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Beiträge von Joachim Klotz
Top-Rezensenten Rang: 1.630
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Rezensionen verfasst von Joachim Klotz
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3.0 von 5 Sternen
Analyse mit Schönheitsfehlern?!, 25. April 2013
Aus Sicht der (noch?) führenden Wirtschaftsmacht USA wird die ungesunde Verschiebung der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital beschrieben. In Zeiten der Globalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte (das Buch wurde Ende der 90er geschrieben) geraten die Märkte zunehmend in die Abhängigkeit des "vagabundierenden" internationalen Kapitals (der Großkonzerne), was letztlich auf dem Rücken eines Großteils der arbeitenden Bevölkerung ausgetragen wird (Produziert wird da wo der Faktor Arbeit am billigsten ist). Die Autoren vertreten dabei die Auffassung, dass dieser Prozeß durch das Ende des kalten Krieges noch einmal entscheidend beschleunigt wurde. So weit so gut. Dass allerdings die führenden Notenbanken dafür die Hauptverantwortung tragen sollen, weil sie sich einer Politik der Inflationsbekämpfung verschrieben haben und damit das Wachstum blockieren, halte ich für eine sehr gewagte Behauptung. Das immer mehr Wachstum auf Dauer nicht möglich ist und (zusammen mit einem falschen Geld- und Zinssystem) als großer Fehler im globalen System angesehen werden muss (wodurch die Probleme eher noch verschärft werden) spricht sich eben nur sehr langsam herum.
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5.0 von 5 Sternen
Bravourstück!, 14. Januar 2013
Wieder stellt die deutsche Pianistin ihre Fähigkeit unter Beweis grossen klassischen Stoffen der Klavierliteratur ihren eigenen, sehr einprägsamen und höchst individuellen Stempel aufzudrücken. So auch bei Brahms, dessen technisch äußerst anspruchsvolle Paganini-Variatonen sie nicht reißerisch und spektakulär, sondern ruhig, versinnlicht und doch in jeder Phasee perlend und frisch zu interpretieren versteht. Um diesen Eindruck zu untermauern sei exemplarisch die Variation No. 4 als Hörprobe empfohlen. Eines von vielen Bravourstückchen auf dieser gelungenen Einspielung!
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4.0 von 5 Sternen
In Teilen noch sehr aktuell!, 5. Januar 2013
Heiner Geißler analysiert in diesem Buch im Wesentlichen die Gründe für die Niederlage der CDU bei der Bundestagswahl 1998. So wirft er Kohl vor den Kontakt zur Basis verloren zu haben und nicht rechtzeitig den Stab an Wolfgang Schäuble übergeben zu haben (lobt aber an anderer Stelle auch die Verdienste Kohls). Des weiteren sieht er im Scheitern des Bündisses für Arbeit (wodruch viele wichtige Reformen blockiert wurden) einen der Hauptgründe für die Niederlage der CDU. Am spannendsten ist das Buch m.E. wenn es um Themen geht die heute noch genau so aktuell sind wie damals (Macht der Konzerne, Turbokapitalismus, soziale Gerechtigkeit etc.). Hier hat Geißlers Stimme immer noch enormes Gewicht und nach wie vor besitzt er die Fähigkeit weit über den tagespolitischen Tellerrand hinaus zu schauen. Leider haben das seine "Parteifreunde" von der CDU bis auf den heutigen Tagen nicht erkannt.
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4.0 von 5 Sternen
Utopie eines Lebenserfahrenen!, 16. Dezember 2012
Werfel spricht von einem Reiseroman und in der Tat wird die Reise in eine ferne Menschheitsdynastie beschrieben, die vergeistigt und auf einem höheren Schwingungsniveau die Schatten und Schrecken der Vergangenheit hinter sich gelassen hat und in der einstmals begangenen Fehler zu einem neuen Miteinander, einer neuen Umwelt und neuen geistigen Grundlagen geführt haben. F.W. (Synonym für den Autor) wird von seinem Jugendfreund B.H. begleitet und sozusagen assistiert, ohne dessen Hilfe der Kulturschock wohl nur schwerlich zu verkraften wäre. Ein solches (idealistisches) Bild von einer fernen Zukunft zu entwickeln ist sicher eine spannende Botschaft und Werfel verfügt zweifellos über die schriftstellerischen Möglichkeiten das Thema lehrreich und spannend zu vermitteln. Bei Lesern die weder auf den Autor noch auf das Thema 100% eingestimmt sind, sehe ich allerdings die Gefahr, dass auf über 700 (kleingedruckten) Seiten gewisse Längen wahrgenommen werden könnten.
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5.0 von 5 Sternen
Beschreibung eines Naturgesetzes od. die Macht der Gedanken!, 31. Oktober 2012
Ein Buch über die Macht der Gedanken und der inneren Programmierung. Kernbotschaft: Verfolgt man konstruktive Gedanken mit einer so positvien Besessenheit und Ausdauer, dass man sie im Geiste schon als vollzogen erlebt und sich durch nichts von seinem Vorhaben (seiner Vision) abbringen lässt, stehen einem alle Türen im Leben offen, kann man alles erreichen (auch wenn im Buch durchweg von finanziellem Reichtum die Rede ist). Das Buch beschreibt nun die einzelnen Schritte und Faktoren die in dieser Weise zum Erfolg führen. Sieht man es als die Beschreigung eines universell wirksamen Gesetzes bzw. der dahinterliegenden Mechanissmen (und weniger als eine Anleitung zum großen Reichtum in kurzer Zeit um im schlimmsten Fall Gier und Neid zu befriedigen) kann das Buch mit Sicherheit ein wertvoller Ratgeber sein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Spannend!, 24. Oktober 2012
Dobelli beschreibt (als Mann aus der Wirtschaft und Manager) gängige Denkfehler wie "warum wir unser eigenes Wissen systematisch überschätzen, warum nicht etwas richtig ist nur weil es alle machen oder warum wir Theorien nachhängen, selbst wenn sie falsch sind". Auch wenn man sich über die Interpretation als "Fehler" sicher im ein oder anderen Fall streiten kann, ist der Wiedererkennungswert enorm hoch (so war es zumindest bei mir). Insofern ist das Buch hervorragend geeignet eigenes Verhalten kritisch zu reflektieren und Verhaltensweisen von Menschen besser zu verstehen (zumal auch immer der Versuch unternommen wird den Grund des Verhaltens zu beleuchten). So gesehen kann das Buch ein wertvoller Alltagsbegleiter für den geneigten Leser sein.
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Der Fürst
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von Niccolò Machiavelli Gebundene Ausgabe |
| Preis: EUR 4,95 |
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4.0 von 5 Sternen
Aktueller denn je!, 17. Oktober 2012
Wenn man das Buch als Ratgeber versteht muss man zwangsläufig nach nur wenigen Seiten erschrecken. Buchstäblich jedes Mittel scheint recht zu sein, solange es dazu dient die Macht zu erhalten und sich der Layalität bestimmter Gruppen zu versichern. Bei mir viel der Groschen als ich während des Lesens erkannte, dass die beschriebenen Mechanismen noch die gleichen sind wie im 16. Jahrhundert (als das Buch geschrieben wurde). Denn "Der Fürst" ist m.E. vor allem eine Beschreibung typisch menschlicher Verhaltensweisen wenn es darum geht Macht auszuüben, den eigenen Vorteil zu suchen, die eigene Position zu stärken, Ruhm und Ansehen zu erwerben oder gefürchtet zu sein (je nach herrschenden Umständen und Zweckmäßigkeit). Den größten Gehalt (ggf. auch Nutzen) werden Sie ziehen, wenn Sie die beschriebenen Mechanismen auf das aktuelle Wirtschaftssystem oder (noch spannender) Ihren Arbeitsplatz beziehen. So verstanden ist das Buch voll auf der Höhe der Zeit!
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3.0 von 5 Sternen
Durchschnittlich unterhaltsam!, 6. Oktober 2012
Eine Hochschuldozentin erlebt eine schreckliche Nacht als drei Studenten auf ihrem Grundstück auftauchen, in ihr Haus eindringen und sie und ihre Tochter bedrohen. Daraus entwickelt sich eine Kriminalgeschichte, die sich mit der Aufklärung der Ereignisse beschäftigt (allerdings nicht sehr fesselnd) und ein Beziehungsdrama, das sich vor allem in der Familie der Dozentin und hier insbesondere zwischen ihr und der traumatisierten Tochter abspielt. Neun Jahre nach den nächtlichen Ereignissen erkennt die Tochter in ihrer Lehrerin eine beteiligte Studentin von damals, was die Dinge erst richtig an die Oberfläche befördert. Angenehm zu lesen, wer aber eine fesselnde Story oder einen spannenden Kriminalfall erwartet, dürfte eher enttäuscht sein.
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4.0 von 5 Sternen
Hervorragend geeignet sich selbst den Spiegel vorzuhalten!, 23. September 2012
Einiges (wie die Rolleninterpretation der Frau) mutet zwangsläufig etwas verstaubt an, für ein Werk das 1930 verfasst wurde erscheinen die Inhalte aber dennoch äußerst aktuell. Unterhaltsam, verständlich und mit einer feinen Prise verschmitzten Humors nimmt Russell die Themen aufs Korn, die nach seiner Meinung für das Glück (oder Unglück) der Menschen verantwortlich sind. Konkurrenz, Langeweile, Schuldgefühle, Verfolgungswahn etc. Die Kernbotschaften sind ebenso einleuchtend wie simpel. Glück ist durchaus nicht nur eine Frage von Stand, Reichtum oder Ansehen, sondern hängt im Wesentlichen von unseren inneren Einstellung zu den Dingen des Lebens ab. Sich selbst nicht so wichtig nehmen, von anderen keine Dinge erwarten, die man selbst nicht liefern kann, sich nicht an einer Sache festbeißen usw. Alles durchaus sehr praktische Erwägungen die sich auf das tägliche Leben beziehen und insofern geeignet sind das eigene Verhalten und die eigenen Einstellungen kritisch zu hinterfragen. Das muß nicht bedeuten, dass man deshalb morgen ein glücklicher(er) Mensch wird, ist aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung!
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4.0 von 5 Sternen
Fesselnd erzählt!, 4. September 2012
Ich kenne weder das Musical noch habe ich eine Verfilmung gesehen, bin also ganz unvoreingenommen an die Lektüre des Buches heran gegangen und muß sagen, dass es mir großes Vergnügen bereitet hat. Die Lebensgeschichte von Erik, dem dragischen Helden des Buches, von seiner schwierigen Kindheit über die Stationen als Attraktion auf Jahrmärkten, seine "Lehrjahre als Baumeister, sein Wirken als Magier im fernen Osten bis hin zu seiner unglücklichen Liebe zur Sängerin Christine ist wunderbar fließend erzählt und hält einem immer irgendwie in Atem. Die Mischung aus hinstorisch sauber recherchierten Tatsachen, gemischt mit dem nötigen Schuß Phantasie darf als durchweg gelungen bezeichnet werden. Eriks Schicksal (das im Wesentlichen mit seinem verunstalteten Gesicht zusammenhängt) wird anschaulich geschildert, wobei der letzte Abschnitt im Untergrund der Pariser Oper und der Liebe zu Christine natürlich das dramaturgische Highlight darstellen. Unterm Strich eine anrührend und packend erzählte Geschichte, die mich extrem neugierig auf die Verfilmung(en) und das Musical macht.
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