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Lionheart

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Gruselkabinett - Folge 79: Lodoiska
Gruselkabinett - Folge 79: Lodoiska
Preis: EUR 6,99

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Folge 79 präsentiert sich düster, tragisch und voller unerwarteter Wendungen, 22. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Neben bekannten Werken von Autoren wie Lovecraft, Poe und Stoker finden sich innerhalb der Gruselkabinett-Reihe auch immer wieder eher verborgene Schätze der schwarzen Romantik. Zu diesen darf sicherlich "Lodoiska" gezählt werden (diese Rezi enthält SPOILER!!!):

Alfred Lobenthal verlässt mit seiner Familie Hals über Kopf Berlin. Es verschlägt sie in einen einsamen Landstrich, hier bezieht die Familie ein Schloss. Nach einem Jahr begibt sich Alfred auf Reisen. Zur selben Zeit zieht eine stets dunkel gekleidete Dame in ein benachbartes Haus. Weder Alfreds Frau noch seine Kinder können sich dem Bann der Unbekannten entziehen...

Die Handlung beginnt schon recht geheimnisvoll. Den Grund für die überstürzte Abreise aus Berlin nimmt man Alfred als HörerIn nicht ab. Das geneigte Publikum darf hier also schon sehr früh mutmaßen und rätseln.
Natürlich fiebert man dem ersten Auftreten der geheimnisvollen Lodoiska entgegen. Die Figur wurde ausgezeichnet in Szene gesetzt. Atmosphärisch gewohnt stark wurde die Aura des Geheimnisvollen gewoben, wer bereit ist sich dieser zu öffnen, wird von dieser Folge 79 sicherlich nicht enttäuscht werden.
Das Vampir-Motiv tritt den HörerInnen hier gewohnt schauerlich, aber ebenso tragisch entgegen. Auch jene Regeln, der die Untote zu folgen hat, sind in dieser Geschichte ganz eigen konstituiert. Ihre Macht entfaltet sich zur Gänze zwischen Mitternacht und 1 Uhr früh, jene Wunde, die sie einst ins Grab brachte, bleibt unverheilt und ihre Hand ist bis auf die Knochen verwest.
Liebe, Sorge, Trauer, Hass, Rache und Gewalt werden hier zu einer gelungenen Mixtur, die zu überzeugen vermag.
Etappenweise erinnert die Geschichte an "Die Blutbaronin", doch kaum glaubt man, die Handlung würde jetzt sicherlich wie in der genannten Episode verlaufen, wendet sich das Blatt wieder und man darf erneut den unerwarteten Wendungen der Story folgen.

Die Hintergrundmusik erscheint mir in dieser Episode besonders gelungen zu sein. Sie greift der Handlung immer wieder gekonnt unter die Arme und die SprecherInnen vermögen durch die Bank zu überzeugen. Hervorheben muss man hier jedoch Jana Nagyova. Sie erweckt in den unterschiedlichsten Stimmungen Lodoiska gekonnt zum Leben.

Das Cover ist gelungen! Die Blässe und die blutroten Lippen der Protagonistin lassen ihr wahres Wesen erahnen, ohne den unwissenden HörerInnen zu viel zu verraten.

Fazit: Diese Episode 79 unterbricht die lange Vampir-Pause im Gruselkabinett. Ein wahres Hörvergnügen, hierfür hat sich Titania 5 Sterne verdient.


Gruselkabinett - Folge 78: Das Ding auf der Schwelle.
Gruselkabinett - Folge 78: Das Ding auf der Schwelle.
Preis: EUR 6,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte des Grauens, die langsam anläuft, aber letztlich überzeugen kann!, 21. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Gruselkabinett geht mit einer Lovecraft-Vertonung in die 78. Runde (diese Rezension enthält SPOILER!!!):

Daniel Upton will zu ungewöhnlich später Stunde seinen besten Freund im Sanatorium besuchen. Nach mehrmaligem Drängen lässt man ihn gewähren. Kurz nachdem er die Zelle von Edward Pickman Derby betritt fallen mehrere Schüsse, die Edward das Leben kosten...

Die Handlung von "Das Ding auf der Schwelle" knüpft etappenweise an den Zweiteiler "Der Schatten über Innsmouth" (Folge 66 & 67 des Gruselkabinetts) an. Die eigentlichen Handlungsfäden sind zwar nicht verwoben, es wird aber Bezug zu jenen Geschehnissen genommen, die sich den HörerInnen in der genannten Doppelfolge offenbaren. Es ist prinzipiell sicher möglich diese Episode 78 für sich alleine stehend zu hören. Die Gerüchte über Innsmouth werden hier wieder gegeben, dennoch tut man sich sicher leichter der Handlung zu folgen, wenn man die Vorgeschichte zu dem Hafenstädtchen selbst gehört (oder gelesen) hat. So wird hier beispielsweise auch nicht erklärt, was Shoggothen sind, in "Der Schatten über Innsmouth" erhält man zumindest einen Eindruck über die Riesenhaftigkeit und die Funktion der Shoggothen.
Die erste halbe Stunde habe ich selbst als etwas langatmig emfpunden. Natürlich ist sie deshalb nicht wenig relevant, es werden die Grundpfeiler für den inhaltlichen Aufbau der Geschichte gelegt. Prinzipiell handelt es sich während der gesamten Spielzeit um den Austausch zweier Personen, durch Rückblenden in die Vergangenheit werden die HörerInnen mit den tragischen Geschehnissen bekannt gemacht. Allmählich gewinnt die Geschichte an Rasanz, packt das geneigte Publikum und hält es fest im Griff. Obgleich man blanken Horror zunächst nicht vermuten würde, steigert sich die Handlung letztlich zu einem Grauen, dem man sich kaum zu entziehen vermag. Als man am Ende der Story erkennt, was "Das Ding auf der Schwelle" eigentlich ist, ist man einfach nur schockiert. Obwohl die Handlung etappenweise durchaus vorhersehbar ist, ahnt man erst recht spät, was der Titel der Geschichte eigentlich bezeichnet.
Der Monster-Faktor kann bei Lovecraft-Geschichten ja sehr hoch sein. Hier wird er zumeist mehr angedeutet als direkt vor (die inneren) Augen geführt, was der Handlung enorm zum Vorteil gereicht - jedenfalls nach meinem Geschmack.
Die Konstitution der Handlung ist natürlich keine Neuerfindung des Rades. Ein junger Mann, der einen Hang zu düsteren Themen und Okkultismus hat und sich durch Beschreiten dieses Pfades in Gefahr begibt, sagenumwobene Zauberbücher wie das Necronomicon, ein treuer Freund, der am Ende Schadensbegrenzung betreibt und sogar die Namen der Protagonisten (Upton und Pickman) erinnern unweigerlich an andere Geschichten des Autors. Auch die Konstitution "Rahmenhandlung-Rückblenden" ist bereits bekannt, auch "Pickmans Modell" war auf diese Weise aufgebaut.

Die Soundkulisse ist absolut überzeugend. Diesmal hat man sogar darauf geachtet die Hintergrundgeräusche des Sanatoriums gekonnt in Szene zu setzen. Bei "Der Fall Charles Dexter Ward" hat man in der Sanatoriums-Szene eine solche vermisst. Wie bei Titania üblich wird hier Hintergrundmusik eingesetzt, die sich lediglich innerhalb der Lovecraft-Vertonungen finden lässt. Die geübten Gruselkabinett-HörerInnen werden also allein durch die musikalische Untermalung in "Lovecraft-Stimmung" versetzt.

Die Sprechleistungen sind grandios. Ich könnte hier niemanden besonders hervorheben, so haben mich alle SprecherInnen restlos überzeugt.

Fazit: Obgleich diese Episode eher langsam anläuft, kann sie letztlich auf der ganzen Linie überzeugen. Ob dies auch zutrifft, wenn man das Werk gelesen hat, vermag ich nicht zu sagen. Als Hörer, dem die Story unbekannt war, kann ich hierfür jedoch eine Kaufempfehlung aussprechen. 5 Sterne für diese Folge des Gruselkanbinetts!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 22, 2013 4:08 PM MEST


Germanischer Götterglaube: ASATRU - Eine neue Religion aus alten Zeiten
Germanischer Götterglaube: ASATRU - Eine neue Religion aus alten Zeiten
von GardenStone
  Taschenbuch
Preis: EUR 35,00

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fehlender Tiefgang, wenig wissenschaftlich fundiert und jede Menge persönliche Interpretationen, 11. September 2013
Die Neuauflage von "Germanischer Götterglaube" unterscheidet sich nicht maßgeblich von seinem Vorgänger:

Das Werk ist vom Publikum prinzipiell immer schon gespalten aufgenommen worden. Gardenstone ist bemüht Ásatrú vorzustellen und mögliche Zugänge zu dem rekonstruierten Heidentum für Praktizierende anzubieten. Dies gelingt ihm zwar, aber der fehlende Tiefgang und die nicht vorhandenen Hinweise darauf, welche Inhalte nun wissenschaftlich fundiert und welche persönliche Interpratationen sind, gestalten dieses Buch als wenig empfehlenswert.

Der Schreibstil...
des Autors ist dabei sehr einfach, mit wissenschaftlichen Formulierungen wird gespart, komplizierte Syntax findet man nicht vor und auch Kombinationsgabe wird den LeserInnen nicht abverlangt. Auf die Leseflüssigkeit wirkt sich dies sicherlich positiv aus.

Inhaltlich...
fällt besonders die große Anzahl an Götter und Göttinnen auf, die Gardenstone anführt und vermeintlich näher erklärt. Diese Erklärungen sind aber sehr kurz gehalten, was an sich noch in Ordnung wäre, allerdings fällt bei dem starken Schwerpunkt des Buches bezogen auf das Thema Magie auf, dass der Autor eine Vielzahl von chaosmagischen Einflüssen in seinen "Germanischen Götterglauben" einfließen lässt, ohne diese als solche zu benennen. So finden sich etwa bei den Ausführungen zu Snotra als zu der Gottheit passendes Getränk Eiskaffee. Zu Forseti gehört der Duft der Aloe-Pflanze und ein Odin-Amulett soll beim Trinken von Alkohol helfen Mäßigkeit zu bewahrern (was mir bei einem Gott der Ekstase nicht ganz nachvollziehbar ist?!?!). Selbstgebastelte Anrufungen von ca. 15 Wörtern werden bei allen Gottheiten angeführt. All dies muss ja nicht schlecht sein, aber im neuen Vorwort der Neuauflage wird erwähnt, dass dieses Buch für unzählige Menschen zum Standardwerk geworden ist (was ich zwar bezweifle, aber das ist eine andere Geschichte!). Wenn dieses "Standardwerk" in die moderne Ásatrú-Bewegung einführen soll, dann ist es u.a. auch an AnfängerInnen gerichtet. Der Hinweis, was wissenschaftlich fundiert und was frei erfunden ist, erscheint mir hier also mehr als notwendig zu sein, es sei denn man legt keinen Wert darauf kritische Geister zu bedienen, sondern will lediglich, dass eine breite Vielzahl an LeserInnen das eigene Wort ungefragt hinnimmt und danach lebt. Genaue Kennzeichnungen fehlen leider zur Gänze, man kann sich also nie wirklich sicher sein, was jetzt historisch fundiert und was frei erfunden ist.
Mit wissenschaftlichen Grundlagen scheint es Gardenstone aber ohnehin nicht allzu ernst zu nehmen. So erscheint mir der Hinweis, dass es bei den Germanen ein Matriarchat gegeben haben könnte schon reichlich an den Haaren herbeigezogen zu sein. Er führt zwar an, dass dies nicht beweisbar, dafür aber interpretierbar sei, aber ich finde diese Passage schon sehr widersprüchlich und irreführend, zumal er dann mit einer Fülle an Argumenten heranrückt, die eine solche Interpretation stützen sollen. Als Beispiele nennt er den Matronenkult und verweist auf die Vielzahl der weiblichen Gestalten innerhalb des germanischen Systems. Das erscheint mir schon etwas simplifiziert zu sein. Die Tatsache, dass es viele mythologische Gestalten in weiblicher Form gibt, trifft ja auch auf die hinduistischen Religionen zu, daraus lässt sich aber noch lange kein Matriarchat herleiten!!! Prinzipiell ist über die Matriarchat-Geschichte bezogen auf Europa viel diskutiert und gestritten worden, selbst bei Befürwortern dieser Theorie, lässt sich diese meines Wissens aber lediglich auf die Zeit vor der Einwanderung der Indoeuropäer vermuten, aber keinesfalls zu jenen Zeiten, in denen man von "Germanen" sprechen kann.

Der Verfasser schreibt in diesem Werk, dass es zu der vorherigen Ausgabe erstaunlich wenig Kritik gegeben hat. Auch diesen Umstand wage ich doch sehr zu bezweifeln. Hr. Gardenstone läuft wohl mit Scheuklappen durch die Welt, denn wenn man im Netz unterwegs ist, trifft man eigentlich sehr häufig auf Kritik, die aber offensichtlich an dem Autor abprallt bzw. nicht wahrgenommen wird.

Fazit:
Ich kann dieses Buch nicht wirklich empfehlen. Gardenstone ist zwar bemüht um eine einheitliche Darstellung, allerdings vermischt er gerne seine eigenen esoterischen Ansichten und Überzeugungen mit der Geschichte und zimmert sich so sein eigenes Weltbild zusammen, das er an die LeserInnen weiter vermitteln möchte. Zwar weist er schon auch darauf hin, dass viele Informationen seinen persönlichen Interpretationen entspringen, gerade deshalb halte ich es aber für EinsteigerInnen in die Thematik für ungeeignet. Dieses Buch ist eines unter vielen, bei denen AutorInnen das eigene Weltbild so darstellen, als wäre es maßgeblich und trendsetzend für die gesamte Ásatrú-Szene. Dass es auch anders geht hat beispielsweise eine Freya Aswynn gezeigt. Auch sie gibt offen zu, dass "Die Blätter von Yggdrasil" ihre persönliche Interpretation der Runen ist. Allerdings suggeriert sie mit keinem Wort, dass Ásatrú allein nach ihren Ausführungen zu funktionieren hat.


Auf Wotans Pfaden: Neues vom alten Wanderer
Auf Wotans Pfaden: Neues vom alten Wanderer
von Thomas Vömel
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nette Kurzgeschichten, moralisch konstituiert aber ohne Tiefgang, 11. September 2013
Der Autor von "Auf Wotans Pfaden" ist zumeist ja als begabter Künstler bekannt. Im hier vorliegenden Buch stellt Thomas Vömel nun einige Kurzgeschichten vor, in denen der Gott Wotan stets als einer der Protagonisten auftritt.

Die Geschichten selbst sind gelungen geschrieben, obgleich immer wieder germanische Begriffe genannt werden, sind sie doch einfach zu lesen. Im Anhang befindet sich noch eine Erklärung zu bestimmten Begriffen, die in den Storys vorkommen. Handlungstechnisch vermisst man ein wenig Tiefgang, die Geschichten sind alle sehr einfach gestrickt. Verschränkungen von unterschiedlichen Handlungsfäden, Zeitsprünge oder Handlungsstränge, die die Kombinationsgabe der LeserInnen fordern, sucht man in dem Buch vergeblich.

Für Abwechslung sorgen die Illustrationen, mit denen der Autor die Geschichten immer wieder ergänzt und somit dem Publikum bereits Teile der Szenerie vor Augen führt.

Das Buch gilt als vergriffen, derzeit ist es nur über Antiquariate oder Privatverkäufer zu beziehen. Dabei werden etappenweise fast schon utopische Summen verlangt, die in keinerlei Relation zu dem eigentlichen Wert des Buches stehen. Wer sich in Geduld üben kann, sollte daher eventuell besser auf eine Neuauflage warten.

Was auffällt ist, dass der Autor sehr bemüht war Wotan in einem positiven Licht zu zeichnen. Er greift zwar durchaus zu Vergeltung, Schmähungen und Beschimpfungen, allerdings wird der Gott hier zumeist sehr moralisch dargestellt. Er hilft und unterstützt auf verschiedene Weise jenen, die ungerecht behandelt werden und straft dann die, die nach Motiven der Habgier und des Geizes handeln. Ob Wotan/Odin von den vorchristlichen Kulturen tatsächlich so gesehen wurde ist fraglich. Selbst Menschen, die sich ganz ihm verschreiben (oder verschrieben haben) können sich manchmal nie ganz sicher sein, welche Auswirkungen der Gott auf deren Leben hat. Auch innerhalb der modernen Ásatrú-Bewegung wird das oftmals so gesehen. Im Buch "Ásatrú: Die Rückkehr der Götter" von Kurt Oertel -einem Standard-Werk des heutigen Heidentums- wird dies im Kapitel über Odin ähnlich beschrieben. Als "Rächer der Unterdrückten" kann Odin sicherlich auftreten, ihn auf dieses Motiv festzulegene erscheint mir aber zu simplifiziert. Das vorliegende Buch lässt daher ein wenig die Vielschichtigkeit des Gottes vermissen.

Fazit: Nette Kurzgeschichten, die auch nett zu lesen sind. Ein literarisches Highlight ist es aber sicher nicht. Ein solches zu schaffen mag auch nicht im Sinne des Autors gewesen sein, da das Buch meist aber über alles gelobt wird, erscheint mir diese geringe Relativierung hier angebracht. Am liebsten würde ich 3,5 Sterne vergeben, ich entscheide mich hier für 4 Sterne, da ich mich durchaus unterhalten gefühlt habe.


Die Lehren des Don Juan: Ein Yaqui-Weg des Wissens
Die Lehren des Don Juan: Ein Yaqui-Weg des Wissens
von Carlos Castaneda
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Nachhaltigkeit eines Carlos Castanedas, 10. September 2013
In der spirituellen Szene gibt und gab es immer wieder Personen, die stark polarisieren. Zu diesen darf mit Sicherheit auch Carlos Castaneda gezählt werden.

Obgleich es als erwiesen gilt, das Castaneda gerne geflunkert und seine Geschichten ausgeschmückt hat, ist es auf der anderen Seite doch beeindruckend, wie nachhaltig sich das Wirken dieses Mannes erwiesen hat. Bis heute gibt es treue Castaneda-AnhängerInnen, die von den Lehren Don Juans/Castanedas überzeugt sind. Wer glauben will tut das, wer es nicht tut wird sich kaum vom Gegenteil überzeugen lassen. Da helfen dann auch die spärlichen Fakten nicht, die Hinweise darauf liefern, dass der Autor sehr wohl Kontakt zu einem Schamanen hatte, der ihn z.T. unterwiesen haben soll (auch wenn dieser nicht den Yaqui-Indianern zu zuordnen war).

Das Buch selbst habe ich als eher gespalten wahrgenommen. Dass sich hier laufend alles um Rauschmittel - trivial oftmals Peyote genannt - dreht, hat mein Interesse anfangs doch eher gedämpft. Zwar ist dies in späteren Büchern nicht mehr in der Intensität dieses Bandes der Fall, dennoch wirkt die hier beschriebene Geschichte etappenweise wie ein einziger Drogen-Trip. Dass die LeserInnen kaum mit spirituellen Bereichen ohne Chemognosis - wie das in verschiedenen magischen Disziplinen genannt wird - konfrontiert werden, ließ mich nach dem Lesen der Lektüre ziemlich enttäuscht zurück.

Dennoch wäre es wohl zu einfach das gesamte Wirken Castanedas -einschließlich der von ihm verfassten Bücher- als reine Fantasie oder gar Drogenerfahrung abzutun. Sieht man einmal von den Drogenexzessen ab, so werden durchaus auch spirituelle Prakitken beschrieben, die sich in der Praxis als interessant erweisen, so etwa seine Ausführungen zum Montagepunkt im Energiefeld des Menschen, welcher in "Die Kraft der Stille" ausführlicher behandelt wird.

Letztlich muss man sich zu Castaneda einfach eine eigene Meinung bilden. Ist man an Spiritualität interessiert, sollte man eines seiner Bücher wohl einmal gelesen haben... und sei es nur, um sich zu ihm und seinem Schaffen äußern zu können. Ob nun Humbug oder nicht, der Mann war charismatisch genug tausende von Menschen mit seinen Inhalten zu begeistern und motivieren. Dass daraus durchaus auch Schaden entstanden ist, ist leider eine Tatsache. Allerdings empfehle ich dennoch die Lektüre eines seiner Werke. Zu Reflexion sei dabei stets geraten, ich selbst verorte mich zwischen den Extrempositionen auf einem der vielen Mittelwege:
Castaneda mag Forscher und Schwindler in einer Person gewesen sein, vielleicht war er einst nur ersteres und wurde vom Ruhm überwältigt schließlich zu letzterem. Alle Inhalte in das Reich der Fantasie abzuschieben, erscheint mir aber doch zu simplifiziert zu sein.


Joyland
Joyland
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen locker-leichte Sommerlektüre, 9. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Joyland (Gebundene Ausgabe)
Stephen King bedient ja schon längst nicht mehr "nur" das Horrorgenre. Mit JOYLAND präsentiert der Erfolgsautor eine Kriminalgeschichte mit schauerlichen Elementen:

Der Student Devin Jones nimmt einen Sommerjob in einem Vergnügungspark an. In dessen Geisterbahn soll es spuken, nachdem dort Jahre zuvor ein Mädchen ermordet worden ist. Devin beginnt nach und nach mit den Ermittlungen zu dem Fall und trifft letztlich auf eine gefährliche Fährte...

King ist ja wahrlich kein Sprachmagier, komlizierte und verschachtelte Sätze, anspruchsvolle Wortwahl oder komplexe Handlungsabläufe darf man sich auch hier nicht erwarten. Vielmehr überzeugt der Autor dadurch, dass er es versteht dem Publikum immer wieder Brocken hinzuwerfen, bei denen man denkt:" Jetzt will ich wissen, wie es weitergeht." So ist JOYLAND leichte Lektüre, die sich perfekt für den Urlaub eignet. Spannung ist zwar durchaus präsent, sie hält sich aber in Grenzen und der Handlungsverlauf beschert einem wohl auch keine schlaflosen Nächte. Auch herzergreifende Momente sind in dem Buch vertreten, King versteht es das Leben des Protagonisten offen zu legen und es für die LeserInnen greifbar zu machen.
Die Auflösung der Story vollzieht sich dann sehr rasch, sie ist aber durchaus passabel konstituiert - auch wenn man nicht alles hinterfragen darf. Der eine oder andere Logikfehler fällt zwar auf, man vergibt diesen aber schnell, da das Ende der Geschichte durchaus zu versöhnen vermag und es nicht auf ein reines Happy End hinausläuft. Die letzten Seiten des Buches drücken schon nochmal ordentlich auf die Tränendrüsen des Publikums.

Fazit: JOYLAND ist sicher kein Highlight in der Laufbahn von Stephen King. Doch wer eine Kriminalgeschichte mit schauerlichen Elementen mag, der wird hier bestens bedient werden. Das Buch lässt sich flüssig lesen und ich empfand es durchaus unterhaltsam. 4 Sterne für diesen Roman!


Die neuen Fälle - Fall 05: Das steinerne Schiff
Die neuen Fälle - Fall 05: Das steinerne Schiff
Preis: EUR 5,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Relativ unspektakuläre Rückkehr des Erzfeindes von Sherlock Holmes, 9. Juli 2013
Die Romantruhe lässt in „Das steinerne Schiff“ Prof. Moriaty von den Toten auferstehen, womit letztlich auch die Frage geklärt wäre, zu welcher Zeit „Die neuen Fälle“ spielen (also NACH den Ereignissen bei den Reichenbach-Fällen). Aus meiner Sicht vollzieht sich die Rückkehr des Erzfeindes aber relativ unspektakulär:

Watson wird entführt und der Meisterdetektiv versucht diesen zu finden, dabei muss er sogar die Hilfe von Inspektor Lestrade in Anspruch nehmen. Der Entführer ist niemand geringerer als der tot geglaubte Prof. Moriaty…

Obgleich die Vorankündigung recht spannend klang und die Handlung durchaus durchdacht ist, hat mich diese Vertonung eher enttäuscht. Moriaty wirkt sehr präsent, agiert also nicht mehr nur aus dem Hintergrund, wie das früher der Fall war. Er hat auch dementsprechend viel Sprechrolle und präsentiert sich als Über-Bösewicht. Überhaupt wirken die Dialoge recht langatmig, die Gespräche zwischen Moriaty und Watson, Holmes und Lestrade, Moriaty und Holmes ziehen sich ziemlich in die Länge … das Hörspiel ist sehr dialoglastig, man vermisst ein wenig Rasanz. Allein die Endsequenz mit der Auflösung und dem moralisch-philosophischen Austausch der beiden Kontrahenten ist einfach zu lang (15:27 min.) und unbefriedigend. Von der ehemaligen Ebenbürtigkeit ist kaum noch etwas zu spüren, Holmes wird hier einfach als zu überlegen gezeichnet.
ACHTUNG SPOILER:
Ein Moriaty, der kapituliert, einsieht, dass er sein letztes Gefecht gegen Holmes verloren hat und sogar zugesteht, dass er in seinem Plan gewisse Punkte nicht bedacht hat, wirkt auf mich wie ein zahnloser Löwe. Dass sich der Napoleon des Verbrechens dann -nach einer Verhaftung ohne Gegenwehr- durch Suizid der Welt entzieht, erscheint mir auch zu plump, man vermisst das große Ego dieses Charakters, der zuvor ein Aufgeben nie in Betracht gezogen hatte, und sogar den eigenen Tod in Kauf genommen hätte, nur um Holmes zu vernichten. Masuth und Naumann haben aus dem dunklen Kontrahenten des Meisterdetektivs einen alternden Rentner gemacht, der am Ende wahrlich lebensmüde wirkt. Ich könnte mir vorstellen, dass man das Thema Moriaty endgültig vom Tisch haben wollte, weshalb man ihn hier noch einmal (inklusive endgültigem und unzweifelhaften Tod) präsentiert hat, um einem neuen Hauptgegner Platz zu machen. Aber auch dieser Blickpunkt lässt diese Vertonung nicht spannender erscheinen.
SPOILER ENDE

Rode und Groeger überzeugen wie üblich in ihren Rollen. An Lutz Harder als Inspektor Lestrade habe ich mich auch nach fünf neuen Fällen der Romantruhe nicht gewöhnt. Friedrich Georg Beckhaus spricht Prof. Moriaty durchaus professionell, allerdings empfand ich es als äußerst schade, dass er nicht mehr von Joachim Kerzel gesprochen wird. Moriaty kam in den Maritim-Hörspielen ja nur einmal als reale Person vor, seine Stimme ist also durchaus prägnant und bleibt dem Fan in der Erinnerung verankert.

Die musikalische Untermalung der Szenerie ist –wie bei den vorangegangenen Folgen – eher schlicht gehalten. Die Soundkulisse auszubauen scheint nicht in der Absicht des Labels zu liegen, möglicherweise, um den nostalgischen Anstrich der Reihe zu bewahren. Das ist wohl nicht jedermanns Sache. Die musikalischen Einlagen vermitteln durchaus eine eigene Stimmung, obgleich sie in Bezug auf die Maritim-Vertonungen ein wenig regrediert wirken.

Gefallen hat mir der Hinweis auf Straker und die Gesellschaft des Schreckens, obgleich ich überrascht war, dass man als HörerIn nur so nebenbei erfährt, in welcher Hierarchie dieser in der Londoner Unterwelt nun steht. Das war nach dem Fall 2 der Romantruhe ja nicht so klar ersichtlich.

Fazit: Von Andreas Masuth und Gerd Naumann hätte ich mir eine subtilere Rückkehr des Bösewichtes gewünscht. Man hätte das Wiederauftauchen durch mehrere Hinweise über verschiedene Hörspiele verstreut inszenieren können. Auch eine Doppelfolge wäre möglich gewesen. Auf diese Einzelfolge gepresst wirkt diese Rückkehr relativ unspektakulär. Bleibt zu hoffen, dass man mit dem Hörspielcharakter Straker bei künftigen Folgen feinfühliger umgeht und auch Marc Freund öfter mal die Storys schreiben lässt.
2 Sterne für dieses Hörspiel.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 19, 2013 1:58 PM MEST


Teutobochus (Partitur 6)
Teutobochus (Partitur 6)
Preis: EUR 12,98

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen anspruchsvolles Mysterie-Hörspiel-Vergnügen, das zum Miträtseln animiert, 9. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Teutobochus (Partitur 6) (Audio CD)
Mit der Partitur 6 begibt sich die Amadeus-Hörspiel-Reihe nun endgültig auf das Gebiet anspruchsvoller Hörspielkost. Bisher konnte man die einzelnen Folgen durchaus für sich alleine hören, abgesehen von ein paar kleineren Nebenbemerkungen konnte man dem Handlungsverlauf auch ohne große Vorkenntnisse mühelos folgen. In TEUTOBOCHUS werden nun erstmals aktiv Fäden aus den vorangegangenen Episoden aufgegriffen und geschickt verwoben. Die Handlung kann überzeugen, obgleich diesmal mit actionreichen Szenen gespart wird. Dennoch kommt in keiner Minute Langeweile auf. Vielmehr werden die HörerInnen dazu motiviert, sich selbst Gedanken zu den Geschehnissen zu machen und eigene Theorien zu den Geheimnissen rund um Amadeus und Dr. Resch zu spinnen.

Der Kontext, in den die Handlung eingebettet ist, wird nicht romantisch verklärt dargestellt – dieses Element gefällt mir besonders gut. Das Wien des 18. Jahrhunderts war weder blitz blank sauber, noch voller schön gekleideter und sauberer Menschen. Medizinische Versorgung war für das Gros der Gesellschaft kaum leistbar und das Zusammenprallen von Glaube und Wissenschaft hat das Weltbild vieler Menschen maßgeblich erschüttert und ins Wanken gebracht. All diesen Faktoren wird in diesem Hörspiel Raum gegeben.

Erwähnenswert erscheint mir weiters die Machart dieser Produktion. Der Hörplanet hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt und ist mittlerweile zu einem Garant für professionelle Vertonungen geworden – egal, ob einem die Thematik der Hörspiele geschmacklich zusagt oder nicht: lieblos heruntergespult wirkt hier definitiv nichts, Qualität steht letztlich immer vor Quantität. Dieser Umstand ist beim Hören spürbar.

Die SprecherInnen sind absolut überzeugend. Jürgen Kluckert, der bisher lediglich als Erzähler in Erscheinung getreten ist, wird hier erstmals in die Handlung eingebaut, was dem geneigten Publikum am Ende dieser Partitur 6 jede Menge Rätsel aufgibt. Mehr sei dazu an dieser Stelle nicht verraten, lediglich, dass diese Schlusssequenz Lust auf mehr AMADEUS macht, sei hier noch erwähnt…

Fazit: Wieder ein Hörspiel mit einer ganz persönlichen und individuellen Note aus dieser Mysterie-Reihe. Schon bisher lief keine Episode nach dem Schema der vorangegangenen ab, TEUTOBOCHUS kann - aus meiner Sicht – als bisheriger Höhepunkt der Serie gesehen werden. Aber Vorsicht! Freunde anspruchsvoller Hörkost sollten sich klar darüber sein, dass AMADEUS Suchtpotential hat.
5 Sterne und eine eindeutige Kaufempfehlung!


Sherlock Holmes: Die neuen Fälle - Fall 04: Die Gelbe Und Die Blaue Flamme
Sherlock Holmes: Die neuen Fälle - Fall 04: Die Gelbe Und Die Blaue Flamme
Preis: EUR 12,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut durchdachter Krimi, der leider nicht ohne Kommissar Zufall auskommt, 5. Juli 2013
Der 4. Fall des Sherlock Holmes, den die Romantruhe präsentiert, ist gut durchdacht und kann überzeugen:

Der Apotheker Duncan wendet sich verzweifelt an den Meisterdetektiv. Er hat bei seinen Kunden zwei Medikamentenpäckchen vertauscht. Da in einem Päckchen Arsen war, ist höchste Eile geboten den Kunden zu finden...

Was zunächst so simpel klingt stellt sich letztlich doch als komplexer heraus. Gerade hier liegt der Reiz dieser Folge. Die Handlung ist schlüssig, leider muss einmal Kommissar Zufall einspringen und helfen, das wirkt zwar ein wenig unglaubwürdig, aber da die Handlungsfäden sonst sehr durchdacht wirken, kann man darüber hinwegsehen.

Andreras Masuth kann mit dieser Episode weitaus mehr überzeugen, als mit dem 1. Fall "Besuche eines Gehänkten". Die humorvollen Einlagen der Protagonisten wirken in dem Hörspiel nicht deplatziert. Holmes und Watson gehen gewohnt locker miteinander um, wobei hier sehr schön zum Ausdruck gebracht wird, dass Dr. Watson keineswegs dumm ist (so zitiert er beispielsweise Cicero), dass ihm aber dafür jegliche kriminalistische Kombinationsgabe fehlt. Das gefiel mir beim Hören sehr gut, da es durchaus auch ältere Vertonungen gibt, bei denen Watson ein wenig beschränkt gezeichnet wird.

Die Sprechleistungen der Protagonisten sind üblich professionell und ein Genuss für das Publikum. Die übrigen SprecherInnen sind bemüht ihren Rollen Authentizität einzuhauchen, was einmal mehr, einmal weniger, gelingt.

Fazit: Gelungene Unterhaltung für das Ohr, 4 Sterne und eine klare Kaufempfehlung!


Gruselkabinett - Folge 77: Das Feuer von Asshurbanipal
Gruselkabinett - Folge 77: Das Feuer von Asshurbanipal
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abenteuergeschichte mit schauerlichen Elementen, 20. Mai 2013
Robert E. Howard ist im Gruselkabinett ja kein Neuzugang, mit "Das Feuer von Asshurbanipal" hat Titania eine weitere gelungene Vertonung dieses Autors geschaffen:

Ein Schatzjäger und sein Gefährte machen sich auf den Weg die sagenumwobene schwarze Stadt zu finden. Der Legende nach birgt diese einen gewaltigen Schatz. Doch die Gefahren der Wüste sind nicht die einzigen Hindernisse, auf die die Suchenden stoßen...

Handlungstechnisch lässt sich diese Episode 77 zwar großteils als Abenteuergeschichte klassifizieren, es werden aber nach und nach schauerliche Elemente in die Handlung hinein gewoben. Das Ergebnis ist durchaus gelungen, obgleich man sagen muss, dass in dieser Geschichte kein komplexer Handlungsaufbau vorkommt. Es handelt sich um leichte Kost, bei der man nicht viel mitdenken muss, um letztlich verschiedene Handlungsstränge verknüpfen zu können. Der Schrecken offenbart sich dann am Ende der Story. Hier lässt das Universum von H.P. Lovecraft grüßen. (ACHTUNG SPOILER:) Howard hat hier Anschluss an den Cthulhu-Mythos und das Necronomicon gesucht. Ob dies eingefleischten Lovecraft-Fans gefällt kann ich letztlich nicht beurteilen. Mir persönlich hat diese Verschränkung aber zugesagt.
Störend fand ich, dass das Wesen am Schluss so genau beschrieben wurde. Das Unbekannte kann stark an der Konstitution des Schauerlichen beteiligt sein, manchmal ist es einfach stimmungsvoller Dinge nur anzudeuten, als sie detailgenau zu beschreiben. Ich hätte mir gewunschen, dass das Publikum sich sein eigenes Bild zu dem grauenhaften Brüllen der Kreatur machen kann. (SPOILER ENDE)

Die wenigen Sprecher sind absolut spitze. Wolfgang Pampel ist natürlich der Hammer, der Mann könnte Telefonbücher vorlesen, man würde ihm immer noch gerne zuhören. Den Fans der Fernsehserie LOST wird die Stimme von Tayfun Bademsoy sofort bekannt vorkommen.

Die Geräuschkulisse ist absolut überzeugend. Einzig die Bande der Gesetzlosen, die man im Hintergrund der Halle aufschreien hört, klingt etwas zu leise, so, als stünden sie in weiter Entfernung zu den Protagonisten.

Auch die passende musikalische Untermalung leistet ihren Beitrag zur Atmosphäre. Auffallend war hier, dass das Hörspiel mit Tönen endet, die man sonst nur in Titania-Vertonungen zu einer Lovecraft-Vorlage zu hören bekommt - etwa bei "Pickmans Modell".

Das Cover ist ein Eyecatcher und wirklich gelungen. Als HörerIn hat man das Bild unweigerlich im Kopf, sobald der Handlungsverlauf die Tempelszene erreicht hat.

Fazit: Eine gelungene Abenteuergeschichte mit schauerlichen Elementen, die man sich nach einiger Zeit sicher wieder einmal anhören kann. 4 Stern und meine Kaufempfehlung.


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