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Rezensionen verfasst von
Gordon_fr "gordon_fr"

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Olympos: Roman
Olympos: Roman
von Wolfgang Jeschke
  Taschenbuch

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die 2000 Seiten lesen oder nicht - hier gibt's die Antwort, 6. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Olympos: Roman (Taschenbuch)
Das von Simmons geschaffene Universum, in dem Nachmenschen, Götter, Helden und Moravecs die Protagonisten sind, ist - wie in Hyperion und Endymion - wieder allererste Sahne. So detailreich, bunt und interessant sind andere SciFi-Schriftsteller nicht mal im Ansatz. Die Anzahl der Motive und interessanten Ereignisse sind enorm.

Was Dan Simmons in Olympos leider nicht gelingt und zwar gar nicht (!), ist die in Ilium aufgeworfenen Handlungsstränge unter einen Hut zu bringen und zufriedenstellend zu lösen. Auch nach knapp 2000 Seiten bleiben leider auch viele wichtige Fragen offen. Somit ist Olympos nach dem sehr guten Ilium eher enttäuschend, wenn auch immer noch gut.

Als Ausgleich dafür bietet, insbesondere Ilium, eine superinteressante Symbiose zwischen Science Fiction Roman und Homers Ilias. Wie hier Dan Simmons die Geschichte um die Belagerung Trojas aufgreift und in sein Universum verlegt, ist genial. Schön ist, dass die Helden der Ilias hier - jedenfalls zu Beginn der Geschichte - im Sinne Homers wiederbelebt werden. Das Ergebnis ist beispielsweise ein Achilles, der die Bezeichung größter Held aller Zeiten wirklich verdient. Wenn Dan Simmons diesen auf das Schlachtfeld führt, wird die Ilias lebendig. Dieser Handlungsstrang ist das Highlight dieses Wälzers und da es den Hauptteil der beiden Romane Ilium und Olympos bilden, sind beide Bücher insgesamt sehr zu empfehlen. Dan Simmons-typisch sind andere Passagen und Handlungsstränge dagegen weniger gelungen, trüben das Gesamtbild aber nicht entscheidend.

Fazit: Für alle diejenigen die sich von humanistischer Bildung und Science Fiction gleichsam angesprochen fühlen (insbesondere wenn Grundkenntnisse der Ilias vorhanden sind), kann ich Ilium/Olympos sehr empfehlen. All diejenigen, die diese Symbiose nicht interessiert lesen entweder die Ilias im Original (kann ich durchaus empfehlen) oder die Hyperion-Gesänge, die nochmal mindestens eine Klasse besser sind.

Illium verdient fünf Sterne, Olympos vier. Insgesamt vergebe ich vier Sterne, da ich bei zweitausend Seiten eine bessere Auflösung erwarten kann und ich nicht alle Handlungsstränge gut finde. Insgesamt aber wieder Daumen hoch!


Der Fänger im Roggen
Der Fänger im Roggen
von Jerome D. Salinger
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

9 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich würde Caulfield gerne in den Hintern treten! Wer macht mit?, 26. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
Das Buch ist ok - nicht mehr und nicht weniger. Die wenigen Tage im Leben des Teenies Holden Caulfield, der an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht, werden schnell erzählt, ohne das viel passieren würde. Ich bestreite gar nicht, dass das Buch die Konfliktlage von jungen Erwachsenen sehr korrekt wiederspiegelt. Nicht Kind und nicht Erwachsen sein ist schon Mist, insbesondere wenn man noch keinen Alkohol trinken darf und von den Tussies noch nicht als Batman, sondern eher als Robin wahrgenommen wird (darum geht's in dem Buch). Es passiert nicht viel, was aber für mich auch gar kein Kriterium ist.

Der größte Schwachpunkt für mich ist, dass die Erzählperspektive nicht stimmt. Der Roman ist (vermeintlich) aus der Perspektive von Holden Caulfield geschrieben. Dessen Gedankenwelt ist durchaus komplex und differenziert, seine Sprache ist es aber nicht. Das als Ergebnis einer durchaus differenzierten Einschätzung der Situation und der handelnden Personen durch Holden dann Sätze analog "Ey Alter ich schwör's das tut nicht gehen" stehen, ist völlig unlogisch. In seinen Handlungen und seiner Sprache ist Holden Caulfield klar ein Idiot und völlig infantil. Daher kann er auch nur genau so blöd sein. Das andere ist ein Kunstgriff, der sicherlich Sallingers Hoffnung in die damalige Jugend ausdrückt. Gut so!

Als Ergebnis kann aus meiner Sicht festgehalten werden, dass das Buch sicher für Pädagogen und andere zwielichtige Gestalten durchaus sehr interessant ist. Alle anderen werden es sicher auch nicht bereuen mal etwas Zeit mit diesem Buch zu verbringen. Ich geb' daher drei Sterne mit Tedenz aber zu vier Sternen.


Wassermusik. Roman
Wassermusik. Roman
von T. Coraghessan Boyle
  Taschenbuch

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schade, zunächst fast genial, dann etwas seicht, 26. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik. Roman (Taschenbuch)
Wassermusik beginnt völlig grandios, kann dann aber das Level nicht ganz halten.

Die ersten 200 Seiten sind Satire pur (wobei die meisten Gags auf Kosten der maurischen Araber gehen, was sicher politisch nicht ganz korrekt, aber irre witzig ist). Etwa reizt die Passage, indem die Protagonisten auf Pferd und Esel von einem fanatischen Araber (dieser zu Fuss) durch die Wüste gehetzt werden zu lauten Lachern, besonders wenn der Esel langsam abbaut und somit der Araber kräftig aufholen kann. Dass der Autor anlässlich dieser eindrucksvollen Demonstration der Willenskraft des fussläufigen Fanatisten dessen nicht weniger fanatische Lebensgeschichte einstreut ist genial erzählt - Sonderlob!

Aber auch die Anfangs in London spielenden Passagen sind super. Insbesondere die vom Co-Protagonisten organisierte Live-Porno-Performance ist sehr lustig geschrieben (wobei wiederum ein geiler Fabiger eine Hauptrolle spielt, pfui @ TC Boyle).

Spätestens ab der zweiten Afrikareise nimmt das Tempo aber ab, da zum einen einige Redundanz vorhanden ist (wieder Afrika), andererseits der Roman hier mehr Tiefgang erhalten soll, was aus meiner Sicht nur teilweise gelungen ist. Es kommt in dem von Boyle beschriebenen Szenario eben nicht authentisch rüber wie dreckig und gefährlich das in Afrika ist, da hinter der nächsten Biegung wieder der nächste Kanibale mit stereotypen Verhaltensweisen (und einem durch die Nase gezogenen Knochen) wartet.

Insgesamt ist TC Boyle aber ein starker Erzähler der mit Wassermusik ein kluges und lustiges Buch vorgelegt hat, das man zwischen Teil I und II von Krieg und Frieden oder der Blechtrommel ruhig mal einstreuen kann - man wird es sicher nicht bereuen. Aufgrund der Schwächen im zweiten Teil aber nur 4 Sterne.


Es geht uns gut: Roman
Es geht uns gut: Roman
von Arno Geiger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,50

13 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es geht uns gut - aber nicht während der Lektüre des Buches, 8. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Es geht uns gut: Roman (Gebundene Ausgabe)
Viel Vorschusslobeeren, relativ schwaches Buch! Ich war schon etwas enttäuscht, nachdem ich mich durch das Buch gekämpft hatte. Sprachlich auf ordentlichem Niveau (auch wenn die österreichische Prägung meinem Sprachgefühl nicht entspricht), präsentiert sich die Handlung und das Kolorit der Hauptfiguren als sehr dünn.
Trist, trübe, fast schon depressiv ist die Grundstimmung in diesem Buch. Der Autor läst sich meiner Meinung nach davon anstecken und so dümpelt das Buch ebenso trist dahin wie das überflüssige Leben der beschriebenen österreichischen Familie. Das macht aus meiner Sicht das Buch leider ebenfalls überflüssig. Dass Menschen vielfach so ihr Leben verbringen, indem sie sich todunglücklich in Ihr Schicksal ergeben, mag der Wahrheit entsprechen; dieses Buch transportiert das aber nicht als gewinnbringende Schilderung für den Leser.
Ich habe vor kurzem 'Die Korrekturen' von Jonathan Franzen gelesen. Dies ist auf dem ersten Blick ein ähnliches Buch. Aber im Vergleich zu Arno Geiger versteht es dieser, dem Leser eindrückliche Charakterstudien zu liefern. Die Korrekturen sind überaus interessant, Es geht uns gut ist es nicht!


Der Schatten des Windes. Roman
Der Schatten des Windes. Roman
von Carlos Ruiz Zafón
  Taschenbuch

21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich bin enttäuscht, 23. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Windes. Roman (Taschenbuch)
Mir hat das Buch nicht gefallen und ich verstehe den Hype auch nicht. Aufgrund der vielfach enthusiatischen Besprechungen habe ich mir das Buch gekauft und recht schnell durchgelesen. Die vielfach hochgelobte facettenreiche Beschreibung der Personen im Buch entspricht meiner Ansicht nach jedenfalls nicht den objektiven Gegebenheiten. Die Charaktere sind absolut schwarz-weiss, also stets gut oder stets böse. Dass als Szenerie hier das Barcelona der 40er Jahre gewählt wurde, ist völlig beliebig. Selbst der Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges hat wirklich Null Auswirkungen auf die Personen und die Handlung. Das allein wäre aber nicht entscheidend, wenn die Story gefallen könnte.
Mir ist das aber alles zu wenig schlüssig. Da wird über Seiten hinweg Spannung aufgebaut und die Lösung wird dann per Brief oder Erzählung präsentiert. Das ist zu einfach und degradiert den Plot um die Hauptperson eigentlich - streng genommen - zur irrelevanten Rahmenhandlung. Die Vernetzung beider Handlungen wird stets nur angedeutet und bleibt zufällig. Haarsträubend finde ich, wie teilweise aufgeworfene Rätsel unmittelbar und in Klein-Fritzchen-denkt-sich-was-(und das funktioniert dann auch noch)-Manier dargeboten werden. Etwa werden (ohne zuviel zu verraten) hier Leichen im Keller verscharrt und - damit der Held das auch gleich sieht - mit einem Grabstein aus Marmor (!) versehen. Ich hab da laut gelacht! Schwach ist auch - und da wiederhole ich mich jetzt - das die Auflösung ebenfalls durch einen Brief präsentiert wird. Positiv anzumerken ist die durchaus gefällige Sprache.
Nach der Lektüre des Buches und den tollen anderweitigen Kritiken befürchte ich nun ggf. die Bodenhaftung zu verlieren und in Zukunft vielleicht nur noch als Intellektueller Bücher von Beckett oder Adorno gut finden zu können. Ich glaub ich muss dem entgegensteuern und erstmal bisschen Science Fiction lesen und verbleibe mit der Hoffnung demnächst wieder mehr Sterne vergeben zu können.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 27, 2012 1:55 PM MEST


Die Korrekturen
Die Korrekturen
von Jonathan Franzen
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

101 von 106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der leisen Töne oder der Langeweile?, 11. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Taschenbuch)
Ich möchte hier nicht noch einmal den Inhalt des Buchs zusammenfassen, da dies in dem Forum bereits oft und ausführlich getan wurde, sondern meine Meinung zu der Frage festhalten, ob Die Korrekturen nun ein überaus Gutes oder ein langweiliges Buch ist.
Aus meiner Sicht haben die meisten Mit-Rezendenten Recht. Ja - das Buch ist (besonders im ersten Teil) sprachlich hervorragend. Ja - es ist zu lang, da einige Situationen redundant sind und nichts Neues zum Gesamtbild beitragen. Ja - der Roman zeichnet fein ziseliert das Bild einer amerikanischen - vermeintlich - Durchschnittsfamilie und deren Scheitern im Umgang miteinander und der Gesellschaft. Und, ja - das Buch ist vom Erbauungsroman so weit entfernt wie vom echten Mainstream, dazu ist das Buch zu "langweilig".
Ich denke, dass entscheidend ist, um das Lesen des Buches als Gewinn zu betrachten, dass man, wenn man den Roman aufschlägt, Lust hat, sich völlig unabhängig von einer Handlung auf Charakterstudien einlassen zu können und zu wollen und - dies nebenbei bemerkt - bereit zu sein, hierbei die ein oder andere abartige Eigenart unserer amerikanischen Freunde zu ertragen.
Diese Charakterstudien sind aus meiner Sicht ganz hervorragend gelungen und vermitteln dem Leser einen sehr guten und intimen Eindruck in die Familie Lambert. Ich fand dies hochspannend. Im Vergleich etwa zu Mann's Buddenbrooks, der zugleich Gesellschaftsroman ist, bleibt bei den Korrekturen der Fokus aber stets und ausschließlich auf den fünf Mitgliedern der Familie Lambert. Diese Nähe kann ernüchtern, ermüden oder gar langweilen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich kann aber nicht ausschließen, dass, wenn ich es zu einem anderen Zeitpunkt gelesen hätte, mein Urteil vernichtend anders ausgefallen wäre. Insgesamt ist das Buch ein hervorragender Vertreter der leisen Töne und der grossen alltäglichen Katastrophen.
Völlig daneben ist meiner Ansicht nach nur der letzte Satz, der mich ziemlich verärgert hat. Ich hätte auch ohne diesen positiven Ausblick leben können. Aber stets ein "Happy End" gehört wohl untrennbar zum Selbstverständnis Amerikas. Echte Literatur, die Bestand haben wird - daher fünf Sterne.


Das große Spiel: Roman
Das große Spiel: Roman
von Orson Scott Card
  Taschenbuch

12 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannendes Buch für Zwischendurch, 1. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Das große Spiel: Roman (Taschenbuch)
Das grosse Spiel - der Name ist für den Roman Programm. In erster Linie geht es um den sechsjährigen Andrew, der von der Regierung ausgewählt und trainiert wird, um in der Entscheidungsschlacht gegen die Krabbler den Sieg für die Menschheit zu erringen. Den Hauptteil bildet dabei die Schilderung des Trainings in der Akademie, bei dem Ender sich bei dem "Spiel", einer Gotcha-Variante in der Schwerelosigkeit, zunächst als Mitspieler und dann als Führer etablieren muss. Themen wie Begabung, Elite, Freundschaft, Schicksal, Neid und Diskriminierung werden hier aufgegriffen.
Soviel zur Handlung. Laut den Anmerkungen des Jubelpersers im Vorwort zum Roman, ist der Roman ein Wegbereiter der modernen Science Fiction Literatur. Spätere technische Entwicklungen werden vorweggenommen, indem etwa bereits Anfang der 80-iger die Entwicklung des Internets konkret vorausgesehen wurde. Glückwunsch dazu Herr Card, verbunden mit der Hoffnung, dass Sie ebenso rechtzeitig in entsprechende Aktien investiert haben. Entscheidend ist aus meiner Sicht aber, was das Buch dem heutigen Leser vermittelt. Zunächst, das Buch unterhält und das sehr gut. Die geschilderten Episoden sind spannend zu lesen mit dem gewissen Schuss Exotik, so dass man das Buch quasi verschlingt. Soweit, so gut. Dies ist mehr als die meisten Bücher bieten.
Aber was bleibt hängen? Was hebt das Buch von anderen ab? Hier ist meine Meinung, dass dies nicht allzuviel ist. Das ist schade. Das Schicksal von Ender ist mir zu oberflächlich dargestellt und die Handlung ist zu sehr auf das Spiel fixiert. Man mag sich fragen, was zuerst da war, die Henne oder das Ei. Mir kommt aber Vieles in dem Buch sehr bekannt vor und daher bietet der Roman nicht genug, um sich von der Masse in herausragender Weise abzusetzen (selbst wenn die anderen von Herrn Card abgekupfert haben sollten). Gleichwohl kann ich das Buch denjenigen eindringlich empfehlen, die einfach mal entspannt ein schönes Science Fiction Buch lesen wollen - diese, und vermutlich eine jüngere Leserschicht, kommen voll auf Ihre Kosten - Ich hab's auch im Park gelesen, war sehr zufrieden und daher vier Sterne, diese ohne wenn und aber.


In Love and War
In Love and War
DVD ~ Sandra Bullock
Wird angeboten von audiovideostar_2
Preis: EUR 24,25

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Liebesschnulze, aber mehr nicht..., 1. November 2005
Rezension bezieht sich auf: In Love and War (DVD)
Vorweg-der Film ist ganz nett, auch wenn er im Mittelteil einige Längen hat. Es handelt sich hier um eine Liebesschnulze, die sehr lose an das Buch "In einem anderen Land" von Ernest Hemmingway anlehnt ist. Ich denke zwar, dass ein Vergleich Film/Buch nicht zulässig ist, da es sich eben um unterschiedliche Medien handelt, ich möchte aber dennoch jeden warnen zunächst das Buch zu lesen und mit dieser Erwartung sodann den Film zu schauen. Alles was das Buch als grandios! ausmacht, kommt im Film nämlich schlichtweg nicht vor. Die Schrecken des Krieges werden im Film nur skizziert und banalisiert, die Fronterlebnisse und die eigentlich dramatischen Elemente in der Liebesbeziehung zwischen Agnes und dem Protagonisten, die ich hier auch nicht verraten möchte, fehlen auch völlig. Also liebe Damen, die Ihr den Film so traurig gefunden habt: Lest mal das Buch und schmeisst Konsalik, Froehlich und co. mal in die Ecke. Ich verspreche Euch, dass da kein Auge trocken bleiben wird.


Solaris
Solaris
von Stanislaw Lem
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solaris!, 25. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Solaris (Taschenbuch)
Wow. Stanislaw Lem hat es geschafft mich mit diesem Buch doch nachhaltig zu beeindrucken. Vorweg: Es ist ein schwieriges Buch, welches sich nicht zum schnellen Konsum in S-Bahn oder Liegestuhl bei 30 Grad eignet. Das Thema des Kontaktes mit einem quasi-amorphen Wesen (der Ozean) liegt völlig jenseits der üblichen Klischeewesen im Star-Trek Stil und fordert vom Leser ein gewisses Abstraktionsvermögen und Toleranz. Auch der kurz aufkommende Frustmoment beim lesen, wenn die zunächst handfeste Handlung etwas surreal wird, muss erst mal verdaut werden. Die Themen Grenzen der Wissenschaft und Mensch und Wissenschaft spielen denn auch die zentrale Rolle. Diese werden zumeist präsentiert, indem der Held ein Buch aus der wissenschaftlichen Bibliothek zur Hand nimmt und sich dabei erinnert oder weiterdenkt. Nicht allzu originell. Zum Thema Wissenschaft hat Herr Lem in mir einen Leser ohne dahingehenes Sonderinteresse gefunden. Ich fand die Passagen - die zweifelsohne den Kern des Buches darstellen - interessant, aber vom Hocker gerissen hat mich das nicht. Aber mich hat an dem Buch etwas anderes fasziniert. Denn Lem schafft es die Einsamkeit und Verzweiflung auf der Raumstation dem Leser als zum Greife nahe zu präsentieren. Die Atmosphäre und die Spannung die hier aufgebaut wird ist enorm. Des Weiteren wird hier eine Liebesgeschichte erzählt. Dem Austronauten Kelvin erscheint seine tote Frau Harey, gleichsam als Ergebnis einer möglichen Kontaktaufnahme oder als Experiment des Ozeans mit der Besatzung der Raumstation. Harey ist sich trotz gewisser stereotyper Verhaltensweisen und einer phobiehaften Fixierung auf den Helden ihrer Andersartigkeit nicht bewußt. Diese Liebesgeschichte interessiert mich. Hier hätte ich gerne auch noch mehr zu gelesen. Lem schildert die unbedingte Liebe von Harey zu Kelvin und dessen verzweifelten Kampf zwischen Erwiderung ihrer Liebe und dem Wissen, dass dies bloße Täuschung und der Weg in den Wahnsinn ist. Das ist für mich das was Science-Fiction leisten kann. Abschließend sollte erwähnt werden, dass Lem das ganze auf nicht mal 300 Seiten unterbringt - also ein vielseitiges, intensives Leseerlebnis auf hohem literarischen Niveau bietet. Außergewöhnlich und daher fünf Sterne. PS: Die immer wieder gerügten Übersetzungsmängel halte ich für nicht sehr gravierend - da hab ich schon schlimmeres gelesen.


Steppenwolf
Steppenwolf
DVD ~ Max von Sydow
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 5,27

58 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Umsetzung von Hesses Meisterwerk, 17. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Steppenwolf (DVD)
Kernfrage: Ist dieses Kultbuch wenigstens halbwegs angemessen in das Medium Film transportiert worden? Die Antwort ist ja. Die äußere Handlung des Buches ist sehr exakt umgesetzt. Sämtliche Szenen entsprechen, jedenfalls auf den ersten Blick, dem Buch. So weit so gut, aber wie sieht es mit der Gedankenwelt der Romanfigur Harry Haller aus? Dessen Innenleben, also die Entwicklung seiner Selbstwahrnehmung vom simplen Mensch-Wolf-Konstrukt hin zu einer komplexeren Selbstwahrnehmung, wird gekonnt in einigen ausgesuchten und pointierten Episoden und zentralen Kernsätzen dargestellt. Bewußtseinserweiterung durch Drogenkonsum spielt Gott-sei-Dank und zurecht nur eine untergeordnete Rolle (alle Alt-Hippies bitte das Buch nochmal bei klarem Bewußtsein lesen!). Der Film bedient sich hierbei einiger Stilelemente, die sicher nicht jedermanns Geschmack treffen werden. Das Traktat vom Steppenwolf wird etwa als Zeichentrickeinschub in Monty-Python-Stil präsentiert - skurril. Das magische Theater finde ich in seiner surrealen, an die Werke Salvador Dali erinnernden Umsetzung durchaus gelungen. Mehr kann ein Film wohl nicht leisten. Der Film ist aber dadurch nicht total abgehoben und garade durch die Straffung der komplexen Gedankenwelt Hesses hervorragend geeignet sich noch einmal an das Buch zu erinnern bzw. um vor oder nach dem Lesen noch einmal eine pointierte Fassung zu erleben. Die schauspielerische Leistung, die Kulisse etc. sind vielleicht etwas vintage aber durchaus ok. Die deutsche Stimme der Hermine ist völlig daneben. Ein Videofreak mag mir hier entgegenhalten, dass der Film gut ist und hier wieder rumgejammert wird das Buch sei ja besser etc. Stimmt, aber: Steppenwolf gehört mit Sicherheit zur Weltliteratur und zudem zu den besten Büchern überhaupt. Der Film geht keine eigenen Wege, sondern versucht das Buch umzusetzen. Daher muss der Vergleich und die Bewertung des Films hier das Buch berücksichtigen. Daher meine klare Empfehlung an das Bildungsbürgertum, Schüler und Interessierte: Buch lesen und den Film anschauen. Film vier Sterne.


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