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Rezensionen verfasst von
Dirk Steilner

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Dystopia (Limited Edition)
Dystopia (Limited Edition)
Wird angeboten von Disco100
Preis: EUR 24,50

4.0 von 5 Sternen Guter Einstieg von Stu Block, zu viele mittelmäßige Songs, 30. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Dystopia (Limited Edition) (Audio CD)
Beim 2011 erschienenen "Dystopia" der Power-Metal-Götter aus Florida, welches ich als Deluxe-Edition mit drei Bonus-Tracks und Patch (für alle Kuttenträger) für 15,99 Euro bei Saturn gekauft habe, handelt es sich um das mit Spannung erwartete Debüt von Stu Block, einem recht jungen, relativ unbekannten Sänger aus Kanada (zu bestaunen bei Into Eternity, siehe YouTube).

Stu Block ist definitiv ein sehr guter Sänger, der ideal zu Iced Earth passt, da er über alle Fähigkeiten verfügt, die ein erstklassiger Frontmann in einer der besten und erfolgreichsten Metal-Bands der letzten Jahre benötigt.

Sein Stimmspektrum reicht von der sehr rauen, dunklen, aggressiven Hauptstimme über eine recht hohe, wohlklingende Stimme, wenn es in die Höhen geht, bis hin zu den wichtigen, unverzichtbaren, unnachahmlichen Screams, die einem die Nippel steif werden lassen -:) Stu Block erinnert sehr an eine Mischung aus Matt Barlow, Ripper Owens und dem Gottvater der Metal-Shouter Rob Halford, ohne dabei einen der Genannten zu kopieren. Dennoch würde ich sagen, dass dieser Sänger-Wechsel (die ja bekanntermaßen immer sehr problematisch sind) sehr gut gelungen ist, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass sein ganzes Können erst auf den nächsten Alben zur vollen Entfaltung kommen wird.

Viele der Songs auf "Dystopia" machen auf mich den Eindruck, als ob sie nur auf ihn zugeschrieben wurden, um ihm einen leichten Einstieg zu gewähren, bei dem man nicht viel falsch machen kann. Dies wirkt sich leider auch auf ein paar "Nullnummern" auf dem Album aus, die mich nicht so ganz überzeugen können.

Das Album (ich habe die Deluxe-Edition mit drei Bonus-Tracks vorliegen) wirkt in seiner Gesamtheit auf mich etwas unausgereift, zusammengewürfelt und uninspiriert. Die meisten der einzelnen Songs wollen in meinen Gehörgängen nicht so recht zusammenfinden. Als glühender Iced Earth-Fan seit "Burnt Offerings" bin ich nach den sehr starken Konzeptalben der letzten Jahre etwas enttäuscht über zu viel Durchschnitt auf "Dystopia".

Los gehts mit dem Titeltrack, einem im Up-Tempo-Bereich gehaltenen, sehr stimmungsvollen Opener, auf dem Mr. Block gleich mal zeigt, was er kann. Der Song ist sehr eingängig und vorantreibend, mit geilen Screams in der Überleitung zum Refrain, welcher selbst schnell im Ohr hängenbleibt. 5 Punkte !

Weiter geht es mit dem sehr intensiven Midtempo-Stampfer "Anthem", der sehr kraftvoll und wuchtig daherkommt. Stu Block kann hier die dunklere Seite seiner Stimme einbringen. Auch hier prägt sich der mehrstimmige, am Ende mit Chorälen unterlegte Refrain schnell ins Gedächtnis ein. Auch hier volle Punktzahl !

Song Nr. 3 heisst "Boiling Point", ein Speed-Kracher a la "Violate", der mit seiner kurzen Spielzeit von 2:46 schnell auf den Punkt und zum Ende kommt. Auch hier sind Stu Blocks Kreischer schön abwechselnd mit sehr tiefstimmigen Gesangspassagen kombiniert. Diesen Song morgens zum Aufstehen und auf alle anderen Wachmacher kann verzichtet werden.

Es geht nahtlos mit "Anguish of Youth" weiter, das sehr an "The Hunter" vom genialen "Dark Saga"-Album erinnert. Ruhige Akustik-Parts wechseln sich mit einem metallischen Refrain ab. 4 Punkte !

Es folgt "V", das wohl für "Victory" stehen soll, einer Midtempo-Nummer, die recht schnell zum Refrain kommt, der mich nicht so anspricht und mehrstimmig gehalten ist und ein wenig poppig rüberkommt. Mastermind Jon Schaffer sei an dieser Stelle auch mal erwähnt, der wie oft ein Killerriff nach dem anderen produziert. Knappe 4 Punkte.

Track No. 6 ist eine der Single-Auskopplungen und heisst "Dark City", meine Favorite-Nummer auf dem Album.
Einem sanften Einstieg folgen die ersten markerschütternden Screams und anschließend eine ziemlich flotte, typische Iced Earth-Hymne: Eingängig, variables Riffing, hymnischer Refrain. Der Song hat das gewisse Etwas !

Nr. 7 "Equilibrium" steht seinem Vorgänger kaum nach. Eingängige Gesangs- und Gitarrenlinien, die Lead-Gitarre erinnert im weiteren Verlauf sehr an Iron Maiden. Nach dem Gitarrensolo gibts einen Stu-Block-Scream-Teil, der aber noch viel zu kurz kommt.

Nr. 8 "Days of Rage" ist eine High-Speed-Power-Hymne ähnlich Track Nr. 3 "Boiling Point" mit einem sehr trashig gesungenem Refrain. Mit 2:17 eine der kürzesten Iced-Earth-Nummern überhaupt.

Weiter geht es mit "End of Innocence", einer typischen Iced-Earth-Halb-Ballade, die mir leider gar nichts gibt, da hier auch der Sound irgendwie komisch hölzern wirkt und nicht so richtig in die Gänge kommen will. Auch wirkt Mr. Blocks Gesang ein bisschen zu überfrachtet. Gefällt mir nicht so.

Zum Abschluss des normalen Albums gibt es "Tragedy and Triumph", einer hymnenhaft beginnenden Up-Tempo-Nummer, die mir leider auch nicht so zusagt. Weder aggressiv noch einprägsam mit nem komischen Refrain, irgendwie schwer zu beschreiben, aber nicht sehr überzeugend.

Auf der Deluxe-Edition gibt es noch "Soylent Green" und "Iron Will", die mich nicht so richtig überzeugen können, da sich die beiden Nummern einfach durchschnittlich und highlight-arm präsentieren.
Am Ende gibts noch die sogenannte String Version von "Anthem", eine Version, die sich leicht verändert zum Track No. 2 zeigt, aber ganauso gut rüberkommt.

FAZIT: Nach dem tollen, Erwartungen erweckenden Einstieg ins neue Album verlieren sich Iced Earth im weiteren Verlauf und vor allem zum Ende hin in ziemlich gleichklingenden, höhepunktarmen, mittelmäßigen Songs, die nicht mehr so den Gänsehaut-Faktor haben, wie z. B. Song Nr. 1, 2 oder 6. Dies sind absolute Anspiel-Tipps !

Das Album bekommt von mir deshalb ganz knapp 4 Punkte, obwohl ich zuerst nur 3 geben wollte.
Ich hoffe sehr, dass der Nachfolger etwas mehr Spirit und atmosphärische Dichte aufweisen wird. Vielleicht kommt ja wieder ein Konzept-Album ähnlich den "Something Wicked"-Alben, das passt zu dieser Band einfach irgendwie besser.


Elysium
Elysium
Preis: EUR 11,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klare Steigerung zum Vorgänger, 3. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Elysium (Audio CD)
Auch wenn ich mit meiner Rezension etwas spät dran bin, da das 2011er-Werk von Stratovarius mit Titel "Elysium" bereits Anfang des Jahres erschienen ist, möchte ich es mir doch nicht nehmen lassen, ein paar Takte von mir zu geben.

"ELYSIUM" knüpft nach meinem Geschmack wieder etwas mehr an die richtig guten Werke wie "Kiss of Judas" oder "Destiny" an. Nach dem sehr durchwachsenen Vorgänger "Polaris" (für mich zu viel Durchschnitt, zu viele Kompromisse und einen Tick zu viel unnötiger Schnick-Schnack drauf), sehe ich hier eine klare Steigerung in Sachen "Auf-den-Punkt-kommen", Geradlinigkeit und Frische.

Los gehts mit "Darkest Hours", einem knackigen Opener in bester Stratovarius-Tradition, der mit leichter Beschleunigung direkt auf den Punkt kommt und dem bombastisch-angehauchten und leicht im Ohr bleibenden Refrain (inklusive stimmungsvoller Keyboard- und Double-Bass-Einlagen) eine jener unverwechselbaren typischen Stratovarius-Hymnen beschert, die ich persönlich an dieser Band so liebe.

Es geht gleich munter weiter mit dem recht flotten und noch straighterem "Under Flaming Skies", der seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Schöne Double-Bass-Läufe und Melodiebögen, ein paar Bombast-Einlagen, gedoppelte und recht hohe Gesangsparts. Ansonsten siehe "Darkest Hours", geiler Song !

Der dritte Song "Infernal Maze" beginnt mit einer stimmungsvollen, langsamen Gesang- und Effekteinlage, um dann nach einer starken Minute in einen schnellen, sehr verspielten, mit einigen Breaks beladenen Song umzuschwenken, aus dem das im Mittelteil sehr ekstatisch verspielte Gitarrensolo von Matias Kupiainen heraussticht.

Track No. 4 "Fairness Justified" ist ein eher langsamer, sehr kraftvoller Song, mit effektvollem Refrain, einem sehr schönen Solo von Kupiainen im zweiten Drittel. Hier zeigt sich zum Beispiel, was ich eingangs mit "auf den Punkt kommen" meinte. Dieser Song ist mit Effekten und Intensität beladen, die aber zielgerichtet und passend eingesetzt werden und nicht in einem undefinierbaren Wirrwar, wie auf den meisten der letzten Alben, daherkommen.

Es folgt das schnelle, eingängige "The Game never ends" (mit ziemlich krasser Keyboard-Einlage am Ende), welches mir persönlich etwas zu einfach mit seinem mehrstimmigen Refrain daherkommt. Naja, geht gerade noch so.

Weiter geht es mit dem sehr düsteren, tiefen, sehr eindringlichen "Lifetime in a Moment", einem für Stratovariusverhältnisse fast schon als sehr "heavy" zu bezeichnenden Song. Relativ tiefgestimmte Gitarrenparts, ein toller Groove dank wummerndem Bass, toller Gesangspart (in dem Timo Kotipelto zeigt, was er drauf hat) und ein sehr düsterer, einprägsamer Refrain machen diesen Song zu einem sehr intensiven Erlebnis. Anspieltipp !!

Track No. 7 heisst "Move the Mountain" und kann getrost als Metal-Ballade bezeichnet werden, da Grundtempo sehr getragen und die Gitarren-Parts großteils unverzerrt bzw. nur leicht verzerrt gespielt werden. Der Song hat eine recht positive Grundstimmung, mit sehr schönen Keyboard- und Gitarrenparts. Perfekt wäre er, wenn Timo Kotipelto in den Gesangsparts ein bisschen mehr aus sich herausgehen würde / könnte, quasi etwas mehr shouten würde. Da gabs schon intensivere und geilere Balladen der Finnen. Trotzdem schöner Song !

Es folgt das sehr schnelle, eingängige "Event Horizon", wo erstmals die Stratovarius-markanten Kammerspiel-artigen Parts zu hören sind (sorry Leute, weiss gerade nicht wie sich das Instrument bzw. die Effektart nennt). Ich persönlich stehe da nicht soo drauf, obwohl sie wie gesagt sehr typisch für die Band sind. Okay, letztendlich fällt der Song nach meinem Geschmack etwas ab, da auch beim Refrain so ein bisschen der Overkill fehlt.

Abschließend gibts noch den 18-Minuten-Titel-Epos "Elysium", der sehr gemäßigt beginnt, recht schnell in einen gesangsintensiven Part übergeht und in einem ersten Solo mündet, bevor mit einem sehr ansprechenden Melodiebogen der Refrain erneut wiederholt wird. Timos Stimme ist über fast den gesamten Song in einer sehr hohen, manchmal etwas nervenden Tonlage. Es folgen ein paar schnellere Parts bevor zwischen 07:40 und 08:10 ein recht griffiger Part kommt, dem wieder der Refrain folgt und das Tempo wieder angezogen wird. Das alles beschriebene wiederholt sich noch das ein oder andere Mal. Bei 11:30 gibts einen düsteren, sehr schön gesungenen Teil, bevor es mit gelungenen Soli und Refrainwiederholungen dem Ende zugeht. Ich bin grundsätzlich kein großer Freund von Songs mit extremer Überlänge und auch hier zeigen sich ein paar Schwachpunkte, insbesondere bei den Spannungsbögen der einzelnen Teile.

FAZIT: Stratovarius anno 2011 sind wieder mehr zurückgekehrt auf den Pfad der Tugenden Geradlinigkeit, Eingängigkeit und Intensität. Die Band hat immer schon von ihrer ganz eigenen leicht düsteren, anklagenden aber auch positiv gestimmten atmosphärischen Dichte gelebt, die sich sowohl in schnellen, eingängigen, mit Kotipeltos unglaublichem Gesangsvermögen zum stimmlichen Overdrive hochgepeitscht hatte, als auch von den langsameren, sehr atmosphärischen, düsteren, getrageneneren Songs, die in ihrer Komplexität mal mehr oder weniger gelungen waren.

Was sich beim Vorgänger "Polaris" aber schon leicht andeutete, oftmals aber noch zu kompliziert und überladen daherkam, bzw. bei den schnelleren Nummern der Overkill fehlte, ist hier bei "Elysium" wesentlich besser gelungen.
Auch dieses Album beinhaltet ein hohes Maß von bombastischen Effekten, jeder Menge sehr prägnanter Keyboardparts, einem wieder Mal sehr anspruchsvollen und abwechslungsreichen Drum-Spiel unserer deutschen Drummer-Koriphäe Jörg Michael, einer sehr überzeugenden und reifen Gesangsleistung von Timo Kotipelto und vor allem einer sehr gelungenen kompositorischen Leistung und in die Praxis ganz stark umgesetztem Gitarrenspiel von Matias Kupiainen, der sich langsam aber sicher aus dem Schatten seines großen und mächtigen Vorgängers herausspielt und bei gleichbleibender Entwicklung spätestens mit dem nächsten Album aus dessen Fussstapfen heraustreten wird, da bin ich mir sicher.

"ELYSIUM" ist alles in allem ein sehr gelungenes Album (auch wie immer was das geniale Coverartwork angeht), das von mir nur deshalb ganz knapp die fünf Punkte verfehlt, weil mir erstens nur ein einziger Song fehlt, der mich voll und ganz und zu 100 % kickt (wie z. B. der "Destiny"-Titelsong oder das darauf folgende geniale S.O.S) und ich die große Hoffnung habe und es auch irgendwie im Gefühl habe, dass das nächste Stratovarius-Album ein wahres Meisterwerk werden wird, an dem es fast nichts zu kritisieren geben wird -:) Ich bin gespannt !


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