen" Leben, wie die Stadt und das Leben der einfachen Leute dalams war. Es wird nur wenig gebayerlt, sprachliche Schwierigkeiten für Norddeutsche halten sich also in Grenzen.

Reitmeyer ist ein sympathischer Polizist und auch sein Team ist nicht uninteressant und bildet, aufgrund unterschiedlicher Charaktere, ein gutes Fundament für weitere Fälle.

Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Fall und hoffe, dass wir nicht all zu lange warten müssen. Warum allerdings immer alle Romane/Krimis, die in dieser Zeit spielen und die ich in letzter Zeit gelesen habe, im schwulen Millieu spielen müssen, erklärt sich mir nicht so recht. Aber hier wirkt alles wie aus einem Guss und nicht wie ein Fremdkörper zusammengeschustert.

Für mich ein sehr guter Erstling, dem man sein Erstling sein gar nicht anmerkt. Ein gut zu lesender, fesselnder Historischer Kriminalroman am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Ich hoffe, dass noch viele Fälle auf Kommisär Reitmeyer warten und wir mit ihm zusammen lösen können. Eindeutige Leseempfehlung von mir.


Schuld
Schuld
von Grit Poppe
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Jana und Jakob, 14. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Schuld (Broschiert)
Berlin, 1988. Jana ist fünfzehn und gerade erst hergezogen. Praktisch auf den ersten Blick verliebt sie sich in Jakob. Er ist unangepasst und so anders, als andere Jungs, die sie bisher kannte. Doch Jakob ist nicht Linientreu, ihr Vater verbietet ihr den Umgang mit ihm. Doch Jana kann ihre Gefühle nicht unterdrücken und dann ist Jakob auf einmal spurlos verschwunden.

"Schuld" ist mein erstes Buch von Grit Poppe gewesen. 1964 in der DDR geboren und während der Wendezeit selbst in der Bürgerbewegung aktiv, hat ein Jugendbuch über die Wendezeit geschrieben. Die Umbrüche in der Gesellschaft, in der Familie. Da ich selbst die DDR nur aus Erzählungen kenne, kann ich nicht beurteilen, in wie weit die Beschreibungen zutreffend sind. Für mich klangen die Beschreibungen des "normalen Lebens" (Kaufhalle, Wirtschaftsgüter, Schulalltag) stimmig. Probleme hatte ich am Anfang "ins Buch zu finden". Von den beiden Hauptfiguren empfand ich Jana über die gesamte Länge des Buches als "nervig". Sie war mir besonders am Anfang zu naiv, zu vertrauensseelig. Sie ist mir nie nah gekommen, auch wenn sie sich entwickelt hat. Oft konnte ich ihr Handeln nicht nachvollziehen. Auch ihre Gefühle für Jakob haben sich mir nicht so ganz erklärt. So richtig konnte ich ihr nicht abnehmen, dass sie ihn so unendlich liebt.
Jakob dagegeben war mir gleich sympathisch und ich habe mit ihm mitgelitten. Er war im Gegensatz zu Jana wesentlich cleverer und griffiger. Sein Handlungsstrang ist sehr intensiv beschrieben und für mich auch klar die Stärke des Buches. Seine Erlebnisse sind sehr berührend beschrieben. Für mich klangen sie sehr realitätsnah.

Das Buch ist in einer angenehmen und gut zu lesenden Sprache geschrieben, doch fand ich einige Stellen als zu oberflächlich. Vieles hätte ich mir ein wenig detaillierter gewünscht. Vor allem das Verhältnis zwischen Jana und ihren Eltern bzw. den Hintergrund der Eltern und was "danach" geschah". Der Schluss kam mir persönlich zu plötzlich, den hätte ich mir detaillierter gewünscht. Vor allem, weil er realitv vorhersehbar war. Ein Epilog, vielleicht ein paar Jahre später, wäre schön gewesen. Ich finde, Jana hinterfragt da zu wenig.
Die einzelnen Abschnitte, die zwischen Jana und Jakob wechseln, haben eine angenehme länge und sollten auch für langsamleser zu schaffen sein.

Das Glossar am Ende. Wie immer hätte ich mir die Anmerkungen als Fußnote auf der betreffenden Seite gewünscht, weil ich es dort als hilfreicher empfinde. Außerdem hat mich gestört, dass nicht alle Begriffe darin augetaucht sind, die ich mir gewünscht hätte und die Erklärungen manchmal einfach nicht besonders hilfreich waren.

Ein interessanter Blick auf einen noch gar nicht so lange zurückliegende Teil der deutschen Geschichte. Wie das Leben in der DDR in war und was die Wendezeit in Familien für Spurenhinterlassen hat.
Ich könnte mir das Buch als Schullektüre vorstellen um das Thema DDR und Wendezeit zu erläutern. Vielleicht als Einstieg geeignet um z.B. das Thema Alltagsleben, Kindheit/Jugend und Gerichtsbarkeit in der DDR einzuführen. Auch das Thema Stasi könnte nach der Lektüre vertieft werden.

Ein interessantes Buch für Jugendliche, passend zum 25jährigen Jubiläum des Mauerfalls. Leider war mir Jana nicht sonderlich symphatisch und machte es mir so schwer, ihrem Teil der Geschichte zu folgen.


Schwarze Häuser
Schwarze Häuser
von Sabine Ludwig
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Uli und die Sache mit den "Schwarzen Häusern", 2. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Schwarze Häuser (Gebundene Ausgabe)
Deutschland, Mitte der 60er Jahre. Uli ist zwölf und auf dem Weg zu einer Kur auf einer Nordseeinsel. Wie sie selbst sind auch die andern Kinder nicht freiwillig dort. Sie sind "nur zu ihrem Besten" auf die Insel geschickt worden. Um gesund zu werden, sich zu erholen oder weil aus verschiedenen Gründen sich Zuhause für einen kurzen Zeitraum niemand um sie kümmern kann. Doch Uli kennt das schon: so toll ist es in diesen "Kurheimen" nicht. Die zusammengewürfelte Mädchenschar muss so manchen Kummer ertragen und Heimweh ist noch nicht mal das Schlimmste.

Der ein oder andere Spoiler auf den Handlungsverlauf konnte ich leider nicht vermeiden. Wer sich überraschen lassen möchte, sollte hier nicht weiterlesen. Was ich aber sagen kann: ein sehr interessantes, zum Nachdenken anregendes Buch, dass auch Tage nach dem Lesen immer noch nachhallt. Leseempfehlung von mir. Nun zu meiner Meinung im Detail:

Dieses Buch ist anders, als alle anderen von Sabine Ludwig. Es ist persönlich, wie die Autorin im Vorwort erklärt. Das merkt man. Die Geschehnisse, die beschrieben werden, klingen sehr real und erinnern an die vor ein paar Jahren durch Funk und Fernsehen verbreiteten Machenschaften in Kindereinrichtungen in Deutschland und anderswo. Kinderheime, vornehmlich kirchliche, in denen Kinder drangsaliert worden und teilweise sogar (im Ausland) anscheinend verhungert sind. Die ganze Zeit musste ich an diese Skandale denken, von denen in den letzten Jahren immer mehr ans Licht gekommen sind. Hier hat sie eigene Erlebnisse verarbeitet und sehr berührend beschrieben.

"Schwarze Häuser" ist ein Buch über das Deutschland der 60er Jahre: den (Standes)Dünkel, die Gesellschaft nach dem Krieg, wie Familie und Kindheit damals war. Auf der anderen Seite ist das Buch aber irgendwie "zeitlos", ich musste mich immer ein wenig dran erinnern, zu welcher Zeit das Buch spielt. Vieles ist auf heute übertragbar. Uli und die anderen Kinder werden liebevoll beschrieben, ihre Sorgen, ihre Ängste und Wünsche. Wie immer schafft Frau Ludwig das sehr gekonnt. Auch am Stil kann ich nicht meckern. Das Buch lässt sich angenehm flüssig lesen, sehr angenehme Sprache. Nur unterscheidet es sich sehr von den anderen der Autorin: es ist bedrückender, trauriger, beklemmend. Was die Kinder erleben, ist keine heitere Abenteuergeschichte.... Schmunzeln kann man bei dieser Geschichte nicht. Aber sie hinterlässt deutliche Spuren. Nach der Lektüre klingt die Geschichte nach, setzt sich fest im Gehirn und man denkt 'Wie schön, dass diese Zeiten vorbei sind!'.

Ich selbst habe nie eine Kur gemacht, weder als Kind, noch als Erwachsener. Gibt es heute noch Kinderkuren, die die Kinder ohne Begleitung absolvieren? Mir sind nur Mutter-Kind-Kuren bekannt. Jedenfalls würde ich dieses Buch keinem Kind empfehlen, dass eine Kur vor sich hat. Dafür finde ich die Geschichte ein wenig zu negativ, denn für mich hat am Ende ein bisschen "heile Welt" gefehlt. Das ist auch eigentlich mein einziger Meckerpunkt: das Buch ist sehr bedrückend und das Ende kommt ziemlich schnell und ein wenig plötzlich. Auf einmal ist die Geschichte zu Ende und mir fehlte etwas ähnliches wie ein Epilog, in dem man z.B. die Kinder kurze Zeit später wiedertrifft und erfährt, wie es ihnen danach ergangen ist. Einfach um die Gewissheit zu haben: ja, es ist alles Gut. Auch werden mir am Ende einige Einzelheiten nicht detailliert genug aufgelöst. Einige Fragen, die mir im Kopf umhergehen sind unbeantwortet geblieben.

Das Buch hat mich sehr ergriffen und nachdenklich gestimmt. Nur wer ist die Zielgruppe? Kinder ab 10, sagt der Verlag. Sicherlich, die Kinder sollen nicht in einer rosaroten Erdbeerwelt Leben, denn so ist die Wirklichkeit nicht. Sie müssen auch die negativen Seiten kennenlernen. Aber ich finde, dann sollte zumindest das Ende einer Geschichte eindeutig positiv aufgelöst werden. Das hat mir hier ein wenig gefehlt, weil es vor allem sehr schnell ging.

Ein Buch, dass Gesprächsbedarf weckt und Fragen aufwirft. Ich würde eine gemeinsame Lektüre zwischen Kind und Elternteil vorschlagen. Ich könnte es mir auch sehr gut als Schullektüre vorstellen, vielleicht Fächerübergreifend zum Thema Deutschland nach dem Krieg oder Kindheit in Deutschland. Man kann viel ansetzen um mit den Kindern Themen zu vertiefen: wie war das nach dem Krieg, mit den Flüchtlingen und den Ausgebombten? Wie lebten die Menschen damals? Wie sah Kindheit damals aus? Gibt es zu Heute Unterschiede? Wie würdet ihr reagieren, wenn euch so etwas passieren würde?

Ein für mich sehr interessantes Buch, dass zum Nachdenken anregt und Gespräche in Gang setzen kann. Ich habe es mit großem Interesse gelesen. Ich bin aber auch Altersmäßig nicht die Zielgruppe, wie ich anmerken muss.


Eine Messerspitze voll Magie
Eine Messerspitze voll Magie
von Lisa Graff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

5.0 von 5 Sternen Kuchen, Familie, Freunde - alles hängt zusammen, 2. August 2014
Cady ist 11 und hat ein ganz wundervolles Talent: sie kann für jeden Menschen den absolut richtigen Kuchen backen. Nur eines hat sie leider nicht: eine Familie. Doch das wird sich bald ändern, denn Mrs. Mallory, Leiter des "Heims für verlorengegangene Mädchen", hat wieder ihr Ziehen in der Brust. Ein untrügliches Zeichen, dass bald etwas geschehen wird... die perfekte Familie für Cady wird bald in Erscheinung treten.

"Eine Messerspitze voll Magie" ist das erste Buch von Lisa Graff, dass in Deutschland erscheint.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es aus einer Vielzahl von Charakteren und vielen einzelnen Blickrichtungen die Handlung gekonnt und schwungvoll, aber nie unübersichtlich, voran zu treiben und die vielen Handlungsstränge gekonnt am Ende zusammenzuknoten. Der Knotenhändler müsste eigentlich Stolz auf die Leistung der Autorin sein.

Die einzelnen Personen und auch die Welt, in der die Geschichte spielt, stecken voller liebevoller Details und sind alle sympathisch gezeichnet. Gerne folgt man ihnen durch diese fantastische Geschichte und der vom Verlag zitierte Vergleich zu "Die fabelhafte Welt der Amelié" muss das Buch nicht fürchten. Könnte mir die Geschichte ehrlich gesagt, sehr gut als Film vorstellen. Allerdings nur, wenn es sich um eine sehr liebevolle und sorgsame Umsetzung handeln würde.

Das Buch eignet sich sowohl zum Vorlesen (gerne auch für jüngere), als auch zum Selberlesen für Kinder ab 10 Jahre.
die einzelnen Kapitel sind nach einer Stichprobe zwischen 4 bis 8 Seiten lang, einige kürzer, einige länger. Um Abends mal ein Kapitel vorzulesen reicht es mindestens und ist auch nicht zu lang, vielleicht schafft man sogar zwei. Auch eher "Selten-Leser" sollten Spaß daran haben, weil die Kapitel nicht zu lang sind und die Schriftgröße und der Zeilenabstand angenehm sind.

Was ich ein wenig schade finde ist, dass das Buch (sowohl in der amerikanischen, als auch in der deutschen Ausgabe) ein nicht so schönes Cover bekommen hat: Rosa und Gelb passen für mich einfach nicht zusammen. Die Rezepte für die einzelnen Kuchen sind sehr interessant, allerdings auch sehr "amerikanisch": vor allem sehr süß.

Eine leicht fantastische Geschichte um Talente, Freundschaft und Familie. Für alle ab 10 Jahre, die eine Vorliebe für Kuchen haben. Mir hat das Buch gefallen.


Geek, Pray, Love: Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest
Geek, Pray, Love: Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest
von Christian Humberg
  Broschiert
Preis: EUR 14,80

5.0 von 5 Sternen Sind wir nicht alle ein bisschen Geek?, 27. Juli 2014
"Geek Pray Love", ein Buch von Geeks über Geeks und Leute, die mit Geeks zusammenleben. Ein flüssig und flott zu lesendes Buch, in dem man mehr über den Geek als solchen erfährt. Wie man dazu wird, was man als Nicht-Geek in einer Beziehung beachten muss und wie es sich als Geek so lebt. Alles eingebettet in einer kurzweiligen Erzählung über einen Jungen, der erst durch Zufall erfährt, dass er ein Geek und nicht alleine ist.

Im "Schnelldurchlauf" erfährt man viel interessantes über diese "Subkultur", die man aus "Big Bang Theory" schon kennt. Was es mit den Kostümen auf sich hat und den großen Comic-Messen wie z.B. FedCon. Dazu noch ein kurzer Test um festzustellen, ob man selbst schon Geek ist und vor allem was für einer. Tipps für den ersten ComicCon-Messen Besuch, wie man Geeks ärgern kann und und und. Dazu sehr schöne Illustrationen von Martin Frei.
Das Buch lässt sich in einem flotten Tempo flüssig lesen und macht viel Spaß.

Für Unwissende und Einsteiger, die sich nicht trauen danach zu fragen. Ein sehr unterhaltsame und kurzweilige Lektüre, bei der man feststellt, dass man im Grunde selbst ein Geek ist, ohne es vorher gewusst zu haben. Denn "die Geek-Kultur hat sich heimlich, still und leise in die allgemeine Kultur hineingeschlichen und jetzt geht sie nicht mehr weg!" (S. 6)

Leseempfehlung für alle, denn den Geeks kann man nicht mehr aus dem Weg gehen und man sollte sich vorbereiten. Kurzweilig, humorvoll, augenzwinkernd und dabei lehrreich.


Ein Häusle in Cornwall: Roman
Ein Häusle in Cornwall: Roman
von Elisabeth Kabatek
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2.0 von 5 Sternen Ein Häusle in Cornwall, 26. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein Häusle in Cornwall: Roman (Broschiert)
Emma steht kurz vor dem Burn-Out und trifft in einem Café auf Nicholas. Der lädt sie spontan ein, ihn auf seinen gerade geerbten Landsitz Fox Hall zu besuchen. Doch schon bald merkt Emma: Cornwall ist gar nicht so wie bei Rosamunde Pilcher und so ein Landsitz kann auch mal ein leckes Dach haben.

Viel geschwärmt wurde von diesem Buch. 'Musst du lesen, ist richtig toll'. Nun gut, Bücher die in England spielen, lese ich immer gern und die Beschreibung klang auch ganz witzig. Also auf das Buch besorgen und mit lesen angefangen und nach ein paar Seiten dann die Ernüchterung: ein bisschen merkwürdig ist es aber schon... noch mal schnell im Internet geschaut und meine Vermutung wurde bestätigt: Chick-Lit. Da hatte ich nicht mit gerechnet. Auch dieses Buch hat mir wieder bestätigt: ich bin nicht Chick-Lit geeignet.

Die Handlung oberflächlich und huschhusch, nicht so hektisch wie bei anderen Büchern aus diesem Genre, die ich aus versehen gelesen habe, aber leider genauso unlustig und langweilig. Keine der Figuren ist mir ans Herz gewachsen, die Handlung ist wirr und lachen konnte ich überhaupt nicht. Die vielen Klischees sind auf dauernd nervig, vor allem, wenn man bedenkt, dass man mit der Grundidee was schönes hätte drauß zaubern können.

Von mir keine Leseempfehlung, da das Buch einige Längen hat und ich mehr genervt, als unterhalten wurde.


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