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Rezensionen verfasst von
Sven G. (Hamburg)

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Nemesis (Special Edition)
Nemesis (Special Edition)
Preis: EUR 17,00

5.0 von 5 Sternen Großartige Hymnen und neue Sounds, 5. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nemesis (Special Edition) (Audio CD)
Nach dem furiosen Comeback mit Polaris und dem kurz danach veröffentlichten Elysium legen Stratovarius nun Longplayer 3 der Post-Tolkki-Ära vor. Es ist zugleich das erste Album ohne den sympathischen Jörg Michael an den Drums. Und es stehen nicht nur die Keyboards mit „typischen“ Key-Klängen im Vordergrund, sondern es wird auch ganz modern mit Loops, Samples etc. gearbeitet, die teils fast schon dancemäßig rüberkommen und auch für die tanzbar sind, die auch mal die Füße und nicht nur das Haupt schütteln wollen. Auffällig außerdem: Vereinzelt ließen sich die Herren beim Komponieren „von außen“ helfen. Und Drummer Rolf Pilve spielt zumindest im Studio zurückhaltender als sein Vorgänger.

Zu den Songs im Einzelnen:
Abandon: Großartiger, kraftvoller, Opener mit den klassischen Stratovarius-Elementen: Schnell, straighte Hymne, viel Pathos und Bombast. 5/5 Punkte.

Unbreakable: Es folgt gleich die zweite, etwas gemäßigter gehaltene Hymne. Eingängige Piano-Parts, rhythmisch interessante Zwischenparts, und ein Refrain, der sich schon beim ersten Hören in den Gehörgängen einnistet und da auch tagelang nicht rausgeht…. 5/5 Punkte.

Stand My Ground: Schnell, „nervöses“ Riff und etwas verzerrte Stimme in den Strophen. Im In Bridge und Refrain wieder der typische Bombast mit deutlich mehr Ruhe und gedrosseltem Tempo. Spannendes Hin und Her. Aber nicht ganz so mein Fall wie die ersten beiden Songs. 4/5 Punkte.

Halcyon Days: Fette Chöre, kräftig Samples, beim C-Teil musste ich spontan an Alanis Morissette denken, die mit ähnlichen Sounds arbeitet. Klasse Gitarrenriff, quasi zweistimmiger Gesang in den Strophen. An sich aber vor allem im Refrain eine perfekte Symbiose aus modernem Sound und dem, was Stratovarius ausmacht. 4,5/5 Punkte.

Fantasy: Hier schreiben einige von ABBA auf Metal etc. Das höre ich eher nicht, ich finde es eher Happy-Metal mit sehr klassischem Songwriting und relativ vorhersehbarer Melodieführung. Ich mag den Song aber, sehr entspannend nach so viel Bombast und Neuem…. 4,5/5 Punkte.

Out of the Fog: Huch, haben da Hammerfall ein wenig mit komponiert? Ein großartiger Refrain, getragener Gesang über flotter Gitarre. Während der Chorus und das Keyboard-Solo sehr klassisch (aber grandios) klingen, überraschen die Strophen, Bridges und das Gitarrensolo mit feinen und filigranen Details. 5/5 Punkte.

Castles in the Air: Es beginnt so ruhig und bittersüß mit Piano und Gesang und wird auch so enden – schöner Rahmen. Und dann setzt der Midtempo-Bombast aus Gitarren und Chören und Drums ein. Getragene Strophen mit einer schönen Melodie und ein Chorus mit Ohrwurmcharakter. 5/5 Punkte.

Dragons: Die Keyboard-Intro klingt nach Falcos Rock Me Amadeus. Der Rest des Songs ist treibend, der Refrain Hymne (ich wiederhole mich, aber selten waren so viele Hymnen-Refrains auf einem Album). Samples werden sparsam eingesetzt (bei Halcyon Days habe ich teils das Gefühl, sie werden um ihrer selbst verwendet, das ist hier anders). 4,5/5 Punkte.

One Must Fall: Midtempo-Song mit überraschend ruhigem C-Teil. Gut, aber kommt nicht an die anderen Songs ran (wobei das jetzt auch Jammern auf hohem Niveau ist…). 4/5 Punkte.

Fireborn: Bei diesem Midtempo-Song geht es wieder etwas metal-dance-mäßig zu, der Refrain grenzt etwas an Kitsch und ist sehr einfach gestrickt (geht dadurch aber auch gut ins Ohr). Rolf Pilve ist bei dem Stück besonders konzentriert dabei, aber alles in allem kommt der Song nicht an die großen Stücke des Albums ran und ist zu Recht nur Bonus-Track. 4/5 Punkte.

Hunter: Der aus meiner Sicht „dreckigste“ Song von der Gitarrenarbeit her. Irgendwie etwas sperrig (vielleicht darum Bonus-Track?), auch wenn es zu begrüßen ist, wenn von klassischen Linien abgewichen wird. Zwischendurch ein paar Orffsche Chöre. 4/5 Punkte.

If the Story Is Over: Kotipeltos Stimme kommt hier vermutlich mit am besten zur Geltung und er beweist, dass er zu den Besten in seinem Genre gehört. Der Song selbst ist halt eine klassische Metal-Ballade. Gegen solche ist an sich nichts einzuwenden, derzeit sind sie weniger mein Fall (von einigen Über-Balladen abgesehen). Aber der Song ist handwerklich gut gemacht und bekommt daher 4,5/5 Punkte.

Nemesis: Sehr komplex und treibend mit sehr hymnenhaften Refrain. Schöne zweistimmige Solopassage im C-Teil. 5/5 Punkte.

Alles in allem gebe ich zu, dass mich die Samples teils befremden und auch nach dem vierten Hören noch nicht alle Songs zu 100% zünden. Das war bei anderen Alben der Band anders. Zudem haben Helloween ganz gut vorgelegt, so dass ich 2013 recht anspruchsvoll beim Bewerten bin – und damit hier und da auf hohem Niveau jammere. So oder so hat das Jahr 2013 aber vielversprechend begonnen und andere Bands werden sich anstrengen müssen, Helloweens Straight Out of Hell und Startovarius‘ Nemesis noch zu überbieten. Dennoch hoffe ich, dass es live mal mehr neue Songs als auf den letzten Touren gibt.


Straight Out of Hell (Limited Premium Edition)
Straight Out of Hell (Limited Premium Edition)
Preis: EUR 17,99

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starke Hymnen, 3. Februar 2013
Wie bei allen Bands, die nach ihrer Hoch-Zeit einige Veränderungen im Line-Up hatten, scheiden sich auch an Straight Out Of Hell die Geister, und wer eine andere Meinung hat, hat keine Ahnung etc. Ja, Deris ist nicht Kiske. Ja, der Sound hat sich geändert. Ja, beim x-ten Album zwanzig Jahre nach Erfindung des Happy Metal und Bandgründung haut man nicht mehr Neues und Einmaliges raus wie Ende der 80er beim dritten und vierten Album. Na und? Wenn eine Band wie Queen danach bewertet worden wäre, wäre sie nie groß gewesen. Denn zwischen Queen / Queen II und den Nachfolgern liegen auch Welten, und dass Bohemain Rhapsody und Radio Gaga von einer Band (mit dem gleichen Line-Up!) stammen, mag man auch kaum glauben (wenn da nicht diese markante Stimme wäre).

Wie auch immer - ich persönlich finde Straight Out Of Hell einen würdigen und grandiosen Nachfolger des schon großartigen Albums Seven Sinners. Erneut gibt es superschnelle und Midtempo-Nummern, hymnenartige Refrains und krachende Gitarren. Und dieses Mal mehr noch als beim Vorgänger auch diese tollen zwei- und mehrstimmigen Soli, die man bei den Keeper-Alben und davor geschätzt hat (und die einen in ihrer Vielstimmigkeit teils auch an Brian Mays Sound erinnern).

Mit Nabatea geht es gleich ungewöhlich los - orientalischer Sound meets Metal, abwechsllungsreiche Passagen, einige schöne Tempiwechsel und viel viel Dramatik nach dem Gitarrensolo. 5/5 Punkten.

World Of War hat wieder die helloween-typischen Gitarrenriffs und mehrstimmigen Soli (für die witzigerweise mit Gerstner oft gerade der verantwortlich zeichnet, der zu den Keeper-Zeiten nicht dabei war). Manchmal denke ich bei dem Song an Eagle Fly Free (nicht nur wegen des Bass-Solos), und auf jeden Fall haut der Song voll rein. 5/5 Punkte.

Live Now ist ein Song, der live wegen des Refrains gut abgehen dürfte. 5/5 Punkte.

Far From the Stars ist klassisches Großkopf-Happy-Metal. Treibende Rythmen und schöne mehrstimmige Gitarren. 5/5 Punkte.

Burning Sun hat etwas sperrige Strophen (was ich ganz schön finde) und dann DEN Hymnen-Refrain des Albums, der mich an klassisches 80er-Metal meets die neuen Sachen von Hammerfall erinnert. Ich hoffe, den Song live zu hören.... 5/5 Punkten

Waiting for the Thunder ist dann mal midtempo und erinnet mich in den Strophen eher an Bela B. als Helloween;-) Nettes Piano, aber insgesamt kommt es an die songs davor nicht ran. 4/5 Punkten.

Hold Me in Your Arms ist eine typische Metalballade, die aber etwas zu dick aufträge und trieft vor Kitsch. Da gab es mal besseres.... 3/5 Punkte.

Wanna Be God als Tribut an Freddie Mercury (eigentlich eher an Brian May, der hat nämlich We Will Rock You komponiert) gefällt dem Queenfan natürlich gut. Wäre auch live ein schönes Mitgröl-Experiment. 5/5 Punkte.

Straight Out Of Hell ist wieder ein flotter Metalsong, klassisch Helloween mit tollem, etwas poppigem Refrain (und das ist nicht negativ gemeint). 5/5 Punkte.

Asshole ist ein Midtempo-Song mit interessant gesetzten Strophen (hoher Achtel-Bass, zurückhaltende Keys/Gitarre). Alles in allem aber nicht so gut wie die Songs des ersten Teils des Albums. 4/5 Punkte.

Years erinnert mich etwas an The Sage, the Fool, the Sinner vom Vorgänger. Sehr abwechslungsreich mit etwas "unruhigen" Strophen und dafür einer sehr straighten Bridge und einem straighten Refrain mit viel Melodie und "auf und ab". Ein wenig habe ich beim Refrain manchmal an Schlager meets Metal gedacht, weil es wirklich ein Gassenhauer-Mitschunkel-Refrain ist. Ich mag den Song. 5/5 Punkte.

Make Fire Catch the Fly ist nett, aber nix Besonderes. 3,5/5 Punkte.

Church Breaks Down fängt großartig mit Orgel etc. an. Sehr treibend, vor allem im Refrain, aber auch nicht einfach durchgestampft. 4,5/5 Punkte.

Another Shot of Life geht poppig los und wird dann besser, vor allem im Rythmusteil sehr filligran. Hat etwas vom typischen 80er-Metal, aber so überzeugend wie die meisten anderen Stücke ist es nicht. 4/5 Punkte.

Burnig Sun mit Hammond Orgel zeigt, dass nicht alles, was mit Gitarren geht, auch mit Hammond-Orgel geht. 4/5 Punkte.

Ich höre das Album derzeit rauf und runter und freue mich auf die Tour. Hoffen wir, dass sie - anders als letztes Mal, als es ein Best of-Keeper-Konzert mit ganzen drei Songs von Seven Sinners wurde - diesmal schwerpunktmäßig neue Songs auf die Ohren gibt. Und vielleicht vielleicht traut man sich ja, die Keys mal live und nicht vom Band einzuspielen.

Ach ja - das Cover ist an sich cool. Aber auch Metalfans werden älter und da lassen die Augen nach - wäre die orange Schrift mit Schatten auf orangem Grund die Abschlussarbeit eines Grafikdesigners gewesen, wäre er, so ich der Prüfer gewesen wäre, bei mir durchgefallen.

Fazit: Wer klassisches Helloween hören will, das im 21. Jahrhundert angekommen ist (und wer Deris gerne hört, auch wenn er ganz anders als Kiske singt), der kann dieses Album bedenkenlos kaufen. Wer Kiske und den Keeper-Zeiten hinterhertrauert, sollte lieber die alten Scheiben auspacken.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 7, 2013 6:44 PM MEST


Storytime (Ltd. Digipak)
Storytime (Ltd. Digipak)
Preis: EUR 7,27

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Druckvoll und stark, 29. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Storytime (Ltd. Digipak) (Audio CD)
Die Diskussion um die Frage, wer nun besser war, Tarja oder Anette, wird sicher nie beantwortet werden, dazu sind die Geschmäcker zu unterschiedlich. Nightwish haben sich mit Anette nicht für eine Kopie von Tarja, sondern für eine andere Stimme entschieden, und wer wie ich Nightwish 2005 mit Tarja und 2007/2008 mit Anette live erlebt hat, hat bemerkt, wie entspannter und spielfreudiger die Band war. Und das ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der Besetzung. Meiner Meinung nach.

Zu Storytime: Ein druckvolles Stück, das mich in seiner Melodieführung leicht an Amaranth erinnert. Aber immer wieder überrascht uns Anette (bzw. Tuomas) mit einer unerwarteten Melodieführung. Beim C-Teil erfüllt sich die von Tuomas in einem Interview geäußerte Hoffnung, dass es einem das Dach vom Haus wegpustet. Die Musiker selber sind ja (bis auf Tuomas) an ihren Instrumenten in der Tat eher Mittelmaß (und teils mäßig abgemsicht), aber es zeigt sich für mich eben, dass eine starke Melodie mit einer guten Instrumentierung mehr Stimmung und Emotionen freisetzen kann als wenn ein paar Genies mit viel Distantz zum Stück und Rafinesse ein Werk erarbeiten. Und noch zu Anettes "kindlichem" Gesang: Passend zum Text und zum Filmkonzept....


Tierschutz in Deutschland: Etikettenschwindel?! - Der gequälten Kreatur gewidmet
Tierschutz in Deutschland: Etikettenschwindel?! - Der gequälten Kreatur gewidmet
von Hermann Focke
  Broschiert
Preis: EUR 17,80

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Éin Insider packt aus, 15. Januar 2008
Ungerechtigkeit muss sichtbar gemacht werden". Diesem Satz von Mahatma Ghandi fühlte sich Hermann Focke, langjähriger Veterinäramtsleiter in Cloppenburg, Europas Region mit der größten Nutztierdichte, verpflichtet. Detailliert beschreibt er insbesondere seine Erfahrungen im Bereich Schlachttiertransporte: Jahrelang fertigte er die Tiere ab, irgendwann wollte er wissen, wie es im Bestimmungsland aussieht, reiste zu den Verladehäfen am Mittelmeer und war schockiert. Sein Kampf gegen die Windmühlen in Politik, Verwaltung, Medien und Verlage begann, denn echtes Interesse hatte niemand an dem, was der Insider zu berichten hatte.
Focke beschreibt darüber hinaus aber auch andere Zustände - z.B. die tierschutzwidrigen Haltungen bei Puten, Hennen, Masthühnern und Schweinen, den Skandal um die Wiedereinführung des Hennenkäfigs oder wie man einen Veterinärbeamten kaltstellt". Das Außergewöhnliche an dem Buch: Mit Focke berichtet einer, der sowohl Ställe als auch die Verwaltung und die dort gegeneinander laufenden Interessen (z.B. Ökonomie versus Tierschutz) von innen kennt.


Dark Passion Play (Limited Edition inklusive Tattoo -- exklusiv bei Amazon)
Dark Passion Play (Limited Edition inklusive Tattoo -- exklusiv bei Amazon)

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Stimme und ein musikalischer Bogen von Oceanborn bis Once, 16. Oktober 2007
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Das Warten der Fans hat ein Ende - und das Zittern, ob eine adäquate Nachfolge für die gefeuerte Sängerin Tarja Turunen gefunden würde, auch. Um diese für viele so wichtige Frage zuerst zu beantworten: Ja, es wurde mit Anette Olzon eine mehr als adäquate Nachfolgerin gefunden. Kein Ersatz, nicht erneut eine ausgebildete Sopranistin - das wollte Nightwish vermutlich auch nicht. So etwas geht nie gut. Bei der Wahl der Sängerin - so darf spekuliert werden - dürfte auch die Chemie" eine Rolle gespielt haben. Wie auch immer - Anette Olzons Stimme passt hervorragend zur Musik, macht sie ein wenige mehr erdig". Dass dabei das Orchestrale nicht verloren gehen muss, beweist der Einsatz von Orchester und Chor, die in fast jedem Song zum Einsatz kommen.

Musikalisch ist Dark Passion Play noch mehr Nightwish als früher: Wummernde Doublebass gepaart mit Orchester, zarte Streicher mit krachenden Bässen. Und dabei orientiert sich das Album zum einen am Vorgänger Once (v.a. was die Gitarren betrifft), spannt aber umgekehrt einen Bogen von Oceanborn bis Once. Verspielte, folkloristische Songs (Last of the Wilds") finden ebenso ihren Platz wie Powermetal (Bye Bye Beautiful", Master Passion Greed"), Metal-Hymnen (7 Days to the Wolves") oder eher düstere, introvertierte Stücke (The Poet and the Pendulum").

Zu den Songs im Einzelnen:

The Poet and the Pendulum: Der über 13 Minuten lange Track scheint viele autobiografische Elemente zu enthalten, inhaltlich ein wenig an Dead Boy's Poem" angelehnt. Musikalisch pendelt er zwischen Metal mit Doublebass und hymnenartigem Opern-Chorus bis hin zu leisen, getragenen Orchestertönen. Die Liebe von Nightwish-Mastermind Tuomas Holopainen zu Filmmusik ist deutlich hörbar. Das Ende des Songs ist nicht etwa laut und bombastisch, wie man es erwartet hätte, sondern - dem Text angemessen - still und ruhig. Auch wenn mir persönlich die ruhigen Passagen etwas zu viel im Vergleich zu den lauten sind, gibt es volle Punktzahl, schon der Chorus allein rechtfertigt diese. 10/10

Bye Bye Beautiful: Der Abschiedssong an Tarja Turunen. Entsprechend böse und druckvoll. Insbesondere Bassist Marco Hietala, der zunehmend mehr Gesangsparts übernimmt, drückt die Wut und Enttäuschung über Tarja wunderbar aggressiv aus. Ob so ein Song guter Stil ist oder nicht, sei dahingestellt. Er zeigt, wie nah Tuomas das Ende der Ära Tarja gegangen ist - und mal ehrlich: Wer hat nicht irgendwo jemanden, dem er so nette Zeilen hinterherrufen möchte? Musikalisch gelungen, ein wenig an Wish I Had an Angel" angelehnt. 10/10

Amaranth: Single-Auskopplung, entsprechend eingängig und gefällig. Der Song klingt einfach, das Riff ist trotzdem genial. Schlägt Nemo" um Längen. 9/10

Cadence of Her Last Breath: Ein Stück in Moll, voller Sehnsucht, so klingt es zumindest in meinen Ohren. Vergleichsweise ruhige Strophen, aber im Refrain geht es - auch dank Marcos Gesangseinwürfen - ab. 10/10

Master Passion Greed: Das bisher härteste, was Nightwish je gemacht haben. Lupenreiner Metal, von Marco gesungen, aber auch hier wäre Tuomas nicht Tuomas, wenn er nicht ein paar orchestrale Überraschungen und einen wunderbaren C-Teil untergebracht hätte, der den Song aus der stumpfen Metal-Ecke rausholt. 10/10

Der erste (Um)Bruch im Album. Bisher kraftvolle Powersongs, die in der Reihenfolge auch stimmig waren. Nun wird es bunter", aber auch ein wenig beliebiger.

Eva: Die erste, nur online veröffentlichte Single. Eine wunderschöne Ballade (welch ein Kontrast zu dem Song davor). Komplexer als Sleeping Sun, deren Nachfolger es wohl werden sollte, erinnert mich aber -wenn, und dann auch nur textlich - eher an Swanheart. 9/10

Sahara: Exotisch.... Das Reiten auf Kamelen durch 1001 Nacht kommt gut rüber. Sehr getragener Refrain, eine nette Keyboard-Linie und ein wenig exotischer Gesang. 9/10

Whoever Brings the Night: Eine Komposition von Gitarrist Emppu Vuorinen. Mir persönlich zu sehr Dur, zu einfach im Vergleich zu den sehr komplexen Kompositionen von Tuomas. 6/10

For the Heart I Once Had: Auch hier wieder unendliche Sehnsucht, musikalisch aber ruhiger als Cadence of Her Last Breath. 8/10

The Islander: Ein wunderschönes Duett von Marco, der den Song auch komponiert hat, und Anette. Hier könnte ich mir Tarjas Stimme z.B. kaum vorstellen - dieser Song benötigt eine warme weibliche Stimme, Tarjas Stimme ist hingegen eher kalt. Folkloristisch, Klasse Tempowechsel von 4/4 zu 6/8-Takt, und ein wunderschöner unter die Haut gehender Text. Der Song hat mir live nicht gefallen, zu großer Stimmungswechsel, aber hier auf dem Album gehört er zu meinen Favoriten. 10/10

Last of the Wilds: Gibt es Metal-Folk? Wenn ja - dies ist ein gelungenes Beispiel. Verspielt, schnell und tanzbar, aber mit ruhigem C-Teil. Erinnert mich etwas an Moondance, wenngleich es an diesen Song nicht ganz herankommt (bei Moondance sieht man die Trolle förmlich tanzen, bei Last of the Wilds sind Bilder etwas schwerer zu erzeugen). 9/10

7 Days to the Wolves: Ein heimlicher Favorit des Albums. Druckvoll, kraftstrotzende Drums und Bässe, vielstimmige Gitarren. Getragener Gesang in den Strophen von Anette, im Refrain von Marco, eine geheimnisvolle, mystische Atmosphäre mit rasantem C-Teil. 10/10

Meadows of Heaven: Ein leider sehr kitschiges Ende des Albums. Offen gesagt war mein erster zynischer Kommentar: Naja, Anette hat mal in einer Abba-Coverband gesungen, dann darf man so einen Song auch bringen. 6/10.

Ich hatte das große Glück, Nightwish unter dem Namen Sushi Patrol" in Hamburg bei einem Geheimkonzert zu sehen. Und auch da fragte ich mich: Wer bitte war noch Tarja? Die Band strotze vor Spielfreude, es wurde gelacht und gescherzt auf der Bühne, Anette knuddelte alle (bis auf den armen Schlagzeuger, der saß zu versteckt), im Gegensatz zu dem Konzert 2005 wirkten alle befreit und munter. Anette hat eine bombastische Show abgeliefert und keine einzige Auszeit genommen. Okay- stimmlich hatte sie es manchmal schwer, sich gegen die Instrumente durchzusetzen, das kann ihr auf einer langen Tour noch zum Verhängnis werden. Mit Master Passion Greed" und Last of the Wilds" hat die Band aber zwei Stücke, die sie als Erholung für Anette spielen könnten. Die Setlist ist entrümpelt, das neue Album steht klar im Vordergrund. Leider leider werden zwei meiner 10/10-Songs nicht gespielt. Aber - so viel sei verraten - auch die Lowlights" des Albums fehlen zum Glück. Wie live üblich, kommen die Songs noch druckvoller rüber, ein Konzertbesuch lohnt auf jeden Fall! Und der Kauf des Albums sowieso....


Zugeschanzt
Zugeschanzt
von Frauke Turm
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Humorvoll, schnell, aber leider auch viel Wahres dran...., 14. April 2007
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zugeschanzt (Broschiert)
Wenn sich je wieder jemand fragt, wie ein "Investor" es schafft, mitten in einem alternativen Szene-Quartier einen denkmalgeschützten Bau in einer der wenigen nahe gelegenen Grünflächen ein Luxushotel zu bauen, lese er/sie Frauke Turms "Zugeschanzt". Leider leider liegt der Verdacht nahe, dass sich das meiste tatsächlich im Ergebnis so abgespielt hat. Aber beim Lesen des Buches verfällt auch jemand, der den Bau des Hotels und die Querelen darum in der Realität miterlebt hat, nicht in Trauer, Wut und Melancholie. Dazu lässt einem Frauke Turm überhaupt keine Zeit, auf jeder Seite, ach was, in jedem Satz ist "Handlung" - selten ein so "handlungsorientiertes" Buch gelesen - wunderbar! Da werden nicht ellenlang Räume, Landschaften, Klamotten etc. beschrieben, da geht es zur Sache. Ein wenig leidet darunter natürlich die Identifikationsmöglichkeit mit den Protagonisten (und die Nicht-Identifikation mit den Antagonisten), aber mich persönlich hat das überhaupt nicht gestört. Da haben mich eher manche etwas überzogenen Klischees zum Stirnrunzeln gebracht. Aber auch das verzeiht man der Autorin, wenn man weiß, dass sie selber in dem Viertel wohnt. Und erst recht verzeiht man es ihr, weil sie eine spannende Geschichte über Korruption "auf allen Ebenen" halb auf Grund von Tatsachen recherchiert und halb ersonnen verfasst und mit vielen Prisen Humor und Lebendigkeit gewürzt hat.


Double X
Double X
Preis: EUR 12,19

5.0 von 5 Sternen Years go by... but still they rock, 15. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Double X (Audio CD)
Years go by like a blink of an eye, singen Bonfire in ihrer Megaballade. In der Tat werden wir schon 20 Jahre von der Ingolstädter Combo mit Rockmusik vom Feinsten verwöhnt. Und zum runden Geburtstag hat die Truppe das beste Album ihrer Bandgeschichte vorgelegt. Kein einziger auch nur halber Ausfall, und endlich mal wieder zeigt Claus Lessmann, dass Rock'n'Roll und gehaltvolle oder provokative Texte kein Gegensatz ist. Bonfire ziehen das ganze Register ihres Könnens. Anspieltipps: Die beiden Hammer-Balladen Blink of an Eye und Hard to Say, das schnelle Day 911, das nachdenkliche Cry for Help, die Midtemponummer What's on Your Mind, und ich finde im Gegensatz zu anderen Rezensenten hier auch Rap Is Crap einfach Klasse. Der einzige Kritikpunkt an der Band beziehts sich auf ihre Auftritte: Sie kommen leider kaum noch in den Norden....


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