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un-ist

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Von den Juden und ihren Lügen: Erstmals in heutigem Deutsch mit Originaltext und Begriffserläuterungen
Von den Juden und ihren Lügen: Erstmals in heutigem Deutsch mit Originaltext und Begriffserläuterungen
von Karl-Heinz Büchner
  Broschiert
Preis: EUR 20,00

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von dem Luther und seinen Hetzereien, 28. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Deutschlands extraordinärster Superstar als der übermächtige Wirker im Hintergrund einer brennenden Synagoge auf dem Titelblatt macht das Anliegen der Autoren der Übertragung deutlich: Dass nicht sein kann, was nicht sein darf!
So wird auch gleich eingeleitet mit einem Zitat Julius Streichers, einem der Hauptangeklagten im Nürnberger Prozess und Herausgeber des "Stürmers", was dieser dort zu seiner Verteidigung unter Berufung auf Martin Luther vorbrachte, sogar mit Video-Link.
Und so stellt sich tatsächlich die wenn auch nur hypothetische Frage, ob denn nicht Martin Luther das selbe Schicksal beschieden worden wäre wie dem des Stürmer-Herausgebers, wenn er vor diesem Tribunal hätte stehen müssen.

In dem leider nur äußerst kurz gehaltenen Vorwort wird natürlich der Frage nachgegangen, wie es zu einem derart verzerrten Bild Luthers in der deutschen Öffentlichkeit kommen konnte. Allerdings wäre hier etwas mehr an fundierten Informationen wünschenswert gewesen, gibt es doch mehrere ungern in der Öffentlichkeit breit getretene Ungereimtheiten, von denen man so hört, z.B. der in seiner früheren Zeit nur vorgetäuschten Judenfreundlichkeit, um diese mit (misslungener) Rattenfänger-Taktik zur Konvertierung zu veranlassen, die Katholiken befand er ja dafür für zu blöde.
Selbst bei dem immer noch propagierten 95-Thesen-Anschlag soll es sich nach neueren Erkenntnissen um eine Legende handeln, Luther hat demnach seine Thesen lediglich Bischöfen in lateinischer Sprache zur Disputation vorgelegt, für den Bruch mit der Kirche gäben sie keinerlei Anhaltspunkt. Maßgeblich seien drei Reformationsschriften von 1520 (Gerhard Czermak: Problemfall Religion, S.275).
Wie dem auch sei, erklärtes Ziel der Herausgeber war es, den Wirkmächtigen für sich alleine sprechen zu lassen.
Ihre diesbezüglich sehr aufwändige Arbeit ist dabei gerade zu diesem Zeitpunkt gar nicht hoch genug anzurechnen, denn die Mühsal, die Originalschrift unter Umständen lesen zu können, dürfte mit dazu beigetragen haben, das dunkle antihumane Wesen Luthers gute 70 Jahre lang zumindest vor der breiten Öffentlichkeit unbemerkt unter den Teppich kehren zu können.
Wie die Übertragenden vorgingen, dazu wird folgendes ausgeführt:

>Im vorliegendem Buch steht jeder übertragenen Seite Luthers Originaltext (in zeitgenössischer Schwabacher Fraktur gesetzt) zum Vergleich gegenüber. Die Bearbeiter haben sich bemüht, den Originaltext sinngemäß so weit wie möglich beizubehalten und dabei heute unbekannte Ausdrücke durch moderne Entsprechungen zu ersetzen. Ebenso wurden auch Ortographie und Satzbau heutiger Schreibweise angepasst, Durch Vergleich mit dem Originaltext kann der Leser selbst beurteilen, ob die Bearbeiter Luthers Worte und Aussagen sinngemäß wiedergeben. Ergänzende Informationen finden sich in 200 Anmerkungen im Anhang.<

So steht auf jeder linken Seite der Originaltext und auf jeder rechten die Übertragung, praktischer geht's nicht, sogar für Theologen, die möglicherweise wegen eines Haares in der Suppe unterwegs sind.
Gerade von dieser Seite aus ist zu vermerken, dass man sich im Zusammenhang mit Luther geradezu wie in letzter verzweifelter Not an den Begriff "antijudaistisch" klammert und im Gegenzug -ähnlich wie Luther gegen die Juden- gegen den Begriff "antisemitisch" zu Felde zieht, die offizielle Linie der EKD scheint wohl dahinter zu stehen.
Allerdings gelangt dadurch eigentormäßig nur die geballte Verkommenheit einer irrationalen Ideologie in den Fokus, will man den Abscheulichkeitsgrad eines Menschen einmal wegen seiner Religion und einmal wegen seiner Herkunft in unterschiedlicher Höhe bewerten.

Die Ausführungen Luthers verschlagen einem die Sprache!

Da stellt sich wirklich nur eine einzige Frage: Durch welche Freiheit ist es überhaupt gedeckt, ein derartig krass antisemitisch, antimuslimisch, antifeministisch, antibäuerisch und überhaupt gegen alle Andersdenkenden, ja sogar gegen Behinderte hetzendes Ungetüm ausgerechnet im Land des Holocaust wie einen Weltstar zu feiern? Dazu noch mit dem Geld von uns Steuerzahlern?


Der letzte Aberglaube: Eine philosophische Kritik des Neuen Atheismus (editiones scholasticae)
Der letzte Aberglaube: Eine philosophische Kritik des Neuen Atheismus (editiones scholasticae)
von Edward Feser
  Broschiert
Preis: EUR 29,90

8 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Auf nach Absurdistan, 16. März 2015
Leider wird hier kein "Blick ins Buch" ermöglicht, daher bitte ich um Entschuldigung, wenn einem schon beim Lesen allein dieses Klappentextes der Hals schwillt.
Zunächst einen Auszug von anabell.de:

1652 veröffentlichte Galileo Galilei seinen Dialog, in der er das Kopernikanische Weltbild bewies. Von der Kirche gab es heftigen Widerstand, der viele Jahre anhielt. Galilei wurde eingesperrt und unter Androhung von Folter gezwungen, auf den Knien zu widerrufen. Galileo Galilei musste geloben, "den Irrtum und die Ketzerlehre von der Bewegung der Erde zu verfluchen und zu verabscheuen". Papst Paul V. beendete die Diskussion mit einem feierlichen Dekret:
"Die Lehre von der doppelten Erdbewegung um die eigene Achse und um die Sonne ist eine Irrlehre und völlig gegen die heilige Schrift."
Als Reaktion auf Galileo Galileis Entdeckungen segnete die Kirche zahlreiche hastig erstellte Arbeiten ab, die ihn widerlegen sollten. Beispielsweise von Scipio Chiaramonti (Theologe): "Tiere, die sich bewegen, haben Glieder und Muskeln; die Erde hat keine Glieder oder Muskeln, daher kann sie sich nicht bewegen; Engel sind es, die Saturn, Jupiter, die Sonne usw. kreisen lassen; wenn die Erde sich drehte, müsste sie auch einen Engel in ihrer Mitte haben. Aber dort lebt nur der Teufel; es würde also auch nur ein Teufel sein können, der die Erde in Bewegung setzte..."
Noch im späten 19. Jahrhundert bemühten sich die Geistlichen vergeblich, die biblische Kosmologie zu verteidigen.
Erst 1885 erkannte der mit päpstlichen Doktortitei versehene George Mivart (katholischer Gelehrter), dass Gott in bezug auf die Struktur des Universums wohl gelogen hat.
Der Kampf um Galileo Galilei lieferte das Muster, nach dem die Kirche in den folgenden drei Jahrhunderten jede neue Entdeckung verdammte. Im Zeitalter der Aufklärung wurde fast jede naturwissenschaftliche Erkenntnis verworfen, weil sie im Widerspruch zur heiligen Schrift stand. Annähernd jedes bedeutende wissenschaftliche Werk dieser drei Jahrhunderte erschien auf dem Index der verbotenen Bücher, nachdem es, weil es der Bibel widersprach, für falsch erklärt worden war.
1832 erklärte Papst Gregor XVI. den Krieg gegen die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung.

Also, das Foltern und Verbrennen von Wissenschaftlern aufgrund ihrer wissenschaftlichen Erkenntnisse, weiterhin die Vernichtung fast sämtlicher antiken Buchbestände, Antimodernisteneid usw. und überhaupt die damalige Unmöglichkeit, wegen akuter Bedrohung von Leib und Leben kein Christ zu sein, als
"Konflikt zwischen zwei völlig verschiedenen philosophischen Konzeptionen" abzutun, ist so ziemlich das Schamloseste, Absurdeste und Abscheulichste, was mir in den vielerlei Kommentaren, Rezensionen und Foren hier bei Amazon bisher untergekommen ist.

Und wer ein solches Buch verfasst, sollte sich anstelle von unsubstantiellem Gefasele zumindest ein klein wenig mit dem Atheismus-Begriff vertraut machen. Ein Atheist ist nämlich nicht mehr und nicht weniger als die ganz einfache Bezeichnung für jemanden, der diese angeblich durch die Erlösung Jesu Christi besser gewordene Welt nirgendwo entdecken kann.

NACHTRAG: Da man unter [...] darin blättern kann, möchte ich einige charakteristische Ausschnitte nachreichen:

>>Wie dieses Buch zeigen wird, ist es die Vernunft selbst, die bezeugt, dass es gegen die Pest des säkularen Progressismus nur ein Heilmittel geben kann:
Écrasez l' infame (Zermalmt die Niederträchtige). (S.5)
Denn der Säkularismus ist notwendigerweise und von Natur aus eine zutiefst irrationale und amoralische Weltanschauung, und je gründlicher seine Anhänger ihn in sich aufnehmen, desto endgültiger versperren sie sich den Weg zu einem vernünftigen und sittlichen Verstehen. Aus genau diesem Grund fällt es seinen Anhängern obendrein zwangsläufig schwer, ja, es ist ihnen in der Tat nahezu unmöglich, ihren wahren Zustand zu erkennen.<< (S.9)

Mit Unterster-Schubladen-Rabulistik geht es dann weiter gegen den Erzfeind:

>>Dies mag Dawkins, einem Autor populärwissenschaftlicher Bücher, der Metaphysik schlecht von Metamucil (ein kalorienarmes Abführmittel aus ind. Flohsamen) ableiten kann oder im Fall von Vanity Fair-Mitherausgeber Hitchens kaum überraschen, der wahrscheinlich denkt, Metaphysik sei, wenn Shirley McLaine darüber sinniere, wann sie ihr Kassenschlager-Prestige eingebüßt habe. (S:11)
Man gelangt zu der Einsicht, dass Vernunft und Moral höchstwahrscheinlich nur vor dem Hintergrund des klassisch-abendländischen philosophischen sowie christlichen Weltbildes zu verstehen sind. Die Wahrheit ist das genaue Gegenteil von dem, was der Säkularismus behauptet: Nur eine (bestimmte) religiöse Weltsicht ist rational, moralisch verantwortbar und gesund, während eine areligiöse Weltanschauung dementsprechend zutiefst irrational, amoralisch und ungesund ist. Der Säkularismus kann niemals wirklich auf der Vernunft beruhen, sondern nur auf dem "Glauben"... << (S.13)

Und das in einer Zeit, in welcher die gesamte gegenwärtige aus den Fugen geratene Welt durch die Auswüchse des Glaubens im Islam uns alle ganz explizit zu keinem anderen Schluss kommen lässt, als dass wir ohne einen Gott eine wesentlich bessere und unbeängstigendere Welt vorfinden würden. Genau so, wie es bereits das Christentum zeigte, als ihm die entsprechende Macht durch die Säkularisation noch nicht entrissen worden war, nur weitaus heftiger und grausamer, und was verdeutlicht, dass es einen logischen Weg vom Glauben an ein höheres Wesen zum Töten anderer Menschen gibt.

Zuguterletzt möchte ich ein Experiment vorschlagen bzw. nahelegen, mit welchem man eine fast spirituelle Erfahrung machen kann, egal ob als Christ, Atheist, Pan- oder Panentheist:
Man bringe die Geduld auf und lese die ersten 25 Seiten dieses Buches (kann man sich ergoogeln).
Unmittelbar danach ziehe man sich hier bei Amazon den Blick ins Buch von Uwe Lehnert "Warum ich kein Christ sein will" (6.Auflage) rein.
Ich verbürge mich: Es ist, als entfliehe man einer düsteren, von Dämonen beherrschten verrottetem kalten ätzenden Gruft und trete in das Licht eines herrlich lauen Frühlingstages einer völlig anderen Welt.

Der eine Pflichtstern bedeutet: Greift zu, Fundis, greift zu!
Kommentar Kommentare (41) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 14, 2016 1:25 PM MEST


Gott und Jenseits - Irrtum oder Möglichkeit? Was wir in Einklang mit dem kritischen Denken vermuten dürfen.
Gott und Jenseits - Irrtum oder Möglichkeit? Was wir in Einklang mit dem kritischen Denken vermuten dürfen.
von Hans Reiter
  Taschenbuch
Preis: EUR 20,90

13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Christengott endgültig eine Luftnummer, 31. Januar 2015
Der denkende Mensch hat die wunderliche Eigenschaft, dass er an die Stelle, wo das unaufgelöste Problem liegt, gern ein Phantasiebild hinfabelt, das er nicht loswerden kann.
Johann Wolfgang von Goethe

Der überwiegenden Zahl von Menschen dürfte inzwischen klar sein, dass die Modelle sämtlicher Religionen eine erkenntnisverhindernde alte Denkform ist, und wir uns aufgeklärten Denkformen zuwenden müssen, um zukünftige Herausforderungen zu meistern.
Dies wird immer unaufschiebbarer angesichts dessen, dass die gesamte gegenwärtige Welt vorwiegend religiös motiviert immer mehr aus den Fugen gerät.
Kann daher heutzutage noch eine Rücksicht auf den aus rücksichtslosem institutionellen Macht- und Besitzgierstreben erfolgten geistig-psychischen Missbrauch der Gläubigen und dem damit erst ausgelösten ach so bemitleidenswerten religiotischem Wunschdenken, kann eine solche Rücksicht überhaupt noch verantwortbar sein?

Das grundsätzliche Anliegen dieses Buches liegt wohl in dem Versuch, dem Glauben eine Substantiiertheit unterzujubeln, um ihn überhaupt noch irgendwie ins Hier und Heute und in die Zukunft hinüberretten zu können.
Das hierfür aufgebrachte Engagement verdient Bewunderung, der Autor macht es den Verschiedendenkenden keinesfalls leicht:
>> Ich denke,dass man das leere Grab nicht als einen Beweis oder als eine notwendige Voraussetzung für die Auferstehung Jesu betrachten sollte, da man doch nicht annehmen darf, die Materie seines Körpers befände sich nun im Himmel. <<
Die sterblichen Überreste eines Teiles der heiligen Dreifaltigkeit nun doch verwest? Die Hostienesser werden begeistert sein.

Wenn aber versucht wird, mit dem Zitat eines Molekularbiologen zu belegen, dass im menschlichen Genom die Ursache für den Glauben an Gott (an welchen denn?) entdeckt sei, kann ich mich sogar selbst als schillernden Gegenbeweis für eine derartige Tollpatschigkeit einbringen. Nein und nochmals nein, das ist heutzutage eine ausschließliche Frage von Indoktrination und sozialer Dressur.

Für das vom Standpunkt des Autors ehrliche Bemühen um Ausgeglichenheit zwischen allem Für und Wider nötigt er immerhin vier Sterne ab, auch wenn ich seine Standpunkte bei weitem nicht teile.
Zum Ausklang wiederum ein bezeichnendes Zitat:

>> Ich gehe durch die Irrenhaus-Welt ganzer Jahrtausende, heiße sie nun "Christentum", "christlicher Glaube", "christliche Kirche" mit einer düsteren Vorsicht hindurch - ich hüte mich, die Menschheit für Geisteskrankheiten verantwortlich zu machen.
Aber mein Gefühl schlägt um, bricht heraus, sobald ich in die neuere Zeit, in unsere Zeit eintrete.
Unsere Zeit ist wissend ... . Was ehemals bloß krank war, heute ward es unanständig - es ist unanständig, heute Christ zu sein.
Und hier beginnt mein Ekel. <<

Friedrich Nietzsche
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2015 6:35 AM MEST


Zehn Milliarden
Zehn Milliarden
von Stephen Emmott
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buch mit höchster Aktualitäts-Wachstumsrate, 10. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zehn Milliarden (Gebundene Ausgabe)
Betrachten wir mal, wie sich die Prognosen des Buches sozusagen Live weiterverfolgen lassen anhand neuester Meldungen von Spiegel Online:

24.07.13 Forscher warnen vor arktischer Kosten-Zeitbombe (100 Milliarden geplante Investitionen für Abbau von
Bodenschätzen, 60 Billionen Folgekosten des nur allein daraus resultierenden Klimawandels)

25.08.13 Künstliche Photosynthese - Sonnenlicht zu Wasserstoff / 24.10. BZ: Neue Energie-Künstliches Blatt

26.09.13 Uno-Report: CO2-Debatte verzögert Klima-Verhandlungen

18.10.13 UNO-Forscher wollen Klimaberichte abschaffen (Mehr Gewaltkonflikte durch Erderwärmung befürchtet)

12.11.13 T-Online: Der Countdown fürs Überleben läuft (besonders lesenswert!)

23.11.13 Wutausbrüche, großes Misstrauen, zweigeteilte Welt: Die Klimakonferenz in Warschau

25.11.13 Auftauender Meeresboden: Polarmeer stößt mehr Methan aus als gedacht

16.12.13 NTV: Wasserknappheit wird zur Bedrohung

22.04.14 Tagesschau: Chinas Schwerindustrie pustet soviel CO2 aus den Schloten, dass manche Wissenschaftler Chinas versmogte Städte als unbewohnbar für menschliche Wesen einstufen. 50% der Gewässer, 20% des Agrarbodens vergiftet.

29.07.15 ARD/ZDF bzw. sämtliche Medien: Weltbevölkerung wächst schneller als vorausgesagt.

Das Manko unaufhörlicher derartiger Veröffentlichungen in sämtlichen Medien ist ja, dass man gar nicht mehr schaffen kann und will, sich das alles immer wieder zu verinnerlichen und zu hinterfragen, zumal man ja auch zu glauben meint, das alles in etwa bereits zu wissen.
Genau das macht das Erscheinen dieses Buches so überaus wichtig: Mit dieser Schlichtheit, dem Verzicht auf Schnörkel, dem Fehlen wissenschaftstheoretischer Fachbegriffe kurz und prägnant einen derart schonungslosen Gesamtüberblick über die fundamentalsten Bedrohungen unseres Erdballs zu erstellen, einschließlich der Zusammenhänge zwischen den einzelnen komplexen Problemfaktoren und den daraus resultierenden Prognosen, ist beispiellos.
Und das von einem Autor, der keinerlei Referenzen nötig hat: Der auch in Cambridge und London lehrende Oxford-Professor Steven Emmott, als Leiter eines Microsoft-Labors mitsamt einem Stab von 500 Mitarbeitern äußerst motiviert
auf dem Gebiet der rechnergestützten Naturwissenschaften forschend, ehemals Manager und Wissenschaftler bei den Telekommunikationsriesen British Telecom und AT&T sowie dem US-Elektronikkonzern NCR.

Die im Buch enthaltenen Tabellen weisen allesamt diese typische Bumerangkurve auf, allen voran diejenige des Wachstums der Weltbevölkerung, über die meisten der Jahrtausende überhaupt nicht erkennbar, aber dann in der Neuzeit fast senkrecht in die Höhe explodierend. Das verdeutlicht die überaus lange Inkubationszeit mit dem Schadwesen Mensch und dessen akut ausbrechenden Überhandnehmens in der Neuzeit auf dem Gesamtorganismus Erde.
Ohne es besonders hervorzuheben, deutet dann auch alles darauf hin: Uns bleibt nur, uns in unserer ungebremsten, alles überwuchernden Ausbreitung zurückzunehmen. Dazu müssten wir uns jedoch erstmal sämtlicher geistesvernagelnder Ideologien entledigen, allen voran die Religionen, aber unser ausgeprägter Hang zum nicht viel Hirn benötigendem Wunschdenken wird uns da noch eine ganze Weile den Weg versperren. Daher wird es den Autor einige Überwindung gekostet haben, ausgerechnet die Atomkraft als einen möglichen Lösungsweg aus der Energiemisere mit heranzuziehen.

Und die Politik? Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:
"Diesbezüglich sind die Politiker heute allerdings Teil des Problems, nicht der Lösung.(...) Die Politiker haben sich stattdessen für den Weg der gescheiterten Verhandlungen entschieden. (...) Allem Anschein nach werden auf 20 Jahre der leeren Worte und des Nichtstuns weitere 20 Jahre der leeren Worte und des Nichtstuns folgen."

Wie war das doch gleich mit der gerade erst gescheiterten Klimakonferenz in Warschau?

Etwas ist mir letztlich nicht ganz plausibel: Er bezweifelt selbst, dass wir es fertig bringen würden, weniger Kinder in die Welt zu setzen. Wenn sich aber an der gegenwärtigen weltweiten Geburtenrate nichts ändert, sind wir am Ende dieses Jahrhunderts nicht die prognostizierten 10 Milliarden, sondern unweigerlich 28 Milliarden. Auf welche Weise die dann aber überzähligen 18 Milliarden nicht auf der Welt herumspazieren, ob sie vielleicht nach einem Ende des Päpste- und Imamwesens doch gar nicht erst in die Welt gesetzt werden, ob sie unmittelbar nach der Geburt vor Hunger und Mangel sterben wie heutzutage schon etwa 3 Millionen Babys jährlich, verdursten, möglicherweise vom bis heute noch nicht endlagerungsfähigem Atommüll sterilisiert, oder gar weggebombt werden, lässt der Autor offen.
Nicht offen lässt er den Ausblick: Unsere Nachkommen sollten für die zukünftigen unausweichlichen Verteilungskämpfe gut gerüstet sein (die Schulung am Gewehr als Synonym).

Was können wir tun?

Solange wir uns in Supermärkten wie Kaufland eine Regalfläche genehmigen, die früher beim Lebensmittelladen um die Ecke ausreichend für ein Vollsortiment war, alleine nur um gefühlte tausend verschiedene Sorten von Joghurt anzubieten, oder wir alle noch keinen Aufkleber "Bitte keine Werbung" auf unseren Briefkästen haben, sieht alles natürlich sehr, sehr schlecht aus (nur mal als zwei winzige von hunderttausenden von Beispielen).
Was aber will der Autor?
Natürlich will er uns mit den geballten Ausweglosigkeiten provozieren, zum Nachdenken, zum aufmerksam bleiben, zum Handeln, zum Meinungen bilden, zum Argumente aneignen und weitergeben, vor allem die an diesen Themen weniger interessierten Heranwachsenden hierfür empfänglicher machen, Änderungswillen erzeugen. Sehen wir uns genau an, wen wir wählen.
Treten wir entschieden der "Wachset und mehret euch"-Fraktion entgegen!
Halten wir es lieber mit "Verringert euch, seid der Natur der Erde untertan"


Joe Cocker: Fire It Up - Live [Blu-ray]
Joe Cocker: Fire It Up - Live [Blu-ray]
DVD ~ Joe Cocker
Preis: EUR 9,34

9 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Für HD-Klangfetischisten eine bitterböse Enttäuschung, 30. Dezember 2013
Bezieht sich ausschließlich auf das 5.0 Dolby True HD-Format

Zusammen mit den vier Scheiben der Tour De Force/J.Bonamassa und Hugh Laurie Live On Queen Mary bestellt, dachte ich, good old Joe in Dolby True HD, da kann man nichts falsch machen, das wird bestimmt das Sahnehäubchen. Alle vier eigentlich tollen Bonamassa-Scheiben waren vielleicht ein wenig des Guten zu viel, so unterschiedlich wie angekündigt war dann doch nicht wirklich alles, vor allem, wenn man den Acoustic Evening auch schon hatte, Hugh Laurie aber in jeder Beziehung hervorragend (wenn man es denn mag), und zum Schluss erwartete ich den Altmeister als rockige Krönung.
Doch dann das für einen so lange gestandenen großartigen Künstler Unfassbare: Ein für Dolby True HD weitgehend unzeitgemäßer unterirdischer Klang; oder besser beschrieben, es klingt wie unter Wasser, richtig, als wenn man die Musik in einem Tauchbecken zu Gehör bekommt, aber untergetaucht. Total glattgebügelt, wie durch mehrere hintereinander geschaltete Kompressoren gejagt oder sonstwie hilflos versucht, das ganze auf Allgemeingefälligkeit zu trimmen. Dynamik, perlende Klavierläufe oder Ähnliches - Fehlanzeige. Einfach mit dem größtmöglich vorstellbaren Rock `n` Roll-Unfeeling abgemischt.
Ich weiß, dass ich Denjenigen Unrecht tue, die sich diese Scheibe in erster Linie in Erinnerung an das Kölner Konzert anhören, oder mehr den You Are So Beautiful-Fans, bei denen sich so einige Melodien mit gewissen Erinnerungen verbinden, aber an Diese richtet sich meine Rezension nicht, sondern an Diejenigen, die vorrangig bestrebt und auch in der Lage sind, das klangliche Potential der neueren Tonformate bis zum letzten Quäntchen auszuschöpfen und dementsprechende Ansprüche an die Aufnahmequalität haben.

Das Bild ist logischerweise von dieser Bewertung ausgeschlossen, denn da ich diese Scheibe wohl kaum ein zweites mal höre, bekomme ich es auch nicht wieder zu Gesicht.

Bevor sich die zahlreich zu erwartenden Gegenstimmen zu Wort melden, sei empfohlen, sich auf der Crossroads 2013 mal "Whipping Post" von der Allman Brothers Band reinzuziehen. Stück wie Band auch schon weit über 40 Jahre alt, aber hier auf dem spieltechnischen und und klanglichen Höhepunkt, da rechtfertigt meiner Meinung nach schon allein diese eine Nummer die Anschaffung. Nur damit verstanden wird, von welchen Unterschieden hier die Rede ist.

Keep on rocking


Hätte man Verstand, brauchte man keine Götter: Religionskritik in Zitaten
Hätte man Verstand, brauchte man keine Götter: Religionskritik in Zitaten
von Klaus Huber
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

37 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heilsbringer oder Verbrecher?, 22. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch enthält mehr als 700 Zitate, jedoch weniger die ganz großen Namen, die zwar auch vorkommen, dafür mehr Beiträge aus der aktuellen Religionskritik, was den Vorteil hat, hier überwiegend noch nie Gelesenes vorzufinden.
Sehr schön auch das Vorwort, wie der in streng katholischem Umfeld aufgewachsene Autor schildert, wie etwa mit 30 sein Umdenken aufgrund eines selbst gebauten Spiegelteleskopes einsetzte. Also ich kann dieses Buch jedem Gläubigen nur ans Herz legen, der für ehrlichen Zugewinn empfänglich ist.

Das Herrliche ist, einzelne Autoren wie Deschner, Dawkins oder Schmidt-Salomon können von auf die Unterbindung von Religionskritik abgerichteten Theologen nach Herzenslust und immer wieder in der Luft zerrissen werden, und für die Denkschwachen sogar wirkungsvoll. Ohne diese natürlich ernsthaft zu widerlegen, aber wen interessiert das schon.
Hier aber, wo vor dem Hintergrund vieler der klügsten Köpfe, welche die Menschheit je hervorgebracht hat, die Jüngeren zu Wort kommen und im Prinzip in das selbe Horn blasen, können sie gar nicht erst versuchen, sich die Zähne auszubeißen ohne sich der vollkommenen Lächerlichkeit preiszugeben. Daher wage ich vorauszusagen, dass es bei diesem Buch nicht eine einzige Stimme ernsthafter theologischer Kritik geben wird.

Gegliedert in die Kapitel 1.Glaube und Religion, 2.Gott, 3.Die Bibel, 4.Christentum und Kirche, 5.Kinder, 6.Ethik
7.Glaube und Wissenschaft, 8.Atheismus und 9.Sinn, jeweils mit einem sehr einfühlsamen Kommentar des Autoren aufbereitet, ist es meiner Meinung nach gerade und vor allem für Gläubige empfehlenswert, welche sich nicht den Erkenntnissen verweigern wollen, wie die Religionen von einem großen Teil der geistigen Elite unseres Volkes und auch der Weltelite wahrgenommen werden und auch schon immer wurden.

Allerdings kann es auch erheblich deprimierend werden. So, wenn man im Kapitel 4 anlangt und, obwohl man das ja alles schon weiß, wieder mit diesem Moloch schwersten Verbrechertums und maßloser Besitzgier konfrontiert wird, der selbst bis heute unseren Staat immer noch partiell in eiserner Umklammerung hält, dann ist das schon niederschmetternd. Oder wenn im Kapitel 5 die verheerenden Auswirkungen von Kindesindoktrination verdeutlicht werden, oh,oh,oh.

Wer sich allerdings mit den Religionen kritisch auseinandersetzt und gerne hinterfragt, erhält hier den wohl allumfassendsten Fundus an derart vielseitigen und kaum Widerspruch ermöglichenden Argumenten. Wenn Ihnen z.B. mal wieder jemand erzählen will, Hitler oder Stalin wurden durch den Atheismus inspiriert, hier finden Sie die Entgegnungen, um ihn diesbezüglich die Klappe halten zu lassen, und zwar für immer.

Aber es wäre kein gutes Buch, wenn es nicht auch etwas zu bemängeln gäbe: Ganz, ganz viele der Zitate beziehen sich auf die herkömmlichen Bibelinhalte und -auslegungen.
Dabei behauptet doch heute die moderne Theologie - durch wissenschaftlichen Fortschritt und Aufklärung in immer verzweifelter werdende Erklärungsnöte geraten - in einem der schizo-frenetischsten aller Höhenflüge: Was da in der Bibel steht, steht doch in Wirklichkeit gar nicht da drin!
Und genau diesem Unding wird sich ganz allgemein von der aktuellen Religionskritik mMn viel zu wenig angenommen.

Die Titelfrage möge sich der geneigte Leser nach der Lektüre dieses Buches natürlich selbst beantworten.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 27, 2014 7:47 PM MEST


So komme ich in die Hölle: Ein Streifzug durch den Irrsinn der Religion
So komme ich in die Hölle: Ein Streifzug durch den Irrsinn der Religion
von Jörg Schneider
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Highway To Hell, 29. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Alle weltanschaulich ins Schleudern gekommenen oder eventuell noch Suchenden werden für dieses Buch dankbar sein, bringt es doch den letzten Kick zum endlichen Geradeausdenken, ähnlich einem Nikotinpflaster zum wesentlich erleichterten Ausstieg aus der Sucht, allerdings mit schockwirkender Rückfallimmunisierung.

Liegt es doch in der Natur der heiligen Schriften (welche reichlich zitiert werden), die Kreativität von klugen Geistern immer wieder erneut zu nicht enden wollender Verballhornung herauszufordern.
So jagt hier eine Welle köstlicher, köstlichster und allerköstlichster scharfsinnig beißender Satire die andere und landet haarscharf dort, wo sie hingehört: In den Denkanregungszentren der Zielgruppe.
In sich erfrischend von der Talkshow-Verträglichkeit ähnlicher Veröffentlichungen abhebender Manier reiht sich eine Unglaublichkeit an die andere, aber keinesfalls unsachlich aufbereitet, wobei kreuz.net natürlich den Vogel abschiesst, aber auch Meister Ratzinger nicht zu kurz kommt.
Und so kommen Aufklärer wie Jörg Schneider und Michael Schmidt-Salomon daher und übernehmen für uns Erwachsene die Rolle der früheren älteren Schüler, die uns damals verlachend dazu brachten, uns vom Glauben an den Weihnachtsmann zu befreien, und das finde ich, ist immer noch die gesündeste und selbstverständlichste Art, mit diesen Themen umzugehen.
Ein Zitat:
" ... taugt das Trugbild der Hölle auch besser als jedes andere zum Synonym für die leider umso realere Widersinnigkeit der Kirche, sich in trotziger Kleinkindmanier krampfhaft an ihrem Wahrheitsanspruch festzuklammern.
Doch es ist nicht die Aufgabe der Skeptiker, die unverhandelbaren Ansprüche religiöser Dogmen als ideologische Mogelpackung zu entlarven, sondern es liegt vielmehr an den Dogmatikern, ihre Thesen zu beweisen oder wenigstens in einem Maß zu begründen, das sich nicht auf die geistige Weltoffenheit eines metaphysischen Nordkorea beschränkt.
Zugegeben, keine allzuleichte Übung, zumal das gusseiserne Dauerargument "weil es so geschrieben steht" im Bereich der geistigen Reife nun mal gehörig Luft nach oben lässt."
Oder:
"Vielleicht sieht Gott ja selbst aus wie ein Primat und hat uns nach seinem Ebenbild geschaffen, das uns dann aber nach einiger Zeit einfach zu affig wurde und wir dementsprechend versucht haben, es schnellstmöglich wegzuevolutionieren. Damit wäre sowohl allen Beteiligten wie auch den Befürwortern von Schöpfungs- und Evolutionslehre geholfen."
Weiter noch, Zitat Ratzinger:
"Aber wir versuchen heut' das, was nach damaligen Methoden - zum Teil kritisierbar - gemacht worden ist, jetzt aus unserem Rechtsbewusstsein zu machen. Aber man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, das Untersuchungen gemacht werden mussten."
Wenn ich mir dazu ein damalig zeitgenössisches Bildnis vor Augen führe, wo ein auf ein Rad gespannter Beschuldigter mit glühenden Zangen bearbeitet wird, und der Inquisitor sitzt daneben mit Tinte und Feder und notiert die herausgebruzzelten "Untersuchungs"-Ergebnisse, dann frage ich mich unmöglich zu Unrecht, in welch weltanschaulich perversem Gruselkabinett wir im Hier und Heute leben.
Wenn es allerdings den Straftatbestand des Verbrechen-gegen-die-Menschlichkeit-Bagatellisierens gäbe, stellte sich zwingend die Frage, wem denn dies nachweislich anzulasten wäre, dem Ex-Pontifex selbst oder seinem seinerzeit direkten Einflüsterer, dem barmherzigen und allgütigen Herrgott höchstpersönlich, wahrscheinlich aber beiden.
Zumindest sollte jedem Kirchensteuerzahler bewusst sein, wozu er da Beihilfe leistet.

Nothing is perfect gilt natürlich auch für dieses Buch. Durch sich wiederholende lange Schachtelsätze liest es sich oftmals ziemlich zäh, es werden immer wieder Bezüge zu Fussball- und anderen Größen hergestellt und so wird man ab und an immer mal in die Alltags-Trivialitäten zurückgeholt. Doch dann wird Deutschlands extraordinärer Weihscharlatan, Ex-Fernsehpfarrer Fliege ausgiebigst zerpflückt, wobei wieder ganz besonders deutlich wird, welch einzigem Zweck die Aufrechterhaltung des ganzen faulen Zaubers zu dienen hat: Der unermesslichen und schamlosen Macht- und Raffgier der Führungseliten und ihrer Teilhaber. Und, mit welch haarsträubender Blöd- und Leichtigkeit sich deren Schäfchen das Geld aus der Tasche ziehen lassen.

Mit dem Verriss von Bono kann ich nicht so ganz mitgehen, zum einen finde ich ihn musikalisch integer, zum anderen dürfte doch durch seine Aktivitäten, aus welchen Beweggründen auch immer, mehr in der dritten Welt angekommen sein, als durch das Betreiben sämtlicher Pontifexe.
Sieht man dazu, was diese ausser ihren gerade zelebrierten und selbst von etlichen Betonköpfen in den eigenen Reihen als unerträglich empfundenen Prunkexzessen - wozu es auch im Buch bezeichnende Erkenntnisse gibt - bisher dort angeboten haben: Die Überbevölkerungsfördernde Aufforderung "Mehret Euch", jedwede vernünftige Familienplanung verhinderndes Kondom- und Abtreibungsverbot, und das angesichts dessen, dass jährlich dort etwa 3 Millionen Kinder zur Welt gebracht werden, die von vornherein keine Chance haben, die ersten 28 Lebenstage zu überstehen, dann dürfte dieses mit zu den schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Gegenwart hinzugerechnet werden können.
Etwa im 10. Kapitel gerät es mit allerlei Zahlenspielereien in etwas seichteres Fahrwasser, ohne aber, dass es sich unanstrengender liest, und wenn man bis dahin spannungsgetrieben in einem Ritt durch gelesen hat, können einem dann schon mal die Augen zufallen, bevor es sich wieder zum Finale hochschaukelt, um dann die Quintessenz des gesamten Buches grandios und gleichsam simpel wie treffend mit einem aus vier Worten bestehenden Zitat abzuhaken.
Allerdings hat das Buch doch noch einen gewaltigen Makel: Könnte es etwaigen gekonnt dagegen Argumentierenden und selbst geschulten Kirchenrhetorikern derart die Sprache verschlagen, dass es hier langweilig wird im Forum.

Da das dritte Reich wohl leider einen großen Bogen um die Hölle gemacht hat, sei der geneigte Leser dazu angehalten, folgende, bei der Verteidigung von Deschners Band 10 schon mal vorgebrachten Zeilen mit besonderer Aufmerksamkeit zu lesen, um sich an deren Ende selbst zu prüfen:

Zum Geburtstag des Führers
In Treue und Eintracht begeht die deutsche Nation am 20. April den 51. Geburtstag des Führers, der uns wieder mit ganzer Bewußtseinskraft die geschichtliche Größe und Bedeutung des Wandels vergegenwärtigt, der durch den Führer und sei Werk vollzogen worden ist. Daß der Geburtstag des Führers diesmal im Kriege begangen werden muß, läßt die Größe und Bedeutung dieses Wandels nur umso stärker hervortreten, da dieser Krieg unbestrittenermaßen nur entfesselt worden ist, um diesen Wandel in allen seinen Teilen wieder rückgängig zu machen. Für die Gesamtheit der Deutschen ist der Führer die Verkörperung des deutschen Lebenswillens, der deutschen Hingabe an die Aufgabe und Sendung der Nation im Raume unseres Erdteiles, des leidenschaftlichen Einsatzes der eigenen Persönlichkeit für die Ehre und Wohlfahrt des Vaterlandes.
Der wahre Christ sieht durch die Kraft seines Glaubens in allem Erdengeschehen das Walten göttlicher Führung und Fügung. Deshalb gilt an dem Tage, da der Führer ein neues Lebensjahr beginnt, sein erster und geträulichster Dank dem allmächtigen und allgütigen Gott, der durch die Hand des Führers das deutsche Volk aus dem Leben der Verelendung und Knechtschaft errettet hat und es die Tage seiner Wiedererhöhung erleben ließ. Im gleichen Atemzuge gilt sein Gebet dem Leben und und Wirken des Mannes, den Gott zu seinem Willensvollstrecker erhoben hat, ihn gegen die Nachstellungen seiner Feinde siegreich beschützend. Und mit diesem Gebete vereinigt sich das Bekenntnis zu treuer, aufrechter und entschlossener Gefolgschaft. W.P.
Katholisches Kirchenblatt für das Bistum Augsburg, Titelseite 21.4.1941

Jetzt möchte ich Sie bitten, liebe Leser, sich diesen Text nochmals zu verinnerlichen.
Und nun stellen wir uns die Frage, ob wir das nicht alle hätten unterschreiben können,
wenn wir genau in diese Zeit hinein geboren worden wären.
Sollten Sie das ehrlicherweise mit ja beantworten können, dann wissen Sie ab jetzt unwiderruflich,
dass der Glaube ein reines Manipulationsobjekt ist.

Keep on thinking
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 11, 2014 2:06 AM CET


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