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Rezensionen verfasst von
"walterbender"

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Das erfundene Mittelalter. Die größte Zeitfälschung der Geschichte.
Das erfundene Mittelalter. Die größte Zeitfälschung der Geschichte.
von Heribert Illig
  Gebundene Ausgabe

34 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie entsteht Geschichte?, 10. Oktober 2002
Der Titel von Heribert Illigs Buch "Das erfundene Mittelalter; Die grösste Zeitfälschung der Geschichte" wirkte dermassen provokant auf mich, dass ich dieses Buch einfach kaufen und lesen musste. Eins ist sicher, das Buch kann den Blickwinkel erweitern. Es lässt kritischer werden. Was ist Wahrheit, was ist Fälschung? Und wenn es eine Fälschung ist, weshalb wurde gefälscht und wem hat es genutzt und das auf wessen Kosten? Wenn man am Ende eines über 400 Seiten starken Buches wirklich nicht weiss, ob alles was man zu einem wichtigen Zeitabschnitt der Geschichte zu wissen geglaubt hat, wahr ist oder ob es sich einfach eine um Jahrhunderte später und zudem Stück für Stück in Dokumenten und sogar Bauten in Jahrhunderten entstandene Fälschung handelt, ist dies heilsam, sehr heilsam sogar. - Das Buch von Illig hat Nachwirkungen bei Besuchen von Museen, beim Lesen von Geschichte oder vielleicht doch nur Geschichten? - Aber und das ist besonders wichtig, sogar beim lesen der aktuellen Tageszeitung oder eines Nachrichtenmagazins stellt man sich unweigerlich noch kritischere Fragen. Wenn es möglich gewesen sein soll, wie Illig äusserst glaubhaft darstellt, insbesondere durch seine Abhandlungen über Bauentwicklung von Sakralbauten, im Zentrum der Betrachtung den Dom von Aachen, 300 Jahre in die Geschichte hinein zu fälschen, wie leicht ist es dann erst möglich die kleine Geschichte um das Heute und Jetzt oder des Gestern und Vorgestern mit Zielen für das Morgen oder Übermorgen gezielt zu manipulieren, Tatsachen und Fakten immer ein wenig in eine bestimmte Richtung zu schieben, bis sie so weit entfremdet sind, dass sie mit dem, was beschrieben wird, nur noch am Rande etwas zu tun haben? - Etwas habe ich jedenfalls, seit ich das Buch gelesen habe immer vergeblich gesucht, einen Beweis, dass Illigs Aussagen falsch sind. Für mich als Laien fehlt ein solcher Beweis bis heute. Hat Illig also doch recht und es gab keine gelebte Zeit zwischen 614 und 911, so seine Arbeitsthese, sondern wurde diese Zeit nachträglich eingeführt, als die Zeitzählung willkürlich von den Ottonen eingesetzt wurde? Gab es Karl den Grossen wirklich nicht oder hat er nur keine bis heute erhaltenen Spuren in Form von Münzen und anderen Gegenständen hinterlassen, im Gegensatz zu den viel früher lebenden Römern? Der Menschheit wäre es zu gönnen, einen, zudem heilig gesprochenen, Massenmörder weniger. Eins bewirkt das Lesen des Buchs, das über weite Passagen leider eher schwer verdaulich geschrieben ist, auf jeden Fall: Es schärft das gesunde Misstrauen gegenüber unverdaut und unüberprüft oder für einen selbst nicht überprüfbar Übernommenen, das man selbst für Faktenwissen hält.


Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA.
Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA.
von Karlheinz Deschner
  Taschenbuch

24 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Moloch; die beleuchtete Schattenseite der USA, 24. September 2002
Karl Heinz Deschner beschreibt, aufbauend auf Zitaten, meist von US-Präsidenten oder deren nahem Umfeld und historischen Fakten mit einer ungeheuren sprachlichen Wucht gepaart mit einer hohen Präzision, spannend, oft fast atemlos, manchmal angereichert mit einigen zynischen Spitzen, die dunkle Seite der Geschichte der USA. Vom Landklau mit den Massakern an der Urbevölkerung, der kriegerischen Loslösung vom Mutterland, Sklaverei und Bürgerkrieg, Umgang mit Gewerkschaften und eigener Arbeiterschaft, Minderheiten und anders denkenden, die amerikanische Rolle in den beiden Weltkriegen und allen danach folgenden Kriegen bis zum 1. Irakkrieg wird von Deschner ein Geschitsbild gezeichnet, notabene aufgebaut auf historischen Fakten, das in den Schulen so nie gelehrt wird. - Aus dem moralisch integeren Helfer und ersehnten Retter wird berechnender Antreiber und kaltschnäuziger Täter und vor allem Nutzniesser der Situation. Der Motor ist immer derselbe, Dollars, Ressourcen und Macht - für einige wenige - US-Amerikaner natürlich. - Zu diesem Buch gibt es nur eine Empfehlung, die zu befolgen allerdings mehr oder weniger einschneidende Folgen für das eigene Verständnis von geschichtlichen Zusammenhängen hat, wie bei den anderen Büchern von Deschner auch: lesen, verstehen, nachdenken!


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