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Rezensionen verfasst von
Havauka (Regensburg, Germany)

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R. Strauss: Ein Heldenleben / Alpensinfonie
R. Strauss: Ein Heldenleben / Alpensinfonie
Preis: EUR 11,49

5.0 von 5 Sternen Das Beste vom Besten, 31. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vergleicht man die Life-Aufnahme des "Heldenleben" mit Christian Thielemann und den Wiener Philharmonikern mit derjenigen mit Carlos Kleiber und den Wiener Philharmonikern, so behaupte ich offen und ehrlich: gegen Thielemann hat Kleiber nicht den Hauch einer Chance, und das aus mehreren Gründen:

(1) Thielemann lässt sich insgesamt mehr Zeit für die gesamte sinfonische Dichtung und nimmt viel breitere Tempi. Selbst das Geigensolo in der Entwicklungsphase der Exposition ("Des Helden Gefährtin") kostet er musikalisch bis ins kleinste Detail aus und macht somit offenbar, welchen Stellenwert es im Werk einnimmt. Dagegen fegt Kleiber über diese Stelle hinweg, als wäre sie ihm unwichtig, unnütz und peinlich.

(2) In der Durchführung dieses großen Sonatenhauptsatzes ("Des Helden Walstatt") entfacht Thielemann ein schmetterndes lichterlohes Feuerwerk, wie ich es sonst bei keinem anderen Interpreten erlebt habe, er lässt es richtig krachen, und genauso muss es meiner Meinung nach sein.

(3) Thielemann entwickelt ein sehr ausgewogenes spätromantisches Strauss-Klangbild und schafft es, die Spannung durch das ganze Stück aufrechtzuerhalten. Dazu gehören auch seine unverkennbaren Rubati und Pausen.

Auch die "Alpensinfonie" und die "Frau-ohne-Schatten-Fantasie" werden von den Wienern unter Thielemann in höchster Qualität dargeboten. In der Fantasie war Richard Strauss meiner Meinung nach sehr ungeschickt in der Auswahl der Opern-Highlights gewesen. Wunderbare Orchesterstellen aus dem ersten Akt der Oper wurden nicht berücksichtigt. Trotzdem macht diese Fantasie Appetit auf die ganze Oper, die es in einer beispielloser Einspielung von den Salzburger Festspielen 2011 mit Thielemann und den Wienern als DVD gibt, hoffentlich demnächst auch als CD.

Und überhaupt: Richard Strauss - Thielemann - Wiener Philharmoniker: Was gibt es Besseres ? Nichts. Selbst mein geliebter Herr von Karajan wird nicht nur bei diesem Komponisten auf den zweiten Platz meiner Top-Liste verdrängt, und zwar aus folgendem Grund: Karajan hat die klangliche und musikalische Perfektion in die Studios geholt, Thielemann hat die klangliche und musikalische Perfektion in die Live-Konzerte gebracht. Und Live ist nun mal schöner als Studio.


Strauss: Die Frau ohne Schatten [2 DVDs]
Strauss: Die Frau ohne Schatten [2 DVDs]
DVD ~ Christian Thielemann
Preis: EUR 23,41

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Christian Thielemann, der Taktstockmagier, 11. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Produktion der "Frau ohne Schatten" von den Salzburger Festspielen von 2011 unter Christian Thielemann ist ein musikalischer Genuss der Extraklasse.

Das liegt in erster Linie an Christian Thielemann, den ich persönlich auf einem silbernen Tablett trage. Ich kenne keinen lebenden Dirigenten, der sich so sorgfältig zu jeder musikalischen Phrase Gedanken macht, der so intensiv probt, der so großartige Musik macht. Und das bei Live-Aufnahmen, die eine technische Qualität wie im Studio haben. Er macht perfekte, klanglich ausgefeilte und gestochen scharfe brilliante Livemusik. Ihm zuzuhören macht riesigen Spaß zu jeder Sekunde. Er holt aus den wunderbaren Wienern das heraus, was geht, und noch viel mehr. Er begleitet die Sänger auf einem ausgezogenen Klangteppich, mit dem er in kammermusikalischer Art einzelne stimmführende Instrumente herausfiltert, die einen wunderbaren Gegenpart zum Gesang bilden und somit den vielschichtigen Charakter der Partitur hervorheben. Er traut sich an langsame Tempi, die er mit musikalischem Leben füllt und bis zur äußersten Grenze des Möglichen ausschöpft. Auskosten, Abschmecken, Feinjustieren, Klangbalancen abwägen, das sind die Maßstäbe, an denen sich alle anderen Dirigenten messen müssen. Seine Rubati sind das Maß aller Dinge.

Christian Thielemann findet immer passende Sänger, mit denen er Musik machen kann und die er nicht nur begleiten muss. Bei dieser Oper werden fünf hochkarätige Protagonisten benötigt, die alle ihre Erwartungen erfüllen. Überragend Evelyn Herlizius als Färberin, die bis zum Ende dieser mörderisch hohen Partie ihr sängerisches Potential abruft, Wolfgang Koch mit einem starken fundierten Bass als Färber (kernig düster am Ende des 2.Akts "Es dunkelt", auf diese Stelle freue ich mich immer ganz besonders), Anne Schwanewilms und Stephen Gould mit wunderschönen dramatischen Stimmen, ganz das Kaiserpaar, und Michaela Schuster als ambivalente Amme mit einer äußerst vielschichtigen variablen Stimmfärbung. Hier haben sich echte Musiker gefunden.

Die Inszenierung fand quasi nicht statt. Es handelte sich quasi um eine konzertante Aufführung in einer zu üppig ausgestatteten Halle, in der zu viele überflüssige Personen auf noch überflüssigeren Nebenschauplätzen agierten und von der Musik ablenkten. Ich empfehle, die beiden DVDs in MP3-Dateien zu konvertieren und diese dann über Tuner oder MP3-Player abzuhören. Da ergibt sich dann der pure klangliche Genuss.

Fazit: Für eingefleischte Strauss-Fans ist diese Oper unverzichtbar und endlich in einer beispiellosen musikalischen Interpretation erhältlich.


Strauss: Die Frau ohne Schatten [Blu-ray]
Strauss: Die Frau ohne Schatten [Blu-ray]
DVD ~ Stephen Gould
Preis: EUR 34,99

5.0 von 5 Sternen Christian Thielemann, der Taktstockmagier, 11. Juni 2015
Die Produktion der "Frau ohne Schatten" von den Salzburger Festspielen von 2011 unter Christian Thielemann ist ein musikalischer Genuss der Extraklasse.

Das liegt in erster Linie an Christian Thielemann, den ich persönlich auf einem silbernen Tablett trage. Ich kenne keinen lebenden Dirigenten, der sich so sorgfältig zu jeder musikalischen Phrase Gedanken macht, der so intensiv probt, der so großartige Musik macht. Und das bei Live-Aufnahmen, die eine technische Qualität wie im Studio haben. Er macht perfekte, klanglich ausgefeilte und gestochen scharfe brilliante Livemusik. Ihm zuzuhören macht riesigen Spaß zu jeder Sekunde. Er holt aus den wunderbaren Wienern das heraus, was geht, und noch viel mehr. Er begleitet die Sänger auf einem ausgezogenen Klangteppich, mit dem er in kammermusikalischer Art einzelne stimmführende Instrumente herausfiltert, die einen wunderbaren Gegenpart zum Gesang bilden und somit den vielschichtigen Charakter der Partitur hervorheben. Er traut sich an langsame Tempi, die er mit musikalischem Leben füllt und bis zur äußersten Grenze des Möglichen ausschöpft. Auskosten, Abschmecken, Feinjustieren, Klangbalancen abwägen, das sind die Maßstäbe, an denen sich alle anderen Dirigenten messen müssen. Seine Rubati sind das Maß aller Dinge.

Christian Thielemann findet immer passende Sänger, mit denen er Musik machen kann und die er nicht nur begleiten muss. Bei dieser Oper werden fünf hochkarätige Protagonisten benötigt, die alle ihre Erwartungen erfüllen. Überragend Evelyn Herlizius als Färberin, die bis zum Ende dieser mörderisch hohen Partie ihr sängerisches Potential abruft, Wolfgang Koch mit einem starken fundierten Bass als Färber (kernig düster am Ende des 2.Akts "Es dunkelt", auf diese Stelle freue ich mich immer ganz besonders), Anne Schwanewilms und Stephen Gould mit wunderschönen dramatischen Stimmen, ganz das Kaiserpaar, und Michaela Schuster als ambivalente Amme mit einer äußerst vielschichtigen variablen Stimmfärbung. Hier haben sich echte Musiker gefunden.

Die Inszenierung fand quasi nicht statt. Es handelte sich quasi um eine konzertante Aufführung in einer zu üppig ausgestatteten Halle, in der zu viele überflüssige Personen auf noch überflüssigeren Nebenschauplätzen agierten und von der Musik ablenkten. Ich empfehle, die beiden DVDs in MP3-Dateien zu konvertieren und diese dann über Tuner oder MP3-Player abzuhören. Da ergibt sich dann der pure klangliche Genuss.

Fazit: Für eingefleischte Strauss-Fans ist diese Oper unverzichtbar und endlich in einer beispiellosen musikalischen Interpretation erhältlich.


Verdi:Macbeth
Verdi:Macbeth
Preis: EUR 19,93

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packend, 8. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdi:Macbeth (Audio CD)
Die Einspielung des "Macbeth" von Giuseppe Verdi unter der Leitung von Giuseppe Sinopoli ist für mich ein weiterer Beleg dafür, warum dieser Dirigent neben Herbert von Karajan der wichtigste Anwalt in Sachen Verdi ist. Mal mit geballter Wucht, mal mit zartem Kantileneton, variable in allen erdenklichen orchestralen Farben, ideenreich in der Behandlung des Hexenchors, dazu ein idealer Begleiter bei Stellen, wo die Sänger ihre Töne nur hauchen, zeigt Sinopoli, daß er Verdi im Blut hat, er inhaliert Verdi förmlich, er spielt Verdi so, wie Verdi gespielt werden muß.

Die Sängerbesetzung ist hervorragend. Renato Bruson hat genau die Stimmfarbe, die zu der Figur des Macbeth mit seiner Mischung aus übertriebenem Zorn und hintergründiger Verzweiflung paßt, ein idealer Macbeth. Mara Zampieri besitzt alle musikalischen Qualitäten, die eine ambivalente Lady Macbeth benötigt, mal scharfzüngig und hart in der Deklamation, dann wiederum zarthauchend wie z.B. in ihrem Wahnmonolog. Robert Lloyd als Banco hat eine schöne und mitreißende Stimme und beweist, wie schon in der Rigoletto-Einspielung, warum er das Vertrauen Sinopolis genießt. Neil Shicoff hat mit der Figur des Macduff nur eine kleine Rolle, diese aber füllt er mit Leidenschaft, mit einer wunderschönen makellosen Stimme und mit der charakterlichen Intensität eines gekränkten Gentleman-Ritters aus.

Fazit: Tolle Musik, tolles Orchester, klasse Sänger und ein genialer Dirigent, kurzum eine packende Aufnahme.


Stravinsky: The Rake's Progress
Stravinsky: The Rake's Progress
Wird angeboten von reinharddinges
Preis: EUR 29,90

5.0 von 5 Sternen Gardiner und Nagano im Vergleich, 10. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Stravinsky: The Rake's Progress (Audio CD)
Von Strawinskis Oper "The Rake's Progress" kenne ich zwei Aufnahmen:
(G) John Elliot Gardiner und das London Symphony Orchestra (1999)
(N) Kent Nagano und das Orchestre e l'Opéra de Lyon (1996).
Bei der vorliegenden Oper handelt es sich meiner Meinung nach um keine Nachahmung und Zitatensammlung berühmter Vorgänger. Selbst wenn diese Nummernoper mit Rezitativen die gleiche Orchesterbesetzung wie Mozarts "Così fan tutte" hat, ist das Werk ein echter Strawinski. Alle großen Komponisten haben von ihren Vorgängern gelernt, so auch Strawinski.

Tom Rakewell:
Ian Bostridge (G) singt diese Partie im sog. "manierierten" Stil, wie er in den Mozart-Aufnahmen der 50er-Jahre oft zu hören ist. Dabei klingt seine Stimme sehr sparsam und distanziert, und mir fehlt die Leidenschaft für diese Rolle. Ganz anders Jerry Hadley (N), der sich stimmlich und physisch aufs Äußerste einbringt, sich mit Leidenschaft mit dieser Rolle identifiziert und den ambivalenten Charakter des Tom in seine Stimmfärbung einbaut und vollkommen durchlebt. Großer Pluspunkt für (N).

Anne Trulove:
Auch bei Deborah York (G) habe ich das Gefühl, das Vibrato wird bewusst eingespart, um das romantische Klangbild durch einen altinstrumentalen Charakter zu ersetzen. Die leidenschaftliche und sprachlich gut phonetisierte Interpretation von Dawn Upshaw (N) gefällt mir persönlich wesentlich besser. Pluspunkt für (N).

Nick Shadow:
Samuel Ramey (N) hat für diese Rolle eine etwas zu tiefe und trockene Stimme. Anders dagegen Bryn Terfel (G), seine Stimme ist hell und klar und passt ausgezeichnet. Pluspunkt für (G).

Orchester:
Ohne Zweifel ist das London Symphony Orchestra (G) das bessere und motorisch perfektere Orchester. Trotzdem bekomme ich bei dieser Aufnahme den Geschmack der Studioproduktion nicht weg. Dagegen spielt das französische Orchester (N) mit viel mehr Leidenschaft und Freude. Großer Pluspunkt für (N).

Dirigenten:
Obwohl Nagano mit viel Leidenschaft, Temperament und mit einem echten Gefühl für die jeweilige Stimmungslage dirigiert, fehlt mir bisweilen etwas von dem, was bei Gustav Mahler "nicht in den Noten steht". Das sind die inneren Spannungsbögen, die sich aus der Fließbewegung der musikalischen Linien ergibt. Dadurch wirkt die Musik bisweilen etwas monoton. Bei Gardiner habe ich manchmal das Gefühl, dass er das Werk im Stil der "alten Instrumententechnik" interpretiert: wenig Vibrato und ein hohes Tempo. Das färbt sich auch auf die Sänger ab (siehe mein Kommentar oben). Und ob das dem Stück gut tut, sei dahingestellt. Denn immerhin handelt es sich um Strawinski und nicht um Mozart. Keine Pluspunkte.

Fazit:
Ich persönlich favorisiere die Nagano-Aufnahme. Bei allen Schwächen, die diese Aufnahme hat, überzeugt sie durch viel Leidenschaft, einen hohen physischen Einsatz und durch Spielfreude pur bei allen Interpreten: Sänger, Chor, Orchester und Dirigent.


Igor Stravinsky: The Rake's Progress (Gesamtaufnahme)
Igor Stravinsky: The Rake's Progress (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von skyvo-direct
Preis: EUR 38,71

3.0 von 5 Sternen Gardiner und Nagano im Vergleich, 10. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Von Strawinskis Oper "The Rake's Progress" kenne ich zwei Aufnahmen:
(G) John Elliot Gardiner und das London Symphony Orchestra (1999)
(N) Kent Nagano und das Orchestre e l'Opéra de Lyon (1996).
Bei der vorliegenden Oper handelt es sich meiner Meinung nach um keine Nachahmung und Zitatensammlung berühmter Vorgänger. Selbst wenn diese Nummernoper mit Rezitativen die gleiche Orchesterbesetzung wie Mozarts "Così fan tutte" hat, ist das Werk ein echter Strawinski. Alle großen Komponisten haben von ihren Vorgängern gelernt, so auch Strawinski.

Tom Rakewell:
Ian Bostridge (G) singt diese Partie im sog. "manierierten" Stil, wie er in den Mozart-Aufnahmen der 50er-Jahre oft zu hören ist. Dabei klingt seine Stimme sehr sparsam und distanziert, und mir fehlt die Leidenschaft für diese Rolle. Ganz anders Jerry Hadley (N), der sich stimmlich und physisch aufs Äußerste einbringt, sich mit Leidenschaft mit dieser Rolle identifiziert und den ambivalenten Charakter des Tom in seine Stimmfärbung einbaut und vollkommen durchlebt. Großer Pluspunkt für (N).

Anne Trulove:
Auch bei Deborah York (G) habe ich das Gefühl, das Vibrato wird bewusst eingespart, um das romantische Klangbild durch einen altinstrumentalen Charakter zu ersetzen. Die leidenschaftliche und sprachlich gut phonetisierte Interpretation von Dawn Upshaw (N) gefällt mir persönlich wesentlich besser. Pluspunkt für (N).

Nick Shadow:
Samuel Ramey (N) hat für diese Rolle eine etwas zu tiefe und trockene Stimme. Anders dagegen Bryn Terfel (G), seine Stimme ist hell und klar und passt ausgezeichnet. Pluspunkt für (G).

Orchester:
Ohne Zweifel ist das London Symphony Orchestra (G) das bessere und motorisch perfektere Orchester. Trotzdem bekomme ich bei dieser Aufnahme den Geschmack der Studioproduktion nicht weg. Dagegen spielt das französische Orchester (N) mit viel mehr Leidenschaft und Freude. Großer Pluspunkt für (N).

Dirigenten:
Obwohl Nagano mit viel Leidenschaft, Temperament und mit einem echten Gefühl für die jeweilige Stimmungslage dirigiert, fehlt mir bisweilen etwas von dem, was bei Gustav Mahler "nicht in den Noten steht". Das sind die inneren Spannungsbögen, die sich aus der Fließbewegung der musikalischen Linien ergibt. Dadurch wirkt die Musik bisweilen etwas monoton. Bei Gardiner habe ich manchmal das Gefühl, dass er das Werk im Stil der "alten Instrumententechnik" interpretiert: wenig Vibrato und ein hohes Tempo. Das färbt sich auch auf die Sänger ab (siehe mein Kommentar oben). Und ob das dem Stück gut tut, sei dahingestellt. Denn immerhin handelt es sich um Strawinski und nicht um Mozart. Keine Pluspunkte.

Fazit:
Ich persönlich favorisiere die Nagano-Aufnahme. Bei allen Schwächen, die diese Aufnahme hat, überzeugt sie durch viel Leidenschaft, einen hohen physischen Einsatz und durch Spielfreude pur bei allen Interpreten: Sänger, Chor, Orchester und Dirigent.


The Rake's Progress
The Rake's Progress

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gardiner und Nagano im Vergleich, 10. November 2013
Rezension bezieht sich auf: The Rake's Progress (Audio CD)
Von Strawinskis Oper "The Rake's Progress" kenne ich zwei Aufnahmen:
(G) John Elliot Gardiner und das London Symphony Orchestra (1999)
(N) Kent Nagano und das Orchestre e l'Opéra de Lyon (1996).
Bei der vorliegenden Oper handelt es sich meiner Meinung nach um keine Nachahmung und Zitatensammlung berühmter Vorgänger. Selbst wenn diese Nummernoper mit Rezitativen die gleiche Orchesterbesetzung wie Mozarts "Così fan tutte" hat, ist das Werk ein echter Strawinski. Alle großen Komponisten haben von ihren Vorgängern gelernt, so auch Strawinski.

Tom Rakewell:
Ian Bostridge (G) singt diese Partie im sog. "manierierten" Stil, wie er in den Mozart-Aufnahmen der 50er-Jahre oft zu hören ist. Dabei klingt seine Stimme sehr sparsam und distanziert, und mir fehlt die Leidenschaft für diese Rolle. Ganz anders Jerry Hadley (N), der sich stimmlich und physisch aufs Äußerste einbringt, sich mit Leidenschaft mit dieser Rolle identifiziert und den ambivalenten Charakter des Tom in seine Stimmfärbung einbaut und vollkommen durchlebt. Großer Pluspunkt für (N).

Anne Trulove:
Auch bei Deborah York (G) habe ich das Gefühl, das Vibrato wird bewusst eingespart, um das romantische Klangbild durch einen altinstrumentalen Charakter zu ersetzen. Die leidenschaftliche und sprachlich gut phonetisierte Interpretation von Dawn Upshaw (N) gefällt mir persönlich wesentlich besser. Pluspunkt für (N).

Nick Shadow:
Samuel Ramey (N) hat für diese Rolle eine etwas zu tiefe und trockene Stimme. Anders dagegen Bryn Terfel (G), seine Stimme ist hell und klar und passt ausgezeichnet. Pluspunkt für (G).

Orchester:
Ohne Zweifel ist das London Symphony Orchestra (G) das bessere und motorisch perfektere Orchester. Trotzdem bekomme ich bei dieser Aufnahme den Geschmack der Studioproduktion nicht weg. Dagegen spielt das französische Orchester (N) mit viel mehr Leidenschaft und Freude. Großer Pluspunkt für (N).

Dirigenten:
Obwohl Nagano mit viel Leidenschaft, Temperament und mit einem echten Gefühl für die jeweilige Stimmungslage dirigiert, fehlt mir bisweilen etwas von dem, was bei Gustav Mahler "nicht in den Noten steht". Das sind die inneren Spannungsbögen, die sich aus der Fließbewegung der musikalischen Linien ergibt. Dadurch wirkt die Musik bisweilen etwas monoton. Bei Gardiner habe ich manchmal das Gefühl, dass er das Werk im Stil der "alten Instrumententechnik" interpretiert: wenig Vibrato und ein hohes Tempo. Das färbt sich auch auf die Sänger ab (siehe mein Kommentar oben). Und ob das dem Stück gut tut, sei dahingestellt. Denn immerhin handelt es sich um Strawinski und nicht um Mozart. Keine Pluspunkte.

Fazit:
Ich persönlich favorisiere die Nagano-Aufnahme. Bei allen Schwächen, die diese Aufnahme hat, überzeugt sie durch viel Leidenschaft, einen hohen physischen Einsatz und durch Spielfreude pur bei allen Interpreten: Sänger, Chor, Orchester und Dirigent.


Paul Lincke - Frau Luna (Gesamtaufnahme)
Paul Lincke - Frau Luna (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 14,93

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Engagiert und witzig, 3. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Beim ersten Höreindruck wirkt die Aufnahme der "Frau Luna" unter Wilhelm Stephan operettenhaft altväterlich. Nach mehrmaligem Wiederholen gewöhnt man sich an die Klangwelt von 1953 und erkennt, dass absolut engagiert und auf höchstem Niveau Musik gemacht wird. Auch die gesprochenen Dialoge sind witzig knackig und machen immer wieder Spaß. Besonders hervorzuheben ist Loni Heuser als Frau Pusebach, eine singende Schauspielerin ersten Ranges, eine echte Künstlerin.


Die Lustige Witwe-Highlights
Die Lustige Witwe-Highlights
Preis: EUR 7,65

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschöne Aufnahme, 8. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Lustige Witwe-Highlights (Audio CD)
Die Einspielung der "Lustigen Witwe" von Karajan gilt heute allgemein zwar als antiquiert, wohl hauptsächlich wegen der etwas spröden (aber doch recht witzigen) Dialogregie von August Everding, für mich ist sie in musikalischer Hinsicht aber immer noch die schönste, und zwar mit Abstand.

Zwar gibt es eine kleine Einschränkungen. Teresa Stratas (Valencienne) und vor allen Dingen Elisabeth Harwood (Hanna Glawari) haben Probleme mit der deutschen Sprache und sind schwer zu verstehen, auch wenn sie sehr sehr schöne Stimmen haben.

Werner Hollweg (Camille) ist dagegen ein echer Karajan-Sänger. Seine Textverständlichkeit ist gut und seine Stimme fügt sich perfekt in den Karajanschen Gesamtklang ein.

Überhaupt: bei Lehárs Musik kommt das Karajansche Klangbild mit den Berliner Philharmonikern so wunderbar zum Tragen wie in kaum einer anderen Einspielung. Das Pavillion-Duett glänzt nach Gold und das Velja-Lied zeigt, wie gut Karajan das Orchester zurücknehmen kann, ohne an musikalischer Gestaltungskraft zu verlieren.

Entschuldigen Sie, Herr Kollo, jetzt muß ich Sie beleidigen:
Sie sind zwar als Wagner-Sänger berühmt geworden, aber Ihre beste Rolle ist weder Tannhäuser noch Siegfried, sondern Danilo Danilowitsch. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das Lied von den Königskindern besser singen kann. Eine perfekte Mischung aus Gesang und Sprechen, dazu der charakterstarke Stimmungswechsel zwischen Verzweiflung, Wutausbruch, Zynismus und Wohlwollen, das ist einsame Klasse.

Dazu eine perfekt abgestimmte Orchesterbegleitung. Ich bekomme im zweiten Finale immer eine Gänsehaut, wenn Danilowitsch überleitet zum "Maxim"-Lied, hierbei Karajan den Viervierteltakt der Begleitung zunächst bremst und dann anzieht, um dann danach Elisabeth Harwood zu einem leidenschaftlichen Liebesbekenntnis "Allein liebt er mich, nur allein" anzuspornen. Perfekt!

Noch eine Anmerkung zur Highlight-CD:
Diese CD enthält 95% der Musik der Gesamtaufnahme, die Textdialoge wurden größtenteils weggelassen. Die restlischen 5% enthalten keine wirklich neue Musik, sondern wiederholen einiges schon Dagewesene. D.h. die Highlights sind vollkommen ausreichend, um die Musik komplett zu erfassen und einen schönen Theaterabend vorzubereiten.


Neujahrskonzert in Wien 1994
Neujahrskonzert in Wien 1994

5.0 von 5 Sternen Den Straußschen Ton getroffen, 19. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neujahrskonzert in Wien 1994 (Audio CD)
Um allen Vorurteilen gegenüber Lorin Maazel entgegenzutreten: meiner Meinung nach trifft er den Ton dieser Ur-Wiener Musik sehr gut. Er hat ein gutes Gefühl für die Rubati, für die nichtnotierten aber durchaus gewollten Portamenti, mal setzt er einen angenehmen weichen Ton an, um dann im nächsten Moment mit voller Wucht die starken Klangballungen dieses besten Orchesters der Welt mit seinem tollen Bläserklang in Szene zu setzen. Und die Wiener Philharmoniker machen mit, mit vollem Ernst, den diese heitere Musik verdient hat.

Um nur zwei Beispiele zu nennen:
(1) Strauß-Quadrillen mag ich besonders gerne. In der hier eingespielte Lieder-Quadrille zieht Maazel alle Register dieses wunderbaren Orchesters: Lautstärke, melodiöses Musizieren. Einfach fetzig!
(2) Die G'schichten aus dem Wienerwald werden hier ganz anders interpretiert als in der Studioproduktion von 1963 unter Willi Boskovsky. Interessant ist hierbei, daß beide Interpretationen funktionieren.

Fazit: man mag Karajan und Kleiber vielleicht mehr mögen, aber in den Neujahrskonzerten ist Lorin Maazel eine überzeugende Alternative, das beweisen zumindest die Konzerte von 1994 und 1996 (die anderen Maazel-Konzerte kenne ich noch nicht).


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