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Rezensionen verfasst von
Gejotwe "Gerd J. Walter Leseeindruck" (Neureichenau, Bayern Deutschland)

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Am Abend des Mordes: Roman (Gunnar Barbarotti 5)
Am Abend des Mordes: Roman (Gunnar Barbarotti 5)
Preis: EUR 8,99

2.0 von 5 Sternen Nie wieder!, 7. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es klingt so furchtbar übertrieben, aber ein Buch dieses Autors werde ich nie mehr lesen. Ein solch ungeordnetes Gelabere habe ich noch selten gelesen. Was fragt man sich wollte er eigentlich schreiben? Zunächst wohl über die Trauer nach dem Tod der so sehr geliebten Frau Barbarottis. Dann über einen cold case, neue Ermittlungen im Fall der Schlächterin von Kleinburma. (Eine Frau mit diesem Titel ist nie die Mörderin - oder doch? Für alle, die mit dem Wort GELABERE nichts anfangen können: Hier ist das Schreiben des Selbstverständlichen gemeint. Oft und immer öfter steht in dem Roman: So könnte es gewesen sein, aber auch nicht - wer hätte das gedacht! Dummerweise ist es aber gerade dann doch so. Wo liegt der Leichnam von Morinder? Am Grund des Sees oder auch nicht. Genau dort liegt er. Barbarotti sagt, das wird nie ermittelt werden. Durch die genialen Zeitsprünge des Autors wissen wir armen Leser aber, dass er genau dort liegt. Hätte doch nur Ellen ihren Harry auch im See versenkt, hätte man die Leiche nie gefunden. Aber, wenn die Leiche nie gefunden worden wäre - richtig - dann keine Schlächterin von Kleinburma, denn sie hätte als frühere Schlachthofarbeiterin diese nicht so “sachgemäß“ (im Buch steht ein passenderes Wort) zerstückelt haben können. Also Beweis für Mord! War es aber nicht, weil nämlich Morinder derMörder. Der hat ja sofort gemerkt: Ellen leidet unter Harry. Also umbringen! So war es oder doch nicht. Hat nicht Harry einen bösen Satz gesagt? Er wird schon einen Grund gehabt haben neben der Unterwasserbeleuchtung im Swimmingpool diese Arbeit gleich mit zu erledigen. Vielleicht hat er aber auch eine Muti-Stimme gehört.
Gab es noch was? Ach ja, die Tochter von Barbarottis Chef ist mit keinem Mörder verheiratet. Dem Herrgott im Himmel und Marianne sei Dank - oder war das Hakan Nesser neben Gott? Wird sich nicht ermitteln lassen oder doch, denn der lebt ja noch und schreibt ja noch (Oder nicht?) Das in Klammern - mit würde nichts fehlen. Sorry, Nesser-Fans. Zwei Sterne leuchten ja noch über ihm. Warum ich die vergeben habe, weiß ich auch nicht oder doch? Ja und nein. Die Bibelstellen haben mir gefallen.


Das Angstbuch: Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann
Das Angstbuch: Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Ein Wissenschaftler schreibt verständlich, 2. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Gern schreibe ich die Rezension nicht, denn all die genannten, hochinteressanten und natürlich ernstzunehmenden Fallbeispiele sind mir nicht mehr gegegenwärtig, aber dass der Leser von ihnen erfährt, halte ich für Betroffene und Wissende sehr wichtig. Obwohl das nicht eigens erwähnt wird - soweit ich mich erinnere - hält man allzu leicht Menschen,die beispielsweise Angstpaniken überfallen für verrückt. Der Grund nachdem wir so gerne suchen wird hier nicht erkennbar. Auch bei der Angst vor Spinnen nicht, aber die teilen wenigstens viele. Liegt es aber nicht dennoch an gewissen Aversionen, die einem irgendwie anerzogen wurden. Ich war stets überrascht. wie unvoreingenommen meine Schüler Lebewesen in die Hand nahmen vor denen mir graute. Da stellt sich dann manche Frage, deren Beantwortung ein Wissenschaftler nicht festnagelt, aber doch mögliche anbietet. Im Einzelfall liegt schon oft der Unterschied. Ich finde, um es kurz zu machen, das Buch ausgesprochen lesens- und empfehlenswert, was einem der flotte Schreibstil sehr erleichtert.


Die Nonnen von Sant' Ambrogio: Eine wahre Geschichte
Die Nonnen von Sant' Ambrogio: Eine wahre Geschichte
von Hubert Wolf
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auch für die, die es immer schon gewusst haben, 28. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wessen Mut soll man menr bewundern: Den Johannes Paul II., der Archive öffnete oder den des Autors, der die spannende Geschichte über die Nonnen von Sant'Ambrogio schrieb? Es ist für mich ein wissenschaftlich untermauerter Krimi entstanden. Warum? Zwar wird das Opfer gerettet, doch dann geschieht - zumindest für mich - das Unglaubliche: Die Geschichte und das Leben der Nonnen im Kloster wir erzählt. Im Mittelpunkt die schöne Novizenmeisterin, Maria Luisa. Was die junge Frau, die mit dreizehn Jahren ins Kloster kam mit den Leuten um sich herum, also den Beichtvätern und Nonnen, die Äbtissin eingeschlossen, anstellt, welche Phantasien, welche kriminelle Energie sie entwickelt, ist atemberaubend. Hochgelehrte Jesuiten erliegen ihr ebenso wie einfache Schwestern, sie durchbricht die strenge Klausur als wäre sie aus Japan-Papier und mordet wie eine eiskalte Killerin. Würde die Geschichte von Hubert Wolf erfunden, hieße es, da habe er seine Phantasie schon überstrapaziert und "Rezensenten" - mich eingeschlossen - fielen über den Autor her. Der kann in einer klaren, sachlichen Sprache erzählen, der "Sprengstoff" liegt in den unglaublichen Ereignissen, deren Verursachern auch noch ein langer Prozess gemacht wird, der in gewisser Weise die Geschichte noch einmal aufrollt, ohne deshalb redudant zu wirken, weil das Schreckliche sich nun in fast allen Punkten bestätigt. Schlussendlich kann sich der Leser auch noch über die Ungerechtigkeit der Urteile empören und wer will, über die katholische Kirche überhaupt. Die Einen werden den ersten Stein ergreifen, die Anderen sehr, sehr nachdenklich werden. Welche Schlüsse der Leser daraus zieht, bleibt ihm überlassen. Hier steht ein Buch im Mittelpunkt, das einen Einzelfall beschreibt.
Da gab es einmal einen Autor, der die Kriminalgeschichte der Kirche schrieb und - wie man nun sieht - nicht so weit daneben lag. Aber eine recherchierte "Wahre Geschichte" (Untertitel) wirkt viel intensiver, als noch so viele aneinander gereihte Unsäglichkeiten. Wenn ich von einem Einzelfall bei Sant'Ambrogio schrieb, dann ist nicht gemeint, dass es in anderen Klöstern nicht auch Fälle für eine Kriminalgeschichte gegeben hätte, aber nicht in dieser Konstellation, nicht mit dem Personal, wobei mich besonders die Dummheit und Leichtgläubigkeit des Jesuiten-Beichtvaters irritiert, der an dem Dogma über Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubensfragen oder der Unbefleckten Aufnahme Mariens" mitformulierte. Der kommt dann auch praktisch straflos davon. Die Lektüre mag Katholiken als Zumutung erscheinen. Ich finde das ist sie nicht. Dazu ist der Ton zu sachlich und die Tatsache, dass auf Erden Heilge viel rarer sind als heilig gesprochen werden, dürfte denkende, erwachsene Menschen nicht verstören. Aber ich entferne mich vom Buch und das sollte man beim Lesen nur, wenn keine Zeit ist. Es ist nicht im eigentlichen Sinn atemberaubend, aber sehr erhellend und - finde ich - auch empfehlenswert.


Zurück auf Start: Ein Fall für Kostas Charitos
Zurück auf Start: Ein Fall für Kostas Charitos
Preis: EUR 21,99

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wenn einer zu viel erreicht hat, 8. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Besonders die erste Hälfte des Romans ist erschreckend schwach. Da leuchten die zwei Sterne auf die ich vergeben habe. Vor Familientreffen läuft schematisch Folgendes ab: Anruf zur Unzeit - Mord! - durch einige Straßen Athens gelangt man schnell zum Tatort, schaut sich den Toten an und übergibt an die Spurensicherung und den Pathologen. Dieser stellt fest, einmal Selbstmord vier Mal Smith und Wesson Victory. Derweilen besucht Kostas die Tochter im Krankenhaus, seinen Chef, die Cafeteria und pflegt das Familienleben, sinniert über die Zustände in Griechenland, über die Deutschen und die Griechen und dann und wann über die jüngste griechische Geschichte - und auch über die Verbrechen. Die Handlung ist hoffnungslos überfrachtet, auch noch mit Personen (s. Namensverzeichnis!), deren Beziehung zueinander man oft lange nicht durchschaut. Hat der Leser es dann doch geschafft, merkt er, dass sie im Roman keine Rolle spielt.
Für mich beginnt etwas Krimiähnliches erst nach dem Doppelmord. Aber dann wieder all diese Namen angefangen bei dem der Putzfrau bis zu denen der griechischen Landesteile. Wenn nun jemand behauptet der Schluss gefalle ihm, dann sage ich mir nicht. Warum? Weil alle - Griechen von 1950 - die Täter sind. Das ist sehr stark übertrieben so als wären alle, die auf einer Autobahnstrecke im Bereich von 3 km zu einer bestimmten Zeit unterwegs waren Verursacher eines Unfalls. Hätte der Verunfallte die auf der linken Spur eher überholen lassen, wäre er mit dem der unvorsichtig die Spur gewechselt hat nicht zusammengestoßen. Natürlich verstehe ich den Autor, sein soziales Anliegen. Aber den Zuständen in diesem Teil Europas hat er ohnehin schon viel Platz in den vorhergehenden Seiten eingeräumt.
Es wäre wirklich zu schade, wenn der Autor glauben würde, er habe ohnehin schon zu viel erreicht, da könne schon mal dergleichen seinen Lesern zumuten. Wenn dann Gar ein Deutscher Krimi schlecht findet, dann hat er die ohnehin dünn gesäten Spitzen nicht verkraftet. Ich nehme es ihm auch nicht übel - ja habe seine Bücher sogar deshalb gern gelesen - wenn er den griechischen Alltag und näherzubringen versucht, wenn er dem Genre Krimi mit einem guten Plot treu bleibt und Vernehmungen nicht nach drei Fragen abbricht. Zwischen gesellschaftlichen Verhältnissen und Polizeiermittlungen die Balance zu halten ist misslungen. Ich hätte ja gern drei Sterne vergeben, wenn nicht der dritte genau in der Mitte läge.


Das Buch der Gleichnisse: Ein Liebesroman
Das Buch der Gleichnisse: Ein Liebesroman
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich kann keine Rezesion schreiben, 5. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor sagt es immer wieder in diesem Roman: Ich kann keine Liebesgeschichte schreiben. Auf die übliche Weise kann er es tatsächlich nicht. Aber hat man diesen Roman gelesen, denkt und spürt man: Was sonst als einen Liebesroman habe ich da gelesen, was anders als eine Liebesgeschichte? Der durch die Nichte der Geliebten übermittelten Kritik am Autor schließe ich mich vollinhaltlich an. Ihre Tante hat recht, wenn sie bemängelt, dass er so herum schreibt. Aber indem man das Wesentliche umkreist, gelingt es nicht selten, wenn der Autor Enquist heißt, sich dem im Grunde Unerklärlichen mehr anzunähern, als auf andere Weise.
Vielleicht eine Marotte von mir. Ich konnte mich deshalb eines Grinsens nicht erwehren, als ich als (Hier will das Wort, das die Vergangenheit von lesen ausdrückt einfach nicht stehen bleiben. Es wird immer wieder zu“als“. So lässt sich nun wirklich keine Rezension schreiben!) dass Tante Ellen sich manchen Roman ausgeliehen hat. Das empfiehlt sich bei Schriftstellern, die man gerne liest. Kaufen und es in den Bücherschrank stellen, kann man es bei Gefallen immer noch.


Das Hexenmädchen: Ein Fall für Nils Trojan 4 - Psychothriller (Kommissar Nils Trojan)
Das Hexenmädchen: Ein Fall für Nils Trojan 4 - Psychothriller (Kommissar Nils Trojan)
Preis: EUR 11,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das tut schon weh, 22. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als ich zu lesen begann, gab es diese furchtbaren Zeitschriftenromane, die immer an der spannendsten Stelle abbrachen - Fortsetzung folgt. Dieses Mittel wendet der Autor bis zum Überdruss an. Lange Zeit (bei eBooks gibt es keine Seiten) hat das folgende Kapitel nicht viel mit dem vorherigen zu tun. Erst als Grit und Hannes zusammentreffen beschäftigten aufeinanderfolgende Kapitel mit diesen beiden.
Zweites großes Manko. Lange Zeit wird mehr über die Befindlichkeit Kommissar Trojans als über geplante Ermitlungsarbeit geschrieben. drittes Manko. Die Beziehungen werden nur zum Füllen der Seiten genannt und eine für das Happy End.
Würde man eine Liste der genannten Personen schreiben, würde sie übermäßig lang. Die Länge des Romans rechtfertigt das nicht. Also ist die Intention Verwirrung stiften. Ebenso Hannes Morde an Streller und dem Anderen, die ihn bei Mordlaune halten sollten und die Motivfindung erschweren. Raffiniert ist anders.
Schwer fällt es etwas zu finden, das man so richtig gut findet. Die Themenwahl vielleicht. Aber müssen dann fast alle ausführlicher beschriebenen Personen Täter oder Opfer sein?
Bezeichnend für den Roman ist Jana. Ihre Beziehung zu Trojaner fände auf drei Seiten Platz, nimmt man ihr Zusammentreffen mit Friederike, der Ex von Trojan dazu, kommt man auf dreieinhalb. Trotz vielem Firlefanz wirkte bei mir die Anteilnahme am Schicksal der Missbrauchten Leseförderung. Ansonsten fand ich das Titelbild geradezu symptomatisch für diese Buch. Hat es irgendetwas mit dem Inhalt zu tun?
Nach dem Krieg sprach man zumindest in Bayern beim Zusammenleben in so genannten Onkelehen von “einem gschlamperten Verhältnis“. Das ist ein fachkompetenter Krimi und das tut weh.


Kafka: Die frühen Jahre
Kafka: Die frühen Jahre
von Reiner Stach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,00

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen und genießen, 7. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kafka: Die frühen Jahre (Gebundene Ausgabe)
Bei einer Biografie diese Ausmaßes kann man meiner Ansicht nach nicht ins Detail gehen. Stach erzählt - ja erzählt - gleichermaßen souverän, wenn er über Zeiten in den Kafka aufwuchs schreibt, wie wenn er über Kafka selber schreibt. Sein umfassenden Wissen geht fast nahtlos ineinander über, egal ob der Streit zwischen Deutschen und Tschechen, die Probleme der Juden oder die Flugschau in Brescia thematisiert wird. Ist das Bild einer Person etwas blass, besteht meist ein deutlicher Abstand zu Kafka oder hat nur peripheren Einfluss auf ihn. Was ein wenig schade ist: Die Urlaubsbeknntschaften, offensichtlich keine Frauen, die je Bedeutung erlangten, spielen keine größere Rolle als die Dirnen. Aber man versteht wie dünn die Quellenlage bei den "kleinen Freundinnen" ist und wieviel mehr über das Prostitutionsgewerbe in Prag in jenen Jahren bekannt ist, wo die Dirnen sich noch gelegentlich mitten in der Gesellschaft (Weinhäusern) sich ihre Kundschft angelten. Kuren, heute ganz aus der Mode gekommen, konnte man selbst im Ausland verbringen. Nie geht ganz verloren, dass Kafka ein Vollblutschriftsteller (Tagebuchvergleich zwischen ihm und Max Brod) und eben auch ein junger Mann war, verhältnismäßig "normal" und nicht so furchtbar kompliziert wie gegenüber Felice Bauer Das Verhältnis zu seinem Körper wird nicht so quälend dargestellt wie in anderen Biographien, wo man gerade darauf herumtrampelt. Stach kann aber auch das berühmte Weininger-Buch so gut zusammenfassen, wie ich es noch nicht gelesen habe. Imre hat schon Recht, wenn er das Buch selbst einen Roman nennt, aber es ist noch informativer als ein solcher. Jedenfalls kann man dem interessierten Leser versprechen die Lektüre wird zu einem Genuss. Trotz all der auch sehr breit vorhandenen Kulturgeschichte bleibt Kafka im Mittelpunkt. Ganz unangestrengt, macht ihn uns Reiner Stach zu einem sympathischen jungen Mann, der seine Schwächen und seine Fehler hat und zum großen Schriftsteller wurde mit all seinen Zweifel an sich selbst. Bei Stach ging mir auch zum ersten Mal auf wie wichtig Max Brod auch menschlich für ihn war. Er der Hans-Dampf in allen Gassen, Kafka der zurückhaltende Mensch. Les extème se touchent.
Abschließend und mit kafkaesker Bescheidenheit, was diese Rezension betrifft : Siehe Überschrift!


Die unterirdische Sonne
Die unterirdische Sonne
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Angenehm überrascht, 7. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die unterirdische Sonne (Kindle Edition)
Aus zweierlei Gründen bin ich angenehm überrascht. Über Anis Buch und die guten Beurteilungen. Mir geht es so, dass ich bei einem solchen inhaltlich grausamen Romanen mitleide. Was zwar nie genannt wird, was man aber ahnt, dass diesen entführten Kindern angetan wird, lässt einen vielleicht noch mehr Empathie entwickeln. Sehr gut finde ich, dass der Autor Mädchen und Jungen sehr einfühlsam in ihrem Gefangenkellerdasein charakterisiert, ohne auch nur andeutungsweise die Sprache der Psychologen zu verwenden. Die bestechend einfache Sprache wirkt hier, wie auch in Anis Krimis und gibt eine klare Vorstellung des Geschehens. Es könntge einem anspruchsvollen Leser michts Schlimmeres passieren, als dieses Buch nicht zu lesen, weil es kein Krimi ist - was man im herkömmlikchen Sinn bejahen müsste, bei der Lektüre letztendlich aber doch wohl ein wenikg eingeschränkt verneint. Das Buch ist spannend, das von Leon erzählte Märchen so ansprechend, dass nur bei Literturverächter allgemein, Langweile aufkommt.
Was mir ganz persönlich schwerfällt: Ein Buch wie dieses Menschen zu empfehlen, die ich nicht kenne, von denen ich nicht weiß wie sie mit an Kindern verübten Grausamkeiten umgehen. Was aber das literarische Werk anbetrifft. kommt man an einer positiven Bewertung nicht vorbei.


Falsche 50er - Schule, Sex und dumme Witze: Die erfolgreichen Filmserien "Eis am Stiel" und "Porky's"
Falsche 50er - Schule, Sex und dumme Witze: Die erfolgreichen Filmserien "Eis am Stiel" und "Porky's"
von Hans-Jürgen Tast
  Broschüre

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Titel, der in die Irre führt, 24. September 2014
Wenn man schon etliche Jahre auf dem Buckel hat, interessiert einen wie andere die 50er-Jahre erlebt haben. Darüber erfährt man in dieser Schrift nichts. Damals, erinnere ich mich, hatten Schülerzeitschriften dieses Format DIN-A 5 waren aber meist dicker. Wo man ein Zeitbild erhofft, findet man fast ausschließlich Bilder von Filmen dieser Zeit, ja nicht einmal das. Es geht ausschließlich um die erfolgreichen Filmserien "Eis am Stiel" und "Porky's". Die Texte dazu sind beschämend, dürftig, meist Werbung pur, z.B. für den Soundtrack des Films usw. Der Untertitel wäre der der richtige Titel für dieses Heftchen gewesen: Schule, Sex und dumme Witze. Aber selbst diese einigermaßen treffendere Bezeichnung trifft nicht ganz zu. Mit Schule hat diese Schrift ganz und gar nichts zu tun. Sex und dumme Witze trifft es eher, richtig wäre "Pubertät, Sexfilme und dumme Sprüche". Filme aus der Serie "Eis am Stiel" habe ich gesehen. Um Schule ging es da nie - zumindest in den von mir gesehenen. "Porky's"-Filme kenne ich überhaupt nicht. Beim nochmaligen Durchblättern finde ich ein Kinoplakat von einem solchen Film. Auf der Suche nach einem Autor oder einer Autorin stoße ich auf folgenden Hinweis: Diese Broschüre erscheint in Zusammenarbeit mit der "Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendfilmarbeit und Medienerziehung (Wow! GJW) Niedersachsen anläßlich des Seminars "Liebe, Freundschaft, Sexualität im Film" am 24. und 25. September 1983 (! GJW) in der "Jugendbildungsstätte Oerbke". Da haut es einen vom Hocker. Da versteht man den Titel erst richtig: In der Tat, das waren die "Falschen 50er". Ich hätte in meinem Eifer genauer hinschauen müssen. Zwar liest man plakativ auf der Titelseite nur "Falsche 50er", dann kommt aber auch noch ganz verschämt der Zusatz "Schule, Sex und dumme Witze". Dass es hier um Jugendfilmarbeit und Medienerziehung geht, hätte ich mir nicht träumen lassen, wenn es nicht dastehen würde. 1983 war das vielleicht noch möglich. Jedes weitere Wort spare ich mir lieber.


Die Interessanten: Roman
Die Interessanten: Roman
Preis: EUR 18,99

2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Angenehme Lektüre, 24. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Interessanten: Roman (Kindle Edition)
Vorweg. Ich habe das Buch gern gelesen. Es gibt allerdings viel, das ich nicht verstehe, d.h. ich verstehe die Motivation der Autorin nicht. Dass der Roman nicht chronologisch geschrieben wurde, ist meiner Ansicht nach durch nichts begründet. Die Jahreszahlen die genannt werden kann ich nicht in Beziehung zueinander bringen. Steht da 1985, weiß ich nicht, was die letztgenannte Jahreszahl war. Die amerikanischen Präsidenten, die genannt werden, kenne ich alle, habe sie auch erlebt, verbinde aber nicht eine bestimmte wirtschaftliche Krisen- oder Blütezeit oder Zeitströmung mit ihnen. Die Urteile der INTERESSANTEN über diese Herrn sind zudem äußerst dürftig.
Aber lassen wir solche Dinge einmal beiseite. Für mich handelt der Roman von vier Personen: Ash und Ethan, Jules und Dennis. Alles andere oder alle anderen ist/sind so "darübergestreut". Dabei geschehen nicht gerade unwesentliche Dinge mit ihnen: Missbrauch (Verführung zum Drogenkonsum eines Zwölfjährigen), Vergewaltigung mutmaßlich erleidend (die betroffene Cathy spielt nicht einmal eine veritable Nebenrolle) Vergewaltigung mutmaßlich durchführend (Goodman (sic!) lebt ein Schattendasein auf Island). Von Jules Mutter erfahren wir, dass ihre Tochter sie nicht mag. Von Ash' Eltern erfahren wir, dass sie glauben mit Geld lässt sich alles machen. Die Kinder von Ash und Ethan sind typisiert: die tolle Larkin, der arme Mo). Das Kind von Jules und Dennis wird ebenfalls in eine Schublade gesteckt (Rory - die Karatekäpferin)
Also bleiben die Hauptpersonen. Zu dem wunderschönen Zusammenhalt zwischen Ash und Jules kann man sagen: Schön, dass es das gibt. Ethan ein ganz toller Bursche, der es weit bringt, den man sympathisch findet, dessen Anhänglichkeit an Jules, nachdem die ihn unmissverständlich zurückgewiesen hat, ich aber nicht nachvollziehen kann. Bleibt Dennis. Hier werden meine Vorbehalte massiv. Er leidet an einer Depression, die, weil es sie in dieser Form selten gibt, in all ihren Ausprägungen hochinteressant wäre. Übertrieben kann man sagen, er leide an einer Depression, weil er depressiv ist. Da würde man der Autorin aber doch unrecht tun. Immerhin erfahren wir wie feinfühlig Dennis ist, trotz seiner kräftigen Statur. (Da spielt die Autorin doch etwas mit ihren Figuren. Hochbegabt (Larkin), ohne alle Fähigkeiten ihr Bruder. Die schöne und allmählich auch erfolgreiche Ash und der drogensüchtige, von Rückenschmerzen geplagte Architekt-Maurer, mutmaßliche Vergewaltiger als Bruder. Und dann eben der Gegensatz in einer Person, der feinfühlige Bär und Depressive, Dennis). Im Übrigen erfahren wir nur, was seine Depression erneut ausgelöst hat (vermuteter (!) Leberkrebs einer netten, jungen Patientin). Eine Erstursache wird nicht erwähnt oder kommt sie noch, wo sie hingehört, am Schluss des Romans. Auch den Leser ärgern macht der Autorin Spaß und da greift sie in der Werkzeugkiste nach dem größten Hammer: Demenz. Der Arzt, von dem man sich des Rätsels Lösung, ob Cathy nun vergewaltigt wurde oder nicht erwartet, ist ausgerechnet dement. Hier wäre doch ein Urteil des noch geistig wachen alten Mannes raffinierter gewesen. Was man von Gutachtern zu halten hat, weiß man bei uns ja. Das Rätsel hätte also weiterhin bestanden, da braucht es doch keine Demenz.
Hier liegt der Hauptgrund warum bei meiner Beurteilung zwei Sterne fehlen. Die Autorin fährt oft schwere Geschütze auf und nützt sie sehr einseitig. Dass Ethans Sohn Autist ist, gewiss ein Schlag für ihn und seine Frau. Aber so bar aller Fähigkeiten muss ein Autist nicht sein. Viele haben sogar eine Sonderbegabung. Depressionen - ich entschuldige mich vorsichtshalber - sind aktuell, eine Volkskrankheit. Es soll aber Ärzte geben, die nicht so recht daran glauben wollen, dass jede(r) die/der sich für depressiv hält, es auch ist. Aber - ich schließe meine "Rezension" mit einem Kompliment - Dennis kümmert sich frohgemut um seine Tochter, die auch zu ihm hält. Depressionen sind vielleicht auch nicht nur tablettengestüzte pure Trostlosigkeit.


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