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Rezensionen verfasst von
Leserattin "Linda W." (Deutschland)

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Der Muttermörder
Der Muttermörder
von Anne B. Ragde
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Kühle Spannung, 10. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Muttermörder (Taschenbuch)
Ein zurückhaltender, fasst unterkühlter Erzählstil, der für mich gut zum Inhalt des Buches passt: Von Anfang an kennt der Leser den Täter Petter, begleitet ihn von Kindesbeinen an und nimmt Anteil an seinem Leben. Einem schlimmen, traurigen Leben, geprägt von frühestem Missbrauch durch die Mutter (hier wird nicht näher drauf eingegangen, Einzelheiten gibt es nicht, sämtliche nebulösen Details erhält man durch Hörensagen)und Verlust von Menschen, die ihm Halt und Liebe hätte geben können, sodass alles hätte ganz anders kommen können. Können – nicht müssen … Stellenweise entwickelte ich Mitleid mit dem Jungen, der letzten Endes auch ein Opfer ist, womit in dieser Geschichte jedoch durchaus nichts entschuldigt wird. Doch macht es Petters Handeln oftmals nachvollziehbarer, wie ich meine. Soweit das für den Normalsterblichen eben geht.
Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen einem Ermittler und einer Zeugin, fügt sich gut und glaubhaft in die Geschichte ein und hatte für mich etwas Tröstliches. Ein kleiner, normaler Lichtblick neben der kranken Düsternis.
Dass aus mehreren Perspektiven erzählt wird, macht den Verlauf spannender, und zwar bis zum Schluss. Für mein Empfinden kommt das Finale recht plötzlich. Verpuffen ist sicher nicht ganz das richtige Wort … aber ich hätte mir mehr Tiefe und Ausführlichkeit gewünscht.
Ein spannendes Buch mit interessanten Charakteren, das ich sehr gern gelesen habe.


Der Frauenmörder
Der Frauenmörder
Preis: EUR 0,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung, 20. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Frauenmörder (Kindle Edition)
Durch die vielen guten Bewertungen wurde ich auf diesen Kurzkrimi aufermerksam und ich kann nur sagen, dass ich mich diesen Bewertungen anschließen muss.

Zwar war mir rasch klar, wie der Fall enden würde - doch sowohl Schreibstil und Ausdrucksweise, wie auch der erstaunlich zeitgemäße Inhalt des Buches sowie die kleine Zeitreise in die 20er jahre boten mir schlicht gute Unterhaltung.

Eine wirklich unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch!


Der Märchenerzähler
Der Märchenerzähler
von Antonia Michaelis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Böses Märchen, 16. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Märchenerzähler (Gebundene Ausgabe)
Wer ist Abel Tannatek?
Diese Frage stellt Anna sich, die den gleichen Abi-Jahrgang wie der "polnische Kurzwarenhändler" Abel besucht. Fest steht, er ist ein Außenseiter, der die Schule schwänzt. Ein Drogendealer. Ablehnend. Schweigsam. Gewalttätig. Mit eisblauen, kalten Augen unter der schwarzen Wollmütze - und trotzdem verliebt sich Anna, die aus "gutem Elternhaus" stammt, unrettbar in Abel.
Das heißt, sie verliebt sich in den Jungen mit den blonden Haaren, den großen Bruder der kleinen, heißgeliebten Micha, der ganz allein für das Mädchen sorgt, weil die Mutter verschwunden ist. Sie verliebt sich in den Abel, der später einmal Bücher schreiben will, und der Anna und Micha ein Märchen erzählt, ganz in der Tradition von Antoine de Saint-Exupéry.
Nur, dass Anna den Figuren aus diesem Märchen im wirklichen Leben tatsächlich begegnet. Und manche von ihnen sterben auf grausame Weise. Anna ahnt: Das Märchen von der kleinen Königin gründet auf etwas Ungutem, Beängstigendem, das ganz und gar nicht märchenhaft ist. Und sie beginnt sich zu fürchten. Vor dem, was ihr Märchenerzähler Abel noch sein könnte. - Denn ihr selbst hat Abel unverzeihliches, viehisches angetan ... und doch setzt Anna unbegreiflicher Weise ihr Herz über den Verstand.

Ein sehr gut geschriebenes Buch, das mir jedoch in den Märchensequenzen, die übrigens nicht kindgerecht genug für eine sechsjährige Schwester sind, eine Spur zu langatmig war.

ACHTUNG - Spoiler:
Von Beginn erschien mir Abel gefühlskalt und abgestumpft. Außer wenn es um Micha geht. Zwar hoffte ich anfangs noch auf seinen Verstand und noch mehr Gutes in ihm - doch spätestens nach der Vergewaltigung war klar, dass sich meine Befürchtungen bewahrheiten würden.

Das Abhandeln der gewalttätigen Vergewaltigung in diesem Buch, die ohne Konsequenzen für den Täter bleibt, die Anna hinnimmt und vergibt, wie sie viel Ungutes von Abel stumm hinnimmt und vergibt, hat mich vor den Kopf gestoßen. Es widerspricht ganz und gar meinem Sinn für RICHTIG und FALSCH, meinem Rechtsempfinden.

Diesen Gewaltakt auf "beinahe romantische" Art zu "verharmlosen", finde ich nicht in Ordnung. Denn Anna ist immerhin ein Opfer schlimmster Gewalt geworden, durch einen Menschen, den sie liebt, dem sie vertraut. Und der so eine Tat wiederholen könnte ... Aus diesem Grunde schließe ich mich den kritischen Wertungen diesbezüglich an und ziehe zwei Sterne ab. Sehr, sehr schade, da die Geschichte sehr wohl auch ohne die Vergewaltigung funktioniert hätte und das Buch einfach toll ist.


Almas Baby
Almas Baby
von Christina Füssmann
  Broschiert

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Baby für Alma ..., 15. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Almas Baby (Broschiert)
Alma - einem traumatischen Elternhaus und in der Folge einem Leben als Junkie und Prostituierte entkommen - sehnt sich nach "bürgerlicher Normalität": Nämlich einem eigenen Zuhause samt nettem Ehemann und Kindern. Sie glaubt, dies in der Ehe mit einem angepassten, blassen, ein wenig langweiligen Beamten gefunden zu haben.
Dieser akzeptiert relativ fraglos Almas Vergangenheit, (vielleicht, weil ihre eher devote Art seinem Charakter unterschwellig entgegenkommt), doch hat er sich noch nicht völlig von seiner konservativen, dominanten Mutter (ganz Beamtengattin der alten Schule) gelöst, was zu Konflikten führt.

Trotzdem scheint sich für Alma zunächst alles wie von ihr erhofft zu entwickeln. Nur der Nachwuchs, Krönung ihres neuen Lebens, mit dem sie wohl beweisen will, dass sie eine ganz normale und gute Ehefrau und Mutter sein kann, stellt sich einfach nicht ein.Der Druck, dem Alma sich daraufhin ausgesetzt glaubt, steigt und steigt, bis die junge Frau diesem am Ende nicht mehr standhält. Sie gerät völlig aus dem Gleichgewicht ...

Die zwischen die Handlung gestreuten Retrospektiven zeigen die Entstehung von Almas im Grunde unreifen und labilen Charakter, und machen ihre nicht eben rationalen Handlungsweisen - Errichten eines Lügenkonstrukts, Vortäuschung einer Schwangerschaft, Entführung eines Säuglings - zumindest nachvollziehbar.Denn in Almas eingeschränktem Denken gibt es keinen Raum für Alternativen wie z. B. Adoption, oder auch eine Leihmutterschaft. Es ist ihr unmöglich anders zu handeln, als sie es tut.

Für mich ein Drama, das in einem tödlichen Desaster gipfelt. Einige Stellen, z. B. Rückschauen des ermittelnden Kommissars oder auch mancher Rückblick auf die jüngste Stadtgeschichte, haben wenig mit dem Verlauf der Geschichte zu tun und könnten m. E. weg. Jedoch kann man sie wg. des Lokalkolorits in Kauf nehmen, obwohl, wie gesagt, diese nicht vonnöten sind und ich sie hier und da eher ein wenig ablenkend fand. Doch dies ist Ansichtssache!


Die Mädchenwiese: Thriller
Die Mädchenwiese: Thriller
Preis: EUR 8,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bertas Mädchenwiese, 27. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Mädchenwiese: Thriller (Kindle Edition)
Die Geschichte wird aus den Perspektiven verschiedener Figuren erzählt, für mein Empfinden wechseln diese zu häufig und es tauchen zu viele Personen auf, was es besonders zu Anfang ein wenig schwierig machen könnte, sich zu orientieren. Zumal die Sequenzen kurz gehalten sind, arg abrupt enden (kann den Lesefluss hier und da beeinträchtigen) und sprunghaft zum nächsten Protagonisten wechseln. Bei mir kam das zu wuselig an, jedoch gibt es auch viele Leser, die stören derart „schnelle Schnipsel“ nicht.

Die Szenen/Personen wechseln in der Regel schlagartig in einem Spannungsmoment. Ein altbewährtes Mittel, um die Spannung zu steigern, was auch teilweise gelingt – andererseits kann es hier und da tatsächlich zu kurzzeitigen Irritationen führen, da diese Übergänge nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen sind, was wohl aber eher an der Formatierung des E-Pub`s denn an dem Autor liegt, wie ich den Eindruck hatte.

Ein zweites, ebenfalls altbewährtes und mich hier störendes Stilmittel ist, dass die Protagonisten wichtige Sätze schlicht nicht aussprechen oder beenden (über den Mund fahren, im Satz unterbrechen, ins Wort fallen usw.) oder aber schriftliche oder gesprochene Nachrichten hinterlassen, denen das Wichtigste fehlt: eine aussagekräftige Information. Warum aber sonst hinterlässt ein normaler Mensch solche Nachrichten?
Im Leben geschieht das wohl eher selten bis gar nicht; aber das hier ist ein Roman – und hierin leider keine Ausnahme, sondern die Regel. Es verzögert zwar (gewollt) die endgültige Aufklärung des Falles, aber die Figuren wirkten daher auf mich oft einfältig, nicht eben rational denkend und handelnd und ja, dadurch fand ich manche Handlungsweisen recht unglaubwürdig und andere vorhersehbar.

Die Figur der Berta finde ich dagegen wunderbar glaubhaft und nachvollziehbar gezeichnet – die des „Bösewichtes“ nicht gänzlich sauber nachvollziehbar, sondern eher zurechtgebogen, hier bleibt leider einiges im Schatten.

SPOILER: Unglaubwürdig ist , dass Lisa dem Täter täglich begegnet und ihn trotzdem bei seinem Pseudonamen nennt und sich mit ihm in Berlin trifft, wo sie ihn doch unter seinem Realname kennt. Da bleiben bei mir Zweifel ...

Im Großen und Ganzen ein gut zu lesender Roman, leidlich spannend und recht unterhaltsam mit einer interessanten Grundidee, wie ich finde.


Ich, Elias: Roman (Gulliver)
Ich, Elias: Roman (Gulliver)
von Luca Bloom
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unterhaltsames Puzzelteilchen einer Jugend, 18. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Ich, Elias: Roman (Gulliver) (Taschenbuch)
Ich hatte das Buch in einer guten Stunden ausgelesen, womit ich bei einem kleinen Manko bin: 126 Seiten sind für mich arg kurz für ein Buch ...
Dem Jugendalter zwar entwachsen, von solchen aber umgeben, fand ich die lockere Sprechweise nicht überzogen oder angestrengt auf jugendlich getrimmt, sonder recht authentisch. Dito die Gedankengänge und Handlungsweisen der Protagen ;-)
Eher selten habe ich ein Jugendbuch gelesen, das mich gleichermaßen zum Schmunzeln sowie zum Tränen wegblinzeln brachte. Dabei ist hier nichts zu dick aufgetragen und coole Lässigkeit geht mit aufwühlenden Emotionen Hand in Hand - bis zum überraschenden Schluss.


Der Schattengänger
Der Schattengänger
von Monika Feth
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Von allem zu wenig: Spannung, Überraschung, Entwicklung, 15. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Schattengänger (Taschenbuch)
"Serienhelden" haben in der Regel eine feste Fangemeinschaft. Ich denke, diesem Phänomen hat das Buch seine wirklich sehr gute Bewertung zu verdanken. Wäre "Der Schattengänger" durch eine noch unbekannte Autorin vorgelegt worden - er wäre sicher weniger gut weggekommen!

Nicht wirklich glaubhaft für mich ist, dass die Figuren, quasi auf dem "platten Land" lebend, immer wieder in solche Verbrechen verwickelt werden. Aber ich habe es hingenommen - nur sind es eben diese Figuren, die für mich Schattengänger" sind. Sie wirken wie Abziehbilder, unlebendig, farblos, scheinen in ihrer Entwicklung steckengeblieben. Facetten? Fehlanzeige.

Imkes stark überzogene Reaktionen von Beginn an, sind dagegen überzeichnet und nicht nachvollziehbar. Will sagen, unpassend für den eigentlich suggerierten Charakter der starken Frau.

Dazu einige Ungereimtheiten bzw. nicht erklärte Details, die man akzepieren soll. Plus die schlecht gelegte Fährte zu Jettes Freund ... Wirklich interessant finde ich die Geschichte nicht, da sie nach dem allzu bekannten Muster der Vorgänger gestrickt ist. Das Thema Stalking ist für mich nicht realistisch und zudem unspannend rübergebracht.

Nur zwei Sterne weil ich finde, dass Monika Feth es besser kann. Am besten mit einer ganz neuen "Truppe", wie ich meine!


Den Himmel gibt's echt: Die erstaunlichen Erlebnisse eines Jungen zwischen Leben und Tod
Den Himmel gibt's echt: Die erstaunlichen Erlebnisse eines Jungen zwischen Leben und Tod
von Todd Burpo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

47 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Diesen Himmel kanns`nicht geben ... Meine Meinung!, 5. Januar 2012
Viele der weniger positiven Rezensenten haben mir die Worte aus dem Mund genommen. Ich empfand und dachte ganz ähnlich. Menschen, die einem anderen als dem von dieser amerikanischen Pastoren-Familie praktizierten Glauben anhängen, weniger bibeltreu sind oder gar an nichts und niemanden glauben, scheinen nach den in diesem Buch wiedergegeben Schilderungen quasi von vornherein verdammt. Da mag es keine Rolle spielen, wie moralisch und ehtisch einwandfrei sie ihr Dasein gestalten.

Ich weiß, dass es vielen nicht gefällt, wenn man mit diesen Schilderungen nicht konform geht, diese sogar offen bezweifelt. Aber ich habe diese Aussagen wirklich reflektiert und sie hinterfragt, durchaus auch kritisch. Für mich passt das alles nicht zusammen - egal wie viele dem hier nun widersprechen werden.

Eine solche göttliche Kleinigkeitskrämerei ist erstens für mich nicht vorstellbar,und zweitens halte ich die Schilderung des "Himmels", der doch sehr, sehr stark nach einigen Bibelstellen geartet scheint, für unglaubwürdig, der religösen Fantasievorstellung eines Kindes entsprugen, das entsprechend erzogen wurde und dem man biblische Einschlafgeschichten vorlas/vorliest.

Der Junge mag ein Nahtoderlebnis gehabt haben - die Interpretation dieser Erfahrung halte ich (Gott sei Dank!) nicht für annährernd wirklichkeitsnah. Aber jedem das seine.

Alles in Allem kommt mir das Buch zu pathetisch vor. Mir tut es jedenfalls nicht nur leid um mein Geld. Ich fühle ich mich zudem veräppelt. Insbesondere weil ich die angeblich authentischen Schilderungen des Jungen weder für kindgerecht erachten kann, noch für objektiv und nicht an den Beruf/Glauben des Vaters gebunden - soll das ein Scherz sein?
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 16, 2012 3:20 PM MEST


Lustig, lustig, tralalalala: Witziges zum Weihnachtsfest
Lustig, lustig, tralalalala: Witziges zum Weihnachtsfest
von Mia Morgowski
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Teilweise recht gezwungene Humorigkeit mit wenig Weihnachts-Charakter, 9. November 2011
Wie der Titel schon sagt, liest man in diesem Buch einerseits keine "gefühlsduseligen" Weihnachtsgeschichten - andererseits sind es leider oftmals auch keine "echten" Weihnachtsgeschichten. Das Thema Weihnachten kommt häufig zu kurz. Und es ein wenig schräg und mit einem Augenzwinkern herüberzubringen, ist für mein Empfinden nicht so gut gelungen.

Viele Geschichten können zu jeder beliebigen Jahreszeit spielen, so eingeschoben und nebenher laufend wirkt die Weihnachtszeit hier, so austauschbar. Sie ist eher ein Randthema, und das finde ich für ein Weihnachtsbuch zu wenig.

Beispiele: Die Vorweihnachtsneurose hat m. E. nichts mit Weihnachten/Vorweihnachtszeit zu tun, sondern nur damit, Dinge bis zu einem Tag X abschließen zu wollen. Man kann das Wort Weihnachten bzw. diesen Zeitpunkt getrost durch Hochzeitstag, Geburtstag, Neujahr oder Ostern ersetzen. Denn es handelt sich um keine besonderen Angelegenheiten oder wenigstens emotionalen Ballast ... und da fehlt mir persönlich für eine Weihnachtsgeschichte einfach der Bezug.

Geliebte. Weihnachten.: Eine Geliebte verbündet sich mit der Ehefrau und einer zweiten Geliebten gegen einen narzisstischen Mann. So weit, so "abgegriffen", da viel zu häufig zu lesen. Weihnachtsaspekt: Er wird in der Weihnachtszeit entlarvt, weil die Geliebte zufällig als Weihnachtsmann :-( bei der Ehegattin auftritt. Das alles könnte ebenfalls an Karneval passieren. Oder an einem Kindergeburtstag. Weihnachtstimmung gleich Null.

Florians Weihnachtstagebuch erinnerte mich stark an die Machart von Bridget Jones. Allerdings empfand ich die Geschichte (wie einige andere auch) zu bemüht auf "lustig, lustig tralalalala" getrimmt. Wieder erschien mir Weihnachten wie eine Randkulisse. Ich gestehe aber, dass ich das Tagebuch nicht ausgelesen habe ...

Ich denke, wenn in Geschichten die Worte Weihnachtsmann, Tannenbaum, Geschenke und Heilig Abend auftauchen, machen diese Worte eine Geschichte noch lange nicht zu einer Weihnachtsgeschichte. Und hier fehlte es für meinen Geschmack zudem oftmals leider einfach auch an echtem, warmherzigem Humor.

Drei Sterne nur, weil es auch Ausnahmen gab - so zum Beispiel "Wir Weihnachtsmänner". Die Geschichte ist eine echte Weihnachtsgeschichte, meine ich! Zudem fand ich sie schräg, amüsant und stimmungsvoll. Außerdem bot sie sogar einen nachdenklichen Aspekt. Schön!

Ich habe das Buch nicht Mal bis zur Hälfe gelesen ...

Fazit: Das Buch hat mich alles in allem nicht überzeugt. Dann doch lieber zurück zum "Rührstück" (es muss ja nicht erzwungen sein!) - da findet man öfter was zum Grinsen als man meint.


Deine Seele in mir: Wenn der Liebe EIN Leben nicht reicht (KNAUR eRIGINALS)
Deine Seele in mir: Wenn der Liebe EIN Leben nicht reicht (KNAUR eRIGINALS)
Preis: EUR 8,99

51 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es fehlt an Entwicklung und Balance, 17. Oktober 2011
Ein schöne Idee!

ABER ... Der Roman krankt m. M. n. daran, dass es hier nur Gut und Böse gibt - bzw. nur den einen Bösen: Amys Mörder. Alle anderen Charaktere sind geradezu erschreckend eindimensional gezeichnet und überraschen in ihren Handlungen nicht - können sie in ihrer Starre gar nicht! - was die Geschichte alles in allem relativ vorhersehbar macht.

Es gibt im Grunde keinen glaubhaften Konflikt, keine Entwicklung. Eher kehren Geschehnisse wieder, sodass man dasselbe in grün noch einmal liest. Gedanken und Überlegungen werden wiederholt, was einen denken lässt: Das weiß ich doch schon! Erzähl was Neues.

Bis auf Amys Mörder sind die Protagonisten überzogen emphatisch, verständnisvoll, edelmütig, warmherzig, voller Liebe ihren Mitmenschen gegenüber. Und zwar bis zur Selbstaufopferung - das ist an der Tagesordnung, und lässt sie mir deshalb wenig menschlich erscheinen. Sie kommen sonst nur Heilige daher.

Emotionen wie Eifersucht, Enttäuschung, verletzte Gefühle, Kummer etc., die an vielen Stellen mehr als nur nachvollziehbar wären, fühlen diese hehren Personen offensichtlich nicht mal ansatzweise. Und sie fehlen. Darum gibt es kein wenigstens einigermaßen ernstzunehmendes Dilemma, keinen Konflikt oder Situationen, in denen der Leser die Hände ringt und sich fragt: Was wird er/sie nun machen?

Auch für die Problemlosigkeit/Schnelligkeit, mit der die Personen in dieser Geschichte Amys Schicksal als Wahrheit erachten, kann man die Worte "sie mussten überzeugt werden", nicht anbringen. Zu sehr "kreist der Holzhammer!" Dem Leser bleibt kein echtes Mitfiebern, kein Geheimnis zu ergründen, kaum eine unbeantwortet Frag. Hier baut sich keine Atmosphäre auf, nichts lässt einen hoffen, bangen, verzweifeln. Daher ist es auch nicht spannend oder interessant. Es fehlt jegliche Entwicklung, auch (und gerade) bei den Charekten von Amy und Matt. Hier hätte man sich viel mehr Zeit zum wirklichen Erzählen nehmen sollen, dachte ich.

So paradox das klingt, aber gerade durch die rasante Abarbeitung der Story, liest sich das Buch langweilig. Ich habe Seiten über Seiten mit uninteressanten Passagen überschlagen! Falls wirklich mal so was wie vage Verzweiflung oder gar Unmut bei den Akteuren anklingt, ist die Schilderung so blass, so wenig bildhaft, als wäre sie lediglich das Echo einer Emotion. Und da man nach sehr kurzer Zeit weiß, wie einfach die Mitwirkenden gestrickt sind (von denen auch noch jeder zweite Locken hat!), überrascht das meiste in diesem Buch kaum bis gar nicht. Selbst dass der Mörder nur aus dem Umfeld stammen kann, ist rasch klar.

Und die Frage warum Julie/Amy, die sich doch lückenlos an alles aus ihrem vorherigen Leben erinnert und stets "geistig" bei Matt ist, sich quasi selbst zur Autistin degradiert, statt sich ihm tatkräftig (so soll sie ja angeblich sein!) und leibhaftig zu offenbaren, sobald sie hierzu in der Lage ist, die stellte sich mir unentwegt.

Dieses verkriechen im "neuen Körper" und dieses "hilflose" widerspricht dem, was sie doch eigentlich sein soll - zumal sie nicht traumatisiert scheint und (zweimal!!) binnen Kurzen aus diesem starren Zustand herausfinden. Das kann man mir auch nicht mit Matts Unterstützung erklären, tut mir leid. Für mich eine klare Diskrepanz des Charakters! Wie ich bei Amy auch die Mischung zwischen teilweise recht kindlichen Zügen und den Empfindungen einer erwachsenen Frau als misslungen empfinde. - Wieso sollte das so ein?!

Ich finde das Buch schnulzig (nicht in positivem Sinne, es gibt auch wunderschöne Schnulzen!), langatmig und kaum interessant. Aber es passt sehr gut zum Hype! Doch leider, leider wurde in diesem Roman ausgerechnet der Aspekt des Mystischen/der Seelenwanderung viel zu kurz und unbefriedigen herausgearbeitet!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 9, 2014 10:18 AM MEST


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