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FiniWini

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Miss Emergency, Band 2: Miss Emergency , Diagnose Herzklopfen
Miss Emergency, Band 2: Miss Emergency , Diagnose Herzklopfen
von Antonia Rothe-Liermann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungene Fortsetzung einer süchtig machenden Krankenhaus-Serie, 18. Juni 2012
***ACHTUNG: Diese Rezension enthält SPOILER für alle, die den ersten Teil "Miss Emergency - Hilfe, ich bin Arzt" noch nicht gelesen haben***

Im zweiten Tertial ihrers PJs in der St. Anna Klinik heißt es für Lena, Jenny und Isa: Ab in die Chirurgie. Nun dürfen sie endlich selbst Hand anlegen, wenn ihre Patienten operiert werden. Zwar assistieren sie nur, aber immerhin...
Auch in Sachen Liebe lassen sich bei Lena Fortschritte verbuchen: Sie und Dr. Thalheim haben sich geküsst! Doch was nun? Würde eine offene Beziehung nicht der Karriere beider schaden? Aber kann eine heimliche Liebesaffäre auf die Dauer gut gehen? Auch Isa und Jenny haben diesmal keinen guten Rat für Lena parat, denn in Sachen Liebe sieht es bei den beiden auch nicht gerade rosig aus. Das WG-Leben steht Kopf und Weihnachten, das Fest der Liebe, unmittelbar vor der Tür. Und dann ist da ja auch noch Oberärztin Dr. Thiersch, die keine weibliche Konkurrenz duldet, vorallem nicht, wenn sie so attraktiv ist wie Lena. Doch Lena hat sich fest vorgenommen, über solchen Dingen zu stehen und auch dieses Tertial gut abzuschließen. Aber was, wenn einem die Liebe plötzlich einen Strich durch die Rechnung macht?

Diese Serie hat einfach Suchtpotential! Nachdem ich den ersten Teil gelesen hatte, konnte ich es kaum abwarten, bis auch der zweite Teil, "Diagnose Herzklopfen", bei mir eintrudelte. Jedoch merkt man als Leser recht schnell, dass der zweite sich im wesentlichen vom ersten Teil unterscheidet. Die Stimmung in WG und Krankenhaus ist während eines Großteils des Romans gedrückter und trauriger als im ersten Teil und die Protagonistinnen scheinen reifer und erwachsener geworden zu sein.

Letzteres merkt man vorallem daran, dass Jenny und Isa nicht mehr so stereotypisch und einseitig dargestellt werden. Jenny, die Partymaus und Männerfresserin, erfährt zum ersten Mal am eigenen Leib, was es heißt, Liebeskummer zu haben. Sie, die doch sonst immer diejenige war, die den Männer reihenweiße das Herz gebrochen hat. Das kleine "Häschen" Isa, das mit ihrem Tom so glücklich ist, wie nie zuvor, steht plötzlich vor einem folgenschweren Problem, auf das es erstmal keine Lösung zu geben scheint. Und dennoch wirkte sie auf mich viel extrovertierter, quirliger und aufgeschlossener als im ersten Teil. Jenny und Isas übertriebenes, typischen Serien-Stereotypen angeglichenes Verhalten, welches ich im ersten Teil so hart kritisiert habe, existiert im zweiten Teil der Serie so nicht mehr. Beide wirken authentischer und glaubwürdiger.
Lena konnte ich leider immernoch nicht wirklich in mein Herz schließen. Auch mich wirkt sie teilweise genauso egoistisch und arrogant wie auch schon in Teil eins. Die Funktion der Sympathieträgerin übernimmt sie für mich weiterhin nicht! Diese hat immernoch Ruben, der Kantinenchef inne, der im zweiten Teil leider ein wenig zu kurz kommt. Dennoch ist er liebenswert und warmherzig wie eh und je und brachte mich immer wieder zum Schmunzeln.

Die Handlung von "Diagnose Herzklopfen" konnte mich leider nicht ganz so sehr überzeugen wie die in "Hilfe, ich bin Arzt". Zwischen Lena und Dr. Thalheim herrscht ein ständiges Hin- und Her. Er will und küsst sie, dann fällt ihm ein, dass sie eigentlich aus moralischen Gründe keine Beziehung führen können und er lässt sie stehen. Fünf Minuten später küsst er sie wieder und vereinbart ein neues Treffen mit ihr, nur um ihr an diesem Treffen mitzuteilen, dass das zwischen den beiden einfach nicht gut gehen kann... und so weiter und so fort. Für einen Oberarzt, von dem man einfach erwartet, eine gewisse geistige Reife zu besitzen, ist der gute Thalheim viel zu unentschlossen und wechselhaft. Er verhält sich wie ein liebeskranker Teenager, der seine Gefühle einfach nicht in den Griff bekommt. Ein Mann in seinem Alter sollte allerdings langsam wissen, dass man seine Entscheidungen vielleicht ein bisschen länger überdenken sollte als fünf Minuten und dann auch zu getroffenen Entscheidungen stehen muss. Auf mich wirkte sein Verhalten teilweise wirklich lächerlich und er büßte dadurch einige Sympathiepunkte ein.

Dafür hat mir das Alltagsleben in der Klinik mal wieder sehr gut gefallen! Gerade jetzt, wo Lena und ihre Freundinnen endlich mal selbst Hand anlegen dürfen, wird es natürlich um einiges turbulenter in der Chirurgie. Die bissige Oberärztin Dr. Thiersch bringt neuen Wind in die Geschichte und macht den Alltag in der Klinik erst richtig interessant. Man kann sich herrlich über sie aufregen und somit ganz genüsslich mit Lena und Jenny mitlästern, wenn beide mal wieder Dampf ablassen müssen. Auch einige dramatischere Fälle, die mich als Leser selbst ganz betroffen gemacht haben, sind wieder mit von der Partie und verleihen dem Roman eine gewisse Ernsthaftigkeit und Reife, die ihm wirklich gut tut und fabelhaft zu dieser Krankenhaus-Serie passt.

Besonders fasziniert hat mich diesmal, wie eng Jenny, Isa und Lena zusammengewachsen sind. Die Freundschaft, die man anfangs bestenfalls als oberflächlich bezeichnen konnte, ist mittlerweile zu einer engen Beziehung geworden, in der jeder jedem hilft und Trost spendet, wenn er gerade gebraucht wird. Ich fand es wirklich schön zu lesen, wie in diesem Roman eine die andere aufbaut und ihr gut zuredet, wenn es einer der Mädels schlecht geht.

Denn Schluss fand ich leider ein wenig pathetisch und übermäßig dramatisch, aber dafür macht er mir wahnsinnig viel Lust auf den dritten Teil, der Ende Oktober erscheinen soll. Es bleibt so vieles ungewiss, dass sich der Suchtfaktor dieser Serie auf jeden Fall nochmal gesteigert hat.

"Diagnose Herzklopfen" stellt hinsichtlich der Charaktere einen großen Fortschritt dar, vergleicht man diesen Roman mit dem ersten Teil der Serie. Was die Handlung betrifft hat mir der erste Teil jedoch wohl etwas besser gefallen. Der Unterhaltungsfaktor beliebt jedoch auf einem extrem hohen Level und daher habe ich den Roman wirklich sehr genossen. Selten habe ich bisher eine Bücher-Serie gelesen, die mich so gefangen genommen hat, dass ich regelrecht süchtig nach ihr geworden bin. "Miss Emergency" ist jedoch genau das gelungen und ich fiebere dem Erscheinungstermin von "Miss Emergency - Liebe auf Rezept" jetzt schon entgegen!


Miss Emergency: Hilfe, ich bin Arzt
Miss Emergency: Hilfe, ich bin Arzt
von Antonia Rothe-Liermann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4.0 von 5 Sternen Liest sich wie eine TV-Serie und hat ebenso viel Suchtpotential!, 14. Juni 2012
Die Ankunft in der St. Anna Klinik in Berlin ist für die angehende Ärztin Lena der Beginn des wahren Lebens. Zusammen mit ihren neuen Freundinnen Isa und Jenny, mit denen sie seit kurzem in einer WG wohnt, wird Lena ihr Praxisjahr an diesem Lehrkrankenhaus absolvieren. Lena rückt ihrem Traum, als Ärztin Leben retten zu können, einen grüßen Schritt näher und es könnte auch alles bestens sein, wären da nicht herrische Schwestern, die unterschiedlichsten Patienten und ein unterkühlter Oberarzt, der aber eigentlich auch ganz nett sein kann, wie Lena später herausfindet...
Zum Glück muss Lena den Klinikstress nicht alleine bewältigen. Neben ihren Freundinnen ist da nämlich auch noch Ruben, der Kantinenkoch, der für jede Lebenslage das perfekte Essen parat hat. Aber auch außerhalb der Klinik haben die drei mächtig viel Spaß und erobern nicht nur die Partyszene Berlins sondern auch jede Menge Männerherzen.

Da Antonia Rothe-Liermann eine Co-Autorin der Drehbücher für "Doctor's Diary" ist, eine humorvolle Ärzteserie, die ich früher unglaublich gerne geschaut habe, stand für mich schnell fest, dass ich "Miss Emergency" unbedingt lesen muss. Ich muss allerdings sagen, dass TV-Serie und Roman - bis auf den Handlungsort und die ewigen Liebeswirrungen - nicht viel gemeinsam haben. Dennoch hat mich "Miss Emergency" erstklassig unterhalten.

Die Protagonistin Lena und ihre beiden Freundinnen ergänzen sich wirklich perfekt. Jenny ist eine Partymaus, die auf den Gästelisten jeder noch so angesagten Party steht und einen enormen Männerverschleiß hat. Sie hat jede Woche ein neues Opfer, dem sie aber schnell überdrüssig wird und es für einen anderen Mann sitzen lässt. Isa ist anfangs ein sehr eingeschüchtertes, stilles Mädchen, das dem typischen Klischee eines Mauerblümchens entspricht. Sie lernt viel, redet dafür kaum und bekommt kein Wort heraus, wenn der Chefarzt ihr bei der Visite eine Frage stellt. Lena hingegen ist der Ausgleich zwischen den beiden. Sie macht zwar gerne zusammen mit Jenny die Partyszene Berlins unsicher, weiß aber, wann es genug ist und kann sich ebenso wie Isa auch mal für einige Stunden nur zum Lernen zurückziehen. Sie ist der perfekte Ausgleich zwischen ihren beiden Mitbewohnerinnen und schafft es oft, ihren Mädels das extreme Verhalten ein bisschen auszureden.

Wie man wohl an der Beschreibung der Mädels schon merkt, sind vorallem Isa und Jenny extrem klischeebehaftet. Vorallem bei Isa wird das dadurch nur noch deutlicher, dass sie von Lena in Gedanken immer "unser Häschen" genannt wird. Das kann einem mit der Zeit schon wirklich auf die Nerven gehen, dass dieses stereotype Verhalten, sowohl von Jenny, als auch von Isa, teilweise wirklich übertrieben stark durchzogen wird und dem Roman somit ein wenig die Authentizität nimmt.
Auch Lena wirkte auf mich leider nicht immer so sympathisch, wie ich mir das (ganz im Stil vom Gretchen Haase aus "Doctor's Diary") gewünscht hatte. Sie ist oft ziemlich egoistisch und selbstbezogen und wirkt meiner Meinung nach in ihren Äußerungen manchmal fast schon überheblich und arrogant. So richtig ins Herz schließen konnte ich Lena leider nicht.

Dafür ist die Handlung des Romans aber sehr unterhaltsam. Vorallem die Tatsache, dass sie sehr abwechslungsreich ist, hat mir gut gefallen. Der Leser lernt nicht nur das Alltagsleben in der Klinik kennen, sondern erlebt mit Jenny, Isa und Lena auch einige Abenteuer, sowohl im Partyleben Berlins als auch auf Ausflügen in die Natur, die weniger erfreulich enden ;).
Besonders spannend war für mich aber natürlich die Entwicklung des Liebeslebens der Dreien. Jennys gestaltet sich als recht eintönig, da ihre Freunde so oft wechseln, dass man kaum mitkommt und die Autorin uns glücklicherweise eine detaillierte Beschreibung der zig Männer erspart. Aber sowohl Isas als auch Lenas Liebesleben sorgt für viel Chaos in der WG und gibt dem Roman ein Stück der durch die Charaktere verloren gegangenen Authentizität zurück, da die Schilderung der Emotionen - vorallem die von Lena - sehr realistisch und gefühlvoll ist. Bis zum Schluss habe ich mit Lena mitgefiebert und konnte mir einfach nicht denken, welcher Mann letztendlich ihr Herz erobern wird!

Besonders gut gefallen haben mir aber die Szenen in der Klinik. Zwar kann ich zum Ärztejargon nicht viel sagen, da ich mich da nicht auskenne, für einen Laien wirkte das aber alles sehr gut recherchiert und trotzdem nicht langweilig oder zu genau beschrieben. Die abwechslungsreichen Patienten, die alle ganz andere Persönlichkeiten und Eigenschaften hatte, haben den Roman aufgelockert und die Visiten haben mir immer besonders gut gefallen. Ruben habe ich total in mein Herz geschlossen. Er ist so herzensgut und bemüht sich immer wieder um Lenas Wohlbefinden, in dem er ihr für jede Lebenslage das passende Essen zubereitet. Ob gegen Liebeskummer oder einen Kater, Ruben weiß, was hilft!

Fazit: "Miss Emergency" wird mit dem nötigen Witz erzählt, sodass die teilweise sehr dramatische Handlung im Krankenhaus nicht zu trist und düster wirkt. Leider wirkten einige Witze teilweise etwas flach und konstruiert. Zusammen mit den stereotypen Charakteren und einer, für meinen Geschmack (!), manchmal nicht sehr sympathischen Protagonistin, ist das aber auch der einige Kritikpunkt, den ich äußern möchte.
Der Roman bietet eine Perfekte Abendunterhaltung und eine willkommene Abwechslung vom eintönigen Fernsehprogramm. Tatsächlich liest sich der Roman aber wie eine Fernsehserie, so plastisch und detailliert ist das Bild, dass ich beim Lesen im Kopf hatte. "Miss Emergency" ist eine kurzweilige und unterhaltsame Lektüre für zwischendurch. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und kann das Buch nur weiterempfehlen. Suchtpotential stellt sich allerdings - wie man das von TV-Serien auch kennt - schon nach dem ersten Teil ein. Macht euch also darauf gefasst, dass ihr sofort mit dem zweiten Teil beginnen wollt ;)!


Sternen-Trilogie, Band 2: Sternensturm
Sternen-Trilogie, Band 2: Sternensturm
von Kim Winter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn nur das Böse dich retten kann, würdest du ihm folgen?, 5. Juni 2012
Das Leben könnte so schön sein: Iason hat sich für ein Leben mit Mia und damit für ein Leben auf der Erde entschieden! Doch auf einmal verschwinden Menschen aus der Stadt und Mia hört ein seltsames Flüstern, dass immer wieder zu ihre spricht. Und auch ihre Beziehung zu Iason scheint immer mehr in die Brüche zu gehen. Kann sie ihm wirklich vertrauen? Ist er tatsächlich fähig, sie zu lieben, oder glaubt er nur, sie zu lieben, weil sie sein Sinn ist?
Als dann auch noch die anderen Wächter Loduuns auf der Erde landen, muss Iason sich entscheiden: seine Liebe zu Mia oder sein Leben als loduunischer Wächter, ohne jegliche Ablenkung?
Und gerade als Mia ihn am meisten braucht, da sie glaubt, von einer fremden, bösen Macht kontrolliert und angezogen zu werden, kann Iason nicht anders, als sich von ihr abzuwenden. Zum Glück hat Mia ja noch Lena, Frank, Greta und Bert. Und auch Taria, die gerade erst in den Tulpenweg eingezogen ist, erweist sich als gute Freundin. Doch kann Mia ihren Freunden wirklich trauen, wenn sie sogar schon das Vertrauen in sich selbst verloren hat? Während Mia noch in einem Netz aus Intrigen und Fallen gefangen ist, rückt der Sturm immer näher.

Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf die Fortsetzung von "Sternenschimmer" gefreut habe. Da ich den ersten Teil dieser Reihe wirklich gut fand, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch. Ich hoffte, dass "Sternenstum" vielleicht sogar noch ein bisschen besser sein würde als sein Vorgänger, da mir dort der Schluss nicht wirklich gefallen hat. Anfangs sah es allerdings gar nicht gut aus zwischen mir und "Sternensturm". Ich kam irgendwie nicht wirklich in die Geschichte rein und auch die Protagonisten waren mir wenig sympathisch. Die Spannung zwischen Iason und Mia, die im ersten Teil wie elektrisch aufgeladen zu sein schien, fehlte mir auf den ersten 200 Seiten von "Sternensturm" gänzlich. Die beiden misstrauten einander, hatten Geheimnisse, die sie dem anderen verschweigen und stritten beinahe ununterbrochen. Zudem war mir Mia zu weinerliche und selbstbezogen. Sie verhielt sich teilweise wirklich rücksichtlos und bemitleidete sich selbst für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr! Schade, dachte ich, denn gerade Mia hat mir in "Sternenschimmer" so unsagbar gut gefallen.

Doch dann: radikaler Kurswechsel! Iason ist gezwungen, sich von Mia fernzuhalten und aufeinmal nimmt die Geschichte an Spannung und Intensität zu. Die Gefühle zwischen Mia und Iason kommen wieder vollstens zu Geltung und ihre Bindung wird unheimlich gut verdeutlicht. Ich konnte mich wieder voll auf die Geschichte einlassen und las stundenlang in diesem Buch. Jede Seite, die ich weiterlas, wurde die Geschichte in meinen Augen besser und besser. Mia und Iason wurden mir wieder genauso sympathisch, wie sie es mir schon im ersten Teil waren. Gerade die Tatsache, dass die beiden auf grausame Weise von einander getrennt werden und sich ihre Lage mehr und mehr zuspitzt, fesselte mich an den Roman. Die beklemmende Atomsphäre und die Sehnsucht wurden so wundervoll und herzzerreißend beschrieben, dass ich mich selbst teilweise ganz traurig und betroffen fühlte. Kim Winter versteht es wirklich, ihre Leser an den Emotionen der Protagonisten teilhaben zu lassen!

Aber nicht nur die Liebesgeschichte traf mich mit voller Wucht. Auch die actionreiche Handlung rund um die Wächter, ihren Sinn, um die Frage, ob "Die Stimme" nun noch am Leben ist, oder nicht und um das rätselhaft Verschwinden zahlreicher Menschen, wurde dynamisch und fesselnd beschrieben, sodass ich mich kaum von dem Roman losreißen konnte. Ab Seite 200 wurde ich regelrecht in den Sternensturm hineingezogen und konnte mich ihm beim besten Willen nicht mehr entziehen!

Altbekannte Gesichter wie Bert, Greta, Frank, Lena und Tony spielen auch in diesem Band wieder eine tragende Rolle. Gerade Bert scheint ein Geheimnis zu haben, von dem bislang niemand etwas ahnte. Und auch Frank versucht, etwas zu verbergen. Alle diese Nebencharaktere werden wieder genauso liebevoll und emotional beschrieben, wie wir Leser das von Kim Winter schon gewohnt sind. Gerade Greta, Frank und Bert habe ich unheimlich in mein Herz geschlossen.

Als die Geschichte sich dann ihrem Ende näherte, hoffte ich auf einen authentischeren Schluss, als in "Sternenschimmer" und ich wurde nicht enttäuscht! Das Ende ist, wie es der Titel des Romans schon sagt, ein wahrer Sturm. Nicht nur, dass das Wetter stürmisch und düster ist, auch der Kampf ist diesmal richtig dramatisch und spannend, da man bis zum Ende nicht ahnen kann, wie alles nun ausgehen wird.
Schön fand ich auch, dass Kim Winter den Roman nach der Kampfszene nicht einfach enden lässt, sondern noch einige Seiten über die Kinder im Tulpenweg, die Beziehung zwischen Iason und Mia und ein lange gehütetes Geheimnis anhängt. Soviel darf ich wohl schon verraten: Zwischen Mia und Iason passiert nochmal etwas Gewaltiges und der Roman endet mit der Antwort auf eine Frage, die sich sicherlich einige Leser schon in "Sternenschimmer" des öfteren gestellt haben! Tja, nun bin ich nur noch gespannter auf Teil drei und kann es wiedermal kaum erwarten, zu erfahren wie es zwischen Mia und Iason weitergehen wird!

Mit "Sternensturm" ging es mir nun also genau andersherum wie mit "Sternenschimmer". Meiner Meinung nach hat der Roman schwach angefangen, nach 200 Seiten allerdings mit jeder Seite an Spannung und großen Gefühlen zugelegt, bis sich die Spannung dann in einem Schluss entlädt, der wirklich phänomenal ist.
Das Gesamtpaket von "Sternensturm" hat mir aber um einiges besser gefallen als das des ersten Teils und daher hat "Sternensturm" in meinen Augen die volle Punktzahl mehr als verdient.


Meistens alles sehr schnell: Roman
Meistens alles sehr schnell: Roman
von Christopher Kloeble
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jeder kann ein "liebster Besitz" sein!, 3. Juni 2012
Albert, neunzehn Jahre alt, ist in einem Heim aufgewachsen. Wer seine Mutter ist, weiß niemand so genau. Dafür ist sein Vater um so bekannter. Fred ist nämlich nicht nur Held des Busunglücks, sondern auch ein Kind im Rentenalter. Sein Leben lang musste Albert ein Vater für seinen Vater sein, der am liebsten grüne Autos zählt, Lexika liest oder in der Kanalisation nach "liebsten Besitzen" sucht.
Als Albert erfährt, dass Fred nur noch fünf Monate zu leben hat, ist er fest entschlossen, endlich herauszufinden, wer seine Mutter ist. Und dabei kann ihm nur Fred helfen.
Schon bald entspinnt sich eine Geschichte, die ihren Ursprung im frühen 20. Jahrhundert findet und sich bis in die Gegenwart hinzieht. Albert muss erkennen, dass diejenigen, die er glaubt am besten zu kennen, am meisten zu verbergen haben und, dass sowieso immer nur das wahr ist, an das man sich zu glauben entscheidet. Und wie das im Leben immer so ist, geht am Ende sowieso meistens alles sehr schnell!

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir sehr schwer fällt, die richtigen Worte für diesen Roman zu finden. Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass diese Geschichte so wahnsinnig ergreifend und zugleich verstörend und aufwühlend sein würde. Aber ich möchte ganz von vorne beginnen:

Gleich zu Beginn des Romans wird man mit Alberts Alltagsleben konfrontiert. Er hat gerade sein Abitur hintersich gebracht, doch anstatt wie alle seine Mitschüler nun erst einmal Urlaub und Party zu machen, kümmert er sich aufopfernd und liebevoll um seinen über sechzigjährigen Vater, Fred, der nur noch fünf Monate zu leben hat. Besonders berührend ist die Tatsache, dass es schon immer Albert war, der Fred Trost spendete, wenn dieser schlecht geträumt hatte. Der fünfjährige Albert brachte dem über vierzigjährigen Fred das Schwimmen bei. Und es ist auch Albert, der dafür sorgt, dass Fred eine warme Malzeit zu essen bekommt.
Gerade weil Albert ein so schweres Leben hat und sich doch kein einziges Mal beschwert, wächst er einem sogleich ans Herz. Aber auch Fred ist ein wahrer Sympathieträger. Auf seine kindliche Art sagt er manchmal Dinge, die so einfach und in sich schlüssig sind, aber einem Erwachsenen, der meist um tausend Ecken und viel komplizierter denkt, sofort die Augen öffnen. Diese Vater-Sohn Beziehung ist wirklich etwas ganz Besonderes!

Was mir sofort auffiel, nachdem ich einige Seiten dieses Buches gelesen hatte, ist, dass Schreibstil teilweise geradezu poetisch klingt. Dem Autor gelingt es, ungemein tiefgründig zu schreiben und seinen Lesern auf ganz einfache Art die Augen für die kleinen Dinge im Leben zu öffnen.

Allerdings besteht "Meistens alles sehr schnell" nicht nur aus Fred und Alberts Geschichte, sonder auch aus der von Anni und Julius. Anni und Julius sind Geschwister, die in einem kleinen Dorf namens "Segendorf" aufwuchsen. Aber auch die Eltern der beiden sind Geschwister! In Segendorf scheint es gar nicht so ungewöhnlich zu sein, mit seinen Geschwistern, Eltern... wiederum Kinder zu zeugen. Diese Tatsache an sich mag vielleicht die einen oder anderen Leser abschrecken, ich muss aber sagen, dass ich persönlich das Thema ungemein interessant finde. Zudem gelingt es Herrn Kloeble die Handlung nicht überspitzt oder dramatisiert darzustellen. Diese Inzuchtgeschichte wirkte auf mich zu keinem Zeitpunkt makaber, auch wenn man sich an dieses Tabuthema natürlich erstmal gewöhnen muss. Ich finde es super mutig vom Autor, so etwas anzusprechen und dann auch noch so gelungen umzusetzen.
In diesem zweiten Handlungssprang dreht sich nun alles darum, wie Anni und Julius ihr Leben nach dem Tod ihrer Eltern zu meisten versuchen. Vorallem Julius Geschichte ist wirklich unheimlich interessant und abwechslungsreich aufgebaut, sodass der Ausflug in die Vergangenheit mir als Leser überhaupt nicht schwer viel.
Was Anni und Julius nun aber mit Fred und Albert zu tun haben, dass müsst ihre selbst herausfinden, in dem ihr das Buch lest, es lohnt sich!

Was mich nun aber wirklich am allermeisten an "Meistens alles sehr schnell" fasziniert hat, war die Leichtigkeit, mit der sich das Buch lesen lies, obwohl die behandelten Themen so bedrückend und traurig zu sein scheinen. Fred fröhliche, kindlich naive Art hat mich so oft zum Lächeln gebracht und Alberts Umgang mit Fred ist so liebevoll, dass mir immer wieder warm ums Herz wurde. Eine so intensive Beziehung wie die der beiden ist mir sowohl im realen Leben als auch in der Welt der Literatur selten untergekommen. Und doch kommt am Ende alles anders, als wir Leser - aber auch Albert - es vermutet hätten!

Ich könnte jetzt noch zeilenweise über die wunderbaren Helden dieser Geschichte und die gelungene Umsetzung der Grundidee schwärmen, aber ich belasse es nun dabei. Ich glaube nicht, dass ich dem Buch mit dieser Rezension gerecht werden konnte, daher kann ich jedem, der sich für andersartige und innovative, bis zum Schluss überraschende Romane interessiert nur wärmstens empfehlen, "Meistens alles sehr schnell" zu lesen. Denn um die Geschichte von Albert und Fred kennen zu lernen, bleibt nicht mehr viel Zeit. Es geht ja meistens alles sehr schnell!


Blutsommer
Blutsommer
von Rainer Löffler
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Blutsommer" hat ALLES was ein richtig guter Thriller braucht!, 2. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Blutsommer (Taschenbuch)
Bei einem Picknickausflug der Familie Lerch stoßen die beiden jüngsten Mädchen auf einen Haufen menschlicher Überreste, der von Maden und Larven durchzogen ist. Der "Metzger" hat mal wieder eines seiner Opfer hinterlassen. Martin Abel, bester Fallanalytiker Stuttgarts, wird zur Unterstützung der Polizei nach Köln beordert. Keiner kann sich so gut in die Gedankenwelt von Serienmördern hineinversetzen wie er: eine Gabe, die einsam macht. Und davon, dass ihn eine aufstrebende Fallanalytikerin bei seinen Recherchen auf Schritt und Tritt begleiten soll, hält Martin Abel so gar nichts! Als sein Täterprofil dann nicht zu zutreffen scheint, glaubt niemand bei der Polizei mehr an die Fähigkeiten des Mannes, doch was, wenn die Polizei gepfuscht hat? Und der Mörder ist immernoch auf freiem Fuß!

Rainer Löffler ist mit "Blutsommer" ein gnadenloser, blutiger und durchweg überraschender Thriller gelungen. Dieses Buch ist zwar sicherlich nichts für Zartbesaitete, alle anderen werden bei diesem Buch aber voll auf ihre Kosten kommen. Dem Autor gelingt es, brutale Szenen oder Beschreibungen von Leichen so zu schildern, dass sie nicht makaber oder eklig erscheinen, dem Leser aber dennoch das Blut in den Adern gefrieren lassen.

Der Schreibstil ist sehr schlicht und einfach gehalten. So kommt man wahnsinnig schnell durch das Buch durch, da es sich wirklich sehr flüssig lesen lässt. Aber auch die Spannung, die der Autor das ganz Buch über aufrecht erhalten kann, sorgt dafür, dass die Seiten nur so an einem vorbei fliegen. Ich jedenfalls konnte diesen Thriller stundenlang nicht aus den Händen legen, weil ich mir auf die seltsamen Vorkommnisse einfach keinen Reim machen konnte.

Aber nicht nur die Spannung und die grauenvollen Ereignisse veranlassen einen dazu, immer und immer weiterlesen zu wollen. Auch die Atmosphäre ist einfach phänomenal! Das Cover und auch der Titel deuten ja schon auf einen flirrend heißen Sommer hin und genau dieses Thema wird in diesem Buch auch richtig gut aufgegriffen und umgesetzt. Die Ermittler haben hier im wahrsten Sinne des Wortes einen schweißtreibenden Job zu erledigen, der es ihnen, aber auch Martin Abel und seiner Kollegin, nicht nur einmal schwer macht, bei der Hitze einen kühlen Kopf zu bewahren und klare Gedanken fassen zu können. Die beklemmende Atmosphäre, die das Buch seinen Lesern vermittelt, hat sich während des Lesens auf mich übertragen, sodass die Handlung für mich noch realer und greifbarer schien.

Auch die Protagonisten konnten mich mit jeder ihrer Handlungen und jedem Wort, dass sie sagten, komplett von sich überzeugen. Ich habe wirklich selten einen Thriller gelesen, indem mir der Protagonist so dermaßen sympathisch war. Martin Abel ist zynisch und teilweise auch selbstironisch, aber dennoch ist er ein harter Kerl, der sich nicht unterkriegen lässt, der aber auch niemanden an sicher heranlässt. Seit seine Frau sich von ihm getrennt hat und er die Kinder aufgrund von übermäßigem Alkoholkonsum erstmal nicht sehen darf, geht er zu allen Menschen auf Distanz und wirkt daher unterkühlt und arrogant. Schnell merkt man aber, dass er in Wahrheit einfach nur akzeptiert werden will und vorallem merkt man, dass er ein wahres Genie auf seinem Gebiet ist. Sein Täterprofil ist so genau und präzise, dass es mich wirklich schockiert hat.

Zwei Dinge haben mir besonders gut gefallen: Zum einen natürlich der Protagonist, aus Gründen, die ich eben schon aufgeführt habe, aber auch sein Umgang mit seiner neuen Kollegin. Denn auch wenn "Blutsommer" ein knallharter Thriller mit einem knallharten Protagonisten ist, so blitzt hier und da dennoch immer mal wieder ein Fünkchen Liebe hervor.
Zum anderen der Schluss. Der war einfach atemberaubend und gigantisch gut! Ich dachte wirklich ich wüsste, wer der Killer ist, aber ich sollte mich bitter täuschen! Und was dann letztendlich passiert ist, damit hätte ich nicht gerechnet. Der Showdown war durchweg spannend und nervenaufreiben. Selten habe ich so einen guten und abrundenden Schluss gelesen!

Was soll ich abschließend also noch groß sagen? Dieser Thriller war wirklich einer der besten, die ich je gelesen habe. Mit dem sympathischen Protagonisten fand ich persönlich, dass "Blutsommer" auf jeden Fall mit den Büchern von Fitzek mithalten kann! Jedem Fan dieser Bücher, aber auch solchen, die anspruchsvolle Thriller im Allgemeinen lieben, kann ich "Blutsommer" nur wärmstens ans Herz legen!


Sieben Tage ohne: Die Dienstagsfrauen gehen fasten
Sieben Tage ohne: Die Dienstagsfrauen gehen fasten
von Monika Peetz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Dienstagsfrauen gehen fasten..., 29. Mai 2012
Als sich Evas Mutter das Bein bricht und Eva ihr Leben über den Kopf zu wachsen droht ist klar, dass mal wieder ein Urlaub mit den vier Freundinnen, den Dienstagsfrauen, in Angriff genommen werden muss. Diesesmal lautet die Devise: Entschlacken, entschleunigen und abspecken im Rahmen einer Heilfastenkur. Sieben Tage ohne Ablenkung. Keine moderne Technik, keine Partner, keine beruflichen oder familiären Pflichten. Allerdings auch sieben Tage ohne wirklich nahrhaftes und wohlschmeckendes Essen!
Eva jedoch verfolgt mit dieser Heilfastenkur ein ganz anderes Ziel: Sie will endlich herausfinden, wer ihr Vater ist. Und in dem Dorf, in dem sie sich einquartiert haben, hofft Eva, Hinweiße auf den damaligen Liebhaber ihrer Mutter zu finden. Aber auch Caroline trägt ein Geheimnis mit sich herum, dass es ihren Freundinnen, allen voran Judith, ersteinmal mitzuteilen gilt.

Schon Monika Peetz erster Roman rund um die Dientagsfrauen, mit dem gleichnamigen Titel "Die Dienstagsfrauen, konnte mich begeistern. Die fünf ungleichen Freundinnen, die gemeinsam so viel durchstehen und einander doch immer wieder den Rücken stützen, haben es mir von der ersten Stunde an angetan. Die Freundschaft, die zwischen diesen unterschiedlichen Frauen nur allzu deutlich wird, hat mich fasziniert und gefesselt. Und genau diese bedingungslose Freundschaft findet sich auch wieder in "Sieben Tage ohne" vor.

Dieses Mal dreht sich alles um Eva, die, seit ihre Mutter im Krankenhaus liegt, Angst hat, niemals herauszufinden, wer ihr Vater ist. Als einzigen Anhaltspunkt findet sie ein Foto, das die Mauern einer Burg im Altmühltal, ihre Mutter und einen Unbekannten zeigt. Sofort startet sie eine Internetrecherche und findet heraus, dass diese Burg in ein Heilfastenhotel umfunktioniert wurde. Da der alljährliche Urlaub der Dienstagsfrauen kurz vor der Tür steht, schlägt Eva, unter dem Vorwand, endlich mal ein paar Kilos abnehmen zu wollen, vor, dort ein paar erholsame Tage zu verbringen. Dass die Dorfbewohner verschroben und nicht zu einer Auskunft bereit sind, damit hatte Eva nicht gerechnet. Und auch Caroline beginnt diesen Urlaub mit einem Geheimnis, dass sie ihren Freundinnen während der Heilfastenkur beichten möchte. Mal wieder dreht sich alles um das leidlichste Thema im Leben einer Frau - Männer!

Ob man "Die Dienstagsfrauen" kennt oder nicht, spielt eigentlich keine Rolle, wenn man "Sieben Tage ohne" lesen möchte. Die Autorin beschreibt ihre Charaktere ganz unabhängig davon, ob man den ersten Teil gelesen hat oder nicht. Die wichtigsten Schlüsselerlebnisse der Reise auf dem Jakobwegs, die die Dienstagsfrauen im ersten Teil bestreiten, werden nochmals wiedergegeben, sodass neue Leser die Beziehungen zwischen den Frauen besser verstehen und denjenigen, die die Dienstagsfrauen schon kennen, das Gedächtnis aufgefrischt wird.

Der Schriebstil ist sehr lebhaft und wirkte auf mich frisch, sommerlicher und leicht. Das Buch lässt sich gut in einem Rutsch durchlesen und so hatte ich es auch innerhalb eines Tages ausgelesen. Die Geschichte ist spannend, aber auch emotional und ergreifend. Mal wieder geht die Autorin auf Themen ein, die so lebensnahe sind, dass man mit jeder einzelnen Protagonistin mitfühlen und ihre Emotionen bestens nachvollziehen kann. Die Handlung bleibt durchweg authentisch, auch wenn Evas Suche nach ihrem Vater natürlich etwas dramatisiert wird.

Besonders fasziniert hat mich an diesem Roman die Art und Weise, wie die Protagonisten agieren. Jede hat ihren ganz eigenen Charakter und handelt diesem entsprechend. Aber trotzdem brechen sie immer mal wieder aus ihren Mustern aus und geben dem Leser Anlass, ihre Entscheidungen zu bestaunen, sie sogar manchmal zu bewundern. Besonders Caroline ist mir während des Lesens ans Herz gewachsen. Sie ist so eine starke Frau, die immer wieder mit harten Rückschlägen zu kämpfen hat. Dennoch weiß sie, was sie will und lässt sich von nichts und niemandem unterkriegen, wie sich zum Schluss herausstellen wird.

Allerdings muss ich sagen, dass mich "Sieben Tage ohne" nicht so sehr mitreisen konnte wie "Die Dienstagsfrauen". Die Reise auf dem Jakobsweg fand ich viel bewegender und die Geheimnisse, die auf dieser Reise aufgedeckt wurden, waren weniger vorhersehbar und aufwühlender. Die Atmosphäre, die bei der Pilgerreise und den Übernachtungen in mehr oder weniger heruntergekommen Gaststätten aufgekommen ist, hat mich viel mehr gefesselt und war erfrischender und dynamischer als jene in "Sieben Tage ohne".

Dennoch hat mir dieser Roman sehr gut gefallen. Er ist einfach perfekt für einige entspannte Stunden, um die eigenen Alltagssorgen zu vergessen. "Sieben Tage ohne" lässt seine Leser sich komplett in der Welt der Dienstagsfrauen vergessen, sodass alles um einen herum in den Hintergrund rückt. Wer also einfach mal wieder abschalten will und ein unterhaltsames, aber dennoch tiefgründiges Buch lesen möchte, dem kann ich nur raten, hier zuzugreifen!


Frettsack: Roman. Jetzt verfilmt als »Vaterfreuden«
Frettsack: Roman. Jetzt verfilmt als »Vaterfreuden«
von Murmel Clausen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom einem ausgewachsenen Frett kastriert!, 25. Mai 2012
Jens Fischer hat sein Leben nicht so recht im Griff. Ohne präsentablen Job fehlt das Geld für eine eigene Wohnung und daher wohnt er zusammen mit Kumpel Sven in einer WG. Bei Frauen kommt Jens eher mäßig an, doch um sein Erbgut wenigstens anonym weitergeben zu können, lässt er sich von Dauerspender Sven dazu überreden, ebenfalls Samenspender zu werden. Leider hat Jens die Rechnung ohne das Frettchen Idi Amin - Svens Versuch, Jens endlich einmal ein anständiges Hobby zuverschaffen -, gemacht. Eines schönen Abends durchtrennt Idi Amin mit einem gezielten Biss Jens Samenleiter und kastriert ihn wortwörtlich. Da sein Traum von einer eigenen Familie mit Frau und Kind nun zu platzen droht, bricht er mit Sven und Balkanpitbull Hondo in die Samenbank ein, um herauszufinden, welche Frau mit seinem Samen befruchtet wurde. So gelangt er an die Adresse der bezaubernden Maren, die allerdings - wie sollte es anders sein - schon mit dem Spießer Ralf verheiratet ist. Und endlich einmal setzt sich Jens ein Ziel in seinem Leben: Er muss Maren für sich gewinnen.

Alleine Cover, Titel und Klappentext versprechen einen wunderbar witzigen und pointierten Unterhaltungsroman, bei dem man aus dem Lachen nicht mehr herauskommt. Dementsprechend habe ich mich auf einen humorvollen, aber seichten und wenig tiefgründigen Roman eingestellt. Was ich dann allerdings zu Lesen bekam, war ganz anders, als ich es erwartet hatte. "Frettsack" ist keinesfalls seicht und oberflächlich. Es steckt so viel Tiefe in diesem Roman, dass er mich teilweise sogar traurig, vorallem aber nachdenklich gestimmt hat. Witz und der Humor leiden allerdings ein wenig unter dieser Tiefgründigkeit. Oftmals musste ich zwar schmunzeln oder lächeln, wirkliche Brüller begegneten mir in diesem Unterhaltungsroman allerdings leider nicht.

Die Charaktere in "Frettsack" sind alle auf ihre Art liebenswert. Auch wenn man zu Beginn einfach nicht verstehen kann, wieso Jens seinen Hintern nicht endlich mal hoch bekommt und sein Leben in die Hand nimmt, um mit seinen 37 Jahren mal etwas auf die Beine zu stellen, auf das er stolz sein kann, entwickelt man mit jeder Seite, die man liest, mehr Sympathie für ihn. Er ist der ewige Verlierer, der weder im Beruf, noch bei den Frauen jemals Glück zu haben scheint. Letzteres ist für ihn natürlich besonders kränkend denn die Frauen machen oft Witze auf seine Kosten oder verarschen ihn nach Strich und Faden, nur um ihn hinterher belächeln zu können. Allerdings muss ich sagen, dass Jens in gewisser Hinsicht nicht viel besser ist. Er ist wirklich wahnsinnig oberflächlich und beurteilt Frauen beinahe ausschließlich nach ihrem Äußeren. Nachdem er doch schon so viel Ablehnung erfahren musste, finde ich es doch traurig, dass er beinahe genauso oberflächliche Gedanken hat, wie diejenigen Frauen, die sich über ihn lustig machen.

Sven empfand ich anfangs einfach nur als nervig. Mit der Zeit konnte ich aber sogar ihm positive Seiten abgewinnen und habe ihn am Ende des Buches doch noch in mein Herz schließen können.
Am meisten hat mir allerdings Ralfs Charakter gefallen. Es ist einfach genial, wie der Autor dieses Kleinbürgerliche und Spießige in Ralfs Person einfängt und zu Papier bringt. Die Szenen, in denen Ralf sich mal wieder total dem Klischee des spießigen Sohnes eines reichen Mannes entsprechend verhält, waren es auch, die mich wirklich zum Grinsen gebracht haben. Dieses "Nur-nicht-aus-der-Reihe-tanzen"-Wollen und das "zwanghaft-modern-und-trendig-sein"-Wollen hat der Autor richtig genial hervorgehoben!

Die Geschichte an sich entwickelt sich recht langsam. Der Leser lernt erstmal recht viel über die Charaktere, bevor die Geschichte richtig beginnt. Die Grundidee des Buch finde ich wirklich gelungen. Die Umsetzung wiederum war nicht so ganz nach meinem Geschmack. Meines Erachtens ist alles ein wenig zu konstruiert und zu gewollt bzw. aufgesetzt. Natürlich lebt ein Unterhaltungsroman von Übertreibung und Überspitzung, aber vorallem zum Ende hin fand ich, dass es ein wenig zu viel des Guten war. Alles hat sich irgendwie perfekt ineinander gefügt und es gab einfach zu viele Wendepunkte, die insgesamt einfach nicht zu einem authentischen Schluss geführt haben. Das finde ich wirklich sehr schade, denn ein schöner, in sich stimmiger Schluss hätte den Roman optimal abgerundet.

Der Schreibstil ist größtenteils zynisch und sarkastisch. Das fand ich absolut genial, da ich diese Stilmittel in einem Unterhaltungsroman wirklich schätze! Zudem wirkt der Roman durch einige geschickt verwendete Fachbegriffe und schlagfertigen Antworten geradezu clever und intelligent und nicht so abgedroschen und plump, wie viele andere Unterhaltungsromane daher kommen. Insgesamt lies sich "Frettsack" sehr leicht lesen, hätte aber vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas gekürzt werden können, da ich manche Stellen etwas weitausschweifend oder langatmig beschrieben fand.

Alles in allem ist "Frettsack" das optimale Buch für zwischendurch. Es ist kurzweilig, lässt sich leicht und vorallem sehr schnell lesen und unterhält den Leser, ohne oberflächlich oder plump zu erscheinen. Zwar hatte ich erwartet, dass mich der Roman mehr zum Lachen bringen würde, dafür trumpft er allerdings mit einer Tiefgründigkeit auf, mit der ich so auch nicht gerechnet hatte. Das Ende war für meinen Geschmack dann leider doch ein wenig zu konstruiert und somit konnte ich "Frettsack" nicht mit einem guten Gefühl abschließen. Dennoch hat mich der Roman unterhalten und somit seinen Zweck durchaus gut erfüllt. Für einen entspannten Tag am See oder im Schwimmbad ist dieses Buch genau das richtige!


Hexenfluch: Roman
Hexenfluch: Roman
von Lynn Raven
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz anders, aber mindestens genauso wundervoll!, 21. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Hexenfluch: Roman (Taschenbuch)
Ella Thorens ist eine erfolgreiche Ärztin, der ihn Beruf über alles geht. Als sie eines abends, bei dem Besuch eines Patienten in einer ziemlich üblen Wohngegend, Zeuge einer Schlägerei wird, versucht sie einzuschreiten. Es gelingt ihr, die Angreifer in die Flucht zu schlagen, doch als sie dem verletzt auf dem Boden liegenden Mann zu helfen versucht, durchströmt sie eine Macht, von der sie nicht einmal wusste, dass sie sie besitzt. Und aufeinmal ist sie, Ella Thoren, diejenige, die wegen grausamen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird und nicht der Mann, dem sie versuchte zu helfen. Als Ella ihm später begegnet, stelle dich heraus, dass es Christian Havreux war, den sie vor dem sicherem Tod bewahrt hat. Und Christian ist ein mächtiger Hexer, der sie nun in der Kunst der Magie unterrichten will, sodass sie lernt, ihre Gabe zu kontrollieren. Was Ella nicht weiß, ist, dass Christian dabei nicht ganz uneigennützige Ziele verfolgt. Denn nur Ella kann ihn von einem Jahrhunderde alten Bund lösen, der beginnt, ihn zu zerbrechen.

Als ich hörte, dass Lynn Raven ein neues Buch geschrieben hat, wusste ich sogleich, dass ich es unbedingt lesen muss. Von "Blutbraut" war absolut begeistert und daher erwartete ich großes von "Hexenfluch". Als ich dann von vielen Seiten gehört habe, dass dieser Roman so ganz anders sein soll, als das, was man von Raven bisher zu lesen bekam - erwachsener, sexier -, war ich nur noch mehr auf das gespannt, was mich da erwarten würde. Was ich dann zu Lesen bekam, übertraf meine Erwartungen bei Weitem! Lynn Raven schlägt eine völlig neue Richtung ein, was ihre Charaktere und deren Beziehung zu einander angeht und hat damit - zumindest bei mir - einen Volltreffer gelandet.

Die Geschichte an sich ist zwar nicht wahnsinnig innovativ, dafür aber spannend, dunkel und sinnlich. Der männliche Protagonist lässt sich diesmal nicht eindeutig den Guten bzw. den Bösen zuordnen, sondern macht eine extreme Entwicklung durch, die man als Leser anhand seiner ausführlich geschilderten Emotionen bestens nachvollziehen kann. Genau dieses Dunkle, Böse und Aggressive macht den Reiz an Christian Havreux aus. Im Gegensatz zu vielen Helden aus dem Genre Romantasy, ist dieser Mann teilweise so gar nicht charmant und zuvorkommend, sondern verfolgt eigennützig einen Plan, der den anderen Beteiligten eigentlich nur schaden wird. Und doch merkt man recht schnell, dass Christians eigentliche Persönlichkeit ganz anders ist, als es auf den ersten Blick scheint. Er ist ein Mann mit Vergangenheit und diese Vergangenheit hat ihn maßgeblich geprägt und aus ihm einen verbitterten Mann gemacht, der nur noch seine eigenen Ziele im Kopf hat.
Und dann kommt Ella und Christian merkt, dass er seine Prioritäten eventuellen umstellen muss. Ella ist keine typische Romantasyheldin. Zwar ist sie verletzlich und sensibel, auf der anderen Seite kann sie aber auch ganz schön austeilen und lässt sich von Männern nicht in ihr Leben reinreden. Der Beruf steht bei ihr an erster Stelle und so soll es auch bleiben. Wer das nicht akzeptieren kann, wird eiskalt rausgeschmissen. Als sie auf Christian trifft, ist ihre letzte Beziehung gerade mal wieder in die Brüche gegangen und sie will sich so schnell auf keine neue einlassen. Denkt sie ;)!

Abgesehen von den Charakteren, die mich wirklich fasziniert und durch ihre Andersartigkeit umgehauen haben, gibt es noch einen weiteren Punkt, indem sich "Hexenfluch" von Ravens letztem Jugendroman "Blutbraut" unterscheidet: Die Leidenschaft, Sinnlichkeit, Sexualität. "Hexenfluch" ist ohne Zweifel ein unglaublich sinnlicher und leidenschaftlicher Roman, in dem Sexszenen auch wirklich beschrieben und nicht nur angedeutet werden. Das heißt jedoch nicht, dass der Roman ins Oberflächliche oder Vulgäre abdriften würde. Ganz im Gegenteil. Die Autorin beschreibt diese Szenen unglaublich gefühlvoll und geht damit sehr sensibel um. Es werden keinen obszönen Worte verwendet oder zu sehr ins Detail gegangen. Alles bleibt auf einem Level, der die Leidenschaft zwischen den Liebenden verdeutlicht, aber den Roman nicht pornographisch wirken lässt.
Und doch gibt es einige Stellen im Buch, bei denen Sex auf bizarre und unschöne Weise ins Spiel kommt. Diese Szenen werden aber nicht näher beschrieben und werden eher unterschwellig erwähnt. So viel sei aber schonmal gesagt: Der Bund, den Christian da eingegangen ist, ist auf ganz spezielle Weise auch sexueller Art.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt dynamisch und lebhaft. Kurze und lange Sätze wechseln sich ab und somit fühlt sich der Leser, als könne er die Gedanken der jeweiligen Personen direkt mitverfolgen. Weder Schreibstil noch Inhalt wirken konstruiert oder aufgesetzt. Die gesamte Umsetzung der Grundidee ist wirklich gut gelungen! Dadurch, dass sich die Geschichte aus Kapitel zusammensetzt, die mal aus Ellas mal aus Christians Sicht erzählt werden, erhält man einen breiten Überblick über die Vorkommnisse und erfährt vor allem, was Christian wirklich vorhat. Denn seine wirklichen Gedanken und Gefühle unterscheiden sich maßgeblich von der Art, wie er sich gibt.

Letztendlich hat mich Lynn Raven mal wieder überrascht und schwer beeindruckt! Sie zeigt, dass sie auch für Erwachsene wunderschöne Romane schreiben kann und überzeugt mal wieder mit einer atemberaubenden Liebesgeschichte und einer spannenden Handlung rund um Hexen, Dämonen und Wandler. Ich kann euch das Buch wirklich nur ans Herz legen. Lasst euch nicht davon abschrecken, dass die Autorin diesmal einen erwachseneren Roman geschrieben hat. Auch das hat unverkennbar seine Vorzüge und mir persönlich hat es sogar fast noch besser gefallen! "Hexenfluch" ist definitiv zu einem meiner Lieblingsbücher geworden.


Mein Weg zu dir: Roman
Mein Weg zu dir: Roman
von Nicholas Sparks
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sparks kann es definitiv besser!, 15. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Mein Weg zu dir: Roman (Gebundene Ausgabe)
Amanda und Dawson sind jung und unsterblich ineinander verliebt. Doch ihre Liebe scheint aussichtslos zu sein, denn Amanda ist die Tochter der reichen Colliers und Dawson gehört zur kriminellsten und gefürchtetsten Familie im ganzen Umkreis. Dass Dawson ganz anders ist als der Rest seiner Familie, will Amanda niemand glauben und so kommt es dazu, dass Dawson die Beziehung beendet, um Amanda das Leben zu erleichtern.
Über zwanzig Jahre später finden die beiden erneut zusammen. Ein gemeinsamer alter Freund der beiden, Tuck, der ihnen ihr Leben lang tatkräftig zur Seite stand, ist gestorben und hat einen Anwalt beauftragt, beide in ihre ehemalige Heimatstadt zurück zu holen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Was beide nicht wissen ist, das Tuck schon vor ihrer Ankunft eingeäschert wurde und er sie nur zusammenführen wollte, um ihnen ihre Liebe von damals noch einmal vor Augen zu führen. Mittels Briefen schafft es Tuck, dass beide sich wieder näher kommen. Doch dann ist da noch Amandas Mann, der Alkoholiker ist und Dawsons gewalttätige Familie, die Rache auf sinnt, da er einst eine üble Auseinandersetzung mit Cousin und Vater hatte. Doch am Ende kommt eh alles ganz anders.

Ich bin ein großer Nicholas Sparks Fan und verschlinge jedes seiner Bücher innerhalb eines Tages. So war es auch mit "Mein Weg zu dir". Doch leider muss ich sagen, dass ich ziemlich enttäuscht wurde. Die für Sparks so typische Atmosphäre wollte sich während des Lesens bei mir einfach nicht einstellen und auch die Liebesgeschichte lies mich diesmal eher kalt. Dabei sind es doch immer die Liebenden und ihre Gefühle derer zu einander, die Sparks Romane zu etwas ganz Besonderem machen.

Aber ich möchte ganz am Anfang beginnen: Zu Beginn eines jeden Sparks Romans habe ich ein wenig Angst, dass er schlecht ausgehen könnte. Bei Sparks kann man sich nie sicher sein, ob er einen Roman mit einem Happy End oder einem dramatischen Paukenschlag abschließt. Da ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, wie Amanda und Dawson aus ihrer aussichtslosen Lage entfliehen könnten und da durch Dawsons Familie ein eindeutig aggressives und gewalttätiges Element in den Roman mit einfloss, machte ich mich schonmal auf das Schlimmste gefasst.

Nach den ersten paar Seiten war ich noch ziemlich davon überzeugt, dass Sparks es nach all den Romanen die er schon geschrieben hat, immer noch schaffen kann, mich mit einer romantischen und emotionalen Liebesgeschichte, die - wenn wir alle mal ehrlich sind - die Rahmen des Möglichen übersteigt, verzaubern kann. Doch nachdem ich in etwa die Hälfte des Romans gelesen hatte, merkte ich, dass mich die Liebesgeschichte zwischen Amanda und Dawson dieses Mal so gar nicht bewegte. Das waren nicht die großen und absoluten Gefühle, die ich von Sparks gewohnt bin. Zwar wurde mit Worten immer wieder beteuert, wie aufrichtig sich beide nach zwanzig Jahren Funkstille immernoch lieben, aber leider kam das für mich gar nicht so rüber. Sehr konstruiert erschien mir auch die Tatsache, dass Dawson offenbar seit Amanda - und das ist immerhin zwanzig Jahre her - keine andere Frau mehr in seinem Leben hatte, da er nicht von ihr loskam. Zwar wurde die Beziehung der beiden als die noch beinahe Teenager waren sehr berührend und emotional geschildert, Dawsons unendliche Liebe erschien mir dadurch aber dennoch leider nicht glaubwürdig. Wie gesagt, mir fehlte in diesem Sparks Roman einfach dieses Gefühl der bedingungslosen Liebe und der ganz großen Gefühle. Alles wirkte konstruiert und die schwärmerische Stimmung, in die ich normalerweise beim Lesen eins Sparks Romans verfalle, stellte sich bei mir überhaupt nicht ein.

Allerdings muss ich sagen, dass dafür diesmal ziemlich auf Spannung gesetzt wurde. Die Dawson Clique heizt dem Roman ordentlich ein und man fiebert regelrecht mit, wenn Tedd und Abee Cole sich mal wieder irgendwelche verrückten und blutrünstigen Wege ausdenken, ihren Cousin Dawson auszuschalten. Zum Ende hin ereignet sich auch ein ziemlich rasanter und dramatischer Fall in Amandas Familie, sodass auch hier die Spannung nicht zu kurz kommt. Leider lese ich Sparks Romane aber nicht, weil ich auf Spannung und Nervenkitzel aus bin, sondern weil ich mich auf eine Liebesgeschichte freue, die mich ins Schwärmen geraten lässt. Daher konnte es die Spannung hier nun nicht herausreisen.

Auch die Charaktere haben meinen Geschmack diesmal nur teilweise getroffen. Amanda beispielsweise konnte ich sogar nichts abgewinnen. Sie ist weinerlich und bemitleidet sich die ganze Zeit über selbst. Sie ist entscheidungsschwach und steckt lieber immer wieder zurück, nur um andere zufrieden zustellen, als ausnahmsweise mal an sich zu denken. Auch Dawson konnte meine Sympathie nicht so richtig für sich gewinnen. Dennoch fand ich seinen Charakter recht erfrischend, da er - was bei Sparks nicht allzu oft der Fall ist - auch mal so richtig austeilen kann und man ihn nicht konstant von seiner weichen Seite erlebt. Die Nebencharaktere fand ich hingegen alle ziemlich gut getroffen. Amandas Mutter konnte mich überzeugen und auch Tuck wirkte auf mich sehr sympathisch und liebevoll. Die Cole Sippschaft war zwar alles andere als sympathisch aber ihre Charaktereigenschaften wurden konsequent durchgesetzt und sie passten perfekt in das Bild eines typischen Kleistadtgangster.

Kommen wir nun zum Verlauf der Geschichte: Das ist leider der Aspekt, der mich am meisten enttäuscht hat. "Mein Weg zu dir" ist dermaßen vorhersehbar, dass es einem fast schon weh tut, diese konstruierte Geschichte, die Sparks da fabriziert hat, nicht während des Lesens umschrieben zu können. Spätestens ab dem letzten Drittel wusste ich haargenau, wie das Schicksal bei Amanda und Dawson zuschlagen würde. Daher war der Schluss für mich keine große Überraschung sondern nur noch einmal eine Bestätigung, wie konstruiert und zusammengeschustert, der gesamte Roman ist. Zudem hat mich das Ende auch noch bitter enttäuscht. Es war ziemlich flach und erinnerte an einen billigen Groschenroman, so übertrieben perfekt fügte sich eins zum anderen. Zudem hat sich meine Befürchtung, die ich gleich zu Beginn des Romans hatte, leider bestätigt, denn ein typisches Happy End - zumindest so wie ich es mir gewünscht hätte - gibt es nicht.

Dennoch muss ich abschließend sagen, dass es Spaß gemacht hat, den Roman zu lesen. Er ist unterhaltsam und wie üblich sehr gut geschrieben. Wer einen Knüller, wie es für Sparks eigentlich typisch ist, erwartet, der wird leider enttäuscht werden, aber für ein paar unterhaltsame Lesestunden kann ich den Roman allemal weiterempfehlen. Aufgrund der zahlreichen Kritikpunkte, allen voran der Tatsache, dass der Roman in sich auf mich einfach total aufgesetzt wirkt, kann ich dem neuen Sparks diesmal leider nur drei Sterne geben. Vielleicht sollte Sparks sich mit dem nächsten Buch mal wieder etwas Zeit lassen und nicht eins nach dem anderen raushauen.


Oma dreht auf
Oma dreht auf
von Janne Mommsen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oma dreht im wahrsten Sinne des Wortes auf!, 14. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Oma dreht auf (Taschenbuch)
Seit Oma Imke ganz alleine nicht mehr zurecht kommt, ist sie mit ihre Freundin Christa zu ihrem langjährigen Freund Ocke gezogen. Zusammen haben sie eine Senioren WG gegründet, obwohl Ocke über zehn Jahre jünger ist als Imke und Christa mit ihren 57 Jahren noch nichtmal als Seniorin gilt. Zudem hat Christa einen jüngeren Liebhaber, was Ocke an den Rand des Wahnsinns treibt, denn eigentlich ist Christa ja eine hammer Frau... vielleicht die Frau fürs Leben?
Imke hat nur noch die Erinnerungen an ihren verstorbenen Geliebten Johannes - leider aber auch ein wenig Alzheimer! Als sie Johannes daher in seinem ehemaligen Haus besuchen möchte, beschert ihr das einige peinliche Momente und ihrer Familie jede Menge Sorgen. Als dann auch noch Imkes Geburtstag völlig ausartet - die Bowle war wohl doch zu stark - steht die WG Kopf und keiner weiß so genau, wie lange das mit den Dreien noch gut gehen wird.

"Oma dreht auf" ist sicherlich ein Roman, der normalerweise so gar nicht in mein Buchbeuteschema passt. Zudem scheine ich nicht wirklich in die Zielgruppe des Romans zu passen. Dennoch muss ich sagen, dass mich der Roman wirklich wahnsinnig gut unterhalten hat. Die Charaktere sind so liebevoll und detailliert gezeichnet, dass man sie sich bildlich vorstellen kann und auch die landschaftliche Umgebung wird so farbenfroh beschrieben, dass man sich ein genaues Bild von ihr machen kann.

Imke war mir gleich zu Beginn sehr sympathisch. Sie hat eine Schwäche für duplo-Schokoriegel und ist für ihr Alter eine sehr eitle Frau, die nie freiwillig zugeben würde, dass sie ein Gebiss trägt und sich gerne wie eine Filmdiva herausputze. Auch Ocke und Christa wachsen einem im Verlauf des Romans richtig ans Herz. Besonders Ocke konnte meine volle Sympathie für sich gewinnen. Er kümmert sich so liebevoll um Imke und auch Christa hilft er, wo er nur kann. Seine Verliebtheit wird so rührend und gefühlvoll beschrieben, wie ich es für einen Mann in Ockes Alter nicht für möglich gehalten hätte.
Dennoch muss ich aber sagen, dass ich finde, dass einige Charaktereigenschaften reichlich überspitzt und übertrieben dargestellt wurden. Vorallem Imke wirkte oft wie eine Karikatur der modernen und übertrieben flippig und jung erscheinen wollenden Oma. Ihre Aktionen erschienen mir oftmals ein wenig überzogen. So möchte sie es an ihrem 78ten Geburtstag mit Alkohol und lauter Musik nocheinmal so richtig krachen lassen, oder fährt mit einem klapprigen Roller einmal quer über die Insel.
Da diese Begebenheiten aber so humorvoll niedergeschrieben wurden, konnte ich darüber recht schnell hinwegsehen.

Was "Oma dreht auf" wirklich ausmacht, ist die Tatsache, dass man sofort gute Laune bekommt, wenn man ein paar Seiten dieses Romans gelesen hat. Man fühlt sich, als würde man selbst auf der Insel Föhr und Umgebung Urlaub machen und kann für einige Augenblicke all seine Sorgen vergessen und unbeschwerte Lesestunden mit Imke und ihren Freundin verbringen. Unterstützt wird dieses Gute-Laune Gefühl auch durch die Tatsache, dass alle Probleme, die Imke und Co. haben, durch einige Konversationen sich sofort in Luft aufzulösen scheinen. Das macht Mut und hinterlässt Hoffnung und Freude beim Leser. Für mich jedenfalls war "Oma dreht auf" die perfekte Ferienlektüre, bei der ich einem komplett vom stressigen Alltag abschalten konnte.

Zudem ist der Roman wirklich sehr leicht und sehr schnell zu lesen. Das liegt einmal am humorvollen und dennoch liebevollen und detaillverliebten Schriebstil des Autors. Sofort fällt in meinen Augen sein Respekt vor dem Alter auf, denn er geht so gefühlvoll mit Imkes Emotionen und großen oder kleineren Leiden um, dass man zwar mit ihr mitfühlt, diese starke Frau, die sich so sehr um das Wohl ihrer Familie sorgt, aber dennoch zu schätzen lernt. Außerdem ist auch der Inhalt, obwohl nicht viele spannende Wundepunkte passieren, mitreisend. Mir ging es so, dass mich vorallem die Geschichte rund um Ocke und Christa total gefesselt hat. Ich wollte immer wissen, wie es mit den beiden weitergeht und hatte den Roman daher sehr schnell durch.

Abschließend kann ich diesen Roman Lesern jeden Alters wirklich nur wärmstens empfehlen. Wer eine kurzweilige Lektüre für einige unbeschwerte und unterhaltsame Stunden am Strand oder auf dem heimischen Liegestuhl sucht, der ist mit "Oma dreht auf" sicherlich bestens bedient. Der Roman dient nicht nur der reinen Unterhaltung sondern ist mitunter sogar ziemlich tiefgründig. Er versprüht konstant gute Laune und macht Lust auf einen Urlaub am Meer. Trotz der teilweise überzogenen Handlung und der etwas überspitzt beschriebenen Protagonistin gebe ich diesem Roman gut und gerne vier Sterne!


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