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Beiträge von chrissonntag
Top-Rezensenten Rang: 2.850
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Rezensionen verfasst von chrissonntag
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Treue Genossen
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von Martin Cruz Smith Gebundene Ausgabe |
| Preis: EUR 9,95 |
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4.0 von 5 Sternen
Arkadi Renko ermittelt in Tschernobyl - düster, gut recherchiert, spannend, 28. April 2013
Der Amerikaner Martin Cruz Smith schreibt die vielleicht besten Russlandkrimis der Welt. Abgesehen von spannenden Kriminalfällen bieten seine Romane aber noch mehr: Eine nicht zu unterschätzende politische und gesellschaftliche Facette. Die Renko-Romane dokumentieren die Enzeit der Sowjetunion, deren Zerfall im Zuge von Glasnost und Perestroika, sowie das moderne Russland infolge der Post-Gorbatschow-Zeit. Cruz' Protagonist, der wortkarge, toughe Inspektor Renko, ermittelt in "Treue Genossen" zum fünften Mal. Der reiche Industrielle Iwanow wurde angeblich Opfer eines Selbstmords. Die russische Justiz glaubt dies nur allzu gern, und will den Fall ad acta legen. Nur Renko, kann nicht verstehen, wieso Iwanow bevor er aus dem Fenster sprang einen Salztreuer mit sich nahm. Schlussendlich führt es den Ermittler in die Geisterstadt Tschernobyl, und er taucht ein, in eine Welt, die nie das Heute erreicht hat. Auch die Wurzeln des Verbrechens liegen im Jahr 1986, dem Jahr der Reaktorkatastrophe, verborgen. Renko muss sich beeilen, und ständig auf der Hut sein, denn er hat mächtige Gegner... Zurecht ist "Treue Genossen" Bestandteil des qualitativ hochwertigen Zeit-Politthriller-Kanon. Deutliche Leseempfehlung! PS: "Treue Genossen" ist ein inhaltlich geschlossener Roman und bedarf keiner Lektüre der vorangegangen Renko-Bücher.
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Ghost
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von Robert Harris Gebundene Ausgabe |
| Preis: EUR 9,95 |
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4.0 von 5 Sternen
Raffinierter Politthriller vor der Kulisse des Afghanistan- und Irakkriegs, 20. April 2013
Robert Harris, der bisher vorallem als Autor historischer Romane in Erscheinung getreten ist, versucht sich mit seinem Werk "Ghost" (erschienen 2007) erstmals an einem Politthriller- mit einem beeindruckenden Ergebnis! "Ghost" spielt vor dem Hintergrund des 11. September 2001 und des Irakkriegs. Im Zentrum der Handlung steht Adam Lang, ehemaliger Premierminister des Vereinigten Königreichs und seinerzeit treibende Kraft für einen britischen Kriegseinsatz an amerikanischer Seite. Adam Lang, der wegen seiner Kriegspolitik schwer in der Kritik steht, droht seit kurzem eine Anklage vor dem europäischen Kriegsverbrechergericht in Den Haag. Währendessen versucht ein Ghostwriter die Memoiren Langs fertig zu stellen. Dieser Ghostwriter hat den Auftrag von einem anderen "Ghost", nach dessen überraschendem Tod, übernommen. Bald stellt sich jedoch heraus, dass dieser Tod kein Zufall war, und der ursprüngliche Memoirenschreiber einem Geheimnis beispielloser Sprengkraft auf der Spur gewesen war. Es dauert nicht lange und der Ich-Erzähler arbeitet heraus, dass Lang Verbindungen zur CIA besitzt, die dessen Handeln als Ex-Premier in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen... Für den Leser wird schnell ersichtlich, dass der fiktive Charakter von Adam Lang an die reale Person von Tony Blair, angelegt ist. In "Ghost" finden sich auch zahlreiche andere reale Personen, die für Harris' Charaktere Pate gestanden haben; auch manche Gegebenheiten basieren auf Tatsachen. Leider ist der Autor was Fiktion und Realität angebelangt sehr inkonsequent und selektiv, was dazu führt, dass Harris sich seine eigene Geschichte zum Irakkrieg schreibt. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass "Ghost" ein fiktiver Roman ist, und kein Sachbuch. Der Autor stellt niemals den Anspruch auf Widergabe historischer Ereignisse, nichtsdestoweniger mag dies -vor dem Hintergrund, dass Lang auf Blair basiert- durchaus so anmuten. Als Thriller erstklassig, absolute Leseempfehlung!
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4.0 von 5 Sternen
Spannende Monographie über die "Indian Wars"- sowohl für Experten als auch für Laien geeignet!, 6. April 2013
Bill Yennes "Indian Wars. The Campaign for the American West" ist ein bemerkenswert gelungenes Buch über die längste militärische Auseinandersetzung in der Geschichte der USA: den Indian Wars". Bill Yenne gliedert sein etwa 300 Seiten langes Werk, welches im Jahr 2008 erschien und somit die neueste Forschung berücksichtigt, sehr übersichtlich. Chronologisch handelt Yenne in neun Kapiteln die wichtigsten Etappen der Auseinandersetzungen der beiden Parteien ab, ohne sich dabei all zu sehr im Detail zu verlieren. Die inhaltliche Beschäftigung mit den Indian Wars" erfolgt dabei in drei nicht spezifisch gekennzeichneten Teilen, die stets von interessanten graphische Darstellungen und Bildmaterialien begleitet werden. Zunächst werden die Beziehungen und Verhältnisse zwischen Siedlern und Ureinwohnern bis hin zum Amerikanischen Bürgerkrieg" beleuchtet. Dabei gibt sich Yenne alle Mühe, abgesehen von seinem militärgeschichtlichen Fokus, der das ganze Werk prägt, auch kulturelle, soziale und geographische Aspekte zu beleuchten. Schnell hat der Autor seine Aufmerksamkeit von östlichen Schauplätzen in den Westen verlegt und am Ende dieses ersten Teiles steht Yennes logische Schlussfolgerung, dass eine friedliche Koexistenz zwischen Europäern und Indianern aus vielerlei Gründen scheitern wird müssen. Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis der Indian Removal Act", welcher die Ureinwohner vom östlichen hinüber ans westliche Mississippi-Ufer zu befördern gedenke, obsolet würde. Der Ablauf des Amerikanische Bürgerkrieg" und jene indianisch-amerikanischen Konflikten, welche in diesen Zeitraum fallen, werden nur tangiert, ehe dann in aller Ausführlichkeit auf die Geschichte der beiden gegensätzlichen Kontrahenten nach dem Jahr 1865 eingegangen wird. Hier liegt auch der Schwerpunkt des Werkes, denn schließlich war es jene Zeit, welche nach jahrhunderte langem Kräftemessen eine Entscheidung zu Tage förderte und das Bild, das wir von Indianern und dem Wilden Westen" heute haben, begründete. Erhellend ist vor allem, dass Yenne erhebliche Mühen unternimmt, dem Leser vor Augen zu führen, welche Bedeutung der Amerikanische Bürgerkrieg" für den weiteren Verlauf der Indian Wars" hatte. Dies erfolgt bei Yenne verständlicher als bei den Klassiker-Werken von Robert Utley und Gregory Michno, ferner Colin Calloway. Moderne Kommunikationsmittel und die Eisenbahn gewährten den amerikanischen Streitkräften einen eher bescheidenen Vorteil im Vergleich zur moderneren Kriegsführung. Sieht man einmal von den neuen Taktiken auf dem Schlachtfeld und von neuen Strategien ab, wie der Vernichtung wirtschaftlicher Grundlagen, so schafften in erster Linie die Modernisierung von Waffen und Artillerie einen großen Unterschied zur Vorbürgerkriegszeit. Yennes wohl bemerkenswerteste These besteht in seiner durchaus nicht unwidersprochenen Aussage, dass es keineswegs alle diese Umstände waren, die das Schicksal der Indianer besiegelten, sondern der nimmermüde Vorstoß der Siedler, welcher immer mehr Menschenmassen in den Westen trieb. Abgesehen vom Verlust fruchtbaren Bodens, bedeutete dieser unkontrollierte Menschenansturm auch eine gefährliche Dezimierung des Büffels, welcher die wichtigste Nahrungsgrundlage der Ureinwohner darstellte. Trotz allem, waren es die 1870er Jahre, welche bisher nie da gewesene Erfolge für die Indianer mit sich brachten. Gemäß Yenne lag dies vor allem an einer seltenen Eintracht unter den Indianern. An dieser Stelle zeigt sich eine vom Autor häufig aufgegriffene Behauptung, dass nämlich die Wahrnehmung der Indianer durch die Öffentlichkeit gänzlich fehl gehe. Die Indianer seien, so Yenne, niemals ein monolithisches, einheitliches und schon gar nicht friedfertiges Volk gewesen. Nein, ganz im Gegenteil, sie waren seit Anbeginn ihres Daseins unter einander zerstritten und in ihren Stammeskulturen höchst unterschiedlich. Dieser Zusammenschluss unter der Führung der Sioux brachte den USA eine ganze Reihe schmerzlicher Niederlage bei, bevor mit Custer' Last Stand" ein neuer Höhepunkt des Konflikts erreicht wurde. In diesem Kapitel, dass eine Verbindung zur Gegenwart herstellt, zeigt sich ein weiterer Vorzug des Buches am besten: Es ist nicht nur für Wissenschaftler geeignet, sondern auch für Laien. Sieht man einmal davon ab, dass Fußnoten eine absolute Rarität sind, die Bibliographie äußerst bescheiden ausfällt und die Sprache keine größere Herausforderung darstellt, so besteht der größte Vorzug in Yennes ungezwungener, beinahe umgänglicher Art das Thema zu verarbeiten, an welcher ein Jedermann, unabhängig seines Bildungsniveau gefallen finden kann. Insbesondere in diesem letzten Punkt unterscheidet er sich von obig genannten Autoren- Yennes mehr als zu empfehlendes Werk ist erfrischender, zugänglicher, wenngleich auch an vielen Stellen populärwissenschaftlich. Nach der Schlacht am Little Big Horn" zerfiel die Allianz der Indianer schnell und die USA waren nun entschlossener denn je, die Indianer in Reservate zu versetzen, anstatt sie- wie vor dem Bürgerkrieg- lediglich in andere Territorien abzuschieben. Diesem kontroversen Thema, nämlich der Reservat- und Territorienpolitik" widmet sich der Autor meines Erachtens jedoch etwas zu oberflächlich und gelangt auch nicht zu neuen Erkenntnissen. Ehe Yenne in einem Epilog die wichtigsten Punkte rekapituliert, beendet er seine Darstellung der Indian Wars" mit dem Massaker am Wounded Knee", jenem Ort, an welchem 83 Jahre später eine spektakuläre, von Nachkommen der Ureinwohner initiierte, Geiselnahme stattfinden sollte. So stellt der Autor noch einmal den Bezug zur Gegenwart her und lässt den Leser wissen, dass die Indian Wars" zwar seit langem der Vergangenheit angehören, ihre Erinnerung aber fortleben wird für alle Zeit.
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4.0 von 5 Sternen
Bonds drittes Abenteuer-007 löst das Rätsel um Sir Hugo Drax, 24. März 2013
Sir Hugo Drax gilt als gönnerhafter britischer Ehrenmann, doch als der Chef des britischen Geheimdienstes herausfindet, dass Drax beim Bridge-Spiel betrügt, setzt er Bond auf Drax an. Drax' Vorhaben Großbritannien eine Superrakete zu schenken, ist weit vorangeschritten. Als es Todesfälle auf seinem Firmengelände gibt, beschließt M., Bonds Vorgesetzter, schließlich Drax auf Herz und Nieren zu prüfen. Es dauert auch nicht lange, bis 007 erste Risse in der doch so tadellosen Fassade des extravagenten Sir Hugo sichtbar werden lässt. Schließlich beginnt ein an Spannung kaum zu überbietendes Abenteuer, indem Bond zusammen mit der schönen Gala, einer britischen Agentin, die Drax als Sekretärin zur Seite gestellt ist, versuchen muss eine Katastrophe zu verhindern. 330 Seiten umfasst dieser Thriller, der James Bond ausnahmsweise einmal im Inland ermitteln lässt. Wie auch seine beiden Vorgänger ist "Moonraker" ein schnelllebieges, gutdurchdachtes Buch, das mit Sir Hugo Drax einen brillant gezeichneten Bösewicht besitzt. Kaufinteressierte, die bereits den Film gesehen haben, dürfen sich nicht täuschen lassen: Der Film hat eine praktische eigene Handlung, und entfernt sich auf negative Weise von seiner Romanvorlage.
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4.0 von 5 Sternen
James Bonds zweites Abenteuer-ein starker Thriller, 24. März 2013
Nach seiner erfolgreichen Feuertaufe in "Casino Royale" verschlägt es James Bond dieses Mal nach Amerika. Dort treibt der obskure Mr. Big, der berühmteste farbige Verbecher der Welt, sein Unwesen. Es dauert nicht lange und Bond macht in den Jazzkneipen Harlems Bekanntschaft mit Mr. Big und dessen wunderschöner, über hellseherische Fähigkeiten verfügender Begleiterin Miss "Solitaire". James Bond braucht nicht lange bis er herausfindet, dass Mr. Big weitaus gefährlicher ist, als bisher angenommen. Er verfolgt den Schurken bis in die Karibik, wo es zu einem mörderischen Showdown kommt. Auch der zweite Roman der Serie hat es in sich. Mit diesem knapp 350 Seiten langen Thriller beweist Fleming, dass Bond keine Eintagsfliege ist. Packende Action, bissige Dialoge und originelle Charaktere machen diesen Roman zu einem besonderen Leseerlebnis. Nicht nur für Fans von 007 geeigent!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Bonds erstes Abenteuer-die Geburt des berühmtesten Spion der Literaturgeschichte, 24. März 2013
Ian Flemings James Bond ist der Geheimagent schlechthin, umso überraschter war ich vor einigen Jahren, als ich keine deutschen Ausgaben mehr erwerben konnte, und stattdessen auf die englischen Werke zurückgreifen musste. Doch das ist pünktlich zum 50. Filmjubiläum glückerlicherweise anders geworden: Cross Cult hat eine neue Werkausgabe inklusive neuer Übersetzungen in Angriff genommen; die Werke werden nach und nach veröffentlicht. "Casino Royale" stellt im "007-Universum" das erste Bondabenteuer dar. Der britische Geheimagent kriegt es mit dem russischen Agenten "Le Chiffre" zu tun. "Le Chiffre" steckt knietief in finanziellen Kalamitäten, weswegen er beim Glücksspiel auf einen Schlag wieder ins Plus kommen möchte. Bond jedoch soll ihn am Spieltisch besiegen um "Le Chiffres" Schicksal endgültig zu besiegeln. Solch ein Unterfangen kann aber für einem James Bond nur mit Martini, schönen Frauen und reichlich Action in Angriff genommen werden- sehr zur Freude des Lesers. Der Roman ist knapp 250 Seiten umfangreich, temporeich und bietet kurzum alles was ein spannender Thriller bieten muss. Lobenswert ist vorallem, dass die Übersetzung möglichst eng am englischen Original anliegt und Bond eher als toughen, manchmal brutalen, politisch inkorrekten Agenten präsentiert; anders eben als dies die Bondverfilmungen lange Zeit getan haben. Dieser Roman ist ein gelungenes Debüt und macht Lust auf mehr!
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4.0 von 5 Sternen
Intelligenter Politkrimi vor dem Hintergrund des Attentats auf Anton Lubowski, 24. Februar 2013
Bernhard Jaumanns im Jahre 2010 erschienener Kriminalroman "Die Stunde des Schakals" spielt in Namibia und erzählt die fiktive Geschichte einer Mordserie an ehemaligen, an der Ermordung von Anton Lubowski, beteiligten Personen. Knapp 20 Jahre sind vergangen seit Lubwoski, Rechtsanwalt und SWAPO-Aktivist, einem Attentat zum Opfer gefallen war. Die Täter wurden zwar angeklagt, aber nie bestraft. Der Fall Lubowski, der wohl bis heute den berühmtesten Kriminalfall Namibias darstellt, und dessen Hintergründe nie zweifelsfrei haben aufgeklärt werden können, stellt dabei den Hintergrund dar. In einem Nobelviertel in Windhuk wird ein Mann erschossen, der am Anschlag auf Lubowski beteiligt gewesen war. Aber bei diesem Toten bleibt es nicht, bald wird ein weiterer Beteiligter getötet. Kriminalinspektorin Garises stellt schnell eine Verbindung zu dem Ereignis von vor zwei Jahrzehnten her. Aber wer könnte jetzt noch ein Interesse daran haben, Rache zu üben? Im Laufe der Ermittlung, bei welcher der Mörder sich nach und nach die Lubowski-Killer vornimmt, entwickelt sich die Ermittlung in ganz verschiedene Richtungen. Jaumann beleuchtet geschickt die verschiedenen Theorien, die sich um den Hintergrund des Lubowski-Mordes ranken, und thematisiert gleichzeitig die Zeit der menschenverachtenden "Apartheid-Politik". Der Roman ist etwa 300 Seiten lang, sprachlich erstklassig verfasst und politisch und historisch gut recherchiert. Abgesehen von einer spannenden, aber auch nahegehenden Lektüre, wird hier viel politisches, gesellschaftliches und historisches Wissen vermittelt. Absolut lesenswert!
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3.0 von 5 Sternen
Interessanter, kurzweiliger und streckenweise inkohärenter Spionagethriller!, 17. Februar 2013
Jenny Silver nimmt sich einer aktuellen Thematik mit viel Potential an: Den Nachwirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001. Leider wird das große Potential, das dieser Stoff liefert, nicht ausgeschöpft. In ihrem Roman "Verschärftes Verhör" geht es um die Gefangenschaft von angeblichen islamistischen Terroristen, Verhöre mit diesen und dem Versuch einen jugendlichen Verdächtigen als Informant für die Amerikaner arbeiten zu lassen. Der Jugendliche wird nach Spanien verbracht, wo das Projekt schnell aus dem Ruder zu laufen beginnt... Wieso vergebe ich nur 3 Sterne? Weil der Roman nur an der Oberfläche kratzt, und die Erzähltechnik, welche die Autorin hier anwendet meiner Ansicht nach sehr unglücklich gewählt ist. Ständig springt die Autorin von der Gegenwart in die Vergangenheit und die Vorvergangenheit- und dann wieder zurück. Dies wirkt auf Dauer sehr irritierend gegenüber dem Leser, da bereits aufgrund der Kürze der Kapitel oft alles im Vagen bleibt. Kurzum: Man hat Probleme der Logik zu folgen. Den bescheidenen Umfang von 250 Seiten eingedenk, schafft es Silver auch nicht ihr Charaktere tiefgründig zu zeichnen, was widerum zu einer geringen Affinität zu der Handlung führt. Gewiss hat der Text auch seine Stärken. Diese bestehen vorallem in der Wahl der Thematik, dem politischen Akzent und den teilweise beeidruckenden Schilderungen von Szenen, welche die Autorin als erstklassige Beobachterin erscheinen lassen. Alles in allem mutet die Geschichte aber "blutleer" an. Es fällt dem Leser schwer zu dem Roman ein besonderes Verhältnis zu gewinnen.
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4.0 von 5 Sternen
Grisham tritt als Jugendbuchautor in Erscheinung-mit Erfolg!, 13. Januar 2013
Mit Verwunderung und großem Interesse bin auf "Theo Boone und der verschwundene Zeuge" gestoßen, Grishams erstem Roman, der sich in seiner Zielgruppe an Jugendliche wendet. Auch wenn ich kein Jugendlicher mehr bin, war dieses Buch dennoch für mich eine Pflichtlektüre, bin ich doch ein glühender Verehrer von Bestseller-Autor John Grisham. Und eines vorneweg: Die Lektüre hat mich nicht enttäuscht. Im Mittelpunkt steht der 13jährige Anwaltssohn Theo Boone, der als Hobbyjurist Schulkameraden und Freunde berät und die großen Fälle der Justiz eifrig mitverfolgt. Als ein spektakulärer Mordprozess in seiner Heimatstadt stattfindet, gerät er durch Zufall mitten hinein... Der Roman ist knapp 300 Seiten lang, sprachlich an ein junges Publikum angelehnt und auch inhaltlich sehr ansprechend gestaltet. So erklärt Grisham das amerikanische Jusitzsystem durch seinen jungen Protagonisten sehr anschaulich, wenn auch stets vereinfachend, und versucht auch etwas lehrreiches zu vermitteln. Die ideale Lektüre um die Lust am lesen zu wecken bzw. zu fördern!! Man darf auch folgende Bände gespannt sein!
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4.0 von 5 Sternen
Gerade noch 4 Sterne-ein für deutsche Verhältnisse gelungener Spionageroman, 12. Januar 2013
Wenn es um Spionage- oder Agententhriller geht, ist man in der Regel gut beraten, einen Bogen um deutsche Autoren zu machen, aber Berndorf hat mich mit diesem Titel positiv überrascht. "Bruderdienst" ist ein alles in allem lesenswerter Roman, der zur Freude des Lesers ein hochaktuelles Thema aufgreift: Nordkorea und die Atombombe. Im Fokus der Geschichte steht der deutsche Auslandsgeheimdienst BND, mit seinem Agenten Karl Müller. Als Nordkorea Mercedes-Wagen im Wert von 21 Mio. Euro bestellt und diese auch sofort bezahlt, wittert der BND sofort, dass der Krisenstaat plötzlich zu Geld gekommen ist. Diese Annahme bewahrheitet sich, was zur Befürchtung führt, dass das Geld durch den Verkauf einer Atombombe erworben wurde. Dies ist die Ausgangslage und Agent Müller reist nach Korea um Licht ins Dunkel zu bringen. Der Roman ist logisch, kurzweilig, sachlich und nüchtern, dies zeigt sich vorallem am Aufbau der Figuren. Ein James-Bond-Szenario sucht man hier vergebens. Kritisch anzumerken ist, dass der Roman nicht allzu komplex ist, und trotz der brisanten Thematik wenig spektakulär, es gibt wenige Wendungen, und der Schluss ist etwas uninspiriert. Alles in allem, allein der Neugier halber, was ein deutscher Agentenroman zu leisten vermag, empfehlenswert!!
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