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Rezensionen verfasst von
Carina "musiclady"

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Die fernen Tage: Roman
Die fernen Tage: Roman
von Sally Beauman
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr "Tal der Könige" als "Tal der Tränen", 15. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Die fernen Tage: Roman (Taschenbuch)
Mit dem ersten Blick auf das Cover mit der Rose auf altem Papier hatte ich das Buch in die Kategorie "zuckrige Liebesschnulze" einsortiert und somit ignoriert. Zum Glück hatte ich es auf der Suche nach Urlaubslektüre auf dem Flughafen dann doch in die Hand genommen und in der Zusammenfassung gelesen, dass es sich um eine Story im Ägypten der 1920er Jahre handelt, mit Bezug zu realen Personen und Geschehnissen. Man hätte lieber die Pyramiden oder einen Tempel auf das Cover drucken sollen. Der umfangreichen Quellenangabe am Ende scheint das Buch recht gründlich recherchiert zu sein, Sally Beauman widmet sich sehr intensiv den Ausgrabungen im Tal der Könige und vor allem der Entdeckung des Grabes von Tutanchamun im Jahre 1922 durch Howard Carter und sein Team. Für Leser, die eine interessante Story erwarten und vielleicht sogar selbst eine Nilkreuzfahrt erlebt haben (ich leider noch nicht), ist das Buch sicher zu empfehlen.

Der Text im Einband verspricht "dunkle Geheimnisse", die die große Liebe der Protagonistin Lucy überschatten - derartiges habe ich im Buch nicht gefunden, weder Geheimnisse noch allzu viel Liebe. Es geht um die Freundschaft zweier Mädchen von Kindheit an, eingebettet in die oben genannten Ereignisse, an Schauplätzen wie das Tal der Könige, Cambridge, die englische Landschaft, London, New York, einem Erholungsort in Maine und Paris. Was sich in der Kindheit der beiden Mädchen noch flüssig und spannend liest, gerät bei deren Erwachsenwerden etwas zu lang, mitunter verlieren sich die Handlungsstränge. Sämtliche Personen des Romans sind zu Beginn und dann während der Handlung genauestens beschrieben - was ich mag bei Romanen - allerdings ist deren Verhalten mitunter etwas unverständlich. Zunächst kommt mir Lucy's Freundin Frances - die anfangs höchstens neun Jahre alt sein kann - für ihr junges Alter viel zu gebildet und altklug vor. Meines Erachtens kann ein Kind das Verhalten seiner Mitmenschen nicht so erfahren analysieren wie Frances, mitunter kommt diese Eigenschaft auch bei Lucy durch. Ich verstehe auch nicht, warum Lucy so voller Hingabe an ihrer späteren Erzieherin Nicola hängt, die sie gehässig und unverschämt behandelt und am Ende auch noch ihre Stiefmutter wird. Ich verstehe auch nicht, was Lucy zu ihrer überstürzten Heirat mit einem ungeliebten Mann treibt oder wieso sie jahrelang Nicola's Freundin Claire erträgt. Wovor eigentlich ist Poppy ständig auf der Flucht, und wieso ist die sonst so kompetente Miss Mack auf der zweiten Ägyptenreise so verhuscht und nervig? Nicht immer kann ich das Verhalten einzelner Figuren nachvollziehen.

Die späteren Jahre werden etwas straff absolviert - Lucy's Heirat, der zweite Weltkrieg, ihre Einsamkeit im Alter. Der Zauber der Handlung während der Entdeckungen im Tal der Könige vergeht etwas mit den Schicksalsschlägen des Lebens und den Kümmernissen des Alterns. Das Buch bietet keinen klassischen Spannungsbogen, ist aber eine interessante Aneinanderreihung von Geschehnissen.

Am Ende des Buches sind die Schauplätze und die weiteren Entwicklungen der "echten" Personen beschrieben. Das könnte man zum besseren Verständnis auch am Anfang schon lesen, manches deutet allerdings auf den Verlauf der Handlung hin. Man könnte sich damit etwas selbst die Spannung nehmen.

Fazit: Eine interessant geschriebene Lebensgeschichte mit Realitätsbezug - aber kein Liebesroman. Für mich daher eine Kaufempfehlung für Leser, die es nicht ganz so zuckrig bevorzugen.


Symphonica
Symphonica
Wird angeboten von A2Z Entertains
Preis: EUR 6,86

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sterbenslangweilig, 24. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Symphonica (Audio CD)
Ich gehöre nicht zu den Kennern von George Michael, habe noch nie ein Konzert besucht, bin kein Fan und kenne auch nicht seine Setlist. Was ich jedoch kenne, ist seine unglaubliche Stimme. Deshalb dachte ich, ich könnte mit dem Kauf dieses Albums nichts falsch machen. Ein großes Orchester, Phil Ramone als Produzent und diese Stimme - das konnte doch nur gut sein. Leider reiht sich nur ein "Cry in your beer song" an den anderen, es ist alles eine langweilige Suppe, die Songs unterscheiden sich kaum voneinander. Die Fans mögen es sicherlich, für mich als Neuling ein totaler Fehlkauf. Schade ums Geld. Die Stimme allein macht es eben doch nicht. Das ist nichts für Leute, die es etwas bombastisch und auch mal peppiger mögen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 23, 2016 1:38 PM CET


Music
Music
Preis: EUR 5,00

58 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen farbenprächtig und virtuos, 12. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Music (Audio CD)
David Garrett ist einer der wenigen Musiker, zu dem ich begeistert in Konzerte gehe - sowohl zu Rock als auch zu Klassik - von dem ich aber nur wenige Alben besitze. Es gibt Leute, die auf der Bühne unglaublich präsent sind, voller Spiel-und Lebensfreude bis zum letzen Moment alles geben, vor Begeisterung sprühen und deren Darbietung absolut brillant ist - die das alles aber nur bedingt auf einen Datenträger bringen können. Das ist natürlich auch sehr schwer, meine Messlatte liegt womöglich auch zu hoch. David Garrett hat aber, glaube ich, für Studioaufnahmen seiner Crossover-Welt noch etwas mehr Potential, während er auf der Bühne in Sachen Geigenspiel die sprichwörtliche Rampensau ist.
Aber zum Album.
Der Titel "Music" ist so simpel wie originell - gut gewählt, passt, nennt den Kern der Sache. Toll auf dem Cover das fliegende Haar und das Feuerwerk der Farben - gut gemacht.
Bei der Beurteilung von Musik muss man halt schauen, was man erwartet - bei diesem Album eindeutig den Spaß an der Musik, und zwar an jeder Richtung. Der Strauß ist vielfältig und bunt, dazu erstklassig gespielt - bei Garrett ist man mit der Qualität des Geigenspiels immer auf der sicheren Seite, er leistet sich weder Schluderei noch Mittelmaß. Natürlich ist die Auswahl Geschmackssache. Meine Favoriten sind eindeutig "Beethoven Scherzo" und "Sabre Dance" sowie die rein klassischen Stücke. Ob man allerdings hier auch noch "Tico Tico" haben muss, was sich nun wirklich schon auf jedem Tanztee totgelaufen hat, bleibt dahingestellt. Toll für mich auch "Sandstorm" und "Viva La Vida" - letzteres auf der Bühne und im Video mit raffinierter Pedal-Aufnahmetechnik präsentiert - das ist virtuos, das ist klasse! "Celtic Rondo" und "Whole Lotta Bond" fand ich im Konzert gut, hier irgendwie ein bisschen farblos. Absolut empfindlich bin ich bei jeglichen Coverversionen von Queen-Stücken. Ich wünschte, man würde Freddie sein Vermächtnis lassen, so wie er es konzipiert hat, es geht ohnehin nicht besser. "We Will Rock You" ist allerdings sowieso inzwischen total kommerzialisiert. Für mich klingt das auf der Geige irgendwie daneben. Die darübergelegten Paganini-Capricen höre ich nur schwer heraus, passen auch irgendwie nicht. Das mag nun aber auch an meiner mangelnden Sachkenntnis liegen.
Fazit - das Album ist etwas durchwachsen - das ist aber nun mal je nach Geschmack von Hörer zu Hörer verschieden.
Ich habe die Promo-Videos gesehen - haben mir auch sehr gut gefallen. Garrett erklärt mit akribischer Geduld jedes einzelne Stück und seine Beweggründe für die Auswahl - für den Laien mitunter vielleicht nicht ganz verständlich (man sollte zumindest wissen, was Pizzicati sind). Er redet auch erstmals davon, dass er Musik nicht generationengebunden sieht - das ist neu, bislang hat er immer ausschließlich junges Publikum angesprochen.
Ausgesprochen seiner unwürdig finde ich eine Äußerung im Booklet bei den Danksagungen. Er bedankt sich bei einer seiner Mitarbeiterinnen für "watching out for trouble makers". Diese "trouble makers" sind nichts anderes als Fans mit hin und wieder einer anderen Meinung oder Mut zu Kritik. Diese Leute werden auf seiner Seite angeprangert bzw. gesperrt. Nicht so gut. Diesen Seitenhieb hätte ich mir an seiner Stelle verkniffen.
Zuletzt ein paar Worte zu den beiliegenden Fotos - sorry, David, geht gar nicht. Wir wissen alle, dass er schön ist. Im Konzert hat er den Schalk in den Augen und die pure Lebensfreude im Gesicht. Ich wünschte, im Booklet wären Schnappschüsse aus den Konzerten - alles wäre besser als dieser schmachtende halbnackte Schönling mit zuviel Schminke im Gesicht. Das ist er nicht, das ist eher eine gestylte Puppe. Schön anzusehen - natürlich, welche Frau guckt da nicht mal gerne hin - aber das hat er nicht nötig. Garrett besticht durch sein Können, da braucht es nicht unbedingt noch den Dressman mit grenzwertig tiefsitzdendem Hosenbund. Nicht, dass ich prüde oder pingelig bin. Die Bilder werden ihm nur nicht gerecht.
Insgesamt ein gutes Album. Wer es sich zulegt, wird auf jeden Fall Spaß an der "Music" haben - absolut und definitiv.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 22, 2013 11:23 PM CET


Macht Musik: So spielt Ihr Team zusammen, statt nur Lärm zu produzieren (Dein Business)
Macht Musik: So spielt Ihr Team zusammen, statt nur Lärm zu produzieren (Dein Business)
von Richard de Hoop
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als Pflichtlektüre für Führungskräfte empfohlen, 15. August 2012
Ich glaube, dieses Buch sollte ich unbedingt mal meiner Chefin zum Lesen geben - sozusagen als Pflichtlektüre zur Verbesserung ihres Führungsstils. Vielleicht versteht sie danach, dass sie ihre Mitarbeiter nicht nur nach Alter und Ansehen des Fachgebietes beurteilen dürfte, sondern auch für Ihr Engagement und Fachwissen. Leider ist es in der heutigen Berufswelt egal, wie sehr man für seine Sache "brennt" oder nicht - es sind meist andere Faktoren, nach den man Wertschätzung erfährt - oder eben auch nicht.
Herzlichen Dank auch an David Garrett für dieses wunderbare Vorwort. Ich staune immer, wieviel Klugheit und Weitblick dieser junge Mann beweist. Er ist brillant. Abgesehen davon, dass er ein erstklassiger Geigenvirtuose ist, spürt man in seinen Äußerungen und Aussagen doch immer seine tadellose Erziehung, hohe Bildung und seine bezwingende Intelligenz. Schade, dass er so sehr auf ausschließlich junge Leute fixiert ist. Ich wünschte, er würde alle einladen, sich in seine moderne Sicht der Dinge mitnehmen zu lassen. Er sollte auch auf seiner offiziellen Website mehr Meinungen, Offenheit und Kritik zulassen als diese hochnotpeinliche Zensur. Hin und wieder mal eine kontroverse Diskussion schadet nicht, die kann mitunter auch ihn noch weiter nach vorn bringen. Sein "Bauchpinsel- und Beweihräucherungsforum" ist seiner gar nicht würdig.
Ein sehr gutes Buch. Ich habe es mit Begeisterung gelesen. Gerade in der heutigen Zeit, in der doch jeder eher an der eigenen Karriere interessiert ist ohne Rücksicht darauf, wer alles daneben oder dahinter im Staub liegenbleibt. In einer Zeit, in der man in der mittleren Lebensphase nochmal durchstarten will, aber immer wieder ausgebremst wird. In einer Zeit, in der ältere Arbeitnehmer zum alten Eisen" erklärt werden, anstatt sie weiter für ihre Arbeit zu begeistern und zu fördern.
Der Bezug von Teamgeist auf Musik und Orchester ist brillant. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 16, 2012 4:39 PM MEST


Zerbrechlich: Roman
Zerbrechlich: Roman
von Jodi Picoult
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3.0 von 5 Sternen Schwer nachvollziehbares Verhalten, 14. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Zerbrechlich: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe so meine Probleme mit der "Moral der Geschichte".
Sicher, es geht um ein krankes Kind. Das allein ist bitter, ein schlimmes Schicksal für die Familie, die sich neben den emotionalen Problemen auch mit erheblichen finanziellen Sorgen auseinandersetzen muss. Bis zu einem gewissen Grade ist eine demokratische, soziale Gesellschaft dazu da, solche Familien zu unterstützen. Das Buch handelt in den USA, wo die Strukturen der Krankenversicherungen völlig unterschiedlich gegenüber den unserigen sind bzw. überhaupt nicht vorhanden. Insofern verstehe ich das Buch als Aufruf zu Verständnis, Mitgefühl und Unterstützung für Mitmenschen, die diese Härtesituation durchstehen müssen.
Trotzdem habe ich - man möge mir verzeihen - nur wenig Verständnis für das Verhalten der Mutter, Charlotte.
Man möge bedenken - sie wollte dieses Kind unbedingt, um jeden Preis. Ein bereits vorhandenes gesundes Kind war nicht genug - nein, es musste unbedingt ein neues Kind mit dem neuen Mann sein - trotz fortgeschrittenen Alters der Mutter und absehbarer Risikoschwangerschaft. Sie hätte auch ein Kind mit Down-Syndrom behalten und geliebt. Nun hat Willow diese wirklich schwere Behinderung der Glasknochenkrankheit. Gibt das aber der Mutter das Recht, immer wieder um sich zu schlagen? Nachbarn haben z.B. Essen vorbeigebracht. Aus Charlotte's Sicht ist das nicht genug - sie beruhigen schließlich damit nur ihr Gewissen - sollen sie sich doch gefälligst ein paar Stunden um das Kind oder die Schwester kümmern, wenn sie schon helfen wollen. Als die Nachbarin die leere Auflaufform zurückhaben möchte, wird das fast als Affront gegen die ach so gestresste Mutter gewertet. Die Vorschullehrerin, die neben allen anderen Kindern nicht noch ein Kind im Gips betreuen kann, wird wütend als rücksichtslos und böswillig bewertet. Die beste Freundin Piper, gleichzeitig Gynäkologin, lädt die Familie zum Essen ein, bezahlt für die Mädchen Schuluniformen, unterstützt die Familie hin und wieder finanziell freiwillig und gern - es wird ihr gedankt mit einer Klage wegen eines Kunstfehlers, was die komplette Zerstörung ihrer beruflichen Karriere zur Folge hat. Charlotte sieht sich bei alldem im Recht, die Welt hat sich gefälligst um sie zu drehen, schließlich hat sie ein krankes Kind. Die Krönung all dessen ist für mich noch die Selbstgefälligkeit, mit der sie die (für mich nicht nachvollziehbare) Entschuldigung Piper's entgegennimmt.
Mir erschließt sich Charlotte als grundegoistisch und rücksichtslos gegen ihre Mitmenschen. Selbst die eigene (gesunde) Tochter wird erbarmungslos ins Abseits geschoben. Nein, ich habe kein Mitgefühl für diese Frau. Die Klage gegen ihre Freundin ist für mich moralisch verwerflich. Vielleicht hat diese Tatsache auch Jodie Picault zu diesem Ende bewogen.


Forever And Beyond
Forever And Beyond
Preis: EUR 13,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kreativ und innovativ - Manilow hochaktuell, 2. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Forever And Beyond (Audio CD)
Das Zitat von Andy Warhol "In the future, everybody will be famous for 15 minutes" begegnet mir innerhalb weniger Wochen zum zweiten Mal - zuerst in der Warhol-Ausstellung "Headlines" im Frankfurter Museum für moderne Kunst und nun als Inspiration für das neueste Album von Barry Manilow. Warhol und Manilow hätte ich nie zusammen in einem Atemzug genannt - hier sieht man, wie beide doch in Sachen Mut zur Innovation ganz gut zusammenpassen. Manilow nennt nicht nur seinen Titelsong "15 Minutes" nach Warhols Ausspruch, er orientiert sich auch mit dem Album-Cover an Warhols Kunst. Allein das finde ich schonmal gut.

Dieses Doppelalbum beinhaltet das neueste Studioalbum von Barry Manilow sowie einen kurzen Live-Mitschnitt aus seinem Konzert 2011 in London zusammen mit dem Royal Philharmonic Concert Orchestra. Gleich vorweg - ich würde dieses Doppelalbum niemandem empfehlen, der Barry Manilow noch nicht kennt und sich einen kurzen Überblick über sein Schaffen der letzten vierzig Jahre wünscht. Diejenigen sollten besser zu seinem "Ultimate Manilow"-Album oder einem anderen Livemitschnitt greifen - die sind alle großartig. "15 Minutes" ist das manilow-untypischste Album schlechthin und der Mittschnitt aus London ist - wenn auch phantastisch - so doch ganz einfach zu kurz für einen tieferen Eindruck.

Ich habe Manilow noch nie so rockig, rappig, innovativ und mutig erlebt. Dieses Album ist - ähnlich wie vor Jahren "Here At The Mayflower" - ein Mini-Musical auf CD. "Mayflower" erzählte vom Schicksal der Bewohner eines Apartment-Hauses, dieses hier berichtet vom Weg zum Ruhm, vom Fluch und Segen des Star-Daseins, dem Glück des Aufstiegs, dem Druck, der Müdigkeit und der Angst vor dem tiefen Fall. Hitpotential hat hier nur der Titelsong, aber als Aneinanderreihung von Hits ist dieses Album ja auch nicht gedacht. Besonders gefällt mir die Kombination aus dem Brief eines anhimmelnden Fans mit der frustrierten Erkanntnis des Stars, dass er das Hotelleben im Grunde satt hat. Aktuelle Bezüge findet man auch zu Amy Winehouse, Britney Spears, Keath Richards - Manilow bleibt nah am Zeitgeschehen. Ich kann und möchte hier nicht auf alle einzelnen Titel eingehen. Man muss es einfach hören und sich darauf einlassen.

Der Livemitschnitt aus London bringt auf kürzestem Raum alles herüber, was ich selbst als Fan in vielen Jahren und unzähligen Konzerten selbst miterlebt habe - die Overtüre, während der das Publikum mit Fotos und Ausschnitten aus vergangenen Konzerten unterhalten wird, der unbeschreibliche Jubel, wenn die Fanfare aus I Write The Songs" erklingt und der Vorhang aufgeht, die ersten Takte aus "I'm coming back". Es singen wirklich tausende begeisterte Fans "Can't Smile Without You" mit (sie singen übrigens auch in der U-Bahn zum und vom Konzert), Manilow lacht wie immer in seiner Selbstironie über seine etwas ungelenken Tanzschritte, er redet wie immer in seinem unverkennbaren Brooklyn-Slang und badet begeistert im Jubel der Menge. Man gönnt ihm das, bei aller Selbstinszenierung ist Barry Manilow immer echt. Was er seinem Publikum gibt, kommt von Herzen, er ist Vollblut-Musiker aus tiefster Seele. Ein Highlight ist hier diesmal auch das Zusammenspiel mit dem großen Orchester. Kompliment auch wieder an die Band - wie immer hochprofessionell und diesmal sogar mit einigen richtig guten Gitarren-Riffs zur Stelle.
Ich habe sehr große Freude an diesem Album. Und sollte es je nochmal eine Gelegenheit geben, ihn live zu erleben, zitiere ich aus dem Brief des Fans - "I'll be there, I'll be there, I'll be there, I'll be there, I'll be there......"
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 8, 2016 9:40 PM MEST


Legacy  (Deluxe Edition)
Legacy (Deluxe Edition)
Preis: EUR 24,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassik vom Feinsten, 7. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Legacy (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich gehöre zu denjenigen "Musik-Konsumenten", die alles hören - über Rock, Pop, Swing, Jazz bis zu Klassik, bei letzterer auch wiederum alles von Oper und Sinfonien bis zu Konzerten. Einiges davon kann ich ganz gut beurteilen und kann sagen, dass ich mich recht gut auskenne - die Klassik gehört bislang definitiv nicht dazu. Klassik gehe ich gefühlsmäßig an. Die Musik gefällt mir oder eben nicht, sie berührt mich tief drinnen oder eben nicht, sie tut meiner Seele gut oder eben nicht. Ich bin nicht in der Lage, kleine Patzer oder Unregelmäßigkeiten herauszuhören oder einen kleinen "Schleifer" zu identifizieren, man möge mir deshalb meine wenig professionelle Rezension nachsehen. Ich gehöre zu denen, die gerade in Sachen Violinkonzerte einigen Nachholebedarf haben - also doch eigentlich die ideale Zielgruppe für David Garrett.

Nun habe ich so meine Probleme mit Leuten, die mir durch raffiniertes Marketing oder unablässige Werbung übergestülpt werden sollen, das kann bei mir mitunter das Gegenteil bewirken und ich wende mich ab, noch bevor ich richtig hingehört habe. Es hätte nicht viel gefehlt und es wäre mir mit David Garrett so ergangen. Mich hat dann aber doch sehr beeindruckt, dass er sich neben seiner Crossover-Karriere noch immer so hingebungsvoll der Klassik widmet, dass ich mir Konzertkarten und das Album "Classic Romance" gekauft habe. Vielleicht war es auch sein liebenswertes Wesen und sein unkompliziertes Auftreten - ich bin aber nun gut dabei, meine Defizite der Kenntnis von Violinkonzerten etwas abzubauen. Inzwischen besitze ich fast alle seiner Klassik-Aufnahmen und natürlich nun auch das Album "Legacy". Als ich mir die Karte für eines seiner Konzerte mit der russischen Nationalphilharmonie im Mai kaufte, stand auf dem Programm noch das Violinkonzert op.35 von Peter Tschaikowski. Das wurde kurze Zeit später geändert in das Beethoven-Violinkonzert op.61, worüber ich alles andere als begeistert war. Ich liebe Tschaikowski. Im Konzert erlebte ich dann erstmals die Schönheit dieses Beethoven-Konzertes. Vorher hatte ich mir Aufnahmen mit anderen Solisten angehört und kannte die Kreisler-Kadenzen nicht, deshalb war ich total überrascht, mit welch tiefer Hingabe Garrett dieses Konzert interpretiert hat und wie sehr mir das gefiel. Ich war tief berührt, obwohl ich doch etwas wütend über die Programmänderung hingegangen war. Ich habe es genossen - und ich genieße dieses Album. Inzwischen bin ich sehr froh, dass ich nun doch das Beethoven-Konzert kennengelernt habe. Es gefällt mir, es tut mir gut, ich kann es erfühlen und tief erleben. An Fritz Kreisler dagegen musste ich mich gewöhnen - sowohl im Konzert als auch auf diesem Album. Ich weiß nicht, ob die Kombination mit den Kreisler-Stücken wirklich ideal ist - sie passt auf jeden Fall in Bezug auf die (wiederum wunderbaren) Kadenzen, ist aber vielleicht nicht immer jedermanns Sache. Man muß sich den Stücken einfach öffnen. Es ist Geschmackssache - wie meist bei Musik.

Noch ein paar Worte zur beiliegenden DVD. Bei David Garrett ist mir immer ein bisschen zuviel Pathos, was seine schwere Kindheit und Jugend betrifft. Deshalb hatte ich auch hier wieder etwas zuviel Mitleid und zuwenig Information erwartet. Dem ist nicht so - diese Dokumentation ist erfrischend "echt" mit interessanten Berichten von Lehrern, Wegbegleitern, Familie und Garrett selbst. Die Kombination aus Crossover- und Klassik-Bezug ist auch sehr gelungen. Das Erzählte wirkt unverfälscht und ehrlich. Gefällt mir sehr. Das einzige Manko sind die Untertitel - wer sich deutsche Untertitel (gesprochen wird englisch) einstellt, muss diese entweder unten oder oben oder mitten auf dem Bildschirm verteilt lesen. Das nervt und verdeckt ab und zu das Bild.
Fazit - für "Klassikanfänger" jeden Alters ist es ein sehr empfehlenswertes Album, weil die Stücke von Fritz Kreisler für den Anfang doch recht eingängig und kurzweilig sind und das Beethoven-Konzert ist einfach nur wunderschön. Außerdem passt das Preis-Leistungs-Verhältnis - für knapp zwanzig Euro eine reichliche Stunde Klassik vom Feinsten und eine knappe Stunde Doku - da bekommt man recht viel für sein Geld. Abgesehen von der erstklassigen Qualität, die aus meiner Sicht von Orchester und Solist geboten wird.


Rufus Does Judy at Carnegie Hall
Rufus Does Judy at Carnegie Hall
Preis: EUR 13,99

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Welt sollte es eben doch haben..., 4. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Rufus Does Judy at Carnegie Hall (Audio CD)
Der "Rolling Stone" (oder war es der "Musikexpress?") schrieb sinngemäß "Braucht die Welt dieses Album? Nein! Sollte man es trotzdem haben? Ja!"
Ich für meinen Teil kann es ganz gut gebrauchen. Kurioserweise bin ich zufällig beim Stöbern auf dieses Album gestoßen. Ein Judy-Garland-Konzert kann ja erstmal nicht verkehrt sein, dachte ich, also kaufen! Ich hatte den Namen Rufus Wainwright noch nie gehört. Inzwischen habe ich auch alle seine Original-Alben und schätze ihn als einen der großen Songwriter. Da er JEDES seiner Alben von Anfang bis Ende selbst komponiert, arrangiert und geschrieben hat, meine ich, daß er DIESES Konzert von vorn bis hinten getrost covern darf. Und es ist ihm excellent gelungen.
Ich kannte das Original-Konzert von Judy Garland nicht, bislang zumindest. Natürlich kann man sich die Frage stellen, warum die Welt nun dieses Konzert wieder "aufgewärmt" braucht. Weil die Big-Band erstklassig ist, weil die Aufnahme lupenrein ist, weil die Songs ein Genuß sind und weil hier ein Künstler am Werk ist, der es KANN! Natürlich ist ein Original ein Original, Judy ist Judy und niemand wird unterstellen, dass irgendwas besser ist als das Original. Aber wenn junge Nachwuchskünstler (ich zähle Rufus mit seinen Mitte Dreißig jetzt einfach mal noch dazu) diese Musik, dieses Erbe nicht pflegen, dann gibt es irgendwann nur noch zerkratzte, x-mal digital remasterte Aufnahmen, die im Grunde kein Mensch mehr kennt.
Womit haben wir es hier zu tun? Aus meiner Sicht ist es ein großartiges Konzert, von der Overtüre bis zu den Zugaben. Der Dirigent ist ebenfalls sehr jung und holt aus der Big Band mit seiner Begeisterung das Optimale heraus. Die Auswahl der Songs entspricht dem Original-Konzert von 1961. Das geht also auf das Konto von Judy Garland, ihr gebührt mindestens einer der fünf Sterne. Rufus Wainwright ist sicher nicht der geborene Crooner, aber seine Stimme trägt die Songs sicher über alle Oktaven, er singt nicht gegen die Band an, sondern MIT ihr (eine große Herausforderung für Sänger, die große Orchester zur Begleitung nicht gewöhnt sind). Es ist ein Genuß zuzuhören. Hervorzuheben ist seine Schwester Martha, die eine bemerkenswerte, großartige, für mich einzigartige Interpretation von "Stormy Weather" beisteuert. Bravo, Mädchen! Vielleicht hätte sie auch "Over The Rainbow" singen sollen, den Schlüsselsong des Konzertes, mit dem man Judy Garland noch heute identifiziert.
Man sollte natürlich schon ein gewisses Interesse für das "Great American Songbook" haben, um dieses Album gut finden zu können. Wer mit Sinatra und Streisand nichts anfangen kann, kann hiermit wohl sicher auch nichts anfangen. Für mich ist dieses Album eine wertvolle Bereicherung meiner Sammlung. Großartig, Rufus, eine tolle und mutige Leistung. Von mir fünf Sterne. Und - übrigens - die DVD habe ich auch gleich noch gekauft.


Lady Helenas Geheimnis
Lady Helenas Geheimnis
von Elizabeth Edmondson
  Taschenbuch

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen unüberschaubarer Personenkreis und zähe Story, 29. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Lady Helenas Geheimnis (Taschenbuch)
Der Schauplatz der Geschichte und die Atmosphäre sind recht originell gewählt. Leider konnte ich dem Buch trotzdem recht wenig abgewinnen. Die Handlung entwickelt sich sehr zäh und der Personenkreis ist für ein einziges Buch einfach viel zu groß. Ein flüssiges Lesen ist überhaupt nicht möglich, weil man ständig zu der angehängten Personenübersicht blättern muß. Hat man das Buch einige Tage aus der Hand gelegt, verliert man völlig den Faden. Selbst die Übersicht am Ende ist nicht sehr glücklich gelungen - normalerweise gehört so etwas an den Anfang des Buches (ich habe nur zufällig entdeckt, daß am Ende eine Übersicht der Personen aufgeführt ist) und die Form eines Stammbaumes wäre übersichtlicher gewesen. So muß man sich auch dort erst über die vielen Verwandschaftsverhältnisse ("Tochter von...", "älteter/jüngerer Bruder von...", "Onkel von...") einen Überblick verschaffen. Ich habe beim Lesen mehrmals überlegt, ob ich überhaupt weiterlesen soll oder mir den Aufwand spare, weil die Handlung stellenweise auch ausgesprochen langweilig ist. Ich habe dann doch durchgehalten, würde aber diesen Roman an Freunde spannender Unterhaltung nicht weiterempfehlen.


It's Time
It's Time
Preis: EUR 14,49

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen eher langweilig, 4. April 2007
Rezension bezieht sich auf: It's Time (Audio CD)
Michael Buble ist zweifellos ein Könner, was seinen Gesang betrifft. Das Album bietet in erster Linie umarrangierte Klassiker, die man - meine ich - lieber in ihrer Urprungsversion hätte belassen sollen. Der Einstiegssong verspricht mehr, als das ganze Album dann hält. Swingfreunde haben bis zum vierten Song sicher ihre Freude an dem Album, aber spätestens ab dem ersten Drittel plätschert es nur noch seicht dahin und eignet sich bestenfalls als Hintergrundmusik. Pures Zuhören ist einfach viel zu langweilig, es wirkt etwas dahingesungen. Wer ein gut gemachtes (neues) Swingalbum sucht, sollte sich dann doch lieber an Robbie Williams oder Barry Manilow ("Singin' wit the Big Bands") halten. Michael Buble hat sicher das Zeug für einen überzeugenden Crooner. Mit diesem Album hat er das leider(noch)nicht unter Beweis gestellt.


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