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Rezensionen verfasst von
Hans-Walter Scheffler
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Café & Kuchen: Badische Kaffeehäuser und Kuchenrezepte.
Café & Kuchen: Badische Kaffeehäuser und Kuchenrezepte.
von Marion Jentzsch
  Broschiert
Preis: EUR 19,80

4.0 von 5 Sternen Wie man an die süßen Kalorien kommt, 20. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Kaffeehäuser sind in Italien Kult, und dementsprechend gibt es auch prächtige Bildbände über sie. Das 2013 in 3. Auflage erschienene badische Buch von Marion Jentzsch kommt etwas Bescheidener daher, macht aber auch Lust und Appetit auf Kuchen, Kaffee und mehr. Die Autorin lädt den Leser zu 50 Besuchen von Kaffeehäusern in Baden und im Elsass ein und verrät 36 ihrer privaten Kuchenrezepte. Außerdem gibt es noch andere Tipps wie die „süßen Einkaufsadressen“ in Freiburg.
Zuzustimmen ist ihr in jedem Fall, wenn sie sich in einer Art Kaffeehaus-Knigge darüber beklagt, dass die Gemütlichkeit in vielen Cafés verloren gegangen ist und der Gast oft vergeblich Ausschau nach aktueller Zeitungslektüre hält – da ist selbst manche Arztpraxis besser bestückt! Hinzufügen möchte ich, dass gerade in einigen Touristenorten die Öffnungszeiten der Cafés nicht immer kundenfreundlich sind.
Spontan zustimmen können wir bei diesen Lieblingsorten der Autorin: Drehers Kaffeehaus in Gengenbach, Decker in Staufen und Stefan Linders Käsekuchen vom Freiburger Münsterplatz – das sind unwiderstehliche kulinarische Schauplätze! Vermisst wird ein Tipp für Colmar, dort warten mehrere einladende Kaffeehäuser. Auch auf mancher Ferme Auberge in den Vogesen gibt es vorzügliche hausgemachte Kuchen (Heidelbeer!).
„Ein selbst gebackener Kuchen ist immer etwas Besonderes“, findet Marion Jentzsch zu Recht. Unsere besondere Aufmerksamkeit werden jetzt der hausemachte Flammkuchen, der Rotweinkuchen (Unsere verzweifelte Frage: kein lieblicher, aber welcher nur?) und Schwarzwälder Gugelhupf (da werden unsere Elsässer Freunde aber staunen!) finden. Um die Schwarzwälder Kirschtorte ranken sich ja viele Geschichten, von ihrer ungeklärten Herkunft bis hin zu der Aussage einer Gewinnerin des Kirschtortenfestivals in Todtnauberg, dass sie die eigentlich gar nicht mag – wegen des Alkohols!
Aber noch so attraktive Kaffeehäuser sind auch gefährlich – wegen der Kalorien! Deshalb ist es begrüßenswert, dass die Autorin auch alternative Speiseangebote zu Kalorien-„Bomben“ auflistet. In einer Confisérie in Gengenbach bestellte ich vor Jahren ein Schinkenbrot für 9,20 DM. Beim Bezahlen überraschte mich die Serviererin mit der Bemerkung: „Das kostet Sie eine Mark weniger. Ich habe mit der Küche gesprochen: Es war zu wenig drauf.“


Südschwarzwald. 31 Leichte Entdeckungen. Reisebuch mit ausgesuchten Adressen zum Einkehren und Ausgehen.
Südschwarzwald. 31 Leichte Entdeckungen. Reisebuch mit ausgesuchten Adressen zum Einkehren und Ausgehen.
von Wolfgang Abel
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schinken von der eigenen Sau, 18. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wolfgang Abel müssen die Ohren geklingelt haben: Laut Statistischem Landesamt ist der Schwarzwald die beliebteste Ferienregion in Baden-Württemberg. Trotz Kälte und Regen kamen im ersten Halbjahr 2013 mehr als zweieinhalb Millionen Touristen, vor allem Gäste aus Israel und asiatischen Ländern sind verstärkt dabei.
Alles also in Ordnung im Land der Kuckucksuhren und Bollenhüte? Beileibe nicht: In dem opulenten Buch serviert der Autor seinen Lesern erst ab Seite 387 ein Desillusionierungs-Dessert und räumt mit Schwarzwälder Mythen auf. So sucht selbst er, ein Kenner von Land und Leuten, verzweifelt nach Schinken und Speck: „Nur wenige Landwirte haben eigene Schweine im Stall, noch wenige mästen diese so, dass Spitzenqualität heranwächst…Heute wird das Rohmaterial für die Schwarzwälder Räucherwaren zum überwiegenden Teil aus Industriemastbetrieben angekauft, nur die Weiterverarbeitung der Schinken muss im Schwarzwald geschehen.“ Wegen der geringen Mengen sei es sinnlos, Geheimtipp-Quellen für Schinken und Speck zu nennen, das meiste gehe unter der Hand weg (er nennt dann doch welche!). Das beste Schwarzwälder Kirschwasser werde nicht im hohen Schwarzwald, sondern an dessen Rand produziert.
Doch damit nicht genug: Ohne Tierhaltung und Verzehr sei die Kulturlandschaft Schwarzwald nicht zu erhalten, dass müssten auch „Gesinnungsvegetarier“ begreifen. Und: „ Schmelzkäse, Tofuwürste und Putenbruststreifen helfen den letzten Schwarzwälder Blumenwiesen nicht weiter.“ Was gilt es zu tun, neben verstärkter Aufklärung der Verbraucher? Abel wünscht sich „Leuchtturmprojekte, etwa Berghütten mit regionalem Qualitätsangebot, zeitgemäß präsentiert.“
Ist der Schwarzwald schon verloren oder noch zu retten? Wer im Oase Verlag schreibt, kennt natürlich auch Oasen der Hoffnung – wie den „Adler“ in Raich-Ried: Hier hat der Autor eine authentische Küche mit Suppe aus der Löwenkopf-Terrine, guten groben Bratwürsten und Schinken von der eigenen Sau ausgemacht und lobt die „unvermurkste Atmosphäre eines grundehrlichen Familienbetriebes“.
Es geht also doch, aber gerade für den Schwarzwald gilt aus unserer Sicht: Am schwersten findet man den Weg zu den (gastronomischen) Wegweisern. Dabei hilft dieses Buch, aber es vermittelt ganz nebenbei auch noch viel Heimatkunde, etwa wenn sich der Autor als Namensforscher versucht: „Der Name Winterhalter kommt von Nordseitenbauern, Spiegelhalter heißen dagegen jene, durch deren Fenster die Sonne lacht. Ansonsten heißt man im Münstertal aber Pfefferle, Gutmann oder Ortlieb, weiter oben im Tal auch mal Muckenhirn.“ Da muss ich an Kain und Abel denken: Hoffentlich wird Abel seine kritische Stimme gegenüber so manchen Kains der Region weiterhin behaupten!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 28, 2013 3:44 AM MEST


Elsass und Sundgau: 18 Land- und Stadtpartien. Reisehandbuch mit Hinweisen zum Einkehren, Einkaufen und Unterkommen.
Elsass und Sundgau: 18 Land- und Stadtpartien. Reisehandbuch mit Hinweisen zum Einkehren, Einkaufen und Unterkommen.
von Wolfgang Abel
  Broschiert
Preis: EUR 22,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Elsass schwächelt, 18. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
„Das Elsass mag da und dort etwas schwächeln, für informierte Grenzgänger ist das Land zwischen Oberrhein und Vogesen aber nach wie vor höchst ergiebig“, schreiben die beiden Autoren. Meine Frau und ich sind seit über 20 Jahren regelmäßig als Grenzgänger zwischen dem Elsass und Baden unterwegs. Anfangs sahen wir kaum Elsässer auf der deutschen Seite, schon gar nicht in Restaurants. Heute ist das ganz anders, die Karawane zieht in eine andere Richtung, badische Gastronomie und Wein locken immer mehr französische Nachbarn an. Das Elsass, so glauben wir, hat sich zu lange darauf verlassen, dass Tourismus ein Selbstläufer ist.
Aber natürlich stimmt die Einschätzung, dass „die Versorgungslage so üppig wie eh und je ist“. Auch wir lieben den Josephsmarkt in Colmar; die neue Markthalle ist dagegen ein Flop, es gibt dort auch schon Fluktuation bei den Anbietern. Bustouristen kaufen kein Obst und Gemüse, den Einheimischen sind die Preise zu hoch. Bei Super U in Marckolsheim kaufen wir Geflügel (Stubenküken!) und ebenso preiswerten wie gut sortierten Fisch, den Käse bringen wir lieber von der Ferme Auberge mit.
Auf gute Adressen ist in den Oase-Büchern Verlass. Das Unterlindenmuseum, das Automobil- und das Eisenbahnmuseum in Mulhouse, aber auch die Kelsch-Weberei Gander in Muttersholtz steuern wir immer wieder an. Etwas kritischer sehen wir die „ausgewählten Oasen“ der Autoren: Von „Le Goldert“ in Gueberschwihr waren wir enttäuscht, ausgerechnet das Fisch-Referenzlokal „Aux Trios Poissons“ in Colmar ist übrigens letztes Jahr abgebrannt. Es fehlt eine seit vielen Jahren sichere Adresse in Ottrott-le-Haut (bei Obernai), der “Ami Fritz“, wo es das beste Sauerkraut mit eingemachtem Entenfleisch und Innereien sowie Bratwurst von der Ente gibt. Zu den Fermes Auberges lässt sich anmerken, dass es natürlich dort am angenehmsten ist, wo keine Reisebusse hinkommen. Deshalb ist unsere Lieblingsadresse das Christlesgut in Breitenbach im Münstertal.
Unterm Strich: Ein Reise- und Lesebuch, das sich wohltuend von den konventionellen Reiseführern abhebt. Allerdings ist das Unterelsass zu kurz gekommen; über Obernai hätte man mehr schreiben können, Wissembourg kommt gar nicht vor. Unsere Ausflüge in den Sundgau endeten meistens mit einer Enttäuschung: Dort haben die wenigen Gasthäuser erstaunlich viele Ruhetage.


Freiburg, Breisgau, Markgräflerland. Gastronomie & Heimatkunde. Reisebuch mit ausgesuchten Adressen zum Einkehren und Ausgehen.
Freiburg, Breisgau, Markgräflerland. Gastronomie & Heimatkunde. Reisebuch mit ausgesuchten Adressen zum Einkehren und Ausgehen.
von Wolfgang Abel
  Broschiert
Preis: EUR 24,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Gaststätten im Wortsinn, 17. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wolfgang Abel bleibt der Außenseiter unter den südwestdeutschen Gastrokritikern. Auch in der 18.Auflage seines Freiburg/Breisgau/Markgräflerland-Buches wettert er über die „chronisch liebdienerische Gastronomiekritik“ der Region, die sich seit Jahrzehnten als „versippte Kaste“ präsentiere. Die Messlatte seiner eigenen Kritiken hängt er hoch: „Um ehrlich zu sein, es gibt für mich gerade mal ein gutes Dutzend von ehrenwerten Häusern, von Gaststätten im Wortsinn.“
Wie bei Abel üblich, ist die Neuauflage aktualisiert und (um gut 30 Seiten) erweitert worden. Mit 180 von 477 Seiten nimmt naturgemäß Freiburg den breitesten Raum ein. Vor zwei Jahren erklärte der Autor Freiburg zur heimlichen Hauptstadt „1. der Solarenergie, 2. der Liege-Radler, 3. der Teilzeit-Moralisten“. Platz 2 und 3 blieben unverändert, Anführer dieser ungewöhnlichen Hitparade sind nunmehr die „Bequemschuhträger“.
Beim kulinarischen Blick auf Freiburg steigt Abel mit dem Stoßseufzer eines alt gedienten Gastronomen ein: „Wir suchen doch alle den guten Kartoffelsalat“. Wo man den findet, beantwortet der Autor weiter hinten: zum Beispiel im „Ochsen“ in Emmendingen-Wasser. Abel hat vergeblich die klassische Weinstube in Freiburg gesucht und schickt seine Leser lieber auf die tollen Wochenmärkte. Aber hier zeigt sich dann, dass es Freiburg eben auch provinziell kann – wie anders lässt sich erklären, dass es ausgerechnet der Endinger Kult-Metzger Markus Dirr nicht mit einem Bratwurststand auf den Münsterplatz schaffte? Da kann einem die 35 Zentimeter lange Rote, das „Referenzmodell“, schon mal im Hals stecken bleiben.
Wohltuend ist, dass sich Abel nicht an der Sterne- und Kochmützen-Schlacht anderer Futterführer beteiligt, er vergibt gerade einmal drei Dutzend badische Sonnen-Embleme an „ausgewählte Oasen“. Und auch bei diesem exzellenten Kenner von Land und Leuten bleibt da einiges diskussionswürdig – zum Beispiel, dass er dem „Engel“ in Wittnau dieses Sönnlein jetzt entzogen hat. In Freiburg lässt sich darüber streiten, ob es immer teure Italiener sein müssen oder ob man sich nicht viel wohler in der Innenstadt-Trattoria „Tizio“ fühlen kann.
Unterm Strich bleibt Abel Garant für verlässliche Adressen, sein Weltbild muss man hingegen nicht zu 100 Prozent teilen – etwa, wenn er wettert: „Wer sich zweimal pro Woche Theater gönnt, erhält mehr Transferleistungen als ein Sozialhilfeempfänger“.
Wichtiger Tipp: Wer ein Abel-Buch kauft, sollte unbedingt auf das Jahr der Auflage achten!


Kaiserstuhl: 14 Leichte Entdeckungen. Reisebuch mit ausgesuchten Adressen und Tourenvorschlägen
Kaiserstuhl: 14 Leichte Entdeckungen. Reisebuch mit ausgesuchten Adressen und Tourenvorschlägen
von Wolfgang Abel
  Broschiert
Preis: EUR 20,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trost spendet stets der Wein, 11. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer zwischen Baden und dem Elsass unterwegs ist, kommt an Wolfgang Abel nicht vorbei. Der Lokalpatriot ohne Scheuklappen kennt Land und Leute wie kein zweiter; selbst die Neuauflage eines Buches ist ein Genuss, weil er dann vieles umgekrempelt hat.
Schon beim Einstieg bringt es der Autor auf den Punkt: „Der reich gedeckte Naturgarten Kaiserstuhl inspiriert die lokale Gastronomie nur in Ausnahmefällen. Obst- und Gemüsestände mögen überquellen, alte Lokalsorten werden am Kaiserstuhl besonders gepflegt, was auf den meisten Gasthauskarten auftaucht, sind allenfalls Fragmente davon, oft handwerklich mäßig realisiert. Die Diskrepanz zwischen fruchtbarster Scholle und gewöhnlicher Küche erstaunt einen stets aufs Neue. Trost spendet aber stets der Wein.“
Noch deutlicher wird Abel, wenn er über das Heimatgefühl nachdenkt: „Heimat ist ein Wurstsalat in der Krone, im Sommer aber auch mal im Kastaniengarten vom Löwen, wo die runden Blechtische noch auf rund gekiester Lehmerde stehen – Heimat kann so schön sein „ Aber: „Zur Heimat gehört die Abzockerei auf Vereinsfesten mit Industrie-Flammkuchen und anderer Meterware. Zur neuen Heimat gehören gewisse Straußen- und Vesperwirtschaften mit direktem Metroanschluss.“ Und am Ende steht sein Fazit: „Wir können alles, außer Weinstube“.
Ganz so schlimm ist die aktuelle Lage am Kaiserstuhl natürlich nicht. Und so singt Abel auch ein Hohes Lied auf Spitzengastronomen wie Fritz Keller: „Aufgehobenheit, Überschaubarkeit, Qualität mit einem Schlag lokalem Hautgout, das könnte eine Oberbergener Definition vom guten Leben sein.“ Auf dem Lindenbrunnenhof in Forchheim räumt Otmar Binder mit dem Vorurteil auf, dass nur die festkochenden Kartoffelsorten für Salat und Brägele geeignet seien: „Alles Geschmackssache, die mehligen Sorten haben oft mehr Aroma.“ Und über den Endinger Metzger Markus Dirr urteilt Abel: „Es tut gut, dass es noch Menschen gibt, die mit der Weltverbesserung bei Fleisch und Wurst anfangen."
Der Autor lädt ein zu 14 leichten Wanderungen, und wenn man dann sein Buch dabei hat, wird es richtig unterhaltsam – wie bei seinen Anmerkungen zum Kaiserstühler Eigensinn: „Macht Brüderle etwas, kann es Schätzle schon deshalb nicht auch machen, weil es Brüderle gemacht hat und vice versa.“ Und dann bringt er einen Lokalwitz: „Die Krankenschwester erklärt dem stolzen Ihringer Vater auf der Entbindungsstation: Das Neugeborene sei wohl geraten und bei bester Gesundheit, nur seine Hautfarbe sei halt noch etwas dunkel. Darauf der Vater: Macht nichts. Hauptsache, es war kein Merdinger.“
Das Buch ist Reiseführer wie Heimatbuch zugleich, mit vielen hilfreichen Adressen. Das kurze Kapitel über die "Kaiserstuhl-Krankheit“ kann der Leser ja auslassen: „Er hatte ein gutes Herz, aber eine schlechte Leber“, war ein beliebter Nachruf für all jene, die einst an der berüchtigten Kaiserstuhlkrankheit dahingeschieden sind.“ Dabei sei es aber nicht nur um übermäßigen Weinkonsum gegangen, sondern um den Einsatz arsenhaltiger Spritzmittel.


Das Venedig Prinzip
Das Venedig Prinzip
DVD ~ Attila Boa
Preis: EUR 12,99

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Ausverkauf einer Traumstadt, 29. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Venedig Prinzip (DVD)
„Kaum jemand steht Venedig gleichgültig gegenüber. Man liebt es oder nicht, aber wenn, dann für immer“, hat die Wiener Kunsthistorikerin Barbara Sternthal geschrieben. Das bestätigt sich auch in diesem 80-minütigen Dokumentarfilm des Südtirolers Andreas Pichler - ein Streifen, der längst überfällig war und hoffentlich viele Venedig-Touristen wachrüttelt.
Im lesenswerten Booklet heißt es: „Jeder Mensch auf der Welt, der es sich nur irgendwie leisten kann, kommt einmal in seinem Leben nach Venedig, aber kaum jemand kommt mehrmals.“ Schlimmer noch: Die meisten Touristen kommen nur für einen Tag, viele von den jährlich 1.400 Kreuzfahrtschiffen, die täglich bis zu 10.000 Menschen in die Stadt schleusen. Dass Venedig noch immer keine vorausschauende Tourismusplanung hat, erklärt der Filmemacher so: „Es existiert ein gegenseitiges Laissez faire gigantischer Interessengruppen, welches das Ende der Politik als solche eingeläutet hat und in großen Teilen der Bevölkerung ein tief empfundenes Gefühl der Hilflosigkeit verankert.“
Die Botschaft des Films ist klar: Im Jahr 2030 wird es keine Venezianer mehr geben. Noch leben hier gut 58.000 Menschen, aber ebenso viele Touristen kommen jeden Tag. Gleich zu Beginn des Films klagt ein Bewohner: „So viele Leute, wo wollt ihr nur alle pinkeln?“ Die Antwort liefert er selbst nach: „Statt Hochwasser haben wir Hochpisse.“
Der erfolgreiche Kinofilm hat leider auch dramaturgische und inhaltliche Schwächen: Er nimmt nur mühsam Fahrt auf und wird erst dann stark, wenn die Gespräche mit den vorletzten (?) verbliebenen Venezianern intensiviert werden. Einige der sechs Bonustracks hätte man sich im Film selbst gewünscht, auch vermisst man ein einziges Statement aus der offenbar völlig überforderten Stadtpolitik. Die Kreuzfahrtschiffe werden zwar in beeindruckenden Bildern von Attila Boa gezeigt, die Folgen ihrer kurzen Stippvisite aber nicht intensiv genug beleuchtet: Jedes einzelne rüttelt ja an den sensiblen Fundamenten Venedigs, bei der Schadstoffemission entspricht die Fahrt eines dieser „Personen-Tanker“ 14.000 Autos. Donna Leon hat dazu im „Stern“ Klartext geredet: „Wer zulässt, dass die Schiffe die Sicht auf die Basilica di San Marco versperren …, die Zerstörung der Stadt beschleunigen und behauptet, dies liege im finanziellen Interesse der Serenissima, der erinnert an jenen amerikanischen Offizier, der während des Vietnamkrieges erklärte: ,Wir mussten das Dorf zerstören, um es zu retten.’“
Damit ist vieles gesagt, aber längst nicht alles gelöst. Es gibt ja gescheite Ideen, zum Beispiel die, auf Tagestouristen zugunsten von Langzeitgästen konsequent zu verzichten. Aber lässt sich das umsetzen, gilt nicht vielmehr die Formel: Besuchen Sie Venedig, so lange es noch steht? Barbara Sternthal hat geschrieben: „Venedig verträgt keine Touristen. Venedig ist eine Stadt für Reisende. Touristen haben keine Zeit, stattdessen haben sie Stadtpläne und Kameras, die ihnen dabei helfen, das Wesentliche zu übersehen. Reisende haben Muße, aber sie sind seltener geworden. Deshalb aber den drohenden Untergang Venedigs zu beschwören, ist nicht notwendig. Venedig hat sich immer wieder wie ein Stadt gewordener Münchhausen selbst aus dem Sumpf gezogen.“ Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.


Verdi-Handbuch
Verdi-Handbuch
von Anselm Gerhard
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 69,95

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1,6 Kilogramm geballtes Verdi-Wissen, 24. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdi-Handbuch (Gebundene Ausgabe)
Im Verdi-Jubiläumsjahr treffen wir auf eine Flut von CD-Neuerscheinungen oder –Wiederveröffentlichungen, dagegen nimmt sich das deutschsprachige Angebot an neuen Verdi-Büchern bescheiden aus. So bleibt es ein Ärgernis, dass sich kein Verlag findet für deutschsprachige Erstausgaben der Standardwerke von Mary Jane Phillips-Matz und Frank Walker; auch Julian Budden liegt bisher nur verkürzt auf Deutsch vor. Mit der umfassend neu bearbeiteten zweiten Auflage des „Verdi-Handbuchs“ ist nun aber doch noch der große Wurf gelungen.
Die Erstveröffentlichung, die zur Jahreswende 2000/2001 erschien, ist mittlerweile vergriffen. Der Umfang wurde auf 757 Seiten erweitert, somit liegen jetzt 1,6 Kilogramm geballtes Verdi-Wissen vor. Insgesamt 25 Autorinnen und Autoren waren beteiligt, erstmals wurden auch Texte aus dem Italienischen übersetzt.
Die Zeittafel ist neu bearbeitet. Sie stellt jetzt auch optisch Daten aus dem Leben und Werk Verdis den zeit- und kulturhistorischen Parallelereignissen gegenüber. Den größten Raum nimmt die Werkbesprechung ein, wobei die Herausgeber ihr besonderes Augenmerk darauf legten, dass auch die nicht für die Bühne bestimmten Kompositionen aufgenommen wurden.
Zu den wichtigsten neuen Beiträgen zähle ich den Versuch einer chronologischen Verdi-Diskografie, die in den Jahren 1906/07 mit einer „Aida“ auf 78er Schellackplatte beginnt. Die dreiseitige tabellarische Auswahl an Referenzaufnahmen kommt an Legenden wie Toscanini, Karajan, Serafin, Santini und Gardelli natürlich nicht vorbei, enthält sicher aber auch Diskussionswürdiges. Es gibt sogar eine Auswahl „Verdi auf Deutsch“. Dies müsse in einer Verdi-Sammlung „nicht unbedingt einen Schandfleck darstellen, sondern bietet jenseits Abschreckendem durchaus auch Originelles, individuell Überraschendes“ – ein Wiederhören mit Rudolf Schock, Fritz Wunderlich und Dietrich Fischer-Dieskau. In einem weiteren neuen Beitrag wird der Gretchenfrage nachgegangen, was denn Verdi-Werktreue sei. Immer wieder würden ja Regisseure dafür kritisiert, „ein Stück zum Spiegel ihrer persönlichen Neurosen zu degradieren und ihre Lesart des Stoffes ohne Rücksicht auf Verstehbarkeit dem Publikum sozusagen als therapeutischen Akt aufzuzwingen“. Treffender kann man es wohl nicht formulieren. Dabei hatte der Maestro selbst klargestellt: „Auch mir liegt an der Inszenierung, aber unter der Bedingung, dass sie gewisse Grenzen nicht überschreitet und nicht zur Technik wird.“
Abgerundet wird das Kompendium mit einer Porträtreihe zu Verdis Umkreis sowie mit bibliografischen Notizen. Das Handbuch ist sowohl für eine vertiefte Lektüre wie für das schnelle Nachschlagen geeignet, Verdi-Freunde dürften an ihm ebenso ihre Freude haben wie Fachleute von der Opernbühne. Es liefert Antworten auf viele Fragen, wenn uns auch Verdi 200 Jahre nach seinem Geburtstag immer noch so manches Rätsel aufgibt.


Die großen Verdi-Interpreten (Arte)
Die großen Verdi-Interpreten (Arte)
Preis: EUR 21,99

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zweieinhalb Stunden große Verdi-Stimmen, 16. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine geht noch, eine geht noch rein – möchte man angesichts der Flut der Neuauflagen von Verdi-CD’s zu seinem 200. Geburtstag formulieren. Vieles ist da unreflektiert recyclet worden. Das gemeinsame Album von Arte und der Deutschen Grammophon versucht sich davon abzuheben und präsentiert auf zwei CD’s, mit einer Gesamtspieldauer von gut zweieinhalb Stunden, ein Stelldichein der Weltstars des Verdi-Gesangs.
Jede Auswahl bleibt subjektiv, hier werden einige berühmte ältere Aufnahmen mit den (Fernseh-) Stars von heute verknüpft. Die ältesten Einspielungen stammen aus den Jahren 1959 (Jussi Björling), 1964 (Joan Sutherland) und 1966 (Carlo Bergonzi und Dietrich Fischer-Dieskau). Für Verdi-Fans bietet das alles nichts Neues, aber für Neueinsteiger ist dies eine empfehlenswerte Mischung. Zumal wir ja vom Verdi-Biografen Christoph Schwandt gelernt haben, dass sogenannte „legendäre“ Verdi-Gesamtaufnahmen mit einem Star wegen ihrer mangelhaften Ensemble-Besetzung nicht unbedingt empfehlenswert sind. Hier gibt’s Verdi „häppchenweise“.
Gleichwohl haben Arte und die Deutsche Grammophon eine Chance vertan. Wer „die großen Verdi-Interpreten“ präsentieren will, hätte chronologisch zumindest einige Jahre früher einsetzen sollen. Dazu müssten dann der Dirigent Lamberto Gardelli, sicher auch Anna Moffo, Mario del Monaco und andere zählen. Aber eine derartige Sammlung dürfte wohl an den Rechten der Plattenfirmen scheitern.
Das Booklet fällt schmal und lieblos aus. Hier hätte man gern zu den Verdi-Interpreten zumindest kurze Biografien gelesen. Diskussionswürdig ist die Einschätzung von Björn Woll: „Am schönsten und rührendsten hat sich Luciano Pavarotti den immensen Anforderungen von Verdis Musik gestellt …Mit keinem anderen Verdi-Tenor der letzten 100 Jahre hat man derart mit gelitten wie mit Big P.“ Da würde ich es eher mit der Musikkritikerin Laura Wagner-Semrau halten, die darauf verwies, dass Carlo Bergonzis ausgeprägtes Stilgefühl und seine beispielhafte Gesangstechnik von den Kennern ungemein geschätzt wurden: „Bergonzi verfügte buchstäblich über den längeren Atem.“ Folglich wurde er zum „Verdi-Tenor des Jahrhunderts“ gewählt.
Noch ein Wort zu Arte: Warum nutzt dieser Sender nicht viel häufiger seine Möglichkeiten, den Zuschauern die Oper näher zu bringen? Jetzt gibt es bereits mit dem privaten Anbieter „Classico“ Konkurrenz, muss man da nicht mal reger werden?


Pavarotti Singt Verdi (Limited Deluxe Edition)
Pavarotti Singt Verdi (Limited Deluxe Edition)
Wird angeboten von toppreis321
Preis: EUR 18,68

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pavarottis Verdi-Vermächtnis, 17. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im Verdi-Jubiläumsjahr legt Decca noch einmal nach und öffnet, nach der gelungenen 75- CD-Edition des Gesamtwerks, den Vorhang allein für Luciano Pavarotti und dessen Verhältnis zum Maestro. Verdi-Fans werden das verstreut in ihrem Archiv haben, aber hier kommt Pavarotti sozusagen nicht nur „geballt“ einher, sondern George Hall will in seinem einführenden Essay auch mit einem Vorurteil aufräumen.
Von unseren Reisen in die Emilia Romagna wissen meine Frau und ich, dass es sehr wohl regionale und sogar lokale Besonderheiten in der Einschätzung großer Verdi-Interpreten gibt. In Modena und Umgebung liebt man eben „seinen“ Pavarotti, in Verdis Geburts- und Wohnorten Roncole und Busseto hält man dagegen nach wie vor Carlo Bergonzi die Treue. Pavarotti wird nur zu oft in Zusammenhang mit Puccini und Donizetti genannt, aber George Hall schreibt jetzt: „Pavarotti sagte häufig, dass er Verdi allen anderen Opernkomponisten vorziehe …Er sang mehr Werke von Verdi als von irgendeinem anderen Komponisten.“ Pavarotti sei ein „regelrechter Verdi-Spezialist“ gewesen. Aber auch Bergonzi klagte einmal, dass der Komponist mit Tenören nicht gerade freundlich umgehe: „Er hat uns Rollen gegeben, mit denen man großen Erfolg erringen kann. Aber durch Verdi sind genauso viele Tenöre ruiniert wie gemacht worden.“ Das spielte auch in Pavarottis Karriere eine Rolle, der sich erst ganz spät an die Titelrolle in Othello herantraute, Caruso sparte sie aus. Zu Pavarottis Lieblingsrollen zählte dagegen Riccardo im „Maskenball“. Hierfür wurde er wiederholt gefeiert, und der Sänger schwärmte: „Die ganze Oper gehört dem Tenor.“ Dagegen sollte er in „La forza del destino“ ein einziges Mal 1997 an der Met singen, aber er verzichtete wegen Atemwegsproblemen.
Auf 3 CD’s erlebt der Hörer im neuen Set (mit aufwändigem, zwei-, teilweise dreisprachigem Bookset) Pavarotti in elf Opern, dem Requiem und der von Verdi für die Londoner Weltausstellung 1862 komponierten „Hymne der Nationen“. In seiner lesenswerten Verdi-Biografie beklagte der frühere Chefdramaturg der Oper Köln, Christoph Schwandt, viele historische und „legendäre“ Verdi-Aufnahmen litten darunter, dass es neben der großen Kunst einzelner Interpreten auch viel Kritikwürdiges gebe, oft sei die übrige Besetzung mangelhaft. Das gelte auch für Pavarotti-Auftritte. Wer Pavarotti hier an der Seite von Joan Sutherland, Kiri Te Kanawa, Montserrat Caballé und Leo Nucci erlebt, wird dieses Urteil vielleicht etwas revidieren.
Eine wichtige Ergänzung zu diesem Set erschien jetzt nach zehn Jahren wieder bei Warner Classics mit „Giuseppe Verdi Rarities“. Gemeinsam mit Claudio Abbado interpretieren Pavarotti und die Scala hier Arien, die Verdi alternativ schrieb. Aufgenommen wurden sie 1978 und 1980 in Mailand.


Die Venezianische Küche - das Venedig Kochbuch: Kochen Sie die Spezialitäten dieser Mittelmeerküche einfach selber - Pasta, Pizza und Meeresfrüchte einmal anders
Die Venezianische Küche - das Venedig Kochbuch: Kochen Sie die Spezialitäten dieser Mittelmeerküche einfach selber - Pasta, Pizza und Meeresfrüchte einmal anders
von Russell Norman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 36,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wo Zahnstocher Gourmets begeistern, 13. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
„Kaum jemand steht Venedig gleichgültig gegenüber. Man liebt es oder nicht, aber wenn, dann für immer“, hat die Kunsthistorikerin Barbara Sternthal geschrieben. In diesem Buch singt der Londoner Restaurantbesitzer Russell Norman ein Loblied auf die Stadt. Am wichtigsten ist sein Ratschlag im Schlusswort. Man müsse Venedig „gewissermaßen durch den Personaleingang betreten, nicht durch das kunstvoll vergoldete gotische Foyer - und schon gar nicht über den Souvenirladen.“
Der Autor weiß, dass Venedigs Restaurants einen ausgesprochen schlechten Ruf haben, „größtenteils zu Recht, denkt man an den fürchterlichen Fraß, der in den Touristenfallen rund um den Markusplatz und die Rialto-Brücke serviert wird“. Er verliebte sich stattdessen in Venedigs „kulinarische Zapfsäulen“, die Bacari, kleine Tavernen in den Seitengassen, in denen Cichèti, die venezianische Variante der spanischen Tapas, angeboten werden: Appetithäppchen, mit Käse, Schinken oder Stockfisch belegt. Diese Idee importierte er in London und eröffnete im Herbst 2009 sein Lokal „Polpo“. Über seine damaligen Beobachtungen in Venedig schreibt er: „In den Glasvitrinen reihten sich die Cichèti, bei denen die kombinierten Zutaten fast immer von Zahnstochern zusammengehalten wurden. Eine großartige Technik: Für den Gast erleichtern die Holzspießchen den Verzehr, und dem Barmann dienen sie als hygienischer Griff, um die Häppchen auf Tellern zu platzieren.“
Auf über 300 Seiten präsentiert Normann jetzt seine Rezeptideen aus den Bàcari, angereichert mit vielen appetitanregenden Bildern von Jenny Zarins. Und jeder Venedig-Reisende wird begreifen, dass es mit „Sardèle in Saór“ losgeht, mit marinierten Sardinen, einer Köstlichkeit mit Zwiebeln, Weißwein, Pinienkernen, Rosinen, Pfeffer und Essig. Auch seine Vorliebe für Radiccio aus Treviso, Tomaten und Rote Beete kann man gut verstehen. Nur manchmal mogelt er dem Leser ein Rezept unter, dass nicht in Venezien das Licht der Welt erblickt hat - Entenconfit stammt nun einmal aus der Gascogne und dem Elsass.
Wir hatten 2012 das Glück, Fischer beim Fang der „Moéche“ begleiten zu dürfen, kleiner Krebse, die es nur in Venedigs Lagune gibt, und auch die vom Autor so angepriesene Miniatur-Bàcaro All’Arco besuchen zu können - alles gut nachvollziehbar. Dennoch gibt es einige Einwände: „Man kann den ganzen Vormittag damit verbringen, in Rialto von Stand zu Stand zu schlendern, um das riesige Angebot zu bestaunen, wohl wissend, dass der Fisch noch Stunden zuvor im Wasser schwamm. Mancher ist so frisch, dass er quasi noch auf dem Stand zappelt“. Wir erfuhren beim Marktbummel von einem Insider: „Es gibt immer weniger Venezianer, auch auf dem Markt. Und der Fisch, der angeboten wird, stammt natürlich nicht nur von hier.“ Und das Dessert-Kapitel beginnt der Autor mit der Bemerkung: „Italiener stehen nicht so auf Nachtisch“. Dann müssen wir in einem anderen Land gewesen sein.
Unterm Strich: Ein unterhaltsames Buch, auch wenn es nicht an die beiden des Londoner Sterne-Kochs Giorgio Locatelli heranreicht.


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