Profil für Andreas Schneider > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Andreas Schneider
Top-Rezensenten Rang: 2.075.580
Hilfreiche Bewertungen: 451

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Andreas Schneider "Coppelius" (Bonn)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3
pixel
Jane Austen's Verführung (Jane Austen's Persuasion)
Jane Austen's Verführung (Jane Austen's Persuasion)
DVD ~ Amanda Root

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr sorgfältige Adaption - mit technischen Schwächen, 19. November 2007
Diese Verfilmung eines eher unbekannten Romans der großen Jane Austen (wobei die Übersetzung des Titels mit "Verführung" eher falsch ist - "Überredungen wäre treffender!) durch die BBC ist sicher eine der sorgfältigsten Arbeiten. Im Gegensatz zu den populäreren, großen Adaptionen, die die große Jane-Austen-Renaissance der 90er-Jahre im Kino erlebte, läßt "Verführung" keine wichtigen Personen weg; auch sind alle wichtigen Schlüsselszenen des Buches vorhanden. Stimmungsvoll (und teilweise an Originalschauplätzen des Romans) inszeniert Roger Michell die Geschichte einer der untypischsten Austen-Heldin, Anne Elliot. Die Besetzung mag zunächst mit wenig große Namen aufwarten, es handelt sich bei den Schauspielern aber um in England sehr bekannte Fernseh- und Bühnendarsteller und das kommt der Authentiziät sehr zugute, ebenso wie die stimmungsvollen Bilder (man arbeitet hier in den meisten Innenszenen z.B. ausschließlich bei Kerzenlicht!). Leider hätte man sich bei der musikalischen Untermalung eine etwas lebhaftere Umsetzung gewünscht als die oft lustlos wirkende Klaviermusik. Ein großes Manko ist die ebenso lieblose DVD-Umsetzung! Ich habe den Film damals im Kino gesehen und die Farbbrillianz und Struktur der Bilder war um Welten besser als die Bild- und Tonqualität der DVD. Die Farben sind blass und wirken stumpf, der Kontrast ist eine Zumutung! Es wäre wirklich wünschenswert, dieses Kleinod in einer Qualität erleben zu dürfen, die der Qualität des Drehbuchs und der Darsteller gerecht wird. Deshalb ziehe ich einen Stern ab!


Wächter der Nacht: Nochnoi Dozor (Einzel-DVD)
Wächter der Nacht: Nochnoi Dozor (Einzel-DVD)
DVD ~ Konstantin Khabenskij
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 4,95

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wirr!!!, 19. April 2006
Zuerst das Positive: die technische Seite, die Spezial-Effekte und der Sound sind einfach atemberaubend! Eine wahre Tour-de-Force für die Sinne. Was mich gleich zur Kehrseite der Medaille bringt: die Figuren und die Story werden buchstäblich davon erschlagen! Es gibt nicht eine Szene, die nicht in irgendeiner Form technisch verfremdet oder digital nachbearbeitet wurde. Das Resultat: ich habe nach 40 Minuten (da warf ich entnervt das Handtuch) immer noch nicht verstanden, was mir der Film erzählen will und wen und was die Figuren darstellen sollen. Das ist sehr schade, denn die (für uns Westeuropäer) unbekannten Schauspieler agieren nicht schlecht und hätten sich sicher darüber gefreut, ihre Kunst abseits des technischen Overkills beweisen zu können. Wir haben also gelernt: Russland ist in der Lage, Hollywood in Sachen Special-Effects das Wasser zu reichen. Inhaltlich leider (noch!!!) nicht! Bedauerlich, bei dem sichtbar vorhandenen Talent.


Alle lieben Lucy
Alle lieben Lucy
DVD ~ Monica Potter
Preis: EUR 6,97

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Charmant!, 23. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Alle lieben Lucy (DVD)
Ich habe diesen hübschen kleinen Film neulich im Nachmittagsprogramm gesehen und war sehr angetan von der witzigen Geschichte. Sicher, der Plot ist nicht neu, Single-Komödien a la Briget Jones, Ally McBeal etc. sind in den letzten Jahren en gros produziert worden, doch in diesem sympatischen Film wird das alte Thema gekonnt variiert: der Zuschauer erlebt die fünf über ein Jahr verteilten Dates der spleenigen Lucy gleichzeitig. Mit dabei von der Partie sind u.a. der Brite John Hannah (bekannt aus "Die Mumie") als verschrobener Insektenforscher und der aus der Serie "Without A Trace" bekannte Schauspieler Anthony LaPaglia, der als Baseball-Macho wunderbar ehrlich rüberkommt. Überhaupt zeichnet es den ganzen Film aus, dass hier die Figuren nicht zu Knallchargen denunziert werden. So bleiben viele Überraschungen für den Zuschauer erhalten, der sich bei den vielen pointierten Dialogen köstlich amüsieren kann. Fazit: ein leichter, witziger Film für Verliebte, und alle, die es werden wollen!


Has Been
Has Been
Preis: EUR 8,97

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Altersweise!, 15. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Has Been (Audio CD)
Es gibt Leute, die können nicht singen und verkaufen trotzdem ihre Machwerke millionenfach. Es gibt Leute, die können singen, haben aber keinen kommerziellen Erfolg, da ihre Musik vielleicht nur ein Nischendasein führt. Und es gibt Leute, die können weder singen noch ein Instrument spielen und nehmen trotzdem Platten auf: so wie William Shatner, der 73jähre Star-Trek-Titan. Nein, singen tut er hier auch (fast) nicht, und dafür sind wir ihm dankbar. Doch was er hier auf diesem Album mit Hilfe von diversen Musikern (Joe Jackson, Amiee Mann, Henry Rollins etc.) einspielt, ist wohl das Beste, was wir in diesem Jahr zu hören bekommen haben.
Was Shatner als Sänger fehlt, macht er durch eine beeindruckende Stimme als Sprecher weg. Und so schlägt er nicht nur Funken aus bekannten Popsongs (Pulp's "Common People, dessen zynischer Text bei Shatner einer Generalabrechnung gleich kommt), sondern stellt sich gekonnt als alterweiser Normalbürger dar, der es gar nicht nötig hat, noch auf diverse Züge der Kunst aufzuspringen. Shatner zieht sein Ding durch. Sei es zum schreien komisch, wie in der Gospelballade ("You'll Have Time") oder hochdramatisch und bewegend, wie im kurzen Gedicht "What Have You Done?", bei dem ich immer eine Gänsehaut bekomme: soviel Emotionen, so viel Wahrheit hat man wohl kaum jeher gehört!
Selbstironisch, selbstreflektierend erzählt Shatner, eingebettet in eingängige Melodien vom Leben in der Kleinstadt, von der Begegnung mit der eignen Vergangenheit ("It Hasn't Happend Yet"; "Trying") und fragt sich, vielleicht ein wenig kokett, was die Leute wohl immer in ihm gesehen haben ("Real"). Witzig auch der kleine Kommentar zum weiblichen Schönheitswahn ("Ideal Woman") und der akustische Tour-de-Force-Ritt durch Spam-Mails und Dauerwerbesendungen ("I Can't get Behind That").
Für einige ist Shatner eine alternde Diva, ein mäßiger Schauspieler und Eigenbrödler. Hier beweist er gekonnt, wie viel Witz, Selbstironie und Gefühle in ihm stecken. Hoffen wir auf eine baldige Fortsetzung!


Angels in America [2 DVDs]
Angels in America [2 DVDs]
DVD ~ Melissa Wilder
Wird angeboten von audiovideostar_2
Preis: EUR 21,90

50 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegender Meilenstein des Gegenwarttheaters, 29. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Angels in America [2 DVDs] (DVD)
Auch wenn schwule Thematiken bei Tony Kushners Bühnenstücken "Angels In America" vorkommen (denn der Autor ist schließlich selbst schwul) ist es noch lange kein "Schwulenstück". Vielmehr rechnet Kushner in seinen Anfang der 90er-Jahre uraufgeführten Theaterwerken mit der Ignoranz und der verfehlten Sozialpolitik seines Landes ab. Die Serie, kongenial besetzt und inszeniert von Altmeister Mike Nichols, folgt diesem Weg genau, denn Kushner selbst war für das Drehbuch verantwortlich.
Kushner betreibt Geschichtsaufarbeitung der Reagan-Ära und spinnt aus z.T. fiktiven Figuren, aber auch Persönlichkeiten, die wirklich gelebt haben (Roy Cohn, Ethel Rosenberg) eine Geschichte, die nicht nur die Grenzen des Genres sprengt, sondern auch dem Zuschauer viel Wissen (z.B. über diverse politische Affären und Ausdrücke, die hier in Europa gänzlich unbekannt geblieben sind) und Konzentration abverlangt.
Diverse Schlüsselrollen sind bewußt doppelt besetzt, allerdings nicht so konsequent wie auf der Bühne (das Medium hat eben seine Grenzen), aber dennoch beeindruckend: wie Meryl Streep zum einen als alter Rabbi, als mormonische Mutter und als Erzkommunistin Ethel Rosenberg in ihre Rolle schlüpft, ist allein die Anschaffung dieser DVD-Box wert. Aber auch die anderen Darsteller (die z.T. auch schon in diesen Rollen am Broadway Triumphe feierten) sind ein Fest: Al Pacino schafft es gekonnt, den Kommunistenfresser und ultra-konservativen Anwalt Roy Cohn nicht nur als widerliches Ekel darzustellen, sondern auch Mitgefühl für diese unstrittene Figur mitzugeben. Mary-Louise Parker gibt der wohl tragischsten Figur, der valiumsüchtigen und todunglücklichen Harper Pitt ein eindringliches Profil, ebenso wie Justin Kirk als aidskranker Prior. Auch Jeffrey Wright als schwarzer Krankenpfleger Belize liefert mit seinen bösironischen Sprüchen einen Grundpfeiler der Kushner'schen Sprachgewalt. Überhaupt hat sich der Autor sehr auf seine Originalbühnensprache verlassen, wenig ist verändert worden und die deutsche Fassung trägt der bekannten Bühnenfassung Rechnung.
Das sich im Medium Film gewisse Dinge imposanter darstellen lassen, als auf einer Theaterbühne, haben die Verantwortlichen natürlich sofort eingesehen und schwelgen förmlich in eindrucksvollen Bildern. Emma Thompson kommt das als Engel America natürlich sehr zu Gute. Die Traumwelten des Prior (bewußt im schönsten Tuntenbarock!) und die Halluzinationen der kranken Harper wirken ebenso bewußt künstlich und irreal, um dem Zuschauer klar zu machen, wie sehr sich die Figuren von der Realität entfernen. Sicher, das mag für einige Leute kitschig erscheinen, doch vermeidet die Serie trotz allem pathetische Ausbrüche, die seinerzeit Filme wie "Philadelphia" so unerträglich machten. Hier gibt es kein falsches, politisch korrektes Mitleid oder Gefühlskitsch. Dazu haben die funkelnden Dialoge stellenweie auch zu viel Humor.
Es geht hier nicht allein um die typische "Schwuler-bekommt-AIDS"-Thematik. Vielmehr wagt Kushner hier, die Krankheit AIDS als Chance für die Gesellschaft zu begreifen: nämlich die Ignoranz und soziale Kälter unserer Gesellschaft anzuprangern. Für ihn ist der kranke Prior ein Prophet, der "die Wand aus Lügen" einreißen soll, ein Symbol für eine Zukunft, in der die Menschen sich wieder um ihre Mitmenschen kümmern und die Scheuklappen herabgerissen werden. Dabei bedient er sich nicht nur bei der politischen Seite, sondern vor allem bei der in den USA immer und stets hochgeschätzten Religionsfreiheit. Ob nun Mormone, Jude oder Christ: AIDS macht keine Unterschiede. Auch das allgegenwärtige Thema Rassismus wird eingebaut und in den religiösen Kontext eingepaßt. Wer hat's denn schwerer: ein Schwarzer oder ein Jude?
Die Megastadt New York, der "Schmelztiegel, in dem gar nichts schmilzt", wie der rabbi am Anfang ganz richtig erkennt, wird hier also zum Mikrokosmos, für den die ganzen USA stehen kann. Und auch für den Rest der Welt. Denn Rassismus, Ausgrenzung, Machtmißbrauch und Religionsstreitigkeiten werden wohl immer ein Dauerthema bleiben.
Fazit: keine leichte Kost, aber wer sich auf dieses Ereignis einläßt, wird die Welt im Anschluß mit anderen Augen sehen. Mein Horizont wurde durch Kushners Meisterwerk auf jeden Fall erweitert.


Matt Helm Collection [4 DVDs]
Matt Helm Collection [4 DVDs]
DVD ~ Dean Martin

74 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Vater von Austin Powers endlich auf DVD, 14. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Matt Helm Collection [4 DVDs] (DVD)
Na endlich! Columbia-Pictures hatte ein großes Herz und erfüllte mir einen lang gehegten Traum: Dean Martins Matt-Helm-Tetralogie ist endlich in einer schönen Box auf DVD erschienen! Die vier, zwischen 1966 und 1969 gedrehten Filme sind ein schönes Beispiel für die Dean Martins Selbstironie, perfektes Swingin' 60ies-Design und jede Menge politisch unkorrekten Spass.
In THE SILENCERS (1966) muss Matt Helm, Agent von ICE und nebenberuflich Fotograf mit Spezialgebiet "Schöne Damen", den Südwesten der USA vor einer nuklearen Staubwolke bewahren. An seiner Seite treten nicht nur Israels Antwort auf Sophie Loren (Daliah Lavi, die sich leider später vom Film zurückzog und u.a. in Deutschland eine große Karriere als Sängerin begann) auf, sondern auch die attraktive Stelle Stevens, die in ihrer Rolle als tolpatischige Gail Hendrix u.a. für das wohl schönste Kabinettstückchen des Films (der erfolglose Fluchtversuch aus Matt Helm's Wagen in der Wüste!!) sorgt. Victor Buono (später sehr bekannt als der fiese Mr. Schubert in der TV-Serie "Der Mann aus dem Meer" mit "Dallas-Bobby" Patrick Duffy) darf sich als rechte Hand Tung-Tze der Verbrecherorganisation BIG O lächerlich machen und später, stilecht, mit seinem geheimen Hauptquartier in die Luft fliegen.
In dem 1966 folgenden Streifen MURDERER'S ROW muss Matt Helm wieder in Aktion treten: diesmal muss er einen Energiestrahl auf Washington DC abwehren, einen entführten Wissenschaftler retten und sich mal wieder mit diversen hübschen Damen einlassen. Doch zu Beginn läßt ICE-Chef McDonald (James Gregory) den Superagenten formal sterben (die Beerdigungszene mit den zahllosen trauernden "Witwen" ist köstlich!) um ihn dann unter Decknamen an Frankreichs Cote d'Azur gegen den BIG O's Handlanger Julien Wall (Dicknase Karl Malden vor seinem Erfolg mit den "Straßen von San Fransisco) einzusetzen. Das Helm-Girl ist keine geringere als Ann-Margret, die hier als Partygirl Suzie Solaris den ultimativen Discotheken-Chic der End-60er zelebriert und nebenbei Matt Helm behilflich ist, ihren Vater zu berfreien. Die witzigste Szene ist, als Matt Helm seinem Bossen in Washington dadurch einen Hinweis auf eine brenzlige Situation gibt, in dem er behauptet, ein Glas Bourbon zu trinken. Nach dem Gespräch sagt McDonald: "Da kann was nicht stimmen! Matt Helm hat noch nie ein Glas Bourbon getrunken!" Am Rande: Dean Martins früh verstorbener Sohn Dino jr. tritt mit seiner Band "Dino, Desi & Billy" in der Discothek auf. Der kurze Dialog ist eine herrliche Anspielung darauf!
Nur ein Jahr später 1967 trat Dean Martin dann wieder als Matt Helm in Aktion: in THE AMBUSHERS (mit dem wohl frauenfeindlichsten Vorspann aller Zeiten! Man beachte den Text von Boyce & Harts Titelsong!) ist der wohl witzigste Film der Reihe: Matt Helm, als Sonderausbilder ins Rehabilitations-Zentrum von ICE geschickt, trifft dort auf seine ehmalige Kollegin Sheila Sommers, die im geistig-verwirrten Zustand eingeliefert wurde. Sie wurde mitsamt einer fliegenden Untertasse entführt, auf deren Suche sich nun Matt Helm begeben muss: und zwar mit Sheila als Mann und Frau ins sonnige Acapulco. Dort muss er sich nicht nur mit fiesen Bierbrauern und Ganoven herumschlagen, sondern auch mit der undurchsichtigen Doppelagentin Francesca Madeiros (SENTA BERGER!!!) mit drogenhaltigen Lippenstift. Legendär hier mal wieder die Ausstattung und Kostüme im besten 60er-Chic!
Zum letzten Dienst trat Matt Helm dann 1969 in THE WRECKING CREW an. Gestohlene Goldbarren führen ihn ins hochalpine (!!!) Dänemark. An seiner Seite die schusselige Freya Carlson (die kurz darauf ermordete Sharon Tate in ihrem vorletztem Film) und als Gegenspielerin Linka Karensky das deutsche "Flauleinwunder" Elke Sommer.
Die Filme sind immer wieder lustig, auch beim wiederholten Anschauen, die Dialoge sind witzig und nicht niveaulos (Gott sei Dank gab man sich damals noch Mühe mit der deutschen Fassung!) und man erlebt eine trashige James-Bond-Persiflage, in der es auch an den typischen technischen Spielereien nicht mangelt. Zwar sind die Tricks für heutige Augen naiv, aber das tut dem Spaß keinen Abruch. Runnig Gags, wie Dean Martins Sticheleien gegen seinen Freund Frank Sinatra und seine diversen Kommentare in Songform (aus dem Off) machen die Filme auch akustisch zu einem Vergnügen.
Und: wer die Austin-Powers-Filme kennt, wird merken, wie sich dessen Erfinder Mike Meyers bei diesen Filmen bedient hat: nicht nur bei Kostümen und Ausstattung: es gab schon Revolver-BH's vor den FemBots! Im Gegensatz zu der modernen Auflage sind Martin's Filme aber weder zotig noch niveaulos!
Fazit: wer trashigen Spass mit einem wunderbar selbstironischen Dean Martin in perfektem Pop-Dekor mag und so manches Logik-Loch vergißt, kommt voll auf seine Kosten!


Auf Messers Schneide
Auf Messers Schneide
DVD ~ Tyrone Power jr.
Wird angeboten von dataistique * medien vertrieb
Preis: EUR 19,99

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der gelungesten Roman-Adaptionen aller Zeiten!, 4. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Auf Messers Schneide (DVD)
Bei diesem Film handelt es sich um eine der beste Roman-Verfilmungen, die ich kenne: das Buch ist (natürlich gekürzt) sehr gut umgesetzt und die Schauspieler füllen die Figuren der Geschichte sehr genau mit Leben. Zwar mag so manche Geste und manches Bild für heutige Augen etwas zu pathetisch sein: die Wirkung ist und bleibt aber immer glaubwürdig. Ein Film aus einer Zeit, als es noch gute Drehbücher und Schauspieler gab. Vor allem Anne Baxter als Jugendfreundin Sophie, die nach dem Tod ihres Mannes und Kindes dem Alkohol verfällt, hat den für diese Leistung gewonnenen Oscar mehr als verdient! Ebenfalls beeindruckend: Clifton Webb als versnobter Elliott Tempelton, dessen einziger Lebensinhalt es ist, sich auf Dinnerparties "im einzigen zivilisierten Land der Welt" (gemeint ist Frankreich) der High-Society zu präsentieren.
Erzählt wird in Maughams berühmten Entwicklungsroman (der im Film als Erzähler in persona, gespielt von Herbert Marshall, auftritt) die Geschichte des Kriegsfliegers Larry Derrell (Tyrone Power), der sich so ganz und gar nicht den üblichen Konventionen beugen will, nach Wissen und Erleuchtung strebt. Daran scheitert auch die Verlobung mit der reichen und attraktiven Isabel Bradley (Gene Tierney), die den "wirren Gedanken" des jungen Mannes nichts abgewinnen kann. "Ein Mann muss doch für sich und sein Land arbeiten!" wirft sie Larry vor, doch der möchte lieber "müßig gehen". Trotz der unterschiedlichen Lebensansichten kreuzen sich die Wege der beiden immer wieder, vor allem in Paris. Als Larry mit Mitteln der alternativen Medizin Isabels Ehemann , der nach dem großen Börsenkrach seelisch zerrüttet ist, heilt, beginnen Isabels Gefühle zu schwanken...


Goya
Goya
DVD ~ Francisco Rabal
Preis: EUR 11,49

58 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bildgewaltig und bewegend!, 12. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Goya (DVD)
Eine Warnung zu Beginn: wer hier einen detaillierten Film über das Leben und Werk Goyas erwartet, der wird mit diesem Film nicht viel anfangen können. Carlos Saura, der große spanische Regisseur, vermeidet den Fehler, an denen viele (Künstler)biographien im/als Film gescheitert sind: zuviel erzählen zu wollen oder sich zwischen Werk und Leben entscheiden zu müssen.
Saura vermeidet beides und läßt den alten, sterbenden Goya auftreten und setzt ausgewählte Momente seiner bewegenden Biographie refektierend mit seinem jüngeren Ich in Szene. Und was für Szenen! Nicht nur die Kostüme sind eine Augenweide, auch die Licht und Bühneneffekte, (der Film ist, bis auf eine kurze Szene, komplett im Studio gedreht worden und es stammt nichts aus dem Computer!) die variabel und wie in einem Theater eingesetzt werden, lassen die Bildsprache Goyas oft wie einen Aufschrei erscheinen. Hier wechseln sich große Tableaus mit surrealen Traumbildern ab, in denen die Bilder und auch besonders die berühmten Radierungszylken buchstäblich lebendig werden. Die wunderbare Musik, den Einsatz von Tänzern (darunter auch die spanische Theatertruppe „La Fura dels Baus", die auch hierzulande Furore machte) machen den Film abwechslungsreich und lockern die Bilderuptionen dramaturgisch auf.
Dabei wird Goyas Aufstieg zum anerkannten Hofmaler ebenso plausibel wie seine schwere Erkrankung, seine Ertaubung (die mit Wahnvorstellungen und Kopfschmerzen begleitet war) und die politischen Wirren jener Zeit. Denn Goya, der von Kennern auch als der erste moderne Maler bezeichnet wird, war nicht nur glühender Vertreter der Aufklärung (und somit gegen die spanische Restauration) sondern auch ein politischer Querdenker, der sich viele Feinde schaffte. Goya wagte viel im Schatten der Inquisition. Seine Maxime, die Wahrheit zu malen (wie in den schrecklich realistischen Radierungen des Krieges zwischen Frankreich und Spanien, die im Vergleich mit den Bildern aus dem jüngsten Irak-Krieg beklemmende Parallelen aufweisen!) brachten den Bruch mit dem spanischen Hof und seiner Gesellschaft.
Neben der Beziehung zu der Herzogin von Alba, vermutlich die einzige Frau, die Goya wirklich geliebt hat, kommt auch Goyas Familienleben zum Zug, in dem er einerseits als Despot, aber auch als zärtlicher Vater und Lehrer auftritt.
Aus seinem Exil in Bordeaux, wo der Hauptteil des Films spielt, ist Goya nicht mehr nach Spanien zurückgekehrt. Er starb dort mit 82 Jahren.
Ein Film für Leute, die den Maler und sein Werk erfahren möchten und auch gerne bereit sind, der ungewöhnlich theatralischen Bildsprache zu folgen. Auch beim Film gilt das Zitat Goyas: "Man muss die Heiligen auf den Kopf stellen, damit sie funktionieren!"


Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes
Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes
DVD ~ Vincent Price
Wird angeboten von audiovideostar_2
Preis: EUR 19,99

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gruseln mit Stil!, 4. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes (DVD)
Unter den Filmen, die Vincent Price in den 70er Jahren gedreht hat, zählen drei wohl zu den besten seiner Karriere. "Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes", sowie das Sequel "Die Rückkehr des Dr. Phibes" und der ein Jahr später gedrehte Streifen "Theater des Grauens".
Bestechend an den Phibes-Filmen ist, neben den heutzutage schon nostalgischen Gruseleffekten, vor allem der trockene, britische Humor und, in meinen Augen besonders eindrucksvoll, das Dekor, das im schönsten Art Deco schwelgt.
Es benötigt schon einen Vollblutprofi wie Vincent Price um aus der (stummen!) Titelrolle noch schauspielerische Funken zu schlagen. Und die erstklassige "Gegenbesetzung" mit Jospeh Cotten, dem unvergesslichen Terry-Thomas und dem wunderbar schusseligen Peter Jeffrey als Inspektor Trout sorgt dafür, dass Price ebenbürtige Konkurrenz hat.
Die Bildqualität ist erstaunlich gut, verglichen mit der Ausgabe von "Theater des Grauens", obwohl der Film zwei Jahre später herauskam. Der Ton in Mono klingt allerdings enttäuschend dumpf, so dass die virituose Orgelmusik und die schön arragierte Musik des "automatischen" Salonorchesters (unter dessen Masken wirkliche Menschen stecken!) nicht voll entfaltet werden kann. Trotz dieses technischen Mankos einer meiner Lieblingsfilme meines Lieblingsschauspielers Vincent Price. Aus einer Zeit, wo auch dezenter Grusel Witz hatte, ohne lächerlich zu sein. Der Film hat nämlich etwas, das sämtlicher Splatter-Videotheken-Billigware fehlt: Stil!


Das Mädchen mit dem Perlenohrring (2 DVDs)
Das Mädchen mit dem Perlenohrring (2 DVDs)
DVD ~ Scarlett Johansson
Preis: EUR 9,49

17 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wunderbar ausgestattet aber dramaturgisch mau, 1. April 2005
Ich kenne das Buch, welches die Grundlage zu diesem Film lieferte, nicht, deshalb kann ich nur den fertigen Film "solo" bewerten und nicht die Qualität der Adaption. Auf den ersten Blick ist dieser Film ganz wunderbar, traumhaft ausgestattet (obwohl das im Film dargestellte Delft stellenweise eher an Venedig erinnert... alle, die die Stadt Delft besucht haben, werden ähnliche Entdeckungen machen.) in Kostüm und Dekor. Auch ist Scarlett Johansson, eine meiner Lieblingsschauspielerinnen, in der Rolle der Griet sehr gut besetzt. Doch Peter Webbers Regie und das Drehbuch sind leider sehr durchwachsen. Schon zu Beginn stellt man sich die Frage, warum man überhaupt etwas über das Vorleben Griets erfahren muss. Ihre soziale Herkunft ist allein dadurch bekannt, dass sie als Haushaltshilfe ihr Geld verdienen muss. Ebenso überflüssig ist die, leider nicht nur angedeutete, Schwärmerei des Metzgerjungens, vom dem die spröde Griet ja eigentlich nicht viel hält, dann aber doch ins Heu springt. Wenig erklärend auch die Beziehungen zur Familie Vermeer. Warum wird Griet von Vermeers Tochter so gehaßt? Und warum muss der unsympathische Van Ruijven der scheuen Griet gleich an die Wäsche gehen? Solche und ähnliche Fragen haben mir den Film verdorben, denn auch die erstklassige Besetzung wirkt seltsam unterfordert. Nicht, das Colin Firth als Maler Vermeer schlecht ist, doch die Wortkargheit seiner Rolle hätte man durch eine stimmigere Regie besser herausarbeiten müssen. Natürlich gibt es auch starke Szenen, vor allem die intimen Momente zwischen der Magd und dem Meister sind von betörender Schönheit. Doch das ist unterm Strich zu wenig. Und so bleibt von der schönen, kurzen Geschichte nur eine opulent ausgestattetes Millieustudie übrig, was weder den Darstellern, noch der Kunst Vermeers gerecht werden kann.


Seite: 1 | 2 | 3