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Israelfreak "Israelfreak"

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Ziemlich bester Schurke: Wie ich immer reicher wurde
Ziemlich bester Schurke: Wie ich immer reicher wurde
von Josef Müller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schurkenstück! Schelmenstreich..., 30. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nein, ich werde nicht (weder materiell noch ideell) für mein positives Feedback zum Buch bezahlt.
Das sollte ich vielleicht vorausschicken, um eine gewiße Glaubwürdigkeit zu bewahren.
Denn 5 Sterne sind bei mir selten und zu mosern finde ich fast immer was.

Vorausschicken muss ich auch, dass ich von Josef Müller nichts wusste, ausser, dass er halt der Typ im Rollstuhl ist.
"Au weia", dachte ich also, "noch so einer, der seine tränenreiche Story über den Rollstuhl" verbreiten will. Ich lese weder Klatschpresse noch bin ich in der Münchner Schickeria drin. Und noch weniger halte ich von Typen in Ferraris oder Lamborghinis, oder Schnellbooten, oder, oder, oder. Halbseiden. Nur aus der Entfernung zu ertragen.
Man, was hab ich mich mich getäuscht!!!

Das Buch ist eine einzige Ansammlung irrwitziger unbd irre witziger Begebenheiten aus Herrn Müllers Leben, die man selbst einem schlechten Drehbuchautor kaum zutrauen würde. Buch bestellt, Buch, gelesen, Buch genossen. Alles sehr schnell und schnell entschlossen und kurzweilig.

Ob man Herrn Müller nach Lektüre des Buches mag oder nicht, ist letztlich wurscht, denn darum geht es nicht. Es geht nur darum: habe ich das Buch gern gelesen, oder nicht?
Ja, ich habe es gern gelesen. Und bereits weiterempfohlen. Auch wenn Müller am Schluss die Kurve kriegt und sich bekehrt und zu diesem Gott findet, von dem er ein Leben lang eher nichts wissen wollte - es ist kein klassisches Bekehrungsbuch!
Es liest sich auch für Interessierte und sonstige "Normale" spannend, schnell, rotzig, frech. Wie im Rausch - und Räusche der einen aóder anderen Art werden auch viele beschrieben.

Man kann es auch so sagen: dieses Bch erspart einem die Lektüre vieler schlechter Zeitungen der Yellowpress, denn es enthält ein Kondensat all jener Vorurteile und (leider) Tatsachen zur Schickimicki-Szene, die man sich immer schon ausgemalt hat.

Besonders positiv: Müller ist am Ende des Buches nicht der zerknirschte "ich-bin-so-schlecht"-Typ, den man keinesfalls treffen will. Sondern immer noch lebensfroh und fröhlich. Aber eben geläutert und endlich im Hafen angekommen.

Wer kurzweilige Lektüre sucht, wer keine Angst vor bitterer Erkenntnis und teilweise hartem Jargon hat ("vögeln", "Nutte"...) macht mit dem Teil nichts verkehrt. Die Sprache ist schnell, ironisch, voller Seitenhiebe. Der Inhalt ist glaubwürdig, offen und ohne Druck auf die Tränendrüse. Offensichtlich schreibt der Autor so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Angst vor Gegenwind. Gäbe es da Buch als Paperback (Bitte an den Verlag!!!) würde ich es mehrfach verschenken.


Sokrates trifft Jesus
Sokrates trifft Jesus
von Peter Kreeft
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen halbe Miete, 25. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sokrates trifft Jesus (Broschiert)
Mir wurde das Buch von einer Bekannten wärmstens empfohlen, als DAS Buch, dass sie jüngst am Meisten beschäftigt und unterhalten habe. Kurzum: ja, das Buch hat auch mich beschäftigt und auch mich unterhalten.

Allein die Frage: was passiert, wenn sich die bekanntesten Morallehrer der Geschichte (wenn man Jesus verkürzend so nennen darf)tatsächlich treffen, ist spannend. Nicht zuletzt wird ja Sokrates bis heute immer mal wieder mit Jesus verglichen, und umgekehrt.
Und die Idee, Sokrates ausgerechnet an eine christliche Universität, bzw. an eine Theologische Fakultät zu versetzen, ist ein echter Geniestreich, der Raum für allerhand köstliche bis bissige Dialoge bietet.
Oder besser: bieten WÜRDE.

Denn wirklich genutzt wurden die denkbaren Möglichkeiten von Herrn Kreeft leider nicht.
Und hier beginnt denn leider auch meine Kritik am Buch, die sich in zwei Teile gliedert:
Zum einen wurden die erzählerischen Möglichkeiten des Settings nur ansatzweise ausgeschöpft. Theologische Fachrichtungen werden größtenteils nur gestreift; obwohl er sich an einer angeblich großen Universität befinden soll, tummelt sich Sokrates doch im Wesentlichen nur in einem Seminar. Nicht nachvollziehbar auch, warum Sokrates viele moderne Begriffe kennt und nutzt, die er als antiker Mensch nicht kennen kann, andere aber als offenbar Unwissender nicht versteht. Ebenfalls nicht nachvollziehbar, warum ihn ein, zwei Studenten unhinterfragt als den echten Sokrates anerkennen, alle anderen aber (auch unhinterfragt) von einem Verkleidungsspiel ausgehen.
Viele der offenen Fratgen zum Setting bleiben komplett unbeantwortet und lassen das Buch insoweit als etwas unausgegoren erscheinen.

Damit könnte man durchaus leben, wenn es ein im Wesentlichen sokratisches, d.h. als Dialog konzipiertes Buch wäre.
Das ist aber mein zweiter großer Kritikpunkt: den sokratischen Duktus, die Dialogform, hält der Autor nur etwa bis zur Buchmitte durch!
Der Sokrates der bekannten Werke des Platon ist ein Fragesteller, einer, der bestenfalls die Antworten seiner Gegenüber zusammenfasst und auf logische Fehler hinweist - und weiterfragt.
Der Sokrates hier fragt zwar auch - geht aber etwa ab Buchmitte dazu über, seine Gegenüber zu belehren, zu definieren, zu dozieren. Seine Kommilitonen sind bestenfalls noch Stichwortgeber, keine Dialogpartner mehr.Es handelt sich nur noch um einen Monolog des Sokrates mit einigen Zuhörern.
Dass auch die Sprache im Verlauf des Buches von einer eher schlichten zu einer weitgehend von Fachtermini bestimmten wird - schade.

Ich habe das Buch an zwei Abenden gelesen.
Drei Sterne also für die sehr gute Idee, einige interessante Passagen und die erste Hälfte des Buchs.


Bach
Bach
Preis: EUR 12,26

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen schwer enttäuscht, 16. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Bach (Audio CD)
Die Erwartungen waren hochgesteckt - wurden aber schwer enttäuscht.
Dafür gibt es durchaus mehrere Gründe.
a) Auswahl/ Plazierung der Werke:
Die Auswahl der dargebotenen Bachwerke, bzw. der Bachbearbeitungen (!!!) ist schlicht beliebig und erinnert mich an stark an das Repertoire, das Klavierstudenten in ihrer Studienzeit eben so einstudieren müssen.
Ich sehe weder irgendeinen inneren Zusammenhang zwischen den Stücken (außer, dass sie eben im weiteren Sinne von Bach sind), noch einen wie auch immer gearteten Spannungsbogen.
Warum kommt nach mehreren Teilen aus dem Wohltemperierten Klavier I plötzlich ein Konzert? Warum danach etwas aus WT II? Was haben Liszt und Rachmaninoff auf der CD verloren?
Für mich ein komplettes Kuddelmuddel. Es scheint, als habe Frau Grimaud einfach alles eingespielt, was sie von Bach schon kennt.

b) Frau Grimaud kann wunderschön spielen, keine Frage. Aber just auf dieser CD meint man, ihr habe einfach die rechte Lust gefehlt. So beliebig wie die ganze Stückauswahl ist nämlich leider auch ihr Spiel geraten. Schwankend zwischen trockenem Klang einerseits und einem pedallastigen Romantisieren andererseits. Als habe sie schlicht nicht gewusst, wie sie die Sachen interpretatorisch angehen solle. Am besten finde ich noch die (ansonsten deplazierte) Rachmaninov-Bearbeitung am Schluss. Das scheint ihr deutlich besser zu liegen, als ein originaler Bach.
Tatsächlich klingen viele der Fugen so, als habe sich ein begabter Klavierstudent einfach seiner Aufgabe entledigen und den gestrengen Professor halbwegs zufrieden stellen wollen. Kein eigener Klang, keine eigene Idee, nichts.

c) Ärgerlich finde ich auch einige Nebengeräusche der Produktion, die sich just in den pianissimo-Stellen immer einstellen. Was bei Aufnahmen von Glenn Gould noch als unvermeidbare Marotte durchgeht, erscheint auf einer modernen Produktion einfach nur lieblos und ohne Sorgfalt ausgeführt. Wäre es eine Liveaufnahme - klar, dann darf man nicht meckern. Aber bei einer hochmodernen Studioeinspielung? Ich bitte Sie! War man zu sehr in Eile, um einzelne Stellen noch einmal ohne Störgeräusche einzuspielen oder sie in der Postproduktion herauszufiltern?

Fazit:
wüsste ich nicht, dass Frau Grimaud auch ganz anders kann, würde ich ihr nach dieser CD eine allenfalls sehr kurze Karriere prophezeien. Zum Glück habe ich die CD geschenkt bekommen und nicht selbst gekauft, so hält sich zumindest meine Verärgerung über eine unsinnige Ausgabe in Grenzen.
Dass ich zwei Sterne gebe und nicht nur einen, liegt an einzelnen schönen Stellen. Echten Bachliebhabern würde ich aber dringend abraten.


Immer noch ein Tal voller Knochen
Immer noch ein Tal voller Knochen
von Leonard Ravenhill
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen einfach nur herausfordernd, 21. Februar 2013
Wow! Eines der krassesten Bücher, das ich je gelesen habe!
Nein, es ist nicht "schön" zu lesen. Im Gegenteil, es tut teilweise weh - aber genau das ist die herausragende Qualität. Wenn man auch nur ansatzweise Interesse an CHristentum hat, oder für sich reklamiert, Christ zu sein, wird man unweigerlich von den Aussagen Ravenhills im Innersten getroffen. Er spricht Wahrheiten über unsere moderne Lauheit aus, die man so prägnatn und treffens selten hört/ sieht.

Dabei geht es Herrn Ravenhill keineswegs darum, anzuklagen oder zu verletzen. Man spürt in jeder Zeile, dass es wirklich ein Aufruf aus Liebe und wahrer Ergriffenheit ist. Der Autor steht ganz offensichtlich hinter jedem Wort in diesem Buch und lebt selbst danach. Das ist ein gewaltiger qualitativer Unterschied zu vielen anderen christlichen Büchern, die letztlich doch irgendwo im Beliebigen versanden oder weichgespült daherkommen oder von Menschen geschrieben wurden, die sich keine Ecken und Kanten mehr erlauben.

Manches in diesem Buch reizt auch zu Widerspruch: sind die Ansprüche an die Kirche nicht zu hoch? Kann manm das als normaler Mensch mit normalem Beruf leben? Der Autor sagt "ja"... ich fühle mich zumindest ernsthaft herausgefordert.

Ich geben meinem Vorredner Recht: dieses Buch sollte jeder einmal gelesen haben.

Tragisch, dass es aktuell nur im Antiquariat zu haben ist. Es hätte eine Neuauflage mehr als verdient.


Praktica luxmedia 16-Z21S Digitalkamera (16 Megapixels, 21-fach opt. Zoom, 7,6 cm (3 Zoll) Display, bildstabilisiert) blau
Praktica luxmedia 16-Z21S Digitalkamera (16 Megapixels, 21-fach opt. Zoom, 7,6 cm (3 Zoll) Display, bildstabilisiert) blau
Preis: EUR 96,99

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verspricht mehr als sie hält, 28. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hätte die Kamera all das gekonnt, was sie in ihrer Beschreibung verspricht - wow, was wäre das für ein Schnäppchen! Bei 16 MP sollte man auch eigentlich ganz feine, gestochen scharfe Bilder erwarten...
Aber leider kocht man auch hier nur mit Wasser und sie bietet lediglich das, was für den Preis auch zu erwarten ist. Schade.

Die Kamera ist zunächst gut ausgestattet. Tragegurt, Kameratasche, USB_kabel, sogar ein Satz Trockenbatteriene liegt bei. Was fehlt, ist eine passende Speicherkarte.
Das Gehäuse macht einen relativ hochwertigen Eindruck und die Kamera liegt ganz passabel in der Hand. Auch das Display ist erfreulich groß und die Bedienelemente sind griffgünstig positioniert, so dass man recht schnell blind damit umgehen kann. Das sind die guten Punkte.

Bei mir erfolgt der Einsatz hauptsächlich auf einem Stativ und im Makrobereich, wofür ich im Übrigen auch gut ausgestattet bin (Fotozelt, ausreichend Beleuchtung, stabiles Stativ, etc.).
Darum war ich auch sehr negativ überrascht, wie lichtschwach scheinbar der Chip in der Kamera ist. Die Bilder sind generell recht dunkel. Steuert man über Belichtungszeit nach, wird es aber wieder unnatürlich grell, Tiefenschärfe ist kaum vorhanden. Auch wenn es diverse Programme gibt: wirklich gute Ergebnisse konnte ich weder im Automatikmodus noch in der komplett manuellen Einstellung erzielen. Da hatte ich schon wesentlich kleinere Pocketkameras, die das wesentlich besser konnten.
Am schlimmsten aber ist das sehr ausgeprägte Bildrauschen schon bei relativ geringem Zoom. Nahaufnahmen gelingen damit kaum. Zumindest nicht so, dass sie für mehr verwendbar wären, als Tante Friedas Geburtstagstorte fürs Familienalbum in Szene zu setzen.
Was bei maximalem Zoom mit den Bildern passiert - den Versuch habe ich mir dann direkt geschenkt.
Die Automatikfunktion ist kaum brauchbar und auch, wenn man die Farbgebung auf "lebendig" stellt, bleiben die Bilder noch immer irgendwie matt und hinter der Wirklichkeit zurück.
Auch der Stromverbrauch scheint ein wenig aus dem Ruder zu laufen. Nach etwa 25 Aufnahmen piepte das Gerät zum ersten mal und wollte frische Akkus.
Gesagt, getan. Nur aus unerfindlichen Gründen waren auch die frisch geladenen Stromspender über Nacht wieder entleert und am nächsten Tag nur noch für 2 Bilder gut, dann gierte das Gerät erneut nach Strom.

Letztlich für mich also nicht vertretbar, das ganze, weshalb ich sie zurückgeschickt habe.
Dass sie mir zwei Sterne wert ist, liegt an der guten Ausstattung und an den zwei, drei netten Schnappschüssen, die mir in den zwei Wochen, wo ich sie getestet habe, doch noch gelungen sind.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 3, 2012 4:37 PM MEST


Der Lowprice-Lighter
Der Lowprice-Lighter
von Klaus Fischer
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein wahres Buch!, 9. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Lowprice-Lighter (Taschenbuch)
Ich mag Musik. Ich bin Christ. Und ich habe einen tiefsitzenden Hang zur Boshaftigkeit.
Warum also hat es so lang gedauert, bis ich auf dieses Buch gestoßen bin???
Klaus Fischer erzählt die Geschichte von Arno Nühm, einem (in den eigenen Augen) begnadeten Lobpreisleiter einer kleinen Freikirche in "Todtenhausen".
Arno ist zwar extrem von sich selbst und seinen musikalischen wie geistlichen Fähigkeiten überzeugt - steht mit dieser Meinung aber recht alleine da. Vor allem das geistliche Leben scheint doch eher ausbaufähig zu sein und im wesentlichen aus Schauspielerei und der Absonderung geistlich klingender Floskeln zu bestehen.
Eben so, wie bei vielen Christen.
Manche der Gedankengänge Arnos könnten auch direkt aus meinem Hirn stammen. Peinlich genug. Und gleichzeitig ein gutes Korrektiv. Auf witzige Weise mit seinem eigenen Kleinglauben konfrontiert zu werden, das hat schon was.

Ich habe das Buch an einem einzigen Abend ausgelesen und mich stellenweise köstlich amüsiert! Sogar einige Schenkelklopfer waren dabei (vorsicht, wenn man das Buch in der Öffentlichkeit liest!).
Der Autor hat wirklich tiefe Einblicke in die Seele der "am Boden liegenden Christenheit" getan und mit beißendem Spott und voller Aufrichtigkeit darüber geschrieben.

So weit zum Guten.
Leider ist der beißende Spott aber schon fast die Hauptqualität des Buches.

Negativ fallen irgendwann auch ein paar andere Eigenheiten auf.
Wie Arno Nühm (-> Anonym), "Lowprice Lighter" (-> Lobpreisleiter) und Todtenhausen sind praktisch alle verwendeten Namen im Buch Wortspielereien. Kann man lustig finden, muss man aber nicht. Zumindest nicht, wenn es zwanghaft bei jeder sich bietenden Gelegenheit angewendet wird.
Schwerwiegender wiegt für mich aber, dass Arno letzten Endes ein (fast) kompletter Volltrottel ist, der keine nennenswerte (geistliche) Entwicklung durchläuft.

Der Vergleich mit den Büchern über den "frommen Chaoten" von Adrian Plass liegt natürlich nahe.
Während aber bei Adrian Plass die Hauptfigur wirklich an sich arbeitet und ihren Glauben trotz aller persönlichen Unzulänglichkeiten ernst nimmt, ist Klaus Fischers "Arno" ein ausschließlich um sich selbst kreisender Frömmler.
Warum sich seine Frau nicht längst von ihm hat scheiden lassen, oder ihn mit einer Bierflasche erschlagen hat, entzieht sich meinem Verstand.
Insgesamt also vergleichsweise platt.

Wie gesagt, ich habe das Buch schnell gelesen und mich dabei ob seiner Bosheit sehr amüsiert. Ein Buch für die Badewanne oder um nebenbei eine Tüte Chips zu vertilgen. Aber sicher kein Buch, das dauerhaft trägt.

Trotzdem: weil mir Arno irgendwie ans Herz gewachsen ist, gebe ich gut gemeinte 4 Sterne.


Kompromisslos - Keith Green
Kompromisslos - Keith Green
von Melody Green
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen krasser Typ, 20. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Kompromisslos - Keith Green (Broschiert)
Bücher über moderne "Glaubenshelden", wenn man sie mal so nennen will, sind meistens richtig, richtig peinlich.
Schon fast unirdisch, abgehoben, eher pathologisch - jedenfalls nichts, was man freiwillig ein zweites mal lesen, oder seinen Freunden empfehlen würde.

Und dann kommt "Kompromisslos" daher.
Ein Buch, das mich etwa in der Mitte der ersten Seite gepackt und bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat.
Wie Melody Green hier ihren verstorbenen Mann Keith beschreibt, einfach unnachahmlich. Sie zeigt einen großen Künstler, der aber auch ein gebrochener Mann war, der viele, viele Kurven brauchte, bis er schließlich seinen Glauben an einen persönlichen Erlöser fand.
Wo andere Heile-Welt-Kitschbücher enden würden, da fängt aber seine Lebensgeschichte erst an interessant zu werden. Wie Keith Green schließlich seinem Glauben alles in letzter Konsequenz unterordnet, eben OHNE ein pathologischer Sektenguru zu werden, das ist ganz großes Kino.
Dieses Buch ist, bzw. Keith Green war so voller Leidenschaft und voller echter Hingabe, dass es einem kalte Schauer über den Rücken jagt.
Das Gute: Keith Green ist keine Gestalt vergangener Jahrhunderte; sein Leben läßt sich noch immer gut recherchieren, seine Musik auf CD oder auf Youtube anhören. Und er war offensichtlich wirklich so, wie ihn das Buch zeigt.

Ich habe dieses Buch schon mehrfach weiterverschenkt. Die Reaktion war immer die gleiche: Wow, was für ein krasser Typ!


Note by Note - The Making of Steinway L1037 (OmU)
Note by Note - The Making of Steinway L1037 (OmU)
DVD ~ Ben Niles
Preis: EUR 14,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen zu kurz!, 26. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich liebe Klaviere und die darauf gemachte Musik!
Und es fasziniert mich, dass in Zeiten der digitalen Vollversorgung immer noch Firmen überleben können, die ein sündteueres Produkt in reiner Handarbeit herstellen können.
Klar, dass ich also an dieser DVD nicht vorbeikam.

Um es kurz zu machen: auch Nichtklavieristen, denen ich den Film zeigte, waren total begeistert davon, mit wieviel Leidenschaft die Mitarbeiter über ihre Arbeit sprechen. Wie stolz ein alter Hobel gezeigt wird, wie man über Holz und seine Maserung spricht. Das allein weckt Gefühle, die an eine gewiße Sentimentalität über eine scheinbar verlorene Zeit erinnern.
Alles an diesem Film ist irgendwie langsam, meditativ, ruhig. Das Licht scheint meist warm, man meint den Geruch von Holz, Harz und Lack in der Nase zu haben. Fast könnte man an "Die große Stille" denken dabei...
Ich werde mir niemals einen Steinway leisten können (und bin persönlich auch Fan einer anderen Klaviermarke), aber den Bau eines Instruments von Anfang bis Ende verfolgen zu können, ist schon etwas Besonderes. Man lernt den Wert der gut ausgeführten Handarbeit wieder neu zu schätzen.

So, damit aber zu meiner Kritik.
Der Film zeigt natürlich nur die guten Seiten (Saiten?!). Gerne hätte ich auch gehört, wie Steinway überhaupt überleben kann. Ich hätte gern über Innovationen im Klavierbau gehört und ich hätte gern ein paar technische Details gehabt. Ich hätte gern die Unterschiede zwischen Instrumenten gehört und ich hätte gern gesehen und gehört, welche technische Änderung zu welcher klanglichen Änderung führt. Warum klingt der vorgestellte Flügel so, wie er klingt? Warum klang der Flügel von Horowitz anders? etc. Und ich hätte insgesamt gern einen längeren Film gesehen, denn die 87 Minuten (so in etwa) sind schon reichlich kurz.
Eine halbe Stunde mehr wäre (selbst wenn man meine Fragen nicht alle aufgegriffen hätte) problemlos möglich gewesen. Und sei es nur, um den Staub im Sonnenlicht der Werkstatt tanzen zu sehen.

Insgesamt aber ein absolutes Muss für jeden Musikliebhaber!


Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen
Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen
DVD ~ Andreas Mücke-Niesytka
Preis: EUR 4,97

21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Chancen vertan, 26. Januar 2012
Ich kann meine Besuche in der Grabeskirche schon nicht mehr zählen. Ich bin fasziniert von diesem Bau, dem Mikrokosmos der darin wohnenden, betenden, streitenden Gemeinschaften.
Darum behaupte ich, ich könne durchaus einige Takte zu diesem Thema sagen.

Natürlich war es also klar, dass ich die DVD bereits zum Erscheinungstag vorbestellte. Und der Trailer im Internet machte auch große Lust darauf! Es schien, als würden hier mit einem gewißen Augenzwinkern all die Absonderlichkeiten und Schrulligkeiten der Kirchengemeinschaft dargestellt und ein Blick in den Hintergrund gewährt.
Leider muss ich sagen, dass der Filmtrailer bereits die besten Szenen enthielt!

Hintergründe werden kaum gegeben (lediglich der Status Quo wird relativ breit dargestellt), weder wird die Baugeschichte wirklich beleuchtet (die an vielen Stellen der Kirche zu zeigen wäre) noch - und das ist nun wirklich unverzeihlich! - wird die Kirche in ihrer Gänze gezeigt!
Der Kameramann beschränkt sich auf Aufnahmen des Portals, am Morgen, Mittag, am Abend. Noch ein paar Aufnahmen der Rotunde und der Ädicula - fertig.
Einen winzigen Einblick in das Sammelsurium der Kapellen erhält man eigentlich nur bei der (als Bonusmaterial eingefügten) Kirchenführung.
Aber weder wird die Frankenkapelle gezeigt, noch die Armenische Kappele gegenüber Golgotha, noch die Vartanskapelle, noch die Orthodoxen und Koptischen Kirchen und Kapellen, die sich direkt an die Grabeskirche anschmiegen und teilweise DURCH die Grabeskirche zugänglich wären.
Der Riß in der Säule am Eingang wird nicht erklärt...und, und, und.

Mich läßt der Film also sehr unbefriedigt zurück. Es mag ja ein netter Kniff sein, auf Kommentare komplett zu verzichten. Aber gerade bei dieser für Normalbürger so unübersichtlichen Materie bleibt damit der Wissensgewinn weitgehend auf der Strecke.
Schöne Bilder zwar, aber insgesamt zu wenig.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 8, 2012 9:28 PM MEST


Ganz oben
Ganz oben
von Eric Denimal
  Broschiert

2.0 von 5 Sternen schwach, 24. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben (Broschiert)
Gut gemeint ist leider nicht immer gut gemacht.
Dass der schnelle, allzu schnelle, allzu leichte Erfolge für den Menschen gefährlich sein kann, weiss man. Dass Erfolg und Karriere speziell für gläubige Christen auch eine große Versuchung darstellen, eine Versuchung, doch mal "fünf gerade sein zu lassen", sollte gleichfalls nicht schwer zu verstehen sein.

Genau darum geht es in diesem Buch. Eine schnelle Musikerkarriere, die den zunächst tief gläubigen Helden vom Glauben abbringt, ihn in Versuchung führt, ihm eine schöne Glitzerwelt beschert.
Natürlich erkennt er seinen Fehler, bereut zutiefst und kehrt dem schnöden Schein den Rücken.
Der Plot ist so simpel, dass es schon fast eines schriftstellerischen Genies bedurft hätte, daraus eine halbwegs spannende Geschichte zu basteln.
Leider ist nicht nur der Plot simpel, sondern auch die Erzählweise. Wer 5 Seiten liest, kennt sich aus im Universum und könnte sich die restlichen 120 Seiten auch sparen, er würde kaum etwas versäumen.
Wirklich traurig ist, dass der Autor das Showgeschäft als durch und durch böse und gefährlich zeigen möchte - er dabei aber so naiv und schwarz/weiß vorgeht, dass man meinen könnte, ein Fernsehimperium würde vom Onkel Alfons aus dem Nachbarhaus geführt und die gesamte Presselandschaft würde sich aus etwa 4 Personen zusammensetzen.
Leser, die älter als 7 Jahre sind, dürfte das etwas befremden.

Dass auch dezidiert christliche Literatur sehr gut geschrieben, spannend, ansprechend und fesselnd sein kann, das zeigen Autoren wie C.S.Lewis oder Adrian Plass.

Dass ich letztlich doch noch zwei Punkte gebe, liegt einfach am guten Willen des Autors, der hiermit honoriert sei.


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