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FiniWini

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Der Sandner und die Ringgeister: Kriminalroman (Sandner-Krimis, Band 27260)
Der Sandner und die Ringgeister: Kriminalroman (Sandner-Krimis, Band 27260)
von Roland Krause
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Herrgottsakrament: ein Protagonist, ganz nach meinem Geschmack, 19. Februar 2012
Es ist Sonntagmorgen und der Sandner, Hauptkommissar bei der Mordkommission, freut sich auf einen ruhigen und erholsamen Tag, als er sich um zwei Leichen gleichzeitig kümmern muss. Ein Hahn ohne Kopf, den ihm sein Hauswart ohne Umschweife vor die Nase hält unentwegt von einer Morddrohung redet und ein junger Schlagzeuger einer aufstrebenden Gothic-Band, dessen zurechtgeschnippelte Leiche auf dem Friedhof gefunden wird.
Der Ermordete scheint eine Verbindung zum Fall der Janine zu haben. Diese ist seit längerer Zeit verschwunden und hat ihren kleinen Sohn, dessen Vater angeblich der Tote ist, bei ihren Pflegeeltern allein gelassen.
Das passe aber gar nicht zur Janine, so ihr Bruder.
Der Sandner merkt schnell, dass hier eins nicht zum anderen passt und verliert innerhalb weniger Stunden sein Herz, sein Bewusstsein, seine Beherschung und schließlich all seine Hemmungen. Bei der Aufklärung der verschiedenen Fälle merkt er, dass es Verbindungen gibt, die er so nie hätte vorausahnen können.

Ich muss sagen, dass ich mit einer komplett falschen Erwartung an den Roman herangegangen bin. Zwar wusste ich, dass es ein Kriminalroman aus Bayern ist, dass der Roman allerdings so sehr vom bayrischen Dialekt geprägt sein würde, hatte ich nicht erwartet. Und es hat mir augesprochen gut gefallen! Zwar muss ich sagen, dass es das Lesen - zumindest für mich - ein wenig erschwert hat, allerdings hat dieser Dialekt dem Buch eine ganz eigene Note gegeben und mich mehr als einmal zum Grinsen gebracht, da die Ausdrücke zwar ungewohnt, aber dennoch - oder gerade deswegen - sehr lustig sind.

Außerdem dachte ich, dass mich der Roman aufgrund der wirklich spannenden Thematik fesseln würde. Weit gefehlt! Nicht die Kriminalhandlung an sich hat mich dazu veranlasst, immer und immer weiter zulesen. Nein, es war der eigensinnige und zynische Charakter des Sandners selbst, von dem ich immer mehr erfahren wollte. Zwar gab es natürlich die einen oder anderen spannenden Momente und Ereignisse, jedoch haben mich diese nicht wirklich in den Bann des Buches gezogen, da der Schreibstil zu nüchtern und sachlich ist, als dass ich ihn als spannend bezeichnen würde. Allerdings ist der Schreibstil sehr humorvoll. Das liegt nicht nur an der sehr ironischen Herangehensweise des Protagonisten an durchaus erste Themen, sondern auch an Sandners Lebenseinstellung selbst. Er ist zynisch und seine Äusserungen voll schwarzem Humor. Außerdem nimmt er die Dinge wie sie kommen und lässt sich von ihnen nicht aus der Ruhe bringen. Er war mir das ganze Buch hindurch sehr sympathisch und außerdem der eigentliche Grund, weshalb ich immer weiter gelesen habe.

Dennoch muss ich sagen, dass die Story sehr gut durchdacht ist. Alles hatte einen tieferen Sinn und das Ende war in sich schlüssig und rund. Sehr gut hat mir auch gefallen, dass einige Momente aus Sandners Privatleben und seiner Vergangenheit erwähnt wurden. Diese machten ihn greifbarer und authentischer. Außerdem gut gelungen fand ich die zwei nebeneinander laufenden Handlungsstränge. Zum einen die Geschichte mit dem gekrakelten Hahn und dem Hauswart und zum anderen eben den Fall mit dem Schlagzeuger der Gothic-Band. So konnte man mal vom einen Fall abschallten und sich voll und ganz auf den anderen konzentrieren. Ich habe diese Abwechslung aus Privatleben, Kriminalfall und Auseinandersetzung mit dem Hauswart sehr genossen.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich teilweise fand, dass die eigentliche Handlung des Romans ein wenig in den Hintergrund gedrängt wurde. Durch den nüchternen Schreibstil kam kaum Spannung auf und die privaten Erlebnisse des Sandners liesen mich als Leser den Fall etwas aus den Augen verlieren. Da ich aber genau diesen Schreibstil und genau diese privaten Erlebnisse trotzdem sehr interessant und aufregend fand, fällt dieser Kritkpunkt nicht so stark ins Gewicht. Dennoch finde ich, dass es für einen Kriminalroman ein wenig an Spannung mangelte.

Alles in allem war "Der Sandner und die Ringgeister" für mich einmal eine ganz neue Erfahrung. So einen individuellen Roman habe ich meines Wissens noch nie gelesen. Der bayrische Dialekt hat mich sofort für sich eingenommen und ich konnte sehr oft über Äußerungen des Sandners schmunzeln. Daher gebe ich dem Roman gut und gerne 4 Sterne.
Wer also gerne einmal einen bayrischen Krimi lesen will, bei dem die Charaktere alles andere als zu kurz kommen und der durch seinen eigensinnigen aber genialen Schreibstil und ausreichend Tiefgang verfügt, der sollte hier definitiv zugreifen! Eine klare Leseempfehlung von meiner Seite!


13, verliebt, unsichtbar
13, verliebt, unsichtbar
von Sylvia Gelinek (Autorin)
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tagebuch einer Dreizehnjährigen..., 14. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: 13, verliebt, unsichtbar (Gebundene Ausgabe)
Als Moni erfährt, dass der unauffällige Timm aus ihrer Parallelklasse tödlich verunglückt ist, fühlt sie sich so betroffen, dass die anfängt, in ihrem Tagebuch an ihn zu schreiben. Sie hält ihn über den Schulalltag am Laufen und erzählt ihm von ihren geheimsten Sorgen und Ängsten. Wenn sie jetzt auch plötzlich weg wäre, würde man sie vermissen? Wieso scheint sich kein Junge für sie zu interessieren, wo sie selbst sich doch so oft verknallt? Wieso ist ihre ältere Schwester bei Jungs und ihren Eltern die Nummer 1, während sie in ihrem Schatten steht?
Als sie dann auch noch zusammen mit Lukas, einem Jungen aus der Neunten, in einem Schulsprojekt landet, bekommt Moni mal wieder Schmetterlinge im Bauch und die Verwirrung ist perfekt. Denn auch Lukas scheint Signale an Moni auszusenden. Oder will er ihr nur wegen ihren Schwester so nahe sein? Und dann ist da ja auch noch Benni, der immer so seltsame Andeutungen machen...

Ausnahmsweise möchte ich mich bei diesem Jugendroman auch mal zur Aufmachung äußern, da diese wirklich sehr gelungen ist. Schon das Cover lässt mit den zwei angedeuteten Gummischlaufen an den Ecken erahnen, dass es sich hierbei um ein Notiz- bzw. Tagebuch handeln muss, doch das Innere des Romans toppt diesen ersten Eindruck um Längen. Die Buchseiten sind liniert und die Schrift ähnelt einer kindlichen Mädchenschrift, sodass man sofort das Gefühl hat, wirklich in Monis Tagebuch zu schnüffeln. Außerdem wird der Roman recht oft durch liebevolle Zeichnungen aufgelockert, die Situationen, die Moni beschreibt, besonders bildhaft darstellen, da Mimik und Gestik in den Zeichnungen gut zur Geltung kommt.

Zum Inhalt an sich möchte ich sagen, dass ich die Idee einfach faszinierend finde. Ein junges Mädchen, dass gerade mitten in der Pubertät steckt und ihre ersten Erfahrungen mit Jungs und Hormonschwankungen macht, schreibt einem toten Klassenkameraden, mit dem sie sich irgendwie identifizieren kann, in ihrem Tagebuch. Ganz toll wurden hierbei die Gefühle und Sorgen, die Moni im Hinblick auf ihr jetziges Leben und ihre Zukunft hat, geschildert. Durch die einfache Sprache, die Moni in ihren Aufschrieben benutzt, werden dem Leser diese Gefühle noch deutlicher. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass Moni diese Sorgen und Ängste geradeheraus niederschreibt. Sie flüchtet sich nicht in Selbsttäuschung, so wie man das bei Erwachsenen gewohnt ist, sondern gesteht sich mit ihrem kindlichen Charme all ihre Probleme ein, ohne sich eine Ausrede dafür zurecht zu legen. Gerade diesen Aspekt finde ich an einem Roman für sehr junge Jugendliche so reizend.

Die Charaktere haben mir auch sehr gut gefallen. Sie sind allesamt sehr gut ausgearbeitet und stellen das typische soziale Umfeld einer 13-jährigen da. Die nervigen Eltern, die einem jeglichen Spaß verbieten wollen; die ältere Schwester, die alle Blicke auf sich zieht; die beste Freundin, die immer zu einem hält; ein paar gute Kumpel, mit denen man erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht sammelt und natürlich der Schwarm, bei dem das eigene Herz wie wild anfängt zu klopfen.
Besonders gefallen haben mit Monis Schwester Vanessa und Monis Freundin Laura. Vanessa ist zwar nach außen hin die Coole, die ihre Schwester bei jeder Gelegenheit neckt und die von ihren Eltern bevorzugt zu werden scheint, wenn es Moni aber wirklich schlecht geht, ist sie für sie da. Bei den beiden sieht man meiner Meinung nach noch Geschwisterliebe, so wie sie sein sollte.
Monis Freundin Laura ist einfach genial. Sie ist so eine Freundin, wie sie sich jeder wünscht. Gerade in der schwierigen Phase der Pubertät ist es wichtig eine Freundin zu haben, die absolut loyal ist und mit der man positive Erfahrungen sammeln kann. Genau so eine Freundin ist Laura. Beide gehen durch dick und dünn und sind für einander da.

Besonders gelungen finde ich, wie bedingungslos sich die Autorin in Moni, und damit ein Stück weit vermutlich in alle pubertierenden Mädchen, hineinversetzt. Ihre Ängste und Sorgen werden so glaubhaft geschildert und ich konnte mich fast immer mit ihr identifizieren. Wer hatte zu der Zeit nicht die völlig unbegründete Angst, von niemandem lieb gehabt zu werden, immer nur die Nummer zwei zu sein? Wer dachte nicht, dass niemand einen vermissen würden, wenn man plötzlich nicht mehr da wäre? Wer glaubte nicht, unsichtbar zu sein, da man von niemandem beachtet wurde? Wer hat sich nicht aus einem Anflug von Veränderungssehnsucht die Haare gefärbt, nur um festzustellen, dass das Ergebnis wenig befriedigend ist?
Ich wurde so oft daran erinnert, wie ich mich mit 13 Jahren fühlte, dass es schon beinahe erschreckend war.

Den Schluss fand ich einfach nur wunderschön. Er rundet den kompletten Roman perfekt ab, gibt dem Leser aber noch sehr viel Freiheit, um selbst zu überlegen, wie es nun mit Moni weitergehen könnte. Vieles bleibt offen, allerdings nicht auf unbefriedigende Art und Weise, sondern so, dass man sich freut, dass man die Geschichte nach seinen eigenen Vorstellungen weiterspinnen darf. Außerdem ist Moni am Ende, als sie vor einer schweren Aufgabe steht, von einem Menschen umgeben, den ich als ganz besonders empfinde. Wer das ist, wird jedoch nicht verraten! ;)
Ich hoffe, dass es einen zweiten Teil geben wird, da ich dennoch gerne wissen würde, wie Monis Geschichte in den Augen der Autorin weitergeht.

Als einzigen Kritikpunkt möchte ich anführen, dass ich finde, dass die Motivation, aus der heraus Moni beginnt, Timm zu schreiben, nicht wirklich genannt wird. Immer wieder wird erwähnt, dass sie sich eben mit ihm identifizieren kann, da auch er eher unscheinbar war, ob das allerdings schon ein Grund ist, sein gesamtes Tagebuch einem Jungen zu widmen, den man kaum kannte und mit dem man zu Lebzeiten kaum ein Wort gewechselt hat, bezweifle ich eher. Eine andere Motivation, die genannt wird, ist, dass die Angst hat, plötzlich zu Sterben und danach in Vergessenheit

Trotz des kleinen Kritikpunktes möchte ich "13, verliebt, unsichtbar" dennoch 4.5 Sterne geben. Schon alleine die Tatsache, wie realitätsnahe der Roman geschrieben wurde und wie sehr er einen in die eigene Jugend versetzt, rechtfertigt diese Bewertung. Dazu kommen noch die authentischen und absolut liebenswerten Charaktere und die originelle Idee. Ich kann diesen Roman nur jedem empfehlen, der entweder selbst in dieser Phase des Lebens steckt und Hoffnung aus Monis Erfahrungen schöpfen möchte, oder aber demjenigen, der sich nochmal in seine Jugendversetzen möchte und so herausfinden wird, dass er nicht der einzige war, der damals an chronischer Verwirrtheit litt ;). Ein absolut tolles Buch und eine klare Leseempfehlung von meiner Seite!


Zirkel: Engelsfors-Trilogie 1
Zirkel: Engelsfors-Trilogie 1
von Mats Strandberg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Themen, die uns wirklich bewegen, wundervoll aufgearbeitet!, 11. Februar 2012
Als es sechs Mädchen, die sich untereinander kaum kennen, geschweige denn mögen, auf seltsame Weise in den Wald der kleinen Stadt Engelsfors zieht, werden sie mit den sonderbaren Ereignissen, die sich derzeit auf ihrer Schule abspielen, konfrontiert. Nicht nur, dass ein Junge auf den Schultoiletten Selbstmord begangen hat, auch die Mädchen entdecken, dass sie mysteriöse Gaben besitzen, die für sie gefährlich werden könnten.
Eine alte Prophezeiung besagt, dass sie auserwählt sind, das Böse, das in Engelsfors Einzug hält, zu bekämpfen. Doch können diese grundverschiedenen Mädchen es tatsächlich schaffen, miteinander auszukommen? Denn nur gemeinsam haben sie eine Chance, gegen das Böse anzukommen.

Sechs Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Anna-Karin: Mobbingopfer seit sie denken kann; Minoo: Klassenbeste und Außenseiterin; Linnéa: Rebellin und beste Freundin des toten Elias; Rebecka: dem Magerwahn verfallen und und schwer verliebt in ihren Freund und Schulschwarm Gustaf; Ida: beliebtestes Mädchen der Schule und hinterhältige Zicke und Vanessa: das Mädchen mit dem schlechten Ruf aus schwierigen Familienverhälnissen.
Wer nun glaubt, mit Klischees und Schubladendenken konfrontiert zu werden, der hat hier weit gefehlt. Auch wenn jedes Mädchen einem gewissen Stereotypen angehören zu scheint, lässt sich doch keine von ihnen so einfach in eine Schublade stecken. Genau das ist es, was ich an dem Roman "Zirkel" so überaus spannend finde. Obwohl alle Themen, die die heute Jugend bewegen, in dem Roman zur Sprache kommen, bedienen sich die Autoren keinen Klischees, um diese Themen zu speisen, sondern gehen den wahren Gründen jugendlicher Ängste und Sorgen auf die Spur. Themen wie Selbstverletzendes Verhalten, Magersucht, erstes Verliebtsein, Stress in der Familie usw. werden nicht nur oberflächlich angekratzt, sondern tiefgründig beleuchtet, einfühlsam beschrieben und teilweise erschreckend ehrlich erklärt.
Oft konnte ich mich mit der einen anderen anderen Protagonisten so stark identifizieren, dass ich regelrecht erschrocken darüber war, wie gut die Autoren sich in Jugendliche hineinversetzen und wie treffsicher sie deren Gedanken in Worte verpacken können.

Generell war ich vom Schreibstil angenehm überrascht. Dieser lässt sich flüssig lesen und ist, trotz der Tatsache, dass es sich bei "Zirkel" um ein Jugendbuch handelt, nicht zu kindlich oder simpel. An manchen Stellen empfand ich die einen oder anderen Worte der Mädchen als beinahe poetisch.
Sehr gelungen ist auch die Aufmachung des Romans. Die Geschichte wird aus der Sicht von fünf der sechs Mädchen erzählt. Nur Ida bleibt außen vor, was es dem Leser beinahe unmöglich macht, mir ihr zu sympathisieren, da man keinen Einblick in ihre Gedanken erhält. Es bleibt dem Leser also verborgen, aus welchen Verhältnissen sie stammt bzw. was ihrer Beweggründe dafür sind, dass sie sich so zickig und hinterhältig verhält. Diese Art, beim Leser eine Antipathie für einen gewissen Charakter zu entwickeln finde ich sehr gelungen, denn zumindest bei mir hat sie ihr Ziel nicht verfehlt.
In alle anderen Charaktere erhält man durch diese Erzählart allerdings ein guten Einblick , was ihre Gedanken und Emotionen betrifft. Sie bleiben nicht oberflächlich, da der Leser enorm viel über ihrer Familienverhältnisse und ihre Vergangenheit erfährt und sich so ein ganz eigenes Bild von ihnen machen kann. Schön finde ich auch, dass die Gedanken der Mädchen ihr Handeln immer erklären, sodass sie authentisch und echt wirken. Zu keine Zeit empfand ich irgendwelche Handlungen oder Dialoge als konstruiert.

Neben der Tiefe und dem Niveau hat der Roman also nicht nur einen wunderbaren Schreibstil, sondern auch tiefgründige Charaktere und eine gelungene Erzählweise zu bieten.
Was mir allerdings nicht wirklich gefallen hat, war die Spannungskurve der Geschichte. Teilweise plätscherte die Handlung nur so vor sich hin und es ereignete sich nichts Spannendes oder zumindest Interessantes. Für mich stagnierte die Spannung ab etwa hundert Seiten und die Ereignisse vermochten mich nicht mehr zu fesseln. Ich las nur noch weiter, da mich die Charaktere fesselten und ich gerne mehr von ihnen erfahren wollte. Der Roman zeigte so gesehen keinerlei Entwicklung. Er konnte sein Niveau und seine Tiefe zwar konstant aufrecht erhalten, trumpfe allerdings nicht durch eine kontinuierlich zunehmende Spannung oder Zuspitzung der Ereignisse auf.
Auch der Höhepunkt der Geschichte konnte mich nicht so recht überzeugen, da er für mich keinen wirklichen Höhepunkt darstellte. Innerhalb von 50 Seiten war die Sache erledigt, ohne, dass er zu einem großen Kampf gekommen wäre. Wozu das ganze Gerede von dunklen Mächte, die ach so schwer zu besiegen wären?

Der eigentliche Schluss hat mir dann allerdings wieder sehr gut gefallen. Er stellt das Verhältnis zwischen den Mädchen perfekt dar und trumpfte mal wieder durch eine atemberaubende Tiefe und Wahrheit auf, dass es mir fast die Sprache verschlug, so echt wirkten die Gedanken der Mädchen auf mich.

Sollte ich den Roman mit einem Satz beschreiben, so würde ich aus dem Schlusswort der beiden Autoren zitieren: "Dieses Buch widmen wir unserem Teenager-Ich". Den genauso wirkte das Buch auf mich. Wie gemacht für Jugendliche in einer schweren Lebensphase, um Hoffnung zu schenken und zu zeigen, dass es immer Auswege gibt. Das Schönste an "Zirkel" war, dass man die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, mit der die Autoren die Gedanken der Mädchen niederschrieben, erfahren durfte und sich daher fantastisch mit ihnen identifizieren konnte.

Trotz einiger Schwächen kann ich nicht anders, als "Zirkel" 4 Sterne zu vergeben. Die Mädchen haben mich so bewegt und die Wahrheit, die in dem Roman steckt hat mich so berührt, dass ich über die mangelnde Entwicklung des Buches hinwegsehen kann. Ich freue mich jetzt schon riesig auf den zweiten Teil der Reihe. Ich kann diesen Roman nur jedem empfehlen, der tiefgründige Charaktere mehr zu schätzen weiß, als eine rasante Handlung. Denn aus meiner Sicht verpasst man etwas, wenn man "Zirkel" nicht gelesen hat.


The Sign - Nur zu deiner Sicherheit: Band 1
The Sign - Nur zu deiner Sicherheit: Band 1
von Julia Karr
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Interessante Ideen, die leider nicht wirklich ausgereift sind!, 27. Januar 2012
Im Jahre 2150 lebt Nina Oberon in einer Welt die für den Großteil der Bevölkerung perfekt zu sein scheint. Doch Nina selbst kann dieser Welt nicht viel perfektes abringen. Im Gegenteil: Sie fürchtet sich! Ihr 16. Geburtstag rückt näher und damit auch unweigerlich das Tattoo, dass sie als 16-Jährige kennzeichnet; und somit als Freiwild für erwachsene Männer. Denn mit 16 ist es Mädchen gesetzlich gestattet, Sex zu haben. Dass es Mädchen gibt, die dieses Alter nicht anstreben, wird für völlig absurd gehalten. Von Kind auf werden Mädchen dazu erzogen, Männer um den Finger zu wickeln und ihnen den Kopf zu verdrehen.
Doch Nina ist anders aufgewachsen. Sie will kein "Sex-Teen" werden und ihr ist es gleichgültig, ob die sich die Jungen von ihr angezogen fühlen oder nicht. Denn für sie steht fest: Sie braucht keinen Freund! Im Gegensatz zu ihrer Freundin Sandy, die jede Gelegenheit nutzt, die Jungs auf sich aufmerksam zu machen und daheim vor dem Spiegel das perfekte Flirten übt.
Doch so ist Nina nicht erzogen worden. Ihre Mutter, Ginnie, hat ihr von Anfang an beigebracht, nicht alles zu glauben, was die Medien behaupten und ihr geraten, nicht zu einem "Sex-Teen" zu mutieren. Doch dann stößt Ginnie etwas schreckliches zu und Nina erfährt von einer Widerstandsbewegung, die etwas undenkbares zum Ziel hat: den Sturz der Regierung!

Das Thema das Romans fand ich schon beim ersten Überfliegen der Inhaltsangabe ungemein spannend. Gerade in unserer heutigen Gesellschaft lässt sich schließlich tatsächlich ein Wandel erkennen, der sich in frühreifen minderjährigen Mädchen widerspiegelt. Es scheint wichtig zu sein, in einem immer jüngeren Alter einen Freund oder gar Sex zu haben, sich zu schminken und die neusten und angesagtesten Klamotten zu tragen. Da ich das in meinem Alter direkt zu spüren bekomme, war ich wahnsinnig gespannt darauf zu erfahren, wie die Autorin dieses Phänomen, welches sie dem Roman schließlich zur Grundthematik gemacht hat, erklären würde und wie sie ihre Charaktere dem entgegen setzen würde.

Leider wurde ich in dieser Hinsicht schwer enttäuscht! Nach den ersten paar Seiten fragt man sich als Leser natürlich, was das mit diesen "Sex-Teens" soll. Wieso zwingt die Gesellschaft ein junges Mädchen dazu, sich mit 16 tätowieren zu lassen? Wieso ist Sex ausgerechnet ab sechzehn legal? Wozu braucht man überhaupt ein solches Tattoo um zu zeigen, dass man legal Sex haben darf? Diese Fragen drängten sich mir auf und ich wartete gespannt darauf, eine Antwort auf diese, meiner Meinung nach doch berechtigten, Fragen zu erhalten. Leider wurden diese nie beantwortet. Die Autorin verliert kein Wort darüber, wie es dazu kam, dass die Regierung diese Regeln einführte. Außerdem wird auch nicht erwähnt, was diese Regelung für die Regierung für einen weiteren Sinn haben sollte. Was hat die Regierung davon, wenn sie sechzehnjährige Mädchen kennzeichnet und die Männer auf sie loslässt, als wären sie unbedeutende Puppen. Diese Fragen konnten durch den ersten Teil der Serie zumindest jedoch nicht beantwortet werden.

Die Charaktere blieben mir um ehrlich zu sein zu blass. Mit Nina konnte ich mich so gar nicht identifizieren. Die ganze Zeit redet sie sich ein, sie wolle keiner dieser "Sex-Teens" werden, doch kaum kommt ein junger Mann vorbei, den sie attraktiv findet, vergisst sie all die guten Vorsätze und verhält sich teilweise genauso, wie die Gesellschaft es von einem "Sexx-Teen" erwarten würde. Außerdem finde ich den Vorsatz alleine schon ein wenig naiv, da man sich wohl kaum gegen seine Gefühle wehren kann. Außerdem finde ich es sehr bedauerlich, dass Nina, trotz der Tatsache, dass ihrer Mutter etwas schreckliches widerfahren ist, total oberflächliche Gedanken hinsichtlichich Sal, den Jungen in den sie sich verguckt, hat. Normalerweise hat man in einer solchen Situation wohl kaum ein Auge für hübsche Männer und verschwendet keine oberflächlichen Gedanken daran, was man so alles mit ihnen anstellen könnte.

Das ist auch eigentlich mein Hauptkritikpunkt: Oberflächlichkeit! Dem Roman liegt so ein spannendes Thema zugrunde, welches so viel Potential hätte, da es den Zahn der Zeit genau trifft, doch die Autorin verliert sich in ständigen Wiederholungen und unnötigen Abschweifungen, sodass der Roman eigentlich nur so vor sich hinplätschert. Das alleine wäre ja noch nicht schlimm, schließlich handelt es sich um den ersten Teil einer Serie, in der nunmal die ganzen Umstände erst erklärt werden müssen, und man sich als Autorin noch nicht in große Abenteuer stürzen kann, allerdings fehlen ja genau diese Erklärungen, die ich von einem ersten Teil einer Reihe auf jeden Fall erwarte! Zudem fehlt auch einfach die Tiefe. Nicht nur die Charaktere sind zu einem Großteil oberflächlich, sondern auch die Art und Weise, wie die Thematik aufgegriffen wird. Sie kommt meiner Meinung nach zu kurz und ihre Folgen und Konsequenzen, sowie der Umstand, wie es überhaupt dazu kam, werden gar nicht erläutert.

Einen großen Pluspunkt hat der Roman sich in meinen Augen allerdings durch die Großeltern von Nina verdient! Sie sind so herzensgut und liebevoll, dass ich sie sofort in mein Herz geschlossen habe. Vorallem Ninas Großvater hat es mir angetan. Er ist alt und schwach und kann in dieser ungerechten Welt eigentlich nichts ausrichten und doch versucht er seine Enkeltochter bis aufs Blut zu verteidigen und steht ihr bei. Die beiden verleihen dem Roman eine unglaubliche Wärme, die ich beim Lesen sehr angenehm fand.

Auch der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, wenn auch sehr einfach. Für ein Jugendbuch ist er jedoch angemessen und ermöglicht einen angenehmen Lesefluss. Allerdings ist mir während des Lesens immer wieder aufgefallen, dass sich Ninas Gedanken ständig wiederholen. Mit der Zeit ist das einfach nur noch nervig, weil man als Leser das Gefühl hatte, die Autorin wollte einen unbedingt auf einen ganz bestimmten Sachverhalt hinweisen, der einem aber von Anfang an schon klar war und für den es keine zigtausend Wiederholungen benötigt!

Des weiteren fand ich die Welt in der Nina lebt sehr spannend beschrieben. So gibt es Kaufhäuser, in die man hinein geht und über ein sogenannten PAV-Receiver Werbespot direkt auf Ohr bekommt, die einem die neusten Klamotten anpreisen. Außerdem kann man anscheinend Flüge auf den Mond buchen und die Menschen werden in Klassen eingestuft, die von Klasse 1, der untersten, bis Klasse 10 reichen. All das halte ich für sehr gute Ideen, die leider nicht weiter beschrieben werden. Was genau ist dieser PAV-Receiver? Wie funktioniert er? Wie funktioniert dieses Klassensystem? Zu gerne hätte ich ein wenig mehr Erklärungen für all meine Fragen gefunden...

Alles in allem fand ich den Roman recht angenehm zu lesen. Allerdings fehlte es einfach zu sehr an Tiefe und vorallem an Erklärungen! Die Ideen der Autorin sind zweifelsohne gut, sie scheinen aber nicht wirklich ausgereift zu sein. Daher wird mir der Roman wohl nicht im Gedächtnis bleiben. Ob ich die Folgebänder lesen werde, weiß ich noch nicht genau. Ich gebe dem Roman drei Sterne, da er tatsächlich großes Potential hat, welches leider größtenteils unangetastet bleibt. Wer sich aber gerne berieseln lassen möchte und keine hochkomplexe Story erwartet, dem wird der Roman einige schöne Lesestunden bereiten.


Wintermoor
Wintermoor
von Sara Foster
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Grandiose Atmosphäre und subtile Grundstimmung, 25. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Wintermoor (Taschenbuch)
"Sie müssten längst da sein", denkst sie Grace, als sie in dem kleinen Cottage, dass ihr Mann Adam von seinen Großeltern geerbt hat, auf ihn und ihrer wenige Monate alte Tochter Millie wartet. Wenig später findet sie den Kinderwagen mitsamt Millie vor der Haustüre stehen. Von Adam fehlt jede Spur.
Ein Jahr später wagt sich Grace an den Ort des Geschehens zurück. Sie will endlich damit abschließen und möchte daher zumindest sagen können, alles in ihrer Macht stehende getan zu haben, um herauszufinden, was Adam zugestoßen ist. Doch in dem kleinen Dörfchen ist nicht so wie es scheint. Grace beginnt, die Nachbarn und Bekannte auszufragen und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Einzig Ben zeigt sich hilfsbereit und schlägt ihr vor, das Cottage zu renovieren. Bei diesen Renovierungsaktionen stößt Grace auf Dinge, die weitere Fragen aufwerfen. Schon bald merkt Grace, dass jemand mit allen Mitteln versucht, sie auf dem Dorf zu vertreiben um die Wahrheit zu verschleiern. Wie weit wird er gehen?

Ich persönlich liebe Romane, die ein wenig düster, tragisch und vorallem gruselig sind. Und was wäre für solch eine Stimmung der beste Schauplatz? Natürlich das Moor! Daher ging ich mit hohen Erwartungen an den Roman heran. Ich versprach mir eine gruselige Stimmung für einige schaurige und spannende Stunden. Was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht!
Wer sich nun von der Betitelung "Kriminalroman" abschrecken lässt, dem sollte gesagt sein, dass es sich doch eher um einen Mix aus Thriller und Spannungsroman mit einigen Horrorelementen handelt. Zumindest ist das meine Auffassung von "Wintermoor".

Zuerst einmal ist mir der unheimlich bildgewaltige Schreibstil der Autorin aufgefallen. Man kann sich die Umgebung, allen voran das Moor, sehr gut vorstellen. Die bereits erwähnte schaurige Stimmung kommt schon nach den ersten paar Seiten auf. Alleine die Beschreibung des Moors, dazu noch im Winter, rief bei mir als Leser ein gehöriges Gänsehautgefühl hervor. Dennoch lies sich der Roman sehr leicht lesen und als Leser ist man sofort im Lesefluss drinnen.

Die düstere und gruselige Atmosphäre, die der Roman auf den Leser überträgt, wird noch verstärkt, durch einzelne skurrile oder undurchsichtige Charaktere. Da ist zum einen der schräge "Flatter-Jack" zu nennen, der Eulen als Haustiere hält und ihnen gerne mal Mäuse zum Fraß vorwirft. Zum anderen ist da noch die undurchschaubare Meredith, die zwar freundlich erscheint, sich allerdings auch sehr distanziert und kühl verhält.
Das alles wird noch von mysteriösen Standuhren, die unvermittelt stehen bleiben und ohne menschliches Zutun aufeinmal wieder weiter schlagen, getoppt. Wer sich also, ohne großes Blutvergießen, einmal auf die subtile Weise gruseln will, ist mit diesem Buch sicherlich recht gut bedient.

Die Charaktere waren für mich alle sehr authentisch. Grace verhält sich durchgehend wie die typische Mutter und sorgt sich rührend um Millie. Ihre Taten sind nachvollziehbar und auch wenn sie sichtlich unter dem Verlust ihres Mannes leidet, jammert sie nicht und wirkt zu keiner Zeit schwach und unbeholfen. Dennoch hat sie auch ihre weichen Charakterzüge, die sie menschlich und sympathisch werden lassen.
Auch Ben, der zunächst recht eigenartig wirkt und undurchschaubar ist, schließt man als Leser, trotz (oder gerade wegen) seiner verschlossenen Art sofort ins Herz. Denn auch er kann sich in der Nähe der richtigen Menschen öffnen.
Mir persönlich hat auch Annabel, Grace Schwester, sehr gut gefallen. Sie ist so ganz anders als Grace und stellt daher eine erfrischende Abwechslung dar. Sie bringt ein wenig Spaß und Leichtigkeit in den sonst eher düsteren und traurigen Roman hinein und lockert diesen auf.
Mich persönlich hat das Ende dann jedoch ein wenig enttäuscht. Es war mir zu unspektakulär und als Leser hatte man kein "Aha-Erlebnis". Das Ungeklärte rund um Adam wird gegen Ende zwar aufgeklärt, allerdings nicht so, dass der Leser Verbindungen zu irgendwelchen Taten oder Äußerungen einzelner verdächtiger Personen sehen kann. Ich hatte mir eine viel undurchschaubarere Auflösung erhofft, die den Leser sprachlos lässt. So lies mich das Ende relativ kalt.

Dennoch hat "Wintermoor" in meinen Augen 4 Sterne verdient. Alleine die Atmosphäre hat mich so in den Bann des Romans gezogen, dass ich ihn innerhalb von zwei Tagen ausgelesen habe. Mitunter war mir sogar tatsächliche ein wenig ängstlich zumute, wenn ich nach dem Lesen einiger Kapitel im Dunkeln draußen war.
Wer sich also mal wieder auf die subtile Art und Weise gruseln möchte und dabei vorallem Wert auf die Atmosphäre legt, der ist mit "Wintermoor" sicherlich sehr gut bedient!


Zeitenzauber: Die magische Gondel
Zeitenzauber: Die magische Gondel
von Eva Völler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Frischer Wind im Jugendbuchgenre!, 23. Januar 2012
Als die 17-jährige Anna mit ihren Eltern aufgrund einer Geschäftsreise gezwungenermaßen Ferien in Venedig macht, stößt sie bei einem Streifzug durch die Stadt auf eine rote Gondel. Verwundert fragt sich Anna, was diese Gondel in Venedig zu suchen hat, da dort alle Gondeln schwarz sein müssen.
Einige Tage später wird sie auf einer Bootsparade von der Menge so nahe an den Bootssteg gestoßen, dass sie das Gleichgewicht verliert und prompt neben der seltsamen roten Gondel im Wasser landet. Noch bevor Anna zurück auf den Bootssteg zu ihren Eltern klettern kann, beginnt die Luft zu flimmern und ein dumpfer Schlag, gefolgt von vollkommener Dunkelheit begleitet sie in eine tiefe Ohnmacht.
Als Anna aufwacht, stellt sie fest, dass das Venedig, wie sie es kannte, nicht mehr existiert. Weder elektrische Lampen noch moderne Technik lassen sich auffinden. Als Anna völlig verwundert durch die altertümlichen Gassen Venedigs streift, muss sie feststellen, dass sie in einer anderen Zeit gelandet ist, im Jahre 1499. Doch sie ist nicht die Einzige!

Von der Grundidee der Geschichte und der Inhaltsangabe völlig verzaubert, war für mich von Anfang an klar, dass ich dieses Buch lesen muss! Sowohl Jugendbücher als auch historische Romane finden von mir in letzter Zeit sehr viel Zuspruch und somit dachte ich mir, dass ein Mix aus beidem sicherlich perfekt in mein Buchbeuteschema passen würde. Letztendlich haben sich meine Erwartungen erfüllt! Zwar muss ich sagen, dass mich der Roman nicht unbedingt vom Hocker gerissen hat, allerdings konnte mir die Individualität der Geschichte, sowie Charme und Witz, den der Roman versprüht dennoch einige unterhaltsame und spannende Lesestunden bescheren.

Der Schreibstil ist im Allgemeinen wirklich sehr gut zu lesen. Eva Völler schreibt lustig und locker und schafft es dennoch Spannung aufzubauen und diese bis zum Schluss aufrecht zu halten. Die romantischen Szenen, die der Roman durchaus aufzuweisen hat, kommen nicht zu kurz, werden allerdings auch nicht übertrieben kitschig ausformuliert. Damit bleibt die eigentliche Thematik der Zeitreise im Vordergrund und der Leser wird durch die Liebesgeschichte nicht etwa davon abgelenkt, sonder im Gegenteil noch mehr an den Roman gefesselt.
Ich persönlich bin über einige sprachliche Ausdrücke gestolpert, die meinen Lesefluss kurzzeitig eingeschränkt haben, mich aber im weiteren Verlauf der Geschichte nicht groß gestört haben. Sätze wie "Das ist fein" aus dem Mund einer 17-jährigen zu hören und dann auch noch im Jahre 2009 fand ich ein wenig merkwürdig, aber eventuell gibt es ja einige Regionen, wo durchaus noch so gesprochen wird. Störender fand ich, dass die Autorin in der direkten Rede teilweise das Präteritum verwendet hat. In wörtlicher Rede erwarte ich eigentlich Perfekt, da das dem normalen Sprachgebrauch eher ähnelt. Nachdem mir das ein oder zweimal sauer aufgestoßen ist, konnte ich dann allerdings drüber hinweg sehen.

Die Charaktere wirkten auf mich allesamt gut durchdacht und ausgearbeitet. Auch wenn ich mich nicht so richtig mit Anna identifizieren konnte, mochte ich sie doch ganz gerne. Als Leser kann man ihre Taten gut nachvollziehen. Außerdem wirkt sie weder unecht noch konstruiert.
Auch die Nebencharaktere wie zum Beispiele Sebastiano oder José waren sehr detailliert beschrieben und man kann sich ein genaues Bild von ihnen und ihrem Charakter machen. Jeder hat so seine eigenen Stärken und Schwächen, die ihn oder sie auszeichnen.

Generell fand ich persönlich die Beschreibung der Umgebung immer sehr schön und bildhaft. Man kann sich einzelne Szenen direkt vor Auge führen und hat absolut kein Problem damit, sich Venedig im Jahre 1499 vorzustellen. Der Zustand der damaligen Stadt wird sehr detailliert beschrieben, sodass viele Missstände, die typisch für das späte 15. Jahrhundert waren, sehr deutlich werden und den Leser teilweise sogar regelrecht schockieren.

Sehr spannend fand ich die ganz eigenen, individuellen Ideen, die die Autorin in die Geschichte mit einfließen lässt. Zum Beispiel kann Anna im Jahre 1499 mit Menschen, die aus ihrer Vergangenheit stammen, nicht über moderne Dinge aus ihrer Zeit reden. Jedesmal wenn sie es versucht, verändert sich das Wort, dass sie eigentlich sagen will und heraus kommt ein ganz anderes. Aus dem Wort "iPod" wird beispielsweise "Spiegel" und aus "Film" wird "Schaustück".
Außerdem wird die Sprache derer, die in die Vergangenheit reisen, durch einen Translator so verändert, dass jeder die Sprache des anderen verstehen kann. So kann Anna auf Deutsch mit einer französischen Freundin sprechen und beide nehmen die Worte des anderen als ihrer eigene Sprache wahr.

Außerdem sehr gut gefallen hat mir die Entwicklung der Geschichte. Sie ist zu keinem Zeitpunkt unrealistisch oder unauthentisch sondern wirkte auf mich als Leser erfrischend anders. Durch diese Aspekte kam genug Spannung auf, um dem Leser über einige Längen, die der Roman meiner Meinung nach leider hat, hinweg zuhelfen.

Nun kommen wir auch schon zu meinem eigentlichen Kritikpunkt. "Zeitenzauber" hat, wie eben erwähnt, meiner Meinung nach vor allem anfangs leider ein paar Längen zu viel. Dadurch wurde ich nicht richtig an den Roman gefesselt und es fiel mir nicht unbedingt schwer, ihn mal für ein paar Stunden weg zu legen. Es kam durch einige unerwartete Ereignisse und Wendepunkte zwar durchaus Spannung auf, aber leider nicht genug um mich total vom Hocker zu reisen und diesen Roman für mich zu einem wahrhaftigen Leseabenteuer zu machen.
Gegen Ende nahm die Spannung dann allerdings kontinuierlich zu und ich konnte mich doch noch in die Geschichte fallen lassen.

Eventuell noch interessant ist die Tatsache, dass "Zeitenzauber" sowohl als abgeschlossener Roman für sich alleine stehen kann, der Schluss allerdings viel Potential für einen Folgeband hat! Falls ein solcher erscheinen sollte, würde ich ihn auf jeden Fall lesen :)!

"Zeitenzauber" bekommt von mir gut und gerne 4 Sterne. Der Roman hat eine überaus interessante Grundthematik und vereint meine beiden Lieblingsgenre miteinander. Außerdem ist er individuell und erfrischend und stellt eine ganz neue Seite im Jugendbuchgenre dar.
Wer sich also gerne mal in eine ganz andere Zeit begeben und eine gut durchdachte Zeitreisestory lesen möchte, dem kann ich "Zeitenzauber" nur empfehlen.


Herz an Herz
Herz an Herz
von Sofie Cramer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein überraschend tiefgründiger und humorvoller Roman mit starken Protagonisten, 17. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Herz an Herz (Taschenbuch)
Die frisch geschiedene Sara sitzt auf einer Hochzeit an der Ostsee mit lauter glücklichen Pärchen fest. Der einzige Single stellt sich ausgerechnet als nerviger Alleinunterhalter heraus. Für Sara ist der Abend die reinste Katastrophe. Als sie dann auch noch im Sinne eines albernen Hochzeitsspielchens gute Wünsche fürs Brautpaar zu Papier bringen und mittels einer Flaschenpost im Meer versinken soll, schreibt sie sich stattdessen ihren Frust von der Seele.
Daheim angekommen wird ihr üblicher Alltagstrott von einem Brief unterbrochen. Eine Antwort auf die Nachricht in ihrer Flaschenpost. Damit hatte Sara nicht gerechnet. Der Brief berührt ihr Herz sofort und es entsteht eine Brieffreundschaft, die bald durch modernere Möglichkeiten der Kommunikation ersetzt wird. Doch wieso weigert sich ihr Brieffreund Berti, mit ihr zu telefonieren und bekommt plötzlich kalte Füße, als das erste Treffen im realen Leben bevor steht?

Eigentlich sind Romane wie "Herz an Herz" so gar nicht mein Ding. Das zumindest dachte ich, als ich dieses Buch zum ersten Mal in der Hand hatte. Mit seinem zweifelsohne sehr schönen und geschmackvoll gestaltetem Cover sieht es durch die Farbwahl aus, wie eines der unzähligen "Chick lit" Romane, um die ich eigentlich einen großen Bogen mache. Also habe ich erst einmal in die ersten paar Seiten hineingelesen und war völlig erstaunt. Der Roman ist nämlich in einzelne Briefe, Mails und Chatnachrichten (später aus SMS) aufgeteilt. Ganz im Stil von "Für immer vielleicht" von Cecelia Ahern liest man alle Gedanken der Protagonisten, Sara und Berti, in Form ihrer alltäglichen Kommunikation über das Internet bzw. die Post.
Das alleine hat den Roman für mich um einiges interessanter gemacht, da ich finde, dass man durch diesen Stil die Gedanken und Gefühle der Protagonisten um einiges näher gebracht bekommt, als durch jegliche andere Erzählform. Außerdem wurde hierdurch der schleichende Prozess des "Sich-verliebens" sehr gut deutlich, da man genau nachlesen konnte, in welchen Abständen die Mails eintreffen und wie aus Briefen Mails und aus Mails SMS werden.
Ein weiterer Vorteil dieses Erzählstils ist es, dass man dadurch unglaublich an das Buch gefesselt wird. Man kann es kaum aus der Hand legen, da in den einzelnen Nachrichten immer wieder Fragen aufgeworfen werden, auf die man die Antwort des jeweils Anderen unbedingt wissen will. So wird gekonnt Spannung aufgebaut ohne, dass eigentlich spannende Ereignisse vorgefallen wären. Ich für meinen Teil habe den Roman innerhalb eines Tages und einer Nacht ausgelesen, da ich ihn einfach nicht aus der Hand legen konnte. Immer, wenn ich eine kurze Lesepause einlegen wollte, dachte ich: "Noch eine E-Mail und dann ist wirklich erstmal Schluss". Nach lesen dieser "letzten" Mail, dachte ich jedoch genau das gleiche und so blieb ich den ganzen Tag lang an den Roman gefesselt.

Die Protagonisten haben mir ebenfalls ausgesprochen gut gefallen. Es handelt sich hier nicht um die typischen "Mann- Frau"-Klischees sondern um facettenreiche Charaktere die zu keiner Zeit oberflächlich wirken. Man kann ihre Handlungen meist gut nachvollziehen und selbst, wenn ich es einmal nicht konnte, sind diese Handlungen doch verständlich erklärt, sodass beim Leser kein Gefühl der Antipathie für einen der Protagonisten aufkommt. Außerdem haben beide Protagonisten eine prägende Vergangenheit bzw. Familiengeschiche, die nach und nach ans Tageslicht kommt. Sie hatten es in ihrem Leben nicht einfach und wollen nun endlich das Glück finden, dass sie meiner Meinung nach auf jeden Fall verdient haben! Hieran sieht man nun schon, wie sehr ich Berti und Sara während des Lesens in mein Herz geschlossen habe.

Am besten gefallen haben mir jedoch die Gedankengänge der Protagonisten und die Tatsache, dass sie diese frei von jeglichem Schamgefühl zu Papier bzw. zur Tastatur gebracht haben. Ich konnte mich sehr gut mit beiden identifizieren, da alltägliche Probleme wie Eifersucht, nervige Schwester, Sehnsucht nach der Ferne usw. zur Sprache kommen. Oft habe ich gedachte, dass der eine oder andere niedergeschriebene Gedanke genauso gut von mir stammen könnte. Besonders gelungen fand ich hier vorallem immer die Mails von Berti. Diese waren nicht nur humorvoll sondern auch sehr poetisch und nachdenklich. Man hatte das Gefühl, als ginge er den Dingen auf den Grund, als wolle er nicht nur die Oberfläche der Probleme ankratzen, sondern diese bis zum Grund beleuchten. Er scheint ein sehr nachdenklicher Mann zu seine, der seine ganz eigenen, teilweise sehr romantischen, Vorstellungen von der Liebe und dem Leben hat. Ich jedenfalls bin es von einem Roman, der auf den ersten Blick wie Chick lit aussieht nicht gewohnt, darin auf so tiefe Charaktere zu stoßen, die mich selbst so sehr zum Nachdenken anregen.

Nie hätte ich beim ersten Blick auf das Buch gedachte, dass ich es so wundervoll finden würde. In diesem Sinne komme ich auch gar nicht drum herum "Herz an Herz" 5 Sterne zu verleihen. Schon alleine deswegen, weil ich mich selbst über einen so wundervoll nachdenklichen Brief von Berti sehr freuen würde :). Den Autoren ist mit "Herz an Herz" nicht nur ein unterhaltsamer und kurzweiliger Roman gelungen, den man mal eben so runterliest, sondern ein zu Nachdenken anregendes Werk, dass den Leser immer wieder an sich selbst denken lässt und ihn unaufdringlich dazu auffordert, die eigene Persönlichkeit einmal ein wenig tiefer zu beleuchten.


Meerestochter
Meerestochter
von Serena David
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mir fehlen die Worte..., 15. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Meerestochter (Taschenbuch)
Bei Vollmond können Meerjungfrauen dem Meer entsteigen und sich für einige Stunden in Menschen verwandeln. In einer solchen Nacht verwandelt sich Aura, die sich unverstanden fühlt und frustriert ist, in der Nähe eines verlassenen Strandes und begegnet dort Adrien. Sofort spürt sie das Band, dass zwischen ihnen existiert. Da sie die Gedanken der Menschen lesen kann, weiß sie sofort, dass auch Adrien sich unverstanden fühlt und einsam und traurig ist. Ondra verliebt sich Hals über Kopf und unsterblich in ihn. Sie fasst einen Entschluss: Da sie unter den Meereswesen sowieso niemanden hat, von dem sie sich verstanden fühlt und der sie so akzeptiert wie sie ist, wird sie sich in einen Menschen verwandeln um Adrien auf ewig nahe sein zu können.
Doch Adrien hat ganz andere Probleme. In Küstennähe wird die Leiche einer jungen Frau angespült und er, Adrien Ames, gerät in Verdacht, etwas mit dem Mord zu tun zu haben.

Gleich vorweg: Mir hat das Buch überhaupt nicht gefallen. Wer als keine Lust auf eine ausschließlich negative Kritik hat, sollte jetzt nicht weiterlesen!
Zwar hatte ich keine hohen Erwartungen an den Roman, sonder wollte einfach einmal warten, was da so auf mich zu kommt, dennoch wurde ich maßlos enttäuscht. Zumindest auf schillernde Beschreibungen der Unterwasserwelt habe ich mich eingestellt, aber leider wurde diese mit wenigen Sätzen einfach abgetan. Zudem hat die Autorin sich Dinge geleistet, von denen ich dachte, dass sie für einen Roman absolut nicht tragbar sind. Mit diesen Dingen möchte ich mich nun beschäftigen, allerdings immer im Hinterkopf behaltend, dass ich mich während der gesamten Lesezeit gefragt habe, wie man ein solchen Buch überhaupt auf den Markt bringen kann.

Zum einen ist hier der Schreibstil an zuführen. Eine kurze Schilderung meiner Gedanken zu diesem, wird Euch schnell klar machen, wie ich zum Schriebstil stehe. Mehrmals bin ich über holprige Ausdrücke oder seltsame Satzstellungen gestolpert, die es mir unmöglich machten, einen Lesefluss aufzubauen. Also dachte ich, dass es wohl an der Übersetzung liegen müsse, da die Handlung ja in einem kleinen schottischen Dorf spielt und Serena David daher bestimmt englischsprachige Roman schreibt. Tja, und dann muss ich feststellen, dass es gar keine Übersetzung gibt?! Niemals wäre ich auf den Gedanken gekommen, dass "Meerestochter", so wie ich es in den Händen halte, die Originalausgabe und Deutsch die Originalsprache ist!
Ich denke, dass sagt so einiges über den Schreibstil aus!
Desweiteren springt die Autorin ständig zwischen den Gedankengängen der Protagonisten hin und her. Im einen Moment erfährt man die Gedanken von Ondra, im nächsten Moment, fragt man sich, wessen Gedanken das denn jetzt schon wieder sind, die man da liest. Diese Sprünge geschehen immer ganz kurz nach einander und ohne, dass der Leser durch einen Absatz darauf aufmerksam gemacht werden würde! Ich für meinen Teil war jedenfalls verwirrt!

Nun zu den Charakteren: Noch nie (!) waren mir Protagonisten eines Romans, die eigentlich Sympathieträger sein sollten, so dermaßen unsympathisch. Ondra fand ich von Anfang an einfach nur schrecklich und auch Adrien entwickelte sich im Laufe des Buches zu einem richtigen Widerling.
Zunächst aber zu Ondra: Sie ist gewalttätig und tötet ihre einzige Freundin fast bei dem Versuch ihr zu entlocken, wie man sich endgültig in einen Menschen verwandeln kann. Sie ist naiv und extrem oberflächlich, da sie Adrien nur zweimal gesehen hat und sofort wegen ihm eine Verwandlung in Angriff nehmen will, ohne ihn überhaupt nur zu kennen. Dadurch wirkt ihr Handeln unglaublich überzogen und ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Sie ist zickig, schnell beleidigt (meist ohne Grund) und unglaublich gehässig. Für mich war sie der Inbegriff des "dummen Mädchen"-Klischees.
Adrien ist hier allerdings nicht besser: Er ist ebenso naiv, da er einer älteren Frau, Maud, seit zwei Jahren hinterher rennt, wobei von Anfang an klar wird, dass diese ihn nur ausnutzt. Er lässt sich viel zu leicht um den Finger wickeln. Nicht nur von eben dieser Frau, sondern später auch von Ondra. Er sieht sie auf der Straße laufen, lässt Maud ohne ein Wort stehen und lässt Ondra sofort unter Küssen und Händchenhalten in das Cottage seiner Tante, indem auch er wohnt, einziehen. Was soll das bitte? Da kannten sie sich vielleicht 10 Minuten lange? Außerdem wird er zum Ende hin immer gewalttätiger und handelt vollkommen unlogisch und krank.
Krank ist übrigens die beste Bezeichnung für diese beiden Charaktere. Mit der Zeit hegte ich nämlich tatsächlich die leise Vermutung, dass sie durchauch psychisch krank sein könnte, so wie vorallem Adrien sich am Schluss verhält. Und wenn Ihr das jetzt für übertrieben haltet, dann lest das Buch meinetwegen und überzeugt euch selbst, auch wenn ich es euch nicht empfehlen kann!

Gekrönt wurde die Absurdität noch durch gänzlich unlogische Handlungen, wie zum Beispielt, dass eine Möwe Adriens Handy ihm direkt aus der Hand klaute. Dazu möchte ich eigentlich gar nichts sagen!
Die Autorin hat dann wohl selbst gemerkt, wie konstruiert ihre Szenarien wirken und wie unlogisch die Handlungen ihrer Protagonisten sind, denn sie versucht das Handeln eben dieser mit noch unlogischeren Erklärungen zu rechtfertigen. So riskiert Adrien sein Leben, als er die Klippen hinunter klettert um sein Handy zu holen, anstatt ein paar 100 Meter zum Cottage seiner Tante zu laufen und den wichtigen Anruf von dort aus zu tätigen. Die Autorin rechtfertigt das, indem sie sagt, sein Gehirn sei im "Panikmodus" und diese Möglichkeit sei "viel zu undramatisch angesichts des Ernstes der Situation". Ahja...

Außerdem fand ich es extrem schade, dass sich Ondra und Adrien so schnell verliebt haben. Sie reden ein paar Worte miteinander und halten dann schon Händchen, küssen sich, sie zieht zu ihm ins Cottage seiner Tante und noch am Tag des Kennenlernes, reden sie von "großer Liebe" und "Liebe für immer" und so weiter.
Wenn die beiden so schnell zusammen kommen, wo bleibt dann da das Mitfieber? Dann freut sich der Leser gar nicht mehr mit, wenn es zum ersten noch so kleinen Körperkontakt, zum ersten Kuss und zum ersten "Ich liebe dich" kommt. Das kam nämlich schon alles geballt innerhalb der ersten paar Stunden... Irgendwie ein wenig unlogisch und sehr sehr schade, wie ich finde...

Zum Ende hin wurde das Buch dann auch immer unglaubwürdiger. Adriens Tante findet auch einen neuen Kerl, der auf einmal als ihr Liebhaber bezeichnet wird. Und, oh Wunder, auch die beiden kennen sich nur einige Tage... Das, was vermutlich das Highlight der Geschichte sein sollte, fand ich so lächerlich, dass ich hätte lachen können, wäre ich nicht so maßlos über die Einfältigkeit entrüstet gewesen. Außerdem fand ich dieses "Highlight" richtig unspektakulär.

Die letzten 100 Seiten habe ich nur noch überflogen, da ich einfach keine Lust mehr auf die Geschichte hatte und sie schnell hinter mich bringen wollte.

Um meine Meinung zu diesem Roman in einem kurzen Satz zusammenzufassen, möchte ich Ondras Freundin Aura zitieren: "Fuck die Flunder". (Wer nachlesen will, ob so eine stumpfsinnige, vulgäre und auf Jugendsprache getrimmte Aussage tatsächlich im Roman enthalten ist, bitte sehr: S.111; Z.5)
Hinter dem Pseudonym Serena Adams verbirgt sich, laut Verlag, eine sehr erfolgreiche Autorin historischer Romane. Vielleicht wäre sie mal lieber bei historischen Romanen geblieben... man weiß es nicht.
Für mich war der Roman jedenfalls gar nichts! Von mir gibt es einen Stern und eine keine Kaufempfehlung, aber ich möchte drauf hinweisen, dass das nur meine Meinung ist, wer weiß, vielleicht gefällt der Roman anderen Menschen ja ganz gut!


Die Rückkehr der Templer: Roman
Die Rückkehr der Templer: Roman
von Martina André
  Broschiert

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endzeit- und historischer Roman zugleich mit grandiosem Schreibstil, 15. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Rückkehr der Templer: Roman (Broschiert)
Gero von Breydenbach hat es, zusammen mit einigen anderen Templern, und deren Frauen, mittels eines Timeservers aus dem 14. Jahrhundert mitten in die Welt des 21. Jahrhunderts verschlagen. Dort hat er Hannah Schreyber, die Frau, die er liebt, geheiratet. Doch ihr Glück wird von amerikanischen Forschern getrübt, die die Templer gefangen halten um sie wie Laborratten allerhand Tests zu unterziehen.
Als diese Wissenschaftler erfahren, dass die ehemaligen Besitzer des Timeservers im 12. Jahrhundert in Jerusalem festsitzen und, dass die Vereinigten Staaten vor dem Untergang stehen, werden Gero und die anderen Templer dazu genötigt, eine weitere Zeitreise an zu treten. Sie sollen Lyn und Rona, die beiden Frauen, die in Besitz des Timeservers sind, aus der Vergangenheit retten und ins 21. Jahrhundert bringen, damit die bevorstehende Apokalypse verhindert werden kann. Doch diese Mission entpuppt sich als gefährlicher als gedacht.

Bei dem Roman handelt es sich um den zweiten Teil einer Reihe rund um Gero und die anderen Tempelritter. Den ersten Teil "Das Rätsel der Templer" habe ich allerdings NOCH nicht gelesen :)!

Zunächst möchte ich Euch darauf hinweisen, dass dieser Roman mit Sicherheit keine leichte Kost ist. Mit seinen knapp 800 Seiten, ist es kein Buch, dass man mal eben so abends entspannt herunterlesen kann. Man sollte sich definitiv die Zeit nehmen, um sich ganz auf dieses Buch einzulassen und sich in den verschiedenen Parallelwelten zurecht zufinden. Allerdings muss ich sagen: Es lohnt sich!
Wer anfangs von solchen "dicken Schinken" abgeschreckt ist, dem soll gesagt sein, dass die "Rückkehr der Templer" sich trotzdem sehr schnell lesen lässt, da das Thema zu interessant, der Schreibstil zu rasant und die einzelnen Charaktere zu spannend sind, als dass man den Roman lange aus den Fingern legen könnte.
Ich kann interessierten Lesern daher nur raten: Nehmt euch die Zeit und lasst euch auf dieses Abenteuer ein!

Der Roman entpuppt sich gleich zu Beginn als ungeheuer anspruchsvoll (im positiven Sinne). Drei Parallelwelten werden hier aufgeführt. Die Welt Jerusalem im 12. Jahrhundert, die heutige Gegenwart um 2005 und die Zukunft, so wie die Autorin sie sieht, um 2151. Diese drei Welten werden zunächst ausführlich beschrieben, sodass sich der Leser ein klares Bild von der Zeit, in der sich die Protagonisten jeweils befinden, machen kann.
Besonders spannend ist hier natürlich die Zukunftsvision von Frau André. Auch wenn sie mir teilweise ein wenig konstruiert und einige Dinge recht weit hergeholt vorkam (technische Geräte alleine Kraft der Gedanken steuern...), muss ich doch sagen, dass ich sie sehr erschreckend finde und mir einige Dinge doch recht realistisch erscheinen. So haben alle Menschen im 22 Jahrhundert Chips implantiert, die sie emotionslos werden lassen, Kinder werden nur noch in Reagenzgläsern gezeugt, damit man ihnen bestimmte Gene untermischen kann (Katzengen - um im Dunklen sehen zu können) und Essen gibt es nur noch in Form von Tabletten, angereichert mit allerhand lebensnotwendigen Nährstoffen.
Wollen wir mal hoffen, dass unsere Gesellschaft nicht auf so eine Zukunft zusteuert!

Die Zusammenführung der einzelnen Welten gelingt sehr gut, in dem immer mehr Beteiligte sich in die Vergangenheit, ins Jerusalem des 12. Jahrhunderts, begeben. Das Zusammentreffen der verschiedenen Welten gestaltet sich hierbei natürlich als recht schwierig, da Dinge wie ein blau leuchtender Timeserver erst einmal als "Hexenwerk" bezeichnet werden. Dennoch schließen Rona und Lyn, die beiden Schwestern aus der Zukunft, in der Vergangenheit recht schnell Freundschaft mit einem muslimischen Assasine, Khaled. Natürlich kommt auch in diesem Roman die Liebe nicht zu kurz, so viel darf verraten werden ;)!

Die Charaktere lassen mich mit geteilter Meinung zurück. Einige, so wie beispielsweise Khaled und Gero, habe ich richtig gerne gewonnen, da sie verschiedene charakterliche Facetten aufweisen und nicht immer komplett stereotyp handeln. Für andere, sowie Hannah, habe ich eine regelrechte Antipathie entwickelt, da sie mir oft wie ein trotziges Kleinkind vorkam. Außerdem waren ihre Taten für mich schlecht nachvollziehbar.
Andere Charaktere blieben für mich zu klischeehaft, bzw. zu extrem und stereotyp. Sie handelten zu einseitig und zeigten überhaupt keine Tiefe in ihren Taten und Worten.
Alles in allem konnte man aufgrund der Bandbreite der Charaktere trotzdem mit dem einen oder anderen sympathisieren und sich mit ihm identifizieren!

Der Schreibstil der Autorin macht alle kleinen Kritikpunkte die ich gerade genannt habe allerdings wieder wett. Er ist so unglaublich bildgewaltig, dass ich mir als Leser jede noch so kleine Einzelheit sehr gut vorstellen konnte. Das half natürlich ungemein, um sich so richtig in die Romanwelt fallen zu lassen. Teilweise habe ich dank des spannenden Erzählstils alles um mich herum und vorallem die Zeit komplett vergessen, da ich so in diese ferne Welt eingetaucht bin.
Der Roman beginnt schon unglaublich spannend und actionreich, nimmt aber mit jeder Seite an Fahrt auf. Die Spannungskurve wächst immer weiter an und entlädt sich zwischenzeitlich in blutigen Schlachten oder Folterszenen, die wahrlich nichts für Zartbesaitete sind.

Das Ende lässt mich nun leider etwas unbefriedigt zurück! Nicht nur, da einige Fragen ungeklärt bleiben, das erweist sich als nicht so schlimm, da es ziemlich sicher noch einen Folgeband geben wird, sonder eher, da alles in einem regelrecht hollywoodmäßigem Happy End endet. Jede einzelne Hauptperson und sogar eher unwichtige Nebenrollen sehen sich am Ziel ihrer Träume angelangt. Eigentlich finde ich Happy Ends wirklich sehr schön, nur bei diesem Roman kommt es mir so vor, als wolle die Autorin nach 700 Seiten endlich zum Ende kommen und alles in einem Friede-Freude-Eierkuchen-Szenario enden lassen.

Trotzdem war der Roman ein wahres Erlebnis, dass ich wirklich jedem nur weiterempfehlen kann. Ich glaube nicht, dass ich mich schon jemals bei einem Buch so in die Handlung habe fallen lassen können. Noch nie zuvor habe ich mich so sehr auf das Abenteuer, das unsere Protagonisten bestreiten müssen, eingelassen und mich selbst so nahe, so mitten im Geschehen gefühlt. Hier möchte ich nochmals betonen, dass dies höchstwahrscheinlich auf den genialen Schreibstil von Frau André zurückzuführen ist. Daher vergebe ich an "Die Rückkehr der Templer" 5 Sterne.

Ich verneige mein Haupt vor Martina André, da der Roman sicherlich mit einer Menge Arbeit verbunden war. Die Recherchen wirkt so detailliert (nicht zuletzt durch die Tempelkunde am Schluss des Romans) und ihr Wissen scheint so breit gefächert zu sein, dass diese Frau ein wahrlich kluger Kopf sein muss. Wissen um Physik, Glauben und Geschichte zu gekonnt zu vereinen bzw. sich ersteinmal an zueignen, können sicherlich nur die Wenigsten! "Die Rückkehr der Templer" ist ein Roman auf höchstem Niveau.
Wer also Lust auf einen bildgewaltigen Roman, irgendwo zwischen Endzeit- und historische Roman hat, der sollte sich dieses Meisterwerk nicht entgehen lassen


Divergent
Divergent
von Veronica Roth
  Broschiert

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was ist deine Bestimmung?, 1. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Divergent (Broschiert)
Als Beatrice 16 Jahre alt wird, muss sie sich, wie alle Sechzehnjährigen, für eine der fünf existierenden Fraktionen entscheiden. Sie selbst wurde in der Fraktion Altruan geboren. Dort leben die "Selbstlosen". Doch Beatrice merkt schnell, dass sie so nicht leben kann und auch nicht will. Sie ist nicht die Person, die sich für das Wohl der andere aufopfert, auch wenn sie oft selbstlos handelt.
Als ihr Eignungstest, der über ihre innere Bestimmung Auskunft geben soll, kein eindeutiges Ergebnis aufweist, bekommt Beatrice mitgeteilt, dass sie eine "Unbestimmte" ist. Sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich und gilt daher als Gefahr für die Gemeinschaft. Daher darf sie niemandem erzählen, dass ihr Test nicht aufschlussreich war, nicht einmal ihrer Familie.
Am Entscheidungstag muss sie sich für eine Fraktion entscheiden. Neben Altruan kann sie noch Candor - die Freimütigen, Ken - die Wissenden, Amite - die Friedfertigen und Ferox - die Furchtlosen, wählen.
Obwohl sich die meisten dafür entscheiden, in der Fraktion der Familie zu bleiben, schließt Beatrice sich den Ferox an. Doch sie weiß nicht, dass sie auch dort einen Test bestehen muss, der entscheidet, ob sie furchtlos genug ist, um ein Mitglied der Ferox werden zu dürfen. Während Tris, wie sich Beatrice bei den Ferox nennt, um einen Platz unter den besten zehn kämpft, gerät sie, ohne es zu ahnen in das Zentrum eins Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern das aller derer, die sie liebt, bedroht...

Wie ihr bestimmt schon gemerkt habt, handelt es sich bei "Die Bestimmung" um ein dystopischen Jugendroman. Viele handeln ihn als den Nachfolger der "Panem"-Trilogie. Allerdings möchte ich gleich sagen, dass das leider nicht ganz gerechtfertigt ist, wie ich finde. Die Geschichten weisen zwar Parallelen auf, so gibt es auch hier verschiedene Fraktionen, die man mit den unterschiedlichen Distrikten in Panem vergleichen könnte, zudem eine Liebesgeschichte mit ungewisser Zukunft und viele actionreiche und blutige Kämpfe, allerdings kann "Die Bestimmung" leider nicht ganz mit der "Panem"-Trilogie mithalten.
"Die Bestimmung" ist zwar ein durchaus lesenwerter Roman, allerdings war er für meinen Geschmack einfach nicht emotional genug. Er hat mich einfach nicht genug berührt, so wie es bei "Panem" der Fall war.

Der Schreibstil ist jedoch sehr angenehm. Der Roman lässt sich sehr schnell lesen, da die Autorin Spannung aufbaut und ihn so zu einem richtigen Pageturner werden lässt. Dennoch hatte ich anfangs Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Zum einen, da ich mich mit Beatrice nicht wirklich identifizieren konnte und zum anderen, da ich das Grundgerüst der Geschichte ziemlich konstruiert und weit hergeholt finde. Zum einen erfährt man nie wirklich, wieso sich die Fraktionen eigentlich gebildet haben und zum anderen finde ich diese Zukunftsvision recht unrealistisch. Ich habe schon viele Dystopien gelesen, die in einer Zukunftswelt spielten, von der ich glaube, dass sie unserer zukünftigen Welt entsprechen könnte, als die in "Die Bestimmung". Ich erkenne den Sinn hinter diesen Fraktionen leider nicht wirklich, da ich es ziemlich oberflächlich finde, Menschen in eine solche Schublade zu stecken, wie es in dem Roman gemacht wird. Jeder Mensch weißt mehrere Facetten auf. So gibt es eigentlich niemanden, der tatsächlich ausschließlich selbstlos, furchtlos, friedfertig etc. ist.

Hiermit komme ich zu meinem nächsten Kritikpunkt. Wenn man das so sieht, wie ich, nämlich, das Menschen mehrere Facetten aufweisen, macht die Tatsache, dass es "Unbestimmte" gibt, keinen Sinn mehr, da doch jeder Mensch unbestimmt sein sollte? Ich für meinen Teil kenne niemanden, der sich ausschließlich einer dieser Fraktionen zuordnen lassen würde und auch die Hauptpersonen des Roman, die eigentlich nicht unbestimmt sind, handeln teilweise nicht ihrer Fraktion entsprechend. Wären sie dann nicht eigentlich auch unbestimmt? Abgesehen von ihren anderen Fähigkeiten, die Unbestimmte ausmachen, verhält sich Beatrice nicht anders, als die anderen Personen im Roman. Man merkt ihr meiner Meinung nach ihre "Gespaltenheit" gar nicht großartig an.

Abgesehen von diesen Ungereimtheiten, die ich leider sehr unlogisch und wenig durchdacht finde, fand ich den Roman trotzdem sehr spannend. Nachdem man sich erstmal in diese merkwürdige Welt eingefunden hat, kann man den Roman nicht mehr aus der Hand legen! Besonders spannend fand ich den Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Initianten. Er wird sehr spannend dargestellt und die einzelnen Aufgaben, die die Rivalen bewältigen müssen sind doch sehr einfallsreich. So müssen sie sich beispielsweise in einer Simulation ihren schlimmsten Ängsten Stellen. Darin sehe ich einen der besten Aspekte dieses Buches, denn Veronica Roth beschäftigt sich sehr sehr eingehend mit den Ängsten der Jugend und beleuchtet sie von allen Seiten. Sie kratzt sie nicht nur oberflächlich an, sondern beschäftigt sie wirklich tiefgründig damit!

Auch die einzelnen Charaktere fand ich sehr interessant. Auch wenn ich zu Beatrice nie eine wirkliche Verbindung herstellen konnte, so finde ich ihre Entwicklung, die sie im Laufe des Romans durchmacht, doch sehr überraschend und erstaunlich. Von einem unsicheren Mädchen wird sie zu einer starken und selbstbewussten, aber vorallem beinahe furchtlosen jungen Frau.
Dennoch waren es die Nebencharaktere, die es mir besonders angetan haben. Four war natürlich mal wieder der weiße Ritter in strahlender Rüstung. Doch anders als in den üblichen Jugendromanen wird hier nicht ständig auf seinem tollen Aussehen herumgeritten, was ich äußerst erfrischend finde, da sich der Hauptaugenmerkt nicht auf die Liebesgeschichte sondern die Grundgeschichte des Romans an sich legt. Dadurch wirkt die Liebesgeschichte auch nicht kitschig oder übertrieben.
Beatrice Mitstreiter im Kampf um die Mitgliedschaft sind auch alle sehr facettenreich gezeichnet. Sie waren nicht schwarz weiß, d.h. gut und böse, sondern enthielten viele Grauschattierungen. So sympathisierte ich zum Beispiel mit einem Jungen, der eigentlich nicht unbedingt zu den typischen Sympathieträgern zählen würde. Diese Art der Darstellung der Nebencharaktere finde ich ganz erstaunlich, da keiner klischeehaft wirkt oder nur oberflächlich beleuchtet wird.

Dennoch muss ich sagen, dass ich den Schluss nicht ganz so gelungen finde. Auf den letzten 50 Seiten ereignet sich das eigentlich Schreckliche, auf das die Geschichte hinarbeitet. Da der Roman aber 480 Seiten hat, finde ich, dass das ganze Drumherum dann ein wenig zu langatmig beschrieben wurde, wenn das "Hauptereignis", wie ich es jetzt einmal nennen möchte, nur in 50 Seiten erwähnt und abgehandelt wird.

Dennoch hat mir "Die Bestimmung" wirklich gut gefallen! Auch wenn ich die Zukunftsvision der Autorin unrealistisch und unlogisch finde, hat mich die Geschichte an sich doch auf ungewöhnlich starke Weise gefesselt und in seinen Bann gezogen. Daher vergebe ich vier Sterne an einen Roman, der außergewöhnlich abwechslungsreiche Nebencharaktere, eine spannende Grundgeschichte, ein tiefes Verständnis für die Ängste der Jugend und eine erfrischend unkitschige Liebesgeschichte enthält. Für Fans von Dystopien ist der Roman sicherlich etwas ganz Besonderes, da er nicht nur versucht, auf den Erfolgszug der Dystopien aufzuspringen, sondern frischen Wind mithinein bringt. Daher gibts von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung!


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