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Rezensionen verfasst von
Havauka (Regensburg, Germany)

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Symphony No.1 u.a.
Symphony No.1 u.a.
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 41,30

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartig und instinktiv (10 Sterne), 21. Juni 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Symphony No.1 u.a. (Audio CD)
Mit dreizehn Jahren hatte ich diese Aufnahme von Mahlers 1. Sinfonie im Schallplattenschrank meines Vaters entdeckt. In der Folgezeit hatte ich auch noch Aufnahmen von Bruno Walter, Bernstein (Studio und Life), Solti und Abbado gehört.
Als ich, über 25 Jahre später, gehört habe, daß die Barbirolli-Aufnahme von 1957 als CD neuaufgelegt wurde, habe ich nicht lange gefackelt. Mein Instinkt führte mich zu dieser Aufnnahme zurück und mein Instinkt hat Recht behalten!!
In dieser Aufnahme wird alles gemacht, wie es gemacht werden muß. Die Tempi sind genauso, wie sie sein sollen: nicht zu schnell und nicht zu langssam, nicht affektiert gedehnt in der Naturschilderung des ersten Satzes und auch nicht gehetzt im letzten Satz.
Barbirolli hatte es gar nicht nötig, in irgendeiner Weise zu übertreiben. Dafür besaß er zu viel musikalischen Instinkt, den er an den entscheidenden Stellen treffsicher einsetzte, wie kaum ein anderer Dirigent.
Da ist zum Beispiel dieser berühmte Mahlersound, den ich leider nicht beschreiben kann. Ich würde behaupten: eine Mischung aus Wiener Jahrmarktgedudel, Kletzmer und Portamento-Geschmiere.
Dieser Sound wird von vielen heutigen Dirigenten unterdrückt, ein fataler Fehler von ahnungslosen Ignoranten. Barbirolli wußte, wie er ihn erzeugte, und er setze ihn energisch und stilgerecht ein.
Am deutlichsten wird dies im G-Dur-Mittelteil des dritten Satzes (Bruder Jakob). Dieser Sordino-Part wird von den Streichern derart schwülstig vorgetragen, daß man fast an Hollywood-Filmmusik denken muß. So aber muß es hier klingen, so und nicht anders!!
Die tosenden Teile im vierten Satz werden geschickt auf die einzelnen Bläsergruppen verteilt, so daß ich zum ersten Mal eine Struktur erkennen kann. Das langsame ruhige Seitenthema atmet musikalisch einzigartig. Man hat das Gefühl, die Streicher müssen immer wieder neu nach Luft schnappen, wie ein schwer atmender Mensch nach einem anstrengenden Wettlauf. Perfekt!!
Fazit: Besser geht es nicht!! Besser ist es meiner Meining nach auch keinem anderen Dirigenten in den letzten 46 Jahren nach Entstehung dieser Aufnahme ergangen!!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 12, 2015 10:03 PM MEST


Die Zauberflöte (Gesamtaufnahme)
Die Zauberflöte (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von Civan24
Preis: EUR 20,00

23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angekommen am Ziel meiner Träume, 5. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Zauberflöte (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Das Negative dieser Aufnahme läßt sich kurz zusammenfassen: Die Einspielung ist von 1950, Mono und leidet hier und da an klanglichen Problemen. Wilma Lipp ist (nur) in der ersten der beiden Königin-der-Nacht-Arien etwas überfordert und in der Tamino-Arie "Wie stark ist nicht Dein Zauberton" fehlt dem Interpreten Anton Dermota in der Höhe die Sicherheit.
Und doch und doch und doch...
Nach mehreren vergeblichen Versuchen mit Otto Klemperer, Frerenc Fricsay und Karl Böhm bin ich der Meinung, daß ich mit dieser Aufnahme am Ziel meiner Träume angekommen bin, und das hat mehrere Gründe.
Zum einen ist da der faszinierende kammermusikalische Orchesterton, der wiederlegt, daß der sogenannte "moderne Mozartstil" erst von Harnoncourt und Gardiner erfunden wurde. Karajan hatte schon 40 Jahre vorher die Richtung vorgegeben. Allein dieser Orchesterklang rechtfertigt den Besitz dieser Einspielung!!
Die Aufnahme lebt von einer Spritzigkeit und Gesangsfreude, die nicht durch eine Betonung auf kultivierten Schönklang in ihren musikalischen Entfaltungsmöglichkeiten gehemmt wird. Die Musik als Ganzes steht im Vordergrund, das heißt die musikalische Interpretation, und nicht die sängerische Glanzleistung.
Zum Schluß noch einige Glanzpunkte dieser Aufnahme:
Wunderschön die beiden Arien des Sarastro, ausgesprochen entspannt und entspannend von Karajan begleitet. Spannend und atemberaubend der Chor der Priester "Oh Isis und Osiris". Hier zeigt Karajan das ganze Register seiner dynamischen Klangbalancefähigkeiten. Perfekt!
Und überhaupt: Karajan spart nicht mit dem Spannen von musikalischens Bögen, eine Eigenschaft, die ihn weit vor den meisten seiner taktschlagenden Kollegen auszeichnet. Ganz besonders deutlich wird dies in der wunderbaren Arie der Pamina "Ach ich fühl's."
Fazit: Ich möchte diese Aufnahme mit keiner anderen tauschen!


The Originals - Richard Wagner: Götterdämmerung (Oper) (Gesamtaufnahme) (4 CD)
The Originals - Richard Wagner: Götterdämmerung (Oper) (Gesamtaufnahme) (4 CD)
Preis: EUR 34,99

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musikarajanalisches Feuerwerk, 16. März 2003
In dieser Einspielung von 1970 entfacht Herbert von Karajan ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse, und das in einer Gesamtlänge von ca. 4 1/2 Stunden. Hierbei kommt ihm diese Oper, die eigenlich eine breitangelegte Sinfonie mit Gesangssolisten ist, großzügig entgegen. Das Orchester ist immer präsent und allgegenwärtig. In jeder sängerischen Pause läßt es sich Karajan nicht nehmen, der Musik seinen Stempel aufzudrücken. Sogar dann, wenn die Sänger an der Reihe sind, begleitet Karajan nicht, sondern musiziert gemeinsam mit ihnen, ohne sie auch nur im Geringsten zu verdecken. Das Gesamtergebnis ist überwältigend.
Vorspiel und erster Akt:
Eine derart fetzige Interpretation des Liebesduetts Brünnhilde - Siegfried und der anschließenden Siegfried-Rheinfahrt erlebt man nicht einmal im Konzertsaal. Der Treueschwur Siegfried - Gunther ist spannend und atemberaubend. Der Hagen-Monolog "Hier sitz ich am Herd" ist furchterregend. Karl Ridderbusch ist mit seinem voluminösen und resonanten Belcanto-Baß der ideale Hagen: dämonisch - der Grundbegriff des Bösen. Die Szene Brünnhilde - Waltraute ist von einer besinnlichen Ruhe, hier das Tempo wunderbar l a n g s a m, idealer geht es nicht. Im Finale des ersten Akts (Brünnhilde - Siegfried) triumphieren die Berliner Bläser mit einem harten, peitschenden Schmettern und legen auf diese Weise der Brünnhilde, aber auch dem bestürzten Zuhörer, ihr drohendes Unheil offen.
Zweiter Akt:
Geisterhaft schaurig der Dialog Alberich - Hagen, absolut beklemmend. Welcher der beiden Sänger, Zoltan Kelemen als Alberich oder Karl Ridderbusch, schwärzer und böser ist, bleibt dem Zuhörer selber überlassen. Ideal hierbei auch die Pianissimo-Begleitung des Orchesters, die es den Sängern ermöglicht, ihre Partien im Flüsterton zu hauchen, ohne daß dabei die Sprachverständlichkeit verloren geht, wiederum ein Beweis der Extraklasse Karajans.
Dritter Akt:
Erfrischend heiter und bedrohlich der Dialog Siegfried - Rheintöchter zu Beginn des dritten Akts, schmissig und locker begleitet von den Berliner Philharmonikern. Der Todesmarsch artet hier nicht zu einem Glanz-und-Gloria-Intermezzo aus, sondern wird tatsächlich als Zwischenaktmusik interpretiert, als Einleitung zur absoluten Trostlosigkeit der nachfolgenden Szene mit Gutrune, die von Gundula Janowitz und den düsteren Schattensinfonikern des Berliner Ensembles geheimnisvoll vorgetragen wird. Zum Schlußgesang der Brünnhilde, dem nachfolgenden Orchesteruntergang und der wundervollen Schlußkadenz fällt mir nur ein Gedanke ein: Schade, schade, daß der Ring-Zyklus schon zuende ist!!!


Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (ital.)
Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (ital.)
Wird angeboten von Medienvertrieb & Verlag
Preis: EUR 149,99

3 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Starke Sängerbesetzung mit einem schwachen Dirigenten, 18. Januar 2003
Zugegeben: die Rigoletto-Einspielung von Solti bietet eine starke Sängerbesetzung auf, die ihresgleichen sucht. Reicht dies für eine gute Opern-Aufnahme aus? Mitnichten.

Ich finde die orchestrale Interpretation von Georg Solti schwach und langweilig. Natürlich spielt Solti piano, wo in der Partitur piano steht, und forte dort, wo forte steht. Aber dies genügt bei weitem nicht, um Musik lebendig und interessant zu gestalten.

Würde man einen Computer, der den Klang eines Orchesters durch Eingabe einer Partitur originalgetreu nachempfindet, mit der Rigoletto-Partitur füttern, er würde die Musik nicht besser, aber auch nicht schlechter interpretieren wie Solti in dieser Aufnahme.

Bei dieser Gelegenheit fällt mir der Spruch Gustav Mahlers ein: "Das wichtigste einer Partitur steht nicht in den Noten." Jede Musik, auch diejenige des Rigoletto, enthält soviel Eigendynamik, daß sie nicht mit allen möglichen Akzentuierungszeichen versehen werden muß, um darzulegen, wie sie betont oder nicht betont werden muß. Ein einfaches Beispiel: ansteigende Melodien werden in ihrem Verlauf immer lauter, absteigende immer leiser. Das lernt jeder Musikschüler in der Pubertät, wenn er einen guten Lehrer hat. Warum weiß dies Georg Solti nicht?

Wer einen musikalisch hervorragenden Rigoletto hören will und bereit ist, im sängerischen Bereich leichte Abstriche zu machen, dem sei die Aufnahme von Giuseppe Sinopoli ans Herz gelegt. Ein musikalischer Ohrenschmaus vom Feinsten!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 2, 2015 6:13 PM CET


Mazurkas / Ballade 1 / Scherzo 2
Mazurkas / Ballade 1 / Scherzo 2
Preis: EUR 16,34

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker, 17. Januar 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mazurkas / Ballade 1 / Scherzo 2 (Audio CD)
Das sind 50 Minuten zum Verlieben:
Musikauswahl toll, Klang (Anschlagstechnik) wunderbar, Interpretation genial, kurz: alles paßt.
Das fängt schon bei der ersten Mazurka an und hört bei der letzten der 10 Klavierstücke auf.
Und danach geht es eigentlich erst richtig los.
Das cis-moll-Prelude op.45 - ein wahres Klanggedicht. Ich habe dieses Stück schon von vielen anderen Pianisten gehört, richtig begriffen habe ich es erst unter den Händen von ABM.
Die g-moll-Ballade op.23 - einfach wunderbar, wie ABM das zweite Thema in B-Dur vorstellt, ergreiffend, wie es im strahlenden E-Dur unter den Fingern von ABM hervorquillt, affengeil, wie die Schlußcoda im königlichem g-moll vulkanartig ausbricht- besser geht es nicht.
Ich übertreibe nicht, wenn ich beim b-moll-Scherzo in den gleichen Superlativen verharre. Die Lauf-Begleitung der linken Hand im zweiten Thema (Ges-Dur) hat etwas meditativ beruhigendes, wunderbar absonderlich der Mittelteil, virtuos aber interpretationsstark die Schlußcoda.
Während der gesamten CD habe ich das Gefühl, ABM spielt auf einem Engelsflügel mit Goldtasten. Ich verschenke sie nur zu ganz besonderen Anlässen.


The Originals - Wagner (Siegfried)
The Originals - Wagner (Siegfried)
Preis: EUR 34,99

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berauschender Power-Siegfried, 12. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Wagner (Siegfried) (Audio CD)
In dieser Einspielung von 1969 ist es Karajan meisterhaft gelungen, eine Spannung aufrechtzuerhalten, die nicht selbstverständlich für diese Oper ist, zumal Wagner in diesem Werk zwar das musikdramatische Konzept Monteverdis perfektioniert hat, dadurch aber wenig Spielraum für Arien und eingängige Melodien ließ.
Diese Spannung wird eindrucksvoll durch eine wunderbare klanglich ausbalanzierte und musikalisch perfekt ausgefeilte Orchesterbegleitung erreicht. Als beindruckende Beispiele seien hier das erste Duett Siegfried - Mime zu Beginn der Oper, ein wunderbar musizierter Dialog, und natürlich das berauschende Finale Siegfried - Brünnhilde genannt. Letzteres versetzt mich immer wieder in passive, aber glückliche Komazustände.
Die Sänger sind hervorrangend, Jess Thomas als jugendlich strahlender Heldentenor wohl DER Siegfried schlechthin, bärenstark Thomas Stewart als kräftiger und schönsingender Wanderer, Helga Dernesch für mich DIE ideale Brünnhilde, ausdrucksstark aber nicht röhrend und - natürlich nicht zu vergessen - Gerhard Stolze wieder in einer seiner Glanzpartien als listiger, lügender, brutaler aber auch Mitleid erregender Mime.
Man muß diese Oper nicht unbedingt im Theater sehen. Im Theater erlebt man oft seine Enttäuschungen: oft sind die Sänger überfordert und die Handlung gibt auch nicht viel her. Es ist ein allerdings ein MUSS, diese Power-Aufnahme zu besitzen und zuhause zu geniessen.


Neujahrskonzert in Wien 1989
Neujahrskonzert in Wien 1989
Preis: EUR 7,99

32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker, 2. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Neujahrskonzert in Wien 1989 (Audio CD)
Wenn es mir schlecht geht, höre ich mir das Neujahrskonzert von 1989 an. Danach geht es mir wieder gut.
Wie funktioniert das? Dafür gibt es verschiedene Gründe:
(A) Carlos Kleiber ist für mich DER Strauß-Dirigent schlechthin. Er atmet mit diesen schwer zu interpretierenden Komponisten (Johann und Josef), dh. er schafft es, ihre anscheinend so triviale Musik derart umzusetzen, daß die Genialität offensichtlich wird.
(B) Das Programm ist groß angelegt und abwechselungsreich. Walzer wechseln sich mit Polkas, Overtüren und Csardas ab und geben ein breites Spektrum dieser vielseitigen Musik, die wie ähnlich bei Mozart alle Facetten des menschlichen Lebens wiederspiegelt, ab.
(C) Kleiber hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, die absoluten Knaller mit in sein Programm aufzunehmen, angefangen mit den sehr knackigen "Accelerationen" bis hin zum "Künstlerleben" und zu den "Frühlingsstimmen".
Bei der "Bauern-Polka" möchte ich am liebsten zusammen mit dem Wienerphilharmonischen Männergesangsverein "mitlallen". (Zum Verständnis: Es gibt hier Passagen, wo die Philharmoniker tatsächlich singen müssen!) Gerade bei diesem Stück, genau wie bei den beiden Zugaben "Plappermäulchen" und "Jokey-Polka" von Josef Strauß, zeigt Carlos Kleiber seine Extraklasse. Diese Stücke sind einfach angelegt und überzeugen durch eine schmetternde Interpretation, so daß einem nur noch das Wort "Genial" von den Lippen kommt.
Im Stück "Bei uns z'Haus" schafft es Kleiber faszinierend, eine Wiener Heurigenathmosphäre zu schaffen, die heute kaum noch ein anderer Dirigent erreicht. Das Leiern ("G'Schlamperte") der Violinen in der Schlußcoda erinnert mich immer wieder an die Fiakerlieder, das wienerische Volksmusikgut und an die stark folkloristisch angelegte Wiener Filmmusik in den Hans-Moser-Filmen. Perfekt!
Nicht zu vergessen die "Pizzicato-Polka", die ich nirgendwoanders so schön interpretiert gehört habe wie auf dieser Aufnahme, und den "Ritter Patzman", ein Wahnsinns-Csardas, der zeigt, daß der Csardas als musikalische Form ein Herzstück in der Musik von Johann Strauß gewesen ist. (Als Beispiel auch der berühmte Csardas in der Flederamaus.)
Das Neujahrskonzert ist das berühmteste Klassik-Konzert der Welt.
Nur die besten Dirigenten sollten dieses Ereignis mit diesem wunderbaren Orchester dirigieren dürfen, quasi als Auszeichnung für ihre Leistungen. Für mich gehört ein Dirigent zu den Besten, wenn er in der Lage ist, die Musik der Strauß-Brüder richtig umzusetzen, die leicht ist, wenn man sie schlecht spielt, und nahezu unspielbar, wenn man sie gut macht. Im Moment scheint mir Carlos Kleiber der einzige Dirigent zu sein, der in der Lage ist, das Geniale in den Strauß-Werken nach außen sichtbar zu machen.
Wer vom Neujahrskonzert von 1989 nicht genug bekommt, der sollte sich unbedingt das Neujahrskonzert von 1992, natürlich mit Carlos Kleiber, kaufen. Ein wunderbares Konzert! Es gibt sogar beide Aufnahmen im Doppelpack.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 20, 2013 7:06 PM MEST


The Originals - Das Rheingold (Gesamtaufnahme)
The Originals - Das Rheingold (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 22,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rhein-Goldmedaille für Karajan und Gerhard Stolze, 27. Oktober 2002
Es gibt viele Operneinspielungen, bei denen "Hervorragende Aufnahme" gleichzusetzen ist mit "Hervorragende Sängerbesetzung". Wie meistens bei Karajan, bedeutet "Hervorragende Aufnahme " in diesem Falle auch "Hervorragende Musik". Das ist ein großer Unterschied!
Dabei ist die Sängerbesetzung wirklich großartig, angefangen von den großen Rollen Wotan (D.Fischer-Dieskau) und Alberich (Zoltan Kelemen) über Fricka (Josephine Veasey) bis hin zu den kleinen Partien, wie z.B. Mime (Erwin Wohlfahrt) und den Rheintöchtern.
Am meisten beeindruckt mich trotzalledem Gerhard Stolze. Seit über 20 Jahren fasziniert es mich, wie er seinem lügenden Loge-Tenor eine stark konzentrierte Farbe eines heuchelnden, falschspielenden Mephisto beimischt. Superklasse!
Nicht zu vergessen natürlich Herbert von Karajan und die Berliner Philharmoniker.
Das Erscheinen des Rheingolds in der ersten Szene der Oper, von den Streichern und von der Harfe glaskar vorgetragen, dazu die Bläser mit dem Rheingold-Thema und das herrliche "Rheingold"-Terzett im Anschluß daran schießen mir immer wieder das kochende Blut in die Gänsehaut. Die gesamte Szene sowie das folgende Orchesterzwischenspiel, das in die Götterszene überleitet, ist eine wahre Wucht.
Und überhaupt: Karajan interpretiert mit Sängern und Orchester diese Musik konzentriert und streng nach dem Motto Gustav Mahlers: "Das Wichtigste steht nicht in den Noten." Wunderbar!


The Originals - Wagner (Die Walküre)
The Originals - Wagner (Die Walküre)
Preis: EUR 33,99

22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plädoyer für Karajan's Walküre, 12. Oktober 2002
Bei dieser Aufnahme handelt es sich in erster Linie um Karajan's Walküre. In zweiter Instanz sind die Sänger von Bedeutung. Dies hat den Vorteil, daß die bezaubernde Musik von Wagner im Vordergrund steht.
Hervorzuheben bei den Sängern ist Jon Vickers, dessen etwas knödeliger Tenor sehr gut zu der Rolle des frustrierten und von der Welt mit Füßen getretenen Siegmund paßt. Wunderbar die Erzählung "Friedmund darf ich nicht heißen" im ersten Akt. Nicht zu vergessen Gundula Janowitz als seine Schwester Sieglinde. Bei ihrer glockenreinen Stimme muß ich immer an Gold denken.
Regine Crespin hat bei weitem nicht die Klangfülle einer Martha Mödl. Dennoch verleiht ihr schlanker Ton der Partie der Brünnhilde eine jugendliche Frische und paßt ausgezeichnet in das Karajan'sche Klangbild hinein.
Wohl mit Absicht hat Karajan gerade Thomas Stewart zu seinem Wotan erwählt. Vermutlich wollte er keine "brüllende Röhre", sondern einen singenden Musiker, der eine gute Aussprache hat, sich an seinen musikalischen Stil anpassen kann und noch dazu in der Lage ist, Wotan's Abschied im dritten Akt (und überhaupt) schön zu singen.
Wie bereits oben erwähnt, der Hauptdarsteller dieser Aufnahme ist und bleibt Karajan. Beeindruckend, wie er es schafft, die Orchesterbegleitung in Siegmunds "Winterstürme" derart zurückzunehmen, daß man den Eindruck gewinnt, Jon Vickers schwimmt in einem ruhigen musikalischen Fluß oder liegt auf einem musikalischen Klangteppich, der so transparent ist, daß man durchgucken kann.
Die etwas spröde Wotanerzählung im zweiten Akt wird dank des wuchtigen Bläserensemble der Berliner Philharmoniker zu einem Musikdrama der Extraklasse. Dieses Bläserensemble vermittelt in der Todesverkündung des zweiten Akts einen wunderbaren Choralsound, der verdeutlicht, mit welcher Genialität es Wagner verstand, diese spirituelle Szene in ein romantisches Choralgewand einzukleiden.
Der absolute Höhepunkt Karajan'schen Könnens manifestiert sich am Ende der Oper. Mit einer "gewaltlosen und kontrollierten Wucht" leitet er den Schlußmonolog des Wotan ein, affengeil, wie die Blechbläser das Abschiedsthema schmettern. Der Feuerzauber ist ein wahres Klanggedicht. Ich habe mir die Schlußszene schon mindestens 50 mal angehört und kann den Kanal nicht voll bekommen.


The Originals - Wagner (Der Ring des Nibelungen)
The Originals - Wagner (Der Ring des Nibelungen)
Preis: EUR 87,99

79 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine 20 Jahre alte Liebe oder Bekenntisse eines Süchtigen, 11. September 2002
Gerne erinnere ich mich an die Zeit, in der ich mit 16 Jahren am hellen Tag die Rolladen herunterzog, das Licht ausschaltete, mit Hilfe der Taschenlampe den Schallplattenspieler bediente und das Bett aufsuchte, die Taschenlampe wieder ausknipste und die Kopfhörer aufsetzte, um mir damit in der verdunkelten Horizontallage Karajans Power-Ring "reinzuziehen".
Wie hatten mich damals das herrliche Orchester und die transparente Ausgewogenheit des Gesamtklangs fasziniert!
In welche Suchtzustände hatte mich damals die tolle Musik versetzt!
Heute über 20 Jahren später, habe ich mir die gleiche Aufnahme als CD-Set gekauft. Das Ergebnis: die alte Liebe ist wiedergekehrt! Ich bin seitdem wieder Wagner-süchtig!
Um Unterschied zu früher ist mir heute allerdings klar, daß das Herausragende an dieser Aufnahme im Faszinosum Karajan zu finden ist.
Schon allein die Tatsache, daß er auf fast alle berühmten "Wagner-Kanonen" (so wie Karajan sie selber nannte) der damaligen Zeit verzichtet hat, um mit einer "anderen" Sängergeneration diese Musik neu zu interpretieren, ist beeindruckend.
Zusammenfassend kann man zu dieser Aufnahme folgendes sagen:
(1) Im Vordergrund steht die Musik und ihre Gestaltungsmöglichkeit, und nicht der Sänger.
(2) Karajan hat mit Sänger zusammengearbeitet, die er nicht "begleiten" mußte, sondern mit denen er gemeinsam Musik gestalten konnte.
(3) Diese Sänger haben nicht immer den Tonumfang, den man damals wie heute von einem gestandenen Wagner-Sänger erwartet. Trotzdem zeichnen sich alle Sänger durchwegs durch eine starke Musikalität aus, die sich durch eine deutliche Sprachgestaltung und eine hervorrangende Anpassung an den musikalischen Fluß definiert.
(4) Man muß dieser Aufnahme die Chance geben, sich an sie durch mehrmaliges Hören zu gewöhnen. Vieles klingt auf dem ersten Blick fremd, was sich dann aber durch öfteres Wiederholen in mehr als Wohlgefallen auflöst.
Ich empfehle, den Hörgenuß nicht aktweise, sondern in Szenen innerhalb der Akte aufzuteilen. Spätestens nach dreimaligem Repetieren stellt sich dann ein Rauschzustand ein, der durch keine Entziehungskur geheilt werden kann.
(5) Ich möchte diese Aufnahme mit keiner anderen tauschen. Herr Doktor, sie können mich jetzt therapieren! Aber ich versichere Sie, ich bin unheilbar.


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