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Nichtraucher "Nichtraucher" (Hamburg)

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Das Rachespiel: Psychothriller
Das Rachespiel: Psychothriller
von Arno Strobel
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

10 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste Strobel....., 31. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Rachespiel: Psychothriller (Taschenbuch)
Dieser Thriller ist ohne Frage Arno Strobels bestes Buch. Nicht nur inhaltlich sondern auch stilistisch. Es ist eines dieser Bücher die man nicht eher zur Seite legen kann, bis auch der letzte Satz gelesen ist.
Der Autor macht das Dunkle in den Menschen sichtbar, es geht um Schuld und um das Umgehen mit dieser Schuld. Es geht um Menschen die sich irgendwann ihrer Vergangenheit stellen müssen. Und das alles schildert der Autor sehr plastisch, sehr authentisch und als Leser staunt man über den Ideenreichtum der in diesem Buch zu finden ist. Und man fragt sich natürlich auch: Möchte man diesem Autor im Dunkeln begegnen, diesen Mann mit dieser unglaublich morbiden Phantasie? Diesem Mann der es schafft die offenen und verborgenen Ängste der Menschen zu beschreiben.
Mit diesem Buch hat sich Arno Strobel endgültig in die Spitzengruppe der deutschen Thrillerautoren geschrieben. Und ein Platz auf dem Treppchen ist ihm in jedem Falle sicher.
Mich hat dieses Buch wirklich begeistert. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Schluss wie die Faust aufs Auge zu dieser Geschichte passt, da wurde nicht irgendetwas hastig auf die letzten Seiten gepackt was im Hinblick zur vorherigen Geschichte abfällt - nein, der Schluss kommt krachend und beeindruckend daher. Und er passt einfach zu diesem Thriller.
Nimmt man dieses Buch zur Hand, dann muss man nicht befürchten einen Missgriff zu tun. Ganz im Gegenteil. Und man freut sich schon auf den nächsten Strobel-Thriller.
Fazit: Ein sehr lesenswerter Thriller, in meinen Augen das beste Buch das Arno Strobel bisher geschrieben hat.


Commissaire Mazan und die Erben des Marquis: Kriminalroman (Knaur HC)
Commissaire Mazan und die Erben des Marquis: Kriminalroman (Knaur HC)
von Jean Bagnol
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das etwas andere Ermittlerduo...., 7. Oktober 2013
Nun weiß ich es auch. Katzen verstehen was die Menschen sagen. Wer dieser Aussage skeptisch gegenüber steht, der lese einfach diesen Kriminalroman von Jean Bagnol und er wird mir dann ganz sicher beipflichten.
Die von Jean Bagnol erzählte Geschichte spielt sich auf zwei Erzählebenen ab. Da ist einmal die ganz normale menschliche Ebene und zum anderen aber auch die Katzen-Erzählebene. Beides passt, auch wenn es völlig unterschiedliche Ebenen sind, milimetergenau zusammen. Da fließt ineinander was dann gemischt einen wunderbaren Krimi-Cocktail abgibt.
Auch wenn er aus verständlichen Gründen nicht selbst auftritt, so ist der Marquis de Sade in gewisser Weise immer präsent, ohne sich dabei aufzudrängen oder in den Vordergrund zu spielen. Der Marquis scheint eher ein Freund der leiseren Töne zu sein - oder vielleicht hat er das ja auch vom Autor eingefordert, dieses Nicht lärmend draufhauen" - wer weiß?
Die handelnden Personen in dieser Geschichte wirken authentisch und scheinen dem Autor irgendwie ans Herz gewachsen zu sein. Mit leichter und freundlicher Hand werden Protagonisten in die Handlungsstränge der erzählten Geschichte geschickt. Aber man merkt auch sehr deutlich, wenn der Autor meint sie einfach auch mal an die kurze Leine nehmen zu müssen. Hier finden wir fast eine perfekte Mischung des freundlichen aber bestimmten leben und leben lassen".
Die Schilderung der erotischen Szenen ist - ohne Übertreibung - wirklich überzeugend und großartig gelungen. Die Beschreibungen wirken an-, er- und aufregend. Nicht schlüpfrig oder schmierig - sondern einfach nur realistisch ins echte Leben passend. Die Dinge werden konkret beim Namen genannt, blumige Nervphrasen werden vermieden. Da passt einfach alles.
Dieser Krimi bietet wunderbare und spannende Unterhaltung und wenn man die letzte Seite gelesen hat, dann bleibt die Hoffnung, dass der Commissaire Mazan nicht in seinem letzten Fall ermittelt.
Und noch eines soll nicht unerwähnt bleiben. Dieser Krimi setzt sich auch mit dem Anderssein" auseinander, mit Diskriminierungen, mit dem alltäglichen Rassismus - aber auch mit der Arroganz der Besitzenden (die oftmals aber nur unglaublich arm sind).
Nachdenkenswert der Satz auf Seite 179 dieses Buches:
Für einen Moment durchfuhr Zadira der irrwitzige Gedanke, dass Menschen einander vielleicht retten könnten, wenn sie sich nur mehr füreinander interessierten."
Wie wahr......
Ob Katzen uns Menschen wirklich verstehen???? Diese Frage geht mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf.


Im Dunkel der Schuld: Psychothriller
Im Dunkel der Schuld: Psychothriller
von Rita Hampp
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Thriller-Unterhaltung, 10. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im Dunkel der Schuld" macht dem Genre Psychothriller" alle Ehre. Allerdings wird man sich als Leser resp. als Leserin darauf einstellen müssen, dass die Lektüre dieses Buches zu erheblichen Verspannungen der Rückenmuskulatur führen kann, auch tiefe Ringe unter den Augen und ein erhebliches Schlafdefizit gehen mit dem Lesen des Buches einher. Denn es ist eines dieser Bücher, die man nicht mehr aus der Hand legen - wenn man sie dann einmal zur Hand genommen hat.

Worum geht es nun in diesem Thriller?
Da ist Ebba, eigentlich Elisabetha, die Inhaberin einer renommierten Galerie in Baden-Baden. Sie und ihre Geschwister wurden in der Kindheit von dem sadistischen Vater tyranisiert. Erst als er bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, schienen sich für die Geschwister und auch für die Mutter die Dinge zu normalisieren. Aber haben sie das wirklich?

Doch dann wird die Familie von der Vergangenheit eingeholt. Georg, Ebbas Bruder stirbt, wenn man den offiziellen Angaben glauben darf, an einem Herzinfarkt. Aber war es wirklich nur ein Herzinfarkt oder steckt mehr dahinter? Ebbas Leben gerät aus den Fugen als sich Dinge in ihrem Umfeld ereignen, die sie an sich selbst zweifeln lassen. Gibt es sie wirklich, die Dämonen ihrer Kindheit? Sind diese Dämonen plötzlich zum Leben erweckt worden? Und wem kann sie eigentlich noch vertrauen?

Mehr sei an dieser Stelle vom Inhalt nicht verraten. Um mehr über die erzählte Geschichte zu erfahren, muss man seine Nase schon in dieses Buch stecken - und es sei an dieser Stelle versichert, dass es ein sehr lohnendes Stecken" ist.

Die Autorin schafft es, den Spannungsbogen über die gesamte Geschichte hin aufrechtzuerhalten, wobei sie sogar das Kunststück fertigbringt, diesen Spannungsbogen immer noch und immer noch ein wenig weiter auszudehnen. Sie hat es wahrlich drauf, die liebe Rita Hampp. Sie kann nicht nur erzählen, nein, sie kann auch sehr spannend erzählen. Und so kann ich mir nur sehr schwerlich vorstellen, dass jemand bei diesem Buch vor seinem Ende von der Fahne geht. Die erzählte Geschichte ist in sich stimmig und enthält nach meinem Dafürhalten keine Logikfehler. Es macht einfach Freude sich für einige Stunden diesem Thriller hinzugeben - denn was Rita Hampp hier aufgeschrieben hat, ist beste Thrillerunterhaltung. Hervorzuheben ist auch, wie die Autorin es schafft, mit Worten Stimmungen und eine ganz besondere Atmosphäre zu beschreiben. Das ist wirklich sehr bemerkenswert.

Ihr Schreibstil ist - aber das weiß man auch schon von ihren anderen Büchern - rund und fließend. Und auch dieses Buch liest sich insofern sehr angenehm und man muss sich als Leser nicht über irgendwelche Holpereien und Stolpereien in Bezug auf die deutsche Sprache ärgern.

Die handelnden Personen wirken authentisch. Die Darstellung ihrer psychischen Probleme ist sehr anschaulich gelungen und man kann sicher sein, dass die Autorin hier sehr intensiv recherchiert hat. Die Abgründe menschlichen Handelns werden ohne Schönfärberei beschrieben. Auch wenn die erzählte Geschichte eine Fiktion ist, so wirkt sie doch realistisch. Und vielleicht sei an dieser Stelle der Rat erlaubt, sich bei den eigenen Verwandten einfach mal ein wenig genauer umzuschauen - denn man weiß ja nie......

Fazit: Dieser Psychothriller hat mich wirklich gut unterhalten. Es hat einfach Freude gemacht ihn zu lesen. Beste Thrillerunterhaltung, abgeliefert von einer Autorin, die ihr Handwerk wirklich ausgezeichnet beherrscht.
Und es bleibt die Frage: Wann gibt es den nächsten Rita-Hampp-Thriller?


Jage zwei Tiger: Roman
Jage zwei Tiger: Roman
von Helene Hegemann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

8 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sie kann schreiben, die Hegemann...., 2. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Jage zwei Tiger: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wahrscheinlich werden die Leute, die dieses Buch nicht gelesen haben, sich am meisten eben über diesen Roman von Helene Hegemann aufregen. Ist diese Hegemann doch der personifizierte Betrug der deutschen Literaturszene, eine Abschreiberin der unsäglichsten Art. Und was interessiert da schon das Buch das diese (falsche Schlange) Hegemann da nun unter die Leute gebracht hat. Wegsperren hätte man sie müssen, diese Hegemann, diese falsche Schlange (sorry, sagte ich ja schon....).

Und was interessiert auch das Buch, wenn man so herrlich über dessen Autorin herziehen kann, sie niederschreiben kann. Und lesen müsse man das Buch natürlich schon gar nicht wenn man sich darüber eine Meinung bilden wolle. Denn viele dieser Leute wissen eben auch, dass die eigenen intellektuellen Fähigkeiten kaum dazu ausreichen die Artikel in der BILD auch nur ansatzweise zu begreifen. Aber trotzdem kann man ja mit draufhauen - trifft ja schließlich diese Hegemann.

Helene Hegemann gibt die Antwort auf die Zweifler, Neider, Beleidiger, Ignoranten, die Hegemann-aus-Prinzip-schon-Hasser, die Ich-habe-das-Buch-nicht-gelesen-habe-aber-trotzdem-eine-Meinung-dazu-Knall
tüten" auf 315 sehr lesenswerten Seiten.

Helene Hegemann ist gerade einmal 21 Jahre jung, schreibt aber kraftvoll und gekonnt wie eine Autorin, die zum einen mehr Lebensjahre auf den Buckel hat und die mehr als nur einen Roman veröffentlicht hat. Hegemann schreibt aber auch unbekümmert, grinst dem eingefahrenen Literaturbetrieb frech ins Gesicht, ohne es dabei aber an Respekt mangeln zu lassen. Man kann sagen was man will: Diese Helene Hegemann ist ein großes literarisches Talent. Und sie hat es verdient, dass man ihr Buch wirklich und aufmerksam liest, bevor man meint eine Meinung darüber äußern zu müssen.

Beeindruckend ist ihr Wortwitz, wobei sie manchmal diesen auch ein wenig selbstverliebt übertreibt, in der Summe aber schafft sie es hier ein Ausrufezeichen zu setzen. Sie formuliert zudem in wunderbaren, manchmal verschachtelten, Sätzen, die es schaffen, den Leser wirklich bei der Stange zu halten. Und mit diesem Buch tritt Helene Hegemann auch den klaren Beweis an, dass sie schreiben kann. Beeindruckend ist eben auch, dass sie ihr schriftstellerisches Pulver nicht schon auf den ersten Seiten verschießt, eher das Gegenteil ist der Fall: Sie steigert sich im Laufe des Fortgangs der Geschichte.

Natürlich ist dieses Buch nicht perfekt. Aber welches Buch ist das schon? An einigen Stellen, bei einigen Szenen, da will die Autorin einfach zu viel. Da wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Da wirkt die Coolness aufgesetzt, da übertreibt sie es mit ihrer Fabulierkunst - manchmal muss man sich als Autor wohl auch zurücknehmen. Aber alles das kann einer Autorin nachgesehen werden, die erst am Anfang ihrer schriftstellerischen Laufbahn steht und die hoffentlich auf diesem Weg weitergeht, den sie mit diesem Buch eingeschlagen hat. Es wird aber sicher nicht leicht für sie werden, dass Niveau und die Unbekümmertheit dieses Romans zu halten.

Ich habe dieses Buch mit großer Freude (fast schon Begeisterung) gelesen, habe mich keinen Deut um meine bestehenden (nun aber ausgeräumten) Vorurteile geschert und bin sehr gut damit gefahren. Und so habe ich eine Autorin (neu?) kennengelernt, die ihren Kritiker mit der besten aller Möglichkeiten geantwortet hat: Sie hat ein rundherum gutes Buch geschrieben.

Natürlich werden die Feuilleton-Schwätzer und die Gilde der Literaturkritik-Schmierfinken weiterhin auf sie einprügeln, aber das sind dann wirkungslose Treffer auf die Deckung, keine schmerzhaften Körpertreffer. In diesem Fight hat eindeutige Helene Hegemann gejabt und es sind viele Kritiker die wohl nun angezählt werden. Ist aber nicht schade um diese.

Fazit: Ein lesenswertes Buch, unbekümmert und manchmal auch waghalsig - aber immer wieder in die Spur zurückfindend. Die Hegemann die hat es drauf, die kann wirklich schreiben. Wurde auch Zeit das der Raum mit dem literarischen Mief mal gelüftet wurde. Helene Hegemann hat ihren Teil dazu beigetragen und schon mal das erste - von leider vielen Fenster - zum Lüften geöffnet.
Kommentar Kommentare (28) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 7, 2014 7:53 AM CET


Dein totes Mädchen: Roman
Dein totes Mädchen: Roman
von Alex Berg
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alex Berg - mehr als eine Thrillerautorin....., 26. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Dein totes Mädchen: Roman (Taschenbuch)
Eigentlich ist das alltägliche Leben die reine Normalität; trotzdem aber beschäftigen wir uns intensiv damit, interpretieren, versuchen zu verstehen, verzweifeln an dem was man Leben nennt, rennen gegen Wände die oftmals gar nicht vorhanden sind - schreiben und lesen darüber.

Und sehr oft wird dieses normale" Leben in Büchern beschrieben, die uns nicht wieder loslassen, die zu mehr werden können als zu einem ganz x-beliebigen Buch. Es sind diese Bücher in denen wir als Leser selbst ein wenig leben, wo wir gedanklich zum Teil der Geschichte werden. Wo wir uns mit den handelnden Personen identifizieren, wo wir uns in sie hineinversetzen, wo wir versuchen ihr erzähltes Leben ein klein wenig mit zu leben - als sei es das unsere Leben - wo wir versuchen ein Teil der Geschichte, ein Teil des Buches zu werden.

Und eine solche Geschichte hat Alex Berg geschrieben.

Caroline verliert ihre Tochter Lianne durch einen Unfall. 27 Jahre alt war Lianne gerade alt gewesen als sie aus dem Leben gerissen wurde. Für Caroline bricht nicht nur eine Welt zusammen. Caroline flieht vor ihrer Trauer in die schwedischen Wälder. Dort hatte ihre Familie an einem See ein Haus. Aber sie weiß auch, dass sie vor ihrer Trauer nicht davonlaufen kann. Und dann taucht Kriminalkommissar Ulf Svensson auf, er war in jungen Jahren ihre große Liebe. Die Erinnerungen kommen über sie wie eine gewaltige Lawine.

Und doch ist da noch etwas anderes. Svensson scheint einen furchtbaren Verdacht zu haben.

Mehr soll zum Inhalt dieses Buch an dieser Stelle auch nicht verraten werden.

Es fällt nicht leicht die Meinung die ich zu diesem Buch habe in Worte zu fassen; zu sehr hat mich dieses Buch nachdenklich zurückgelassen. Selten wohl habe ich eine so eingehende Beschreibung menschlichen Verhaltens gelesen. Die handelnden Personen in dieser Geschichte wirken unglaublich real und man kommt ihnen als Leser fast distanzlos nah - als würde man sie schon ewig kennen, als sei man ihnen früher schon begegnet.

Es ist aber auch ein Buch über Schuld, über vergangene und gegenwärtige Schuld. Und man sieht sich als Leser vor die Frage gestellt: Wer will beurteilen ob jemand schuldig geworden ist? Schuld ist rechtlich messbar - aber ist sie es auch in moralischer Hinsicht? Welche Moral zählt hier? Ist Schuld teilbar? Und kann jemand schuldig werden auch wenn er nicht beteiligt war? Und was ist dabei Gerechtigkeit? Wo beginnt sie - wo endet sie? Ein Buch auch über menschliche Verstrickungen, über zutiefst menschliches Verhalten - Verhalten, bei dem in der Regel immer jemand auf der Strecke bleibt.

Das alles wird in einer fast schon beängstigenden Intensität geschildert. Ein Buch - würde man es jetzt pathetisch sagen - mit dem Herzblut der Autorin geschrieben wurde. Ein solches Buch schreibt sich nicht so einfach mal ebenso - da geht man auch als Autor sicher an seine Grenzen, ist vielleicht sogar versucht, das Projekt beiseitezuschieben, es nicht zu vollenden - kann sich dann aber doch nicht lösen. Vielleicht geht es der Autorin ja auch wie sicher einigen Lesern: Wenn die letzte Seite gelesen ist, wenn das Buch zugeklappt wird, dann bleibt eine gewisse Leere zurück - dann fällt es schwer sofort zum nächsten Buch zu greifen.

Dieses Buch von Alex Berg ist ein Buch das nahe geht, das dabei aber auch sehr realistisch ist, sich eben nicht in nebulösen Sentimentalitäten verrennt. Ein Buch nicht für die Tränendrüsen geschrieben, auch wenn es ganz sicher bei dem einen oder anderen Tränendrüsenreaktion hervorruft.

Der Schluss dieses Buches hätte übrigens nicht anders geschrieben werden können. Jeder andere Schluss hätte nicht gepasst. Gerade auch dafür ist der Autorin ein ganz großes Kompliment zu machen.

Mit diesem Buch hat Alex Berg den Nachweis angetreten, dass sie nicht nur eine sehr gute Thriller-Autorin ist, sondern darüberhinaus auch eine bemerkenswerte Erzählerin. Eine Autorin die wirklich etwas zu sagen hat und die bezüglich ihrer Vielseitigkeit imponiert.


Geheimbund Omega
Geheimbund Omega

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine beklemmende Vision, 27. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Geheimbund Omega (Kindle Edition)
Unsere Demokratie ist bedrohter als wir glauben."

Dieser Satz transportiert die wichtigste Aussage dieses Buches. Der Autor macht deutlich, dass die Demokratie in diesem Land von vielen Seiten her bedroht ist, das sie an einigen Ecken dabei sogar schon ziemlich angestoßen ist. Noch können die Beschädigungen einigermaßen geflickt werden - aber irgendwann kann es passieren, dass der Schaden nicht mehr repariert werden kann. Kai Beisswenger macht aber auch deutlich, dass wir sehenden Auges langsam aber sicher in dieses Szenario (oder muss man besser Katastrophe" sagen?) gehen.

Die Visionen in diesem Buch sind erschreckend, aber das wirklich Erschreckende daran ist, dass diese Visionen sehr realistisch geschildert werden, dass man sich als Leser sehr gut vorstellen kann, so könnte es wirklich kommen, oder sogar, so könnte es wirklich schon sein.

Das was Kai Beisswenger erzählt ist mehr, als die einem Schriftstellergehirn entsprungene Phantasie, vielmehr könnte man dieses Buch als eine beklemmende, realistische Zukunftsvision" bezeichnen.

Der Autor ist kein Freund vieler Worte. Überflüssiges sucht man bei ihm vergeblich. Er erzählt in einer Sprache die man vielleicht als leicht kühlen Realismus" bezeichnen könnte. Blumige - und daher zumeist überflüssige - Ausschmückungen findet man in diesem Buch nicht. Die handelnden Personen wirken authentisch, halten sich nicht an irgendwelchen hinreichend bekannten Klischees fest. Es sind Menschen die mit etwas konfrontiert werden, was ihre vormals wahrscheinlich heile Welt ein wenig aus dem Ruder laufen lässt. Und es ist eben auch diese gewisse erzählerische Kühle" die diese erzählte Geschichte, diese Vision (ist es wirklich nur eine Vision?) zu etwas macht, was sich nicht dem üblichen Science-Fiction-Mainstream zuordnen lässt.

Ein Wort noch zum Autor:
Diesem Schriftsteller ist es wirklich zu gönnen, dass seine Bücher von vielen Menschen gelesen werden. Er hat etwas zu sagen, hat großartige Ideen, die er schreibmässig auch wirklich gut umsetzt, er kann erzählen; Kai Beisswenger hat es wahrlich verdient, mehr als nur ein Geheimtipp" zu sein.

Fazit: Ein lesenswertes Buch, ein Buch mit einer beklemmenden Vision, ein Buch, eine Geschichte die durchaus auch zum Nachdenken anregt und die vielleicht auch dafür sorgt, dass man vielleicht auch damit beginnt, mal das eine oder andere zu hinterfragen. Ein Buch, dem man viele Leser wünscht.


Odyssee in Rot: Mars-Geschichten
Odyssee in Rot: Mars-Geschichten
von Frank W. Haubold
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,92

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Mars - mal ein klein wenig anders....., 9. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch ist eine Sammlung der Marsgeschichten, die der Autor in den letzten fünfzehn Jahren geschrieben hat. Sicher wurde der Autor durch die "Mars-Chroniken" von Ray Bradbury inspiriert - aber trotzdem sind diese Geschichten keine "Nachtausgabe" der Bradbury-Geschichten - ganz im Gegenteil. Haubold hat seinen ganz eigenen Stil und eine ganz eigene Sicht der Dinge. Und so hat er etwas gänzlich Neues geschaffen und diese Neue ist ohne Frage lesenswert.

Beeindruckend ist die Vielfältigkeit und der Facettenreichtum der in diesem Buch zusammengetragenen Geschichten. Sie sind verhalten optimistisch, mal unterkühlt und dann wieder sehr gefühlvoll. Haubold ist jemand der schreiben kann. Sein Stil ist flüssig, manchmal etwas distanziert, dann aber wieder zupackend. Das Buch bietet dem Leser ein Lesegefühl der angenehmen Art.

Hervorzuheben ist, dass der Autor nicht den oberschulmeisterlichen Zeigefinger erhebt, auch wenn er Verhalten und Moral beurteilt. Letztendlich ist es jedem Leser selbst überlassen die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Ein lesenswertes Buch - vielleicht auch für die Leser interessant, die sonst eher dem Genre "Science Fiction" nicht so zugewandt sind.


Das Pestzeichen: Historischer Roman
Das Pestzeichen: Historischer Roman
von Deana Zinßmeister
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Unterhaltung...., 5. Oktober 2012
Dieses Buch von Deana Zinßmeister hat mich auf eine angenehme und durchaus auch spannende Art und Weise unterhalten. Als Leser taucht man sehr schnell in diese Geschichte ein. Und bei diesem Buch merkt man auch sehr deutlich, dass "historischer Roman" nun wirklich nicht gleich "historischer Roman" ist. Da gibt es schon erhebliche Qualitätsunterschiede. "Das Pestzeichen" gehört ohne Frage in das Fach der "qualitativ guten Romane". Selbst wenn man in diesem Genre nicht so zuhause ist, kann dieses Buch von Deana Zinßmeister vielleicht den Anstoss dafür geben, sich einfach mal mit dieser Art von Romanen näher zu befassen. Die Autorin kann erzählen, sie vermeidet es ihre Leser zu langweilen und der Spannungsbogen den sie aufbaut, fällt auch nicht unterwegs irgendwann in sich zusammen. Flüssig geschrieben, unterhält dieser Roman seine Leser auf eine wirklich angenehme Art - was ja bei vielen Druckwerken nicht unbedingt der Fall ist.

"Eine große Geschichte aus einer dramatischen Zeit - hochspannend und zutiefst menschlich erzählt", meint Richard Dübell euphorisch zu diesem Buch. Und wenn man das Buch gelesen hat, dann wird man Richard Dübell in der Tendenz seiner Meinungsäußerung sicher zustimmen.

Fazit: Ein lesenswertes Buch und für den Freund der gepflegten historischen Erzählkunst wohl ganz sicher ein Muss. Mit dem Kauf dieses Buches macht der diesem Genre zugeneigte Leser eigentlich nichts falsch.


Sagenhaftes Saarland: Sagen und Mythen aus der Region
Sagenhaftes Saarland: Sagen und Mythen aus der Region
von Deana Zinßmeister
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sagen in einem neuen Gewand...., 8. August 2012
Leider muss ich zugeben, dass das Saarland für mich ein relativ weißer Fleck auf der deutschen Landkarte ist. Daran ändern auch nichts die paar Tage die ich 1973 in Völklingen verbracht hatte. Das Saarland ist für mich eine echte Unbekannte. Ein Umstand dem ich im übrigens sehr bedaure.

Irgendjemand hat mir einmal gesagt, man lernt eine Region, einen Landstrich auch kennen, wenn man sich mit seinen Sagen und Mythen beschäftigt. Und was lag da also näher, als dieses kleine Büchlein von Deana Zinßmeister zu lesen.
Ich habe es nicht bedauert. Nein, ganz und gar nicht.

Es sind Sagen und Mythen die bereits von dem Autor Karl Lohmeyer in seinen Büchern gesammelt wurden. Nun hat ihnen Deana Zinßmeister quasi ein neues Gewand angepasst, ohne dabei aber etwas am ursprünglichen Inhalt zu verändern. Herausgekommen ist eine sehr schön zu lesende Sammlung von dreizehn Geschichten, die ganz sicher auch dafür sorgen, neugierig auf das Saarland zu machen, die vielleicht sogar dazu führen, dieses Land einfach mal zu besuchen.

Bestechend ist die Vielfalt dieser Geschichten. Mal sind diese Geschichten spannend, mal etwas gruselig und ab und an kann man auch über sie schmunzeln. Hier werden Geschichten in einem neuen Gewand präsentiert, die so von Generation zu Generation weitergegeben wurden und die leider Gefahr laufen in der heutigen Zeit in Vergessenheit zu geraten.

Man hat als Leser das Gefühl, dass diese Geschichten nicht einfach nur aufgeschrieben wurden, nein, es macht den Anschein, als sei die Tinte auch mit einer Menge Herzblut Deana Zinßmeisters vermischt worden. Sie scheint selbst viel Freude an diesen Geschichten gefunden zu haben.

Bei jeder dieser dreizehn Geschichten ist aufgeführt, aus welcher Region des Saarlandes sie genau stammen. Die einzelnen Geschichten stammen aus Saarbrücken, Püttlingen, Gräfinthal, St. Ingbert, Spiesen, Schiffweiler, Lebach, Bilsdorf, Urweiler, St. Wendel, Düppenweiler, Mettlach und Litermont.

Ein lesenswertes Buch, ganz sicher auch für die Menschen geeignet, die nicht im Saarland leben. Und vielleicht wird dieses Buch ja auch in den saarländischen Schulen im Heimatkundeunterricht Verwendung finden - es schadet ja nichts, wenn man als junger Mensch auch die Sagen und Mythen der heimatlichen Gefilde kennenlernt.


Den Teufel am Hals: Ein Mystery-Drama aus Nürnberg
Den Teufel am Hals: Ein Mystery-Drama aus Nürnberg
von Stefan M. Fischer
  Broschiert

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der etwas andere Thriller....., 27. Juni 2012
Mancher mag denken: Nur 88 Seiten - das kann kaum etwas Gescheites sein." Nur andersherum wird ein Schuh daraus. Mehr als 88 Seiten hätten dieser Geschichte wohl eher geschadet. Auf diesen 88 Seiten erzählt Stefan M. Fischer eine kompakte Geschichte mit einigen doch sehr überraschenden Wendungen. Ein interessante Idee, sehr ansprechend umgesetzt. Der Autor schafft es den Spannungsbogen gut auszubalancieren, er (der Spannungsbogen) fällt dann auch nicht in sich zusammen. Die Geschichte wird in einem ansprechenden Schreibstil erzählt. Die handelnden Personen wirken authentisch und nicht künstlich. Es ist gerade diese Natürlichkeit, die einen großen Anteil am atmosphärischen Gelingen dieser Geschichte hat. Und dann sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass eigentlich nur wenig so ist, wie es scheint. Überraschende Wendungen wurden vom Autor geschickte in den Handlungsablauf der Geschichte eingebaut.
Die erotischen Sequenzen sind sensibel beschrieben und fügen sich gut in das Gesamtbild ein.
Dieses Buch bietet insgesamt ein angenehmes Lesevergnügen. Geschrieben von einem Autor, der auch keine Scheu davor hat, sich einfach mal ein Fußbreit neben dem Alltäglichen zu bewegen. Lesenswert.


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