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Verbandsstratege - Redaktion (Berlin)

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Marketing für Verbände und weitere Nonprofit-Organisationen
Marketing für Verbände und weitere Nonprofit-Organisationen
von Robert Purtschert
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Markenpositionierung? Wenn, dann richtig!, 19. Dezember 2014
In vielen Fällen wird von Marketingverantwortlichen in Verbänden oder von Autoren versucht, unternehmerische Marketingansätze und -strategien eins zu eins auf den Nonprofit-Bereich zu übertragen. Dies ist aber zu kurz gedacht, denn Verbände und andere Nonprofit-Organisationen (NPO) leben nicht vom Wohlwollen des Endkunden, sondern von ihren Mitgliedern, und so ändert sich ein entscheidender Faktor in der Markenpositionierung. Daher wählt Robert Purtschert ein ganzheitliches und speziell auf den Nonprofit-Bereich ausgerichtetes Konzept.

Er beleuchtet über Marketing-Grundsätze und -Philosophie in NPOs bis hin zu Vorgehensrastern und Marketing-Instrumenten alle Aspekte des Marketings in Bezug auf Verbände und NPOs und hat daher eine Pflichtlektüre für alle Marketingverantwortlichen in Verbänden geschaffen.

Das erste Kapitel bietet aus guten Gründen zunächst einen Einstieg in die Marketing-Lehre, denn nicht jeder Kommunikationsverantwortliche ist auch Marketing-Profi und nicht jeder Verband hat die Ressourcen, Marketing-Profis einzustellen, und dennoch muss der Verband als Marke kommuniziert werden. Zunächst werden die gängigen Marketing-Begriffe und Marketing-Theorien kurz erläutert, um danach deren Bedeutung für NPOs darzulegen.

So gibt es verschiedene Ansätze, wie Marketing-Ansätze für den Nonprofit-Bereich erweitert werden können. Drei Möglichkeiten werden dabei betrachtet: Erstens die Erweiterung des Zielsystems, das heißt die Erweiterung der unternehmerischen durch ökologische und soziale Zielsetzungen. Zweitens die Übertragung des Marketing-Wissens auf NPOs. Und drittens die Erweiterung der Marketing-Objekte, das heißt die Erweiterung der für Konsumgüter entwickelten Marketing-Erkenntnisse um die Vermarktung von Investitionsgütern, Dienstleistungen oder sozialen Ideen. Nach einem kurzen Kapitel über die Grundlagen für das Verständnis von NPOs – dieses kann bei Verbandsvertretern vorausgesetzt werden – widmet sich der Autor dem Freiburger Management-Modell für NPOs, das die Übertragung des Profit-Marketings auf den Nonprofit-Bereich und die Ausweitung um Charakteristika von NPOs verknüpft. Dieses Modell wird in den folgenden Kapiteln als Grundlage für die weitere Entwicklung des Marketing-Ansatzes für NPOs verwendet.

Das Vorgehensraster, das im vierten Kapitel vorgestellt wird, zeigt die wichtigsten Schritte auf, die bei der Marketing-Konzepterstellung von jeder NPO abgearbeitet werden müssen: Ist-Analyse, übergeordneter Marketing-Input (wie Selbstverständnis und Mission der NPO), Marketing-Leitsätze, Gesamtpositionierung in der Branche, Corporate Identity, Marketing-Einsatzbereiche, Marketing-Organisation und mögliche Prioritäten oder gar Sofortmaßnahmen.
Im fünften und sechsten Kapitel werden schlussendlich ein Marketing-Mix sowie einzelne Marketing-Instrumente für NPOs erarbeitet und im Detail deren Handhabung diskutiert. Darunter fallen unter anderem das Mitglieder-Marketing, Fundraising, Eigen-Marketing, öffentlichkeitswirksame Kampagnen sowie das Lobbying.

Fazit: Purtschert hat in seinem Buch den Anspruch, auch Marketing-Einsteiger (zum Beispiel Kommunikationsreferenten in Verbänden) anzusprechen. Dies gelingt ihm leider nicht an jeder Stelle. Dennoch bietet er ein umfassendes Werk zu Marketing in Verbänden und NPOs. Es erklärt theoretisch und anhand praktischer Maßnahmen, wie sich Marketing im Nonprofit-Bereich von dem im Profit-Bereich unterscheidet und wie Marketing in Verbänden erfolgreich wird. Putscherts Fachbuch lohnt sich daher, um Marketing in Verbänden zu verstehen und um das Marketing nach der Markenaufstellung voranzutreiben.


Markenaufstellung: Der schnelle Weg zur perfekten Markenstrategie
Markenaufstellung: Der schnelle Weg zur perfekten Markenstrategie
von Ulrich Cremer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Markenpositionierung? Wenn, dann richtig!, 19. Dezember 2014
Cremer nimmt die Angst vor zeit- und finanzintensiver, dabei aber zu häufig nicht zielführender Markenpositionierung, indem er sein Konzept der Markenaufstellung anhand von erfolgreichen und gescheiterten Praxisbeispielen präsentiert. Diese stammen zwar aus dem Profit-Bereich, sind aber durchaus auf NPOs übertragbar.

Dabei werden in den ersten beiden Kapiteln die grundsätzlichen Abläufe der Markenaufstellung beschrieben: Hier stehen einerseits Ist- und Soll-Analysen sowie die Frage nach den relevanten Teilnehmern und dem Rahmen der Markenaufstellung im Mittelpunkt. Der zentrale Teil des Buchs ist das dritte Kapitel, in dem in Fallbeispielen der Cremer'sche Ansatz erläutert wird.

Im Fokus steht das Durschspielen verschiedener Szenarien der Markenentwicklung, um so zum idealen Ergebnis zu kommen. Dabei werden innere und äußere Faktoren wie Wettbewerber, Zielgruppen und inneres Leitbild berücksichtigt. Im vierten Kapitel werden Grenzen und Herausforderungen thematisiert, darunter, welche Nutzen und Benefits das Konzept wirklich hat, die hohen Kosten, die Reliabilität und Validität. Abgerundet wird das Thema mit einer historischen sowie soziologischen und neurowissenschaftlichen Beleuchtung der Markenaufstellung.

Fazit: Cremers „Markenaufstellung“ lohnt sich für diejenigen, die bereits Marketing-Experten sind. Diesen Experten dient es für den Fall, dass ihr Verband neu als Marke aufgestellt werden soll. Dann – aber auch nur dann – kann der dargelegte Ansatz durchaus nützlich sein. Denn es hilft Marketing-Experten, die Markenaufstellung in ihrem Verband reibungslos und zeitsparend durchzuführen.


Lobbying in der Praxis: Strategien und Instrumente für Verbände
Lobbying in der Praxis: Strategien und Instrumente für Verbände
von Christian H. Schuster
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 40,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neuer Ratgeber für Public Affairs-Profis, 2. Dezember 2014
An Ratgeberliteratur fehlt es der Public Affairs-Branche nicht. Lobbying befindet sich in einem Professionalisierungsprozess, daher gehören die Selbstreflexion und das Teilen von Wissen zum täglichen Geschäft. Wenn es beim informellen Austausch unter Lobbyisten um die Instrumente der täglichen Arbeit geht, wird zukünftig häufiger der Titel des neuen Sammelbandes von Christian Schuster und Deniz Üster fallen: „Lobbying in der Praxis: Strategien und Instrumente für Verbände”.

Mit ihrer Publikation ist den Herausgebern eine Momentaufnahme der Lobbying-Praxis in Deutschland gelungen. Auf über 280 Seiten haben sie eingefangen, was im Lobbying „state of the art” ist. Ihr Handbuch umfasst die gesamte Palette der Public Affairs-Kommunikation: vom täglichen Handwerk bis hin zur Bewältigung von Krisen. Auch wenn Verbände-Lobbying im Zentrum steht: Interessensvertreter aller Organisationsformen und jeder Erfahrungsstufe können aus dem Werk vielfältige Einblicke und neue Erkenntnisse mitnehmen.

Mit spürbarer Verärgerung beginnt das Vorwort. Ärger über das schlechte Image von Lobbyisten in Medien und der Bevölkerung. Ärger über einseitige Berichterstattung und platte Vorurteile, aber auch darüber, dass man sich den miesen Ruf zum Teil selbst eingebrockt hat. Der Vorwurf der Autoren, dass Lobbyisten der Mut fehle, das Image zu korrigieren, kann man als Anstoß zu einer neuen Debatte lesen.

Vorrangig widmen sich die Autoren ihrem Leib- und Magen-Thema: Lobbying von Verbänden. Schuster ist Gründer und Geschäftsführer des Instituts für Kommunikation Berlin sowie von adverb – einer Agentur, die sich ganz der Verbändekommunikation verschrieben hat. Sein Kollege Deniz Üster ist adverb als langjähriger Mitarbeiter verbunden und zudem Diplom-Politologe. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt, denn die wissenschaftliche Ernsthaftigkeit ist neben der starken beraterischen Perspektive stets zu spüren.

Geduldig schlüsseln sie die politischen Prozesse auf, die für die Public Affairs-Arbeit von Verbänden entscheidend sind. Für Neu-Lobbyisten besonders wertvoll: Die Autoren Üster und Schuster schaffen es, dem Leser den „Typus Politiker” näher zu bringen. Sie schlüsseln das Spannungsfeld zwischen Wahlkreis, Fraktion, Ausschüssen und Arbeitskreisen auf. Nach dieser Lektüre verstehen auch Laien, wie Politiker oder politische Beamte ticken. Es wäre aber kein Praxis-Handbuch, wenn es nicht erklären würde, wie Interessenvertreter mit ihren Inhalten und Zielen im Dialog mit diesen Politikern umgehen können, welche Instrumente empfehlenswert sind und welche Maßnahmen im modernen Lobbying nichts zu suchen haben. Auch hier arbeiten die Autoren mit einem Gespür für Dynamiken und kritische Situationen.

Herzstück des Buches sind die Gastbeiträge mit Beispielen aus der Praxis. Insgesamt 21 Autoren schreiben über Ausschnitte aus ihrer politischen Arbeit. Die Bandbreite reicht dabei von Industrie- und Wirtschafts- bis hin zu Berufs-, Sozial- und Naturschutzverbänden. Wer wissen will, wie (andere) Lobbyisten arbeiten, kommt um diese Gastbeiträge nicht herum. Spätestens dieser tiefe Einblick in die Praxis entzaubert die Vorurteile über den angeblich vorherrschenden „Hinterzimmerlobbyismus”.

Halina Wawzyniak, Abgeordnete der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, zieht entsprechend ein positives Fazit: „Dieses Buch macht deutlich, dass Lobbyismus nicht per se unanständig ist. Es bietet Verbänden im besten Sinne eine hilfreiche Handreichung. Denn moralisch integer und in der Sache anständig kann Lobbyismus vielen Menschen, die dringend einer Interessenvertretung bedürfen, nützen.“

Diese Rezension erschien auf dem MSL Blog und wurde verfasset von Tobias Heyer. Er ist Berater bei MSL Germany in Berlin. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich Public Affairs.


Erste Hilfe für Social Media Manager: Rezepte & Best Practices für mehr Erfolg im Unternehmensalltag
Erste Hilfe für Social Media Manager: Rezepte & Best Practices für mehr Erfolg im Unternehmensalltag
von Meike Leopold
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Praktische Tipps für den Alltag und den Notfall, 26. November 2014
Viele Social-Media-Manager in Unternehmen und Verbänden stehen vor denselben Herausforderungen: Die Geschäftsführung teilt die Einschätzung nicht, dass eine Aktivität auf sozialen Netzwerken dem Unternehmen/Verband nutzt, die Kollegen scheuen sich davor, Inhalte zu liefern, oder sehen darin keine Priorität, und von ihnen selbst wird 24-Stunden-Dauererreichbarkeit gefordert. Die Herausgeber Meike Leopold und Björn Eichstädt haben fünf weitere Social-Media-Experten gewonnen, um sich als Autoren am Buch „Erste Hilfe für Social Media Manager“ zu beteiligen. Es ist ein praktisches Ratgeberbuch für Unternehmensvertreter entstanden, das mit seinen vielen Diagnosen und Rezepten für den Berufsalltag und den Notfall auch viele Tipps für Kommunikationsverantwortliche in Verbänden bereithält.

Die Herausgeber sind überzeugt: Unternehmensleitern fehlt zu oft das präzise Wissen über die verschiedenen Aufgabenbereiche, die heute zum Feld des Social-Media-Managements gehören. Ebenso verhält es sich in Verbänden. Dies führt dazu, dass von Social-Media-Managern so viel erwartet wird, dass sie die Erwartungen gar nicht erfüllen können, und ihnen gleichzeitig kein Verständnis für ihre Arbeit entgegengebracht wird. Dies sind alles andere als gute Voraussetzungen, um die Auftritte in den sozialen Netzwerken zu gestalten. Es wird also Zeit für diesen Erste-Hilfe-Ratgeber mit praktischen Anleitungen für verschiedene Situationen. Wie sehr praxis- und problembezogen das Buch ist, stellt sich bereits gleich zu Beginn heraus, wenn der Leser direkt nach dem Inhaltsverzeichnis ein „Verzeichnis der Probleme und Rezepte“ vorfindet. Dort werden die Probleme und Fragestellungen aufgelistet, die am Ende jedes Kapitels zusammen mit Rezepten, Tipps und Handlungsvorschlägen im Detail beleuchtet werden. Die behandelten Probleme reichen von so spezifischen Fällen wie „Das passt nicht zu unserem Unternehmen“ und „Mitarbeiter haben Angst vor Social Media“ bis hin zu eher allgemeinen Fragen wie „Welchen Stellenwert hat Social Media im Unternehmen?“ und „Kein Plan bei Krisen“.

Das Buch ist im Prinzip chronologisch aufgebaut, beginnend mit dem Start eines Social-Media-Managers bei
einem neuen Arbeitgeber, der bisher noch keine sozialen Netzwerke genutzt hatte oder dies zumindest ohne
erkennbare Strategie. Dabei decken die Kapitel die Aufstellung von Social-Media-Zielen und -Strategien sowie -Guidelines, Arbeitsprozesse, Belastungen im Berufsalltag eines Social-Media-Managers, Mitarbeiter-Teilhabe, das Arbeiten mit Dienstleistern und die interne Kommunikation ab. Die ersten drei Kapitel sind dabei für Einsteiger besonders interessant.

Zunächst wird beleuchtet, welche Social-Media-Ziele und -Strategien formuliert werden können und wie dies ohne Widerstände möglich ist. Andreas Bock, Autor des Artikels, schickt vorweg, dass es kein Patentrezept für die Entwicklung der Ziele und Strategien gibt. Daher müssen Social-Media-Manager zunächst lernen, wie die OrganisaOrganisation tickt, und sollten sich bei der Entwicklung auch immer am digitalen Reifegrad orientieren. Darüber hinaus gilt natürlich, dass die relevanten Stakeholder in die Ziel- und Strategieentwicklung einbezogen und davon überzeugt werden müssen.

Stehen die Ziele und die Strategie fest, müssen vor ihrer Umsetzung Social-Media-Guidelines erstellt werden, das heißt konkrete Handlungsempfehlungen für Mitarbeiter zum Umgang mit Social Media im Kontext des Unternehmens. Warum das wichtig ist, weiß Thomas Lehmann: Weil der Social-Media-Manager nicht allein alle Kanäle betreuen kann und jeder Mitarbeiter auch ein Botschafter seines Unternehmens/Verbands ist. Doch wenn jeder Mitarbeiter oder zumindest jede Abteilung über die sozialen Medien aktiv sein soll, müssen verständliche Guidelines gelten: Was soll wie, wann gesagt werden. Damit kein Kollege vor den Kopf gestoßen wird, sollten diese Guidelines im freundlichen Ton als das verfasst werden, was sie sind: Empfehlungen und keine Anweisungen!

Das dritte Kapitel befasst sich mit Arbeitsprozessen und damit, wie Social Media reibungslos als ein Teil der Kommunikationsarbeit angesehen wird. Daher schlägt Malina Kruse-Wiegland vor, klar strukturierte Prozesse einzuführen. Denn sie sorgen für Akzeptanz und Sicherheit in der Belegschaft und machen die Social-Media-Strategie verständlich und umsetzbar. Zudem helfen sie, neue Mitarbeiter in der Social-Media-Kommunikation zu integrieren und zu sichern, dass das Unternehmen/der Verband in Krisenzeiten schnell handlungsfähig ist.

Haben Social-Media-Manager in der Belegschaft und Geschäftsführung Akzeptanz für die Ziele und Strategien, die Guidelines und die Arbeitsprozesse geschaffen, fängt die alltägliche Arbeit an. Dabei müssen sie lernen oder sich sogar zwingen trotz 24-Stunden-Bereitschaft auch mal abzuschalten, um die Belastung in Grenzen zu halten. Darüber hinaus wollen die Mitarbeiter zu einer Teilhabe am Social-Media-Auftritt mitgenommen werden. Regelmäßige Redaktionssitzungen oder die Teilnahme des Social-Media-Managers an fremden Abteilungssitzungen könnten dies bewirken. Zu guter Letzt muss die Arbeit des Social-Media-Managers erfolgreich ins eigene Unternehmen / in den eigenen Verband kommuniziert werden, um die Erfolge sichtbar zu machen und die Akzeptanz zu steigern.

Fazit: Eigentlich für Unternehmen gedacht, bietet der Herausgeber-Band auch für Neueinsteiger in Verbänden wertvolle Handlungsempfehlungen von erfahrenen Praxisexperten. Eine große Bandbreite an möglichen Problemen beim Social-Media-Management werden angesprochen, zudem mit Tipps und Rezepten Handlungsmaßnahmen detailliert beschrieben. Die in sich abgeschlossenen Kapitel zu verschiedenen Themen bieten die Möglichkeit, sich gezielt zu einem Bereich des Social-Media-Managements zu informieren. Dadurch wird das Buch auch für Profis interessant. Leider kommt es aufgrund der verschiedenen Autoren auch zu Überschneidungen und Doppelungen des Inhalts. Darüber hinaus mangelt es dem Buch an einer für den Lesefluss ansprechenden Gestaltung. Insgesamt sind dies aber nur kleine Abstriche bei der Bewertung dieses lohnenden Praxisratgebers.


slide:ology: Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickeln
slide:ology: Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickeln
von Nancy Duarte
  Taschenbuch
Preis: EUR 34,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickeln, 6. November 2014
Die goldene Regel der Design-Agentur Duarte Design lautet: „Halten Sie niemals eine Präsentation, die Sie nicht selbst von vorne bis hinten anhören möchten.“ Nur gibt es leider viel zu viele eben solcher Präsentationen, bei denen einem der Gedanke kommt, dass die Zeit besser genutzt werden könnte, als sich die Präsentation anzuhören. Und ganz ehrlich, zu oft sind die Vortragenden selbst nicht von ihren Präsentationen überzeugt. Nancy Duarte, Geschäftsführerin von Duarte Design, erklärt in ihrem Buch „Slide:ology“ Einsteigern und Profis, wie Präsentationen gelingen können: vom Aufbau über Foliendesign bis hin zu der Darstellung von Daten und dem richtigen Einsatz von Bildern und Videos.

Wenn Präsentationen keine Geschichte erzählen, stattdessen Texte auf Folien kopiert und Statistiken in unübersichtlichen Grafiken vorgestellt werden, dann hat der Vortragende die Aufmerksamkeit der Zuhörer schon verloren, davon ist Nancy Duarte überzeugt. So weit ist dies eigentlich auch jedem Kommunikationsverantwortlichen bewusst. „Slide:ology“ bietet aber eine Rundumversorgung von Informationen zu allen Aspekten, wie eine Präsentation nicht nur den Vortragenden, sondern auch die Zuhörer überzeugt. Das Buch selbst ist so gestaltet, wie eben auch eine Präsentation gestaltet sein sollte: die Bedürfnisse der Leser/Zuhörer im Mittelpunkt, die wichtigsten Inhalte konkret auf den Punkt gebracht und die Aussagen mit Grafiken und Bildern (sowie Best-Practice-Beispielen und Vorher-Nachher-Vergleichen) unterstützt und übersichtlich gestaltet.

Die zwölf Kapitel des Buches orientieren sich an den logischen Schrittabfolgen bei der Erstellung einer Präsentation. Dadurch können Kommunikationsverantwortliche in Verbänden anhand des Buches einen kompletten Vortrag Schritt für Schritt erarbeiten oder bei spezifischen Fragen direkt einen Blick in das jeweilige Kapitel werfen. Nach einer kurzen Einführung über die zentrale Bedeutung der Präsentation in der Arbeitswelt zu Beginn des Buches, steht im ersten und zweiten Kapitel die Forderung nach einer neuen Ideologie beim Präsentieren im Mittelpunkt. Diese neue Ideologie sieht Duarte darin, dass Präsentationen nicht nur gehalten werden, damit sie gehalten wurden, sondern dass sie eine Geschichte erzählen, die den Zuhörern zeigen, was die Vortragenden sagen. Dazu müssen statt Folien Ideen entwickelt werden. Der erste Schritt der Konzeption liegt also weit bevor der oder die Vortragende sich an die Umsetzung der Präsentation in einem Computer-Programm setzt. Zunächst müssen die Bedürfnisse der Zuhörer festgestellt werden. Vortragende müssen sich folgende Fragen über ihr Publikum stellen: Wie sind sie? Warum sind sie da? Was bereitet ihnen schlaflose Nächte? Wie können sie ihr Problem lösen? Wozu wollen sie die Anwesenden bringen? Welche Einwände können sie haben? Wie kann das Publikum am besten erreicht werden? Duarte empfiehlt nun, Ideen zu entwickeln, wie diese Fragen beantwortet werden können. Aus diesen Ideen entsteht eine Präsentationsstruktur – oder noch besser ein Storyboard. Die Entwicklung des Storyboards nimmt dabei fast ebenso viel Zeit in Anspruch wie die Erstellung der eigentlichen Präsentationsfolien.

Nach diesen grundlegenden Überlegungen folgen in den Kapiteln drei bis neun praktische Anweisungen, wie die Folien der Präsentation aussehen sollten, damit die Aussagen des Vortrags gut unterstützt werden. Die Betonung liegt hierbei auf „unterstützt“, denn die Präsentationsfolien dürfen nicht im Mittelpunkt stehen oder sogar das Publikum vom eigentlichen Vortrag ablenken. Vielmehr unterstützen sie grafisch oder mit starken einfachen Worten die Vortragenden. Zunächst lernt der Leser, welche Diagrammarten für welche Aussagen geeignet sind und wie diese umzusetzen sind, damit sie auch die gewünschte Wirkung erzeugen. Bei der Darstellung von Daten, beispielweise aus einer Mitgliederbefragung, sind dabei drei wesentliche Punkte zu beachten: die Wahl der Darstellungsform, die Hervorhebung der entscheidenden Daten für die Unterstützung der Aussage und die Einfachheit der Darstellung. Bei der Erstellung von Folien und ihrer Anordnung ist auch ein gestalterisches Händchen gefragt: Den Kontrast optimieren, die Hierarchie logisch anordnen, die Einheitlichkeit beachten, ausreichend Abstand schaffen, den Lesefluss garantieren, den Hintergrund einfach halten, passende Farben auswählen und noch einige weitere Faktoren sind entscheidend bei der Erstellung einer Präsentation, der das Publikum leicht und schnell folgen kann. Duarte gibt auch hier praktische Anweisungen, wie das Design der Folien professionell gelingt. Bilder – Fotos, Illustrationen sowie Videos – können dabei die Präsentation aufwerten und die Aussagen unterstreichen, jedoch muss darauf geachtet werden, dass sie dem Zweck dienen und nicht ablenken, irritieren oder gar überfordern. Sie müssen also dezent eingesetzt werden und dürfen die Logik der Präsentation nicht unterbrechen. Zum Ende des Buches stellt sich noch die Frage, wie der oder die Vortragende das Publikum so erreicht, dass die Ideen letztendlich auch übermittelt werden. Drei Tipps gibt Duarte dem Leser mit auf den Weg: erstens den Folientext auf ein Minimum zu kürzen, zweitens die Präsentation auf eine überschaubare Länge und die nötigen Informationen zu begrenzen und drittens die Präsentation ab und an zu unterbrechen und in einen persönlichen Dialog mit den Zuhörern zu treten.

Fazit: Das Buch beantwortet alle Fragen, die sich bei der Kreation und Erstellung einer Präsentation ergeben. So ist es für jeden Kommunikationsexperten, der für die Mitgliederkommunikation oder Öffentlichkeitsarbeit Präsentationen hält – egal ob Neustarter oder Profi – ein absolutes Muss. Auch für die Aufbereitung von Zahlenmaterial, z. B. bei der Präsentation von Umfrageergebnissen, finden sich in dem Ratgeber hilfreiche Hinweise. Des Weiteren werden wertvolle Tipps und neue Ideen anschaulich aufbereitet und mit praxisnahen Beispielen verdeutlicht. Durch die vielen Anwendungsbeispiele werden selbst die komplexeren Aspekte bei der Erstellung einer Präsentation leicht verständlich, sodass die nächste Präsentation sicherlich leichter fallen wird als je zuvor.


Praxishandbuch Freiwilligenmanagement (Edition Sozial)
Praxishandbuch Freiwilligenmanagement (Edition Sozial)
von Carola Reifenhäuser
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen Management von Ehrenamtlichen? – Ja, unbedingt!, 27. Juni 2014
Mittlerweile ist jeder dritte Bundesbürger ehrenamtlich bzw. freiwillig tätig. Auch Verbände und NGOs profitieren von dieser Entwicklung. Umso wichtiger ist es, Ehrenamtliche gut in die Organisationsstrukturen einzubinden. Was es dabei zu beachten gilt, erklären Carola und Oliver Reifenhäuser in ihrem „Praxishandbuch Freiwilligenmanagement“. Denn auch freiwillige Arbeit braucht Struktur – kurz: muss gemanagt werden.

Gerade in Verbänden und NGOs, die Ehrenamtliche stärker in ihre Arbeit einbinden möchten, taucht oft die Frage auf, welche Voraussetzungen dafür überhaupt innerhalb der Organisation gegeben sein müssen.

Dabei geht es zum Beispiel um Grundsätze und Grundhaltungen: Welches Selbstverständnis herrscht in Bezug auf Freiwilligenarbeit und Ehrenamtlichkeit in der Organisation und was steht in der Satzung? Aber auch Informationsmanagement und die Einbindung der hauptamtlichen MitarbeiterInnen und der ehrenamtlichen Mitglieder müssen geklärt werden. Festlegungen darüber, in welcher Form die MitarbeiterInnen, Mitglieder und freiwillig Engagierten über die Initiative bzw. das Projekt informiert werden und wie stark sie eingebunden werden sollen, müssen getroffen werden. Auf diese und weitere kritische Fragen geben die Autoren in den anschließenden Kapiteln des Buchs umfangreiche Antworten. Unter anderem werden verschiedene Workshops zur Einbindung von hauptamtlichen Mitarbeitern methodisch dargestellt. Aber auch unterschiedliche Möglichkeiten der Finanzierung einer Koordinationsstelle für Ehrenamtliche werden genannt. Denn als Praktiker ist den Autoren eines klar: Eine universale Lösung des Freiwilligenmanagements für alle Verbände gibt es nicht.

Ist der organisatorische Grundstein erst einmal gelegt, geht es „ans Eingemachte“: Der Ratgeber offeriert wertvolle Tipps für den direkten Kontakt mit freiwillig Engagierten. In den folgenden sieben Kapiteln dreht sich alles um die Koordination von ehrenamtlicher Arbeit. Dieser zweite Teil ist für Verbände sicherlich besonders interessant. Denn hier sind Antworten und Lösungsvorschläge für Fragen wie „Wie finde ich die richtigen Ehrenamtlichen?“ oder auch „Wie binde ich neue Ehrenamtliche in alte Teams ein?“ zu finden. Dabei geben die Autoren erneut sehr detaillierte Informationen. Kein Aspekt wird ausgelassen.

Verbände, die sehr auf ehrenamtliche Arbeit angewiesen sind, werden Situationen wie diese sicherlich kennen: Es kommt zu Meinungsverschiedenheiten zwischen hauptamtlichen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Mitgliedern. Wie ist mit Konflikten umzugehen? Die Sachlage ist häufig äußerst knifflig, denn Ehrenamtliche sind zu ihrer Arbeit nicht verpflichtet, da keine arbeitsrechtliche Grundlage besteht. Dennoch möchte der Verband die freiwilligen Helfer nicht verlieren. Ein Phasenmodell der Eskalation hilft dabei, die Konfliktsituation richtig einzuschätzen. Droht beispielsweise der Gesichtsverlust eines der Beteiligten – es geht also um öffentliche Angriffe und Unterstellungen –, hilft oftmals eine Mediation, um eine Einigung herbeizuführen. Was dabei beachtet werden sollte und wer überhaupt eine solche Mediation durchführen kann, wird direkt im Anschluss an das Kapitel 16: Konflikte lösen erläutert.

Fazit:
Insgesamt ist das Buch inhaltlich sehr strukturiert. Das nützt vor allem Kommunikationsprofis, die nur Teile des umfangreichen Felds des Freiwilligenmanagements nacharbeiten möchten. Hilfreich sind auch die Infokästen mit Praxistipps, die die Autoren aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen zusammengestellt haben. Gleichzeitig unterstützen Schaubilder und Infografiken den Text, um Wirkungszusammenhänge und Abläufe noch besser zu verstehen. Bemerkenswert ist auch der 20-seitige Anhang, der zahlreiche Mustervorlagen beinhaltet. So werden beispielsweise erste Aufschläge für Erstkontaktbögen, Engagementvereinbarungen und -nachweise gleich mitgeliefert.

Reifenhäuser haben mit ihrem „Praxishandbuch Freiwilligenmanagement“ einen Ratgeber geschrieben, der besonders bei Verbänden, die verstärkt Ehrenamtliche einbinden wollen, auf dem Nachttisch sollte. Darüber hinaus bietet das Buch zahlreiche Details, die auch ehrenamtserfahrenen Organisationen sicherlich neu sein könnten. Generell ist allerdings zu beachten, dass es sich lediglich um Lösungsvorschläge handelt. Gerade weil das Buch so detailliert und ausführlich ist, sollte nicht der Eindruck entstehen, dass Eigeninitiative und eigene Kreativität bei der Arbeit mit Ehrenamtlichen nicht mehr nötig wären.

Schade ist, dass – im Gegensatz zu den sonstigen Details – gerade dem wichtigen Themenfeld Kommunikation mit Ehrenamtlichen keine sehr große Aufmerksamkeit geschenkt wird – hier besteht Optimierungsbedarf. Bei Interesse an diesem Thema sollte weitere Literatur zurate gezogen werden. Insgesamt wird deutlich: Freiwilligenmanagement ist wichtig, oft aufwendig und sollte nicht unterschätzt werden. Doch mit diesem Praxisratgeber kann beim Freiwilligenmanagement nichts mehr schiefgehen.


Medientraining
Medientraining
von Christian Schmid-Egger
  Broschiert
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen 222 Seiten geballtes Interview-Wissen – Wie aus dem Horrorszenario Ihr Moment wird, 28. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Medientraining (Broschiert)
Hauptgeschäftsführer und Kommunikationsverantwortliche aus Verbänden werden die Situation kennen: Die Anfrage für ein Interview flattert ins Haus und sofort bricht Panik aus. Aber Fragen wie „Wer sagt was?“, „Wo soll das Interview stattfinden?“ und „Wie werden Gestik und Mimik am besten eingesetzt, um das Gesagte zu unterstreichen?“ sollten sich erfahrene Kommunikationsprofis nicht stellen.

Denn Antworten auf diese und noch viele weitere Fragen gibt Christian Schmid-Egger in seinem Buch „Medientraining“. Dabei ist die Aussage des Buches sehr klar formuliert: Eine Interviewanfrage muss nicht Auslöser von Angstschweiß sein, sondern ist die perfekte Möglichkeit zur Präsentation der eigenen Standpunkte in der Öffentlichkeit.

Von Grund auf und Schritt für Schritt nähert sich Schmid-Egger dem Thema Interview. Interessant ist, dass das Buch mit einer Einführung in die Mediengesellschaft beginnt. Informationen zum Medienmarkt, der Entstehung von Beiträgen, aber auch Tipps zum Umgang mit der
„Spezies Journalisten“ sollen dem Interviewgeber helfen, sich auf sein Gegenüber einzulassen. Dabei geht es vor allem darum, die Beweggründe und Motive des anderen zu kennen, um so ein Miteinander anstatt ein Gegeneinander im Interview zu erreichen. Denn Journalisten
hetzen …

In 16 Kapiteln werden alle Hürden und Tücken für den Interviewten erläutert. Dabei geht es primär um Fragen zu Techniken zur adäquaten Vermittlung von Inhalten in einem Interview. Unter anderem ist eine verständliche Sprache das A und O. Wer beispielweise Interesse hat, in ganz Deutschland verstanden zu werden, sollte es vermeiden, dialektal geprägte Wörter zu verwenden. Auch der Ausdruck und die Wortwahl sind hierbei wichtig. Positive Formulierungen und der Verzicht auf Fachsprache helfen, auch Fachfremde für die Sache zu begeistern.
Gleichermaßen wird der Inhalt eines Interviews in Schmid-Eggers Ratgeber ausführlich behandelt. Der klassischen Frage „Was darf ich in einem Interview überhaupt sagen?“ wird ausführlich Rechnung getragen. Dabei ist die Phrase „Erst denken, dann sprechen“ im Besonderen wichtig. Denn durch überlegte Antworten können das persönliche Image und die eigenen Interessen erfolgreich kommuniziert werden.

Aber auch persönliche Herausforderungen, wie der Umgang mit Lampenfieber, werden thematisiert. Den Schwerpunkt legt der Autor hierbei auf Interviewanfragen von elektronischen Medien, also Fernseh- und Radiosendern.

Insgesamt ist der Ratgeber übersichtlich aufgebaut. Durch die Verwendung von Icons findet sich der Leser schnell zurecht. Situationen, die der Autor bereits selbst erlebt hat, werden beispielsweise als Praxis- Beispiele durch eine Büroklammer am Rand visuell gekennzeichnet. Auch Checklisten zu einzelnen Punkten können durch ein Haken-Icon schnell gefunden werden. Ein großer Pluspunkt ist die Verknüpfung des Buches mit dem Internet. Auf der Website [...] können Interviewausschnitte als Positiv- oder Negativbeispiel angeschaut werden. Im Buch werden diese visuellen Beispiele schriftlich erläutert und durch ein Kamera-Icon kenntlich gemacht.

Insbesondere aber das Kapitel „Krisenkommunikation“ ist für Kommunikationsexperten in Verbänden interessant. Anhand der „Musterkrise“ rund um die Ölplattform Brent Spar im Jahre 1995 erklärt der Medienexperte die Fehler, die unbedingt vermieden werden sollten. So empfiehlt der Autor, im Falle einer Krise die Dinge weder zu verharmlosen noch zu verheimlichen. Stattdessen sollte Verantwortung und Offenheit den Kommunikationsstil prägen.

Schmid-Egger macht in seinem Buch aber auch deutlich, dass nicht jeder für Medienauftritte geeignet ist. Die Wahl der Person, die vor die Mikrofone tritt, sollte sorgfältig getroffen werden, damit der Verband oder das Unternehmen kompetent vertreten wird. Durch die mitgelieferte Checkliste kann die Auswahl des perfekten Medienvertreters unterstützt werden.

Auch das Kapitel „Ihre Rechte und Pflichten beim Interview“ ist für Presseverantwortliche sehr hilfreich. Tipps vonseiten des Autors gibt es zum Beispiel, wenn der Interviewte falsch zitiert worden ist und die Dinge geradegerückt werden sollen. So besteht in diesem Fall das Recht auf eine Gegendarstellung. Doch die Umsetzung in der Praxis ist oft schwierig – gerade bei Interviews mit elektronischen Medien leidet dadurch nicht selten die Glaubwürdigkeit der Aussagen. Ein Grund mehr dafür, die bereits genannte Wendung „Erst denken, dann sprechen“ als das Leitbild eines Interviews heranzuziehen.

Fazit: Christian Schmid-Egger schafft mit seinem Buch Erstaunliches. Durch Checklisten, Praxisbeispiele (sogar multimedial) und eigene Erfahrung wird das komplexe Thema Interview praxisnah und anwendungsorientiert erläutert. Besonders Laien in diesem Bereich sei das Buch ans Herz gelegt. Durch aufmerksame Lektüre können typische Fehler bei einem Interview von vornherein vermieden werden. Aber auch interviewerfahrene Kommunikationsexperten können durchaus etwas dazulernen. Durch den strukturierten Aufbau können einzelne Themenfelder, in denen noch Nachholbedarf besteht, schnell nachgeschlagen werden. Alles in allem bietet der Ratgeber das Komplettpaket, um Angstschweiß in Vorfreude zu verwandeln.


Grundlagen des Projektmanagements: Methoden, Techniken und Tools für Projektleiter
Grundlagen des Projektmanagements: Methoden, Techniken und Tools für Projektleiter
von Tomas Bohinc
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompaktkurs Projektmanagement, 9. Mai 2014
Viele Aufgaben und Aufträge, die aus dem üblichen Tagesgeschäft herausfallen, werden in Verbänden als Projekte bearbeitet. Diese gilt es zu koordinieren, zu organisieren und zu kontrollieren. Damit ist der Grundsatz des Projektmanagements bereits umrissen. Doch was sich so kurz und knapp zusammenfassen lässt, birgt tatsächlich eine Vielzahl von Tätigkeiten, die gründlich beherrscht werden müssen. Was ein Projektleiter zur Bewältigung von Projekten wissen und beachten sollte, weiß Tomas Bohinc, langjähriger Experte für Projektmanagement und Autor verschiedener Fachbücher zum Thema.

Mit „Grundlagen des Projektmanagements. Methoden, Techniken und Tools für Projektleiter“ legt Bohinc ein praktisches Handbuch vor, das Projektleiter auf ihre umfangreiche Arbeit Schritt für Schritt vorbereitet. Von der Projektidee über das Umfangs-, Termin- und Kostenmanagement bis hin zum Personal- und Risikomanagement dient das Buch als Wegweiser durch die vielen Fachgebiete, aus denen Projektmanagement besteht, und gibt einen praktischen Überblick über die notwendigen Arbeitsprozesse.

Der Autor macht gleich zu Beginn des Buches deutlich, dass Projekte „eigene Prozesse und Regeln“ haben und sich nur bedingt ein Standard zur Bearbeitung von Projekten festmachen lässt. Dennoch lasse sich Bohinc zufolge ein allgemeiner Projektverlauf mit verschiedenen Phasen festmachen, der für die Struktur des Projekts entscheidend ist und schließlich auch zum Gelingen des Projekts beitragen kann. Die einzelnen Phasen lassen sich wiederum in Schritte unterteilen. Wie diese inhaltlich beschaffen sein sollten und wie viel Zeit, Kosten und Personal sie für sich beanspruchen, hängt jedoch vom Umfang und vom Ziel des Projekts ab und müsse projektspezifisch individuell bestimmt werden, so Bohinc.

Die Planung eines Projekts vergleicht Bohinc sehr alltagsnah und eingängig mit der Planung einer Urlaubsreise: Vor der Reise werde das Reiseziel festgelegt. Dann werde geplant, wie das Reiseziel am schnellsten und preisgünstigsten erreicht werden kann. Der ausgewählten Flug- oder Bahnroute wird genau gefolgt, bis das Reiseziel erreicht werde. Dennoch verlaufe nicht jede Reise ohne Zwischenfälle. So muss der Reiseplan eventuell neu erdacht und an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden, damit das Ziel der Reise trotz der Zwischenfälle erreicht werden kann. Genauso konsequent sollten Bohinc zufolge Projekte angegangen werden. Als Erstes wird das Ziel bzw. das Ergebnis festgelegt, anschließend werden die notwendigen Arbeiten, Kosten und Zeiten geplant und innerhalb des Zeitrahmens ausgeführt. Und im Falle von sich plötzlich ändernder Gegebenheiten oder auftretenden Verzögerungen entscheidet der Projektleiter, welche Schritte getan werden müssen, um das Projekt pünktlich und mit hoher Qualität zum Ziel zu führen.

Den Verlauf eines Projekts beschreibt der Autor sehr verständlich als einen Regelkreis, der sich aus den Komponenten Planen, Ausführen, Überwachen und Steuern zusammensetzt. Anhand dieses Schemas macht der Autor deutlich, dass diese vier Aspekte in einem engen Zusammenhang stehen und im Laufe des Projekts mehrmals durchlaufen werden. Als besonders hilfreiche Eselsbrücke bei der Kontrolle und Evaluierung eines Projekts nennt Bohinc die „SMART“-Formel, nach welcher ein Projekt mittels fünf einfacher Fragen bewertet werden kann:

Spezifisch: Ist das Ziel so konkret wie möglich beschrieben?
Messbar: Mit welchen Kriterien können Sie feststellen, ob das Ziel erreicht ist?
Angemessen: Ist der Aufwand für das Ziel gerechtfertigt?
Realistisch: Ist das Ziel erreichbar?
Terminiert: Bis wann soll das Ziel erreicht werden?

In den darauffolgenden Kapiteln geht Bohinc auf zahlreiche weitere Aspekte der Projektleitung ein, namentlich auf das Termin-, Kosten-, Qualitäts-, Personal-, Kommunikations-, Risiko-, Beschaffungs- und Integrationsmanagement. Vor allem das Kommunikationsmanagement ist dem Autor zufolge eine wichtige Säule für das Gelingen von Projekten, bei denen viele verschiedene Personen zusammenarbeiten. So ist nicht selten fehlende Kommunikation einer der häufigsten Gründe für das Scheitern von Projekten. Bohinc zitiert Rita Mulclay, eine der bekanntesten Trainerinnen für Projektmanagement. Sie sagte, dass ein Projektleiter 90 Prozent seiner Zeit im Projekt für die Kommunikation aufwende. Als wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Projektkommunikation nennt der Autor die konsequente Einbindung aller Stakeholder des Projekts. Hierzu empfiehlt er, schon in der Projektplanung eine Stakeholderanalyse durchzuführen. Außerdem müsse bedarfsorientiert konzipiert und dokumentiert werden, welcher Stakeholder wie, wann, wie oft, worüber und durch wen informiert werden muss. Um dabei den Überblick zu behalten, stellt der Autor dem Leser zahlreiche verständliche Schemata, Listen und Pläne zur Verfügung, die bei der Planung und Dokumentation aller Kommunikationsbedürfnisse äußerst hilfreich sind. Außerdem betont Bohinc, wie wichtig eine eindeutige Kommunikation für den Erfolg eines Projekts ist. Obwohl es so einfach klingt, werde sie in der Praxis immer wieder vernachlässigt.

Fazit: „Grundlagen des Projektmanagements“ ist mit 192 Seiten ein recht handliches Buch für die Aktentasche. Es besticht dabei aber durch sehr viel Wissen, das in kurzen Kapiteln bündig und präzise aufbereitet wird. Der Leser ist dadurch in der Lage, sich relevante Fakten auf einfache Weise anzueignen. Die theoretischen Ausführungen werden durch zahlreiche Abbildungen, Checklisten und Tabellen ergänzt und ermöglichen dadurch eine gute Verständlichkeit und Eingängigkeit.

Viele der Tabellen und Checklisten können zudem leicht auf spezifische Projekte adaptiert werden. Das Gelesene kann darüber hinaus in Übungen am Ende der Kapitel praktisch angewendet werden. Durch ein Verzeichnis der Checklisten, ein umfangreiches Stichwort- sowie ein Literaturverzeichnis ist das Buch außerdem besonders zum schnellen Nachschlagen geeignet.

Obwohl sich einige Übungen und Beispiele auf handwerkliche Arbeiten, beispielsweise auf die umfangreiche Renovierung eines Hauses, beziehen, sind sie so konzipiert, dass sie sich problemlos auf andere Arten von Projekten übertragen lassen. So ist Bohincs Handbuch sowohl für Einsteiger als auch für Profis geeignet und bietet somit auch für Verbandsvertreter, die sich mit einem oder mehreren Projekten konfrontiert sehen und den Erfolg ihres Projekts nicht dem Zufall überlassen möchten, eine wertvolle Hilfestellung.


Die perfekte Rede: So überzeugen Sie jedes Publikum
Die perfekte Rede: So überzeugen Sie jedes Publikum
von Hans-Uwe L. Köhler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

5.0 von 5 Sternen Aus den Erfahrungen eines Top-Redners, 13. März 2014
Was können Kommunikationsverantwortliche von einem Buch mit dem Titel „Die perfekte Rede“ eigentlich erwarten? Einen überheblichen Autor? Einen allwissenden Kenner? Oder einfach nur eine simple Anleitung, wie die „perfekte Rede“ vermeintlich aufzubauen sei? Überraschenderweise trifft nichts von alledem für das vorliegende Buch zu. Denn Hans-Uwe L. Köhler hat vor allem eins geschafft: die verschiedensten persönlichen Erfahrungen eines der renommiertesten deutschen Redner und Motivatoren zu sammeln und weiterzugeben.

Bereits auf den ersten Seiten des Buches klärt Hans-Uwe L. Köhler den Leser über eine grundlegende Frage auf. Ist „die perfekte Rede“ überhaupt möglich? Nach einem erfreulichen „Ja“ erwartet den Leser jedoch schnell die Ernüchterung. Denn Perfektion in der Rede ist nach Köhler zwar möglich, aber nicht erstrebenswert. Zu Glattes oder Perfektes gewinnt nicht die Herzen der Menschen. Als Beispiel für diese Unvollkommenheit wird Willy Brandt genannt, der besonders durch seine Stimme die Menschen zum Mitfühlen bewegte. Dabei galt diese aus Sicht von Stimmtrainern immer als katastrophal.

Früh im Buch lässt sich erkennen, dass für Köhler das Wichtigste an einer gelungenen Rede nicht der Inhalt, sondern der Hörer, dessen Befinden und Emotionen sind. Das größte Ziel sei es deshalb, dass sich das Auditorium nach einer Rede im vom Redner gewünschten Zustand befinde – die Menschen also für das Anliegen des Redners gewonnen wurden. Dabei ist der eigentliche Inhalt der Rede nur ein Teilaspekt. Für Köhler ist vielmehr Überzeugung das A und O. Diese lässt sich besonders durch die Begeisterung der Zuhörer und auch durch die eigene Überzeugtheit vom Gesagten erreichen.

Um die Zuhörer zu erreichen, nennt der Autor ein ganzes Sammelsurium aus mal mehr, mal weniger außergewöhnlichen Tipps und Tricks. So schildert Köhler beispielsweise, wie er, als Christoph Columbus verkleidet, erfolgreich die Belegschaft eines Unternehmens motiviert und überzeugt hat. An anderer Stelle erläutert er, dass er einmal bewusst die Zuhörerschaft am Anfang einer Rede gegen sich aufgebracht hat, um sie im Anschluss wieder vom Gegenteil zu überzeugen.

Diese Ideen mögen zwar etwas überspitzt erscheinen und in dieser Form nicht für jedermann anzuwenden sein. Dennoch regen sie dazu an, einmal etwas Außergewöhnliches und Anderes auszuprobieren. Neben den Anekdoten aus seinem Leben als erfahrener Redner geht der Autor aber auch auf herausfordernde Erlebnisse ein. So führt er Beispiele für Momente an, in denen seine Reden besonders schiefgelaufen sind oder überraschenderweise ganz andere Effekte hervorriefen als zuvor geplant.

Für Köhler sind die Emotionalisierung und der besondere Moment die größten Faktoren für den Erfolg einer Rede. Dabei müssen nach seiner Ansicht dennoch jederzeit beide Gehirnhälften, der Verstand und das Gefühl, stimuliert werden. Köhler drückt es so aus: „Links bekommt genügend Zahlen und Rechts ausreichende Emotionen – idealerweise beides gleichzeitig!“

Zwischen Entertainment und Storytelling
Die berufliche Herkunft des Schreibers wird im Buch an sehr vielen Stellen überaus deutlich. Köhler ist vor allem ein Verkäufer und Motivator. Seine Tipps für die Reden sind deshalb, genauso wie seine Schreibweise im Buch, immer auch eine Mischung aus Entertainment und Storytelling. Für ihn ist es nicht das Wichtigste, dass die Wahrheit gesagt wird, sondern dass die Zuhörer für das Anliegen gewonnen werden.

Das Buch bietet somit vor allem eine große Sammlung an anschaulichen Dos und Don'ts aus der Erfahrung des Autors. Sei es die Wahl der richtigen Kleidung, der perfekte Erzählstil oder der richtige Test der Mikrofonanlage und Bestuhlung, alles wird von Köhler bewertet, für den Leser spannend aufbereitet und mit praktischen Handlungstipps gefüllt. Auch wenn es nur um das richtige Verhalten geht, wenn Redner einmal ins Stocken geraten sollten.

Besonders beeindruckend sind die persönlichen Einblicke, die der Autor liefert. So stellt Köhler zum Beispiel fest, dass selbst der erfahrenste Redner vor jedem Auftritt nervös ist und etwas Lampenfieber hat oder dass die hundertste Rede weitaus schwieriger sei als die erste. Diese persönlichen Erfahrungen des Autors wirken auf den Leser sehr authentisch und nehmen auch Anfängern die Angst davor, eine Rede zu halten.

Fazit: Insgesamt ist das Buch vor allem darauf ausgelegt, den Lesern Anregungen zu geben und Mut zu machen, auch mal etwas Neues und Unkonventionelles auszuprobieren. Sehr viele Reden können schnell langweilen und enden im Alltagsbrei. Nur wirklich gute Redner bleiben dem Auditorium auch positiv im Gedächtnis. Hierzu zeigt Hans-Uwe L. Köhler in seinem Buch durchaus spannende Möglichkeiten und Tricks auf.

Verbandsvertreter können von der Motivationsfähigkeit, den alltagstauglichen Tipps und den spannenden Empfehlungen des Autors profitieren. Ob durch interessante Storytelling-Ideen, klug gewählte Skandalisierungen oder besonders ausgefeilte Präsentationen, Köhler beschreibt ausführlich, wie es gelingen kann, sich von der Masse abzuheben. Generell wäre eine etwas bessere Strukturierung der einzelnen Absätze wünschenswert.

Aus diesem Grund eignet sich das Buch weniger als Nachschlagewerk, sondern vielmehr als anregende Lektüre für zwischendurch. Köhlers Werk bietet zwar keine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung für die perfekte Rede, aber mit Sicherheit eine Hilfe zur Inspiration. Verbandsvertreter, die öfter vor Menschen sprechen müssen, können also durchaus interessante Eindrücke aus dem Buch gewinnen – es muss ja nicht gleich die Christoph-Columbus-Verkleidung sein.


Krisenkommunikation von Unternehmen in Risikobranchen: Prämissen, Probleme, Perspektiven
Krisenkommunikation von Unternehmen in Risikobranchen: Prämissen, Probleme, Perspektiven
von Danyal Alaybeyoglu
  Taschenbuch
Preis: EUR 59,00

4.0 von 5 Sternen Volle Fahrt voraus im „Haifischbecken“!, 13. März 2014
Das bis dato in der deutschsprachigen Forschungslandschaft noch wenig untersuchte Feld der Krisen-PR steht im Fokus des Buchs von Danyal Alaybeyoglu. In ihm erklärt der Autor das Phänomen Krise in der Unternehmenskommunikation und erläutert die Voraussetzungen, Ausdrucksformen und Wirkungsweisen. Den Leser erwartet ein intensiver Exkurs mit wertvollen und stellenweise überraschenden Erkenntnissen für die Praxis, den er in drei Etappen durchläuft.

„Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“, sagte einst Max Frisch und nimmt dem Begriff der „Krise“ seine Dramatik. So hält es auch Danyal Alaybeyoglu. Für die Krisenbewältigung ist eine professionelle Krisenkommunikation mehr denn je Grundvoraussetzung. Das Buch bietet den Lesern eine intensive, kritische Reflexion unterschiedlicher theoretischer Ansätze und Modelle der Massenmedien und Unternehmenskommunikation im Krisenkontext.

Anhand des Krisenlebenszyklus erläutert der gelernte Journalist Alaybeyoglu mögliche strategische Kommunikationsmaßnahmen und erklärt Chancen sowie Risiken, Selbstwahrnehmung und Grundverständnis beim Krisenmanagement von Unternehmen. Hilfreich für den interessierten Leser sind die zahlreichen Literaturverweise und die Darstellung der Ansätze in Grafiken und Tabellen.

Nach der theoretischen Betrachtung resümiert er, dass es keine Standardkrise gibt und daran anknüpfend auch kein Standardkatalog von Instrumenten der Krisenkommunikation vorhanden ist. Generell konstatiert er, dass Krisenkommunikation nur dann erfolgreich und effizient ist, wenn sie im Rahmen eines integrierten Public-Relations-Management-Ansatzes betrachtet wird.

PR-Manager geben Einblicke in ihre Krisenpraxis

Neue Erkenntnisse über Krisenhandling bietet der zweite Teil des Buchs, in dem Ergebnisse einer empirischen Befragung von 400 Kommunikationsverantwortlichen aus den größten deutschen Unternehmen in Risikobranchen präsentiert werden. Einige Hypothesen des Autors werden bestätigt, andere Ergebnisse sind eher verblüffend.

Trotz der zunehmenden Professionalisierung von Krisen-PR in der Unternehmenskommunikation identifiziert Alaybeyoglu dennoch erhebliche Defizite in der Praxis. Insbesondere bedauert er die Blindheit vieler Praktiker, die die Bedeutung des Transfers wissenschaftlicher Forschung im Krisenkontext verkennen. An der Stelle appelliert er an die Berufsverbände, die Rolle des Mediators einzunehmen und Wissenschaft mit Praxis zu vereinen.

Fazit: Das vorliegende Werk wird seinem Anspruch als Impulsgeber für PR-Verantwortliche, den mangelnden Transfer zwischen theoretischer Diskussion und praktischer Anwendung zu überwinden, gerecht. Auch Kommunikationsprofis aus Verbänden dürften aus dieser Lektüre wohl einige wertvolle Erkenntnisse für ihre Alltagspraxis erhalten und mithilfe der Studienfragen einen Eigen-Check durchführen. Allerdings muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass die intensive Auseinandersetzung mit der Vielzahl von theoretischen Konzepten im ersten Teil die Aufmerksamkeit von Praktikern auf die Probe stellen dürfte. Insgesamt bereitet der Autor ein äußerst komplexes Feld in kritischer Reflexion verständlich auf und ermöglicht damit auch interessierten Einsteigern den Zugang zu den Aufgaben und Herausforderungen der Krisenkommunikation.

Da die erhobenen Daten bereits einige Jahre zurückliegen, wäre bei einer Vertiefung der Thematik besonders spannend zu erfahren, welchen Stellenwert das Instrumentarium der Krisenkommunikation in der aktuellen PR-Praxis einnimmt, ob die identifizierten Defizite noch existieren und ob der Wissenstransfer der kommunikationswissenschaftlichen Krisenforschung mittlerweile breiteren Zuspruch in der Public-Relations-Kultur der Unternehmen und Verbände findet.


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