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FiniWini

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Legend - Fallender Himmel: Band 1
Legend - Fallender Himmel: Band 1
von Marie Lu
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Dystopie, den Hype kann ich aber nicht nachvollziehen..., 23. September 2012
Day und June könnten unterschiedlicher nicht sein: Sie, Wunderkind der Republik, ausgebildet um Regimegegner aufzuspüren, angesehen und wohlhabend. Er, meistgesuchter Verbrecher, bettelarm und immer auf der Flucht. Als June darauf angesetzt wird, Day zu finden und ihm endlich das Handwerk zu legen, hat sie ganz persönliche Gründe dafür, dass sie dieser Aufgabe nur allzu gerne nachkommt. Doch als June das bisher unmögliche gelingt und sie Day tatsächlich findet, stellt sich dieser als absolut selbstlos und von einem unaufhaltsamen Gerechtigkeitssinn getrieben heraus. June ist so sehr von Wut und Hass angetrieben, dass sie Days wahres Gesicht viel zu spät erkennt. Als sie herausfindet, welches Spiel das Regime mit den Bewohnern der Republik treibt, und dass sie selbst nur eine der Spielfiguren ist, muss June sich entscheiden: Loyalität gegenüber einem hinterhältigen Regime oder Liebe zu ihren bisher größten Feind?

"Legend" ist die derzeit wohl meist gehypte Dystopie auf dem Buchmarkt. Da fragt man sich als Leser natürlich: zurecht? Ist das Buch den Hype wirklich wert? Schauen wir uns die einzelnen Punkte, die eine gute Dystopie - bzw. einen guten Roman im Allgemeinen - ausmachen doch einmal genauer an:

Fangen wir mit der dystopischen Welt, die Marie Lu erschaffen hat, an. "Legend" spielt zu einer unbestimmten Zeit in der Zukunft in den einzelnen Staaten des heutigen Amerikas, im Buch "Republik Amerika" genannt. Jedes Kind, ob arm oder reicht, muss mit zehn Jahren den Großen Test absolvieren, der über die weiter Zukunft entscheidet. Kinder, die eine gewisse Punktzahl nicht erreichen, werden in Arbeitslager geschickt. Für diejenigen, die den Test mit sehr guter Punktzahl bestehen, gibt es Schulen, die ihnen beibringen, wie man besonders effizient Regimegegner fasst und gefangen nimmt. Die ärmeren Bezirke der Republik werden derzeit von Seuchen geplagt, die den Tod nach sich ziehen. Ist ein Bewohner eines Hauses von der Seuche befallen, wird das Haus wie zu Pestzeiten mit einem Symbol versehen, dass es allen Bewohnern verbietet, das Haus zu verlassen.

Diese dystopische Welt mag vielleicht nicht unbedingt durch innovative Ideen auftrumpfen, dennoch finde ich, dass es sich genau so irgendwann abspielen könnte. Diese Selektion der klügeren, hübscheren und einfach "besseren" Kinder findet man ja schon in unserer heutigen Zeit wieder und daher finde ich die Zuspitzung, die Marie Lu hier vornimmt, gar nicht allzu weit hergeholt. Ohne nun weiter auf den Inhalt des Buch eingehen zu wollen, kann ich euch aber noch verraten, dass je mehr dreckige Machenschaften des Regimes - vorallem im Bezug auf die Seuchen - aufgedeckt werden, desto authentischer erscheint mir Marie Lus Zukunftsvision.

Was mich allerdings ein wenig gestört hat, ist die Tatsache, dass man gar nicht so genau erfährt, wie es zu diesem Zustand gekommen ist. Warum wird das Volk auf diese Weise unterdrückt und kurz gehalten? Wie kam es zu dieser Art "Polizeistaat"? Mir fehlen hier einfach die Hintergründe. So sehr ich mir vorstellen kann, dass unsere Welt in die dystopischen Abgründe, die Marie Lu hier zeichnet, abrutscht, so störend finde ich es, dass wir nicht erfahren, wieso all das passieren konnte.

Ein weiterer wichtiger Punkt in einem guten Roman ist die Spannung. Ich muss sagen, an Spannung ist dieser Roman eigentlich kaum zu überbieten. Ein aufregendes und erschütterndes Ereignis jagt das andere. Der Leser wird mit unheimlich erschütternden Aufdeckungen und blutigen Szenen voller Gewalt konfrontiert, in denen die Autorin nicht vor detaillierten Beschreibungen zurückschreckt. Dadurch, dass June erst nach und nach hinter die wahren Absichten des Regimes kommt und auch selbst Ermittlungen anstellt, wird das Buch zu einem wahren Pagetuner.

Allerdings muss ich leider sagen, dass es neben der Spannung keinen weiteren Aspekt gegeben hätte, der mich an das Buch hätte fesseln können. Denn der nächste wichtige Punkt in einem Roman, die Protagonisten, konnte mich nicht überzeugen. Diese haben zwar einen sympathischen und starken Charakter, mitreisen konnten sie mich aber nicht. June war mir mal wieder viel zu perfekt und zu kalt und undurchsichtig und Day konnte ich sein "meistgesuchter-Verbrecher-der-Republik"-Image einfach nicht abnehmen. Die beiden sind fünfzehn und die wohl bekanntesten Gesichter der Republik, wenn man mal vom Regime absieht. Irgendwie nicht sehr realistisch. Außerdem agieren beide um Jahre erwachsener als sie im Buch tatsächlich sind, was das Ganze irgendwie surreal erscheinen lässt. Für meinen Geschmack hat sich sie Autorin zu sehr darauf konzentriert, Spannung zu erzeugen, sodass Charaktere und einige Kleinigkeiten, die den Leser mehr an das Buch gebunden hätten, fehlen.

Der letzte Punkt, der einen guten Roman ausmacht, der es wert ist, gehypt zu werden, ist der Schreibstil. Diesen kann ich nun ohne wenn und aber als sehr gut bezeichnen. Die Autorin hat June und Days Charakter ganz wunderbar in der Art und Weise, wie sie die beiden reden lässt, eingefangen. Beide haben ihren ganz eignen Stil, sich auszudrücken. Außerdem nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund und legt vor allem Day auch mal Sätze in den Mund, die recht derb, aber dafür ehrlich sind. Sehr gut gelungen ist der Autorin auch aufzuzeigen, wie schmal der Grad zwischen Liebe und Hass ist. Junes Sinneswandel, Day nicht mehr als Feind anzusehen, vollzieht sich langsam und wird mit nötigen Beweisen unterfüttert, sodass dieser in keinster Weise unrealistisch wirkt. Hier kann ich die Autorin wirklich nur loben!

Und jetzt? Ist "Legend" den Hype nun wert oder nicht? Diese Frage muss ich leider mit "Nein" beantworten. Den Hype um das Buch kann ich nicht verstehen, dafür gibt es mir dann doch zu viele Kritikpunkte und der Roman ist mir zu durchschnittlich. Allerdings scheint derzeit ein Buch schon alleine deshalb gehypt zu werden, weil es eine solide Dystopie mit vernünftiger Liebesgeschichte und ordentlich Spannung ist. In Anbetracht dessen, kann ich nur sagen, dass "Legend" diese Kriterien auf jeden Fall erfüllt. In meinen Augen ist es, auch wenn ich den Hype nicht gerechtfertigt finde, eine gute Dystopien, die durchaus lesens- und empfehlenswert ist. Es gibt allerdings noch deutlich Potential nach oben und ich hoffe, die Autorin schöpft dieses in den nachfolgenden Bänden der Trilogie auch aus!

Fazit:
+ Unglaublich authentische Zukunftsvision
+ an Spannung kaum zu übertreffen
+ der Geschichte angepasster und sehr guter Schreibstil
- unrealistische Charaktere, die mich nicht mitreisen konnte
- zu wenig Hintergrundinformationen
- zu durchschnittlich


Der Feuerstein: Roman (Heyne fliegt)
Der Feuerstein: Roman (Heyne fliegt)
von Rae Carson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, aber zu glatt geschliffen, um daran Halt zu finden..., 23. September 2012
Elisa ist eine bedeutende Persönlichkeit in ihrem Land, denn sie ist Gottes Auserwählte, Trägerin des Feuersteins! Elisa könnte stolz und selbstsicher sein, schließlich ist sie dazu bestimmt, eine Heldin zu sein und schon bald wird sich ihr Schicksal sicherlich erfüllen, doch sie kommt dem typischen Bild einer so wichtigen Persönlichkeit nicht im entferntesten nahe. Sie ist dick, weder hübsch noch elegant noch sportlich und schon gar nicht mutig oder selbstbewusst. Nun soll sie auch noch an den König eines Nachbarreichs verheiratet werden, doch der Rolle als Königin fühlt sie sich nicht gewachsen. Als die Menschen an Alejandros Hof herausfinden, dass Elisa die Trägerin des Feuersteins ist, wird sie von vielen Seiten bedroht. Schließlich muss Elisa sich ihrem Schicksal stellen, denn nur wenn sie mutig und entschlossen handelt, so wie es für eine Trägerin vorgesehen ist, kann sie ihr Volk vor dem Untergang bewahren.

"Der Feuerstein" ist mal wieder so ein Buch, welches mich während des Lesens unterhalten konnte, dass mir, wie ich glaube, aber nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben wird. Zwar habe ich den Roman innerhalb weniger Tage ausgelesen, die Geschichte konnte mich also sehr wohl fesseln, Charaktere und Handlung an sich waren mir aber einfach zu glatt und seicht, sodass die Geschichte eher an mir vorbeizog und einfach nicht haften blieb.

Den Anfang jedoch fand ich - vorallem im Bezug auf die Protagonistin - wirklich vielversprechend. Schon die Inhaltsangabe verspricht eine Heldin, die ausnahmsweise mal nicht besonders attraktiv ist und der nicht jeder Mann zu Füßen liegt. Schon alleine diesen Aspekt fand ich ziemlich erfrischend. Im Laufe des Romans entwickelt sich Elisa aber zu einer Frau, wie sie in nahezu jedem anderen Jugendbuch auch vorzufinden ist: selbstlos, mutig wie ein Löwe, entschlossen, Entscheidungen zu treffen, die auf wundersame Weise immer die richtigen sind, stark und selbstbewusst und - wer hätte es gedacht - sie nimmt viele Kilos ab und siehe da, auf einmal ist sie doch der Mittelpunkt männlichen Interesses. Wieso kann die Protagonistin eines Jugendromans nicht einfach auch mal fehlerhaft und unperfekt sein? Dieses Mädchen hat so wenig Ecken und Kanten und wurde so glatt geschliffen, dass mich ihr Charakter gegen Ende einfach nur noch genervt hat, so perfekt und wundervoll wurde dieser gezeichnet.
Die Nebencharaktere blieben leider sehr oberflächlich, sodass ich keinen wirklich in mein Herz schließen konnte, so nett und sympathisch er auch beschrieben wurde.

Die Handlung des Romans konnte mich da schon mehr überzeugen. Die Autorin baut den Spannungsbogen ziemlich geschickt auf, sodass sich spannende und brutale Ereignisse und ruhige, nachdenklich stimmende Passagen, in denen sich Elisas Schicksal immer mehr vor ihr ausbreitet, abwechseln. Teils fand ich, dass der Roman ziemlich in die Länge gezogen wurde, da Elisas Gedankengänge ziemlich langatmig dargelegt werden, aber der Spannung tat das zumindest für mich keinen Abbruch. Was mir besonders gut gefallen hat war, dass die Autorin nicht davor zurückschreckt, Charaktere sterben zu lassen, die eine zentrale Rolle in der Geschichte spielen. Das machte die Handlung authentisch, denn im Krieg sterben nunmal nicht nur Nebencharaktere. Auch der Schluss konnte mich überzeugen, da er genau die richtige Länge hat und weder zu dramatisch noch zu abgedroschen ist.

Ebenfalls ziemlich gute gefallen hat mir das eigentlich Thema des Romans, nämlich der Feuerstein. Die Idee, es gäbe einen Gott, der alle vier Generationen einen neuen Menschen auswählt, um ihm eine wichtige Aufgabe zu erteilen, finde ich ziemlich interessant. Dass dieser Mensch dann auch noch einen blauen Stein in seinem Nabel trägt, der den Träger auf Gefahren hinweißt und dessen Gedanken mit wohliger Wärme kommentiert, wenn er sie für richtig empfindet, ist eine ausgefallene Idee, die mich überzeugen konnte. Die Rolle des Steins wird im Verlauf des Romans auch immer wieder aufgegriffen, sodass er wirklich das zentrale Thema der Geschichte bleibt und nicht etwa eine Liebesgeschichte oder Elisas zweifelhafte Entwicklung.

Ein weiterer Pluspunkt des Romans ist der Schreibstil der Autorin. Sie schreibt sehr anschaulich und bildlich, sodass man sich einzelne Szenen bestens vor Augen führen kann. Außerdem schreibt sie so flüssig, dass mir langatmige Passagen und wenig authentische Charaktere während des Lesens gar nicht so sehr aufgefallen sind. Der Roman ist allerdings im Präsens geschrieben, ob man das nun mag ist Geschmackssache. Auch wenn ich mich damit normalerweise nicht anfreunden kann, hat es mich in diesem Roman aber nicht gestört.

"Der Feuerstein" ist ein Roman, der unheimlich viel Potential gehabt hätte. Die Idee der fehlerhaften Protagonistin dreht sich leider ins komplette Gegenteil um und zeigt den Lesern mal wieder, dass Menschen mit Ecken und Kanten, Fehlern und Schwächen in den meisten Jugendromanen in der Rolle der Helden nichts zu suchen haben. Die Handlung und das eigentliche Thema des Buches fand ich ebenfalls vielversprechend, allerdings wirkt das Ganze zu glatt geschliffen und oberflächlich, um nachhaltig in meinem Gedächtnis zu bleiben. "Der Feuerstein" konnte mich gut unterhalten, die Folgebänder werde ich aber wohl nicht lesen, da der Roman für mich in sich abgeschlossen ist und das Buch mich zu kalt gelassen hat, als dass ich wissen wollte, wie es mit Elisa weitergehen wird.


Das verbotene Eden: Logan und Gwen: Roman (Knaur HC)
Das verbotene Eden: Logan und Gwen: Roman (Knaur HC)
von Thomas Thiemeyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Männer und Frauen bald wieder vereint? Dieser Roman übertrumpft seinen Vorgänger in allen Punkten, 19. September 2012
Nachdem Juna mit David geflohen ist, bricht für Junas Partnerin Gwen eine Welt zusammen. Von Selbstzweifel, Wut und Trauer getrieben, stürzt Gwen sich in ihre Arbeit als Heilerin und willigt sofort ein, einen Gruppe Brigantinnen auf einer gefährlichen Mission in die Alte Stadt, das Reich der Männer, zu begleiten. Auf dieser Mission geraten die Frauen jedoch in höchste Gefahr und nur Gwen gelingt die Flucht. Schon bald allerdings wird sie von Logan, dem neuen Champion seines Clans, gefunden. Auf Rat seines Vater hofft Logan, für Gwen eine möglichst große Summe auf dem Sklavenmarkt zu erzielen. Doch schon bald wird Logan klar, dass er Juna nicht in die Obhut irgendeines Tyrannen geben kann. In beiden brechen sich Gefühle Bahn, die sie so noch nie zuvor erlebt haben. Sollte das Virus, der Männer und Frauen entzweit hat, tatsächlich an Macht verlieren? Genau das versucht die Obrigkeit der Männer, allen voran der Iquisitor, zu unterbinden. Auch er hat schon ein Auge auf Gwen geworfen und wird nicht zulassen, dass sie seinen Fängen entkommt.

Mit "Das vebotene Eden - Logan und Gwen" hat Thomas Thiemeyer eine überaus gelunge Fortsetzung geschrieben. Die Geschichte von Logan und Gwen hat alles, was ich im ersten Teil der Trilogie vermisst habe: Eine mitreisende Liebesgeschichte, die die von Juna und David meiner Meinung nach meilenweit in den Schatten stellt, spannungsgeladene Handlung durch Straßenkämpfe und Hass in den eigenen Reihen und Charaktere, die sympathischer, authentischer und liebenswürdiger kaum sein könnten.

Doch fangen wir bei den Charakteren an: Gwen ist nach Junas Flucht antriebslos und fühlt sich nichtwürdig. Ihre Gedanken kreisen ausschließlich um ihre ehemalige Partnerin und deren Beweggründe, sie ausgerechnet für einen Mann zu verlassen. Ihre Gedanken und Gefühle werden dabei unheimlich plastisch und nachvollziehbar geschildert, sodass ich als Leser ihre Trauer und Wut bestens nachvollziehen konnte. Gwen ist zwar auch eine starke und mutige Protagonistin, anders als Juna ist sie aber sehr sensibel, macht einen weichen und weiblicheren Eindruck und wirkt viel offener und gesprächiger. Mit ihr konnte ich mich definitiv besser identifizieren und dadurch wurde der Roman für mich viel eindringlicher und mitreisender.
Auch Logan konnte mich charakterlich mehr überzeugen als seinerzeit David. Logan ist ein cleverer aber ebenso starker junger Mann, der seinem Clan Ruhm und Ehre eingebracht hat, indem er Champion im Kampf der Clans in der Arena wurde. Zwar ist Logan stark und muskulös und um einiges männlicher als David, an Scharfsinn steht er ihm aber in nichts nach.

Kommen wir nun zur Handlung an sich: Um den Vergleich aufrecht zu erhalten, muss ich sagen, dass auch hier der zweite Teil in meinen Augen überlegen ist. Gleich zu Beginn werden wir mit spannenden Ereignissen wie Logans Kampf in der Arena oder Gwens Prüfung, um Heilerin zu werden, konfrontiert. Die Geschichte beginnt nicht langsam und gemächlich, auch wenn sich die beiden Protaginisten erst anfang des zweiten Drittels begegnen, sondern abrupt und unvermittelt und macht das Geschehen dadurch umso spannender. Doch nicht nur der Beginn besticht durch Spannung. Auch der weitere Verlauf des Romans ist mitreisend und fesselnd, da Logan immer wieder an den Sohn des Oberhauptes seines Clans gerät, der gegen ihn intrigiert und Gwen der Mittelpunkt des Streits ist. Viel mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Ich kann aber wohl behaupten, dass der Spannungsbogen stetig ansteigt und man sich somit dem Bann des Buches nicht entziehen kann.

Der Spannungbogen wird lediglich durch eines unterbrochen: Die Liebesgeschichte! Hierzu muss ich vorher sagen, dass Logan einfach viel mehr mein Typ ist, als David es war. Eben deshalb konnte ich die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Gwen und ihm auch viel mehr geniesen. Denn auch wenn Logan das Herz und den Körper eines Kämpfers hat, wird er in Gwens Nähe ganz sanft und liebevoll und das hat mir sehr gut gefallen. Auch Gwens Rolle in der Liebesgeschichte konnte ich bestens nachvollziehen. Sie ist zwar sensibel und einfühlsam, aber um in Logans Nähe bleiben zu können, wird auch sie zu einer mutigen und selbstbewussten Kriegerin. Zwar beinhaltet der Roman relativ wenige Liebesszenen, diese sind dafür aber umso eindringlicher und schöner beschrieben, sodass man sich komplett in die Geschichte fallen lassen kann.

Apropos schön geschrieben: Abschließend bleibt mir nur noch, auf den Schreibstil des Romans einzugehen. Hier gibt es eigentlich nur ein Wort, das zu nennen wäre: vielseitig! Thomas Thiemeyer kann sich ebenso gut in einen jungen Mann, wie in eine junge Frau hineinversetzen und deren Gefühle glaubhaft und authentisch schildern. Außerdem schafft er es, brutale Kampfszenen ebenso gut in Szene zu setzen, wie romantische und gefühlvolle Szenen, in denen Logan und Gwen sich näher kommen. Zusammen mit der Prise Humor, die er immer wieder in seine Geschichte streut, wurde der Roman für mich zu einem regelrechten Lesegenuss.
Auch das Ende diess Romans ist packend geschrieben und macht neugierig auf das Finale der Trilogie!

Alles in allem werdet ihr wohl gemerkt haben, dass ich vom zweiten Teil der "Das verbotene Eden"-Reihe ziemlich begeistert bin. Ich kam nicht umher, es immer wieder mit Teil eins zu vergleichen, auch wenn man den zweiten Teil relativ gut unabhängig davon lesen kann - schließlich handelt es sich um die Geschichten unterschiedlicher Charaktere. Dennoch muss ich sagen, dass mir Logan und Gwens Geschichte in allen Punkten besser gefallen hat, als die von David und Juna und so komme ich nicht umher, dem Roman fünf Sterne zu geben.


L.A. Candy
L.A. Candy
von Lauren Conrad
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,95

4.0 von 5 Sternen 3.5 Sterne für einen Roman, der unterhaltsam ist, jedoch nicht komplett überzeugen konnte..., 17. September 2012
Rezension bezieht sich auf: L.A. Candy (Taschenbuch)
Jane und Scarlett sind schon seit dem Kindergarten beste Freundinnen. Als die Wege beider sie nach L. A führen, ziehen sie zusammen und treten den Weg ins Erwachsenenleben an. Jane macht ein Praktikum bei einer berühmten Event-Managerin und Scarlett beginnt ein Studium an der Uni. Als beide in einem Club von einem bekannten TV-Produzenten angesprochen werden, trauen sie der Sache erst nicht so recht, willigen dann jedoch schnell ein, an einer Reality Show teilzunehmen. Mehrere Wochen lang sollen sie, zusammen mit zwei anderen Mädchen, von der Kamera auf Schritt und Tritt verfolgt werden. Ein Traum wird war, denn nun öffnet sich ihnen die Welt der angesagtesten Clubs, in denen sie VIP Status genießen, sie lernen die heißesten Jungs L. A.s kennen und gehen auf begehrte Parties. Doch schon bald merken Scarlett und Jane, dass es in ihrem Business nicht nur viele falsche Freunde gibt, sondern auch, dass die Presse vor nichts zurück schreckt, um eine wirklich gute Story veröffentlichen zu können.

"L. A. Candy" ist eine kurzweilige Lektüre, die zwar wenig anspruchsvoll, dafür aber umso mitreisender und unterhaltsamer ist. Der Roman besticht durch ein differenziertes Bild des VIP Lebens in L. A. und Reality Shows im Allgemeinen und hat zudem noch einen Schreibstil zu bieten, der ebenso einfach wie voller jugendlichem Charme ist. Da die Autorin selbst im Showbiz unterwegs ist, liegt die Vermutung nahe, dass sie sich in diesem Metier auskennt und meiner Meinung nach merkt man das ihrem Roman auch an!

Lauren Conrad ist es ganz wunderbar gelungen, dem Leser die Schattenseiten eines Promi-Lebens aufzuzeigen. Scarlett und Jane sind für diese Rolle wie gemacht, denn dem Leser werden sie anfangs als ganz normale Mädchen vorgestellt, die typisch für ihr Alter gerne Parties veranstalten, mit angesagten Clubs oder Prominenten aber nichts am Hut haben. Als der Produzent sie für seine neue TV-Show anwirbt, erleben die beiden, was es heißt, über Nacht berühmt zu werden. Kaum ist die erste Folge der Reality Show ausgestrahlt, schon kommen die beiden kostenlos und ohne lästige Warterei in die gefeiertsten Clubs und bekommen die Cocktails nur so nachgeworfen. Was anfangs jedoch wie eine nette Gelegenheit der finanziellen Abhängigkeit der Eltern zu entkommen erscheint, stellt sich bald als eine Welt voller Intrigen, falscher Freunde und Manipulation heraus, in die vor allem die naive Jane hineingezogen wird.

Um direkt bei den Charakteren zu bleiben, möchte ich nun etwas genauer auf Jane und Scarlett eingehen. Jane ist das typische "girl next door". Sie ist zwar mit ihren blonden Haaren und dem hellen Teint ein hübsches Mädchen, jedoch besitzt sie weder eine besonders schlanke Figur, noch ist sie ein wahre Schönheit. Gerade deshalb bietet dieses Mädchen jedoch unheimlich viel Identifikationspotential. Was mich an ihr aber wirklich gestört hat ist, dass sie unheimlich naiv ist und über absolut gar keine Menschenkenntnisse verfügt. Sie gerät völlig blauäugig an Menschen, die ihr ganz offensichtlich nichts Gutes wollen, will aber einfach nicht wahrhaben, dass nicht jeder Mensch auf dieser Welt so freundlich und wohlgesonnen ist wie sie.

Scarlett ist das komplette Gegenteil von Jane. Sie ist eine wahre dunkelhaarige Schönheit, nach der sich jeder Kerl zweimal umdreht. Zudem ist sie wahnsinnig schlau und lässt das auch sehr gerne mal raushängen, was oftmals zu ziemlich coolen Sprüchen führt. Aufgrund ihrer Schafsinnigkeit blickt sie auch recht schnell hinter die Fassade eines Menschen und weiß sofort, wie dieser einzuschätzen ist. Sie ist es auch, die Jane immer wieder vor falschen Freunden warnt, auch wenn ihre Freundin meist nicht auf sie hört. Insgesamt hat mir Scarlett besser gefallen als Jane, da Jane mir einfach zu stereotypisch und klischeehaft war.

Besser als die einzelnen Charaktere hat mir jedoch die Handlung an sich gefallen. Ganz nach dem typischen Bild einer Reality Show nimmt auch das Buch uns mit in das Leben von Jane und Scarlett, jedoch ohne es zu verfälschen oder zu beschönigen. Der Leser lernt den typischen Alltag der beiden Mädchen kennen, liest aber auch immer wieder von aufregenden Nächten in Clubs, Welnessabenden oder Dates mit mal mehr mal weniger netten Männern. Auch wenn Spannung diesen Roman nicht gerade dominiert, wird man als Leser total an die Seiten gefesselt. Man fiebert mit Jane mit, wenn sie mal wieder einer Intrige erliegt oder ein Date mit dem süßen Möchtegern-Schauspieler hat und leidet mit Scarlett, wenn sie immer mehr herausfindet, dass die Reality Show ihr Leben komplett verzehrt wiedergibt und von Grund auf verändert.

Das Ende ist ziemlich fies, denn aufgrund des Cliffhangers, will man unbedingt wissen, wie die Geschichte rund um Scarlett und Jane weitergehen wird. Auch ich bin ziemlich gespannt, wie es vorallem Jane, die in "L. A. Candy" einige Rückschläge erleiden musste, in den Folgebänden ergehen wird. Diese sind auf Englisch schon erschienen und ich werde sie auf jeden Fall lesen!


Schattenspieler
Schattenspieler
von Michael Römling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen Es sind die Kleinigkeiten, die diesen Roman ausmachen!, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Schattenspieler (Gebundene Ausgabe)
Berlin kurz nach dem 2. Weltkrieg: Der junge Leo hat während des Kriegs seine Eltern und sein zu Hause verloren. Durch einen glücklichen Zufall kommt er bei Wilhelm unter, einem Mann, der dem Krieg und vorallem dem Nationalsozialismus höchst kritisch gegenüber steht. Als Wilhelm und Leo durch einen Angriff von einander getrennt werden, flieht Leo und gelangt über einige Umwege, zum Stützpunkt der russischen Truppen. Die Russen nehmen den Jungen mit nach Berlin, dass nun von Alliierten besetzt ist. Als Leo dort Friedrich kennenlernt, entsteht zwischen den beiden eine innige Freundschaft, obwohl Friedrich aus komplett anderen Verhältnissen stammt als Leo und eine sehr behütete Kindheit hatte. Die beiden kommen einem augenscheinlichen Kunstraub auf die Schliche, den sie versuchen auf eigene Faust aufzudecken. Doch so leicht ist das gar nicht, wenn man weder weiß, was gestohlen wurde, noch das Gesicht des Mörders kennt, einzig seinen Namen. Eines ist jedoch sicher: Sommerbier schreckt vor nichts zurück und würde für das erreichen seines Ziel über Leichen gehen!

Michael Römling ist mit "Schattenspieler" ein wunderbares Porträt der damaligen Zeit gelungen. Meiner Meinung nach ist es nämlich nicht "der verschollene Schatz", der auf dem Cover angekündigt wird, und die Suche nach eben diesem, der den Roman so einzigartig und wundervoll macht, sondern es ist der Blickwinkel und das Auge fürs Detail mit dem der Autor auf das zerbombte Berlin und dessen Bewohner blickt.

Schon die Charaktere und deren unglaublich authentischen Aussagen und Handlungen zeigen, dass der Autor sich diesem brisanten Thema in keinster Weise beschönigend annähern wollte. Leo, ein Junge jüdischer Abstammung, hat seine Eltern durch die Hand der Nazis verloren und musste fliehen. Doch auch im wahren Leben gab es damals die wenigen Helden, die den Flüchtlingen Unterschlupf gaben und so kommt Leo bei Wilhelm unter, einem Mann der unglaublich kluge Ansichten vertritt und eine Weltanschauung besitzt, sie es sich wirklich näher zu betrachten lohnt:

"Der Wahn ist ein Ballon, die Wirklichkeit der Boden. Verstehst du? Der Ballon steigt immer höher, weil sie immer mehr heiße Luft reinpusten. Und je höher der Ballon steigt, desto stärker spannt er sich, weil die Luft außen dünner wird. Und desto lauter wird der Knall, wenn der Ballon platzt. Sie wissen, dass das passieren wird. Und trotzdem pusten sie immer weiter heiße Luft rein. [...] damit sie den Absturz auf dem Boden der Wirklichkeit nicht überleben." ("Schattenspieler", Seite.6)

Dieser Vergleich der NS-Ideologie mit einem Ballon voller heißer Luft fand ich ziemlich genial! Doch das Buch beinhaltet lauter solche Vergleiche, Metaphern oder ganz simple Aussaugen, die für sich alleine genommen unbedeutend wären. Michael Römling setzt sie aber in einen ganz anderen Zusammenhang, sodass man über diese Sätze regelrecht stolpert, stutzt und sie mehrmals lesen muss, so einfach aber genial drücken sie einen bestimmten Sachverhalt aus ("Mein Gott", murmelte Leo. "Meiner nicht", sagte Sirinow" - Seite 107).

Die Charaktere zeichnen sich allerdings nicht nur durch Authentizität aus, sie sind auch gleich zu Beginn sympathisch und wachsen einem während des Lesens immer mehr an Herz. Vorallem Leo und Friedrich, aber auch dessen blinde Schwester Marlene und Wilhelm haben es mir von Anfang an angetan. Auch Sirinow und einige andere Russen fand ich gleich sehr sympathisch, jedoch sieht man ihnen gut, wie der Autor seine Charaktere benutzt, um das Berlin der damaligen Zeit bestmöglichst darzustellen. Denn neben dem befreienden Ende des Krieges hielt mit den Russen auch eine Zeit der Vergewaltigung und Plünderung Einzug, die der Autor klugerweise nicht verschweigt. Obwohl der Roman weder blutige noch besonders gewalttätige Szenen beinhaltet, vermeidet es Michael Römling irgendeine Gruppe zu idealisieren oder das ganze Bild der damaligen Zeit zu beschönigen.

Dennoch geht er auf Aspekte ein, die ein Krieg mit Luftangriffen unweigerlich nach sich zieht, an die man so aber vielleicht noch gar nicht gedacht hat, wie die Instandsetzung völliger zerbombter Zoos. Und auch hier lernen wir wieder Menschen kennen, die sich über die schreckliche Lage hinwegsetzen und mit augenöffnenden Worten sachlich an die Sache herangehen. Augenöffnend ist sicherlich auch die Begegnung mit der blinden Marlene, die dem Leser zeigt, dass man kein Augenlicht braucht, um zu wissen, welchen Weg man einschlagen muss und die sich als die einzige herausstellt, die wirklich in der Lage ist, zu "sehen".

Durch all diese Aspekte rückt die angekündigte "Schatzsuche" vollkommen in den Hintergrund. Die erste Hälfte des Romans über merkt man kaum, dass der Roman neben der Lage des zerbombten Berlins überhaupt noch ein anderes Thema beinhaltet. Doch ab da kommt die Sache merklich ins Rollen. Für meinen Geschmack jedoch nicht merklich genug, da die Spannung erst im letzten Fünftel der Romans wirklich präsent ist. Die Vermischung mit dem Raub und der Schatzsuche zeigte zwar wunderbar auf, wie unglaublich skrupellos die Menschen damals waren, allerdings verläuft sie für meinen Geschmack zu gemächlich, sodass zumindest bei mir kaum Spannung aufkam.

Dennoch ist "Schattenspieler" ein wahnsinnig gelungener Roman über das Ende des Zweiten Weltkriegs und die darauffolgende Zeit. Die Genauigkeit mit der der Autor auf die Charaktere, ihre Taten und Äußerungen eingeht ist wirklich faszinierend, genauso wie das immer wiederkehrende Muster von Symbolen, die ins Gegenteil gekehrt werden (der Abdruck des Judensterns beispielsweise rettet Leo das Leben). Ich habe das Buch gerade wegen dieser Kleinigkeiten, die mich immer wieder zum Nachdenken anregten, so sonderbar erscheinen sie einem auf den ersten Blick, unheimlich gerne gelesen und kann es nur weiterempfehlen!


Linna singt
Linna singt
von Bettina Belitz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

4.0 von 5 Sternen Von Musik, Verleumdung, Vergangenheitsbewältigung und Freundschaft, die auf die Probe gestellt wird, 11. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Linna singt (Gebundene Ausgabe)
Als Linna nach fünf Jahren eine Einladung zu einem Treffen mit ihren ehemaligen Bandmitgliedern Maggie, Simon, Jules und Falk erhält, hat sie eigentlich keinen Grund, diese anzunehmen. Nicht nur, weil sie seit fünf Jahren kein Wort mehr mit ihnen gewechselt hat, sondern auch, weil sie ebensolange keinen Ton mehr gesungen hat. Doch das wissen die anderen nicht und vorallem Maggie hofft auf ein großes Comeback mit der Band "Linna singt".
Als Linna sich auf das Treffen in einer Berghütte einlässt, um für den ersten Gig seit langem zu proben, weiß sie, dass vorallem eines sie antreibt, sich ihrem alten Leben zu stellen: ihre Erinnerungen an die Nacht mit Falk, dem Gitarristen, die sie nie aus ihrem Gedächtnis löschen konnte. Doch die Stimmung schägt schnell um und was als ein ungezwungenes Wiedersehen gedacht war, wird schnell zu eine zermürbenden Psychospielchen, bei dem Linna immer mehr als Lügnerin und Betrügerin hingestellt wird. Niemand schenkt ihren Worten Glauben und alle ihre Beteuerungen verlaufen sich im Wind. Als dann auch noch anonyme Anschuldigungen an die Wände geschrieben werden, die irgendeiner der auf der Hütte Anwesenden verfasst haben muss, kippt die Stimmung endgültig und Linna kann niemandem mehr trauen.

Dieses Buch hat es mir wirklich extrem schwer gemacht, es gerecht und angemessen zu bewerten. Ich bin ein Mensch, der beim bewerten eines Buches eher auf das Gesamtpaket achtet und sich dabei nicht an Kleinigkeiten aufhängt. Wenn ein Buch also einige kleinere Ungenauigkeiten oder dergleiche aufweist, es mich aber ansonsten von Stimmung und Atmosphäre her total überzeugen kann, vergebe ich gerne die Höchstpunktzahl. Zu Beginn sah alles danach aus, als würde "Linna singt" ein solches Buch mit grandioser Atmosphäre und einigen vernachlässigbaren Minuspunkten werden.

Mit der Zeit habe ich aber bemerkt, dass zwischen meiner Meinung über das Buch während ich es lese und meiner Meinung während ich darüber nachdenke und meine Eindrücke zu Papier bringe, ein Meilenweiter Unterschied entstand. Während des Lesens war ich dem unglaublich spannenden Schreibstil der Autorin und dem Sog, den ihre Worte erzeugen, auswegslos verfallen. Als ich das Buch dann zeitweise beiseite gelegt und über das Gelesene nachgedacht habe, fielen mir aber immer wieder Dinge, die mir im Nachhinein reichlich konstruiert und störend erschienen. Die grandiose Stimmung, die sich während des Lesens also auf mich als Leser übertragen hatte, hinterlies einen schalen Beigeschmack, sobald ich über Einzelheiten genauer nachdachte.

Linna, aus deren Sicht wir den kompletten Roman lesen, wird sofort als ein schwieriger und sperriger Charaktere vorgestellt. Sie ist eine Kämpferin, die ihre Gefühle mit Arroganz und Überheblichkeit überspielt, sieht atemberaubend aus und weiß, wie sie die Männer dazu bringt, genau das zu tun, was sie von ihnen möchte. Linnas Charakter stehe ich mit einer zweigeteilten Meinung gegenüber. Eigentlich liebe ich solche sperrigen Charaktere, bei denen man sofort merkt, dass die Autorin sie mit einiger Distanz zum Leser geschrieben hat. Linna ist ganz anders als die typischen weiblichen Charaktere, die momentan Jugendbücher dominieren, denn sie weiß um ihr gutes Aussehen und ist keinesfalls schüchtern oder naiv. Allerdings ist Linna stellenweise ganz schön herablassend und unfair ihren Mitmenschen gegenüber. Dazu kommt noch, dass ich es als ziemlich störend und dem Identifikationspotential äußerst hinderlich empfunden habe, dass offenbar ausnahmslos jeder Mann Linnas Charme verfällt, sobald diese nur mal mit den Wimpern klimpert. Insgesamt war das meiner Meinung nach einfach ein wenig dick aufgetragen.

Dick aufgetragen sind auch die Persönlichkeiten der anderen Charaktere. Jeder einzelne wirkte auf mich stellenweise ein wenig überzogen und künstlich dramatisiert. Sie alle haben mit mehr oder minder schwerwiegenden Problemen und traumatischen Ereignissen zu kämpfen. Dennoch haben mir die Nebencharaktere recht gut gefallen. Sie alle unterscheiden sich in der Persönlichkeit so sehr, dass ein Zusammenstoß einzelner Charaktere einfach unvermeidlich ist. Jeder Einzelne ist aus dem einen oder anderen Grund kurz davor, die Nerven zu verlieren, so dass Stress und Zickenkrieg quasi vorprogrammiert sind. Gerade diese zwischenmenschlichen Reiberein, größtenteils basierend auf Vorurteilen und falschen Behauptungen, machen diesen Roman so spannend.

Zusätzliche Spannung wird dadurch erzeugt, dass die Hütte in den Bergen komplett abgeschieden liegt. Die Lage spitzt sich noch zu, als die Hütte eines morgens vollkommen eingeschneit ist, die Handys auf mysteriöse Weise verschwinden und das Funkgerät aus unerklärlichen Gründen nicht mehr funktioniert. Als dann auch noch die übelsten Verleumdungen in Form von gehässigen Sprüchen an der Wand zu finden sind, ist klar, dass einer der Anwesenden ein Spielchen mit den anderen treibt und sie versucht, zu manipulieren und gegeneinander aufzuspielen. Gerade hier ist es unheimlich spannend zu erfahren, was Linna, gegen die sich die Hetzjagd größtenteils richtet, denkt und fühlt. Schnell stellt sich nämlich heraus, dass sie gar nicht so ein eiskalter Klotz ist, wie man das anfangs dachte. Schön hätte ich an dieser Stelle gefunden, wenn es mehrere Perspektiven gegeben hätte, sodass man zum Beispiel auch aus Falks Sicht erfährt, wie er zu all den Vorkommnissen steht. Denn gerade Falk nimmt in diesem Buch noch eine große Rolle ein.

Ebenfalls eine große Rolle wird in "Linna singt" der Musik zuteil. Jedes Kapitel beginnt mit einem Songtitel eines Liedes von Mike Oldfield, Linnas Liebingssänger. Teilweise muss ich sagen, dass ich Linnas Gedanken über einzelne Musikstücke ein wenig zu ausschweifend fand. Dennoch finde ich es schön, dass die Autorin das Buch mit einem Soundtrack hinterlegt, sodass man sich die einen oder anderen Lieder zur Unterstützung der Atmosphäre anhören kann.

Wer sich bis zu diesem Punkt meiner Rezension vorgearbeitet hat, der merkt, dass mein größter Kritikpunkt ist, dass die Autorin meiner Meinung nach einfach zu dick aufgetragen hat. Die Charaktere, die Spannung, die Handlung an sich... Alles wirkt ein bisschen zu gewollt, zu künstlich und zu dramatisiert. Nun erwarte ich als Leser aber natürlich, dass der Schluss mit einem gewaltigen Paukenschlag eingeläutet wird, der nochmal einen maßgeblichen Wendepunkt in der Handlung darstellt und alles bisher Geglaubte auf den Kopf stellt. Nun ja, dem war absolut nicht so. Der Schluss ist wirklich schwach, langweilig, einfallslos... Die Autorin scheint ihr Pulver mit den vorangegangenen Ideen und Wendepunkten leider schon verschossen zu haben! Ich fand des allerdings sehr enttäuschend, denn wenn man von Anfang an auf extreme Dramatik setzt, sollte man dieses Schema der Authentizität wegen auch durchziehen.

Dennoch war "Linna singt" mal wieder so ein Buch, dessen Bann man sich einfach nicht entziehen kann. Es wird mich sicherlich noch lange im Gedächtis blieben, denn Bettina Belitz gewährt ihren Lesern einen ziemlich tiefen - und vorallem verstörenden - Einblick in die menschlische Seele. Dennoch hat es mir beinahe körperlich weh getan, dass das Buch so stumpf und einfallslos endet. Knappe vier Punkte sind dennoch durchaus drin für "Linna singt", man hätte aus der Geschichte aber so viel mehr machen können!


Solange die Nachtigall singt
Solange die Nachtigall singt
von Antonia Michaelis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was ist wahr und was gelogen? Was ist Realität und wo beginnt die Einbildung? In diesem Wald ist das schwer zu sagen!, 11. September 2012
Jari ist gerade achtzehn geworden und hat seine Tischlerlehre bei seinem Vater abgeschlossen. Bevor er ins harte Arbeitsleben einsteigt, möchte Jari sein Freiheit noch ein letztes Mal in vollen Zügen genießen und beschließt, im Wald an der Grenze zwischen Deutschland, Tschechien und Polen, zwei Wochen wandern zu gehen. Doch seine Pläne werden über den Haufen geworfen, als er Jascha begegnet, deren Schönheit so rein und so vollkommen ist, dass Jari sich ihr nicht entziehen kann. Er folgt ihr zu der kleinen Hütte, in der sie vorgibt seit dem Tod ihres Vaters alleine zu leben. Eigentlich wollte er nur eine stürmische Nacht mit der dunkelhaarigen Schönheit verbringen, doch ohne es zu merken, bindet sich Jari immer mehr an Jascha und aus dem ruhigen und unscheinbaren Tischlergesellen wird ein Jäger, der sein Mädchen vor den Gefahren des Nebelwaldes beschützen möchte. Doch Jari muss schnell herausfinden, dass diese Gefahren ganz anderer Natur sind, als es den Anschein hat. Denn das Böse versteckt sich nicht im Gewand eines Wolfes oder Bären und der Wald, mit all seiner vollkommenen Schönheit, birgt mehr Geheimnisse als Jari jemals für möglich gehalten hätte... .

Nachdem mich Antonia Michaelis Werk "Der Märchenerzähler" sprachlos zurückgelassen hat - so schockierend und brutal, aber ebenso zärtlich, poetisch und liebevoll wird die Geschichte erzählt - , fieberte ich ihrem neuen Werk gespannt entgegen. Die Idee eines verwunschenen Waldes, bewohnt von einem ebenso schönen, wie geheimnisvollen Mädchen, klang absolut faszinierend und aufgrund meiner Begeisterung für "Der Märchenerzähler" waren meine Erwartungen natürlich sehr hoch.

Gleich zu Beginn des Romans wird der Leser mit Jari, aus dessen Sicht wir die Geschehnisse erfahren, bekannt gemacht. Jari ist ein junger Mann, der von Selbstzweifeln zerfressen ist. Er sieht sich immer nur als Anhängsel seines Vaters oder besten Freundes. Als eigene Persönlichkeit scheint er von anderen nicht wahrgenommen zu werden. Kein Wunder, denn er selbst nimmt sich so auch nicht wahr. Um endlich herauszufinden, wer Jari Cizek wirklich ist, begibt er sich auf eine Art "Selbstfindungstrip" in den nächstgelegenen Wald. Geplant war, dass er dort für zwei Wochen wandern geht, um danach bei seinem Vater zu arbeiten, doch als Jari Jascha kennen lernt, merkt der Leser schnell, dass sich Jaris Pläne wohl ändern werden.

Jari selbst empfand ich als einen sehr angenehmen Protagonisten. Er ist ein ruhiger und nachdenklicher Mensch, der für sein Alter schon ziemlich reif zu sein scheint. Ich persönlich habe es sehr genossen, in Jaris Gedankenwelt abzutauchen, denn diese ist unheimlich poetisch, voller Bilder und Metaphern und Jaris Blick für das Wesentliche und die Schönheit dieser Welt ist wirklich augenöffenend. Frau Michaels versteht es wie keine andere, ihre Leser alleine durch ihren märchenhaften Schreibstil und die melancholische Stimmung, die dieser erzeugt, an ihre Romane zu fesseln.

Als Jari Jascha kennenlernt, kommt eine Art subtiler Spannung auf, die bei mir während des Lesens eine Beklemmung und Bedrängnis auslöste, die ich mit Worten gar nicht beschreiben kann. Es war beinahe so, als sei ich selbst in diesem Wald, der voller Geheimnisse und Gefahren ist, gefangen, wie in einem Labyrinth, in dem ich mich immer wieder verlaufe und den Ausgang nicht finde. Jari selbst scheint dieses Gefühl anfangs nicht zu verspüren, da Jaschas makellose Schönheit in für alle lauernden Gefahren blind zu machen scheint. Doch schon bald erkennt Jari, dass mit Jascha irgendetwas nicht stimmt und dass sie das vielleicht größte Geheimnis des Nebelwaldes ist.

Wer ist sie? Wieso scheint sie immer an mehreren Orten gleichzeitig zu sein? Wie kann es sein, dass sie im einen Moment Narben an Stellen hat, an denen im nächsten keine mehr sind? Man versucht, sich nicht blenden zu lassen und hinter Jaschas Geheimnis zu kommen. Würde man sehr genau lesen, würde es einem sicherlich gelingen, doch wie Jari lässt man sich von Jaschas unschuldiger Art und ihrer Schönheit verführen. Was ist Realität und was Einbildung? Und welches Geheimnis verbirgt sich hinter Jaschas schöner Fassade?

Diesem Geheimnis kommt der Leser Stück für Stück immer mehr auf die Schliche, da Frau Michaelis einen zweiten Handlungsstang in ihre Geschichte miteinwebt. Zwar nimmt dieser Handlungsstang nur einen minimalen Teil der Geschichte ein, er ist aber ebenso spannend und märchenhaft erzählt wie der Haupterzählstrang. Man kommt Jaschas Geheimnis dadurch relativ schnell auf die Spur und glaubt schon zu wissen wie der Roman verlaufen wird. Erstaunlicherweise - und in meinen Augen macht genau das die Geschichte so undurchschaubar und spannend -, löst die Autorin dieses "Geheimnis" aber selbst recht schnell auf. Wieso die Geschichte dadurch noch spannender wird? Da Jaschas Existenz durch die Enthüllung nicht weniger verwirrend und mysteriös wird, sondern im Gegenteil eher noch unheimlicher.

Unheimlich ist dieser Roman stellenweise wirklich sehr. Nicht nur einmal habe ich mich dabei erwischt, wie ich selbst ganz ängstlich wurde, als sich mal wieder das Gefühl der Beklemmung einstellte, wenn Jari seltsame Entdeckungen macht. Dieser Roman ist atmosphärisch wirklich unheimlich dicht und beinhaltet so viele skurrile, merkwürdig abstrakte und schaurige Szenen, dass es zumindest mir während des Lesens teilweise ganz anders wurde. Gerade Jari verändert sich im Beisein des Mädchens auf geradezu erschreckend negative Art und Weise.

Auch wenn das bisher alles sehr spannend und ganz nach einem besonders guten Leseerlebnis klingt, muss ich leider sagen, dass mich "Solange die Nachtigall singt" stellenweise ein wenig enttäuscht hat. Der Roman ist durchweg extrem verwirrend und in meinem Kopf herrschte während des Lesens ein ganz schönes Durcheinander. So viele Rätsel gibt Frau Michaelis ihren Lesern auf, von denen zumindest ich hoffte, dass sie gegen Ende zufriedenstellend aufgelöst werden würden. Leider ist es aber mal wieder der Schluss, der mich enttäuscht hat. Die Autorin hat versucht das Durcheinander, das die vielen Anspielungen und Unklarheiten hervorriefen, innerhalb von zehn Seiten zu entwirren. Dass das nicht klappen kann, schon gar nicht auf authentische und nachvollziehbare Weise, ist wohl jedem klar. Es erschien mir ganz so, als habe die Autorin selbst nicht so recht gewusst, wie sie die Fäden entwirren soll, sodass sie am Ende alles nochmal komplett über den Haufen wirft und eine Erklärung findet, die so vollkommen absurd ist, dass sie einer ausführlichen Schilderung bedurft hätte, die aber vollkommen ausbleibt.

Gerade der Schluss ist es mal wieder, der den Roman in meinen Augen ganz schön runterzieht. Der märchenhafte Schreibstil und die faszinierende Idee, die dem Roman zugrunde liegt, leidet unheimlich unter den vielen Anspielungen, die den Leser einfach nur verwirren und dem absolut nicht zufriedenstellenden Schluss. Da Frau Michaelis aber mal wieder bewiest, dass sie ganz wunderbar schreiben kann und ihre Ideen immer wieder innovativ und spannend sind, sodass man sich dem Sog, den der Roman erzeugt, nicht entziehen kann, kann ich "Solange die Nachtigall singt" dennoch auf jeden Fall besten Gewissens weiterempfehlen.
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Plötzlich Fee - Frühlingsnacht: Band 4 - Roman (Heyne fliegt)
Plötzlich Fee - Frühlingsnacht: Band 4 - Roman (Heyne fliegt)
von Julie Kagawa
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solides Finale mit einigen Schwächen, 1. September 2012
Nachdem Meghan zur Eisernen Königin gekrönt wurde und Ash notgedrungen aus ihrem Reich verbannt hat, schwört Ash, dass er einen Weg finden wird, um auch im Eisernen Reich mit Meghan leben und glücklich sein zu können. So viel hat er nun schon für Meghan aufgegeben und doch ist er bereit, das wohl größte Opfer überhaupt zu bringen: Er muss ein Sterblicher werden. Ein Mensch mit Leib und Seele. Zusammen mit Robin Goodfellow macht er sich auf die Suche nach dem altklugen Kater Grimalkin, da er der einzige zu sein scheint, der weiß, was nun zu tun ist.
Auf ihrer Reise ans Ende der Welt, wo der "Heldenparcours" auf Ash wartet, den bisher noch niemand bestand hat, treffen die drei auf die skurrilsten Gestalten, aber auch auf zwei altbekannte Gesichter. Und Ash muss nun herausfinden, ob seine Liebe zu Meghan wirklich so tief ist, dass er dafür bereit ist, alles - eingeschlossen einer ganz bestimmten Person -, aufzugeben.

Auf dieses Buch habe ich mich wirklich sehr gefreut! Schon während der letzten beiden Teile der "Plötzlich Fee"-Reihe konnte mich Ash mit seinem düsteren Charme für sich einnehmen. Ich fand seine schweigsame und bedachte aber dennoch liebevolle Art einfach umwerfend. Da ich mit Meghan die komplette Reihe hindurch ohnehin nie warm wurde und sie ehrlich gesagt auch wirklich nicht mochte, freute ich mich umso mehr darüber, dass der finale Teil der Feen-Saga nun aus Ashs Sicht geschrieben wurde.

Anfangs hat mir das auch wirklich sehr gut gefallen. Ash ist gewohnt schweigsam und verschlossen, sodass während des Lesens eine traurige Melancholie aufkommt, die den Leser gefangen nimmt und sich auch auf meine Stimmung übertragen hat. Endlich kann man als Leser mal einen Blick hinter die eisige Fassade das immer um Unterdrückung der eigenen Emotionen bemühten Winterprinzen werfen. Ashs zeigt sich als ein besonnener und gereifter Mann, der keineswegs oberflächlich ist und hinter dessen eisiger Fassade sich ein weicher und ziemlich zerbrechlicher Kern versteckt.

Um direkt beim Thema "Ash" zu bleiben, muss ich aber sagen, dass er sich im Laufe des Buches, zumindest in meinen Augen, eher zum Negativen entwickelt. Ich hatte erwartet, auf einige Schwächen und Fehler des Winterprinzen zu stoßen. Diese zeigen sich zwar gerade in seiner Vergangenheit ziemlich deutlich, da er damals mit den Gefühlen anderer Wesen bzw. vorallem junger Mädchen, nicht gerade zimperlich umgegangen ist, zur gegenwärtigen Zeit erscheint mir Ash aber charakterlich vollkommen makellos und perfekt zu sein. Er ist furchtlos, selbstlos, aufopferungsvoll, pflichtbewusst... mir hätte es einfach gut gefallen, wenn er ein wenig mehr Ecken und Kanten gehabt hätte und charakterlich nicht so spiegelglatt gewesen wäre.

Auf der anderen Seite gibt es da aber aber noch die Weggefährten des Winterprinzen, allen voran Puck und Grimalkin, bei denen sich die Autorin mal wieder selbst übertroffen hat! Puck ist natürlich mal wieder zu allerlei Schabernack aufgelegt, allerdings zeigt er uns in "Frühlingsnacht" auch einmal seine besorgte, ruhige und besonnene Seite. Das hat mir wahnsinnig gut gefallen, denn im Gegensatz zu Ash wirkt er dadurch vielschichtig und facettenreich und nicht so blass und undurchsichtig. Puck versprüht einfach unglaublich viel Charme!
Trotzdem ist es mal wieder Grimalkin, der mich restlos begeistern konnte. Zwar finde ich, dass er im finalen Teil der Saga etwas zu kurz kommt, dennoch verliert er seinen trockenen Humor nicht und ist einfach durch und durch der coolste Kater überhaupt.

Zur Handlung an sich möchte ich nun auch noch ein paar Worte verlieren. Zwar weiß man natürlich die ganze Zeit, worauf das Buch letztendlich zusteuert, dennoch fehlte mir während des Lesens der rote Faden. Die Stationen, die Ash und Co. durchlaufen und die Kämpfe, die sie auszufechten haben, reihen sich einfach nur lieblos aneinander, ohne irgendwie aufeinander aufzubauen oder einander zu bedingen. Für mich kam daher leider wirklich kaum Spannung auf, da sowieso schon vorprogrammiert war, wie die Reise der Freunde verlaufen würde. Viele dieser Szenen habe ich einfach kurz überfolgen und musste feststellen, dass ich nichts wichtiges für den Verlauf der Geschichte verpasst habe. Zudem empfand ich die Proben, denen Ash sich im Gegenzug für seine Seele stellen muss, recht einfallslos. Die Autorin hätte sich da definitiv spannendere und vorallem innovativere Proben und Rätsel für ihn ausdenken können.

Dass die Autorin einfallsreich ist und durchaus innovative Ideen hat, das habe ich daran gesehen, dass sie einige wirklich skurrile und abgedrehte Wesen erschaffen hat, denen Ash und Co. auf ihrer Reise begegnen. Natürlich ist schon alleine Grimalkin eines dieser skurrilen Wesen, aber in diesem Band hat die Autorin nochmal ganz besonders ausgefallene Charaktere erschaffen, die mich immer wieder positiv überrascht haben.

Das Ende lässt mich nun mit einer zweigeteilten Meinung zurück. Zum einen finde ich es wirklich schade, dass sich der Schlussteil der Geschichte tatsächlich nur im Epilog abspielt. Nachdem Ash nun so eine lange und beschwerliche Reise auf sich genommen hat, ist ein Ende von etwa zehn Seiten dann doch ein wenig enttäuschend. Mir ging dass alles viel zu schnell und die großen Gefühle der Erleichterung, Hoffnung oder gar Liebe blieben in der Schlusssequenz meiner Meinung nach auch aus.
Zum anderen fand ich es aber gut, dass die Reihe nun ein wirklich abgeschlossenes Ende hat, welches zwar wie gesagt nicht wirklich überwältigend ist, dafür aber dennoch viele schöne Aspekte für den Leser bereithält, die zumindest mich zufrieden gestellt haben.

Alles in allem empfand ich "Plötzlich Fee - Frühlingsnacht" als ein durchaus gelungenes Finale einer, in meinen Augen recht mittelmäßigen, Reihe. Wie schon in den Vorgängeromanen wissen einige Charaktere zu überzeugen, andere eher weniger. Der größte Kritikpunkt meinerseits ist allerdings, dass ich von Spannung leider nichts mitbekommen habe, obwohl die Abenteuer von Ash und Co. durchaus Potential gehabt hätten. Ich bin nun froh, dass die Autorin die Reihe mit einem zufriedenstellenden Ende abgeschlossen hat, kann aber zusammenfassend sagen, dass mir "Plötzlich Fee" sicherlich nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Dafür waren sowohl Charaktere als auch Handlung einfach zu blass und unspektakulär.


Düsteres Verlangen: Die wahre Geschichte des jungen Victor Frankenstein
Düsteres Verlangen: Die wahre Geschichte des jungen Victor Frankenstein
von Kenneth Oppel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn der Wunsch, den Bruder vor dem Tod zu bewahren, zu Obsession wird..., 29. August 2012
Die Frankenstein Zwillinge könnten, trotz ihrer unglaublichen Geschwisterliebe, unterschiedlicher nicht sein. Konrad, der vernünftige, besonnene und immerzu höfliche junge Mann, dem die Sympathie eines jeden nur so zu zufliegen scheint und Victor, der draufgängerische, freche und mutige, dem kein Abenteuer zu gefährlich ist. Doch Victor ist nicht der fröhliche und unbedachte junge Mann, für den ihn ein jeder hält. Immerzu steht er im Schatten seines Bruders, dem die ganze Aufmerksamkeit zuteil wird. Als sich dann auch noch herausstellt, dass Konrad eine Liebesbeziehung zu Elisabeth, einem Mädchen, dass in der Familie Frankenstein aufgewachsen ist, hat, setzt Victor alles daran, Elisabeths Herz zu gewinnen. Doch seine spielerischen Avancen finden ein jähes Ende, als Konrad schwer erkrankt und kein Arzt in der Umgebung in der Lage zu sein scheint, ihn zu heilen. Victor fühlt sich wie gelähmt. Als er durch Zufall alchemistische Bücher in der geheimen Familienbibliothek findet, die von einem "Elixier des Lebens" erzählen, sieht er eine Chance, den geliebten Bruder zu heilen. Zusammen mit Elisabeth und seinem Freund Henry, versucht Victor mit der Hilfe eines berüchtigten Alchemisten, diesen Trunk nachzubrauen. Doch um an die Zutaten zu gelangen, müssen die Freunde gefährliche Abenteuer überstehen.

"Düsteres Verlangen", ein Prequel zu Mary Shelleys "Frankenstein", ist ein wahnsinnig atmosphärisches Buch, dass schon alleine durch die Stimmung, in die es seine Leser versetzt, zu fesseln vermag. Zusammen mit den höchst unterschiedlichen, aber allesamt sympathischen Protagonisten und den aufregenden und gefährlichen Quests, die diese zu bestehen haben, um an die Zutaten für das Elixier des Lebens zu gelangen, wurde dieser Roman für mich zu einem Lesegenuss der Extraklasse.

Gerade die Charaktere der Zwillinge haben mich total für sie eingenommen. Besonders faszinierend fand ich, dass Kenneth Oppel es geschafft hat, die zwei Brüder zu tiefst unterschiedlich und dennoch kein bisschen stereotypisch darzustellen. Obwohl der Hauptaugenmerk auf Victor, dem Ich-Erzähler, liegt, lernt man auch Konrad kennen und vorallem schätzen. Dennoch ist es Victor, der mein Herz für sich erobern konnte. Dieser junge Mann ist von so vielen Zweifeln befallen, die vorallem seine eigene Persönlichkeit betreffen, dass es scheint, als habe er seine draufgängerischen Charakterzüge alle nur zur Fassade aufgebaut, um zu überspielen, wie unsicher er eigentlich ist und wie sehr es ihn stört, dass sein Bruder immer derjenige ist, dem mehr Bewunderung zuteil wird, als ihm. Ich konnte seine Ängste, seinen Neid und all seine anderen Emotionen wirklich wunderbar nachfühlen. Natürlich handelt es sich bei ihm um einen Charakter mit extrem vielen Fehlern und Schwächen, die sich meist in Selbstsucht und Egoismus zeigen, aber genau das macht ihn für mich so authentisch und glaubhaft. Er ist nicht der typische Held, wie man ihn aus den derzeit so beliebten Jugendromanen kennt, der die Sympathie aller auf sich zieht.

Aber der Autor hat mit Victor offenbar noch viel mehr vor, als nur zu zeigen, dass ein Jugendroman nicht unbedingt einen perfekten Ritter in strahlender Rüstung benötigt. Denn zum Ende hin lässt er Victor eine Entwicklung durchlaufen, die nicht nur haargenau zu der düsteren und mystischen Stimmung des Romans passt, sondern auch auf Mary Shelleys Roman, "Frankenstein", hinarbeitet. Denn Victor wird von seinen Zweifeln, den Ängsten und dem Neid irgendwann so sehr getrieben, dass man sich fragt, ab wann man von Obsession und Besessenheit sprechen kann.

Besonders gelungen fand ich auch die vielen Abenteuer, die Henry, Victor und Elisabeth bestreiten musste, um an alle Zutaten für das Lebenselixier zu gelangen. Hier setzt Kenneth Oppel nicht nur auf Spannung, sondern vorallem auch auf Gruselelemente und den Ekelfaktor. Zwar bleibt das alles soweit im Rahmen des Erträglichen (auch für jüngere Leser), dennoch jagen diese Aspekte, zusammen mit der ohnehin schon düsteren und getriebenen Stimmung, einem einen ganz schönen Schauer über den Rücken. In diesem Zusammenhang hat mich vorallem der Charakter der Elisabeth fasziniert. Denn obwohl sie eine anständige, höfliche und damenhafte junge Frau ist, ist sie unheimlich mutig und scheut nicht davor zurück, schmutzige Wege zu bestreiten, sich gefährlichen Monstern entgegenzustellen und gegen diese zu kämpfen. Eins also schonmal vorne weg: Kenneth Oppels Charaktere sind unheimlich vielschichtig und facettenreich und keiner lässt sich in irgendeiner klischeehafte Schublade stecken.

Auffällig ist auch, dass in diesem Roman nichts dem Zufall überlassen wird. "Düsteres Verlangen" scheint vom Autor wahnsinnig gut durchdacht worden zu sein, denn jede noch so unbedeutend erscheinende Kleinigkeit, die man nach wenigen Seiten schon wieder vergessen hat, wird im Verlauf des Buches wieder aufgegriffen und erweist sich als überaus wichtig. Die einzelnen Ereignisse bauen wahnsinnig gut aufeinander auf, sodass ich mehr als nur einmal ein "Aha-Erlebnis" hatte. Ein so gut durchdachtes Buch habe ich wirklich selten gelesen.

Das Ende kommt unerwartet, auch wenn man, sollte man grob wissen, worum es in "Frankenstein" geht, sich eigentlich schon denken kann, wie "Düsteres Verlangen" enden muss. Richtig gut gelungen ist Kenneth Oppel das Ende aber dennoch! Er setzt, wie in seinem gesamten Roman, nicht auf übertriebene Dramatik, sodass der Schluss kein Paukenschlag ist. Er wird in leisen Tönen erzählt und die Melancholie, die düsterer Atmosphäre und der getriebende, beinahe besessen zu sein scheinende Victor dominieren den Schluss.

Das Buch kann man eigentlich mit wenigen Worten beschrieben: Durch und durch gelungen! Es passt nicht nur alles perfekt zusammen und baut aufeinander auf, der Roman hat auch alles zu bieten, was einen wirklich guten Roman ausmacht: Spannung, Leidenschaft, Abenteuer, Intrigen, vielschichtige Charaktere und eine atemberaubende Stimmung, derer man sich während des Lesens nicht entziehen kann. Nach Beenden des Buches wollte ich unbedingt erfahren, wie es mit Victor weitergehen wird. Nur gut, dass man das ja in dem Klassiker "Frankenstein" nachlesen kann. Auf dieses Buch hat mir "Düsteres Verlangen" jedenfalls so richtig Lust gemacht!


Renegade: Tiefenrausch
Renegade: Tiefenrausch
von J. A. Souders
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Eine bezaubernde Idee für eine völlig neue Dystopie mit Mängeln in der Umsetzung, 20. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Renegade: Tiefenrausch (Gebundene Ausgabe)
Die sechzehnjährige Evie lebt in einer absolut perfekten Welt. Tief unten am Meeresboden hat "Mutter", die Herrscherin Elysium, eine utopische Welt für alle diejenigen erschaffen, die dem Krieg an der Oberfläche entkommen wollten. Völlig abgeschirmt leben die Bewohner Elysiums ein durchorganisiertes Leben. "Mutter" hat den Menschen einen Lebensraum frei von jeglichen Gefahren erschaffen. Sie kontrolliert die Berufe, die Verpaarungen und sogar die Geburten in Elysium - damit nur die Besten geboren werden! Evie, "Tochter des Volkes", soll schon bald über Elysium herrschen und Mutters Rolle einnehmen. Was sie nicht weiß, ist wie sehr sie - und vorallem ihre Gedanken - von Mutter kontrolliert, gelenkt und manipuliert werden. Als dann eines Tages ein Oberflächenbewohner, Gavin, unabsichtlich in Elysium eindringt und sein Tod damit eigentlich vorprogrammiert ist, weckt der junge Mann Zweifel in ihr: Wieso glaubt Evie immer, sich wage an etwas erinnern zu können, wo sie doch sonst klaffende Erinnerungslücken hat? Was hat es mit den täglichen Therapie-Sitzungen auf sich, die sie von Mutter verschrieben bekommt? Und wieso ist in Elysium die Berührung zwischen zwei Liebenden verboten, wenn sie dich doch so gut anfühlt? Evie merkt, dass sie Teil eines Plans ist, aus dem es für sie und Gavin scheinbar kein Entrinnen gibt.

Die Idee des Romans hat mich von der ersten Sekunde an gefesselt. Eine utopische Unterwasserwelt, in der alles von einer einzigen Instanz, nämlich "Mutter", geregelt wird, die über die Bewohner wacht und ihren Tagesablauf bis ins kleinste Detail regelt... Das schreit doch förmlich nach einer Revolution, oder?

Aber nein, zu Beginn nimmt alles einen vollkommen harmlosen Verlauf. Evie scheint ein absolut perfektes Leben ohne allzu harte Einschränkungen durch Mutter zu führen. Diese erlaubt Evie, ihren eigenen Garten zu pflegen und verbietet ihr nicht mal ihre ungewöhnliches Interesse an der Oberfläche, obwohl die Oberflächenbewohner als große Gefahr gelten, die es auszulöschen gilt, sobald sie Elysium betreten. "Mutter" zeigt sich quasi von ihrer beste Seiten. Doch schon bald merkt man, dass die Fassade zu bröckeln beginnt, jemehr Evie Ding hinterfrägt und anzweifelt.

Unsereins merkt gleich zu Beginn, dass vieles in Elysium nicht so perfekt ist, wie Mutter gegenüber den Bürgern Elysiums behauptet. Es gibt strenge Regeln, deren Bruch gerne mal mit dem Tod bestraft wird. Und doch scheinen die Bürger Elysiums in dem schönen Schein ihrer Unterwasserwelt gefangen zu sein, ohne zu merken, dass hinter Mutters hübscher Fassade die Gier nach Macht brodelt. Doch welche Gründe haben die Bürger, ihre Augen vor dem Unrecht zu verschließen? Glauben sie wirklich an das, was ihnen ständig gepredigt wird, haben sie Angst oder gibt es etwa einen ganz anderen Grund, der ihnen gar keine andere Möglichkeit lässt, als zu vergessen, welches Unrecht in Elysium geschieht?

Ihr seht schon, die Grundidee der Geschichte hat mich wirklich gefesselt. Die Unterwasserwelt ist für und "Oberflächenbewohner" ein unbeschriebenes Blatt, dass viele Geheimnisse birgt und gerade deshalb so eine große Faszination auf uns ausübt. Umso interessanter ist der Gedanke an eine Stadt, die in eben dieser Welt erbaut ist und die Bewohner ganz nahe an Geheimnisse des Ozeans heranbringt. Leider muss ich sagen, dass ich die Umsetzung der Geschichte ein wenig enttäuschend fand.

Angefangen beim Stil der Autorin, der mir leider nicht so sehr lag. Das liegt wohl vor allem daran, dass die Geschichte komplett im Präsens geschrieben ist. Das muss eigentlich kein Nachteil sein, auch wenn ich das Präteritum in Romanen bevorzuge, in "Renegade" bewirkte das Präsens aber, das ich mich seltsam von der Geschichte distanziert fühlte. Ich konnte zu keiner Zeit richtig in Evie Gedankengänge einsteigen und diese somit komplett nachvollziehen. Durch die Distanz, die ich zu der Geschichte aufgebaut habe, konnte ich auch mit Evie nicht richtig warm werden und sie blieb mir insgesamt zu flach. Auch Gavin konnte mich nicht für sich einnehmen. Er blieb die ganze Zeit hindurch zu blass und man lernte ihn und vorallem seine Vergangenheit kaum kennen.
Einzig "Mutter" konnte mich vollstens von ihrer Person überzeugen. Sie ist facettenreich und vielschichtig, was sie zu einem wirklich interessanten Charakter macht. Den anderen Charaktere mangelte es leider an Tiefgang.

Zudem fehlt es der ganzen Geschichte meiner Meinung nach an ausschmückenden Details, die sie lebendiger gemacht hätten. Die Autorin legt unheimlich viel Wert auf den Verlauf ihrer Geschichte, vergisst dabei aber, ihren Charakteren und der Stadt Elysium durch kleine Details Leben einzuhauchen. Genau wie die Charaktere blieben auch Stadt, Nebencharaktere und die ganzen Beweggründer hinter Mutters Taten blass und wurde lediglich oberflächlich angeschnitten. Die Stadt Elysium wird zwar grob beschrieben, aber ein wirkliches Bild kann ich mir nun nicht von ihr machen, wobei mich aber genau das interessiert hätte. Genauso verhält es sich mit Mutter Motivationen und Beweggründe. Gerade diese hätten die Geschichte spannender gemacht, aber leider erfahren wir Leser nicht sehr viel. An dieser Stelle hoffe ich aber auf einen Folgeband, der auf diese Dinge etwas detaillierter eingehen wird. Gute Ansätze sind auf jeden Fall da, diese müssen in meinen Augen aber einfach noch ein wenig ausgeschmückt werden, um dem Leser die Geschichte näher zu bringen.

Die Handlung an sich ist größtenteils ziemlich spannend. Als Evie zum ersten Mal hinter Mutters Fassade blickt, weiß sie, dass ihr nichts anderes übrig bleibt, als mit Gavin zu fliehen, wenn sie ihn, und irgendwann auch sich, vor dem sicheren Tod bewahren will. Die Flucht gestaltet sich allerdings als schwerer als gedacht, da Mutter auf sonderbare Weise jeden Schritt, den Evie zu tun plant, vorauszusehen scheint. Durch diese verzwickte Situation kommt es natürlich des öfteren zu Wendepunkten, die so niemand hätte vorhersehen können. Für meinen Geschmack waren es ein wenig zu viele Wendepunkte, sodass es auf mich so wirkte, als versuche die Autorin krampfhaft ihre Leser zu schocken, Spannung verliehen diese dem Roman aber allemal.

Der Schluss ist meiner Meinung nach das Gelungenste am gesamten Roman. Er lässt zwar viele Fragen offen, es bleibt aber unglaublich viel Hoffnung zurück, auch wenn "Renegade" nicht mit dem typischen Happy End abschließt. Nach dem Schluss hoffe ich nun, trotz der Schwächen, die das Buch in meinen Augen hatte, auf eine Fortsetzung. "Renegade" ist ein Buch, dass zum verschlingen einlädt. Jeder, der keine bahnbrechenden Neuerungen im Genre der Dystopien erwartet, wird mit diesem Roman sicherlich sein Freude haben.


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